(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Gefangene Vögel : mit Baldamus ... [et al.] und anderen bewährten Vogelwirten des In-und Auslandes"

I 



•i 




T» 



Af f ? 




y ' -. \s 






gefangene ^öjef. 

din £ant>> unb Sefyrbucfy 

für 

firliliabrr uttb Pjkp rinjjf hnifd|rr tinb frriHbliinMfdjrr pjipiigrt 



Don 



9L <$♦ 33*e£ro, 

unter 9ÄttI)ttfe fcon £). gittfdj 



utib 



in SSerBtnbrotg mit Statoamud, SoMnud, SBolle, ßctöcmiS, Gronau, SfieMer, 
tom grety&erg, Qbixtamtx, ton ®t5itft, ©0(5, Verfloß, %kxmbtx mn §>imtet)ei*, 
föWmt, Stefce, mt>oif unb ®avl Stütter, fHet), ©djlejjei, Schmitt, Stötfer 

unb anbeten beerten SBogeforirten be3 3n* unb 2lu3lanbe3. 



ßrfier Seil. 

3 weiter 58anb: MJeid)fre|fer. 



ßei^iö unb |>etöetöerg. 

ifc g. SBinter'fcfye ^ertag^anbtung. 
1876. 



- 



3Ul0tmeme& 



©ttttdbe uitb Köwerfreffer bitben ©ritten, toelc^e im großen unb ganzen aucfy bet 
93ogetfunbige anerfennt, bie Seicfyfreffer bagegen eilte Abteilung im ©inne be3 8iebt)aber3 
ober Pflegers, für toelcfyen ba3 <xU giltig angenommene @fyftem untergeordnete 23ebeutung 
t)at. Sir oerftel^en nnter btefem 2lttgemeinbegriff nict>t allein bie (£betf änger , fonbern alle 
$öget überhaupt, toetcbe oorpgStoeife oon Kerbtieren fid) ernähren, nnbelümmert ber ©renken, 
toelcfye bie 2öiffenfd)aft nnter itynen ziehen muffte. 

Unfer Mitarbeiter GtabaniS ^at ein mit Beifall aufgenommenes Aftern aufgeteilt, 
in toetctjem bcn Nachtigallen bie oberfte ©tettung nnter alten Vögeln angetoiefen toirb, ein 
23etoei£, bafS bie Seid^freffer ntc^t allein in ben lugen ber öieb^aber, fonbern aucfy in benen 
ber ftrengften gorfcfyer als ausgezeichnete $ögel gelten, gür ben ^ogettoirt, toetcfyer oon 
feinen Pfleglingen metjr verlangt als fcfymucteS ©efteber, unbebeutenbeS ®eztoitfd)er ober bocfy 
nicfyt oolllommenen ®efang, ÖiebeStänzetn, '»ßarungSluft unb 23ruteifer aud; unter ungünftigen 
93erfyättniffen, toetcfyer bie Müt)toattung einer oerftänbnisootlen unb umftct)tigen Pflege nic^t 
fd>eut, bafür aber toirfticfye Sänger an ftcfy feffeln unb an ben auSgezeidmetften aller $oget* 
gefänge fic^> erlaben toitt, toerben bie 28eid)freffer bie ebelften aller gefangenen $ögel fein 
unb bleiben. Um zu biefer unumftögli^en Überzeugung ju gelangen, mu[S man freilief) baS 
reebte £)t>r, bie toatjre Qmtpfänglicfyfett befreit , brauet aber ntc^t erft §unberte oon minber 
begabten (befangenen gepflegt ya ^aben; benn jebe Nad;tigatt, jeber Mond;, jebe Singbroffet 
ftellt ben fyeroorragenbften Körnerfreffer in ©Ratten. T)ie ffyftematifd?e (Sinorbnung ber 
Seicfyfreffer in ber Klaffe ber $öget mag beftritten toerben lönnen: ü)re Stellung unter 
ben Käfigoögeln ift über jebe 2lftertoeiSlj)eit ergaben. 

£)aS §er ber 2Beid)freffer beoötfert alle Erbteile, alle 33reitengürtet , alle §i%nfdn'd;ten, 
jebe ®egenb, jeben ®au, jebe örtticfyfeit, toetd)e einem $oget bie Möglichkeit zum Seben 
noefy getoärt 3m ©egenfa^e ju ben Kör nerf reff ern j dalagen jene nur auSna1)mStoetfe in 
größere Sd;toärme fid) zufammen, leben oielmefyr partoeife ober in lleinen XruppS, meift 
in gamitien, unb bloß toät^renb ber 3ug* unb Sauberkeit in ga^lreic^en glügen. £>od) 
gibt eS auefc ^ier 2luSnal)men: einzelne Irten bürfen als toirfticfye Sibeloögel angejefyen 
toerben. £)ie große Menge zielet mit Eintritt ber falten 3al)reSzeit nad; toärmeren ®e= 
genben unb feiert bei beginn beS grüfyiafyreS unb f^ätev in bie §eimat zurüd; ein anberer 
£eit ber ©efämt^eit toanbert, ein f leiner £eit ftreicfyt, einzelne finb Stanboöget im oollften 
Sinne beS SorteS unb toiffen aller «Strenge unb Unbill auefy beS f)ärteften Sintert in 
trogen. £)ie bei uns - l)eimif d)en gugoöget unter i^nen burc^reifen enttoeber ganj (Suro^a 
ober Ifien unb einen beträd?ttid;en ^eil 51fri!a^ r erft in ben ®teid;ertcmbew biefe^ unb be3 
benachbarten ^rbteil^ §erberge ne^menb, obe^r laffen fic^ an ben fonnigen ©e^ängen ber 
fübeuro^äifd;en, norbafrifanifd)en unb fübtoeftaftatifc^en (Gebirge genügen, jeittoeilig ^ier jebe 
§albe, jebeö ®ebüfdj> beoöüernb unb belebenb; bie Sanberoögel erfc^einen alltotnterlic^ in 
%ie^r ober minber zahlreicher Menge in milberen breiten, ^ier ^lan= unb ziellos fxcfy um^er^ 
treibenb ; bie @trid?oöget betoegen fieb o^ne ^egel in einem nic^t alfjutoeiten, bie «Stanboögel 

1* 



4 Setc^freffer. 

in einem fe^r engen (Miete, (Einzelne Wirten fd)reiten fcfyon früty im 3afyre jur gortpflänpng ; 
bie Wtt§xy\§i aber hattet ben Eintritt beS grüpngS ab, beoor fie fxcfy pm Giften anfcfyictt, 
nnb eine nicfyt unbeträchtliche %,nytäji brütet erft, toenn bie ^eimatltdje ©egenb \§x grüpngS* 
fleib fcollftänbig angelegt $at. £)aS Neft, meift ein funftlofer, in einzelnen gälten bagegen 
ein anwerft funftootter $8an, fte^t ebenfo oft in Ölungen als frei ober fcerftedt auf bem 
iöoben, in ©eftrüpp nnb ®ebüfcfy ober anf Damnen nnb enthält im erfteren gälte reget* 
mäßig einfarbige, im teueren regelmäßig bnnte (£ier, obtool aucfy biefe SHegel nic^t o^ne 
2luSnaljmte ift 23eibe (gefriedeter toibmen ficfy ber ^Brutpflege , töfen fid) bei ben meiften 
Wirten im brüten ab nnb übernefymem ausnahmslos gemeinfcfyaftticfy bie Stuffütterung nnb 
fonftige (Sr^ie^nng ifyrer Zungen. 33iele Irten brüten metyr als einmal im Saufe beS Kommers, 
toenige jebodj öfter als ^toeimat; benn nur einer befcfyränften Slnsa^t fcon u)nen bleibt bie 
fyierp unbebingt nötige geit toäfyrenb U)reS heimatlichen SommertebenS. £>emungea$tet ift 
bie Vermehrung ber 2Beid>freffer unter günftigen Verlj)ättniffen eine auSreictyenbe , um ben 
JBeftanb ber 5lrt p fiebern; aber freiließ treten fotcfye Verfyättniffe burcfyauS ntcfyt fo reget- 
mäßig ein, als ben nüfcftdjen ®efcfyöpfen unb unS p toünfcfyen toäre. @d;timme Witterung 
unb fonftige Notftänbe toirfen oft ^erftörenb auf ben 23eftanb gerabe biefer Vögel; ein §er 
oon allerlei merfüßigen , gefieberten unb felbft fußtofen geinben ftettt ifynen naefy , unb ber 
Sftenfcfy gefeilt fid? teiber nnltentticfy ober unttrittentlicfy p i^ren Verfolgern, iubem er fie 
maffentoeife p fünften feiner &ücfye oertitgt ober iljmen, toaS toeit oerberblicfyer, u)re So^nfi|e 
fcfymätert unb tatfäc^tid; entsteht. 3n bem geregelten gorft* unb Sanbbau, melier ber 
@d)otle ben työcfyftcn Ertrag abzuringen ftrebt, otyne auf bie SBebürfniffe ber gerabe pm 
®ebeu)en beS gorft* unb Raubbaues unumgänglich nötigen Vögel Nüdficfyt p nehmen, 
ift bie ^auptfäd)ltd;fte, ja ben StuSfcfylag gebenbe Urfadj>e ber ftetigeu Verminberung ber 
Setcfyfreffer p fucfyen. 

Kerbtiere in ben oerfdn' ebenen (£ntn>idtungSftufen u)reS SebenS, (Spinnentiere, Sürmer 
unb allerlei SBeicfytiere bitbeu bie Nahrung ber in uufere Abteilung gehörigen Vögel Viele 
üon ifmen fcer^ren nebenbei bereit unb grüdjte, erftere zeitweilig fogar in übertoiegenber 
Sftenge, niebt wenige and) anbere ^ftanjenftoffe, pmat ©ämereien als Bufoft; einzelne »er* 
greifen fiel) felbft an flehten Sirbeitieren. s Itte ot;ne 5luSna^me finb, entfpredjenb ü)rer 
Negfamfeit, ftarfe greffer ; einige ocrbraucfyen täglich eine Nahrungsmenge, toetcfye bem (Stetmcfyt 
ifyreS SeibeS beinahe gleich fommt §ierin unb in ber 33efd)affenfyeit u)rer Nahrung liegt 
i^re 23ebeutung für ben fogenannten §auSfyatt ber Natur : fie befcfyränfen baS jerftörungS* 
fähige §er ber Kerbtiere unb anberer ^flanjenfeinbe unb oerbienen beS^atb faft auSnatymS* 
loS ©c^onung unb §egung, iebenfatiS ioeit melj>r, als fie pr £>tit noefy genießen. 3^nen 
ju (Gefallen fottte man bem übertoiegenb febäbtic^en SRaub^euge eifrig unb unerbitttiel; nac^* 
ftellen , i^nen jum beften alte tyofyten iöäumc in Kälbern unb Dbftyflansungen fte^en laffen, 
i^nen ju Siebe in (Härten, Rainen unb ^ier unb ba auf gelbem bid)te X)orn^ec!en an^flanjen, 
ju iljjren (fünften mit fünftlic^en Niftgetegen^eiten an geeigneten Orten nad^etfen. ^Derartige 
Vorfe^rungen fiebern uufere uü^lid;en ©arten* unb getbfreunbe me^r als gefü^tjelige 2luS* 
einanberfe^ungen über bie Vcrberbt^eit ber Vogettoirte, toie fie oon feilten (Sc^toä^ern unter 
ber 9J^aS!e fitttieber ©ntrüftung über ben »on unS Sieb^abem verübten greoet bis pm dkl 
roiebergefäut toerben. 3Jlan taffe ben Seicfyfreffew ibte So^nfi^e ober fcfyaffe i^nen fote^e 
unb fixere fie nad) ^öglicl)teit oor alten toirfticfyen geinben, unb eS toirb an i^nen nic^t 
festen, auefy toenn bie 5ln^t berjentgen Stebtyaber, toetc^e eine Na^tigall, einen Sproffer, 
eine ©raSmüde, eine tröffet fyöfyer ftellen als auStänbifd;e ginlen, fid; ^erbo^etn unb 
i?erbreifac^en (ollte. (Sin einiges ^txhex^ax fc^äbigt ben 23eftanb ber Seic^freffcr me^r 
als alle Öiebfyaber ringsum, beren §au^taugenmer! ftcfy boc^ immer auf bie üMnndjen richtet, 
toetc^e anerfanntermaßen in einer bie 2Betbd;en toeit übertoiegenben üJftenge oor^anben finb 



2lffgememe§. 5 

unb weit letzter als btefe fidj erfe^en. Gewerbsmäßige $ogetftelterei' wirb alterbingS im 
©tanbe fein, jut $erminberung ber (Singvögel einer Gegenb nnb formt pr Sßeröbung ber 
(enteren beizutragen ; gerabep wiberfinnig aber ift eS , ber Liebhaberei bie <Sd)ufb an ber 
Slbnat)me nnferer (Sbelfänger auftubürben. Ser eine 9?ad)tigatt mit $erftänbnis nnb öiebe 
pflegt nnb fic afyt, yfyn, zwölf nnb met)r 3at)re im Gebauer am Seben erhält, tote eS t)äufig 
ber gatl, f^äbtgt ben 23eftanb ber Slrt in feiner Seife. £)at}er laffen mir Liebhaber uns 
nict)t beirren. Sir Wiffen, was mir von bem Stttweibergefcbwät^ nnferer Gegner galten 
f ollen, nnb tt>tffcti f was mir an nnferen (£betfängern t)aben. 

SeitauS ber größere Seil aller Seid)frcffer Jap ju ben t)od)begabten Vögeln. £>ie 
meiften von il)nen, inSbefonbere bie (Sbetfänger, belegen fiel) leicht nnb rafd), anf bem SSobeu 
wie im Ge^weige, get)enb ober t)ü>fenb wie fliegenb. ®8 gibt treffliche Käufer ober £>ü>fer, 
bet)enbe (Scblityfer, gef dn'dte Kletterer, gewanbie glieger, fetbft ©d;wimmer nnb £auci)er 
nnter it)nen. £5te (Sinne bürfen als wot entwidett bezeichnet werben , wie baS große, flare, 
fernftd)tige Singe, baS fct)arfe, and? tonfünftlerifct) feine Get)ör, bie mä)t zu verfennenbe 8eder= 
t)aftigfeit nnb baS bei jeber Gelegenheit wamet)mbare (SmpfmbungSvermögen zur Genüge 
bereifen. Sin geiftigen gäl)igfeiten überbieten bie Seict)freffer bie ginlen nnb it)re $erwanbten 
entfd)ieben. SBiele nnter tt)nen fielen an $erftanbeSfd)ärfe ben llügftcn Körnerfreffem nid)t 
naci), nnb faft alle übertreffen btefe an £ebt)aftigfeit nnb SRegfamfeit beS (Seifte«; ganz abge* 
fet)en noct) von anberen liebenswerten @igenfct)aften, tiefem Gemüt y 25., welches ftd) als 25arm* 
r)erztgfeit fcbwacfyen, t}itftofen, verwaiften Vögeln eigener ober frember Slrten gegenüber glänzenb 
fnnb gibt, (Sine fet)r bemerfbare &ibenfct)afttict)feit ftet)t mit biefer geiftigen fttegfamfeit im 
©nllange, fcfymätert jebod) in nnferen Singen lanm bie Slnmnt ber ganzen (£rfct)einung beS 
(SbetfängerS. Sie biefer auefy Reißen möge: er tritt in alten gälten als ein fanberer, etwa» 
anf fiel) t)attenber, beweglicher nnb lebhafter Gefeit bor uns r)in nnb erwirbt ftd), felbft wenn 
er f c^weigt, nnfer Sotwolten nnb nnfere Zuneigung. 

Keine anberc Gruppe ber «Stubenvögel wirb mit größerer Siebe gepflegt als bie ber 
Seid)freffer. £)ie Slnzar)t ber Gefangenen aus biefer Slbteilnng ftet)t alterbingS weit hinter 
ber Sftenge von eingebanerten Körnerfreffew ^rüc!; bie 9tnzat)t it)rer greunbe nnb SBere^rer 
aber bürfte jener ber Liebhaber von Körnerfreff ern , aud) tro^ beS fo allgemein verbreiteten 
tanarienoogelS , minbeftenö gteic^lommen. (Sin nenerbingS, nnter SRiSbranc^ beö Samens 
meines 93ater3, als 33erfaffer eines ber nn^ä^ligen ^anbbüc^er für Liebhaber aufgetauchter 
(Sc^riftfteller , über beffen 53efä^ignng icfy mein Urteil billig prücf^alte, oerfucfyt aus bem 
oon mir weiter oben (53b. I, ©. 288) Gefagtem Kapital ju fc^tagen unb bamit %u bewetfen, 
bafS bie SBetdjfreffer als hinfällige Gefc^öpfe fic^> nic^t in bem Grabe wie ^örnerfreffer p 
@tnbenoögeln eignen fotlen, oergifft aber, bafS bie oeri)ättniSmäfjig geringe Sln^a^l ber erfteren 
in nnferen Käfigen anf ganj anbere Urfac^en prüdgefü^rt werben mnfs als auf bie (Scfywte* 
rigfeit, fie ju Ratten, unb auf ifyre §infättig!eit. Ü)ie 53equemli6leit fe^r oieler Liebhaber, welche 
in einzelnen gälten unverantwortliche 35ernac^täfftgnng jnr gotge §at, ift unzweifelhaft einer 
ber fyauptfäcfylicfyften Grünbe bafür, bafS man weniger Seicfyfreffer in Gefangenfc^aft fyalt, 
als es oerbienen. !^)em Kanarienvogel unb bem Körnerfreffer überhaupt pflegt man günftigften 
gaüS täglich einmal feinen gntternapf mit Körnern ^u füllen, welche feiner vorherigen $u* 
bereitung bewürfen; fein Gebauer reinigt man, taut 23ater iöed;ftein, alle vier^etm Sage 
einmal: baS ^ifc^futter für ben Seicfyfreffer mufS, nic^t o^ne Wltye unb 3^tvcrtuft, im 
©ommer täglich ^ e ttnal, im Sinter boeb, minbeftenS einmal frifc^ iiibexextet , baS Gebauer 
womöglich täglich, minbeftenS jeben ^weiten Sag gereinigt nnb neu befanbet werben. Ser 
mit Liebhabern verriebenen (Schlages verfe^rt, weiß p beurteilen, wie viele btefe an unb 
für fid) geringe, aber boefy ftänbig wieberfe^renbe Arbeit abhält, fic^ Seic^freffer ju 
Ratten. (§m ^weiter Umftanb ift ber, bafS leitete burc^fd)rtitttic^ an unb für ftcb, teurer 



ß 28eid)freffer. 

finb at§ bie törnerfreffer unb it)re Untergattung gri3ßere Soften verurfacfyt at3 bte 35e* 
[Raffung ber verfdn'ebenen ©efämearten , mit benen jene fidj Begnügen. £)a3 eine tote 
ba$ anbete Be^inbert ityre SSerfenbung in entfernte Drte, fd;mätert namentlich bie 3ufu$r 
ber frembtänbifcfyen Wirten in empftnbticfyer 2Mfe. 3ufammenvfercfyen in enge $erfanbläfige, 
ju §unberten in einen SSerpadBauer fperren, auf langen Reifen mi3fyanbetn tüte fremb* 
tänbifcfye tömerfreffer (53b. I, ©. 69) laffen Seicfyfreffer ftd) nxdjt: fie würben, eBenfc 
verpadt toie bie ungtüdticfyen äöeBeftnfen 2lfrifa3, in u)rem eigenen tote erftiden unb bem 
•pänbter einen fo Bebeutenben @cfyaben zufügen , baf3 er von allen ferneren EmfüfyrungSver* 
fucfyen aBftetyen bürfte. ÜBrigen3 möchte e3 aucfy au3 anberen ©rüuben unmöglich fein, eBen 
fo viele Seicfyfreffer pfammen^uBriugen tote ginlen unb SSertoanbte ober Papageien: man 
fängt $par ein ©d)od zietjenber £)roffetn mit einem föudt be3 ®arne3, aBer nur eine 
^ac^tigall , ein 23taufet)td)en eine ©pottbroffet gleichzeitig unb muf3 oft ftunbenlang fid) aB= 
mitten, Bevor man üBer^aupt einen ber genannten in ba§ @arn Befommt. £)ie3 finb bie 
toot 3ebermann einteucfytenben Urfad;en, toe3fyalB toir toeniger 2Beidp at3 tömerfreffer in 
ben täfigen unferer SieB^aBer fefyen; anbere giBt e3 nid)t. 

23ei richtiger, vcrftänbnisvolter Pflege, von toetcfyer allerbingS nicfyt wenige £ieBt)aBer 
unb felBft 23erfaffer von &el>rBüd)em für iene !aum einen begriff zu l^aBen f cremen r galten 
ficfy aucl) bie parieren TOtglieber unferer 5lBteilung vortrefflich in ®efangcnfcfyaft, {ebenfalls tr>ett 
Beffer at3 bie tomerfreffer im allgemeinen. „3cfy ^alte/' fcBattet greunb giebter tyier ein, 
„feit vielen Sauren bie verfd;iebenften SÖeicfyfreffer, mitunter in einer 21nzat>t von breiftig Bio 
vierzig Etüden, ^aBe aBer felBft Bei ben zarteften unb ^eifelftcn unter i^nen ftetö toeniger 
$ertufte zu Beilagen al3 Bei ben üBerfeetfcfyen tomerfreffem. gaft möd^te man glauBen, 
baf8 (Sc^riftfteller, toetd)e ba3 (Gegenteil Behaupten ober uns fagen sollen, baf3 man bie 
tranffyeiten ber 2öeid)freffer fernerer p erlennen vermöge als bie ber Jlcrnerfreffer, erftere 
gar nid?t im Käfige gehalten l;aBen, fonbern einfach in3 Blaue reben unb fd)reiBen; benn 
berjenige 8ieBt)aBer, toetcfyer unfere Ebetfänger mit SieBe unb $erftänbmS pflegt, lann un* 
möglich fo ungereimte Behauptungen aufftetten." 5llle fräftigen 5lrten, £)roffetn, ®lan^ 
ftaren, ©taren unb bergteid)en, leBen felBft unter ungünfttgen 23er^ältniffen, Bei mangels 
tjafter Pflege mehrere 3afyre im Käfige unb toerben Bei guter 21Btoartung fe^r alt; yiafyti* 
galten, ®ra3müden, ^Rotfe^eu, ©teinrötel unb anbere bauera, auefy toenn fie als alte 
25ogel gefangen tourben, ^ioölf Bi^ ^an^ig 3a^re in ber ®efangenfcl)aft au^, oorau^gefe^t 
natürlich, bag ber ^öogeltoirt i^re iBebürfniffe regelmäßig Befriebigt unb fie vor fc^äblic^en 
ßrinflüffen tunlic^ft Beioart. (Solche SlngaBen, toelc^e auf eigenen Erfahrungen unb dJlxU 
teilungen glauBtoürbiger ÖieB^aBer Berufyen, werben burefy vorgefaffte Meinungen nid)t toiber* 
legt unb Begrünben bie 9ttcfytigfeit meiner 33e^au|3tungen. ©ie äöeicfyfreffer Betoeifen jebocfy 
nod) anbertoeitig, baf$ fie Bei geeigneter Pflege in (^efangenfcfyaft fid; tool füllen unb nid)t3 
oermiffen; benn fie pflanzen fiefy im Käfige fort, ©eitbem man Begonnen §at, bie $oget* 
pcfyt im weiteren Umfange p Betreiben, finb aud) mit i^nen SSerfuc^e angeftellt toorben, 
bereu ErgeBniffe im 3Serl;ältni6 ju ben wenigen in grage fommenben Wirten unb ber Mr^e 
ber auf biefe 23erfucfye oertoenbeten gtit aU fetyr günfttg Be^eid;net iverben bürfen. §ätte 
man i^re 3«cfyt eBeufo umfaffenb in Angriff ju nehmen verfugt toie bie ber ^örnerfreffer, 
loäre man nicfyt von vorn Ijerein ber 5lnficfyt getoefen, bafö man mit ber 3ucBt von Vögeln, 
bereu Pflege alö fcfyioierig gilt, faum Erfolg ^aBen fönne: man ioürbe unjtoeifell;aft fcfyon 
gegenwärtig eine erfledlid^e Sln^a^l von 51rten unferer (tappe, ioelc^e im Käfige ftd? fort= 
pflanzen, ya verzeichnen fyaBen. 3n ber Zat liegt lein ®runb vor, bie gortpflanpng ge* 
fangener Seid;freffer für Befonberö fcl)toierig ober gar für unmöglich ju erllären. Streng 
genommen ift nur baö gutter biefer 33i5gel teurer als baS ber törnerfreffer ; bie SDIü^e ber 
^cfcfyaffung unb Bereitung beöfelBen BleiBt fid) in Beiben gälten ztemticfy g^j^^ syftcfyt 



allgemeines. 7 

toenige Köwcrfreffer »erlangen, tote toir toeiter oBen gefef)en tyaBen, pr 2Iufpdj>t i^rer 
jungen große Mengen »on Kerbtieren nnb beren $ar»en , nnb bie metften 2öeid?freffer Be= 
anfprucfyen auefy nichts anbereS. demgemäß totrb eS ben Kunbigen !anm Sunber 
nehmen , toenn er erfährt, bafS Bei biefem ober jenem 8ieBI)aBer ettt ©proffer * ober Nadnt* 
galtenpärcfyen , ein ^ar ©ing^, Sanber* ober embere £)roffeln, Slmfeln, ©pottbroffeln, 
§üttenfänger, ©teinrötel, Rotfefylcfyen, (Man^ftaren iL geniftet nnb 3unge erlogen ^aBen; 
benn ber ^ßarungS* nnb 23ruteifer, baS ®efdn'd für nnb bte §ingeBung an bte Pflege ber 
jungen finb Bei ben Seicfyfreffern toenn nicfyt in leerem, fo boefy minbeftenS in bemfelBen 
®rabe auSgeBilbet toie Bei ben Körnerfreffem. <&$ ^anbelt ftd) Bei ityrer %uä)t »ernemlicfy 
nur um §tt>etertet : ü)nen geeignete, b. fy ifyren natürlichen 2öol)nfi^en einigermaßen ent* 
l>rec^enbe Käfige l^erpricfyten , nnb fie ununterBrodjen mit paffenber Nahrung p »erfefyen. 
®an$ baSfelBe aBer »erlangen, toie Bereits ausführlich bargetan, aud) bie Kömerfreffer. 

3dj> i)e§arre alfo Bei ber oBen ausgekrochenen iBe^au^tung nnb t?alte miefy ber 53et= 
ftimmung aller funbigen nnb erfahrenen SSogeltoirte »erftd)ert. . Sinmal an baS ©tuBenfutter 
getoöljmte Seicfyfreffer finb in meinen Singen minber anfprucfySoolle ®cfd)öpfe als bie meiften 
Kömerfreffer. Nachtigallen galten ftc^> Bei frifckn nnb getrodneten 5Imeifenpu}>pen nnb 
einigen ^e^ltoürmern täglid) »ortrefftiefy : eine einfachere gütterung aBer giBt eS, 00m Koften* 
fünfte aBgefe^en, für leinen SSogcl üBerljiaupt. Sil! man an ber SluSgaBe für baS gutter 
fparen, fo mufS man eBen bie 9MI)e auf fid) nehmen, eines ber fünftlid)en 2Öeid;futter 
(53b. I, ©. 42 ff,) p Bereiten, nnb bafür ©orge tragen, bafs baSfelBe nid)t »erberBe: 
biefe 9ftülj)toaltung ift jeboef) toal^aftig nid)t fo erf?eBlid), als man im allgemeinen p 
glauBen fcfyeint. 

2öeit metyr nodj> als Bei ben Köwerfreffern ift Bei ber Pflege oon 2Beid)freffem aller 
2lrt oft toieberfyolte ©äuBerung ber Käfige oon nöten,. ans bem einfachen @runbe, toeil 
leitete, nid)t mit Unrecht l)ter nnb ba audj „©dnneißoögel" genannt, toeit mel)r freffen nnb 
miften als erftere. £)aS pmal im (Sommer leicht oerberBenbe $Hfd)futter erforbert geBie- 
terifd) ftete Reinhaltung ber Näpfe, nnb jtoar tticr)t allein p fünften ber 23ögel, fonbern 
and) beS Pflegers. 3enen Bringt oerborBeneS gutter ftcl>erlid) toett öfter ben £ob, als ber 
,unad)tfame 33ogeltoirt glauBt; biefem ober boefy feinen §auS = nnb ©tuBengenoffen »erleibet 
eS, toegen beS unangenehmen, Bei gleifclnnifcfyungen gerabep unerträglichen ®erucBeS, toelcBen 
eS »erBreitet, bie fonft fo anmutenben SBögel. (£Benfo toiberlid)e ^uSbünftungen »erurfadjt 
ber Breiige Kot ber Seicfyfreff er , toeldjer fiefy felj>r rafd) in erftaunlic^er O^enge anläuft nnb 
»on lieberlicfyen Pflegern oft nic^t einmal in ben 00m 23ater 55ec^ftein angegeBenen $äu 
räumen entfernt totrb. @elbft Bei toirfltc^ oorpglic^er Pflege mac^t fic£> bann nnb toann 
ber eine ober anbere ®eftanf in engen Räumen geltenb, für ben anfmerlfamen 23ogeltoirt 
pm untrüglichen 3 e ^ en r ^ a l"^ e ^ ^ oc ^ nac^läffiger getoefen ift, als er fein füllte. Nur 
toenn man täglicB jtoeimal frifc^eS gutter Bereitet ober auSfcfyltepd) im Sommer frifd^e, 
im Sinter getroefnete 5lmeifen|)U|)^en füttert nnb ben 25auer toöcl)entlic^ minbeftenS ^toeimal 
bief Befanbet , totrb man auefy ^ieroon fo gut als nichts toarne^men. 

^e^ltoürmerüften finb, toie icfy tro^ ber öeic§tig!eit ber 55e|c^affung bief er Kerfe in 
allen^ größeren ©täten »on ^ag p £age me^r einfe^e, für jeben 8ieBl?aBer, toelc^er Sßeic^^ 
freffer galten toill, nnentBe^rlic^e §ilfSgegenftänbe pr Pflege ber legerem Sol ober 
üBel IjaBe auc^ ic^ mic^> Bequemen muffen, bie ^eljltoürmerpcfyt nnb ^toar im großartigften 
a^aßftaBe p BetreiBen, nnb atliäfyrlid) oerme^re ieft meine Kiften, um mid) unaB^ängig p 
machen. 3fy ^aBe mtc^ ftreng an baS »on unferem £DcttarBettev ®irtanner (53b. I, 
©. 36) angegeBene dufter ber Kiften nnb bie »on i^m em|)fo^lene iöe^anblungStoeife 
ber Sürmer gehalten nnb bie atlergünftigften ©rgeBniffe erhielt, ©te erfte (£rnte Be^a^lt 
faft immer bie Kifte. 



o Setdifrcfjer. 

(^regere ©cfywiertgfeit af« bie @rl;attung eine« eingewöhnten SB3ctc^frcffcrö oemrfad?t 
bie (Singewöfynung fetBft, aber auefy nur bann, wenn e« fiefy nm einen einzelnen Rubelt. 
(Sine frifefy gefangene Nachtigall, ®ra«mücte ober £)roff el , wetd)e man in einen täf ig unter 
3^>re«gteid;en Bringt (53b. I, @. 55), Beftnnt ftcf> feiten lange, Beoor fie oon bem oor* 
gefegten gutter ptangt, vertiert im Umgange mit ben Bereit« ge^mten Strtgenoffen ober 
Jßerwanbten Binnen wenig Xagen jene finntofe @cfyeu, welche bem gefangenen $oget fo oft 
oerberBticfy wirb, uub geBärbet ftd> bann aud? im (Sin^etfäftge Balb ocrf>ättni«mäßig rufyig 
unb oerftänbig, wärenb fie, altein in einen 23auer geffcerrt, Befanntlid; nid^t feiten alle 
Nahrung oerfd?mät;t unb au& tummer um ben SBerfoft u)rer gretyett $u ®runbe ge^t. 
®efeltigfeit wirft unter folgen Umftänben Sunber, unb e« ift nid>t einmal erforberfid?, baj« 
man bie frifcfygefangenen $öget ju Bereit« eingewöhnten Bringt, weil aud) mehrere gleid^eitig 
ityrer greifyeit BerauBte 2Beid)freffer ftcfy gegenfeitig aufheitern unb gur 2bma$rae be« gutter« 
Beftimmem demgemäß ift e« oiel leichter, mehrere glei%itig gefangene Nachtigallen ein* 
äugewö^nen at« eine einige, unb eBenfo §at man mit einer ©efeflfcfyaft oerfcfyiebenartiger 
$ögel, welche an einem unb bemfelBen £age in ®efangenfd)aft geraten, leichtere« ©piet 
al$ mit jebem einzelnen oon il;nen , welcher aBgefonbert oon ben üBrigen eingeBauert wirb. 

3m üBrigen gelten für (Eingewöhnung, Pflege, Wartung unb 3ucfyt ber 2Beid>frcffer 
alle allgemeinen Regeln, wie fie in ben einleitenbcn 5lBf cfmitten unfere« 33ud)e« gegeBen 
toorben finb unb im Verlaufe ber £)arftettung erforberlid) fd;einenben galle« toieber^olt 
werben foHen. 



ttadjttpll unb ^proflet. 



Unter allen ©ingoögetn geBürt ben Nachtigallen ber erfte Nang; benn ityr ®efang toirb 
oon feinem einigen Belaunten länger erreicht, gefcfyweige benn üBertroffcn. einzelne ®ra«* 
müden fingen lieBlid;er, toeit minber ftarl unb geltenb aU bie Nachtigallen; bie mit Wtdjt 
l;odjBerüfjmten ©pottbroffetn Slmerifa« »erleiden ben (Strogen if>re« Siebe« bieietBe, wenn 
nid)t noefy eine größere 9fland;fattigf eit : Weber fie noefy jene aBcr fommen ben Nachtigallen 
gteid; in bem ©efamtgeprage ü)re« ®efange«, weit ba« Sieb ber einen Weber bie Stärfe 
nod; biegüüe unb Nunbung, ber Vortrag ber anberen Weber ben 3ufammenl;aug nod; bie 
Befummle Stufcinanberfotge ber einzelnen ©trogen ^>at :Dicfer ober jener 8ieBt;aBer mag 
bem iNönd) ober ber ®artengra«müde unb eBenfo ber ©pottbroffet oielfeicfyt ben 25orjug 
oor Nad)tigatt unb @proffcr geBcn; im altgemeinen aBcr ift ber Nut;m ber teueren fo 
jiemlid) unBeftritten. 

Nad;tigalf uub «Sproffer Bitben eine Befonbcre ^ipfce, bereu einzig Befannte 5lrten fie 
finb. 3l;r 2eiB ift fräftig geBaut, erfd;ciut aBcr bc« laugen £d;wan$e« unb ber l;ot;cn gufc 
wur^cl t;atBcr fd;tan!; ber Hopf ift groß, ber glügcl uub ber ©d»oan$ mittettang, ber <vnß 
§o'dj unb fräftig, ber ©d;naBet auf ber CBerfeitc fanft geBogeu, oorn ^iemtid) fpiijig, ber 
gufs mit fo großen platten Bebcdt, baf« biefe faum ober uicBt uuterfdn'eben werben fönnen. 
Gin glüget üBerragt bie brittc ober tücrte ©ctnnutgfebcr bie üBrigen, ioe«t;alB er met;r ober 
weniger ftumpf crfcfycint. X)a« ©efieber liegt fnapp au. $eibc ®cfd;ted;ter unterfd;eibeu 
fid; faum burd? biegärBung; bie Csuugcn geigen auf ber Oberfeite roftgelBc, auf ber Unter* 
feite graue gtedeu. 

Ö29. Die 9ia^tißaU, ©erg , SBaffex , ©arteft-y l Xaiinad)tu]aa , Körting, s Jlott>oget :c v Luscinia 
(Curruca, Thilomele, Lusciüla, Erythacus) vera, Suudev., (luscinia, philomcla). — St. iß.: Maumann, 



SftadjttgaK unb ^proffer. 9 

95.3)., II, @, 373. — - ObcrfeitS roftfafytbrauu, bie Sfaßeufäume ber braunen (©dringen bunfler, fcfymater 
Slugenring fd^mu^tg grauttrfitüeiß wie bie Unterfette, auf beut tropfe, bem £>alfe unb Äörperfeiten fa^X grau* 
bräunlich, obere ©etyroan^beden unb ©djtoanjfebern lebhaft roftrot, untere ©d&toanjbetfen roftgelbfafyl , untere 
gtfügelbeden ettoaS bunfler. $rt3 tiefbraun, ©cfynabel Ijorn*, Unterfdmabel fyeübraun, $üße hellbraun. — 
3)a§ Söeibdfyen unterfdjeibet fid) fautn burd) etroa§ mattere Färbung, namentlid) bie weniger toeißftdje Äefyle. 
Son ©nglanb unb fttttlanb an nad) ©üben Ijin üerbreitet fid) bie 9?ad)tigatf über ben größten %t\\ 
(SuropaS, obgteid) fte feine§toeg§ überall üorfornrnt unb namentlich bei un§ ©ebirge meibet. Slußerbem trifft 
man fie im roefttid?en Slfien unb auf ber SBinterreif e , welche fie bi§ ^nner= unb Söejtafrtfa auSbefynt, in 
allen jtmfdjett ©uropa, Söeftaften unb ben genannten Seilen SlfrifaS Uegenben Sänbern biefe§ @rbtett§. ; 

630. $cr ^Jjroffcr, ©profSöogel, Wiener, polnifcfye, ruffifd)e, große unb Sluennacbtigaß , Sfcad&tfättger, 
9?ad)tfdpger ja, L. (Motacilla, C, S., Phil., Er.) philomela, Bechst., (major). — %. 33.: Naumann, 
$.3)., II, 362. — ©ttoaS größer unb Jräftiger als bie 9fad)tigatt, ifyr ungemein atytfidj; oberfeitS ettoaS 
bunfler, auf bem @d&tt>attj nid)t fo lebhaft roftrot, fonbern meljr braun gefärbt; bie Dberbruft ftet§ bunfet 
getoötft ober mit 9Kufd>eIfieden befefct. — Söeibdjen äußerlich faum oom 3Kämtcljen unterfdneben. 

2>er ©proffer oertritt bie Sftad&ttgatt im Offen (£uropa§ in ©änemarf unb ©lanbinaoien , roo er bis 
§um 59° nörbftdfyer breite brütenb getroffen wirb, fommt aber and), obfebon feltener at§ bie ^adjtigafl, in 
2>eutfd)lanb oor unb befugt im Sinter Sßeftaften unb Sftorboftafrifa. 

Nachtigall unb ©proffer finb ®efd)tt)ifter: bieS gilt ebenfo für i^ren Slufentfyalt hrie 
für u)r betragen , für il;re ©ttten unb ©etoo$tt§eiten ioie für t^rert ®efang. £)ie Nacfyti* 
gall, ein fpät erfd)einenber unb uns balb oerlaffenber 3 u S^^S e ^ trifft in Norbtoeftafrifa unb 
©übeuropa anfangs Ipril, Bei un3 ju Sanbe früfyeftenS um bie !$fttte, in ber Pflege! erft gegen 
(Snbe be3 genannten SJttonatS ein, Bejte^t ü)re alt hergebrachten Soljmpl%, fofort nad) 
ifyrer 5lnlunft burefy ityren ^erli^en ©cfylag fid? oerfünbenb, f freitet Mb pm Neftbau unb 
23rutgefd?äft, erp^t ü)re 3ungen unb Begibt ft$ oon fflittt 2luguft3 an toieberum auf bie 
Sanberfcfyaft, mit Ablauf ber erften §älfte be3 (September, fpäteftens im Oftober gänjttd) 
aus unferen (uegenben oerfcfytoinbenb. £)er ©proffer finbet fiefy in ber ^egel nocB eta>aö 
fpätcr ein als bie $ern>anbte , in @übungarn unb @übruf3lanb (inbe 5l^ril§ , in Öfterreicfy, 
S^ä^ren, ^oten unb Sommern erft 5lnfang^ Mai, um fd)on im 5luguft lieber roegptDanbern. 
23eibe 23öge( reifen nur beö ^ac^t^ unb erfc^einen beö(;alB ^Xöfeltc^ an ben altgewohnten 
Orten, Beibe jte^en auc^ immer einzeln, niemals in ©ef ellfcbaften , ^ö^ften^ in gamilien. 
§infi(^tlic^ i^re^ 51ufent^alte^ barf man fie Salbfccgel nennen; benn nur auf bem 3 u S e 
trifft man bann unb wann eine 9?adjtigall ober einen ©proffer in einzelnen gelb^ecfen an f 
meiere i^>nen einen £ag lang §erBerge unb 3 u P u $t getoären muffen, roenn fie aus irgenb 
toeld)em ®runbe ben näcfyften Salb ober roenigften^ baö näcfyfte ®ebüf(^ ni^t me^r er^ 
reiben lönnen. Särenb aber bie ^a^tigall in jeber 2(rt oon Caubtoalb oorfommt, oor^ 
au^gefe^t, bafö be.rfelbe retc^ an tlnter^olj ift unb fließenber ®etoäffer ober minbeftenö flarer 
^een unb ^eic^e nid^t entbehrt, ioärenb fie ^öd^ftenö bei un3 pt Öanbe, nic^t aber 
auefy im @üben (Suro^aö ^ö^erc (Mirge meibet, in ben 5ll|)en beifpielstoeife nur bfe ju 
einer §ö^e fcon ettoa 1200 m - über bem 2ttere gefunben toirb, fetyetttt \i<§ ber ©ftoffet* 
faft au^fd^liegli^ auf bie (Sbene p befdjränfen unb oortoiegenb an ben Ufern fliefjenber 
^etoäffer So^>nung p nehmen, me^I;alb er benn aud^ mit oollftem Wtfytt Sluna^tigall 
genannt toirb. ©eine üHeblingSbäume finb Seibe unb (Me, bereu btd;te ^ebüfe^e er mit 23or* 
liebe auffuc^t, unb gerabe be^alb finbet er in Ungarn ioie in ^ufölanb ober ©ibirien fo oiele 
i^m pfagenbe So^n^lä|e. 3n (Segenben, roel^e einer Sftadjttgatt ober einem ©proffer 
alle ^rforberniffe jum Öeben bieten , finb beibe $ögel regelmäßige , tyier unb ba fogar 
außerorbentlicfy häufige @rfd)einungen , obtool fi^> nicfyt oerfennen läfft, baf« beibe in ber 
Satyl i^rer So^nfclä^e mit einem gegriffen (gigenfinne oerfa^ren. „@o roo^nen", fagt mein 
33ater, „Nachtigallen fe^r ^äufig im ©altale bei Naumburg, aber nicfyt bei 511tenburg, 
obgleich eö bort Öaub^öl^er unb (Härten gibt, ioelc^e ganj für fie geeignet fdjeutett; fte leben 
nicfyt bei 53aireut^, Nürnberg, Erlangen, Bamberg, obgleidt) fie bort £äler, glüffe unb 



10 (Srbfcmger. 

Saubrer l)aBen, aber häufig Bei KoBurg — gegenwärtig aucfy nicfyt mei)r — iC J '.' £)iefe 
iÖeifpiele liegen fid) nod) Bebentenb oermelj>ren. 3n großer 5ln^a^l Beoölfert bie Nachtigall 
geeignete Salbungen ber gefamten Neintanbe, beS (StBgeBietS nnb NorbbeutfcBtanbS; toett t)äu* 
figer aBer tritt fie fteilerttoetfe in Sübeuropa, BeifpietSWeife in Spanien auf, wo fie auf ben mit 
nieberen 33nfc6werf, meift Wirten nnb immergrün, mit ©d)en nnb £orBer u. bergt. Bebectten, 
nnBeBanten ©et)ängen ber @eBirge in einer gerabep erftauntic^en Stenge fid) anfibett, fo bafS 
man oon einem ersten Stanbpunfte aus BucfyftäBticfy p gleicher Seit §unberte Don 3Jlänncfyen 
oernel^men fann. „(Sin grül)lingSmorgen in Katatonien", fo ^aBe icfy mid? früher auSgebrücft, 
„ Welchen ber Naturforfcfyer auf ber 3agb pBracBte, wirb u)m unoergefStid) BteiBen, wie 
ein (Spaziergang inner^atB ber Ringmauern beS geenfcl)toffeS 2ltt)amBra $u biefer &xt jebem 
anbeten £Nenfd)enfinbe , nnb wäre eS baS nüd;temfte auf ®otteS weiter (£rbe, eine btc^= 
terifcfye Stimmung in ber Sete erregen ntufS. (ginige ^robin^en Spaniens finb reiefy BegaBt 
mit biefem tjerticfyften alter Sänger. £)ie gan^e groge , grüne Sierra Verena gleicht einem 
einigen Nad;>tigatlengarten ; um bie geisterraffen, ©aterien, Kegel nnb Sätle beS 9ttont 
Serrat in Katalonien ftingt in wunberBarem Grtntyaft baS oon ^unbert nnb tanfenb Kehlen 
gefungene Sieb ; unb felBft im Innern Spaniens finb alle pfammen^ängenben ®eBüf d)e ooll 
oon bem einem Schlage." @an^ eBenfo mufS eS fiefy in einzelnen ®egenben mit bem 
Sproff er oer^alten ; benn jßber ruffifdj>e 23ogel^änbler ift im ftanbe, auf Verlangen §unberte 
biefer eblen Sänger Binnen fünfter ^eit jn liefern. §ier unb ba , BeifpietSWeife in ^3om= 
mern grenzen fic^> bie 23erBreitungSgeBiete Beiber Wirten. „3n Neuoorpommeen /' Bemerft 
51. oon <pomeper, „fe^lt bie Nachtigall unb wirb burd) ben Sproff er erfc^t, wärenb fie 
fcBon nörbtid) ber $ene fe^r ^äuftg auftritt unb bagegen ber Sproffer Ijjier ntcr)t »orfommt. 
DNir fd;eint, bafS ber ftärlere Sproffer bie fd?wäd)ere Nad;tigatt ba, wo er mit ifyr pfammen* 
trifft, oertreiBt." 

Senige £age nad;bem bie weiBticfyen Nachtigallen angelommen finb, grenzt ftdj baS 
pfammengefunbene ^ärcBen nad) längerem Kampf nnb Streit mit ben anberen umwo^nenben 
3Jcännct)en fein NiftgeBiet aB. iöecfyftein nimmt, unb wol mit Ned)t, an, bafS eS namentlich 
bie Zungen finb, Welche ben älteren, junädjft i^ren eigenen Gh^eugern, bie SoI)nptä£e ftreitig 
machen; benn man barf eS für erwiefen erachten, baß jebe Nachtigall bat)in prüctfetjrt, wo 
fie geBoren würbe, fann aud), wie icfy nod) ju Berieten fyaBen werbe, aus bem ®runbe 
eine geeignete ®egenb, welche ifyre Beften Sänger oertor, mit i^nen Wieber Beoötfem. £)ie 
neBenBu^lerifd)en Kämpfe ^wifc^en ben früher fefö^aft gewefenen unb neu ^in^nlommenben 
Nachtigallen Wären niemals längere gett, weil iebeS ^ärc^en fic^ mit einem oer^ältni^^ 
mä^ig lleinen pä|d)en Begnügt unb bie 33ögel üBer^aupt nur folc^e Drtlic^Mten auf fudjen, 
welche i^nen in jeber 55e^ung Belagen. „3n tiefliegenben gelb^öljern", fagt Naumann, 
„wo (Sid;en, Ulmen, (gfc^en unb anbere ÖauB^ol^Bäume einzeln fielen, unter biefen aBer 
recr)t oiel bic^teö Unter^ol^, aus §afet, ^artrigel, gaulBaum, Öigufter, Satweioe, Schling* 
Baum, Sc^war^ unb SBeijfrorn unb anberem ©efträuc^ Bcfte^enb, ein büftereS, fd;atttgeS 
©eBüfc^ Bilben, finb fie ungemein gern. Serben fie ^ier nicfyt burc^ Wltn\ü}tn geftört, wirb 
ntcf)t p oiel beS §ol^eS in einem 3a^re aBgetrieBen ober burc^ anbere unBefannte Umftänbe 
t^re 3^1 oerminbert, fo Befugen fie folc^e fe^r ^änfig. Ottein fteineS Söälbc^en gibt ben 
2Meg ^ierp. &$ ^at nur wenige borgen gläc^enin^alt unb wirb ben Sommer üBer 
minbeftenS oon fecfyS, öfters wol auc^ oon je^n Bis ^Wölf ^ßärc^en Bewohnt, bie brei Bis 
oier ^pärc^en, welche teils meine unb anbere (Härten unb bie UmgeBung beS £)orfeS Be= 
wohnen, ungerechnet. Sie wohnen fo na^e Beifammen, bafS metyr als ^wei ^ärd;en anf 
eine gläd^e Don einem borgen §olpng !ommen. /y gür ben Süben Europas gilt annä^ernb 
baSfelBe, fo oerf Rieben bie bortigen Salbungen Don ben unferen ancB fein mögen. £)ie 
ftrauc^arttg gehaltenen, immergrünen @id;>en unb bie ONtrten, ^wifc^en benen einzelne 



^acfytig.aU' mtb ©proffcr. 11 

SorBer* mtb 2Ifyenrofenarten ficfy ertyeBen, unb toelcfye gemeinfcfyaftlid) biefen ober Jenen 
33ergeSlj>ang üBerauS biefyt Befleiben, [fernen ben Nachtigallen alle $nnef)mlid)feiten ju bieten, 
ioärenb fie toieberum bie Baumartige §eibe meiben. £)aBei lommen fte öftere in oerf)ätt= 
niSmäßig troetnen Salbungen oor, toelctye ber ©proffer nic^t Beoölfert, fo bafS man ifynen 
eine größere ©d)miegfamfeit an bie Örtlicfyfeit pfpred^en barf als bem letztgenannten, 
toelcfyer feinen ^ufetttf alt am lieBften an glufS* unb ©eeufem jvt>t[d;cn ben ü£pigften, ftetten* 
toeife uuburd)bringlid)en (^eBüfc^ett nimmt. Geräubert ftety eine Örtltcfyfett burefy 2IBtreiBen 
oon Salb unb Vernichtung beS Unterholzes, fo toanbern bie Nachtigallen aus, fud)en pnäcfyft 
tool älmlicfye ®eBiete auf, fönnen aBer aud) gän^lid) aus einer ®egenb oerfd;ftnnben, 
ba fte feineSmegS regelmäßig aus freien Etüden ju ben früher oon i^nen Beoölferten 
©teilen prüdfetjren. §rieroon fönnen aud) pfättige Umftänbe, BeifpielSioeife Vermehrung 
oon ^auBtieren, pr Urfacfye werben. „3n £üringen," Bemerlt 8ieBe, „IjaBe id) bie @r= 
fa^rung gemalt , bafs bie 5lnftbelung oon Nachtigallen auf Bisher oon iJjmen auf bem 3uge 
Befugten unb fonft ^>affenb fd)einenben Drtlid)feiten unter anberem burefy ÜBer^anbne^men 
oon $a^en unb Siefcln oerfjmibert toirb. 3n einem' ®efyöl£ beS (HftertaleS , meines fonft 
alle S3ebingungen für bie Nachtigallen Bietet, tourben in einem DNonate gegen breiig Siefel 
erlegt. 2luS ber ®egenb oon 3ena lj>aBen Stefel unb ®a^en bie Nachtigallen oertrieBen. 
5ln anberen Orten Hubert fie ber p freie 3tttrttt ber 3 u 8faft äinttcri ^tx raupen nörblicfyen 
unb norböftlicfyen Sinbe, an einer BeaBftcfytigten 2lnftbelung. liefere £äler, toelcfye naefy 
Norben ober Norboften geöffnet ftnb, fcfyeinen oon i^nen gemieben p toerben, toärenb fte 
fe^r flache £aleinf enfungen , auefy toenn fie weniger günftig liegen, unter tlmftänben gern 
Betootynen. 2IIS ^3etf^teX für leitete 2IngaBe fü^re id> ben fogenannten SeBid)t Bei Seimar 
an, in toeldj>em $arl Sluguft einft Nachtigallen ausfegen ließ, bereu Nacfy|ommen nod) 
^eute jenes ®elj)ölz BeleBen." 2Iud> neuerbingS ift, namentlich in ©egefetb Bei ©fcanbau 
unb in ©tanSborf Bei (Srfner, fünftlicfye 23eoölferung paffenber ® arten unb ^e^ölje mit 
Nachtigallen erfolgreich ausgeführt toorben unb tfüax in ber einfachen Seife, inbem man 
toärenb beS grüfyjal^rSpgeS fo oiele Nachtigallen fing unb faufte , als man erlangen !onnte, 
fte oor^üglicfy pflegte unb im 3uni, nacfybem ü)r SanbertrieB ftcfy gelegt, t^re ^ßarungSluft 
bagegen ^od? gefteigert fyatte, in gefegten (Siegen frei ließ, ^anc^e mögen ftd) entfernt 
unb oerloren l)aBen; oiele aBer BlieBen, nifteteu unb erlogen 3unge, toelcfye im nädjfteu 
grüpnge pr §eimat toieberle^rten unb biefe mit i^ren Nad;lommen me^r unb mefyr Be^ 
oötferten unb BeleBten. 

^nner^alB beS glüdlic^ erioorBenen ©eBieteS toa^lt fic^> jebeS ^3ärd}en einen ÖieBlingS* 
ftraud;, unter beffen ©cBu^e eS fein Neft anzulegen gebeult, unb baS München trägt 
oomemlic^ oon biefem aus feine ^erlic^eu lieber oor. 3n gefc^ü^teu ^arlanlagen ftnbet man 
oiele 3a^re nac^ einanber Nachtigallen auf einer unb berfelBen ©teile unb toärenb beS 
größten Seiles oom Sage in einem unb bemfelBen ®eBüfc^e ober iÖufd)e; benn auf ^o^>en 
Räumen ft^t man fte, als rechte Abfänger , faft nie, ^öcBfteuS auf folgen mittlerer ®röße, 
feiten me^r als fünf 2Mer üBer bem 53oben. 3n einer bieten §ede ober einem frifd) 
aufgetouc^erten ^üfc^c^en, fe^r gern ^toifc^en ben ©c^öfSlingen runb um ben (Stamm eines 
gefällten Raumes, auf bem SBoben felBft ober niebrig üBer bemfelBen, in leBenbigen 
"peden, in bi^tem ^)orugeftrü^, einem ^eiftcB^aufen unb an ä^nlicfyen Orten fte^t baS 
unlünftlcrifc^e, auf bürrem ©d;enlauBe gegrünbete, mit trodenen §almen unb ©tengeln gerunbete, 
mit garten ©raS^älmc^en, Rispen, Sürjelc^en, auSna^mStoeife au§ ^ferbe^aren unb ettoaS 
^ftansentoolle auSgefteibete, tiefna^ftge Neft, in toelctyeS baS SeiBd?en im 3ttat feine fünf 
Bis fec^S geftredten ober lur^en ober regelmäßig geftalteten, prtfd^aligen, glän^enben, BlafS^ 
ober graugrünen ober rotBraunen, ungefledten, mit matten, ^llofen @tric^el$en oon 
Braunroter garBe gezeichneten, am biden (M>e bunller Brauurot geioölften ©er legt 



j 2 (Stbfättger. 

äftandjmal ift biß 5ftad?tigatf fetyr ungtüdtid) in ber Sat)t ityreS ^iftpta^eS. (So fctab $efy 
einmal in einem &aubtoatbe bei spalte ein 5Reft in einem abgebrochenen bürren 3^8*, 
toelcfyen man mitten in einen gußtteg geftettt fyatte, nm andeuten, bafs ber betreffenbe Seg 
»erboten fei. Selbftoerftänblid) entbehrte biefeS üfteft in bem faxten 3^^ nicfyt aHein jebeS 
Sdm^eS, fonbern fiel aucfy nngeübten ©tiefen fcfyon »on toeitem gerabejn auf. 2ltS eigen* 
tümticfy tyebt SRefy nod) ^eroor, bafs ber Unterbau beS Heftes aucfy in ^Salbungen, in benen 
bie ©cfye fefytt, untoanbelbar aus (£idj>enlaub befielt, ©eibe ®efcfyted^er beteiligen fidj am 
brüten unb jettigen innerhalb »ier^n £agen bie Zungen, toetcfye nad) ettoa ebenfo fciel 
ferneren £agen, fobalb fie nemlicfy oon 3*^3 P 3*^3 flattern fönnen, baS fie toenig 
fdn^enbe s J?eft »ertaffen, unb toärenb ber erften Soeben nad) bem ausfliegen faft nur auf 
bem ©oben umherlaufen, noefy einige 3 e ü öon cett Litern geführt unb geleitet toerben 
unb bann ityre eigenen 2Öege ge^en. £>ie gortpf!an$ungSgefcfyicfyte beS (SprofferS, toeld)er, hrie 
bemerft, auefy in Sommern lebt, auSnatymStoeife fetbft an ber (£lbe als ©rutooget beobachtet 
ttrirb, ähnelt in alten toefentticfyen Etüden ber unferer 9?acfytigatt. £)ie fünf ober fecfyS 
©er gleiten benen ber Nachtigallen fo, bafS man burcfygetyenbe UntcrfcfyeibungSmerfmate 
nicfyt aufstellen oermag ; benn falls man eine größere Sln^l oon beiben jur 33ergletcbung 
oor ftd) l)at, fifyt man, bafS fie oollftänbig in einanber übergeben. 

$erfcfyiebeneS (Srbgetoürm, ^erbtierlaroen unb Kerbtiere, t»etd)e auf bem ©oben gtoifd;en 
unb unter abgefallenem £aube, in ber §ol$ert)e unb im Oftofe alter oerfaulter StMe leben, 
bilben bie Nahrung ber Nad^tigalt unb beS (SprofferS: inSbefonbere 2lmeifen unb beren 
^u^en, fleine SRegennmrmer , »erfcfyiebene Dftwpcfyen, fliegen, Motten :c. Sie lefen faft 
nur oom ©oben auf unb »erfolgen bie oorüberfliegenben Kerbtiere toeber fpringenb noefy 
ftiegenb. Sobatb bie ^eife ber ©eren eintritt, genießen fie »on lederen, namentlich »on 
benen beS £raubenI)otlunberS , beS 3o^anniSbufcfyeS , beS gautberbaumeS unb anberer; 
bod) bleiben auefy jefet nodj tierifcfye (Stoffe ityre Hauptnahrung. 53etbe Wirten, Nachtigall unb 
(Sproffer, freffen »erfyättniSmäßig »iet, obttot fie nur fur^e $txt auf baS Sluffuc^en ityrer 
Nahrung »ertoenben. 

„3m betragen ber Nachtigall", fagt Naumann, teittoeife bie Scbitberung ©ecfyfteinS 
toiebergebenb, „jeigt fidj ein bebädfytigeS, ernfteS SBefen; ifyre ©etoegungen gefcfyetyen mit 
Überlegung unb Sürbe , ifyre (Stellungen »erraten eine 5lrt ©tolj , unb fie fte^t burcl) biefe 
(Sigenfc^aften nebft i^rem natyen 35ern)anbten , bem ©|3roffer, getoiffermaßen über alle ein* 
^eimifc^en ©änger ergaben. 3^re ©ebärben fc^einen auc^ ausbeuten, als toiffe fie, bafs 
ityr biefer ^ßorpg allgemein perlannt toirb. @ie ift ba^er fe^r ptraulicfy gegen bie 
^enfe^en, too^nt in beren ^cu)e, jeic^net ficf> burefy ein ftitleS, ruhiges unb gegen anbere 
255gel frieblic^eS iöene^men auS; auc^ \tyt man fie nur fetten mit 3§re3gleicfyen janfen. 
3m ®e$tt)eige ber ^ßäume fifet fie meiftenS füll ober ^fipfi bodj nur menig unb fetten burd) 
fie ^in; n>enn eS aber einmal gefd)it)t, in großen (Sprüngen unb auf ftarlen, toage^ 
redeten äften gern ber Sänge nadj. 3mmer fi^t fie enttoeber auf ben nieberen äften ber 
Nehmte ober in ben 3 toe ^S en ^ ©ebüfc^eS na^e über ber (£rbe , um f ogleic^ bei ber §anb 
ju fein, toenn fid> auf biefer ett»aS für fie (genießbares jetgt, toorauf ityre ftete ^lufmer!fam!eit 
gerietet ift. Sie trägt bie glüget nac^täffig, fo bafS i^re Spieen immer unter bie 
(Sc^tDanjtourjet herabhängen, fc^neltt ben ettt)aS ausgebreiteten Scfytoanä bei jeber 33er= 
antaffung , meiere i^re ^ufmerffamleit rei^t , toenn fie einen tylty oeränbern toitt ober einen 
neuen eingenommen $at, ^oc^> aufwärts, trägt i^n auc^ in ber D^u^e faft immer tt>agered)t, 
totypt bamit aber nur in einzelnen (Schlägen unb fyält große Raufen jtoifc^en btefen. ®el;t 
fie auf bie (£rbe ^erab, fo fi^t fie fefyr ^oc^beinig aus, t»eil fie bie gerfengetenfe nur ioenig 
biegt, bie ©ruft aufrecht unb ben $opf ergaben trägt. Sie ppft bann mit über bte 
ipagrec^te Sinie erhoben getragenem «Sc^toanje in großen Sprüngen ftotj ba^in, mac^t aber 



9hd)tigatt uttb Koffer. 13 

nacfy einigen, l)öd?ftenS jc^n bis pötf fdmellen unb großen (Sprüngen immer eine ^auje, als 
wenn fie \t%t erft überlege , was ferner p tnn fei , f dmellt ben Scfywans in bie §ö^e nnb 
ijmpft nnn fetter. 2luf biden, langen wagerecfyten tften beugt fie bap bie 33ruft ftar! 
abwärts unb fyat in biefer Stellung unb ben bamit oerbunbenen Bewegungen ein gan§ fremb* 
artiges 2luSfet;en. 3tyr ging ift fdmell, leicht, o^ne fteigenbe unb fallenbe Bogen, in flehten 
Räumen flattemb unb wanfenb; fie fliegt aber nur fur§e Streden oon Bufcfy p Bufd? 
unb am £age nie über n>ette , freie glasen. 3fyre Öodftimme ift ein ^etleS, gebelmteS 
„Sib" ober „Seib", bem meiftenS ein fdmarrenbeS „®arr" angehängt wirb, alfo „Sib* 
garr". Senn fie bieS „Sib" fdmell ^intereinanber aufruft unb baS ,,©arr" nur einzeln 
anfängt, jetgt fie oaburcfy Sorge unb 2lngft an , wärenb fie greube unb 3ufriebenlj>eit burcb 
ein tiefet, fctjuatsenbeS „Xad" auSbrüdt unb im 3^™ unc ärger ein raufyeS, unangenehmes 
„$roaf" ober „Näty" fyören läßt. £)ieS finb bie Xöne, welcbe beibe (hatten gemein tyaben 
unb woburcfy fie ifyr Verlangen, ityre 3^eben^eit, greube, Scfyred, Sorge gegenfeitig p 
erfennen geben." £)er Sproffer unterf Reibet ficfy in feinem betragen wenig ober nicfyt bon 
ber Nachtigall, fyöcbftenS, baß er etwas fcfywerfätliger erfcfyeint. dagegen ift feine £odfttmme 
oon ber feiner Verwanbten oerfd^ieben unb Hingt etyer wie „SHod^arr", ober ^art tote 
„Siebearr", wie überhaupt ber £on feiner «Stimme tiefer als ber ber Nachtigall ift. Nocfy weit 
meljr aber als in ben gewölmlid;>en UntertyaltungStauten unter[cfyeiben ficfy beibe Vögel burd) 
ifyren Schlag. (SS ift feineSWegS leicht, biefe Unterfc^tebe, welcfye bem O^re fofort oerftänbticfy 
werben, burd; Sorte p oerfinnltcfyen. „So oiel icfy oon Nachtigallen unb Sproffern gehört 
fyabe", bemerfttyierp unfer Mitarbeiter ® r äßner, „fcfyeint mir feftpftelj>en, bafSbie Nachtigallen, 
aucfy bie größten ®efangeSfünftterinnen unter iljmen, nur feftgegtieberte ©trogen, aber in 
oerfcfyicbener Reihenfolge unb in oerfcfyiebenem 3 e üwaße f^lcigen, je nad; Stimmung unb 
£ageS$eit, wärenb ein guter Sproffer bie u)m eigenen Strogen unb £öne berart abänbert, 
bafS oon einer 5lufeinanberfolge beftimmter £öne faum bie Nebe fein fann, Sautet ber 
Schlag ber Nachtigall wie eine beftimmte, nur mit oerfcfyiebenen Sinfd;altungen unb Sßer^ 
tönungen verwebte Seife, fo erfcfyeint ber Sd;lag beS SprofferS wie ein Necitatio, in 
welchem ber £onbicfyter bem Sänger außerorbentlicfye greu)eiten beS Vortrages geftattet ^at, 
unb oon benen biefer fo auSgibigen ®ebraud> macfyt, bafS man bei verriebenen Sieber* 
Rötungen befSelben StüdeS, je nad? Stimmung unb ^efü^l vorgetragen, biefeS oft gar 
nic^t wieber er!ennt, fo wunberbar oeränbert ber auSübenbe tünftler. X)er (Sinbrud ift 
natürlich größer, wenn anftatt ber erwarteten £öne, ^alte unb Strogen ganj anbere, nur 
aus bemfelben ^onfc^a^e gebilbete Vertonungen folgen. £)arum gebe ic^ bem S^roffer 
ben Vorzug oor ber Nachtigall, weil er nicfyt allein Sänger, fonbern auc^ ^onbic^ter ift, 
weil er bie ü)m oon Natur oerliefyenen ^öne felbftänbig je nac^ Stimmung verarbeitet." 
Um ausführlicher p fein, will icfy bie treffliche 2tbfyanblung eines greunbeS meines VaterS, 
wa^rfcfyeinticfy tretfc^marS, früheren Vorfi^enben ber naturforfd;enben ®efettfdj>aft ju (ßuity, 
(^räßnerS ^öemerlungen anreihen; benn wenn ic^ felbft aud) feit mehreren 3a^ren beibe 
Vögel gefangen ^alte, fü^te ic^ midj boc^ außer ftanbe aus eigener (£rfafyrung auc^ nur 
etwas annä^ernb fo gutes p bieten. 

„£)ie Nachtigall l;at oor bem Sproffer bie p^enben unb fc^meljenben Strogen oorauS; 
ber S^roffer hingegen widmet fid; burc^ baS ^lodenartige (bie fogenannten ^o^ten Touren) 
unb bie gülte unb Äraft beS £oneS oor i^r aus unb ftöfjt feine S;öne me^r ab, als er fie 
trägt ober jie^t Särenb bie Nachtigall in jeber Strome ein 'in ben >lönen innig oer* 
ic^moljeneS, glän^enbeS 3lllegro ^ören läfft, erfd?atlt beS S^rofferS maieftätifc^eS anbaute. 
^)eun obfc^on bei bem lauten grüfylütgSfcfylage bie Nachtigall gewö^nlic^ jwifc^en ben einzelnen 
Strogen länger als ber Sproffer ausfegt, ift bod) ber Schlag beS lederen, wenn aud> 
^infic^tlic^ ber Touren pf ammen^ängenber , im ganzen langfamer unb majeftätifcber. 3n 



14 drbfättger. 

5>tnfic^t ber 9ftand)fattigleit ber Touren fyat zwar bie 3tte$r$a§l ber ^adjHgatlen oor ber 
s Jftef>rzat>l ber Sproffer ben Vorzug; bocfy Wetteifern auci) t;ierin bie §oa)tünftler beiber Wirten. 

„£)er «Schlag ber Sproffer ift weit oerfdn'ebener als ber ber Nachtigallen. £)er Sproffer 
jebeö ÖanbeS, jeber ^ßrooinz, Ja oft jeber 2lue tyat feine befonberen £öne unb ©trogen, unb 
es gibt wol nnter leiner SSogelart, namentlich in Nebentouren fo oon einanber oerfd^iebene 
9#obutationen, fo bafS gebaute greifyeit in ber 2Mobte glcicfyfam ein $orred?t biefer Könige 
ber Singoöget p fein fcfyeint. Setbft unter ben Sproffem einer unb berfelben 2lue walten 
nidbt feiten $erfcfyiebenlj>eiten int ®efange ob, unb eS gleicht ber ®efcmg einer Sammlung 
Sproffer oerfc^iebener Sluen unb £änber einer Nellen* ober ^ofenftur, wo z^ar altes Gelten 
ober 9?ofen finb, biefe aber bennocfy in ü)ren garben unb ÜJttifdmngen ganz oerf Rieben unb 
mancbfattig fid) barftetlen. £)al)er finbet man aucfy in §inficfyt ber Sproffer eben foId>e 
Sieb^aber wie für bellen unb SRofen, 2Iuriletn u. bgt, unb mancher oon iljmen oerwenbet 
auf SSögel oon befonberS frönen unb feltenen SJMobien oiet (Mb. 0Jland)e Sproffer 
mifcfyen me^r ober weniger Na$tigatlentouren mit ein unb werben §alb= ober £)oppelfcfytäger, 
3wei* ober £)o£pelfd?a{ier genannt, finb jebocfy für ben Kenner o^ne fonbertic^en 2Bert. 
Sie lommen aus folgen ®egenben, wo Nachtigallen unb Storoffer beifammen woljmen unb 
bie jungen Sproffcr Touren ber benachbarten Nachtigallen annehmen, toie überhaupt fetbft 
alte Sproffer weit öfter ©trogen oon einer im 3immer wtt ^ängenben Nachtigall an* 
nehmen, als bieS eine Nachtigall mit Sproffertouren tut. Nacfy altem fragt eS ftcfy bei 
einem Storoffer nicfyt fowot barum, ob er ftarl, fonbern wie er f erlägt, weshalb mancher 
für ben Kenner großen, ber anbere gar leinen 2Öert t)at. hierbei lommt atlerbingS fciet 
auf ben befonberen ®efcfymact unb beS müfilaltfc^e ©efüt)t jebeS einzelnen £ieblj)aberS an. 
(£S gibt £)ur* unb !$Mfättger. £)er Schlag ber teueren betoegt fiefy in OttotltÖnen unb 
ift f cfywermütig , l)öd?ft anmutig unb feiten. 3n ben §auptftro^en unterfd;eibet ftcfy na* 
mentlicfy ber ungarifcfye ober Wiener unb ber tootnifcfye Süroffer, fo bafS ber Kenner in ber 
Neget gleich bei ben erften ©trogen rt>etjs f ob er einen potnifcfyen ober ungarifd^en f)ört. 
Setter er ober ber Wiener Sproffer $at, wenn er ecfyt unb gut ift, bei toeitem ben Vorzug; 
boct) finben fiefy auSnal^mS weife auefy in ^ßoten Sproffer, Welche ben fc^önften ungarifd;en 
^c^lag vortragen. £)ie fc^önften Sproffertouren finb bie 2:arraltour, ber £)aotbanruf, 
befonberS toenn ftc^ baran fofort bie tiefe ©urltour, ein langer tremutantäljmlicfyer $Ba\$* 
moltton, anfc^lie^t, bie fogeuannte (^urltour, bie Saffer^, bie «Silber*, bie ©irrtour, bie 
^3^ili^^, £oui3= unb bie ^irol* ober ©taltour. 3n ber 9?egel finb biefe fd)önften Touren 
ben ungarifc^en, f eltner, aber bod) jum ^eil auefy ben ^olnifcf)cn ©^roffern eigen. 2lu$ 
ber fogeuannte „Sc^ibocf", tocl^en bie Sproffer aus ber ©egenb oott ^3rünn ^ören laffen, 
Hingt fe^r angenehm, anbere, minber ausgezeichnete, aber boefy fe^r fc^öne Touren finb 
„3alob, ©ottlieb, ^a^ft unb SSogelbieb "'. -öeber gute Sproffer mufS mit bem ©aoib* ober 
einem anbem frönen 5lnruf feinen ®efang anheben, unb wirb auf ausgezeichneten unb 
manc^faltigen ^luruf mit 9?ecfyt oor^ügli$ gefe^en. ©ie meifteu ©proffer fc^lagen erft im 
feiten 3al>re nad; il;rem gange oolllommen toie im greien unb laffen erft bann if>re ®üte 
richtig beurteilen; nur junge 335gel f plagen fcfyon im erften 3a^re fleißig unb ooKlommen. 

„T)er |)olnifc^e @|)roffer oerbinbet bie einzelnen ©trogen feines £iebeS me^r mit einanber, 
fotoie fein (Schlag weit toogenber unb fcfytoebenber als ber beS ungarifd;en Hingt, befonberS 
bezeidmetüjm fein unangenehmes „ßerrrrrrrrrr tez" ober baS fogeuannte „3ätfcb/ ; toeld;eS man^e 
fe^r oft bringen unb oielen Strogen anfc^lie^en, ebenfo ein faft frofcfyartigeS „Quoa!, 
Quoarl," welches natürlid; ebenfalls ntc^t fc^ön Hingt, beSgteicfyen ber einem gewiffen Sachen 
(u)ntid>e (Sc^lufS einer Strome, dagegen tyat namentlid; ber ungarifd^e ©^roffer anftatt 
jenes ,,3 a W' einen tounberbar fd;ön llingenben langen ^on, gleid;fam als fd)lüge man an= 
^altenb an eine Stange Stal an, bie oben gebaute Staltour. Überhaupt Hingt fein 



9?cttt)ttgatf unb ©proffer. |5 

(Schlag anmutiger, feuriger uub glän^enber, ber beS polmfcfyen fcfywermütiger. Ottancfye 
£our fjaben beibe miteinanber gemein , ein ©tüd meljjr ober weniger als baS anbere. 
Särenb ein echter ungarifcfyer ©Treffer ftdj> burd) einen oerfcfyiebenartigen Daoibanruf, 
einen in ben mittleren, ben anberen in ben $o§en SNotttönen, femtjetdjnet, oon benen fcor* 
äügticfy ber erftere gauberifc^ fdj>ön Hingt, ruft ein oorpgticfyer polnifcfyer ©proffer oft aus 
langen tiefen, metancfyottfd)en Sttotttönen ein oon „Daoib" wieber ganj oerfcfyieben ftingenbeS 
„ Da^i, ba^i" ober aud) „Diberatyi" ioa^r^aft baccfyantif cfy in bie §öt)e hinauf, fo baf s man 
nicfyt weig, ob man jener ober biefer £our ben Vorzug geben fott. ©ewöijmticfy fyitt man 
beim polmfctyen fogteicfy im Anfang ber ©ing$eit bie ©trogen ^war febwad;, aber bod? 
beuttid? unb taltmäfig; mehrere ungartfd^e ©proffer bagegen ftubiren oft oier bis fecfys 
Socken lang, e^e fie auf ben richtigen ©cfytag fommen, unb fingen im anfange fo gefd)winb 
unb burcfyeinanber , baf S fie faft nur ber Kenner für ^roff er erlennen fann. @S finb ge* 
Wöljmttcfy junge Vögel, meiere feiten gut werben. üNancfye Ungarn traben einen zweifachen 
©cfytag, ben gewöhnlichen, abgebrochenen, langfamen, unb einen ^ufammen^ängenben, gefd^win* 
beren ©dj>tag, welche beibe fe^r oon einanber oerfc^ieben finb. Sedieren ®efang laffen fie 
gewöl^ntid) in ben fpäteren Vormittags* unb Nad^mittagSftunben l)ören. dxm gute Nachtigall 
t>at wot zwanzig bis fünfunb^toan^ig oerf^iebene ©trogen in i^rer Gelobte r oon benen 
feine einzige einen, unangenehmen £on fyat 'Die fünften Touren finb bie äöerltour, bie 
©toefentour (boi, boi, boi, boi, boi, boi), ferner eine £our ätjmtid? bem, als wenn in 
©tat gefägt wirb, unb eine breifaefy, jauberifc^ fcfyön oerfc^tungene, beSgteicfyen eine creScenbo, 
tangtiefenbe unb eine fcfymettembe ©tro^e. 3e öfter eine Nachtigall hinter einanber tieft 
unb je fc^mel^enber fie in i^ren £önen jie^t, \t länger fie fotcfye ausmalt, je lieblicher ü;r 
£on, je mandj)f altiger bie Verbtnbung u)r er ©trogen ift, unb je öfter fie obige oorpgticfye 
£our bringt, befto fcfyöner ift fie. Diejenigen hingegen, welche iljjre ©trogen furj ab* 
brechen, ober audj> manche £öne zu lange anhalten, namentlich bie erfteren, gehören unter 
bie fc^led^ten. Die polnifcfyen unb ungarifcfyer Nachtigallen t)aben pm ^etl einige fd^öne 
Nebenftro^en, finb jebocfy oon ber fyieftgen nicfyt fo oerfcfyieben im ©cfytage wie ber potnifct)e 
unb ungarifd>e ©proffer unter fiel). Von Naumann'S SSe^auptung, bafS bie Nachtigall in 
Sörti^ am oorpglicfyften fange, f)at ftd) Verfaffer biefeS an Drt unb ©teile nicfyt über* 
^eugen fönnen." 

NeuerbingS gelangen oiele ruffifcfye ©^roffer auf unferen äftarft, {ebenfalls weit metyr 
als potnifcfye unb oietteic^t ebenfo oiete als ungarifcfye. 3d? ^abe mehrere oon itmen gehalten 
unb beobachtet, jic^e eS aber oor, unfern Mitarbeiter ©ot^, einen ausgezeichneten Kenner 
ber ©proffer, Nad^tigatten unb i^reS ©efangeS, anftatt meiner reben ju laffen. „Die 
ruffifc^en ©^roffer ^aben in Berlin ben tiebenSwürbigen Namen „Ouatfc^lo)3f ; ermatten, — 
unb bieS teiber oon unferen alten, erfahrenen Öieb^abern, für welche ^re-tfc^mar'S ©cfyit* 
berungen lein M^t^oS finb. 

„ ©ie ^aben Weber baS geuer unb bie ©timmgewatt beS Rolladen , noc^ bie anmutigen 
glocf enreinen ^laufetn beS eckten Ungarn. Unb oor altem, fagen unfere mäfetnbeu ©|)roffer* 
ric^ter, fingen fie fonber Zatt, ntc^t s^adt. D^ne nemtic^ „rot" p f plagen, wie gintu 
fc^atler unb Do^etröber, jeigt i^r Vortrag fo wenig (Säfuren, bafS oft gwölf ^öne unb 
me^r einanber folgen, betör eine ^aufe eintritt. Nur ift ber 3n^alt biefer längeren 
®efangSabfcfynitte nic^)t etwa f^webenb unb $ie^enb, tuttenb unb fd^mel^enb wie bei ber 
Nachtigall: nein, ber ©profferfcfytag iffS, ben Wir ^ören, aber oerfil^t, in einanber ge^ 
fcfytnngen, ot;ne Sürbe unb eigentlich melobifcfye ©trogen. 

„ä^ntic^ fingen aud; bie miSacfyteten norbifd)en ©|)roffer, bie meiften Sarte* Vögel, 
bie Sommern, ©d^weben unb Dänen. Unb ba nun unfere Muffen nid)t bloß aus Siftanb 
fommen unb mit ben Petersburger Vögeln bie SNoSfauer im ©efange wefenttieb überein* 



| ß (grbf&tger. 

ftimmen, enbüd? Don §ol^ im f üblichen SftufSlanb unb Don 9?abbe in Standlauf afictt 
feine ®efang$fönige gefunben mürben, — fotcfye fallen am oberen Setcfyfetlaufe unb in 
Ungarn fofort bem £)§re felbft unfunbiger Sauberer auf , — fonbern nnr 23cget , toetcbe 
eben nicfyt roie Nachtigallen fangen unb ftcfy burcfy i^re überaus fur^e, erfte, fcfymate unb 
fpi^e @cfytoungfeber als Nproffer befunbeten, fo bleibt e3 bis auf roeitereS (Stfauben^ 
artifel ber meiften Öiebtyaber, baf3 nur ^ßolen unb Ungarn bie §eimat guter länger feien. 

„Sie aber erftärt fiep, bafS mand;e Söef%r folget ruffifc^en Nproffer anbrer 
Meinung finb, Ja lva)n behaupten, fie überträfen bie übrigen? 

„SDftt ber boppelfinnigen Lebensart, bafS über ®efd)mäde nicfyt p ftreiten unb 9fotf$* 
lanb bei uns in bie $ßobe gelommen fei, ift'3 nid;t getan. £)ie (Regner gälten unter fieb 
gebilbete ^ufüer, in Berlin ^toei große SDpewfänger. 

„Nun, toir meinen, fie fennen Sttofen unb bie ^ro^eten ntebt. 

„Ser nemlid) niemals einen ungarifc^en SBotyadDoget ober einen SBajSpolladen ^örte, mag 
immer feinen Muffen für ben beften ©Treffer galten. £>enn freiließ finben fid) unter ben 
fielen §unbert Etüden, toelcfye ber $ogelfyänbter 33rune feit fünf Sauren au3 Petersburg 
unb nad; ilj>m ber ®roj$änbler @taber aus SJttoSfau einführt unb burd; ganj £)eutfcfytanb 
vertrieben ^aben, tool ab unb p beffere (Schläger, als e$ leiber bie Dielen, meift ein* 
jäfyrigen (Stümper finb, toelcfye toir aus (Stegenben ber unteren Seicfyfel über £t)ow unb 
23romberg, aus (Milien über Öemberg, $rafau unb Breslau, ober auefy aus üöiä^rert 
über 33rünn unb ^rag bep^en. 23rune unb @taber lönnen aus ber gülle unberührter 
Nibelungen fd?öpfen, toärenb felbft Siener £änbler längs Dielbefalj)rener §erftraße aus 
entDötferten Stämmen fammeln laffen muffen. 3 u kem kommen auefy nad? Sien roenig 
23ögel aus bem tiefen Ungarn, unb Dor ben (Miprn genießen bie im Siener Umlreife, 
bei Ntoderau unb oberhalb längs ber £>onau erbeuteten luoögel, fcfyon ben Vorrang* 

„ 33on ben Ifretfcfymarfcben Touren befi^t unfere Sttarfttoare mcfyt eine , unb Nproffer, 
roetdje überhaupt mel;r als vier d;arafteriftifcfye ^laufen befi^en, gelten je^t fc^on als 
Dorpglicfy. $frm ift glüdlicfy, einen $ogel p ^aben, ber brei* ober Diermal „£)att>itt" 
ruft, ein SRuf, toelcfyer beiläufig bem langfamen „£)aDtb" in ^od; unb tief nict>t p Der- 
gleichen ift; man nimmt bie frappante Strophe „tart fiel, ®arl lief" für bie ungleich 
melobifc^ere beS „Sßogelbieb" unb befc^eibet fid) gern, bafS ein SBogel jtoar nicfyt baS fonore 
„Trabant", bafür aber „Ntargarb" ober gar „(Eigarw, £igarrn" in feiner ©timmlabe 
fixere. Senn er bann noefy geltenb „^ilfit" ruft, ftatt „^itipp", unb ^inter bem „®lod" 
ober „Satt' y nic^t gar ju oft fc^navrt unb feine Nc^narre — ba^ leibige ,,£errrrrr" am 
Nc^luffe metallifd; flingt, fo ift man red;t pfrieben. 3a, toenn bie ^äl;rifc^en Nproffer 
neben >em „ ^atoitt " noefy mc^rmaB „@cl)iebod, ©c^iebod" rufen unb bie nieblicfye ^laufel 
„lieber ®ott" in abtoed;felnber §ö^e bringen, ober roenn bie (^alipr in I;o^len ^e^llauten 
gluden ober „!lingeln y; , fo gelten fie für Sunbertiere, unb ber 23efi£er eines folgen Vlnfr 
bunbeS Don ^annc^faltigleit roirb Diel beneibet. 

„®ibt eö benn aber noefy ©proffer, toie fie $retfcfymar, ®raf ®ourc^ unb feine 
3eitgcnoffen gelten? 1 ' 

„D ja, noc^ werben, n)ie oor fünfzig 3a^ren am Ufer unb auf ben unfein ber £)onau 
unb Tlaxä), an ber £at;a, in ben Umgebungen £eln3 unb auf ^a^lreid^en unbenanuten 
hängen Nproffer gefangen, toelc^e enttoeber p ben munberbar anmutigen $iotlfängew 
p^len, ober bei benen felbft bie fdnnetternben ©tropfen Doller Solflang finb, unb bereu 
iau^enbe @tropf;en mit folgern Ungeftüm ^inauögefc^leubert toerben, bafS Dor i^nen felbft 
unfere ©ingbroffel, in u)ren lauteften ^affagen, prüdtreten mufä. 

„Unter ben @ed;StalerDögeln freilid?, toeldj>e nac^ Berlin, Bresben unb £eipjig p 
fommen pflegen, befinbet fid? Don biefer Norte feiner. £)te ganger fennen fe^r tool ben 



9facf)ttgaa unb ©proff«. 



17 



Derfdn'benen £ßert ifyteS SitbeS, fennen ebenfotool bie gcfc^äfeten tlaufen als ben Stanb* 
ort guter Vögel, jctdjnett fofcfye fofort unb bringen fie meiftenS Liebhabern , ttjcld^c ü)re 
23egeifterung fd^on int lanbeSübticfyen SJttünjfuße abgeprägt tyaben, bie atfo ifyrerfcitS btc 
(Silbertour fingen unb beifpielStoeife §errn Sörft in ^rag aU Seggelb ^unbert (Bulben 
jagten fönnen unb toollen. £)enn naefy ben abenteuerlichen ^Betreibungen biefer Leute 
muffte e3 leiebter fein, au3 ben Rorbamerifanifd/en gelfengebirgen einen (Grislybären $u 
fyoten, als einen Votyadoogel Don gegriffen ungarifcfyen &ämpen." 

Leiber tft btefe Sdn'tberung nur ju toa^r. £>ie guten Vögel toerben oon 3a^r ju 3a§r 
feltener unb teurer. £)od) „tter ba3 ®lüd fyat, fütyrt bie iöraut §crot" gilt ^untat aud) 
für ben @rtt>erb eines SprofferS. Selbft unter ben Muffen gibt e3 Vögel, toelcfye beliebigen, 
toenn nicfyt Liebhaber Don beut Range eines doli, fo boefy anbere, ntinber anfprud^Dotle 
3Jtafcfyenfinber. „3ttetn erfter ruffifcfyer Sproffer, ben id; burd; 3fyre Vermittlung erhielt'', 
fd)reibt ®räßner, „fcfytug in nicfyt erregter (Stimmung fyöd;ftenS ad)t bis yfyn Derfcfyibene 
©trogen in einer gegriffen Reihenfolge; fobatb er aber erregt nmrbe, einen fremben Vogel, 
namentlich eine 92ad)tigalt ober Spottbroffet fyörte, geftaltete er aus biefen feften £önen fo 
Derfcfyibene Vorträge, bafS er Don meiner Umgebung oft für eine Spottbroffet gehalten 
tourbe. £)rei Sirt^äufer in meiner unmittelbaren $ftadj>fcarfd)aft tourben toärenb beS 
grül)jal)reS ftar! befugt , nur um biefen Vogel $u fyören ; id) felbft erhielt Dielen 3u|prud), 
and) aus ben nieberen Votfeflaff eu , toeld^er bem Sunberoogel galt ^Mannte Vogelfenner 
aus bringen tiefen ftcfy tauften unb erflärten ben ©jrcoffer für eine Spottbroffel. tiefer 
Vogel lieg miefy alte Vorzüge ber ^oc^gerü^mten Ungarn unb ^Polen Dergeffen; er Befaß 
feine eigenen in unerjcfyöpf liefern Mofa" 

Obgleich 3ebermann anerfennt, baf$ eS unmöglich tft, ben ®efang eines fo hochbegabten 
Vogels, toie ^ad)tigatt unb Sproffer eS finb, mit Sorten ttriber^ugeben, §at man bod; 
oerfucfyt, beiber Sd;läge in Silben auSjubrüden. 9^ac^ Verheerungen ber auSgejeidmetften 
tenner, bereu Urteil id) in biefen unb anberen gälten als maßgebenb betrachte, barf man 
berartigen luf^eic^nungen feineStoegS ben Sert abjprecfyen. £)enn nod? heutigen £ageS be* 
ftetlen fiel) bie Kenner bei ipänblern Vögel, n>etd)e biefe ober jene £our befonberS rein 
Dortragen, ja man bean|prud)t fogar, bafS bieS in einer beftimmten Reihenfolge gefcfyetje. 
£)aS D§r beS Ungeübten l?ört fcfytterticb fotd)e geinfyeiten beS Scl>tageS IjerauS; ber 
tenner aber urteilt otjme 33eftnnen über ben Sert eineg Vogels, toelc^en er einmal fcfylagcn 
^örte, unb ftettt ifyn barnac^ in eine befummle Rangftufe. 59ei ber angerorbenttic^ großen 
5lnja^t Don Vögeln, toetc^e icfy ju pflegen ^abe, bin tefy nic^t im ftanbe, ben einzelnen, unb 
wären fie auc^ ^acfyttgatl unb Storoffer, eine fo große Sfafmerf femtfett p iDibmen , um fetb= 
ftänbig ein Urteil abgeben ju !önnen, befc^eibe mic^ ba^er unb toiber^>ole bie Angaben ber 
§ofyenprtefter ber Liebhaberei. Waty Vater SSecfyftein fott ber Schlag ber Radjtigatl lauten 
toie folgt: 



iwu-tum ttuu ttuu, 
@pe ttu gqua, 

£io tto tio tio tto tto tio tijc; 
Outto qtttto qutio qutto, 

Bquo gquo gquo jquo; 

Zzli t}ü l§ü feü jtü §tü |ft|i fett fei, 

Ouorror ttu gqua pipiqui. 



£03030303030303030505050 3trr^abtug ! 
Sfijtfi tfifififififififi, 

£orre jorre 3orre sorre f)i; 

Sjattt featu featn featu featu featu featu %\, 

SDto blo bto blo blo blo blo blo blo bio 

Ctuto tr trrrrrrr tfe. 

2ü tit Itt lit lt) li) \Xj \\) ti, tl, li, li*) 

Outo btbl lt Wbß 

$>a gttrt gttvr quipio! 



*) 2)tefe 3te^enbeu melcmtf)oltf$eu SÖne »ibcröolt etu SSoget oft stoeiunbbrafng bi§ fttnfeigmat 
jprec^en fie audj ©tt gt) gi au§, uub axtiaz Outt qu^ qui. 

95rct)iti, gefangene Q3öget. II. . 2 



äftaucfye 



1 g (grbfanger. 



CUtt qtti qui qui qt qi qi qi gl gi gl gl;*) 
(Mgottgottgott gia fjababoi. 
Outgi tiorr fya biabiabtUft 1 

&mmmmmmmw qnarr^oi ; 

Cluia quia quia quia quia quta quia quia ti: 



£li qt qt io io io ioioioio qt — 
£ü tt) ti te tä ta tö to bibt to quta. 
£igaigaigaigaigaigaigai giagaigaigai 
Ouior jiogto pi. 



gtiberidj) 
Stromert: 









gibt meiner 3lnfid;t ttcufy bett ©cfylag Bejetctynenber toiber mit folgenben 

^tb! f ib ! fib! te, Irr, fei, fei, — borribo rirtberit 
Sgl fei fei — tototo tt) 
8ftb! a gquo gquo gquo — tirrirrirri 
. 8ü lü tu m — tottottoitt) 
SDafet bafet ba£i — rrrrrrrrr a feurrurrurrurriji 
§übrrrrrr a brr a brr — gorrre gorrre gorrre fei 
Sit tu tu tu tt) ti) tt) tt) ti ti ti ti — orrorrorrtoib 
Qad %aä $aä $aä gad jad %aä %ad gad — girrirrirr girrtjabi 
2)jo bjo bjo bjo bjo bjo bjo bjo bjo bjo — gürrürrürr gü 
£3 terr fe !err fe !err fe lerr fea fea fea — 'arrarrarr f)üib 
L Xief tief tief bief bief bief bief bief — qnio ttrrirrtrrife 
£gri t3ri feri feri — borrorrorrorrfyüib 
Motototototototototototototo — gia bababababoi 
3)oribo rirtberit 
Z$a fea fea — gürrürrürr gtti 

St ti ti ti tt) tt) tt) tu — tüü — tüü — borr borr borr biribabi 
&mmW1tWttmm - orrorrorrfjib 
SSib toib toib ib ib ib ib — börrebörre^i 
SEgratn feratn feratn feratn feratn — gorrorr gärr pipi 
2)ri bri bri bri - t)ottef)oßefyib. 
©ottottoflottottottott — trrrrr a fei 
&a%n bagu bajn — querrefyot bäribi boribi gorrorrorrgi 
2)ibibibibibibibibibibibibibibi — qui Ijorr biabiftifufn 
3ia gia gia — borrorrorrbi 
Sitttitititi — börrabörrabörra gagagaga gnib ! 

£)er ©JJtpffct bagegen läfft jicfy nad) 23ecfyftein Dernetjmen tt>ie folgt: 



gu gu gu! 

^agoi, gü gü gü gü. 



3tcfa gerrrrrrrrr — 

£>oa, goigoigoi gi, 

$ida, gida, gida. 

SDaottt baüitt baöitt! 

Oüatoaioatoatoatoat, 

©octort godörf; 

©eben geben geben geben geei, 

©oi goi goi goi girrrr — 

Wtpp, WKW, Wfypl 



©otfa gotta gotta gott. 

£>ia giagiagiagia ; 

©tod gtod gtod gtod gtod gtod. 

©eä gea geä gi! 

Sctiert, feiert, fdterfefe 

©oi gagagaga gägi, 

£>eib t»eib Ijeib fyeib ty; 

2Boi ba ba! 2öoi ba *al 

©ei gei gei gei girr girr. 

£oi gegegege, 
^poigoi! jerrrrrrrefe. 



%ufy biefen ©efemg fafft gri berief anber^ auf, nemüd;: 



3)aoib, 2)aoib, 3)aüib 
Duepicf tjaj , Bcrrrtrrrrrrrtej 
^acoo r ^acob, ^acob, 
Ouoart, quoarl, quoarf, 
Sott, tott, tott, tott, tott. 

ymph WlipP, WiPP, 
gerrrrrrrrrrrrrrrct? 



©tod, gtod, gtod, gtod, 
Z\ eieret, tf eieret, tfc^eref, tej. 

2)aoib, 2)aoib, 2)abib 
»Tipp, »ipp 
OuatoatüatoatoatoatoamatDat 
©odört, godbrt, godörl 
305050305050^03050^0 



3)ie§ Itingt oiet fct)ärfer unb Reiter al§ ba3 obige Sil Je. 



9?ad)ttgatt uub ©proffer. 



19 



Sarracf, tarracf, tatracf 
Ouerrrrrrrrer tigect 

Dpibb per tut 
®aoib, apuf, btipid , btipicf 

®retfd)mar, bcffen ausgezeichnete 
Sßerfud) gemacht, ungarifclje unb polnifd)e 
fotgenbe ©trogen an: 

Oüepicftjag jcrnrrrrrrrrtcg 

$acob, $acob, $acob, 

Oüoarcf, qüoarcf, qüoarcf 

Sott, tott, tott, tott, tott 

«föfflpp, Wipp, Wipp 

gerrrrrrrrrrrrrrrer 

©tocf, gtocf, gtocf, gtocf 

SEfcfyerercf, tfdjerertf, tfcfyererd, tej. 
Saöib, 2)aüib, SDabib, 

^tttpp, ^mpp, 

Ctöatoatoatoatoatoatüatoatüat 



Xilifc, titifc, quorrrrrrrrror 
SSat, toat, toat, toat, toat, toat, 
£ida, gier, gier, jtcrij, gierig 
2#iob, £iob, bacob, 2Be — tt£. 

Beobachtungen Bereite mitgeteilt nmrben, $at ben 
©proffer $u unterbleiben unb gibt für ben erfteren 

©odörf, godörf, godörf 

Zaxxaä, tarrad, tarrad 
Ouerrrrrrrrrer tiged. 
Opptb per tut 

3>aoib, apid, bttpid, btipid 
Stftfc, tilifc, quorrrrrrrrror 
2&at, toat, toat, toat, toat, toat, 
$ida, jtef> gier, jterip, jicrip 
S^ioB , £iob , bacob , toe — €\% ; 



toärenb polnifcfye ©proffer nacfy \§m fid; in nad)ftel)enber Seife »ernennten laffen: 



£toa, ttoa, ttoa, ttoa, qua, qua, 
£fd)ierd, tfdterd, tfcbierd 
Ouoard, quoard, taract, taracf, 
Serer , tererrrrrrrrrrrer 
Xi% Mit}, #%. 

Oüoab qui toi toi toi toitoi — ir£, 
^Jkrrderf, perrderd, perrderf 
©odörf, gocförl, 

■, gtod, gtod, gtod — irfc. 



S^errrrrrrrrrre^ed 

2)aüib, 2)aöib, SDaüib, 2)aöib, 

$orror - ^orror , jorror 

£ida, jida, ^ida, 

3)obritud, 2)obritud, Soortfud, 

Ouoard, quoarc! , quoarc! , quoard, 

©loa, gtocf, gtocf, gtocf 

SfcfyerrrrrrrrrrrrrrerM. 

3)aüib, ®aöib, S)aoib, 2)aoib 
Borrrrrrrrrrrrorcf 

3d) anbettele, bafS alte biefe Uebertragungen nichts anbetet fein lönnen als ©tammeln 
eines ©tümperS oergticfyen mit ben unübertrefflichen Stiftungen eines l^ünftlerS ; man belommt 
baburcfy aber bod? einen Begriff ber ^eid^attigfeit ber ©trogen unb einzelnen £öne. 
©elbftoerftänbtid) folgen fid; bie ©trogen nicfyt immer in ber In'er angegebenen Drbnung, 
ba ja gerabe.bie tünftlerfd;aft ber Nachtigall unb beS ©profferS barin beruht, bafS tt)re an 
unb für fid) reiben lieber im mancfyfaltigften 2Öed)fet vorgetragen werben unb fo gerr>tffer= 
ma^en ununterbrochen als ettoaS etoig Neues erf feinen; eS brüdt fid; jebocfy in jenen 
©trogen toenigftenS baS (Gepräge beS ©d;tageS aus. 

3m greien beginnen Nachtigall unb ©proffer bereite in ben erften grül;lingSmonaten 
unfereS 3at;reS $u f plagen, laffen bafyer Ü)r ootleS Sieb »ernennten, toenn fie bei uns an^ 
fommen; boc^ l;ört man in ber eigentlichen Sinter^erberge nur auöna^m^ioeife ben 
©cfytag ber einen ober beS anbeten, nac^ meinen Beobachtungen Bloß bann, ioenn fie fid^ 
bereits auf bem 3^ge befinben« 3n ber ®efangenfd;aft fangen fie getoö^nlid) batb nac^ 
Seibnacbten an'^u bid;ten unb fc^tagen im gebruar meift fd)on mit oollem geuer, fyören 
aueb toot fpäter auf als bie freitebenben 2trtgenoffen, obfe^on hierüber ettoaS beftimmteS fid; 
burcbauS niebt fagen täffi 3J^and)e Nachtigallen unb ©proffer befc^ränfen fic^, anbere, 
pmal jung aufgewogene, toelc^e aber feiten ober nie bie 33ceifterfd)aft ber Sitbfcmge erlangen, 
f plagen faft baS ganje 3a^r ^inburc^, fetbft toärenb ber Käufer me^r ober toeniger, ganj 
tote bieS auc^ bei anberen jung aufgewogenen Vögeln ber galt p fein pflegt, tlnfer dJlxU 
arbeiter ^o|)^en febreibt mir hierüber baS nac^fte^enbe: 

„(Sine Nachtigall, ioelc^e ic^ am 26. Sfyrtl fanfte, fc^mig, bis fie bie Käufer über* 
ftanben ^atte, fc^lug aber im 5lüguft ettoa bietje^n £age ^iemlid; fleißig, jebod; nic^t taut 



20 (Srbfdnget 

Sfyx (Schlag toar aber no$ l;öcbft unootlftänbig , fcmm me^r als ein flüftctnbeö £)i<^ten, 
toelcfyeS vorläufig an ben ®efang ber ®artengra3müde erinnerte, toeit man oon einer W>* 
grenjung ber (Strogen nocfy nid;t fprecfyen fonnte. 'äufy oerftummte fic balb toiber nnb 
lieg fid> erft im 3annar be3 folgenben 3atyre3 työren, ^uerft lodenb, $umal in ben SDftttagS* 
ftunben, fobann einige ©trogen oerbinbenb, 3 U meiner Ueberrafdmng tourbe fie bei fort* 
fdjreitenbem grü^ja^r nid)t fleißiger, fonbern 1j>örte fdfyließlid; gän^lid) auf, toe3l)alb icfy fie 
in greifyeit fe^te. (£ine anbere 91acfytiga{{ laufte tcfy am 22. Ipril; fie toar {ebenfalls ein 
junger $oget, fdfylug jtoar fleißig, mifcfyte aber i^rem (Schlage oiel oon bem ®efcmg ber 
®artengra$müde bei, fobafö icfy fie toiber oerfaufte. (Sine britte enblicfy erwarb idj am 
16. 3uni, toärenb fie bereits mauferte. ©d)on am 14. £)ecember lodte fie anfyaltenb, 
am 20. beSfelben OftonatS fing fie an ju fdjlagen, gereift burcfy ba3 ®eräufcfy beim ©ebenem 
ber ©tube, fu()r oon Jefet ab regelmäßig fort, tourbe immer fleißiger nnb lauter nnb ließ 
erft nm bie Sttitte be3 WM im ©plagen naefy* 2lm 18. 9M fd;lug fie noefy friu) eine tyatbe 
©tnnbe lang, am 28. nnb 29. brachte fie nnr ein par ©tropfen J)eroor, am 31. 9ttai 
fyöxte fie für biegmal auf. 5lber fcfyon am 9. 9?ooember lodte fie gegen Mittag faft eine 
$albe ©tunbe lang fe^r fleißig , ol)ne jebod) anbere Saute oerne^men ^u laffen als baS un* 
angenehme ®rcu)en ober Dtötfdjen, tooburd) fie Verlangen naefy ^e^ltoürmern ober 9Jtt3fallen 
über ben (Skfang einer jungen (SkrtengraSmüde auSuibrüd en pflegte. Steine Hoffnung, bafS 
fie um ^eujafyr mit bem oollen ©cfytage beginnen mürbe, ging nicfyt in Erfüllung; erft am 
23. Januar Mittags lodte fie toiber fe^r an^altenb, nnb am 29. 3anuar begann fie ju 
fd;tagem Sie fcfyon im »ergangenen 3afyre, fo aud) biefeSmat, ließ fie bie jie^enben ©trogen 
ü)re3 (Schlages öfter beS $fta$t3 oernefymen nnb ^toar jum erftenmale am 16. 2tprit unb 
oon ba an fetyr fyäuftg, fobafS id) $u btx Meinung oerteitet tourbe, gerabe biefe ©tropfe 
muffe eS fein, mit benen bie s Jftännd)en in ber greifyeit bie SBeib^en anloden. £)ieSmat 
fcfylug fie bis jum 7. 3uni. ^unmefyr trat eine lange $aiife ein; benn obtool fie am 
10. 9?ooember in ben SUttttagSfumbert eine 2$iertelftunbe lang lodte, fing fie bod) erft am 
8. gebruar beS näcfyften 3aij>re3 an ju fcfytagen, tourbe nunmehr aber immer fleißiger unb 
begann anfangs Wlax fcfyon früfy oor oier Utyr i^r !öftlt(|eö Sieb. 3 U Kleiner großen greube 
^atte i^r ©cfylag fic^ bebeutenb oerbeffert 3^^ braute fie nod^ eine mir unangenehme 
©tro^e, toelc^e mir in früheren 3a^ren be[onberö misfatten ^atte, toibertyolt, bagegen aber 
bie fe^nfüe^tig oerlangenbe fogenannte ^iel;enbe ©tropfe tool jtoan^igmal ^intereinanber, 
auc^ ben fogenannten Safferfd^lag in größter 23oll!ommen^eit. ©a fie im näc^ften 3a^re 
bis (Snbe gebruarS fi(^ no^> nic^t tyatte ^ören laffen, oerfaufte ic^ fie, bereute bieg aber balb, 
toeil fie bei bem neuen SSefi^er oon 9Mtte SO^ärj an außerorbentlicfy fleißig fd;lug, faft bie 
gan^e 5Racbt ^inburc^ fic^ ^ören ließ unb u)ren ©^lag toiberum toej entließ oerbeffert ^atte. 
©o fc^ön berfelbe aber and; getoorben toar, fo fur^e 3 e ^ ^ a ^ e e ^> ^ entt bereite (5ube 
SJlai fc^lug fie nicfyt me^r. 

„gaffe i^ nun mein Urteil über bie 9?ad?tigatl pfammen, fo mnf^-ic^ fagen: fie ift 
entfcfyieben bie ^rimabonna unter ben ©ingoögeln unb übertrifft rüdficfytlicfy ber ^raft unb 
ä}2anc^faltigfeit in ityrem ©c^lage , ber 33erbinbung oon flagenben unb jubelnb f d)metternben 
©tropfen jeben anberen $ogel. 3l)x @>efang ift eine ootteubete gonbidnimg , aber nur bei 
beoorpgteu ©tüdeu, toeld^e nid;t tyäufig oorfommen. ©n S>ogel bringt bie ©tropfe ju 
lur^, ber anbere ^at $t toenig Hbtoed^lung barin, ein britter ^eidmet ftd; burd; ©d;ä'rfe 
unb Brette beS £one3 unvorteilhaft au6 u. f. to. T)aju lommt oft nod;, baf3 bie 9^ad;* 
tigatt toäWerifc^er im gutter alö anbere ©änger ift, oft Unarten ^at, b. I), l^äföli^e 2:öne 
oon fid; gibt, toelcfye man ber Königin be3 ©efangeS nid;t ptrauen möchte, im fleißigen 
©d)tagen mit juncl;menbem s 2llter abnimmt unb, toaö baS atterfcfylimmfte , neun Monate im 



9?ad)ttgcttf itnb ©proffcr. 



21 



3afjre umfonft gefüttert derben mufs. @o erftärt t eS ftcfy mir, bafö oiele £iebfyaber ®raS* 
müde uttb f)eibeterct)e ber Nad;tigatl unb bem <8proffer oorpl^en." 

2lnnätyernb baöfelbe r toaS unfer Mitarbeiter oon ber Nachtigall fagt, läfft ficfy aucfy 
auf ben Treffer antoenben. $retfct)mar fprid;t fid) über btcfclbcn in nad;ftc(j)enber Seife 
auS; „3m anfange ber ©tngjett fingen bie ©proffer in ber Negel (eifer als bie Nachtigallen, 
fcfyeinen überhaupt i^re Touren fcfytoer toteber einpftubtren. 3e lauter ber (Sefang Betber 
toirb, um fo abgefegter treten bie Touren tjjeroor. 2lußer ber getoöljmticfyen ©tngjett fcfyeinen 
©toroffer unb Nachtigall, toenn fie aud) toottten, bie £öne unb ©trogen nid)t fo gerunbet 
unb anmutig hervorbringen p fönnen. Dies fü)t man befonberS in ber -äftauferjeit, toärenb 
ioetcfyer einige Vögel ptoeiten nod) einzelne ©trogen IjjerauSftoßen ; fie Hingen Reifer unb 
errungen, unb man Ij)ört eS ilmen an: fie motten toolgern, fönnen aBer nicfyt fo toie fie 
toünfcfyen. $ud) toenn manche Batb naefy ber Käufer einige Soeben lang totber fingen, 
Hingt eS Bei toeitem nid;t fo fräftig, fd)ön unb feurig toie im Sinter unb befonberS im 
grüt)ja^re, gefdn^t aud; toeniger fleißig. £)iefelben ©proffer unb Nad;tigatten fcfytagen in 
einem 3a^r oft toeit fd)öner als in bem anberen, toaS oon Üj>rem förderlichen Sotbefinben 
unb ifyrer UmgeBung abfängt, ^anc^e nehmen Oon anberen ©ängern burcfyauS nichts an, 
anbere finb beffen nod) in älteren Safyxm fä^ig. §äufig ift (eueres Bei (gproffern, fet?r 
fetten Bei Nachtigallen ber galt, lud) fcfytecfyte ©proffer oerberben oft gute, toenn fie Bei 
einanber Rängen, inbem ledere lieber bie leichteren, geringeren Touren nad^men unb t^re 
fcfytoereren, ferneren Touren liegen taffen. 2Öer bafyer ausgezeichnet gute ©proffer fiel? p 
oerfcfyaffen getoufft f;at unb gut Behalten toitt, mufs fie oon anberen Vögeln, namentlich 
Nachtigallen unb fd;ted;ten Treffern entfernt in einer ©tuBe allein Ratten. 3ung aufge^ 
jogene Vögel bleiben , pmal toenn fie nicfyt bei Otiten p guten alten Gängern allein ge* 
bracht toerben, ©tümper; befommt aber ein junger Vogel feinen ordentlichen Satbgefang, 
fo fingt er tätiger unb länger als ein angefangener. £)od) gibt eS auefy unter teueren 
fettene 2luSnatjmen, toetcfye bei einem BefonberS feurigen Naturelt oiete 3c$re mit ben jüngften 
wetteifern unb fie gar noefy übertreffen. 

„gtoei Nachtigallen ober ©proffer ermuntern einanber pm @d)tage ; Rängen aber me^r 
Vögel einer Slrt in einer @tube natye beifammen, fo fd)tagen fie fetten alle gteid; fräftig 
unb fleißig, fonbern ftören einanber, unb manche fingen bann nur teife, ptoeiten aud) gar 
nid)t. £)al)er ift eS fel)r gut, toenn bie Vögel fi$ einmal mit einanber eingefcfytagen ^aben. 
Senn man in obigem, gälte bie obfiegenben verlangt, Bis bie gar niebt ober teife fd;lagenben 
Vögel taut toerben, lann man einigermaßen nad^etfen. Wlan mufs bie Vögel nac^ ben 
Wirten in ber &tubt mögti($ft p verteilen unb oon einanber entfernt p Rängen fuc^en ; fann 
man fic^ aber in einem fteinen giwtmer nic^t anberS Reifen, fo bürfte e3 tool beffer fein, 
fie in ber @ingjeit unter als bidfyt neben einanber p Rängen. UebrigenS mufö man oor ber 
«Sing^eit bie ^lä^e ber 23öget oft oeränbern, bamit fie fiefy fofort überall p fingen getoö^nen. 
9Nanc^er 23oget toill im genfter ober einem fonftigen lichten Orte, mancher berfelben 5lrt 
lieber im ^unfein Rängen, biefer in ®efettfcfyaft anberer, jener lieber allein. (£$ mufS bat;er 
jeber Öiebfyaber in biefer §infic^t feine $öget , toenn fie fleißig fingen fotten , forgfättig Be* 
oBad;ten unb Be^anbeln.'' 

3m greien fingen bie Nachtigallen unb @|)roffer in ben borgen ^ unb 5lBenbftunben 
BefonberS leB^aft, in ber @tuBe anfänglich nur Vormittags, f^äter ^au^tfäc^lid? beS Nac^=* 
mittags, ©o toenigftenS tyaBen (^ot§ unb icB Bei allen oon uns gefangen gehaltenen Vögeln 
beobachtet. 3n ben SNorgenftunben befestigen fie fid^ um fo mefyr mit ber (Srnä^rung, als 
fie oon {ebem Pfleger me^r ober toeniger an ein regelmäßiges Öeben getoö^nt toerben, 
namentlich p einer unb berfelben @tunbe gutter ermatten; in ben NacfymittagSftunben finb 
i^re SBebürfniffe befriebigt, i^re VerbauungSgef c^äfte beenbigt , unb nunmehr geben fie fic^ 



22 ©rbfctttger. 

mit ooller Suft bem Vortrage iljireS ©cfylageS tyte £)ie weiften Nachtigallen fcfytoeigen mit 
(gintritt ber &hnMfytxt-, einzelne aber laffen fid; aud; nod) in ben fpäteren 21benb* nnb 
Nacfytftunben oemefymen, inbem fie einzelne (Strogen ifyreS @d)lage3 vortragen , bastoifcfyen 
längere $ett f^eigen nnb nnr bie eine (Strome toiberl^olen ober eine anbere Bringen. 
©ie nennt man „Nepetiroögel", toärenb man nnter ,,Nad;tfd) lägern über Nad;t = 
oögeln" biejenigen terfte^t, toetd)e regelmäßig in ben Nad;tftunben , gleid;oiel ob oor ober 
nad; $tttternad;t mit berfelben traft nnb bemfetben gener toie anbere bei Sage fid) m* 
nehmen laffen* 23ed)ftein toar ber Slnfitfyt, bafS man in i^nen eine bejonbere Slrt ober 
minbeftenS 2lbart ber Nad;tigalt ober beS ©profferS erfennen muffe* „ 3d; toeiß au3 oiel* 
jähriger Erfahrung " fagt er, „bafS fid) bie Nad)tfänger aU eigene (Wartung fortpflanzen* 
Nimmt man 3* 23* 3unge au3 einem Nacfytigatlennefte, too ber 23ater ein Nad)tfänger ift, fo 
toerben getoifS bie Zungen aud; Nacfytfänger, $toar nid)t im erften 3al?re, in toeld)em fie 
lernen, aber in ber golge; hingegen eine junge Nad;tigalt aus einem Sagfängewefte toirb 
nie ein Nad;tfc£)läger, nnb toenn fie mit lanter Nacfytfängeroögeln umgeben toäre* 5lnd; fyabe 
tdj bemerft, baf$ bie Nad)tfänger gern in ®ebirg3gegenben leben nnb an bergen tool)nen, 
toärenb bie Sagfänger gern an 33ergabl)ängen , an glüffen nnb in Sälern fid; anhalten; 
}a id; getrane mir ^n behaupten, bafS bie Nacfytf änger , toelcfye man in ebenen ®egenben 
einzeln antrifft, fid; nnr oerflogen fyaben* @o ^aben toir j* 23* in ben SSorbergen be3 
SürtngertoalbeS , bei 2Balter3t)aufen n* f. -to. lanter Nacfytoöget, toärenb in ben ebenen 
®egenben nm ben §ar$ l;erum nichts als Sagoögel angetroffen werben*' 1 2Dte^ ift eine irrige 
2lnfid)t, toie 3eber toeiß, toelcfyer Nachtigallen in ben oerfd;ibenften ®egenben £)eutfd;lanb3 
nnb (SuropaS gehört tyat* 9Nit Ned;t toiberlegte Naumann fct)on oor fünfzig 3a^ren bie 
23ed;ftein'fd;en iöe^auptungen* „3d; §töt", bemerft er, „bie läugS ben Ufern ber £DMbe, 
(£lbe nnb in einem toeiten Umfreife nm meinem SBoljnorte lebenbe Nachtigallen genan be* 
obacbtet nnb gefnnben, bafö bie meiften SagoÖgel nnb oiele Nepetiroogel nnb einzelne Nad;t* 
oögel toaren, bafS ferner gleich nad; ifyrer 5ln!nnft im grüfytinge faft alle beS Nad;tS fd)lugen 
ober bod; repetirten, bafS nad; ein pax 2öod;en bteö fd;on feltner tourbe, nnb bafs enblid; 
^n Ausgang beS Wlax ftd? nnr nod; einzelne beS Nad;tS ^ören laffen. üDte Urfac^en ^ieroon 
ftnb anct) nic^t fc^toer ju ftnben. @ie fcfylagen nämlic^ anfänglich be^ Nac^t^ bamm getoif^ 
fo anl)altenb, nm ein oornber^iel^enbeö Seibc^en anploden; ^aben fie biefeS 3^ e ^ erreicht, 
fo fann fie nnr bie Erinnerung an genoffene ober ju genießenbe grenben nnb bie ^öct)ftc 
Ü^igfeit bap anfeuern. X)ie^ aber legt ftd? mit ber $ät, toenn fie bie @orge für bie 
(gr^altuug ber jungen befc^äftigt, fo bafS enblid) aucl) am Sage u)r ®efang oerftummt* 
diejenigen, tt)eld;e man in ber ®efangenfd;aft erhält, fönnen hierüber feine befriebigenbe 
Sluöfunft geben, toeil biefer 3 toan 3 befanntlidf; i^re Natur anßerorbentlii^ oeränbert* 3^r 
oerfd?ibene§ Sem^erament mac^t oieKeic^t . ^ier ben Unterfc*)ieb unter Nad)tfängern nnb 
folgen, toeld^e bloß am Sage fingen* Niemanb toirb be^toeifeln toollen, bafö bie Nachtigall 
burd? ben Srieb ber Siebe jum ®efang gereift ioirb, bafö biefer ber SSerfünber i^rer feligften 
Em^finbungen ift, ba man ja toeiß, baf3 er mit ber iBegattung^seit anfängt nnb faunt fo 
lange bauert, big bie ®efcfyäfte ber gortpftanpng gän^lid*) oollbracl;t finb* Qu im greien 
lebenbe Nad;tigall, ioeldt)c nicfytö ^iubert, biefem allmä^tigen Sriebe golge ju leiften, fdt)lägt 
ba^er aud) nur fo lange , als oon ba an , ioo er in i^r rege tonrbe , bis ba^in , ioo er 
oöllig befriebigt nact) eioigen Naturgefe^en erfaltet, um erft nad) breioiertel 3a^ren mit 
neuer traft toiber ju ermaßen. !DaS feurige Semperament mancher SSögel toirb oft and) 
bann laut toerben ober fcfylafen. @old;e Nachtigallen )>red;en' i^re SSünfc*)e ober i^re Q£x* 
innerungen and) jur Nac*)t^eit aus. £)ie3 finbet enblid), toie oieleS in ber 2Öelt, feine 
Nac^a^mer, bie jungen ^Bögel l;ören eS oon ben alten, nnb fo fönnen allerbingS Nad;tfd)läger 
in einer ®egenb gemein toerben, toeld^e beS^alb gerabe nic^t gebirgig p fein brandet, ©afö 



9?acf)ttgaß tmb ©proffcr. 23 

eS aber in ebenen ©cgenben feine fold;en 9 tocfytf Kläger, fonbcrn lauter fattblütigc £agfänger 
geben foll, ift gegen meine Erfahrung. ®anj anberS »erhält eS fid) freiließ bei in ^immern 
gehaltenen Nachtigallen, bei benen wegen SBärme unb Überfluß an gutem gutter ber £rieb 
ber Siebe früher erwacfyt, unb weil er nicfyt befriebigt wirb, auefy länger anhält. £)al)er 
fingen benn biefe aud) nod> einmal fo lange, bafyer finb benn auefy ^ier bie f ©genannten 
Nacfytoögel Wal)xt Nacfytfänger oom Anfang bis $um Enbe ber Singet." 3$ glaube, ba$ man 
biefe 2luSeinanberfe^ung gelten laffen mufs ; mir wenigftenS febeint fie aU bie wal>rfcfycinlicl>fte 
oon allen Erflärungen, Wcld;e man ju geben oerfud;t fyat. Sie bem aud) fein möge ; fooiel 
ift fidler, bafS ein Nädjttf Kläger für ben $iebl;aber einen außerordentlichen Sert befi^t, fdwn 
weil er Diel feltener als ein £agfänger oorfommt, unb weil, tote $retfcfymar fefyr riebtig 
fagt, „ber Schlag fid? in ber Stille beS 2lbenbS unb ber Nad?t weit fdjöner aufnimmt, 
fowie audj> mand^er $3ogel beS NacfytS fernere Touren l^ören läfft als am Sage. Seil 
jebocfy, fclbft bei ben größten £ieblj)abem, bie Statur ifyr ^Rec^t beS Schlaf eS behauptet, fo 
^aben bloß biejenigen Nad)toögel feinen eingebilbeten Sert, weld?e IbenbS oon Sonnen* 
Untergang big gegen Mitternacht fd)lagen, wärenb Diejenigen, welche erft um elf Ul)r an* 
fangen, fcfyon weniger ge[d;ä^t werben. Erwägt man nun, bafS audj> nicfyt alle Nad>toögel 
beS NacfytS il)xe fdjönften Touren ^ören laffen, fo begreift man, bafS ein alle Sünfd?e oer* 
einigenber Nacl)toogel eine watyre unb große Seltenheit ift." 23tete Sproffer unb Nad)ti* 
gallen werben, Wenn fie eine Steige oon 3a^ren im läfige gewefen finb, nad? unb naefy ju 
Nacfytoögeln; bod) fangen bie meiften oon i^nen enttyreebenb ben freilebenben erft im 9JM 
an beS NactytS ju fcfylagen unb alle nur unter ber SBebingung, bafS fie fi$ oollfommen wol 
befinben, bie meiften unter ber, bafS fie oor ben genftem langen unb frifcfye 5Imeifen^u^en 
l>aben. CSIten, ein greunb meinet SÖaterS, glaubte ein Mittel gefunben &u l)aben, einen SToß* 
fcfyläger nad) unb naefy ju einem Nacfytfcfyläger um^uftempeln. 3 U biefem Enbe fberrte er bereits 
eingewöhnte 2>ögel in einen Ä'äfig, welcher auf brei Seiten mit SacfySleinWanb eingefd;loffen 
wirb unb nur auf berjenigen Seite offen bleibt, welche bie gutternäpfe unb bie Eingangs* 
tür enthält , f e^te xm Styril, Ui ungünftigem Setter im Mai , ben $aftg auf ein 25ret oor 
baS genfter, fobafs «bie offene, freie Seite uad) beut 3* mt tter gerichtet ift, ließ, fobalb eS 
bie Witterung erlaubte, ben $äftg im greien fielen unb Rubele nun im gmum einige 
Sinter an, Welche baS innere beS Bauers ^inretc^enb beleud;teten. §ierburc^ foll bie TcadjrU 
gaU ntc^t nur mä) erhalten , fonbem auc^ ^um greffen unb Sd;lagen geregt werben, fd;on 
in ber erften unb ^weiten ^ad;t i^re öoefftimme ^ören laffen unb nad? unb nad; ben octl* 
ftänbigen Schlag oortragen. äBenn bieg ber gall, wirb bie Beleuchtung me^r unb me^r 
oerfc^Wäd)t unb fc^ließlic^ aucl) baö le^te ?icjt weggenommen, fobafö alfo bie Ausgabe für 
bie 53eleuc^tung nur eine oorüberge^enbe unb unbebeutenbe ift. 3d) oevmag awo eigener 
(£rfafyrung hierüber nid;tS weiter §u fagen unb muf6 eS bem ßieb^aber überlaffen, burd) y&tx* 
fuc^e ju erproben, in xoxt weit bie Angabe @ltenö fid) beftättgt. 

Über bie jweclmäßigfte Pflege unb gütterung ber %c^tigall lauten bie 31nfid)ten ber 
Öieb^aber ungemein oerfc^ieben. £)er eine em^fi^lt biefen iöaner unb Will oon feinem anberen 
etwaö wiffen; jener oerwirft baS bon bem erfteren Be^au^tete oollftänbtg, biefer reid;t 
baS eine, ber anbere' jenes gutter, oeränbert auc^ wol in gan$ beftimmten Zeiträumen 
bie üMf c^ung beS gutterS, wenbet alfo ein Sommer* unb ein Sinterfutter an. 9cacl) meinen 
Erfahrungen fann man bie ^ac^tigall in jebem täfige galten, fobalb fie erft eingewöhnt 
unb ^a^m geworben ift. 3cfy oerwenbe auSfd;ließlic^ meinen ginfenbauer unb l)abt nie 
bemerft, bafS ftc^) bie 3Sögel in i^m nic^t wol befunben ober wärenb ber 3 u 9ö e ^ S e f^^^S t 
fyätten. S3efonberS unruhige Nachtigallen fönnen aÜerbingS in bem einen wie in bem anberen 
Käfige fic^ oerle^en; fie aber mufS man bann be^anbeln, wie bereits (Bb. 1 S. 53) mit* 
geteilt würbe. Eine weiche £)ecte beS ®ebauerS gewärt einer tobfü($tigen Nachtigall wenig 



24 ©rbfättger. 

ober feinen ©dm^, ba fie nidfyt wie bie tedfye nad) oben, fonbern feittidfy gegen bie ©proffen 
beS täfigS anzugeben pflegt 33ei richtiger 35etyanblung gewölmt fid) bte Nachtigall, fettcne 
^InSnaljjmen abgeregnet, öertyctltntSmäßtg rafcfy an bte ®efangenfcfyaft, weit fie, wie äße fingen 
$öget, balb in baS Unoermeiblid)e ftdj fügt nnb mit i^rem ©c^tcffale ftcfy auSjötjmt. 3cfy laffe, 
wie bereits (53b. h ©. 55) bemerft, alte $ögel burd) anbere ityrer 2lrt ober $erwanbte 
eingewöhnen. Särenb ber gangzeit im grüfyja^re erriete icfy oon oorn^erein einen Üfaum 
oon etwa 3 m - Sänge nnb 1V 2 m " Motette zur 3tnfna^me ber erwarteten Pfleglinge tyer, be* 
fe|e i^n mit Nadfytigatten , Notfeldfyen, föotf d? Wanzen , 23acfyftetzen, Pipern unb anberen 
flehten Seid^freffern, wie idj fie eben zur §anb fyabe, nnb bringe alte frifd) gefangenen 
Neulinge, welche id) anfaufe ober fonft mir erwerbe, in biefe bnnte nnb gemifcfyte ®efelX= 
fdfyaft. $lmeifenpu|tyen bilben oom erften £age an baS ^auptfutter. Senn es frifcfye gibt, 
laffe id) biefe, wenn nid)t, getroctnete nnb aufgeweichte, außerbem aber irgenb ein Nad)ti= 
gattenfutter, reichen, Sttefylwürmer in genügenber SDtoge unb, wenn irgenb möglich, nocfy bie 
Kerbtiere, welche mittele beS @d)öpferS anf liefen gefangen worben ftnb, bilben bie in 
meinen fingen unerläfSlid)e $uto\L £)er ®äftg erhält fein &id)t oon ber Xürfeite tyer , Wirb 
aber anfänglich metyr ober weniger bid)t mit großen £üd)ern oerfyängt. ^Inßer ber £ür, 
welche groß genng ift, ben pftegenben Särter in baS innere beS NaumeS gelangen ju laffen, 
ift eine gutterflappe angebracht, auSreicbenb, um mit ber §anb burdjlangen zu fönnen. ©ie 
bient bazu, 3flelj)lwürmer ober fonftige Redereien einzuwerfen. £)aS übrige gntter wirb wo* 
möglich ebenfalls oon außen eingefd)oben, ofyne bafS ber Pfleger befonbere Störung oer= 
urfad)t. Särenb ber erften fcierzeljm Sage wirb nnn für alle Neulinge, gtetdfyoiel welker 
2Irt fie angehören, genau baSfetbe 23erfa^ren befolgt. Borgens, mittags unb abenbS gibt 
es frifd) zubereitetet , fünfttid)eS gntter für alte , eine fyalbe ©tunbe fyäter üJttetylwürmer, 
Imeifenpuppen unb anbere Kerbtiere, unb täglid) zwei*, bei groger §i^e and) brcimal Saffer 
jum £riufen unb SÖaben. Senn bte Neuangefommenen wirfliefy noefy nicfyt gteid) an baS 
in Näpfen oorgefeye gntter gelten fotlten: einer §anb »oll 9ttel)lwürmer, welche auf bem 
33oben frabbeln unb laufen, wiberfte^en fie nidfyt, fcfyon weil bie eingewöhnten gierig auf 
bie willkommene ©petfe toSftürzen unb fie oertocten, baS ®leid)e zu tun. ®efdnT;t bieS 
niebt tjeute, fo gefd;u)t es beftimmt morgen. @etj>en bie Neulinge ebenfo regelmäßig an baS 
gntter wie ifyre ^e^rmeifter, fo werben fie einzeln herausgenommen unb nunmehr in bie 
fleinen Käfige gebraut. Senn fie ft$ auc^) ^ier noc^ fcfyeu unb Wilb benehmen, bringe id; 
fie in Käfige mit biefen ^i31zernen (Stoffen, an benen fie fiefy uic^t oerle^en fönnen, t)änge 
fie oielleic^t auc^ famt i^rem Käfige noc^ geraume $t\t in ben (SingewölmungSraum, 
^abe bieö aber nur in feltenen gälten notwenbig gefunben unb bin immer zum 3iete gelangt, 
wenn ict) in ber befebribenen Seife oerfn^r. 3d) t;abe fo mehrmals alle mir gebrachten 
Nachtigallen eingewöhnt, o§ne eine einzige zu Verlieren, wobei id) allerbingö bemerfen mnfö, 
bafö icfy ermattete, welche mir ber ganger bringt, fofort in greityeit fe^e: — ein SSerfa^ren, 
weld;eö icfy Öieb^abern bringenb em|)fo^len ^aben will, gür befonberö wichtig ^alte id) eö, 
ben täfig, in welchem bie Nachtigall bleiben foll f im 3tmmcr fo zu Rängen, bafö ber $ogel 
oon i^m auö alles fu)t m$ borgest, bie oerfd^ibenen iöewo^ner beS §aufeö fennen lernt 
unb balb möglicfyft mit i^nen, wenn auefy nic^t in ein greunbfcfyaft3fcerl?ältni3 tritt, fo bod) 
fic^> auSföfynt. Sobt er anfänglich and) bei jeber neuen ^rfd^einung, eS legt fiefy bieS balb, 
Zumal wenn man zuerft ben ^äfig größtenteils oerbedt nnb erft nac^ unb uad; enthüllt, 
(^e^r richtig bemerfen bie ©ebrüber Füller, bafs fpielenbe tinber, rn^ig fi^enbe ober and) 
gefcfyäftig ein= unb auSge^enbe grauen, weld;e unbefümmert um ben Neuling fid) ^in unb 
^er bewegen, eine Nachtigall balb nid)t met;r ftören unb oft gerabe ber fie umgebenbe £ärm 
eS ift, welcher fie zum ©ingen erregt. 



9?ad;ttgatf mtb ©proffer. 25 

Über bie (Singctoöfynung einet einigen Nachtigall otyne $)ilfe fcon ®ameraben t^ter 
ober fccrtixmbter %xt toitl id; SRiefe, einen toolerfafyrenen Pfleger biefer 23ögel reben taffett. 
„grifcfy gefangene Nachtigallen", fagt er, „finb unfcfytoer einpgetoölmen. Wlan ftectt fie in 
einen giemlicfy geränntigen ®äftg, beffen Söoben bicf mit @anb beftreut ift, ftellt ü)nen ein 
nidjt p fteineS ®efä§ mit Saffer ^ttt nnb fcerbecft ben an einem einfamen Ort aufp< 
^ängenben 53aner bis anf eine flehte ©teile mit nid)t p bunflem 3 eit 3 e - ^ enn ber $ogel 
etfta jtoci ©tnnben 3^t gehabt I^at, ftdj> feine nene Sotynung anpfeifen, toirft man einige 
3ttefyltoürmer in ben täftg. £)er (befangene ttrirb biefe balb fcerge^ren nnb bamit fortfahren, 
toenn man ifym immer ttrieber in furgen 3ttrifd)enränmen anbere ^e^ltoürmer reicht. Quxd) 
ein folcfyeS 23erfa^ren getoö^nt ftd) ba3 Sierefyen, ioenn e$ fidj aucfy nod) fo fd;eu nnb un* 
bänbig ftellt, an feinen Pfleger. $at man einige Sage lang ba3 güttern mit Sttetyltoürmern 
fortgef t%t nnb jebem $ogei etwa fünfzig Bio f edjjig ©tütf täglicfy gereift , fo ftellt man ü)m 
ein ®efäß mit frifcfyen ober gequellten Slmeifenpuppen §m, unter toelcfye man perft leben* 
bige nnb bann in ©lüden gefdmittene S^e^ltoürmer gemifcfyt fyat. Stimmt er biefeS gutter 
an, fo brandet man fldji nidjt mel ©orge metyr um ü)n p machen, barf jebod) tttd^t Der* 
fäumen, ifyn mehrere Sage :fyinburd) anfmerffam p beobachten, ©oltte er ttriber Vermuten 
bicf ftcfy aufblähen nnb über Sag ben $opf unter bie glügel ftecfen, fo ift nur anpraten, 
ifyn fofort in greityeit p fe^en unb ftcfy nad) einem anberen umpfefen, £)enn ade getoalt* 
famen SBerfucfye, tote ba3 (£inftopfen oon Sürmern u. bgl. bleiben in ityrem Erfolge gtoeifelfyaft, 
unb immer toirb e3 für ben toa^ren 8iebl)aber ein unangenemeS ®efül)l bleiben, ein fo tyerlicfyeS 
®efcfyöpf unnü^ fyingeopfert p l)aben. grifft aber ber SBogel außer ben 9Nel?ln)ürmew 
5lmeifeneier in au3reid)enbem 9Naße, unb geigt fein betragen unb ebenfo fein $ot, toeld^er 
toeber lalüg nod) grünlich fein barf, einen guten (Stefunbl^eitSpftanb an, fo fetjt man nun* 
mefyr in Heineren Mengen fünftticfyeS gutter p, »ermefj>rt bie Sttenge atlmcu)lid? unb bringt 
ben befangenen nad) unb nad) baljmt, oorpgStoeife biefeS gutter p freffen. Nunmehr 
!ann man ü)n ungefcbeut in ein betooljmteS 3t min er Rängen, muf3 jebod) ben ®äftg 
mit Sannenreifem nod? giemlid; bidfyt pftecfen unb barf biefe erft nad) unb nacfy, erir* 
fpredjenb bem betragen be3 SßpgetS', entfernen. !Die allgemeine 9?egel, baf3 ein Silbfang 
nic^t ^oc^, fonbern unter ber 2lugen^e bcö Sftenfcfyen au^ge^ängt toerben foll, gilt and) ijner. 
53ei biefer 53e^anblung ttrirb bie frifc^gefangene s ^ad)tigall fe^r balb ga^m, um fo el;er, 
toenn man ftc^ i^r oft mit fanfter Sluf^rac^e nähert unb ifyr ab unb p einen Sttefyltourm 
reicht ©aö früher fc^eue unb ängftlid)e Sefen bem Pfleger gegenüber toanbett fic^ in 
3utraulid)!eit , unb fd)on nac^ toenigen Socken pflegt er feinen Soltäter mit „ferr" ober 
„uib bacl" p begrüßen. £)amit §at man i^n gewonnen." 

35iele öieb^aber raten, frifc^ gefangenen Nachtigallen bie glügel p binben unb toenn 
fie md>t balb ftcfy getoö^nen, eine ga^ne ber ©dringen p befc^neiben. ^5ei ber oon mir 
angetoanbten 5lrt ber ©ngetoötynung toirb toeber ba^ eine nod) baö anbere nottoenbig, bei 
forgfamer 23efyanbtung in ber oon D^iefe gef Gilberten Seife aucfy nic^t. 23or allem ^alte 
man jegliche @ti5rung ab. « ©cfyon fc^arfe^ §infe^en nac^ bem (befangenen bringt biefen in 
Erregung; gmnbe ober ^at^en, ioeld^e in baö 3^ mer gelangen, oerurfac^en i^m namlofe 
$ngft. ©olc^e Sie're, toeld)e burc^ ba3 glattem beö 33ogelö anfmerffam gemacht toerben 
unb i^n mit f dürfen ^liefen anfe^en, mufö man im Anfang forgfältig fern galten; nad; 
nnb nadb getoö^nt ftd) bie Nachtigall aber auc^ an §au^unbe unb felbft an ®a^en. 

5llö ba^ gtoedmägigfte ©tubenfutter für Nachtigall unb ©proffer bürfte tool ba^ berliner 
Nac^tigallenfutter (S3b. 1. <$: 43) p begeic^nen fein, fc^on auö bem ®runbe, toeil eö 
eigentlich gar feiner 3ubereitung bebarf. 3^an füllt eben einfadj ben Napf mit 5Imeifen= 
puppen t cm, reicht fpäter ac^t bis gtoölf 3JZel;lloürmer täglid; unb §at bamit ben Sifcb gebeef t. 
Söeim Übergange oon troef neu p frifdjen 3lmeif enpuppen mufö man übrigen^ mit einer 



2 6 (Srbfchtger. 

gegriffen SSorfic^t oerfa^ren. Severe retten jwar bie Nachtigall ju eifrigem ©plagen an, 
führen aBer and; einen rafcfyeren ©toffwed)fel nnb bamit in ber Negel eine frühzeitige kaufet 
gerbet. 2lnS biefen ®rnnben reichen bte nteiften 8ieBl)aBer frtfd^e 2Imeifeneier erft bann, 
wenn bie Nachtigall Bereite oerftummt ift. ©Benfo gern als ^meifeitjmppen freffen nnfere 
$ögel and) Seiß Würmer (Paligenia horaria) im gntter, wetcfyeS man nod; babnrd; oerBeffern 
fann, bafs man eS mit feingewiegten geigen oermifcfyt. $)a aBer 2lmeifen£np£en wie Seifc 
Würmer $ö$er $n ftefyen fommen als fünftticfye gnttermif dmngen , wenbet man im attge= 
meinen met)r bie testeten an. Beleben oon i^nen ber SBor^ug geBürt, bürfte fd^toer ju 
fagen fein. 3d; meineSteilS ^aBe Nachtigallen nnb ©proffer eBenfoWot Bei ©irtanner'S 
ober $retfd;mar'S tote Bei meinem ober bem rf)einifd;en Nad)tigatlenfutter gebeten fef;en, 
will and; nod; eine anbere SJNifdmng, Welche Niefe warm empfahlt, mit feinen Sorten 
fyier BefcfyreiBen. „ Nad) oieten ^roBen, nnb nacfybem id; bie gütternngSarten Sfaberer 
erlogen nnb nad; ttmftänben and; 23erfnct>en nnter^ogen tyabe," fagt nnfer ®ewärSmann, 
„Bin id; Bei einem gntter fielen geBtiBen, welches meine 23öget frifcf> nnb gefnnb erhält nnb 
Bereitet wirb wie folgt: 3d; nel;me ein @tüdct)en gleifd;, wie eS in ber $ücfye geBrand)t 
wirb , jebod; mir fotcfyeS , wetckS bnrd;auS ■ feine SÖetmif cfytmg oon ®ewür^ ober 6äure 
n. f. w + §at, mag eS gefocfyt ober geBraten, mag eS Mnb*, ^'alb ^ ober §)ammelfleifd; fein, 
für jebe Nachtigall täglid; etwa fünf Bio feep @ramm, bap ettoa fnnfje^n ©tüd zermalmte 
§anf!örner, nnb t?ade gleifd; nnb §anf anf einem Sßretcfyen fo fein als mögliefy. 2lnf 
einem anberen Söretcfyen ^erfteinere id; eBenfo tyartgefocfyteS (St, baS Beige mit bem (MBen, 
ber Menge nad; nngefä^r eBenfooiet toie gleifd;, mifctye ^ieranf baS (£i mit bem gleifd;e, 
geBe einen Teelöffel oott getrodnete Slmeifeneier nnb fooiet attBadneS Setprob, bafs bie 
gange Maffe ttm einen ftarlen (SfSlöffet oott anjmacfyt. £)aS SeißBrob lege id; eine fyatBe 
©tnnbe oor ber gutterBereitnng in Saffer nnb brüde eS bann fd;arf ans. 5lneB biefe 
Beiben Stoffe mifd;e icf) mögticfyft gnt mit gleifd; , (Si nnb §anf burcfyeinanber. §ieranf 
reinige icB meine gnttergefäße mit focfyenbem nnb Mtem Baffer, trodne fie gnt aB, fuße 
fie mit bem gntter nnb oermifcfye biefeS mit etwas Saffer, fobafö baö ®anje ettoa bie 
23efcfyaffenf)eit oon O^anerfal! erlangt. 51B nnb gn geBe td) nnter btefe§ gntter . §ot(nnber^ 
Beren, Forinten, @Berefd;en, füge kirnen n. bgl., ftede anefy meinen %c^tigatten bann nnb 
toann frifc^e ober anfgcqnedte 23eren gtoifc^en baö ©itter beS" täftgö. 3)ce^Itoürmer reicBe 
ity Bei biefer güttemng nnr oier Bi6 fe$3 @tüd anf ben Ä'o^f nnb Sag, ^aBe fie inbeffen 
Bei frifd)gefangenen, jeboef) an baö oorfte^enb Befc^rieBene gntter gewöhnten Vögeln and) 
fcfyon brei Monate ^inbnrcB pr $roBe gang toeggelaffen nnb fie erft bann toiber oorgetoorfen, 
als ber 33ogel in ootter $2anfer ftanb. SDiefeö gntter ift nngemein Billig ^erpftetten nnb 
bie 3uBereitung fetBft bnrc^anS nicfjt fo nmftänblicfy nnb geitranBcnb, als eS flehten möchte. 
3n einer ^Siertelftnnbe lann man eS für mehrere 3Sögel frifc^ ^Bereiten. §anptfac^e ift 
getoiffen^aftefte ^eintic^feit. §adBretd;en, Saffer^ nnb guttergefcfyirre muffen febeS^ 
mal forgfälttg gemx^t werben, bamit Jebe ^ac^fänemng beS gntterS fobiel als möglich oer* 
miben toerbe. ©eS^alB rate id) auc^ jebem SieB^aBer, toeld;er einzelne SSögel ^ält, fid) 
felBft ber Bereitung ju nnter^te^en. — (gierBrob barf nnter Umftänben bie @ier oertreten, 
wirb fie aBer niemals erfe^en, fd;on weit eS oiel fc^werer oerbanlid; ift als frifdje @ier." 

@ine reic^lic^e %d)fütterung mit Mehlwürmern nnb anf ben Siefen erBeuteten ^erB^ 
tieren aEer 5lrt entöle id; meineSteitS anf baS bringlid)fte. 5llte Seic^freff er , bte 9cac^= 
tigaüen ooran, erwarten fct)r Batb biefe Öecterei mit @e^nfud)t nnb Begrüßen i^re Pfleger 
mit frenbigem (ScBnaljen, foBalb er nad) bem £DM;twnrmtopf greift ober mit bem ©c&ityfer 
ins B^ntmer tritt. 

3^afS es möglich ift, Nachtigallen, @^roffer nnb anbere (Sänger and; Bei anberem 
gntter längere 3eit p Ratten, BeWeifen iBeoBad;tnngen nnfereS TOtarBeiterS oon grety* 



9?acfyttgaa unb ©proffer. 27 

berg, toelcfye id) ber 23eacfytung aller Öieb^aber, bie i^rert Vögeln Ijrinreicfyenbe $dt toibmen 
lernten, beftenS empfohlen fjaben null. 

„ §rier in SRegenSburg leben mehrere $ogettieblj>aber , toeld^e ifyre Sänger , als tröffet, 
Nachtigallen, Sperber* unb ®artengraSmüden, Sproffer ober (Rattenfänger, gaunlönige, 
©roffeln, §eibelerd?en ic. famt nnb fonberS mit geribenen 9ftölj>ren ober gelben Gliben nnb 
gequetfcfyten §anffömem füttern, oljme jemals weitere $ugaben p reichen. 23et einem biefer 
Sieb^aber lam id) gerabe px gütterung nnb fonnte baS gutter anf baS genanefte unterfucfyen: 
eS beftanb aus nichts anberem als §anf nnb Gliben, ©er 9Nann er^tte mir, bafs feine 
jüngften $üget feit brei, ber (Rartenfänger feif biet, bie übrigen feit fünf 3al)ren bei u)m 
lebten» Einige feien bem Nefte entnommene 3iel)oöget, anbere 2öitblinge. Sitte 33ögel toaren 
frifefy, munter, gut genährt nnb ootlftänbig befiebert; faft alle fangen, fo toeit bie 3al?reS$eit, 
ber ©e^ember, es mit fic^> brachte, erllärlid^ertoeife noefy nicfyt mit ooller (Stimme, aber 
boefy fo, bafs man jeben an feinem Vortrage erfennen fonnte. Nad) $erficl)erung beS 
Pflegers lommen feiten (£rlranfungen ober £obeSfätte oor." 

„Ncd? auffatlenbereS ttmrbe mir er^tt unb gut beglaubigt (Sin ^iefiger £agetöl)ner 
nemlicb reicht feinen Vögeln triebt einmal regelmäßig baSf etbe gutter. Sonntags gefyt er 
in ben 2Batb unb ^ott fic^> l)ter ^rneif eupuppen , fo lange er biefe fyaben lann; fittb leitete 
ju (£nbe, fo gibt er §anf; get)t i^m and; biefer auS, bietet er eingetoeid^teS 25rob: unb 
bennoeb fittb feine SBöget gefunb unb fcfylagen ober fingen fleißig. (Sin allmähliches 2Öecf>feln 
oon Sommer* unb SBinterfutter !ennt man fyier ju Öanbe gar nicfyt." 

„(SS fd;eint, bafs biefe gütterungSart aus Mangel an anberem gutter entftanben, 
betoärt gefunben unb fomit feftge^alten toorben ift. £)a nur ein bei 2tmeifenputy>en unb 
täglich funfte^n Stücf äftetytttmrmern gehaltener Sänger jäljjrlid) einen $oftenauf toanb oon 
tttva %ef)n £alem erforbert, toätjrettb ein mit §anf unb WxUn gepflegter 23ogel berfelben 
2Irt nur ^toei bis brei £aler Auslagen oerurfacfyt, bie ®efunbl)eit ber Pfleglinge gleich gut 
ift, Sterbefälle nid)t häufiger als bei ber üblichen gütterung eintreten, flehten mir metyr* 
jährige, genaue Sßerfucfye toot angezeigt .$u fein, galten bie (Srgebniffe berfelben ebenfo gut 
aus nüe ^ier, fo mag man bie (Gegner einer folgen gütterungSioeife ruf)ig reben unb 
abraten laffen." 

,,3d) gefte^e offen, bafs icfy bem oben befd)ribenen gutter niemals meinen Beifall 
gesollt, ja eS nicf)t einmal ertoälmt traben toürbe, beftänbe für mid), nad)bem id? mid) burefy 
eigenen lugenfc^ein unb eingel;enbeS befragen oon ber £atfäd)lid)feit fo trefflicher (Srgeb* 
niffe überzeugt l)abe, nod) irgenb toeld;er Qmtftl att ^ er $uSfüI?rbarfeit einer fo billigen 
(SmäfyrungStoeife unferer für fyöcbft anfprucfysoott gehaltenen Nachtigallen unb anberer garten 
Seic^freffer." 

So toeit grefyberg, ein Sftann, toelcfyer länger als fündig 3at)re bie oerfcfyieben* 
artigften ^tfgel mit SßerftänbniS unb Überlegung geflegt §at Unglaublid; erfreuten mir 
feine Angaben burc^auS nid;t , feitbem ic^ meiß, bafs man in Italien aucl) ^arte Seic^freffer 
faft auSfc^lieKic^ mit ^ßotenta ernährt. 

2Biberl;olte 51uffrifc^ung oon £rinf* unb iöabetoaffer ift für baS 2öolbefinben einer 
Nachtigall unerläfSlicl)e 53ebingung. 53ei toarmem Setter reid;e man Skbetoaffer täglid; 
toenigftenS einmal, £rmftoaffer minbeftenS ^toeimal unb ^toar jebeS in befonberen Näpfen. 
Nachtigall unb Sproffer trinfen unb baben biet, aber nic^t immer sw berfelben Sjpt, toerben 
ba^er oft gelungen, fic^> fc^mu|igen SafferS pm 53aben ober lautoarmen unb abgeftan* 
benen jum ^rin!en ju bebienen. 23eibeS mufS man ju oermeiben fud)cn unb lann eS auc^ 
fel)r leicht, loenn man einigermaßen auf bie @ett>olmf)eiten feiner Pfleglinge achtet unb bereu 
55ebürfniffe ju erFennen ftrebt. 



28 (Srbf imger. 

Sie Bereits (59b. 1 ©. 12) Bemerft, tyalte icfy ^ad)tigallfäftge mit toeicfyer £)ede nid;t 
für nottoenbig. §auptfacfye ift unb Bleibt in meinen Singen, bafS baS GeBauer groß unb 
Beqnem fein, and) fo r einlief als möglid) gehalten toerbe. hierfür gelten bie (53b. 1 ©. 47 ff) 
angegeBenen Regeln, $ann man bem täfig einen red>t freunblicfyen, zutoeilen oon bcr 
©onne Befdnnenen $la^ im 3^ mmer ankeifen, fo erzeugt man feinem SBetoo^ner eine 
Soltat, n>eld)e er ban!Bar anerfennt. D^iefe em£f%lt, toomöglicfy nodj $Kanfen$etoäd)fe 
anbringen, toetc^e üBer bie Käfige IjjeraB^angen nnb fie metyr unb minber üBerbeden, 
tooburcB ben Vögeln ein laufd)iger, ber Statur natyefommenber 2luf enthalt gebärt nnrb. 
Senn man ben ^Blumentopf mit einem Utfterfa^ oerfif)t, um baS GetoäcfyS ofyne £)urd^ 
näffung beS SläftgS ftetS feucfyt erhalten pi fönnen, fo toirb baSfelBe Bei nötiger 2luStoal?t 
freunblid) machen nnb baS Ganze baS 3totter *¥ x fd)müden als oerunzicren. 

„3n größeren Räumen", Bemerlt 8ieBe, „fud)en bie Nachtigallen bürre @ tränier 
auf, feiert ftd? fogar auf £annenz*oeige unb oerBergen fid) in flehten Pannen, oBgteid) biefe 
längft rot geworbene Nabeln tragen, oermeiben bagegen teBenbe, in Zöpfe gefegte 8auB* 
getoäd;fe, fo oiet fie fönnen, toärenb fie biefe im freifte^cnben gluggeBauer gern Bernden. 
Selber Grunb für biefeS aBfonberlidj>e (Maren p finben ift, toeiß tdj nic^t. 

Grunz loar meinet SiffenS ber erfte ÖieB^aBer, toelctyer Nachtigallen, ^erfnrtlj) ber 
erfte, melier (Sproffer zotete. NeuerbingS finb biefe 23erfud)e nriber^olt unb mir oon 
oerfdn'benen leiten Mitteilungen gemalt toorben, aus benen ^eroorge^t, bafS Bei geeigneter 
59e^anblung Beibe $ögel otyne fonberlid^e Umftänbe zur gortyflanzung f freiten, toie aud) 
Beibe ftd) ntiteinanber paren unb 53lenblinge erzeugen. Seber Nachtigallen nod) @proffer 
ftellen Befonbere 2lnfprüd?e an ityren Niftraum, Begnügen ficty im Gegenteile aucfy mit mangels 
^aft eingerichteten Käfigen, falls biefelBen nur groß genug finb unb gefd^t fielen. 3n 
einem freifte^enben mit paffenbem @traud)toerf Bepflanzten gluggeBauer f djreiten fie, falls 
es ü)nen an ber nötigen Nahrung unb ber erforberltd)en 9^u^e nid)t fefylt, regelmäßig zur 
gortpflanzung, Bemmen banfBar fogar tanarienoögel* unb anbere Hefter unb Behelfen ficfy 
mit 23au= unb SluSfütterungSftoffen , toie fie fold)e in ber greü)eit nicfyt oertoenben. Ser 
iljmen eine Niftftetle zurecfyt mad)t, toie fie fold)e im greileBen Benu^en unb i^nen biefelBen 
(Stoffe oerfcfyafft, toeld)e fie braußen oertoenben, bürfte fd)toerlid) oergeBticfy Nad;zud)t erwarten. 
Nur infofern machen fid) @cfytoiertgfeiten geltenb, als nicfyt alle Nachtigallen ober (Sproffer 
toeifenfcu^en zur Sluffütterung i^rer kleinen oertoenbcn, oielmetyr außer ^e^ltoürmem 
noc^ anbere ftd> Betoegenbe ^erBtiere verlangen, biefe aBer ftc^> nic^t immer mit ertoünfd)ter 
^eic^tigfeit Befc^affen laffen. anbere bagegen, jumal jung aufgewogene SeiBd)en, füttern 
o^ne loeitereS 5lmeifen^u|)))en unb oerurfadjen bann bem Pfleger nur unBebeutenbe 9^ü^e. 
3m 3immer l;at man meines SiffenS Bis je^t noc^ feine 3ud)tergeBniffe unferer SSögel 
erhielt, iDa^rfc^einlic^ Bloß aus bem ®runbe, toetl man ^ter nid?t genügenb große Käfige 
aufftellen unb biefe nicfyt mit ben nötigen ^ftan^n jum @dmfe unb jur 33erbedung ber 
Hefter auSrüften fann. Hm fo ^toedmäßiger bürfte eS fein, 9?ad)tigatten , toeld?e man fid; 
fortpflanzen p fe^en toünfc^t, in ®eioäcBS^äu|em unter^uBringen. 3n fold;en legen, ioie 
unfer TOtarBeiter ®olz ^ier einf galtet, auc^ bie Silblinge i^re Hefter an, falls fie un* 
ge^inbert aB unb %u fliegen fönnen. 33on 1861 Bis 1865 Brütete im fogenannten alten 
^flanzen^aufe beS berliner Botanifd;en Gartens je ein ^ärc^en, flog burd? eines ber fleinen, 
für bie Lüftung Beftimmten @d)ieBfenfter unb ließ ftd? in größter 9^ä^e BeoBacfyten. Gleicl)* 
Zeitig Brüteten minbeftenS y$n 'pärc^en in ben ioeiteren UmgeBungen biefeS ^flanzen^aufeS 
im greien unb toürbe ber Garten für nod? me^r 53rutgeBiete 9?aum unb fonftige SßorBe* 
bingungen Bieten. (Sin fdm^enbeS ©ac^ alfo, unter toelc^em 23äume unb . «Strauc^toerf 
ftel;cn y ^at gerabe^u 9?eiz für unfere ^ac^tigatt. 



ijÖattmacfjttgalten. 29 

3u alten 33rutoerfud?en empfü)tt e3 fid;, jung aus bem tiefte gehobene Nachtigallen 
ju toasten. £)iefe (äffen fid), toenn man bie (59b. 1 €>♦ 62) angegebenen Regeln Beobachtet, 
leicht auffüttern unb ju außerorbenttid) ja^men §au3genoffen er^en, derben auefy fetyr au3* 
bauembe, toenn fcfyon nur in Ausnahmefällen, b. §. Bieg bann, toenn fie ausgezeichnete 23or* 
fd/täger ju ^oren befommen, gute länger- £>te üMnndjen unterfcfyeiben ficf> oon ben 
Seibcfyen, fobatb fie aufgefüttert finb, burcB bie Bebeutenbere ®röße, bie geftredtere ©eftatt 
unb bie me^r aufregte Gattung; e3 Bebarf jebocfy eines fefyr f cfyarfen, geüBten 23 tiefet, um 
biefe Unterfdn'be mit einiger ©icfyertyeit fyerau^ufinben. ©omit mufS man tool ober übel 
alte jung au3 bem Nefte entnommene 23öget Bio p beginn ber ©efangSjeit Ratten unb 
fann bann erft Beliebig üBer fie oerfügen, b. fy. fie enttoeber paren ober aBer bie SBeibcfyen 
naefy Eintritt be£ grüfyjafyreS freigeben. 

(&ut htfyanbdtt Nachtigallen erreichen ein l?ot)e3 Alter. Stn ple^t oon unferem WiU 
arbeiter ®ol$ gepflegtes, ausgezeichnetes 9ftännd)en lebte ertoifenermaßen aö}t^n 3afyrc 
im Käfige, 23etoeiS genug, bafS Seicfyfreffer minbeftenS ebenfo teid;t als $ömerfreffer fid) 
Ratten laffen unb ebenfo toie biefe andauern, ^ranl^eiten oerfcfyibener Art, an benen 
felbftoerftänbtid) auefy biefe 23ögel leiben, finb meift eine gotge mangelhafter Pflege unb auS 
biefem ®runbe fd)tt>er %tx Reiten, hierüber gelten bie toeiter oben (-53b. 1 @, 89 ff) mit* 
geteilten Angaben. Keffer als alte Arzneimittel toirft in bieten gälten ztoedmäßig oer* 
änberte Pflege , namentlich reicfyticfye gütterung mit fooiel tebenben Kerbtieren , als man 
befommen fann, nötigenfalls mit [Ole^ttoürmern allein. 

©er s ßreiS ber ^aetytigatten f cfytoanft , toeniger naefy ber 3afyre^eit als nad) ber ® üte 
beS Vogels, in leiten (Frenzen, grifd) gefangene 23öget biefer Art bezahlt man in ber 9?cge( 
mit fun^e^n bis stoan^ig ®rofcfyen, ausgezeichnete @cfytäger gern mit bem 3 e ^ n * un ^ 
gtoanzigfacfyen. ©proffer fann man unter Umftänben fcfyon ju brei Katern baS ©tüd 
erlangen, toärenb man für auSgezeidwete @d)täger ungemein f;ofye greife, fetbft fünfzig 
bis fec^jtg £ater für baS @tüd verlangt nnb oon Sieb^abern erften langes aud) erhält. 



!toiittmacl)ttpllett. 



An bie Nachtigallen reiben ioir eine aus Wenigen Arten befte^enbe SSogetfi^e an, bereu 
TOtglieber in ®eftatt unb betragen am meiften tool ben eben ertoafjmten ($belfängem 
ähneln, obgleich fie auefy mit getoiffen ©cfyitffängem einigermaßen übereinftimmen. 3^re 
•äfterfmate finb oertj)ättniSmäßig ftarfer, auf ber girfte gebogener (Schnabel, tyotye guß* 
tourzetn, ziemlid) furze glüget, unter bereu ©dringen bie britte unb oierte bie längften, 
mäßig langer unb breiter, ftarf pgerunbeter (Scfytoanz unb feibentt>eid)eS ®efieber. £)ie 
®efd?tecfyter unterfcfyeiben fiefy nicfyt, unb bie jungen tragen fein gtedenfteib. 

631. ®te 58auitttta(^ti(jall , ASdon (Sylvia, Tardus, Calamoherpe, Agrobates, Salicaria) galac- 
todes, Temm., (rubiginosa, familiaris, minor), — St. 33. $hxftf) unb § arttaub, SS. Oftafr., @. 247. — 
©rö|e ber ^ad)ttgaH; Oberfette fa^t ifabettbräunltc^ , Unterfette ttetß, fc^wad), auf ^ropf unb «Seiten beut* 
ittfjer tfabeHfa^t überflogen, Unterpgetbecfen roftf at)X , ein ©treifen über bie güget bttre^ ba§ Singe hiZ auf 
bie ©d)täfe unb ein anberer »om ä)iunbtr>inlel bi§ unter bie O^rgegenb fc^wärjttc^; @d)toingen unb 2)ed= 
febern braun, außen fafytoeiß, innen roftifabell geraubet; bürget, obere ©d^toaitjbedcn itnb ©c^üjansfebcrit 
jtttnfeC gimmetrot, festere oor bem breiten weißen @nbe mit breiter, fd^warjer Ouerbinbe, bie beibeu mittelften 
am ©übe unb an ber ^nnenfabne braun. $ri§ bunletbraun, <&&)nabd gelbbraun, ^üße ^orngclb. — ©ine 
im Söeften be§ 2Serbreitnng§gebiete§ auftreteube Slbart jetgt lebhaftere färben auf ber Oberfeite unb big 
pm buntlen ©nbe einfarbig gimmetrote SDWttetfdjtoangfebem. 

S)er 9Serbreitung§frei3 ber Slrt umfafft ©übeuropa, 9?orbafrifa, bie Sauber um ba§ 9iote unb ©djroarje 
Ü)ier unb ba$ »eftlidje Slfien. Verirrte würben auf §elgolaub unb in ©ugtanb beobad)tet. 



30 drbfänger. 

032. Sie SBuftfjmttfjnöalt , A.,. (3., Erytliropygia, Thainnobia) paena, Smith, (lactea). — 
Scrgt ©miU), 111. S. Air. Zool. Sfl. 30. — &ttoa$ Heiner at3 bie öor^erge^enbe Slrt; oberfeitS faf)t 
jimmetgelbrot, auf bem Sftrjet unb ben oberen ©djwanäbecf en lebhafter , auf bem SDberfopfe uub ben §at§= 
feiten m'8 3 imtnetgr auf a^tc, Slugenftreifen uub Unterteile ifabetttoei^ fetttid) jimtnetgetb oerwafcfyen; (Schwingen 
braunfcfywarg , bie ber §anb au ber Sßurgcl fdjtnal, bie be§ 2trme§ an ber ganzen Slufienfafme Brett jimntet= 
rotgelb geranbet; ©djwanjfebem fdjwarj mit breitem, weißem Srtbe, bie beiben mittelften jimmetrot mit 
fdjwarjem @nbe. $ri§ rötlicfybraun , (Schnabel uub Seine Iwraf^war^. — SBeibdjen ein wenig bläffer afö 
haä SJMnncfjen. 

Sie Heimat ift ber größte Seil ©übafrifaS. 

£)ie £3aumnad)tigatten betootmen öorjugStoetfe bürre, fpärlidj mit nieberem Söufcfytoerf 
beftanbene Drtticfyf eiten , im ©üben (Europas Weinberge, Ötbaumpflansungen, in Ifrifa 
fcfytoacfy bebufcfyte ©te^engegenben , ol?ne jebod;» baS reichere grudjjttanb $u meiben. (Eine 
SiebtingSpflanäe beS Vogels fcfyeint ber fogenannte geigcnfaftuS gu fein; bie von ifjm ge* 
bilbeten me^r ober mtttber unburcfybringüdjen £)idid>te Serben namentlich gern jur 
Anlage beS NefteS benu|t. 3n Wxtith nnb ©übafrifa ©tanboöget, oertaffen bie in (Europa 
Ijaufenben 23aumnad)tigatlen ü)r 2M;ngebiet bereite $u (Enbe beS ©eptember, um im tiefen 
Slfrtfa Verberge $u nehmen* (Regelt bie Wlittt beS Steril febren fie prüd, bie Sücänncfyen 
einige £age früher als bie £Öetbd)en, jucken il;re 8iebtingS:tuä|e auf uub machen fid^ Ijuer 
burd) ü)r fedeS SBefen fe^r balb bemerftid?. gtoax oertaffen fie ebenfotoenig nne bie Üftadj* 
tigatten bie 9tcu)e beS fcfyü^enben (SkbüfcfyeS, geigen fid) aber toett öfter als biefe auf ben 
©pi^en tjeroorragenber tiefte ober ergeben fid) von iljmen ans mit fächerartig ausgebreitetem 
©c^toan^ 3 bis 4 SR l)ocfy in bie £uft, fd;räg nad? oben fteigenb unb ebenfo ioiber 
^ernieber fid? fenfenb. 3n it;rer §altung ähneln fie ben Nachtigallen auffatfenb, 
ftetgen aber uoefy ntetyr als biefe ben ©d/toans unb loerben beStyatb in (Spanien gerabe^u 
„ ©cfytocmjauj^eber ;/ genannt. 31)re 23etoegungen ftnb auSbrudSooll unb fräftig, v 2Befen unb 
(Gebaren anmutenb unb unterhaltend 2Bie bie meiften 2öeid)freffer jeic^nen and; fie fiefy 
burd> ununterbrochene 9tegfam!eit auS; ^öd/ftenS bie ^JHttagSftunben verbringen fie rufyenb 
im ©chatten beS (MaubeS u)xtx £icbtingSbüfd)e. Unmittelbar naefy ber Sfahmft im ©üben 
grenzt ftc^ baS ^ärc^en fein Niftgcbtet ab unb vertreibt mit großem Ingrimm aus u)m 
Jeben (Einbringung ber gleiten %ct ^)aS Neft irirb gegen pttte beS Mai auf 59aum* 
ftrunlen §totpen ftärteren äffen ober im bid;ten (^ebüjd;, am liebften in ben §eden beS 
geigenlattnS aus Reifte!), DJIoS unb ©raSBlättern , toeid)en ^flan^enftengelu u. bgl. tiebertid) 
jufammengebaut , bie WMbe mit Sparen, Sode, gebern, regelmäßig and) mit einem ©tüd 
©cfyfangenfyaut ausgelegt; bie (Eier finb auf trübnjetgem ober btaugrauem ®runbe mit 
buntleren gleden nnb bräunlichen fünften gejeic^net 

^inftcfyttid) ber Nahrung nnterfcb,etben fict) bie ißaumnacfytigatten , fooiel mir bis je£t 
toiffen, nic^t toefentlic^ oon anberen Söeidifreffern. iöe^üglic^ beS ®efangcS ^aben fie mit 
i^ren näcfyften ^erioanbten taum äl;nlicl)teit. S)aS einfädle aber träftige öieb r läfft fiel; 
mit bem unferer ©raSmüden oergteid;en, bem beS 9^önd;eS unb ber ©artengraSmüde aber 
nid;t an bie ©eitc ftellen, toeil eS in einförmig ift. £)em ungeachtet erfreut eS ben gorfcfycr unb 
öiebl)aber, weil eS im greieu auf jiemlid; oben ©teilen, toeld;e feine anSge^etdjneten ©änger 
beherbergen, gehört unb im Käfige mit großer ^luSbaucr vorgetragen loirb. iöegeiftern 
roirb eS Niemanben, unb bieS ift tool aucl) ber ®runb ; n>eS^alb ber 3$ogel nid;t auf unfern 
Xiermarft gelangt, toir über^au^t über baS ®efarrgenteben toenig toiffen. Waty Angabe 
meines ißruberS fi^t man bann nnb loann eine 53aumnac^tigall auf bem 33ogelmar!te 
von 93labrib, unb ebenfo fcfyeint bie fübafritanifd)c 3trt von ben bortigen Hnfiblern 
gehalten in toerben. ©ie ^3et;anblung roirb leine anbere jn fein braud;en,. als man fie 
unferer Nachtigall in Xeil toerben läfft. 



$nbtnnadjttgaüeu. 3]_ 



&ubhwad)tt§ailetL 



3u ben fünften aller 2Beid;freffer gehören bie ^ubinnaduigatlen , äJHttetgüeber , falls 
man fo fagen barf, jtotfc^en ben 25taufex)td?en , be^te^entltd^ 5ftad)tigatfen unb Sdutffäugern, 
t)ö$ft an|>rect)enb gebaute, fd)tanfe $öget mit mittettangem , nicfyt allpftarfem Sdmabel, 
fräftigen, siemtict) Vorläufigen , grofeet)igen gügen, mägtg langen gtügetn, unter beren 
Sd;tt>ingen bie erfte burcl) it)re befonbere Kür^e auffällt, ettoaS fur^ern, teicfyt gerunbetem 
<Sd)xt>anäe mit jugefjnfcten Seitenfebern unb ötgtattem, größtenteils einfarbigem ®efteber, 
Don freierem ein pracfytooller , roter te^lftern lebhaft abftid;t. 

633. $)ic Calliope, Calliope (Motacilla, Turdus) kamschatcensis, (xml., (Lathami, Calliope). — 
SSergt. ©qulb, B. of. Eur., %\\. HS. — ®tjt wenig größer qtö baS $taufei)td)en; Dberfeite otioenbraun, 
Dberfopf unb Dfyrgegextb etwas bunfler, ein bis auf bie ©d)fafe retdjeitber @trid) über ben fdjtoärjl'idjen 
Bügeln weifs, ein fdjmater Slugenring ebextfo, ein breiter SängSfled am äJhmbürinM weiß, unterfeitS oon 

\ einer f^toottjeti Sitibc begrengt, wetdje jeberfeitS ben brennenb ginnoberroten äim * unb Äetjlftecfen einfafft, 
£>alS unb topf braungrau, übrige Unterfeite unb gtügelbecfen roftgetbbräuntid), auf ber 25ruft unb 2kuct> 
mitte unb ben unteren ©djioaujbetfen in'S 2öeißtid)e; Schwingen unb ©djroanjfebertt bunlet otiüenbraun 
mit fdjmalen, roftotiocnfarbenen Slußenfäumeu. && bnxtfetbraun , ©djnabel xjornbraun, an ber SButjel 
fetter, SBeine Ijorngetbtid). — Seibdjen mit weißer teilte, im übrigen bem äftänndjen, junge SSöget 
bem SBeibdjett töjtüidj. 

SaS Verbreitungsgebiet erftredt fidj über baS gaxxge mittlere unb nörblidje Elften bis Samtfdjatfa, bie 
SBinterreife bis ©fibinbien, ©iibdjhta unb auf bie Philippinen. SSerffogene f ollen in Ofteuropa beobadjtet 
worben fein. 

634. $ie Ütufctmtttdjttattll, 0. pectoralis, Gould. — SSergt Setbon, B. of.Ind. IL, ©. 150.— 

®röße beS 23(aufet)tdjenS ; bunfet graubrduntid] t>erwafd)en, ein (Streifen oon ber @tirn bis jum Hinteren 
Slugenranbe weiß, Bügel, ^°Pf UIID ^alSfeiten, $ etjte unb tropf fdjroarj, einen fdjmaten, brennenb §innober= 
roten £ängSftreifen auf tinn unb Dberfebje einfdjtießenb , 33ruft unb übrige Unterteile weiß mit bunfet* 
grauen «Seiten unb Unterftügetbecfen; ©djwingen olioenbraun mit fdjmalen fetteren Slußenfäumen ; 
©djwan^febetn fdjwarj mit breiter weißer SBitt&el unb weißen ©pii^eufleden , beibe mittelfte ©teuerfebern 
bunletbraun gegen baS @nbe ju bunller; $riS bunfetbraun; ©djnabel f d)Wcir^Iid}braun , $üßc btafSrot= 
braun. — SB et betten olioenbraun , auf ber SStnft blaffer, auf Äetjte unb SBauct) weiß(id). 
2)ie 2trt entftammt bem §imatat)a. 

Über bie 8eben§tt>eife ber 9?ubinnact)tigallen toiffen toir noct) toenig, tool aber genug, 
um ben lebl)afteften Sunf^) ^u t)egen, bie in @üb<, Oft* unb SJättetafien l)äufigen unb oon 
allen 25ogelfreunben mit Vorliebe im $ äftge gehaltenen ^Bögel auex) für unfere ©ebauer ^u er* 
langen» 3n i^rer §eimat leben bie prad)tootlen ©änger l)auptfäcx)lic^ in lid^ten, an biestern 
Unteri7ols reiben Salbungen, iöufcfybicficfyten längö ber gluföufer, §eden unb @ebüfcx)en r 
im toefentlicx^en alfo naefy %xt uuferer ^31au!ei)ld)en. 3n (Sibirien unb ^orbdn'na erfex^einen 
fie nid)t üor (Snbe ^ipxxU, meift erft in ber feiten §älftc be3 3JJai, oertoeilen ^ter roärenb 
be3 ganzen (Sommert unb treten fpäteftenS im Oltober il)re Säuberung an, toetcfye fie bi^ 
na^ Oftinbien füfyrt. Quxfy ix^r Sefen unb (gebaren erinnern fie ^umetft an bie 23tau* 
fex)l(^en, galten ftd? toie biefe jiemlid) berftedt, meift auf bem iöoben ^toifi^en ®ebüfcfy, 
^öt)ri(^t unb 53inficit)t, laufen ebenfo geraubt unb rafc^ iDie bie SBertoanbten, fliegen feiten 
toeit in einem 3 u S e r fuct)en oielmet^r bei ($efat;r immer unb immer toiber bie fie oerber* 
genben @ebüf(^e auf, nähren ficx) bon allerlei Kerbtieren, Sürmem, Seid;tieren u. bgl v 
ttetcfye fie oom iÖoben, am Dtonbe ber @etx)äffer unb au^ bem Sumpfe aufnehmen, unb 
bauen fpät im grüx)iax)re bietet auf bem 33oben, jtoif^en ben Stämmen berlrü^elter Seiben, 
funftootte, überbaute Hefter mit furzen, feitlicl)en (gingang^ri3x^ren , in benen man (£itbe 
Suniö bier biö fünf auf blaulid^grünem (^runbe mit fet)r blaffen, oft laum fid)tbaren, ^e^el* 
rötlichen gleddl)en unb fünften fpärlic^) gefprentelte (gier, einen Neonat fpäter bie jum 5(u^* 
fcfytüpfen fertigen jungen ftnbet. iöei 2lnnät;eruxtg an ein 91eft l;ufd;t ba3 Seibd)eu, oi)ne auf^u* 



32 drbfchtget 

fliegen, tyeroor., rennt, ftd) oerftettenb, ein &tüä auf bem SSoben ba^tn nnb oerfrtecfyt ficfy 
fobann in ben näcfyften ®ebüfcfyen, ben Seggang beS (StörenfriebeS abtoartenb. Särenb 
ber SbxvLtynt mummt man überall, oor^ugStoeife aber beS %cfytS, ben ausgezeichneten 
(Schlag ber SMnncfyen. 23ei £age fingen fie feiten; bod) fi^t man bann uni> mann eines 
oon i^nen auf ben ©ptfceit junger 23irfen nnb Reiben fifcen, bie ®efyle aufblafen, tote nnfere 
^acfytigatl tut, bie ginget tote beim fingenben 25laufel)lcfyen ettoaS gelüftet , ben @d)toans im 
regten Sinfet auf gefielt, jebocfy ofyne ü)n $u Betoegen ober ausbreiten. „(SoBatb bie 
©onne ben (SteficfytSfreiS oertaffen $at," fagt £aqanotoSfi, „Beginnen biefe Vögel ju 
fingen. SlnfangS nehmen nur toentge ©tücfe an bem Vortrage Seit, nacfy nnb nacfy aber 
erfreuten neue ©änger, unb f$on toärenb ber SIBenbbämmerung umgeben bie angenehmen 
Seifen bie in ben Tälern DftfibirienS üBewad)tenben Stenfcfyett. ©er ©efang bauert Bio 
jum borgen, je nacfybem ber §immet ift: Bei Pflegen prt man feiten einen fingen; an 
trüBen Sagen läfft ftcfy bann unb toann einer tytfren." ©ie SeiBcfyen galten ftcfy, toärenb 
bie TOnncfyen fingen, ftetS oerftedt, fommen üBerlj)au}>t oiet . [eltener jum Vorfd;eine als* 
biefe. ©er ®efang toirb feljr gerühmt, oBgleid; alle gorfcfyer, toelcfye eine SftuBinnacfytigatt 
hörten, Bemerken, bafS er fyinter bem unferer ^acfytigatt jurüdfle^e. „toten fdmarrenben 
Stnfcfylag", Bemerft 9?abbe, „fein barauf fotgenbeS tieferes pfeifen läfft fie oemetymen; 
eS ift eine leifere Mage, toeld?e fie bem Dfyre ju^auc^t. ©teid^> ber ^act;tigatt jcbtägt fie 
brei= Bis viermal mit ber ©Übe „Xrju" an, läfft aBer bann einen langen Triller folgen, 
toeld^er einigermaßen bem ber gclblerd;e ähnelt, ©ie ©dmarre fe^lt faft nicfyt immer, ift 
aber ftetS fetyr fcfytoacV £aqanotoSfi Be^eidmet ben @efang als rufyig unb fanft, jebocfy 
toenig mand;f altig, nennt ben Vogel übrigens unter ben oftftbirifdjen ©ängern einen ber 
angene^mften. ©cfyon in ben Umgebungen oon £omSf lj)örte 9?abbe unfern Vogel ab unb 
in fingen; t)äuftg aber tourbe er erft öftlicfy oom 3enifei, namentlich auf ben unfein ber 
Angara ofyntoeit SrfutSf, toofelBft SRabbe ü)n in einer Wlainad)t in Un^l f plagen fyörte, 
oernommen. befangene laffen nad) Angabe beSfetben s Jtaturforfd>erS ü)r Sieb Bio #1 ($nbe 
SluguftS oerne^men. ©d^on in 3rfutSf ftnbet man gerabe bie $altiope nicfyt feiten im ®e* 
Bauer, unb {ebenfalls ift fie ben bortigen Vogelfängern tool Befannt. Viel häufiger aber 
als in (SiBirien fcfyeint fie oon ben (£t;inefen gefangen gehalten ^u toerben unb jtoar nicfyt 
allein im ©eBauer, fonbern aud) oermittelft eines u)m um ben §alS gelungenen gabenS, 
toeld;er anbererfeitS an einem ütütx&t befeftigt toirb. 

3cfy ^abe mid? Bis je^t oergeBticfy Bemüht, ben ebenfo fd;önen als oorpglid; fingenben 
Vogel leBenb ju erlangen, gebe jebod? bie Hoffnung nod) feineStoegS auf, ba er @taber'S 
Verficfyerungen infolge in einzelnen (Gebieten beS europätfcfyen Ural feineStoegS fo feiten 
oorlommt, als man BiSt;er annehmen ju muffen geglauBt ^>at 



jBlaukel)l(l)ett. 



©ie 23taufefyld?en, oon benen minbeftenS brei tool unterfc^ibene , oon ©njelnen freiließ 
noc^ heutigen SagS als Abarten ein unb berfelben ©rnnbform betrachtete Sitten in ©eutfd;lanb 
oor!ommen, fenn^eic^nen fic^ burc^ folgenbe 3^er!male: ©er ©dmabel ift geftreeft, oor ben 
^afenlöcfyew ettoaS jufammengebrüdt, ^friemenfpi^ig; an bem langen guße ftnb bie äußeren 
unb mittleren 3 e ^ ett tytnten jnfammengetoac^jen; in bem ettoaS furzen nnb ftumtofen gittig 
finb bie britte unb oierte ©d)toinge bie tängften ; ber mittetlange ©d;toan§ Befielt aus siemtic^ 
glcic^langen , ettoaS Breiten gebern; bie iBefteberung ift loder. 59eibe ®efdjted;ter unter* 
fcfyetoen fic^ burd? bie gärbung unb bie 3ungen oon ben Sitten. 



Slaufefyldjen. 33 

635. $a§ MauWältn , rotfternigeä «lauteten , $Blaufröpfd)cn , SBcgftedtein , @ilber=, ©cfyilb-, 
Söaffentadjtigatt, 9?ad)ttgallenfbnig , ©rbtoiftel, ÄarBoogel je., Cyanecula (Mot., S., Saxicola, Lusc.,) 
suecica, L., (cyanecula, coerulecula, orientalis, indica, suecioicies). — 21. S9.: -ftaumanu, 95. 25. XIII, 
@. 387. — ©röße be§ ®artenrötling§, £>berfeite" unb Flügel olioengraubraun, ein £äng§ftretfen oom 9^afen= 
lodje bi§ §n ben @d)läfen rofttoeißlid), £>§rgegenb roftbräunlid), tilget Mau, gegen ba§ Singe ju f$t»&gß$, 
23aden, $inn, Äe^TCe unb topf ultramariublau , einen fyufeifenförmigen , roftsimmetbraunen äftittelfted ein^ 
fdjlieftenb, eine Ouerbinbe über bie SSruft , meldte oon beut Stau be§ Kropfes burd) eine fdjmale Ouerlinie 
getrennt toirb, ebenfalls roftäimmetbraun, übrige Unterteile iueiß, an bcit ©citen roftfat)t oerftafdjen, Unter* 
flügdbeden roftrötlid»; ©dringen olioenbraun, aufjen fdjmal olioengraubraun gefäumt; ©teuerfebern an 
ber Söurgel gimmetroftrot, in ber (SnbfyäTfte brannfd^warg, bie beiben mittelften einfarbig bunfelbraun. $ri§ 
bunfelbraun, ©djnabel fcfyioarsbraun, an ber SBurgel fetter, Seine fyettbraun. — gm £>erbftfleibe |abew 
bie blauen $tmt= unb te&Jfebern fafyfoeifje ©nbfäume, unb e§ erfdjeint batier nur bie ©egenb am 2)tab= 
toinfel unb eine breite, größere SSinbe über ben Äropf blau. 2)iefe begrenzt unterfeitS eine breite toeiße 23inbe, 
auf welche bie gimmetbranne folgt. SDer blaue tefylmittelfled ift matter, unterfeitS fdjmal toeift, feitlicfy breit 
fdjtoärjttdj begrenzt. — SSeibdjen: finn unb Äeljle toeifi, nur (entere unterfeitS in§ ^Roftgelblkfye gter)enb, 
fyter oon einer trübblauen, tu3 ©djtoarge überge^enben topfquerbinbe, feitlid) oon einer IHei^ie bunfler Rieden 
begrenzt, ©berbruft roftbräunlid), mit bunlleren ©cfyaftfleden. — Sunge $ögel gefledt. 

Europa unb Slften bi3 gum 70° nörblidjer breite, in^befonbere ©fanbinaoien, -ftorbrufälanb unb (Sibirien 
bilben ba§ §eimat3gebiet ber 2lrt, toeldje auf d)rem Söinter^uge hi$ ©übinbien, ©enar unb Slbefftnien gelangt. 

636. %a§ <Sjriegett>ögc(d)eit , »eißjlermgc§ SBlaufefyldjen, C. leueoeyana, Brehm. — f. SSV: 
Naumann, SS. £>. XIII, @. 373. — Sern SSlaufefildjen tciufdjenb cHjnfidj, aber ftatt be§ jimmetroten, 
mit glän^enb feibentoeißem $efylmittelfted. 

Vertritt bie oorige 2lrt in 3)eutfdjlanb ; toanbert im Sinter ebenfalls bi§ Sttittelafrifa. 

637. $cr ®ilbertJögel, SBotffd^cS Hänfenen, C. Wolfli, Brelim. — 31.8.: Naumann, 35. 2). 
XIII, ©. 364. — @twa§ Keiner afö ba§ Hänfenen; ba§ ®ü}U unb $ropffd)ilb beim äftärotd&eit einfarbig 
bun!el ultramarinblau , ein jimmetroter pber toeifjer äftittelfled unterfeit§ oon einer jimmetbrannen Ouer- 
binbe begrenzt, meiere oon bem SSlau burd) eine unbeutlicfye btaufd^tearge S3inbe getrennt ift. — SBeibcfyen: 
^inn unb Äe^le toeiftlidj, feitlic^ oon einem breiten fd^ärglidjen, unterfett§ oon einem blaufd)toarjen ©treifen 
begrenzt; Äropf roftfa^l, mit fd)malen, bunleln ©c^aftftric^en. 

^m mittleren unb nörblicfyen 3)eutfd)lanb bie ^äufigfte 2lrt; weitere SSerbreitungSgrensen noc^ nic^t 
näljer beftimmt. 

Einige Sieb^aber beobachteten, baf§ gefangene ©ilberoögel einen mei^lidjen Ädjtfled erhielten unb glaubten 
beS^alb bie ©leidjartigleit be§ ©piegel* unb ©ilberüögeld)en§ annehmen %n muffen, toärenb e3 fid^ in 
ber Xat nur um ein ausbleichen be§ blauen $eblfelbe§ Rubelte, tote e§ attdj beim rotfternigen S3lau= 
!eb,lc|en oorfommt. 

ü)tc ttoci) immer Bei gorfcfyent unb Öieb^aberu |et[(^ettbe Slnfic^t, bafS bie genannten 
iBlanfe^lc^en nur (Spielarten einer unb berfelben gorm fein foflett, mafyt eö Bi6 \t%t m* 
mtylxö), me^r aU eine ©efamtfcfytfbermtg beö Öebenö unb ^reibenö ber fo anmutenben 
33ögel in geben. 2lud) feinen alte 5trten in ben §au^tjügen i^rer 2efcen$toetfe toefenttic^ 
überein^uftimmen, fo bafö ein ^efamtbilb ^unäc^ft noc^ genügt. £)ie ißlaufe^Ic^en tragen 
ben tarnen rf Saffernac^tigalten /; mit fcottftem D^ec^te; benn fie betoo^nen tüärenb i^rer 
^Brut^eit unb fobiet aU möglich auc^ tüärenb be3 3 u S e ^ un ^ bn ^txt, n)eldj>e fie in ber 
Sinter^erberge berbringen, mafferreid^e ^egenben, alfo am liebften 33rüd)e, bebufc^tc >%lu§* 
ufer, gtufä* unb @ecmfcln unb ä^nlic^e Drtlt^f eitett , toelc^e i^nen nicfyt allein bie nötige 
unb getoünfcfyte ^a^rnng, fenbern auc^ 3jerfted^lä^e in §ülte unb güöc gebären. 2lu3 
biefem (^runbe gehören fie in ben (Gebirgen unb an iöerggelänben ju ben größten (Seltenheiten, 
berühren folc^e ®egenben in ber Siegel über^au^t nur auf ü)rem 3 u S e / »>ärenb fie in 
toaffer* unbjumal brud^reic^en ®egenben häufige SSögel genannt werben muffen. 3n gan^ 
s Jlorbbeutfc^lanb finben fie faft überall geeignete Sofynplä^e, in Sfanbinabten, ^RufSlanb unb 
Sibirien folcfye nic^t allein in ber £iefe, fonbern au^ auf ben breiten SRücfen ber (Gebirge, 
tüetc^c befannttid) laum ettoa^ anbereö al$ ununterbrochene 3^oräfte ftnb. Särenb beö 
3uge3 fuc^en fie ^unäc^ft ä^nlic^e Örttid;!eiten auf, folgen ben mit 23ufcfytoerf umfänmten 
^öäc^en fo toeit al$ möglich, Ratten \iti) jeittoeitig an £eicfyen unb ^fü^en auf unb be^ie^en 
in Ermangelung oon ©etoäffew borüberge^enb Kartoffel * ^or;t= unb ^3o^nenf eiber, beim 

SB v e t> m , gefangene Söget. II. . 3 



34 ©rbfänger. 

£)urd)reifen ber trodnen lüften unb (Stehen aber jebe Örtticfyfeit , tx>eld^e u)nen einiger^ 
maßen ©dm^ oerfpriefyt. <Sie toanbern nur beS %lafyt$ nnb tote eS fcbeint nid)t gefetlfc^aft^^ 
loeife, fonbern einzeln, l)öd)ftenS in flehten Xru^S, fommen im grütjjafyre nm bie Dfter^eit, 
beftimmt in ben legten £agen beS %Jläx% ober in ben erften beS 2tyrit an, bie 9Jlännd;en 
meift nur eine Socbe früher als bie Seibcfyen, »erteilen toärenb beS ganzen @ommerS 
am 23rutto(a£e, Beginnen im 2luguft nm^er^nftreifen nnb oertaffen uns gegen dhtbe Septembers 
toieber. begegnet man einer guggefettfcbaft, fo finbet man fie ftetS einzeln, ba fie nicfyt bloß 
am Sbxutytaty, fonbern aud) auf ber IRetfe ein getoiffeS (Bebtet ftcfy abgrenzen nnb in bem- 
fetben fein anbereS ©tüd ber gleiten Art bulben. 

Unter ben in leiblicher nnb geiftiger §infid?t fo hochbegabten (£betfängem unb Seid^ 
freffern überhaupt gibt eS toenige, toetd)e ben 25taufel)tc^en gteid)fommen. 3m ®efange 
toerben fie oon mehreren überboten, im betragen, in ber Art unb Seife il)reS Auftretens, 
ttyrer fdnnuden §altung, be^enben iöeioegung, ifyreS anmutigen (Gebarens !aum oon einem 
einigen. Gunter, fed in allen 25etoegungen, ^urtig, nid)t fcfyeu aber oorftd)tig, getoären fie 
bem 23eobadj>ter unter atten Umftänben Vergnügen» @ie tragen ficfy fe^r aufregt, ppfen 
in fdmetlen ©^ringen rafd) über ben SSoben bafyin, taufen jebod) aucfy f d)ritttoeif e , immer 
fo Ijmrtig, bafS man fie nur mit einer über ben iBoben ba^in ^ufcfyenben 9ttauS oergteicfyen 
lann, burd?fried)en bie bicbteften ®raSbidid)te ober (Müfcfye mit außerorbentticfycm ®efct)id, 
tjüpfen aber nur fetten oon ; einem 3n>eige ^um anberen unb ftetjen beim Auffi^en toie beim 
Saufen ben @d;toans in anmutiger Seife. 31)r gtug befielt aus größeren unb feineren 
23ogen, get)t, toenn eS fid) um baS £mrd;meffen größerer ©treden Rubelt, uiebrig über ben 
23oben bat)in, förbcrt aber oerfyältniSmäßig fe^r rafcfy, fcfyeint fie aucty feineStt-egS $u ermüben, 
^<x fie toärenb ber £>u%tit in mancher 92ad)t bebeutenbe ©treden prüdtegeu muffen. ($in* 
gefyenbere 23eobad;tung ftettt batb außer ßtotifel, Da 1^ mcm * n ken 251aufet)td;en aud) geiftig 
hochbegabte giere oor fic^> ^at. ©o äutrautid) fie erfd)einen, fo lange fie fid) unangefochten 
toiffen, fo fcfyeu unb oorfict)tig toerben fie, toenn fie 9?acfyftet{ungen erfahren; fie befunben 
bann tatfäcfyticfy toa^rc &ift, um ficfy Verfolgungen ju ent^en. ffllit anberen ^armtofen 
Vögeln (eben fie {eber^eit im tiefften grieben, mit 31)reSgteicfyen nie, toeit ü)re (Eiferfucfyt 
feine ®ren^en ^u fennen fctyeint S)al)er ift eS aud; i^r erfteS 23emüi)en, fieb jeber^eit ein 
beftimmteS (Gebiet ^u fid;ern, unb ber tam))f innerhalb eines folgen nimmt fo tauge fein 
(£nbe, als noc^ irgenb ein anbereS ^ännd;cn ober ^ärc^en in ber 9?cüj>e fic^ befiubet. 

inmitten biefeS (Gebietes unb jtoar in näd)fter s )2ät;e ber ©tette, toetcfye baö a^änneben 
getoö^nlid) inm ©ingen wtytt, ioirb baS 9ceft angelegt, meift im bid)teften (^eftrü^ 
ätoifcfyen altem, ^atboerfauttem Surjettoerf, oerborrten oon Wlc$ unb @d;(ingfcf(anjen übexv 
nmcfyerten 3^ e ^S en / fleinen (Srb^ö^ten unb bergteid;en. ü$ befielt aus Öaub, gröberen 
«Stengeln, bürren ^älmcben, toelc^e bann unb toann aud) mit (SrbmoS oermifebt werben 
unb ift innen mit feinen Öftren uno s J3ferbet)aren , Seibentoolle unb bergt ausgelegt, 
günf bis fed;S ^artfc^alige, ticfytbtaugrüne (gier bilben baS Belege. 25eibe ®efc^led;ter brüten 
unb ioibmen fid; aud) ber ^rnä^rung ber Zungen mit großem (Sifer. s Jcacb ootlenbeter erfter 
^Örut f freitet baS ^ärc^en in ber Siegel ju einer feiten, toenn auc^_btefe oorüber, beginnen 
3tlt unb 3ung um^erpfc^toeifen unb nac^ unb nac^ fid) auf bie Säuberung ju mad;en. 

Die ^a^rung ber nieblid;en 23ögeld;en befte^t aus allerlei Kerbtieren, ioeld)e in unb 
am Saffer leben, bereu ßaroen, Sürmern, fleinen Sdmeden unb anberen Saffertier($en. 
©ie lefen ^au^tfäc^lid) oom ißoben auf, mad;en aber aud; 23erfud;e, freiliel) meift miSglüdenbe, 
fliegeube Kerfe ^u fangen. ®egen ben §erbft ^iu freffen fie gern ocrfdn'bene bereit, namentlid; 
§ollunber^ unb gaulbaumberen , oorauSgefe^t, bafS bie ©träume na^e am Saffer fielen. 
3m Käfige reicht man ü)nen baS befte ^ad)tigallenfutter, im ©ommer möglic^.ft oiele, frifd;c 
Ameifen^u^en unb ^e^ltoürmer, im Sinter teuere in genügenber Stenge, be^anbelt fie 



überhaupt ganz wie bie 9?ad)tiga(fen, jebcnfaü^ ftet3 mit großer Aufmerffamfeit unb (Sorgfalt, 
wenn man fie mehrere 3alj>re am Seben erhalten Will; benn fie finb weicfytid; unb tyinfatfig. 
%n frifcbem Saffer jum Srinfen unb 33aben barf e3 u)nen niemals fehlen: fie verbrauchen 
von beibem viel me^r al$ bie meiften übrigen $ögel unb oerfümmem, wenn fie hieran 
Mangel leiben, 3 U t^rem Aufenthalte eignet fid) ein gewöhnlicher 9?ad)tigattenfäfig am 
beften, namentlid; fo lange fie nocfy fd)eu unb Wilb finb, wärenb fie, bereite ge^mt, in 
jebem 35auer untergebracht werben bürfen. Senige SSöget gewönnen ficfy fo leicht wie fie 
an bie ©efangenfcfyaft. 23iele iBlaufe^lc^en fingen fcfyon in ben erften Sagen nacfy if>rer 
©nferferung, unb bie meiften tyaben fiel) binnen oier^elm Sagen bereite ooltftänbtg mit ü)rem 
Vofe au$geföl)nt, mit i^rem Pfleger befreunbet unb gebärben fid) fo, als wären fie Wlo* 
natt lang im engen Häfige. @el)r richtig bemerft JRefy, baf3 fie bem Pfleger, welcher fie 
|"u be^anbeln verfielt, oft fcfyon in ben erften vieren Sagen ben ülftei)twurm au3 ber §)anb 
nehmen unb nid)t allein l;ierburd), fonbern and) burd) fonftige vertrauensvolle §ingabe an 
ben (Gebieter il)re t;ot)e geiftige ^Begabung befunben." ©ie finb rei^enb in jeber §rinftcfyt, 
in Spaltung Wie Aufführung unb verurfacfyen, tro£ ifyrer 2öeid)licfyfeit feineSwegS metyr £02ü^e 
als anoere zarte Seicbfreffer, belohnen biefe yjlüfyt aber reichlicher als bie meiften 9ßer= 
wanbten. $on ben im grüf)}at)re gefangenen 9J?ännd)en, U)eld;e eben von it)rer Sinterreife 
zurüdgefefjjrt finb unb fid) wo! fcfwn mit ÖiebeSgebanfen tragen, ge^en atlerbingS viele 
ein; §erbftlinge bagegen laffen fid) weit leichter eingewöhnen unb fingen meift bereite im 
3anuar ttyre anmutigen lieber. Aus biefen ©rünben barf man fie bem £iebl>aber warm 
ernsten. $war verliert fiefy ber (Sdnnelz ü)re£ prad)tvot(en ^etjlfcbitbeS fdjon nad) ber 
erften Käufer, unb baS 23lau gefyt naefy unb naefy in ein fd;mu$igeg (Graublau unb ple^t 
in ein unfcbeinbareS ®rau oberSeiß über; man vergtfft aber biefen ^acbteil über iljren liebend 
würbigen (Sigenfctjaften unb bem föftXtc^ett ©efange, welchen fie fleißig l)ören laffen. 3fyr 
anfpred;enbeS 8ieb zerfällt in mehrere ©trogen, welche burefy furze Raufen getrennt, aber oft 
wtberi)olt werben. §elt ^fetfenbe Söne wecfyfeln mit einem abfonberlicfyen (Schnurren ober, 
wie ber £iebl)aber fagt, „Öeiem" ab, welches le^tere ju ber Meinung verleitet, bafö ber 
$oget mit bereiter ©timme fange. £)azwifd;en werben bie atterverfdn'benften klänge, 
wclcbe 23laufel)ld)en in ber 9?ad/barfd?aft il)re3 SoljmortS erlaufenen, eingejcfyoben , fo bafö 
man fie mit gug unb $Red;t p ben ©Göttern jaulen barf, alfo and; ber la^länbifc^e 9^ame 
„ ^nnbert^üngige " für alle 51rten gerechtfertigt erfc^eint ißefonber^ au^ge^eidjuete länger 
tragen ^örud;ftüc!e auö bem £iebe ber §eibelerc^e, beö Seic^fd;ilf|änger^ ber 23aftarbnadj>tigatl, 
be^ §änfling^, beö gid;tenlaub(änger3, ber ^auc^= unb Uferfcbtoalbe, ber großen Stteife, beö 
§an6]>erlingö unb SacfyteHönigS , anbere folc^e au3 bem ©efange beö ©artenrötlingö, 
23aumm>er3, Meiberö , ginlen, ber 9?ad)tigatl, gelblerd^e, bcö 55irlenlaubfänger^, beö (£rlen* 
^eifig^, ber (Singbroffel, be^ SafferlciuferS unb anberer ^Bögcl oor, abmen ben Sacbtelfc^lag 
täufd>enb nac^ unb eignen fid) fogar rau^e unb freifcfyenbe 33ogelftimmen an, welche fie 
freilief) in einer fefyr angenehm in baö £)§x fallenben Seife $um beften geben, ©enn alle 
©trogen, fo bunt unb wirr fie auefy burc^cinanber geworfen werben, Hingen im (Schnabel 
beg 551au!e^ld;en6 fanft unb angenehm, unb ber gan^e ®efang l)at auö biefem ®runbe etma$ 
fe^r anmutenbe^. Soviel mir belannt, ^aben fie fid) biö \t%t noc^ nirgenbö im Käfige 
fortgepflanzt ; bod; will bieg nicfyt oiel fagen, ba man fcfywerlicfy in biefer pnfic^t genügenbe 
,35erfuc^c mit i^nen angeftellt ^at. S^eine^ (irad^ten^ bürften fie fiefy in einem größeren, 
mit Saffer^flan^en auögeftatteten D^aurne bequemen, ju niften, unb wa^rf^einlic^ würben 
fie ebenfo gut wie bie oerwanbten 9?otfel)ld;en i^re jungen groß füttern. 

£)er ^5reiö eine^ lebenben unb eingewöhnten ^31au!e^lcl)en^ überfteigt feiten jWei Salet 
unfereö (^elbe^; frifd) befangene finb felbft ju bem vierten Seile biefer ©umrne in ^aben. 
iöe[onber§ ausgezeichnete länger werben mit bem bereiten unb breifac^cn bejatylt. 

3* 



36 ©rbfänger. 

HtoltaöfeL 

$erbinbung3gtieber jtotf^cn 9?a$tigatfen unb Stoffeln ftcöcn bte Salbrötel bar, f leine 
Stetltd) gemattete $öget mit broff elartigem , an ber oberen ^inntabe ettoaö gebogenem, bor 
bem furzen §a!en berfetben eingefd;nittenem Sclmabel , ^o^en nnb bünnen Süßen, jiemtid? 
furzen, ftumpfen gtügeln, nnter beren ©Urningen bie oierte nnb fünfte bie tängften ftnb, 
mittettangem , oorn ettoaS auSgefdmittenem @c^toan§e nnb breitem, ftratigem nnb locferem 
®efieber, toelc^eS bei beiben ®efd)led?tem me^r ober toeniger cu)nltcfy, bei ben jungen aber 
eine burcfyauS oerfd>tbene gärbung zeigt 

638. £>a3 %otUt) t^etl, 9*otbärtcfyen, ^otbrüftälen, ^otfröpfcfyen, $efy(=, Sinter- unb 2öatbrötet$en ic. f 
Erythacus (Mot., Sylv., Lusc., Rubecula, Dandalus) rubecula, L., (familiaris, silvestris). — St. S3. : 
Naumann, B. S>. IL, @. 397. — OberfeitS otiüenroftgetbbraun, ©tirn, Bügel, Äopf unb §at§feiten, 
$inn, We unb topf lebhaft äimmetrot, ein «Streif en öon ben ©dpfett an ben §at§ = unb Sßruftfeiten 
fyerab afcfygrau, 23ruft unb 23aucfy meiß, ©etten unb untere ©d^toan^becfen otittenbräuntid) , untere $tüget= 
betfen roftgetb fat)t; ©dringen unb ©djroanäfebern otiüenbraun mit fdjmaten roftgetbbraunen Stufjenfäumen. 
$ri§ bunletbraun, &ü)naM fyornbraun, ftfiße tiornbräunticfy. — Sßeibcfyen gteid) gefärbt, nur ba§ Bimmet= 
rot aufteile unb topf fetter. — $unge Söget oljne getbrote $et)te, ba§ übrige Meib auf oliüenbraunem 
(Srunbe mit tidjt roftroten @djaftf(ecfen, Äe^te unb SSorber^atS braungetb mit otiüenbraunen Sorberf ernten, 
SBaucfy fdjmujig »eifo $ri3 grau. 

2)a§ SRotfefjIdjen finbet ftdj in ganj (Suropa üom ^otartreife an bi§ jum äufjerften ©üben, wetzen e§ 
tr>enigften§ im SBinter bewohnt, unb lommt anf bem Buge auefy in 9?orbafrifa unb auf äftabeira öor. 

639. 25a§ $ai*ttCOtt)ögeltf)ett, E. (Lusc.) akahige, Temm. — 2t. 58.: Fauna jap., @. 55. — (große 
be§ SRotfdjfdjettS, Oberfeite ottoenroftbraun, 8üget, topf unb §at§feiten nebft tinn unb Seljfe lebhaft roft= 
jimmetrot, eine Ouerbinbe über bem topf fcfymarj, SBruft unb 35autf)feiten graufd^marj, übrige Unterfeite 
n>eif}, untere $tügetbecfen ^etC roftrot; ©äjmansfebern bunlet roft^immetrot. $ri§ bunletbraun, @d)nabet 
|brnfa>ü)ar|, ^üße bräuntid). — Sßeibdjen minber tebfjaft gefärbt. 

Sertritt ba§ SRotle^tcfyen in $apan unb 9?orbd)ina. 

640. 2)a§ ®tf)toar5tef}lc()Ctt, E. (L.,) komadori, Temm. — %. 33.: Fauna jap., @. 55. — ©rö^e 
be§ $otlefjtd)en3, gemje Oberfette, ^tilget unb ©djtijcmj brennenb gimmetrot, £>anbfd)ftnngen graubraun, 
©tirnranb, $üget, f'opf unb §at3feiten, tinn, ÄefyCe, topf unb SSaucfyfeiten \$)toax%, übrige ttnterfeite 
fttbertoeift, untere ^tügetbeden fdjtüar^, bie Gebern mit meinen ©nbfäumen. ^ri§, ©c^nabet unb ^ü^e 
bunletbraun. — Söeibcfyen: Oberfeite matter ats beim 9^ännd)en, bie gan^e Unterfeite mei^, ^>at§= unb 
Sruftfeiten mit graufafyten ©nbfäumen. 

35ic ^eimat ber 5trt ift auf ^apan befdjränft. 

Über bie Sebenömeife ber 3Sertoanbten nnfereö tieben^toürbigen 9?otte^(c^en^ fehlen 
ißericfyte, fo bafS iotr nnö %ax$dt anf btefeö befc^ränfen muffen. Sie tool adbefannt, be^ 
ioo^nt e$ bei nnö 51t ßanbe toärenb beö @ommer6 Salbungen be^ (Gebirges unb ber (Sbene, 
am tiebften fold^e, toelc^e reieb an Unter^otj finb, niebereö ®ebüf<^ nnb ^eimlic^e, fc^attige, 
büftere Stellen beft^en. 3n ben ^Intoalbnngcn teilt eö mit ber ^acfytigaft ben 5lnfent^att, 
ofyne fic^ jeboc^ ebenfo tüte biefe an ba^ SSufc^tocr! p binben; in ben Öaubtoalbnngen jie^t 
e3 mittel^o^e ^icli^te nnb ©tangen^olj mit mofigem ®runbe alten anberen Salbe^teilen 
oor. §arttebig nnb ran^e Sittemng nidBt fc^enenb, trifft e^ bei uns bereite in ben erften 
£agen be^ %JIclt% ein nnb ift ju @nbe beö ä^onatö ftc^erlic^ fc^on anf feinem ©tanborte 
ange!ommen; auf bie Sinterreife begibt cS fic^ erft in ber testen §älfte be^ Oftober, ob* 
tool einige bereite im «September ju ioanbern beginnen unb anbere erft im ^ooember nad;* 
folgen. 33ei an^altenb milbem Setter überwintern in gefd)ü^ten Sagen aud^ tool einige 
^Hotfe^lc^en in ^)eutfd)lanb ; bie $auptmaffe jebod? toä^lt fid^ im ©üben (Suropaö, ju* 
mal in Spanien unb ®ried)enlanb, an fonnigen ^ebirg^le^nen unb iöergge^ängen pfagenbe 
So^nfi^e. §ier begegnet man itjnen ungemein ^äufig, um fo mefyr, aU fie aud; in ber 
grembe an ber Sitte feft^atten, ein beftimmte^ fteine^ (Gebiet, in toetcfyem fie !cin anbere^ 
^ärcfyen i^rer 5lrt butben, fid) abzugrenzen, ^re ^Reife unternehmen fie beS yiafyt$ in fix* 



ftreuten ®efellfd?aften, ioeld;e nur infofern @efetligfeit &u üben freuten, aU fie miteinanber 
biefelbe ©trage jtel&en. 

(Sofort naefy ber Slnfunft läffi baS Sftotfel^lcfyen feinen angenehmen nnb lieblichen, oer* 
tyältntSmäfjig lauten, aber ettoaS fcfytoermütigen ®cfang oemefymen: mehrere abtoed)felnbe, 
flötenbe unb trillernbe (Strogen, toeld)e feierlich nnb getragen Hingen. (SS toä^lt fieb pm 
Vortrage feiner Sieber meift eine beftimmte §ötye, läfft glügel unb ©c^toan^ nacfyläffig Rängen, 
befümmert fiefy anfebeinenb nur toentg um bie 2lufjentoelt, fifet auf einer unb berfelben ©teile 
lange geit ftill unb gibt fid^> gänrfic^ feinem tonreidjen Siebe ^tn. „@S fcfyeint", fo fagt %l au* 
mann, „fo lange eS fingt, ein ganj anbereS Naturell angenommen ju^aben: ein feierlicher 
@wft ift an bie ©teile beS grol)finnS , ein getoiffer ©tol^ unb Sürbe an bie beS üppigen 
SeicfytfinnS getreten." ©obalb baS Sieb oorüber, fommen bie fonftigen (Bgenfcfyaften jur 
Geltung. Dbtool feine iöetoegungen abgemeffen erfreuten, finb fie bodj fdmetl, leidet, 
^urtig unb »erleiden im Vereine mit ber flogen Haltung bem Vogel ettoaS fetyr fedeS. 
®c*oö^nlicfy trägt er ftcb aufreebt , läfft bie glügel ettoaS Rängen unb ftreeft ben ©c^toan^ 
gerabe aus, fdmellt biefen aber fefyr fyäuftg aufwärts unb macfyt unmittelbar barauf eine 
rafcfye Verbeugung, toeld)e ü)m allerliebft anfleht Stuf bem 33oben unb auf längeren heften 
tyüpft eS mit leichten ©prüngen untrer; im ®e$toeige fliegt es rudtoeife rafd) oon einem 
5lfte jum anberen, rutyt nad) jebem ©prange ein toenig, fcfyaut mit ben großen, fingen Singen 
munter in bie Seit unb \t%t fobann feinen Seg fort £)er ging gefd^t rudtoeife, toenn 
eS fiefy um £)urcfymeffen fleiner ©treden tyanbett, gleicfyfam ppfenb, übrigens in ©drangen* 
linien, toetcfye bei entfprecfyenber Veranlaffung rafefy unterbrochen toerben, ba unfer Vögel* 
cfyen, fo ungern eS fiefy bei Xage aud) im greien jeigt, bod) ber glugfunft ootlftänbig Sfteifter 
ift. SSlxt bem äußeren auftreten fielet baS Sefen toot im (Sinftange. £)aS 9fotfetytd;en ift 
in ber Zat !ec!, munter, neugierig unb oertrauenSfelig toie bie 9?ad)tigaU, gegen feines 
©leiten aber feineStoegS gutartig, oielme^r nicfyt bloß muttoittig, fonbern auefy ^anffücbtig, 
ja unter Umftänben, pmal toenn bie Siebe unb (Siferfucfyt ins ©{riet fommt, toirftid) bös* 
artig. Zxoi^ allebem !ann man ü)m ein gutes ©emüt nxdjt abjprecfyen. iBarmtyer^ig nimmt 
eS fid) oertoaifter Vögel an, mitleibig fogar beS früher gerafften (Gegners, toenn biefen ein 
Unfall traf, 3*oei gefangene Sftotfetylcfyen, meiere ftcfy auf £ob unb Seben befe^beten, tourben 
bie beften greunbe, nacfybem eines oon ifynen baS 23ein gebrochen fyattt: 23etoeiS genug für 
baS eble Sefen beS lieben ®efd)öpfeS. 

(Snbe 2tyril3, f^äteftenö im anfange beS 9M, f^reitet ba6 $Rot!e^lc^en jur gortpflanpng. 
ÜDaö 9left fte^t an einer günftigen ©teile beS bereits im grü^ting unmittelbar nad^ ber 
5ln!unft ertoä^tten (Gebietes, regelmäßig in unmittelbarer 9?ätye beS 53ufc^eS ober 23äum= 
c^enS, Don toelc^em ^erab baS äRännc^en feine Sieber vorträgt, immer fetyr na^e über, in 
ber SKegel fogar auf bem 23oben, in ber §ö^tung eines 23aumftamme3 , jtoifc^en bic^tem 
($$etour^el, hinter ^raSbüfc^en, an alten ©töcten ober aud) in ©teinri^en unb gelblöd)crn, 
toeiten (^rb^ö^len ober enblic^ im Sttofe f e ^P« ^)ürre 53aumblätter, (SrbmoS, trodne ^pan^en^ 
ftengel, abgeftorbene ©raSbtätter unb §älmc^)en bilben ben 2lufjenbau, §are unb Solle, geber* 
cfyen u. bgl. bie' innere 3luS!teibung.. ^ine 5)ede über bem Sftefte fc^eint unbebingteS (5r* 
forberniS ya fein; loenn- fie fe^lt, fucfyt baS bauenbe ^3ärc^en fie fünftlid) ^erpftellen. Ü)ie 
fünf bis fieben runbeu, ^artfc^aligen, auf gelblic^^toeißem ®runbe über unb über bunfelroft^ 
fatyl be|>ri^ten unb be^unlteten @ier toerben oom a^ännc^en unb Seibc^en toecfyfelstoeife auS^ 
gebrütet unb in ungefähr oierje^n 2:agen gezeitigt. 2luc^ an ber 2luftucfyt ber üungen be* 
teiligen fic^ beibe Altern, legen eine au|erorbenttid>e Siebe für bie 23rut an ben 2^ag unb 
fucfyen fie oor jebem geinbe nac^ Gräften ju febüfeen. 

5llS echter (Srbfänger nimmt baS SKotfetyld)en ben §auptteil feiner 9k^rung bom ^Bo^ 
ben auf. (Sin Seicfyfreffer im eigentlichen ©inne beS SorteS ift es nic^t; benn außer 



3 g (Srbf cmger. 

allerlei terBtieren tit allen SeBenSpftänben betört es aucfy flehte ^dnteden, Dtegentimrmer 

unb BejottberS ötcle Söeren, namentlich §eibel*, 3ol>anniS*, ©eibelbaft*, ^oltunber*, gaulBaum*, 

(§Bere(a)en*, 6m'nbetBaum*, §artriegel*, treuem*, SDttftel*, im Notfälle felbft 2öad)otber* 

Beten, §)iemad) I)at man baS <Stubenfutter ehtpricfyten, inSbefonbere bann, toenn man baS 

3?otfetyld?en nicfyt, tüte oielfad) übliefy, im 3twmer umherfliegen läjft, fonbern in einen 33aucr 

fperrt, in toeld^em eS ftrf> nicfyt n)ie bort allerlei ü)m pfagenbe 9ta$rung felbft fangen fann. 

(£in oorpgtid) pbereiteteS 9?ad)tigallenfutter, gleid^oiel nadj> ioelcfyer 3 u f ammen f e ^ un ^ 

Bilbet bie ©mnblage; Sfoteifenpuppen in erforderlicher Stenge, 9J2efyltoürmcr nnb allerlei 

Kerbtiere, toie man fie mit bem (Scfyityfcr fängt , finb bie 3*tfoft 2lußerbem reicht man im 

JperBfte oon ben genannten SÖeren in oerftänbiger SlBtoecfySlung tagtäglich einige £räuBcfyen, 

barf aBer nicfyt glauBen, bafs man baS 9?otfe^lrf>en mit folgen allein, toenn auefy nnr jeit* 

toeilig ernähren !önne, fyat oielmefyr p Bebenfen, bafS eS ein großer Unter [djüeb ift, oB ein 

93ogel ein BefthnmteS gutter fiefy felbft mähten fann, ober ob er ein folcfyeS fiel) toäfylen mufS, 

unb bafö SRotfetyldjen nnb anbere ißerenfreffer im engen Käfige bei p oieten SBeren nicfyt 

gebeten, oielmefyr oerfümmew nnb p ®runbe gelten. 2Benn man leine 23eren mefyr fyat, 

fann man Forinten ober frifcfyeS DBft, namentlid? kirnen, außerbem aud> Styfel* ober 

Pflaumenmus unb gefocfyteS 23adoBft als erfprießliebe ^flanjenfoft reichen, immer aber nur 

als 3 u S aDe l n ^ em eigentlichen 9?acfyttgattenfntter. Um bie 23ilbung oon ®etoöllen p er* 

möglichen, mif ebt man unter baS 9?ad)tigatlenf utter oon 3eit p 3eit grobe Meie , bie §ülf en 

oon §anf ober am Beften s JMfäferfcfyrot unb gebörrte, ^artfe^atige , groB jerflemerte ®erb^ 

tiere üBerljaupt. 23ei f old)er 23el)anbtung lebt ein fonft reinlich gehaltenes , üBerfyaupt 

forgfam gepflegtes ^otfeljrtcfyen mehrere 3a^re im Käfige, feiten aBer fo lange toie in einem 

toolüBertoacfyten 3^ me ^r tn toelcfyem eS fiel; Batb oollftänbig eingetoölmt, als (Baft p 

£ifd)e fiel) Bittet, außerbem burd) 2öegfangen oon fliegen unb anberen ®erBtieren fid) 

nü^lid) macfyt, burefy 23efcfyimnpng oon @inrid)tungSgegenftänben aBer aucl) toiber läftig 

toirb. Ungeachtet beS Vergnügens , toelcfyeS ein fo §alb$a$me8 SRotfeljlcfyen gemärt, rate 

icfy nid)t, ii)m bie größere grei^eit im Sünwer P geflattert. (£S ergebt i$m früher ober 

fpäter toie allen Vögeln , toeldje man frei untrer fliegen läfft : fie nehmen üBer lang ober 

fürs e * n trauriges (£nbe. £)aS eine ertrinft in einer ©cfyüffel, baS- anbere fommt jtmfctyen 

bie 2üre, baS britte toirb oon ber ^a^e gef reffen, baS oierte oerliert auf anbere Seife 

fein ÖeBen, unb bie Trauer um baS Befreunbete SBefen ift bann mit D^ec^t eine fo tiefe, 

bafS man lieber fein 9?otfel>lcfyen me^r galten mag. Unb bennoefy oerbient biefeS toie toenig 

anbere 35öget gehegt unb gepflegt p werben. „Säre ber ®efang biefeS frö^lic^en üapu* 

pter3 yi , f chattet ©irtanner ^ier ein, „toelcfyer ^ßfalmen fingt unb baBei luftig mit bem 

@d)toän^en pett, melier fc^toärmerifc^en 53lidS in bie untergel;enbe ©onne fc^aut, ein 

2lBenbgeBetd)en p ftammeln fcl)eint unb im näcfyften 5lugenBlic!e mutentBrannt üBer ein 

anbereS ^ännc^en feiner 5lrt Verfällt, nic^t allp fc^toermütig ober gefü^lSüBerfd^toenglid; : 

icfy fönnte niemals o^ne feine @efett[d)aft fein. T)enn abgefe^en oon bem (^efange ift baS 

^otfe^lcb,en in jeber §infic^t eines ber nieblid;ften , traulicfyften , befc^eibenbften unb feinte* 

lidrften 3immeroögel. 3n feine großen , bunflen Singen fann eS me^r (Spraye legen als 

irgenb ein anberer mir Befannter 23ogel, unb eS fcfyetnt ü)m ^9e^agen p getoären, fo recfyt 

tief in bie klugen feines i^m offenBar ans §er^ getoad;fenen Pflegers p flauen, i^m .fo 

ftittfcfytoeigenb allerlei p erjäl;len unb aus feinen Soliden 3uneigung, greunbfcfyaft unb 

Soltoollen p lefen. 23ei biefem 2Si3geld)en ift eine Unterhaltung burc^) bie 5lugcn|>rad)e 

fein s D?ärd)en." SD^ag man biefe Särme eines lebhaft fü^lenben ^SogelfreunbeS Bemäfeln 

toollen: Befreunben toirb man fid; muffen mit bem ®egenftanbe , toeld)em fie gilt. Ü)ie 

liebliche @rfd)einung beS ^otfe^lcBenS , feine muntere Üed^eit, 3 utun ^^ e ^ nn ^ ^eic^te 

3ä^mBarfeit ertoerBen i^m bie 3uneigung oon^ebermann unb ftellen eS ^od) üBer fo oiele 



föotfeWen. 39 

gremblingc, toelcfye mit teurem ®elbe ertoorben unb übet alles 9ttag geprtefen toerben. 
£)af£ imfer SBögelcfyen in feiner Seife hinter bicfen prücffiefyt, toirb au$ bem nacfyfolgenben 
Verborgenen. 

„Ser ben Vögeln aud) nur einige Slufmerf famfett fcbenft", f treibt mir Eugen oon 
§>omefyer, „toeig, baf£ ba$ ^otfefylcfyen jicfy gan^ aufterorbentlid? rafcfy an bie (befangen* 
fdjaft geroöfynt, ja man fann toot fagen, bie !>tä^e be$ SJienfcfyen lieb gewinnt. Senn x<$ 
^eute bon biefem lieblichen Sierefyen fprecfye, fo tue id) e£ mit einem unmutigen ©efüfyle 
an längft bafnn gegangene Otiten unb an ^erfonen, toeldje nicfyt me'tyr finb, namentlich in 
ber Erinnerung an meinen 23ater, beffen Siebe p ben gefteberten ®ef köpfen auf micfy fiel) 
übertragen fyat 2Mn SSater lieg ein 9fotfefytd)en frei in feinem gimmer umherfliegen unb 
braute e$ batb balnn, baj3 e3 fic^> ooüftänbig an ifyn getoöfynte, ^acfybem bie gliegenjagb 
be6jelben ber Sa^re^cit toegen unmöglich geworben toar, fanb fiety t)a$ freunblicfye Sierefyen 
ftet$ auf bem Si|cfye ein, an toelcfyem mein $3ater feinen Sftorgenfaffee genof& (Sin mit 
9fafym gefüllte^ Söffelcfyen jog ben flehten @aft alöbalb fyerbei unb, einmal au3gefüfyrt, rourbe 
e£ pr täglichen ©etoofmtyeit 9tacfy unb naefy tourbe ba£ Sierefyen fo breift, baj$ e$ nie 
fefylte, fobalb man ettoa3 (£\$baxtß auf ben Sifcfy fteüte* Senn man im Sinter ein genfter 
öffnete, flog e$ nicfyt feiten auf ben offenen glügel, fefyrte aber, bon ber falten £uft unan* 
•genefym berührt, ftet£ balb in ba£ Sofynpnmer, oft auefy in ben baran ftoßenben <&ai 
prücf, loo auf bem £)fen ein fleiner Straucfy p einem ^ufyefi^e bereit ftanb, unb lieg oon 
bort oben l)erab einige luftige «Strogen oernefymen, at£ tootle e$ feine greube barüber au3* 
brüden, fiefy in fo befyagticfyen Räumen p befhtbem 211$ nun aber bie Sage nad) unb naefy 
toärmer tourben, blieb e£ anfangt eine längere 3 e ^ ciuf bem geöffneten genfter, fiefy in ber 
frifcfyen grüfylingStuft erlabenb, Unb enblid) an einem frönen mitben Sage, nafym e$ toiber 
ootlen 25eft^ öott ber gotbenen greifyeit unb toarb nicfyt mefyr gefefyen , bi£ ber £erbft mit 
feinen unfreunblicfyen Sagen ben nafyenben Sinter anfünbigte. £)a berichtete man meinem 
23ater, e£ laffe ftcfy ein 9?otfefylcfyen in ber Äfye fefyen, burefy beren naefy äugen geöffnete 
Sure e3 ab unb p fliege. «Sofort ergriff meinen SSater ber ®ebanfe, bte3 fönne fein an* 
berer al£ fein lieber glücfytling fein, unb er orbnete be3fyalb an, baf£ bie oon ber ^üc^e 
jum glur unb oon bort in$ So^n^immer unb &al fü^>renbe Sure geöffnet toürbe, ^aum 
toar bieö gefcfyefyen, aU ba$ ^otfe^lc^en be^enb in bie befannten 9?äume fc^lüpfte unb nicfyt 
allein feinen Öiebling^pla^ auf bem Dfen einnahm, fonbern fofort auc^ fein 53e^agen burc^ 
fcfymettemben ®efang au^brüdte. (£$ na^m otyne meitere^ bie altgetoo^nte Sebenötoeife 
toiber an, unb fo ging e3 fort loie im borigen ^re: ber grü^ling ^og e$ toiber in3 
greie. 211$ nun ber ^umte §erbft ^erangefornmen toar,«tourbe forgfältig auf ben glücfytling 
geartet, unb nicfyt lange bauerte e$, baf$ man t^rt toie im oorigen 3a^re in ben ge^o^nten 
Räumen fa$, bi$ er auc^ bie$mal im grü^linge toiber iu$ greie ^og. 3m näc^ften §erbft 
toarb ba£ ^otfe^en jeboc^ oergeben$ ertoartet: e$ tourbe niebt me^r gefe^em £)ljme 
gtoeifel toar e$ einem Räuber in bie flauen gefallen unb unbarmherzig ertoürgt toorben. ;y 
!Diefe (gr^lung fte^t feine$toeg$ oerein^elt ba. ®rä£ner bemerft, baf$ auc^ er ein 9?ot* 
fe^lc^en befeffen-^abe, toelc^e$ im Sommer unb Sinter nacb belieben oom 3tntmer au$ 
in$ greie flog unb oon ^>ier in$ 3ünnta: ^üeffc^rte, unb Öiebe fügt ^tnju, baf$ ein i^m 
befannter Gärtner mehrmals fc^on im ®etoäd)$naufe ^otfe^en übertointert, unb im grü^ 
ja^re frei gelaffen l;at, toelc^e p feiner innigen greube im Spät^er6fte freiwillig bie i^nen 
tiebgetoorbene Verberge toiber auffüttern 

Eben fo leicht al3 ba$ ^otfentc^en an ba$ §au£ unb feine ^Betoo^ner fic^ getoö^nt, 
f freitet e$ in ber ®efangenfd)aft pt gortpflanpng, toie neuerbing$ unfer Mitarbeiter 
Siebe in Erfahrung gebracht unb mitgeteilt ^at* „3c^ fann", fagt er, „ben gad)genoffen 
3üd?timg3oerfud)e mit biefem lieben Satbfänger um fo metyr empfehlen, al$ bei mit an* 



40 (grbfctager. 

fänglid) bem (Gelingen gan^ Befonbere gwtbermffe im 2öege ftanben — ■ §inberniffe, tr>eld;c 
Bei beit meiften anbeten 23ogelarten getoifS gänjltdjeS (Scbeitem beS 2SerfucfyeS oerantajft 
l>aBen toürben. £)aS oon mir jur 3ucfyt Beftimmte <ßar Beftanb in einem 2BeiBd)en, toetcfyeS 
iä) aus* bem Nefte genommen nnb aufgewogen fyatte , nnb einem im barauf folgenben grül)* 
jal)r eingefangenen äftännd>cn. 3 U ^rem Aufenthalte Beftimmte icfy ein fteineS niebrigeS 23or* 
gemad?, toelcfyeS ju meinem ^tubit^immer fütyrt, nnb burcb toeldjeS forttoärenb 9ttenjd)en 
aB nnb ^u ge^en. £)aS 9Mnnd)en toar ^toar nocfy fel)r toilb nnb §telt fid) meiftenS oerftedt; 
allein baS 2ÖeiBd)en fucfyte fogteicfy mit SttoSflödcfyen im ©cfynaM, Ba(b ba, Balb bort nacfy 
einem geeigneten Niftpla^e, Bio eS enblid) nacfy Verlauf oon fünf Xagen nicfyt ettoa einen 
bort fcfyon mit £U£oS Bel^aglicfy aus gefolgerten Niftfaften, melme^r einen §aufen mit 
trodenem ®rafc gemifcBten 9ttor auSerfor, toelcfyer <im gußBoben neBen einer $omobe lag. 
£)arin Bohrte eS ein fcfyrägaBtoärtS fül?renbeS £ocfy oon ettoa ytfyx Neu^ol! Xiefe, legte biefeS 
mit feinem ®rafe aus nnb Begann fofort $u legen. Inf fünf (giern Brütete eS feft. Am 
^toölften Xage oermiffte id? ein (£i nnb fanb eS nacfy einigem @udj>en roett oom tiefte entfernt 
in einer @de, jerBroc^en, mit faft gan^ enttoideltem jungen. £agS baranf toar baS (Belege 
jerftört, nnb id? fanb ein &, eBenfallS mit fcfyon faft reifem jungen in meinem «Scblafoimmer 
liegen. AuS bem betragen ber Beiben SRotfel)td)en mujfte id) fließen, bafö baS Sftänncfyen ber 
Übeltäter gerne] en fei. AIS oom neunzehnten 3uni aB baS 2ÖeiBd)en toieber baS jtoeite (Belege 
oon oier ©ern in bemfelBen tiefte BeBrütete, beobachtete id? baS 2ttännd;en fleißig nnb 
fperrte es am nennnnb^toan^igften 3uni, als icfy einen Streit jtütfc^en ben Beiben (Satten 
lj>örte , in einen fettltct) , oBer^alB beS Heftes Befinblicfyen $äfig. £)aS 2öeiBd)en lieg fiel) ba* 
burefy eBenfo toenig toie burd) bie Annäherung BcoBacfytenber Teufel? en im ißrutgefcfyäfte ftören 
unb Braute am britten unb oierten 3uli, alfo nad) oier^e^n Bis funfte^n £agen, brei 3unge 
aus. Anfänglich nahmen bie kleinen nur toenig Nahrung, unb erft oom oierten £age aB 
fa$ id) bie Alte öfter a^en. §ierBei BeoBacfyte id), bafS im ®egenfa^e $u Bei mir Brütenben 
Amjeln bie 9?otfefyld?en toärenb ber erften £age ben jungen leine Bemerflicfye 3J^enge oon 
@peid)el Beim güttern mit einflößen. AIS bie jungen fecfyS ^age alt toaren, faß beö 
Borgens bie Butter tobfranf unb traurig mit gefträuBtem ®efteber neBen bem tiefte. 3c^ 
na^m fie toeg unb fanb ben UnterleiB fe^r entpnbet, ben After oerfleBt mit fc^mierig auö^ 
fefyenbem ^ote unb baranf ^eroorragenb ba3 ©nbe eines grauen^areS. Als id) an legerem 
leife jog, rifS eS aB. 3n biefer 9fot ^aette ict; ben ganzen ^oS^aufen mit bem ^efte in 
ein törBcfyen, fteette ein X^ermometer hinein unb fe^te eS auf ben Dfen mit ber Anorbnung, 
bafS bie Särme auf 24° E. erhalten, unb bafS bie jungen oon £tit in $tit gefüttert 
ioerben follten. ©em Iranlen 23ogel flößte icb in einer ^alBen ©tunbe gtoeimal jiemlic^ ein 
l>alBe3 Xeelöff eichen ooll Baumöl ein. Se^tereS gefc^a^ um ac^t U6r Borgens ;■ um brei 
U^r Nachmittags fuc^te ber ^ßogel toieber mit einem ^ßätfcfyen Ameifenfcu^^en im ©dmaBet 
nad) feinem Nefte unb ftanb mit oertounbertem ®eftcl)te, b. lj>. mit ganj auf bie @cite ge^ 
brebtem ^o^fe oor ber leren Stelle. «Sotoie ic^> eine (Stunbe f^ätcr bieS ^örte, Braute ity 
baS törBc^en mit bem Nefte toieber an feinen alten Drt unb Bemerfte baBei mit greuben, 
bafS ftd; bie Butter geBabet ^atte, unb bafS burd) baS Del baS §ar Befeitigt toorben toar. 
©ie na^m fiefy ber 3ungen fofort auf baS järtlic^fte toiber an unb sog fie allein auf, ba 
ber 23ater fie nic^t anberS als burefy ^efang unterftü^en fonnte. £)aBei oerfa^ fie % 
Amt als 23efd)ü£erin ber jungen fo eifrig, bafS fie 3ebermann unb pmal jebem gremben, 
toeldjer fid^ bem Dtefte all^utoeit näherte, mit ungeftümer £apferfeit unb luftigem @c^naBel= 
geflapper in baS ©efid)t ober in bie §are flog. AIS gutter getoärte ic^ toärenb ber 
erften £age nur frifc^e Ameifenpuo^en fotoie fe^r fleine, ganjc ober in Etüden jerfc^nittene, 
größere 3Jle^ltoürmer. £äglicfy tourben je^t unb auc^ foäter ein Bis ^toei Wlal mit bem 
(^d;öofer gliegen unb anbere Kerbtiere im (harten gefangen unb tot gebrüdt mit oorgelegt. 






föotjtytoättje. 41 

$on biefen t>er)>etfte aBer bie Butter eine Heine 3fa$a§l felBft nnb trug nur fetyr wenige 
unb, tm'e eS festen , BefonberS auSertoätylte, ben Zungen jit Sfe bie 3ungen einige £age 
alt roaren, gab icfy frifefy Bereiteten fügen Guar! nnb fafy, bafS bie äJiuttet nnb bie tmber 
fiefy gleichmäßig an biefer ©peife labten. 21m ütcrunjtoanjtgftcn 3uli, alfo nad) genan brei 
Socken, flogen bie jungen aus nnb erhielten nun baS getoöt)nlid;e gutter ber ^otfetylcfyen 
mit einigen frifcfyen Slmcifen^u^en. Sie gebi^en fo trefftid), bafS fie rafd^ nnb ofyne jü. 
fränfeln bie kaufet üBerftanben unb \t%t im §erBfte fogar um ein SenigeS länger, toenn 
aud? nicfyt fo Breit, als bie eilten finb. £)aS eine 3unge, ein Munden, §at fiefy oorjüglid? 
fcfyön auSgefärBt nnb übt füfy fel;r fleißig an ben garten Seifen ber baneBen ^aufenben 
(Steinrötel ein. Sie aBer fcfyon früher an ginfen, fo machte tefy aud? fyier nn'ber an IRqU 
fefylcfyen bie (Srfa^mng, bafS bie gerieten Zungen oon Anfang an f ebener ftnb als if)re 
jung aufgewogenen (Htern^ 3n einer 9?ad)fd)rift Bcmerlt Siebe; „£)ie jungen ber oor* 
fte^enb BefcfyrieBenen 23rut leBen je^t nad) brei 3al?ren noefy nnb erfreuen fid> beS Beften 
SolfeinS. 2ltle ftnb 9ttänncfyen, fetyr gute Sänger, nnb jtoat ^acfytfänger, toelcfye and) in 
füllen gimmem Bis 21BenbS gegen je^n Vlfyx itjjre lieber oorwutragen Pflegen. s Jtteine fnu> 
eren 5IngaBen ftnb üBrigenS burd) feitbem angeftellte 23eoBad)tungen oolllommen Beftätigt 
toorben. £)ie jung aufgewogenen 9?otfel?tcBen*SeiBcfyen Brüten in ber ®efangenfcfyaft leid;t 
nnb fogar in einem Befcfyränfteren Raunte toie 3. 23. Bei mir in einem SSauer, toetcfyeS 
nur 55 c m - tief, 42 c m - tyocfy nnb 163 c m - lang ift. £)aS üMnnd)en Braucht ntdjt 
Jung aufgewogen %a fein; auf alle gälte aBer ift eS geBoten, eS fcfyon in ber erften Socfye, 
toärenb roelcfyer baS SeiBcfyen Brütet, aus bem Käfige wu nehmen nnb in bem 25auer baneBen 
aufwufyängen. £)aS SeiBcfyen toirb baburd) ntdbt im minbeften in ber ÜBung feiner üDMter* 
pflichten geftört." 

Unter Umftänben pflanwen auefy alt eingefangene $fiotfefyld)en im 3^ mrner M f ort - 
„3n meinem früheren Soljmorte", fügt SRety ben SlngaBen SieBe'S l;inwu, fyiett einer ber 
dauern, ioie In'er geBräucfylid) , ein Sftotfetylctyenpärcfyen als gtiegenoertitger. £)§ne bajS 
man eS merfte, ^atte biefeS ^ärc^en in einem oon außen oerftopften 3uglod)e geniftet nnb 
Sunge erbtütet , toelcfyc leiber auf traurige Seife umS ÖeBen lommen follten. ÜDte grau 
beS §aufeS tyatte baS feine ^i|)en, tt>eld)eS aus bem ättauerlocfye ^eroorfam, oemommen, 
glauBte eS mit jungen Käufen %ü tun ju ^aBen nnb ertränfte, o^ne näfjer p prüfen, bie 
^otle^l^enBrut burefy Eingießen oon Saffer. 

3d^ Brause nac^) oorfte^enbem iool nichts metyr wur ©mpfe^lung biefeS lieBenStoürbigen 
Vogels Beizufügen. Ser i^n ein einziges OJ^al gehalten ^at, roirb mir Beiftimmen, toenn 
ify i^n als einen ber banIBarften aller Seicfyfreffer erlläre, nnb n>er SieBe'S 23erfud)e 
»iber^olen toill, jugefte^en, bafs ftd) bie meiften ber ^oc^gerü^mten auSlänbifcfyen ^örner^ 
freffer auc^ xttcr)t entfernt mit ifym oergleicben laffen. 21uf ben Befonberen ^Sorjug gerabe 
biefeS StuBcnoogelS, bafS man t^n oom grü^ja^re Bis w^^ $txb\t aller Drten leicht 
unb für eine laum nennenswerte Summe erhalten lann , Brause ic^ nid^t noclj) auSbrüdlic^) 
^injutoeifen. 



Hotf4)tDan^. 



T)ie üttitglieber ber artenreichen ^otfc^toanwfi^e fennweic^nen ftd) burefy fc^lanlen SeiBeS^ 
Bau, pfriemenförmigen, an ber ©pi^e ^aligen SdmaBel o^ne (Sinf^nitt, ^temltc^ ^o^e, fdjlanfe, 
f^mäd)lic^e güße, mittellange glügel, unter bereu Scfyttmtgen bie britte, oierte unb fünfte 
bie längften finb, mittellangen, fcom faft gerabe aBgefc^nittenen Scfytoanw unb lodereS ®e* 
fteber, beffeu gärBung ftc^ nac^ ©efc^lec^t unb Filter unterf Reibet. 



42 (Srbfänger. 

641. 2)er fftfltfdjttJattJ, §au§ = unb @tabtrötting ober fRotfc^mang, fRotfterj, SRotjfigel, ©ommerröttele, 
SiftTing, ^pübing it. f. io v Ruticilla (S., Sax., Lusc, Eryth., Phoenicura) tithys, L., (gibraltarensis, 
Cairii) — 2L 55.: SRaitmanti, B. 2). III, @. 525. — tteiner al§ bie Sfacr/tigau' ; (Stirn, 3üget, topf 
unb §at§feiten, bte Sorberteite 6t§ gum 33aud)e, §interfjal§ , obere $D?antetgegenb unb (Schultern foljtf djtoarj, 
Wintere äftantetgegenb fdjiefergrau , @d)eitet unb 23audjfeiten ebenfo , erftere gegen bte @ttrne tn§ Seißlicbe, 
23aud)tnitte roeiß; @cfjtüingen unb beren 25ecffebern fdjwarjbramt, §anbfdjroingen in ber SSurjelljälfte ber 
2(ußenfafynen fd)tnaT, 2lrmfü)roingen faft bi§ jur @pi£e breit toeiß geranbet; bie beiben ntittetften @d)toan^ 
febern braun, bie übrigen roftjintntetrot, bie oberen unb unteren ©cfytoanäbecfen bläffer. $ri§ tiefbraun, 
©djnabet unb $üße fc^toarj. — 2Seibd)en: bräuntidj afdjgrau, SSorberfopf unb Dfyrgegenb roftbräuntid), 
©ttrnranb, $üget unb tinn ifabefttoeißtid) , SBaucfymitte beiß, untere @($tDanjbecfen roflgeTbticfj , obere tote 
ber ©cfjmanä mit 3(u§nabme ber beiben ntittetften brannen Gebern roftrot. 

Über gang ©uropa bi§ in§ fttbttdje ©djtoeben unb (gngtanb verbreitet unb ebenfo im roeftfidjen 2tfien 
oorfommenb, toanbert ber ^ftotfc^toanj im Sinter bi§ ©übeuropa unb ^orbafrila fjinab. 

642. 2)er 2öalbrotf(^maitS , ©arten * unb SBaumrotfctiwang, (Sdjtoaräfe^djen, SBienenfcfjnepper, fjrife* 
d)en u. f. to., R. (S., Sax., Mot., Phoen., Lusc, Eryth ) phoenicura, L., (ruticilla.) — 51. 8. : Naumann, 
S. 2). III, ®: 510. — 3tterflt$ Heiner at§ ber ^auSrotfctitoang ; ©tirnranb, Bügel, ßopf unb £al§feiten, 
An unb Äc^tc fdjroarj, Sorberfopf unb 5tugenftreifen toeißtief/, ©cfoeitet, §interf)al§, kantet unb ©futtern 
afcfygrau, Surfet, obere ©djtoanäbecfen, tropf unb Unterteile jimmetroftrot , f^ügetbeefen fetter, mebr 
^immetroftgelb ; (gcfjtoingen unb beren ©etffebern bunlelbraun mit f Ornaten graubraunen Slußenfäumen; 
bie beiben ntittetften @djti>aitjfebent braun, bie übrigen jimmetroftrot. $ri§ bmtfetbraun, ©ergäbet fdjmarg, 
$fiße fcfytoargbraun. — SSeibdien: Oberfeite fa£)t graubraun, Unterfeite roftgetbtidj , auf Süget, Ätnit, 
fehlte, SBaudj unb Stfter inS ©djmujigtoeiße, @d)»an& ntdjt fo lebhaft roftrot. 

2)er $erbreitung§frei§ be§ 2Bafbrotfdjtt)än$djen§ ift bei »eitern auSgebefrater älä ber feinet SBerioanbten, 
Da er nörblid) bi§ jum (SiSmer fid) erftred't, nad) Seften tun bis $nbien reicht unb roärenb beS $uge§ 
naef; ©üben f)inab bis in bie Sßenbefret Stäub er, big WlitttU unb SBeftafrila fid) attSbefmt. 

643. ®er ®ölurotjtfjttMn§, ß. (Mot., Phoen., Lusc.) aurorea, Pall., (Revesii, leueoptera). SScrgX. 
Fauna japonica, Sft. 21. — Sleljntid) bem 3Mbrotfd)toan$, aber ettoaS Keiner unb ausgezeichnet burd) 
einen großen toeißen $tügetfkd, toeterjer burd) bie toeiße SBurjefljälfte ber 2(rmf dringen unb testen §anb= 
fdjtoingen gebitbet roirb, kantet unb glügetbeden fc^toarg, bie febern be§ erfteren mit roftbraunen (Snb= 
fäumen, ba§ 3^utmetroftrot ber unteren Seite unb be§ SSitr^etS brennenber. — 2Beibcr/en: bem Satb= 
rotfd)n)an5toeibcb,en fec)r dr/nftd) aber me^r einfarbig, roftgraubräunti^ bie unteren ©cfytoanäbecfen gimmet= 
färben, ber loeiße SSürjetftecf ebenfaüS oor^anben. 

Sie 3frt beioo^nt ben größten Seit OftafienS, oom mittleren ©ibirien unb ben Oftprooin^en ^nbienö 
an, unb erfd)eint im Sinter in Glittet unb ^apan. 

644. Ser 2)iabemrotfc^tt»ttttS, K. (Eryth.) Moussieri, Olph-Galliard. — Sergt. ^aumannia, 
1852, §ft. 3, @. 68. — Infe^nttd) Heiner atg ber ©artenrotfdjtoang ; Oberfeite, ^tüget, Äopf unb $al^ 
feiten fc^toarj, finnminfet ebenfo, bie Gebern be§ Skates unb SKantetö mit roftbräuntid) üertoafd)enen 
(gnbfpi^en, eine Ouerbinbe über bem SSorberfopf unb ein breiter (Streifen, toetd)er fid) über bem Stuge »eg 
unb an ben £>at§fetten bis jum kantet £)erab^iet)t, feibentoeiß, ein breiter ©piegetfterf, gebitbet burd) bie 
toeiße Surget^älfte ber lußenfatwe ber Strmf eftotngen. ebenfo, Unterfeite, ^ür§el unb untere @d)»an$be<fen 
unb ©d)ioanj jimmetrot, bie beiben mittetften ©c^roanzfebern unb bie ©nbfäunte ber äußerften braun. -^riS 
bunlelbraun, ©cfynabet unb güße fd^toarj. — Sßetbdjeit: oberfeitS braun, unterfeits roftrot, ber ©d)toan3 
buntter. 

3Si§ jefct t)at man ben 3)iabemrotfd)toan§ nur im 5fttid)en 3ltgier unb in £unt§ gefunben. 

645. 2)er XrttUcrrotfdjtt»ati5 , R. (Phoen.) fuliginosa, Yigors, (plumbea, simplex, rubicauda, 
lineoventris). — SSergL Proc. L. Z. S. 1831, @. 35. — @ttoa§ Heiner afö ber S35atbrotf^»ang , bunlet 
fc^ieferbtau , am tiefften auf $efyte unb l^ropf, 3^9^ fc^wärjüc^, Stfter, obere unb untere ©cbmangbedeu 
taftanieit^immetrot; ©dimingen unb beren S)edfebern tief braun, mit oerioafd)enen afd)btatten Slußcnfdumen, 
2(rmfd)ioingeubedfebern mitfd)maten toeißen©pii^en, ©djioanj faftaniensimmetrot. ^ri§ bunfetbramt, ©d)itabet 
fc^toarjbraun, ^üße bräuntid). — Seibdjen: oberfeitS büfter fd)iefergrau, uuterfett§ afc^grau mit fatittoeißen 
getoettten Ouertinien, 3%et roftfa^t, obere unb untere ©djwaitjbetfcn ioeifs; ©djmtngen unb bereu 3)edfebern 
buntetbraun mit fat)tbraunen SCußenf äumen , 3)eden ber §attbfd)toingcn unb bie ber größten $eü)e mit 
toeißen ©nbfäumen; @d)tDanjfebcnt buntetbraun, an ber Surfet roeiß, roetd^e Färbung fid) nad) außen ju 
ausbreitet, batier bie äußerfte ^eber bi§ auf einen fpit^en staunt gauj weiß auSftt)t. 

3)er SSoget Derbreitet fid) über baS §imatai)a=©ebiet, in metdjem er bi§ 51t aubertbatbtanfenb Steter 
emporfteigt, fotoie über ©üb = Gnjma unb ^orntofa. 



Sftotfcfytocmge. 43 

646. 2)et (stiegelrötfdjniattj, R. (Mot., S.,Lusc .,) erythrogastra, Güldenst., (ceraunia, grandis). — 
Sßergt fterbon, B. of Ind. II, @. 139. — Größer als ber @teinftf)m%r ; Dberfopf toeifj, am £interfopfe 
gart grau überflogen, übrige Oberfette, ^tilget, ©tirnranb, topf- unb gälSfciten, $inn, Äe^tc unb untere 
$Iügelbed;en raudjfdjtoarg, Unterfette, Sßürgef, obere @d)toangbecfen unb @d)tt>anj lebhaft buntel gimmetrot; 
§anbfdjtoingen an ber Sßurgel fd)ma(, Strmfdjitnngen breit tQzi% tooburct) ein breiter ©pieget gebildet totrb. 
$ri§ bunfelbraun, ©cfynabel unb güfje fcfytoarg. — SBetfcdjen: oberfeit§ graubraun, unterfeitS geller, gegen 
ben 23audj gu in'3 SRoftfafyte, Slftergegenb unb ©djtoanj laftanienrotbraun, bie betben mittelften Gebern unb 
bie ©pifcen ber übrigen braun. 

Semoljnt ben §imalat)a unb ben ÄaufafuS unb fyält fidj in ben fjödjften Seilen biefer Gebirge auf, 
fommt aber audj in £)ft=@ibirien üor. 

647. 2)er ^agöbentotftfjtoattß , K. (Phoen., Oenanthe) ruflventris, Yieill., (indica, nipalensis, 
atrata). — 2t. 33.: fterbon, B, of Ind. II, @. 137. — ©röße be§ §an§rotfc6»änjd^cn§, ©Reitet bunfe'C 
afcfygrau, Bügel, Dfyrgegenb, §al§, ÄefyCe, Sruft unb obere ^lügelbecfen btaf3 roftfarben; 2fonfdj»ütgen 
büftergrau gefäumt; ©djtoanj lebhaft gimmetrot, bie beiben mittelften Gebern an ber $nnenfafyne unb am 
@nbe ber Slufjenfafme braun. $ri3 tiefbraun, «Schnabel f^raarg, ^üße fcfymargbraun. — SBeibcb, en: ober= 
fcttS braun, auf Äeljle unb Sruft büfterer unb bunfferer, auf ber übrigen Unterfeite, am SÖürjeX unb beut 
@cfytoange roftrot. 

Verbreitet ftcfy über gang $nbien. 

Aufenthalt unb betragen laffen bie ^otfdjtoän^en afe SJHttelglieber jtmf^en Stein* 
fdjmtät^ern unb ben btö^er genannten Sängern erfcfyeinen. Sie tyaben fiel) fo rccfyt eigentlich 
in ü;r ©ebiet geteilt; benn toärenb bie etnen gelfett nnb ®ebäube betoofynen, Raufen bie 
anbern in Sälbern nnb in 33aumpflanpngen. Unfer §au3rotjd)toanä trägt feinen Tanten 
mit ootlftem Dfacfyte, obgleich er eigentlich als ein $ogel Betrachtet werben muf3, toelcfyer oon 
gefetoänben, feiner urfprünglicfyen §eimat, nad) nnb naefy auf bie Se^aufungen ber Stten* 
Wen $erab !am unb ftcfy ^ter anfibelte. 3n ben Ebenen ift er noci) gütigen £age3 oer* 
fyältni^mäßig feiten, eS fei benn, baf3 ein £)orf tiefe au3 «Stein erbaute, unb namentlich 
mit Riegeln gebeefte ®ebäube §abe; im (Gebirge hingegen trifft man tlm noeb auf ber legten 
Sennhütte tote an ben l>ö$ften, fcfyneefreien, fcon ber Senne befdn'enenen gelStoänben an. 
Scfyon in Spanien ift er faft auSfcfyüeßlicfy ®ebirg3* unb beptjentlid) getfenbetootyner, 
weiter nad? Sorben §tn $auft er auf ©ebäuben ebenfo gern tote cm" gelfentoänben. §ter 
gehört er auefy p ben regelmäßigen Sommergäftcn ber State, beren ©äcfyer t$m einen 
oollftänbig pfagenben Aufenthalt getoären. So er audj auftritt, überall toäfylt er ftcfy bie 
lüften girften unb felbft bie ^öc^ften S^t^en p feinem Aufenthalte, im Gebirge bie ober= 
ften ^eile me^r ober mtnbcr fteiler gel^toänbe, in ben ©täten bie ^ö^ften §äufer, tircfyen 
unb 2;ürme, in ben Dörfern mit Vorliebe bie festeren, ^a^rung^ertoerb ober ^äm^fe in 
Sachen ber Spinne jte^cn t^n jtoar ptoeifett auc^ in bie Xtefe ^erab; immer aber eilt er 
fobalb aU möglich totber ^u feiner fixeren §ö^e em^or, unb behaut fic^ toon ^ter auö, fo 
fcorftepg er fonft p fein pflegt, auefy baö leb^aftefte Strafeentreiben in ftoljefter ^ufe, 
®an§ älmlid) leben, laut 3erbon, ber tu 3nbien überall häufige ^agobenrotWtoans unb 
nacl) £aqanoto3ft ber ©olbrotfc^toan^, toa^rfc^etnltc^ ebenfo £)tabem= unb ^rauerrot^ 
fd;toan5, über beren 8eben3toetfe toir noc^ nic^t unterrichtet finb. X)en ©olbrotWtoan^ 
lernte 2cabbe perft alö 59etoo^ner ber listen ^ßirlentoälber be^ mittleren 3rfufttaleS, 
|>äter aber atö eckten Salboogel fennen, toeld)er bie btd)teften ®ebüfcbe liebt, bie fallen 
§oc^fte^en ängftlicfy termeibet unb bagegen bie gut bebufcfyten unfein ber glüffe auffucfyt 
T)o$ brütet er nur au3na^m3toeife in Räumen, fonbern, laut £)t;boto3fi, regelmäßig im 
^efelfe, toofelbft er fein 9feft unter einem fyeroorragenben Steine ober geB^aclen ober in 
einer gelSnif^e anzubringen pflegt, toärenb er, toenn er 53äume benu|t, nur alte liegenbe 
Stämme p toä^len fc^ei.nt 3n oieler §tnftc^)t ba6 ®e^enteil gilt für bie übrigen Arten. 
3>r Satbrotfd)toan3, bie unferer Beobachtung pgänglic^fte Art, verbreitet ftcfy, alö 
echter Baumoogel, oiel toeiter aU fein europäifc^er 35ertoanbter unb tritt toeit regele 



44 drbfängcr. 

magiger als biefer an ben öcrfc^tcbcnftcn Sjrtlicfyfeiten auf, falls l>ier nur Säume, tote et 
fie liebt, fiefy fmben. ^Demgemäß bemerft man ü)n nodj> im tiefften füllen Salbe, toenn 
and) Säume unb (Gebüfcfye in ber 9?äfye menfcfyticfyer So^norte oor allem Saumgärten fein 
SiebtingSgebiet z u bilben f feinen. So bie Seibe fyäufig angepflanzt toirb, trifft man u)n 
oorzugStoeife auf btefet, too fie fetylt, fibelt et fiefy in ben gebauten (hätten an, macfyt oon 
fyier aus jmat anefy furze 2luSpge auf (Gebäube ober gelStoänbe, fetyrt aber immer unb 
immer toiber balb ju feinen Säumen zurüd. 5luc^ bet Sfciegetrotfcfytoanz lebt auf Säumen, 
l>ält fid) aber am liebften in (Gebirgstälern auf, toeld?e oon rauf drüben (Getoäffem burd)* 
ftrömt derben. 

Ungeachtet biefer Serfcfyteben^ett bet Sofynfi^e ftimmen alle belannten föotfdjtoanje in 
intern Setragen bis auf toenig bebeutfame ©gentümlicpeiten unter einanber überein. Sie 
finb lebhafte, muntere, unruhige, leitete, flüchtige $ögel, ununterbrochen in Setoegung, gleicfy 
getoanbt im Saufen tote im gliegen, fleißige, toenn and) nicfyt befonberS ausgezeichnete 
(Sänger, treue (Gatten unb ungemein eifetf listige Siebfyaber, toelcfye, toenn fie anbere 3fyreS= 
gleiten nicfyt im ernften Kampfe befel;ben, fie toenigftenS oljne Gmbe neefen unb jagen. Söttt 
^oeb auf gedeutetem Seibe, bie güße toenig gebogen, fi^en fie auf u?ren erhabenen harten 
ober in bem (Geztoeige ber Saumfronen, niemals abet eigentlich tu^ig; benn toenn fie auefy 
fonft fiefy friß galten, fcfyütteln ober zittern fie toenigftenS rudtoeife mit bem Scfytoanze unb 
Ztoar, inbem fie biefen oon oben naefy unten betoegen, — eine (Sigentümlicfyfeit, meiere fo 
auffällt, bafs felbft bie kubier barauf aufmerffam getoorben finb unb ber bei ifynen tyäufig* 
ften Sltt ben tarnen £irtira, b. |. gtiterer, gegeben ^aben. SefonberS tyefttg toirb baS 
Scfytoanzfcfyütteln, toenn fie ettoaS auffaltenbeS bemerfen ober fonfttoie in (Sifet getaten; 
bann teilt fiefy jene Setoegung fo p fagen aud) bem übtigen Körper mit, inbem fie burdj 
rafcfyeS fielen unb Süden jenet (Gebärbe noefy befonberen 2luSbrud ju geben fucfyen. Tlxt 
2luSnal)me ber üMttagSftunbe, fifyt man fie in ununterbrochener £ätigfeit, unb felbft beS 
%d)ts rutyen fie nur ein par Stunben, ba fie bie erften unb bie legten finb, toelcfye man 
oernimmt. 9?od) efye ber erfte graue Sdn'mmer im Often ben lubrucb beS £ageS oerfün* 
bet, fyoxt man u)x einfaches Siebten oon ber girfte beS £)ad)eS ober bem Sipfel beS Sau* 
meS ^erab, unb toenn fcfyon alle übrigen SBcgel fiefy jur Dfot^e begeben ^aben, fingen fie 
immer nod) lebhaft unb eifrig. 2luS biefem ©runbe ertoerben fie fid) bie greunbfebaft jebeS 
auf merff amen SeobacfyterS; benn toenn aud? ttyt (Gefang nict)t oiel befagen toitl, erfe^t bod) 
ber (£ifer, mit toelcfyem er oorgetragen toirb, jum guten £eil ben fel;lenben Sotftang. 
Übrigens gilt bieS nid)t für alle Wirten, fonbern ^)auptfäd)tid? für ben §auSrotfd;>toanz, 
toelcfyer ein furzeS, aus $toet unb brei «Strophen befte^enbeS Siebten oorträgt, beffen £öne, 
toenn nid)t pfeifenb unb fdmeibenb, Ireifc^enb unb Iräc^zenb flingen, fotoie für einzelne feiner 
SSertoanbten , ben ©olbrotf d/toanj , beffen (Gefang XaczanotoSü als „gar nic^t melobifcfy" 
bezeichnet, toärenb baS ^artenrotf^toänzc^en , toelcfyeS eben fo fleißig fingt, nur angenehme 
fanfte, flötenbe Zbm työren läfft, bereu eigentümlich febtoermütiger IHang feine 3Bir!ung 
nic^t oerfe^lt. §ierzu lommt, bafS eines unb baS anbere SQcännc^en biefer Slrt %u ben 
(Spöttern zä^lt unb anberen guten Sängern manche Strophe ablaufest unb fie nett in 
ben eigenen (Gefang oertoebt, o^ne jebocfy baS Gepräge beSfelben §u oertoifcfyen. 5luc^ bie 
übrigen 3Irten toerben als gute ober boc^) leiblid)e Sänger gerühmt, minbeftenS entfd^ulbigt. 
häufiger noc^ als ben (Gefang oernimmt man bie Sodftimmme, in toelcfyer beim §auSrot^ 
fc^toanz bie Silben „fib te!te! /; , beim SBalbrotfc^toanz „füib tüti!" bie §auptrolle f fielen. 

£)aS ^Jceft ber ^otf^toänze fte^t regelmäßig in §ö^lungen ober toenigftenS unter einer 
£>ede. ©er §auSrotfc^toanz unb feine näheren 25ertoanbten toä^len fiefy Söd)er unb 9^ifeen 
fc^roffer gelfentoänbe, SJlau erhalten unb s J2auerlöc^er in (Gebäuben, Salfen!öpfe ober oon 
ber £)acfytraufe überbedte ^eftmfe, auSna^mStoeife tool auefy einmal Saum^^len zur 



s Jlotfcf)tt>ati3e. 45 

Anlage beSfetben; ber ®artenrötting unb bie u)m natj>efte1)enben bitten regelmäßig leitete, 
oorauSgefe^t bafS fie einen engen ©ngang l^aben, nnb i\t\)tn aus biefem ®runbe bie an 
gelungen fo reiben Setben ben meiften übrigen Räumen oor. Seber ber eine nocfy ber 
anbere baut ein fünftlicfyeS 9ceft, trägt oielme^r einen großen Raufen oon 2£ur&etn, ^ßflatt* 
Senftengetn, §almen u. b. gl §ufammen nnb oertoenbet nnr auf bie 2Mbe, tDelc^e mit {et* 
nen §älm$en, Sottftoden nnb fielen gebem auSgepotftert ift, einige lufmerlfamfeit. ^itte 
2tyrtlS finbet man im tiefte beS §auSrötlingS, (Snbe beSfetben Senats ober im dJlai bei 
jenem in bem beS ®artenröttingS fünf bis fccfyS, feiten fiebert ober act)t niebticfye, jartfcfyattge, 
glän^enbe toeiße, bei btefem tidj>tbtaugrüne ungefledte, nid?t anzufeilen fein rotgebunftete (gier, 
benen ber ®ufuf manchmal baS feinige fyütsufügt. £>aS SFteft beS (MbrotjcfytoanseS betreibt 
£)fybotoSfi als fugetf b'rmig , außen aus s DcoS, flehten Verfaulten SBeiberityänen , Reiben* 
rinbe nnb trocfenen ©räfern beftefyenb , im 3nnern beS tiefen Napfes reid)ticfy mit ^flan^en* 
flaum, §aren, SKebtyütyner* unb anberen 25ogelfebern auSgepolftert ; baS (Mege enthält fünf 
bis fect)ö auf blafS grünlichem (Srutfbe mit flehten matt jiegelfarbigeu gteden fbarfam gezeichnete 
(Sier. 23eibe Altern aller Wirten brüten abtoed;felnb ungemein eifrig, ettoa bret^el;n ober bier* 
lt$n £age lang , finb um u)re £3rut fet)r beforgt unb oerraten bal;er baS üfteft burcfy ängft* 
ticfyeS @d;reien Gebern, toeld)er eS auffudjen toitt, umflattern ängfttid; ben ©törenfrieb unb 
gebärben ficfy fe^r traurig, toenn iljmen ©er ober 3unge geraubt toorben finb, legen gteid;< 
zeitig eiuen erftaunlic^en Tlnt an ben £ag, ba fie felbft 9J2cnfd)en um ben $opf fliegen. 
Sobatb bie Zungen einigermaßen felbftänbig getoorben finb unb gelernt fyaben, einige 
Kerbtiere ju fangen, fd^reiten bie bitten $ur feiten 2Srut unb, toenn eine oon Beiben oer* 
unglüdt, tool audj ^u einer britten im Saufe beS Sommers. 

2US Stubenooget nimmt ber ©artenrotfc^toanj einen toeit leeren ^Hang ein als fein 
Sßertoanbter. 3d? l)aU beibe tt>tbert)olt in Käfigen gehalten, jte^e eS aber oor, unferen W\t* 
arbeiter Siebe anftatt meiner reben §u taffen. „©er ®artenrotfd;toans", fagt mein fcbarf 
beobacfytenber greunb, „enrpfü)lt ficb. als Stubenooget oor^ugStoeife burd) bie 3i^licb,leit feiner 
Belegungen , burcfy feine garbenfd;önt;eit unb bie (Sauberfeit, mit toetd^er er fein ®efteber 
fdmtucf unb glatt ju erhalten meiß. £)ie 35eobad;tung 5'utberer, ba[S er nad) ber Käufer 
in ber ®efangenfcfyaft an garbenfd)önfyeit einbüße, fyabe id? an meinen (befangenen, unb icfy 
tyalte bereu fd)on feit oielen Sauren, bis \t%t nicr)t machen fönnen; oielmel;r tourben aUc 
meine Sftotfcfytoän^en nacb, {eber Käufer fd)önex\ 33ielleic^t ift babei ber Umftanb maß* 
gebenb, bafö id) ijor^ugötoeife jung aufgewogene gehalten ^abe, ioie ic^ überhaupt em^fe^le, 
mct)t alt gefangene Sßb'get biefer 51rt ju erioerben, fonbern junge ^eran^ie^en. Ü)ie 51uftuc^t 
ift außerorbentlid) leicht. äJlan fann bie £ier$en fet)r fvüt) auö bem ^efte nehmen unb 
mit gliegen unb in fleinen ®aben gereiftem füßem Ouar! ju Iräftigen jungen auftie^en. 
<Sold)e galten in ber ®efangenfd)aft toeit beffer auö al§ alt eingefangene unb eignen fid) 
überbieS ben unangenehmen, etoig toiber^olten, f grillen Öodruf ber eilten nur in be* 
f c^ränftem 9)laße an. £)aut lernen fie oon felbft unb oon ben ^ac^baroögeln einen fyübfcfyen 
(^efang, beffen ©trogen ftet£ länger finb als bie ber freilebeuben 33ögel, unb toelc^e fie 
mit anerfennen&öertem gleiße außer ber 9ttaufer$eit beftänbig üben. 3$ l)abe foXct)e 35ögel 
bier 3a^re lang gehabt unb nur burc^ ,3ufätligfeiten oerloren. 9toct) je^t befi^e idj> ein 
prächtig aufgefärbtes, gefunbeS 9J£ämtd;en, toeld)eS icb oor brei unb einem falben 3a^re 
aus bem Sftefte 'gehoben t)abt. ®roße ®ebauer, möglic^ft abtoed)felubeS unb nid)t §u nal)r* 
^afteS gutter mit Beimengung oon Meie ober 9^ai!äferfd)rot u. bergt., befyufS ber ®eioöll*= 
bilbung, fotoie Steine ^um 51uffi^en finb Bebingungen jum guten ®ebei^)en ber Xiercfyen, 
unb nur toärenb ber ^Rauferjeit mufS man i^nen mit frifc^en 51meifenpu^en unb 9}?e^l* 
toürmern ju §ülfe fommen. 511s Secterbiffen, mit benen man fie an bie £>anb getoö^nt 
nnb fe^r §a^>m erhält, bienen gliegen, Heine Rinnen unb Schmetterlinge. 51n i^nen, toie 



46 tgrbfcmget. 

aud; an £)otngra3müden unb Rattenfängern t)aBe icb bie 25coBad)tung gemalt, bafS fie 
Oftolmfamen nafdjen. 3d; verfolgte biefe (Entbedung weiter, nnb fat;, baf$ fie ntcfyt Bieg 
9ftoijm, fonbem ootpgSweife bte öon ben Stigti^en nnb Seifigen übrig getaffenen hülfen 
bet Sttolmföwer fraßen, auefy fleißig bon äetftoßenem £>anf foftetem leitete 93erfucfye yt\^ 
ten bann, bafS fie eBenfo fcon ganj !(ein jetfe^ntttenen ^erBticrftügeln, namentlich folgen 
bon Käfern nnb «Schmetterlingen nahmen. £)ie3 alles erinnerte rnict) an meinen (Steinrötel, 
welchen id; einft <pornbrel>fpäne öerje^ren fa$. (§8 liegt t;iet eBen bie tußetung beS na= 
tüttidj>en £>range3 ber Seicfyfreffer nad) unberbaulicfycn (Stoffen bor, wie folcfye bte (Spin* 
panier nnb (Stytttnpnte ber Kerbtiere finb. 3n ber ®efangenfd;aft erhalten junge 23ögel 
gewötynlid; biel ju na^r^afte nnb leidjt berbauticfye (Steifen, werben ba^er ju fett nnb 
^el;ren bann fdmetl ab. 9?ad) meiner ÜBer^engnng geBen bie getrodneten nnb pmat bie 
neuerbingS öfter anempfohlenen fcfyarfgetroctneten Slmeifenpuppen ben Seicfyfreffern nnr 
anwerft wenig 9?af)tung3ftoff, bienen aBet als gefnnber nnb notwenbiget 33atlaft, freieren fie 
teilweife wibet als (Gewölle auswerfen. 

„£ro^ bieljä^riger SBerfuctye mit ein*, jjtoet* nnb fogar breijä^rigen Vögeln §at eS mir 
noch ntcfyt glnden sollen, bie ©artentotfcfytoän^en im SBauet in ber SSogelftnBe pm 
Giften f erretten p fe^en nnb jtoat ftetS, weil bie SeiBcfyen feine 33rot§ifce geigten. £)ie 
bon mir gefangen gehaltenen 9ftännd;en Bauten mehrere, natürlich nicfyt fonbertid; gnt 
geratene Hefter hinter einanber nnb Inben bie 28eiBd)en eBen fo oft mit greunbtid;feit 
töte mit (Strenge ein, allein ber Siebe TOtfyen War ftetS bettoten. Sro^bem werbe id; 
fottbanetnb ®attentotfrf;toän^en galten; benn fie finb liebe jtiercfyen, au welche man fid; 
getn gewöhnt. 

„§auStotfd;wänäd;en laffen ftd? meinen (Stfa^tnngen gemäß toett fettetet galten, and; 
(d;Wteriger aufpfyen, als tyre SBettern aus ben Seibenpflanpngen. Snbeffen gilt and; für 
fie ber <Sa^,. bafö fie pmlid; leicht aufpptyen unb bann Beffer in ber ®efangenfd;aft p 
l;alten finb, als Wenn man fie alt einfängt. ÜBtigenS mufS man bie befangenen biefer 
s ?(rt im 23etgteid;e p tyten SBetWanbten als langweilige, biet weniger prtiebe unb fd;mudc 
unb minber verträgliche Refeilen beweinten, obfcfyon auefy fie immerhin tyten ^31a^ im ®e= 
Bauer beS SieB^aBetS anzufüllen totffen." 

$13 gliegenfänger im Sinttnet ift bet föotfcfywam m$ ™fo P empfehlen als baS 
SRotfetytdjen. (Et fängt nnnntetBtod;en , fdjabet fid) aber burd; bicfeS einförmige gntter unb 
frtjft fid;, Wie ®täßnet Bemetft, „getabep p £obe, wenn man tym nic^t ©in^alt gebietet." 

ÜBer ben ^reiS leBenber ^otfe^wän^en ^aBe id; nichts ju fagen. gttfc^ gefangene 
nnb iung aufgenommene fanft man füt wenig ®tofd;en; benn bie einen wie bie anbeten 
chatten ifyteu Sett etft bittet bie (Eingewöhnung im Käfige unb Bejieljenttid; bntd; 
©t^ie^nng. 



iBli«jfän0er. 



51u6 ^otbametÜa erhalten wir regelmäßig einen eben fo fd;önen at$ lieBen^würbigeu 
(Sänget, ben Befannteften %$txtxtttx feinet ©type, beten ^ennjeid;en in bem fut^en, !taftt= 
gen, an ber Sßurjel Breiten, gegen bie (Spi^e l?in pfammengebrüdten, leid;t au^gelerBten 
Sc^naBel, ben auffallenb furzen, großje^igen güßen, ben langen glügeln, unter bereu (Schwingen 
bie erfte fe^r berfnr^t ift, bie zweite unb britte bie längften finb, bem e^er furzen, als 
mittellangen, feiert gegabelten <Sd;Wan$ unb bem reichen, in prächtigen garBen prangenben, 
nac^ ben ®efcfyted;tetn betfd&ibenen ©eftebet Befielen, 



$laufanger. 47 

648. $>er Cuttteitfclitflcr , föotbruftblauooget, ber Sfatertfcmer, Sialia (M., S., Sax., Ampelis, Ery- 
thraca) sialis, L. 5 (Wilsonii). — SScrgX. Slububon, Orn. Biog II, 84. — (Stöße be§ ©teinfcfymäijerg ; 
Oberfette nebft klügeln unb ©djtoang fdjött itltramarinbtau, am tebfyafteften auf bem öürjet, matter an 
ben Äopffcttcn, Ätnn toeißtiefy blau oe'rwafd)en, Unterfeite fdjön gimmetroftbraun, !6aud), Alfter, untere ©ebtoan^ 
unb ^tügetbeden toeiß; ©dringen innen ifabetttoeiß geranbet, gegen bie ©pi£e -m fdjtofirjiid&. $ri3 bunfel- 
braun, ©dmabet unb $üße [c^toarjbraun. — SBetbdjen: Oberfeite roftaf ebbtau, Flügel unb ©dfjnjang 
matter Man, bie ©dnoingen mit fallen matten 2tußenf äumen , Unterfeite fdmtuteig jimetroftbraun , Äinn 
faf)Xroeif3. — $unge Söget: bem Söeibdjen ätintid), aber alte färben matter. 

®cr §üttenfänger betooljnt üa% öftticfye 9forbamerifa big p. ben $et£gebirgen unb jteljt im Söinter bi§ 
iDccjifo unb ä)cittetamerifa Innab. 

649. %>CT lUfrttmartnjcittgcr , S. mexicana, Swsn., (occidentalis, coeruleccollis). — Sßergt. 
©toainfon, Faun. bor. Am. II, 202. — 2)em ^üttenfänger in ®röße unb Färbung ät)nXic6 , aber ba$ 
23tau ber Oberfeite bnntter unb brennenber, bie Gebern be§ SDcanteB mit fdjmaten, r oftrotbraunen @nb- 
f äumen, £inn, teble, Unterbruft, 23audmtitte, Slftergegenb unb Unterfcbtoangbeden gart ultramarinbtau, 
bie Gebern mit feinen rofttoeißlidjen ©nbfpi^en, übrige Unterfeite roft^immetbraitn. — äßeibdjen: oberfeitS 
metir afebbtau, Äinn unb $efyte nebft SSaudjmitte grautiefy toeiß mit fcfytoacfyem, bläulichem Anfluge. 

üöeftticfi oon ben $el§gebirgen, in falifornien unb 9Jcejilo. 

650. Qcx Sölttufctttfjcr , S. (S., Erythr.,) aretica, Swsn., (macroplera). — SSergl. ©toainfon, 
Faun. bor. Am. II, ©. 209. — Slnfelmticb größer aU bie oertoanbten Strien; lebhaft tjimmetblau, auf ber 
Unterfeite bebeuteub fyelter, g-Iügel r ©djtoan^ unb SSiirgcl bunfter mtb lebhafter, Slftergegenb tfttb Unter- 
fdnoansbecten toeiß , ©dringen mit fd)toar§em ©pit^enranbe, gegen bie Surjet ber $nnenfatme bin grau. 
$ri§ braun, ®<i)\iabd unb ^üße fd)toar§. — Seibeben: $opf, §al§ unb kantet fyettbraun, mit blauem 
©d)eine; pflüget mit faxten 2lußenf äumen, im Übrigen tote ba§ ätfänndjen. junger Söget: Oberfeite 
erbbraun, SCUantetfebern mit toeißen, faxten ©djaftfteden , Unterfeite fafyttoetß, bie g-ebern mit fd)maten, 
©äumen; ©dringen braun, außen mattblau unb fatiltoeiß gefäumt fahlbraun, ©c^toan^ blau mit fdjtoär^ 
lidjen ©nb= unb toeißlidjen Stußenfäumen. 

SDte 2trt bewohnt bie ^ocfylänber im oberen 9Jiiffuri bi§ p ben $et3gebirgen unb oerbreitet fid) nacr) 
©üben §in bi§ Sttejifo. 

£)te 23laufänger t;aben in ®eftatt mit unferen europäifcfyen unb beut(d)en @belfcmgern 
roentg ikfynliäfitit r neunten überhaupt eine geforderte (Stellung ein unb erfreuten un3 aU 
TOtgtieber jtmfcfyen üerfdn'benen gotmen, betfjielötoetfe jtotfe^en @tetnfct)mätjern nnb @etben= 
üögeln. Sabant^ nnb (&xaty bringen fie in ber gantilte ber <Sct)mä^er unter; $8aU 
bamu3 mochte fie ^n)ifct)en ^ubinnact)ttgat(en unb SKotfe^en (teilen; Rubere fet)en in tt)nen 
©etbenoögel :c. 3t)rer S^f^^peöung entfyricft tt)re Öeben^tüetfe, über it;elct)e mit burc^ 
Sßitfon, 5tububon unb Sftuttall, ^rinj toonSteb unb anbere gorfc^er ^tem(tct) genau 
unterrichtet roorben finb. 

SBeber @tetnfd;mä^er nod) ®ra^müc!en , roeber 35aum^ noct) ^rbfänger, bereinigen 
fie getmffe ©gentümttc^tetten ber genannten (Bxnpptn in ftet}. 5tHe 5tmert!aner lieben fie 
ungemein; ntct)t wenige oon tt)nen ftelten fie bem europätfcfyen 9?ot!et)tct)en gleict) ober boct) 
jur ©ettc. Unb fie oerbtenen btefe Zuneigung im t)or)en s JJlafje; benn fie finb e6 ; roelct)e 
perft an bem neugegrünbeten 25tocft)aufe erfct)einen, gletc^fam um eö p begutachten, in 
Sat)rt)ett aber um ju fet}en , ob t)ier, rote fie e^ anberroärt^ geroot)nt, für fie ein $täfect)en 
^um Giften berettet roäre, fei e3 ein üetner ^ßrutfaften nact) 2lrt unferer ©tarfübel, fei eö 
eine paffenbe §öt)tung unter ber £)acr)traufe. §art unb gegen ba^ Setter roentg emtofinb^ 
lict), [teilen fie fict) fct)on mit ben erften grür)ttug§tagen tu ben mittleren unb nörbttct)en 
©taten ^orbamerüa^ ein, rüden altmät}ltd) roeiter unb roetter nad; Sorben, beleben im 
Sommer alle Salbungen, §atne, (harten, ^et)öfte unb fetbft bie ©tragen oolfSbelebter 
©täte oon 30^e}i!o bi^ Sabrabor, bitten fict) unbeforgt in ber gtur, fetbft im 3immer in 
®afte unb roerben bttyatb allgemein mit einer 3Mtct)reu bet)anbett r roetd)e unter ben 
Peruanern fonft fetten ift 5llle biö jer^t befannten Strien ät)neln fid) in it)ren ©itten 
unb ® eroot)nt)eiten , in it)rem ®efange, ber Strt unb Seife be3 ^iften^, it;rer 3utunlid)!eit 



48 ©dfjtnäfcer. 

unb SftenfcfyenfreunblicfyMt, fo bafS ber £üttenfänger für bie ganze (Bxnppt als Urbilb gelten 
barf. @r ift eS aucfy, welcher uns am häuften angebt, weit wir ü)n regelmäßig lebeno ertjat* 
ten, Wärenb bte übrigen Sitten wol brübcn oon biefem unb jenem £iebt>aber gefangen 
gehalten werben, bis jefct jebocfy nod) nid)t auf nnfern Siermarft gebraut Sorben finb. - 

„5501t unft^ulbtger Sebenbigfeit", fagt 21 üb üb on, „feinen ftetS anf|>red;enben ©efang 
fleißig pm beften gebenb nnb zutunticfy, n?ie nnr irgenb ein freier 23ogel fein fann, yfylt 
ber §üttenf änger , 23lauooget ober 9?obin zu ben anmutigften unferer befieberten Lieblinge. 
£)aS reine %ir feinet Mantels, ber wunberootte ®lanz feiner 33ruft macfyt ü)n ftetS be* 
merfticfy, mag er burct) ben Dbft* ober ®emüfegarten fliegen, auf gelb ober Siefe ficfy yt\* 
gen ober längft beS SegeS bafyin Rupfen. Unb ba er ben Iteinen Niftfaften, welcher 
auSbrüdtid) für ifjm gebant wirb, regelmäßig in 2(nfprud;> zu nehmen pflegt, fityt man tfjm 
ebenfowot auf ber girfte beS £)ad)eS toie anf beut $aune ober ber Omaner beS ©elftes 
ft£en, ja bei mitbem Setter fogar nod; im Sinter fid) geigen, unb feine 23efud)e finb bem* 
jenigen, welcher Üjm einmal fennt, immer im Ijwfyen ®rabe wittfommen." Särenb ber 
falten SafyreSzeit Raufen biejenigen §üttenfänger, wetcbe xitcl)t in gefegten Sagen ber nörb= 
lid)en ©taten übertointern tonnen, in ben f üblichen Seiten beS öanbeS, Ijrier aufteilen Z u 
§unberten unb mef?r in Pflanzungen unb auf gelbem Dereinigt 3n biefen Seilen ber 
bereinigten ©taten beginnen fie bereite im Januar mit bem ißrutgefctjäf t , wärenb fie in 
^ennffytoanien fetten oor Seilte 2tyritS, in SJcaine erft im 3uni zum Giften ya fcfyretten pflegen. 
Unmittelbar nad) il;rer telmtft aber nehmen fie 35eft£ oon ber altgewohnten ^iftftätte, 
möge biefetbe ein haften ober eine oon $?eifter Specfyt gezimmerte §öfytung ober fünft ein 
paffenbeS 23aumtod) fein, fämpfen ärgertid? mit ben 23taufd;walben unb §)auSzaunfönigen, 
wetcbe biefetben Örtticfyfeiten pr Anlage ifyreS NefteS benu^en, oertreiben fie, oerfotgen 
jebeS anbere £ier, welches ftcfy i^ren Niftylä^en nähert, oon ber $a^e an bis jum §u^n 
fyerab, mit ängftlid;em ®efd;rei, räumen fobann bte §öfytung aus unb beginnen enblicfy mit 
bem 23au il)reS NefteS, welcfyeS in ber einf äfften Seife aus einigen Sürzeld;en, ®raS unb 
<peul)atmen errietet, mit §aren unb wenigen gebern bürftig auSgefteibet unb enbtid? mit 
oier bis fed;S ftedentofen, btafSbtauen ©ern belegt wirb. £)aS DJMnucfyen läfft wärenb* 
bem fleißiger als je feinen jwar einfachen, wegen ber ungemein ttangoollen fanften £öne 
aber bod? fyöcfyft anfprecfyenben ®efang oerne^men, gibt burefy ein anmutiges gittern mit ben 
gtügetn feiner Erregung weiteren $IuSbrucf, befyanbett baS geliebte Seibcfyen mit ber alter* 
größten 3 aT l^ e ^l^ tätt F^ 6 ^ Nebenbuhler mit wütenber @iferfud)t entgegen unb 
ftnbet bennocl) $dt genug, für feine unb bte (Srnä^rung ber brütenben (Gattin ©orge pi 
tragen, ©obatb bie jungen au^ge|d)tüpft finb, f^reitet baä ^3ärc^en §ur ^Weiten 53rnt, unb 
baö Seibc^en brütet nicfyt fetten bereits wiber, wärenb baS 9J^änud;en noc^ oiet mit ber 
Sluffütterung, ber Seigre unb bem Unterrid^te ber 3ungen $u tun §at 3^ e ^ Ernten werben 
regelmäßig, brei nic^t fetten im Saufe beS ©ommerS gemalt; bie 33erme^mng ift alfo eine 
fetyr bebeutenbe. 

5lltertci Kerbtiere, reife grüd;te wie geigen, 5lpfetfinen, 53eren oerfc^ibener 5lrt unb 
(Sämereien bitben bie Nahrung ber ^ßtauoöget. (Sie fangen Ü)re iöeute nicf)t imgluge wie' 
gtiegenfänger, ®raSmüden, ^Rotfe^t^en unb anbere, tefen and) nicfyt oon ben blättern ab, 
fonbern Verfölgen fie meift taufenb, erinnern überhaupt in ber 5lrt unb Seife i^reS 9^a^rung* 
erwerbet an bie ©roffeln, Rupfen wie biefe auf Segen unb Stegen unu)er, bur^fud^en baS 
abgefallene Saub ober finben fid) enblic^ na$ Irt unferer Stare auf frifd; geppgten gelbern 
ein, um tyier bie oom Pfluge aufgeworfenen Saroen unb auSgebitbeten tofe wegzunehmen. 
3m §erbfte freffen fie oft fo oiele 53eren unb anbere grüßte, bafS biefe i^re ^auptfä^tic^fte 
Nahrung auszumachen fc^eineu. 3n ber @efangenfcfyaft erhält man fie mit Nacfytigatlenfutter, 
be^anbelt fie überhaupt ganz * n ^ex Seife wie unfere befferen Sänger, läfft fie aud; an 



$3fau[äuger. 49 

grüßten unb iBerett nid;t Mangel leiben» 2113 an\pxufy$tätl in bei 4 Auswart t^rer yiafy 
ruugSftoffe barf man fie nid;t bezeichnen; fie nehmen im Gegenteile and; mit gewöt;nlid;em 
£)roffelfutter t>orlteb r na[d;en, wie Siebe fet)r richtig bemerft, oon allerlei feinem Gejätne 
ober f eingebautem Grün^euge unb »erlangen nur eine reid;tid;e Ma^eit. Unfer Mit= 
arbeiter ton gretyberg nennt fie p meiner Sßerwunberung bumm, langweilig unb nid;t 
mit Unred;t gefräßig, t)ebt ^ertor. baf3 fie bement|>red;enb ftar! fc|metfen 7 fleinere Käfige 
alfo arg verunreinigen, unb rät ah, fie unter garten ginfenoögeln p l;alten, weil fie meift 
f el;r vom Ungeziefer geklagt werben, biefeS burd; ü)ren ®ot t)erbeipl)en unb weiter oerpflan^en ; 
id; mcincSteitS ^abe l;ieroon nicfytS bemerft, fretlid; aber meine $öget ftet3 in große ging* 
gebauer gefperrt. §icr nehmen fie fiel; *prad;tooti aus, weil feiner ber letzterwähnten Übetftänbe 
fo leidet fid; geltenb mad;t, gefallen Sebermann, Wegen it;rer 3 ut unltd;feit f §)armlofigfeit 
unb 2krträgtid;feit, laffen it;ren äWit[ct;ernben Gefang vom borgen bis pm 2lbenb vernehmen 
unb erfreuen burd; bie ,3ärttid;feit, wit Welker ba3 Männchen fein Seibcfyen befyanbelt, 
inbein e3 baSfetbe <\§t ober fonft wie liebfoft. Unabtäffig ge^anbl)abte 9teinlid;feit verlangen 
alterbingS aud) fie, ebenfogut wie anbere 2Beid;freff er , unb Gaffer pm 23aben, welches fie 
fleißig unb in reichlicher Menge terbraud;en , ober ©anb pm babbeln barf ilmen nid;t 
fet;ten. 23ei fotct;er Pflege galten fie fiel; Jahrelang in befter Gefunbl;eit, unb Wenn man 
fonft einigermaßen für il;re 23ebürfniffe forgt, fd;reiten fie otyne weiteres pr gortyftanpng. 
£)ie oon mir gepflegten §)üttenfänger t;aben regelmäßig gebrütet unb ityre jungen meift and; 
gtüdlicl) aufgcbrad;t; anbere Siebl;aber tyaben baSfetbe erfahren, unb Alle, benen id; biefe 
präd;tigcn 33ögel empfahl unb bepl)enttid; oerf Raffte, finb mir banlbar gewefen, wie clu$ 
nad;ftet)enben Porten unfereS Mitarbeiters Siebe pr Genüge l;croorget;en bürfte. 

„£)ie oom berliner Aquarium erhaltenen, fd;önen, gefunben unb salinen §üttenfänger ließ 
id; im grül;}at;re in einem jweifenftrtgen @tübd;en, in wetd;em fid) (steinrötet, ^otfd;wän^e, 
ginfen, Täuflinge u. bgl. befanben, frei uml)cr fliegen. @ie füllten fiel; fd;nell tyeimifd;, 
fugten aber weniger baS Gep>eige ber Sannen* unb Saubbü[d;e als Melmet)r ganz frei* 
fte^enbc, lat;te Sfte unb baS Gebätf pm gewöt;nlid;eu Aufenthalte aus. Mitte Mais 
mad;ten fie Slnftatt pm s Jiiften. s Jcad;bem baS Männchen alte Mftgelegen Reiten lange unb 
forgfättig geprüft unb babei beftänbig baS 2Beibd;en fyöd;ft eifrig burd; gurgetnbe glöten* 
ftropl;en pr Mitbefict;tigung aufgeforbert fyatte, fiel enbtid; bie SBafyl auf einen oorn p einem 
£)rttteite offenen 23rutfaften; ätmlid;* benen , Welche für bie 2öatbrotfd;wättzd;en fabrifmäßig 
gebaut werben. £)at;inein würbe, obgleich ^Jciftftoffe alter 5lrt in Menge oorfyanben waren, 
lebigtid; partes, trodeneS GraS gcfctyleppt unb oom Seibd)cn p einem rollen ^apfe geformt. 
Im neununbjwansigften Mai war baS Gelege oon fünf (Stern oott^ät;lig, unb ba^ 2öeibd;en 
begann, ol;ne i?om Gatten abgetöft p werben, feft p brüten. 5lm brei^el;nten unb oier^ 
Reimten Sage lamen oier 3ungc au3, weld;e auf ba6 forgfättigfte gefüttert würben unb ^war 
»orpgöweife oom Männchen; benn ba^ SBeibd;en fütterte nur db unb p einmal unb ließ 
fid; felbft oom Gemat a^en, wie bieö oor unb Wä^renb ber S3rnt^eit gewöt)ntid; gefd;el;en 
War. ©d;on brei Sod;en oor bem Segen nat;m fie fid; nid;t bie Müt;e mel)r, einen Mel;t^ 
wurm ober einegtiege felbft p ^>oten, fonbern wartete mit behaglicher 9?ul;e unb erftd;t* 
tid;er Gewijö^eit, baf^ ber außerorbenttid; järtlid;e §crr Gemat il)m ben Sederbiffcn unter 
fofenbem einfeitigem glattem in ben ©dmabel ftedte. 2lm britten Sage nad; bem %u& 
fd;tüpfen ber erften Zungen fiel mir auf, bafS ba^ 28eibd;en fid; bloß nod; bisweilen unb 
bann nur auf fur^e Seit in ben ^iftfaften begab, um bie steinen p Wärmen. 3d; glaubte 
inbee, leyere^ fei nicfyt nötig, ba ja auä) bie (Sperlinge unb anbere Höhlenbrüter, welche 
freitid; wärmere Hefter bauen, ü)re Zungen oom britten Sage ab bc3 Sage^ nur Wenig 
beden; am fünften Sage jebodt; gaben bie jungen leinen Saut beim güttern, unb batb fal; 
id;, bafö fic^ ba^ Männchen umfonft bemühte, feinen <Sd)nabet toll gutter in bem haften 

S3tet>m. gefangene äSö^et. II. , 4 



50 @djmtfker. 

an ben Wlann ju Bringen , nnb bafS es babei ängftlicfy mit traurig flagenbem Dociton aB 
unb ju flog. SSei näherer Unterfucfyung fanb icfy brei tote 3unge im tiefte liegen, ton 
benen §toet fcfyon am IBenb »orl^er geftorBen [ein mufften. £>aS eine 3unge gaB jtcar nod) 
einige fdj>toad)e 8eBen^eid)en oon ficty, toar aBer gan$ falt. Steine grau erwärmte es einige 
©tunben taug in ben £>änben, Bis icfy jtoei junge, fyatBftügge SRotfe^en ^erBeigef^afft 
$atte, mit benen pfammen eS in ein tiefes Sfteft auS Sode unb 33aumtootle toarm einge* 
Bettet tourbe. 3n golge ber ©rioärmung toarb eS ioieber munter unb fperrte auf baS 
üBlicfye geifert baS @d)näBelcfyen nad> gutter auf. ÜDa eS erft oier Sage alt, nocfy Btinb 
unb ganj unenttoidett, namentlich aucl) oolllommen naft toar, §atte icfy feine §offnung, eS 
burcB^uBringen ; meine grau aBer fütterte Beljjarrticfy toeiter, reichte bem Sierd^en alle Viertel* 
ftunben eine einige ®aBe Slmeifenpuppen ober jerf drittelte Sttetyttoürmer, unb ft§e ba: eS 
gebi^ unter bem ioärmenben &fyu% feiner 'ißflegegef fünfter, Befam Balb fügen £taarf unb 
üBertyaupt gröBere Reifen unb ttmd)S, o^ne je eine ©pur oon ^ranffyeit ju geigen, $u einem 
fräftigen gefunben Männchen ^eran. 3e£t nadj> üBerftanbener Käufer fte^t eS in ber 
garBenpracfyt bem Sßater burcfyauS titelt nad; unb üBt Bereite fleißig bie nmnberticfyen , fau* 
bernben Seifen beS bitten. ©etBftoerftänblicfy ift eS äugerft safym unb Begrübt {eben 33e= 
lannten, toeld^er jtcfy i$m nähert, mit einfeitigem, fröpcfyen glattem unb traulichem Sodton. 
£)aBei fperrt eS nod) jefct nad) bem Riffen oerlangenb ben ©dmaBel auf tüte in ber erften 
3ugenb, oBfcfyon eS üBer oier Monate alt ift. diu berartigeS ®eBaren fyaBe icB Bio \t%t 
nur Bei forgfam aufgewogenen ^HaBenoögeln BeoBad)tet. 

„£)ie Butter fcfyrttt oier^n Sage, nacfybem itj)r bie jungen weggenommen, pm %mu 
ten ^eftBau unb wählte bieSmat einen haften mit runbem @d)lupflocfye , in toeld)em aus 
benfelBen (Stoffen ein eBenfo tiberlicfyeS 92eft geBaut tourbe. @ie legte oier @ier, Braute 
bie jungen gut aus unb lieg fie, toärenb baS Sttänncben treu unb fleißig fütterte, am 
inerten ober fünften Sage an Üätte fterBen. SBeibe bitten garten fid) nid;t toiber, unb 
beS^alB ift bie (Srftärung biefer (£rfd?einung burd) ^u fdmett erneuerten ®efd?ledj>tStrieB un= 
juläffig. £)aS SSogetsimmer ift toeber ^ugig nod) talt gelegen; bie ^iftläften ftnb auS biden 
Uretern gemalt: eS Bleibt alfo nur übrig anpnefymen , bafS baS SeiBc^en fe^terl;aft ift, 
toofür ieboc^) fonft lein 3 e ^ en foüfyr oi)er aüet r ^ a f ö ^ e richtigen 9Hftftoffe nicfyt oor^an^ 
ben toaren. 3ebenfattö getyt au6 bem Mitgeteilten unb aus meinen fonftigen SöeoBacfytungen 
^eroor, baf3 bie §üttenfänger ^arte, leicht ( ^u er^altenbe 23öget finb, toelc^e burefy i^r oer^ 
träglicbeö, fröpe^eö 2öefen unb burd) i^re gutunlie^leit bie Siebe be3 ^Pflegerö noc^ me^r 
feffeln aB burc^) i^r prächtiges ^efieber." 

3c^ fyabt, toie Bemerlt, niemals eigentliche ©c^loierigleiten mit ben Bei mir Brütenben 
§üttenfängern ge^aBt, oBioot <xufy ify erfahren mufSte, bafS fie meift nur ein 3ungeS 
aufBrac^ten. Unterftü^ung oon meiner ©eite tourbe i^nen nic^t; fie biteben fid? ganj allein 
überlaffen. 5luc^ gretyberg erprobte, bafs gerabe biefe $öget umgemein leicht im Käfige 
brüten. „(Sin ^ärc^en frtfcf) eingeführter §üttenfänger/' f galtet er ^ier ein, „toelcfyeS ic^ 
meinem imgreien fte^enben gtuggebauer einverleibte, begann fd^on am fünften Sage nad; 
feiner 5ln!unft mit bem Giften, erbaute, gleich unferem ©artenrotfc^toän^en, ein grogeS 
9^eft, erzeugte fünf ^vunge unb jog fie o^ne 3ioif^^fälle glüdtic^ auf. 9?od) Ratten bie 
Zungen baS Sfteft nic^t feerlaffen, als bie SJhttter bereits mit bem 53aue eines feiten 
Heftes anfing, ©ie legte toiberum fünf (gier unb brachte aud) bieSmal [amtliche 3unge 
burd). 511S bie erfte S3rut ausflog , befanben ftd) mehrere auSlcmbifcfye toeibc^entofe äöeber^ 
finfen im gluggebauer, unb fie. aUe, o^ne ^luSna^me, befriebigten i^ren ®efc^ted)tStrib an 
ben jungen ^üttenfängern. 2)iefe gelten ftilt, liegen alles mit fic^ gefd;el;en, unb fetbft 
bie TOen fatyen tetlna^mloS ju. 3m feiten 3a^re lieg ic^> eines ber jungen Seibcfyen bei 
feinen Ottern» üDer SSater eräugte mit Butter unb Sod;ter je jtt>ei Ernten, unb jufammen 



SPeöÖget. 51 

fiefyefm 3unge." 2luS biefen Beobachtungen ge^t fetter, baf3 ber ton Siebe mitgeteilte galt 
eine 2tu3nalj)me ift. 

£)ie §üttenfänger fommen nur im grül^re auf unferen £iermarft unb loftcn bann 
[ecfyS bis acfyt £aler ba3 ^3ärd?en, ein ^reiS, toelcfyer in Slnbetracfyt ü)rer ©cfyönl>eit, u)rer 
vortrefflichen ©genfdjaften, leisten §altbarfeit unb 2lu3bauer als ein fefyr niebriger be^eid)* 
net werben nm% 



Mvitv&%tl 



5ln bie iölaufänger [fliegen nrir eine SBogelgruppe an, toelcfye fid), toeil fie eine 2tu3= 
na^tneftellnng einnimmt unb bie !3tterfmale t>erfd)ibener ©typen in fiefy vereinigt, febtoer 
unter ben übrigen unterbringen läfft (£8 fenn^eic^nen bie glüevögel: i^r fräftiger 8eib, 
ber siemlid) gerabe ober cttoaS aufwärts gebogene ftarfe, tyarte, an ber Söurjel biete, an 
ben ©djmeiben eingebogene, an ber ^\%t pfriemenförmige, am SDberüefer feiert auSgefcfynittene 
(Schnabel, bie mittellosen unb mittetftar!en güße, bie jiemlic^ langen gtüget, unter bereu 
©dringen bie britte unb vierte bie längften ftnb, unb ber c^er fur§e als mittellange, 
fcfytoad) auSgejcfynittene @c^n?au5 fottrie ba$ lodere, in beiben ©efc^te^tern gleichartige ober 
toenig verfärben gefärbte, in ber 3ugenb gefledte ®efieber, 

651. $)er 9ltyettPet)08el, ©tein= unb $lüelerd)e, SttpengraSmücf e , SBergfpaj , ©aben= unb33lümt= 
öogel, SSüttting u. f. to., Accentor (Mot., Sturnus) alpinus, OmL, (moritanus, collaris). — SSergl. 
Naumann, SS. 2). III, 940.,*— (£ttoa§ größer al§ bie §eibelercfye ; Dberfeite graubraun, im -ftatfeit unb 
auf ben §aBfeiten beutttcfyer grau, bie Gebern auf Hantel unb ©futtern mit breiten, bunlelbraunen 
©djaftflecfen , O^rgegenb bräunlich, $inn unb $ef)le toeiß, bie $ebcrn mit fdjwargen ©nbfäumen, übrige 
Unterteile bräunlicfygrau, ©eitenfebern roftrot mit oertoafcfyenen , toeipdfyen ©eitenfäumen, Unterfdfytoan^ 
bellen braunfcfytoars, breit toeiß geranbet; ©Zwingen unb bereu 2)ecffebern braunftfjtoarj, auften roft= 
bräunlich geranbet unb an ber ©pi£e toeifj, bie fcfytoarjen, größten Dberbecffebern am (Snbe ebenfo, bie 
fleinen unb unteren graubraun; ©cfytoanäfebern f cfytoargbraun , außen fahlbraun geranbet, am &föt ber 
$nnenfafyne rofttoeißlidt). $ri3 braun, ©cfmabel fjomfdjtoarä, Unterfcfynabel fyorngelb, ^füße gelbbräunlidfy. — 
2ßeib$en: tote ba§ äftännefren, nur ein toenig matter gefärbt. 

2)er SSogel fd^eint auf bie Hochgebirge ©uropaä befcfyränft yx fein. 

652. £>ie f>etfettör(Utttelle , £>ecfenpeoogel, SSraunetfgraämücfe, ©trauet unb S&intergraämücfe, 
©(^ieferbruftf anger , 93leif erleben , $lecf enfperling , (Stfenoogel, Xitting , $fferling, Barte, ©trofyträ^er, 
©panier, A. (M., S., Curruca, Prunella, Tharrhaleus) modularis, L., (sepiaria). — SSergl. Vlau^ 
mann, SS. 2). III, 951. — ®rßße be3 ©artenrötlingS ; topf, £>al§, tefyle unb topf afcfygrau, auf 
festeren Seilen fetter, Äinn grautoeifjtidf) , Gebern be3 £5berfopfe§ mit oertoafdjenen, braunen ©dfyaftftricfyen, 
£)§rgegenb bräunli^ f)tU geftricfyelt, kantet unb (Schultern rötlid)braun, mit breiteren, bunlleren ©d)aft= 
[trieben, SSür^el unb Oberfc^tüanäbeden me^r graubraun, SSruft unb SBaud^ roei^Xtctj , bie «Seiten bräunlidj 
mit bunlleren ©c^aftftrid^en, Unterfd^manäbeden braun, toeipd^ geranbet; ©cbtmngen braunfe^warä, au^en 
roftbraun geranbet; ©d^iüan^febern ebenfo aber matter gefäumt. $ri§ braun, ©d^nabel fd^toarg, ^ü^e 
bräunlic^gelb. — Seibd^en: ettr>a§ blaff er gefärbt. 

3)a§ SSerbreitung^gebiet be^nt fid^ über ganj Europa unb baä toeftlicfye 3lfien. 2luf bem B u 9^ fomtnt 
ber toanbernbe SSogei bi§ ^orb = Dft=2lfrila. 

653. 2)ie 9töteiarttUttelle, A. rubidus, Temm. & Sclileg. — %. 33.: Faun. jap. %% 32. — 
®rö§e unb allgemeine Färbung gang n?ie bie ber §edenbrauneöe; aber ^üefen unb ^lügel lebhafter bunlel* 
braun unb o^ne bunllere ©d§aftftrid)e, ^aBfeiten unb atte Unterteile einfarbig grau. 

Vertritt bie £>ecfenbraunette in ^apan unb im Sorben (£^ina§. 

654. 2)te ^öeröÖrttUttelle, A. (M., S., Prun., Spermolegus) montanella, Pall. — Sergl. Nau- 
mann, SS. 2). III, 949. — ®röf$e ber ^eefenbraunette •, Oberlopf unb ein breiter «Streifen über bie $ügel 
unter bem 5luge bi§ in bie £)fyrgegenb fd^warsbraun, ein breiter Slugenftreifen bi§ auf bie ©cfyläfe Ud^t* 
roftgelb tote bie Unterfeite, SSaucfymitte unb Unterf^toangbeden fetter, ©eitenfebern mit rotbraunen ©c^aft* 
ftric^en, bie ber SBruft unb be§ SßaucfyeS mit bunllen oerbedten 2ßur§elf(eden, Sftatfen, Hantel unb ©d^ultern 

4* 



52 ©tf)ma£er. 

roftbraun, btc Gebern mit bunfTen ©cbaftftecfen unb t>ertt>afd)enen, fetteren ©eitenfäumen, §aBfeiten afdj= 
grau, SBürjet unb ö&erfdjtoanjbecfcn fahlbraun; ©djrohtgen uub bereu 2)ecffebera braunf djtoars , mit »er* 
mafcfyenen, rotbraunen Slu^eufäumcn , Slrmf dringen * uub größte Dberftügetbecfcn weiß geraubet, %xoä 
Duerbinben bitbenb ; «Scfywansfebern graubraun mit festeren Slufcenfäumen, bie brei äußerften jeberf citä mit 
fdjmatem, meinem @nbfawme. %>x\§ braun, (Sdjnabel fdjtoargbraun, güfce fcräwifidj. — Sßetbcfyen: 
minber lebhaft gefärbt. 

S)ic ^ergbrauuette bewohnt Sibirien, Sfyina fomie ba§ öftficfye Europa, inSbefonbere bie $rim. 

£)ie glüeoögel vereinigen tote in ifyrcm änderen bie Stterfmale, fo au§ in ifyrem 
Sefen nnb betragen bie @igcntümlid;feiten oerfdn'bener SSöget in fiefy nnb erfreuten unS 
als !$üttetglieber 3U)ifd)en Serben nnb ©an gern, nnterf Reiben fiefy aber and) nnter einanber 
nicfyt untoefenttid), ba Diejenigen, toetd;e im §od;gebirge leben, ein anbereS betragen fyaben 
als bie, toeld;e Sälbcr ober (Mü[d;e bewohnen. Grrft tjod) oben im (Mirge, meift über 
bem Salbgürtel nnb nicfyt toeit unter ber ©dmeegrense trifft man ben Slfyenflüeooget 'an, 
el;er nad; 2trt einer 8erd;e als ber eines ©ängerS in ettoaS läffiger Gattung anf einem 
©teine ft^enb ober mit |ityfenbem, fdmettem ®ange bei faft n>agered)t gehaltenem Körper 
bal;in^nfd;cnb ober in fdmellem, leidstem, ftad^e Seitenlinien befd;reibenbem gluge fiefy 
weiter betoegenb. ®auj nad; tocfyenart ergebt er fiefy, namentlich im grü^al;re, aufteilen 
auefy üetternb in bie 8uft nnb fcfytoebt herauf mit ausgebreiteten gtügeln in jierlic^en 
23ogen toiber nad; nnten ^erab, ungefähr fo toie ber 23aumpiper ju tun pflegt ©o 
lange bie Sttterimg cS einigermaßen geftattet, unb nicfyt bitter ©dmee bie beliebten 2tufent* 
l;altSorte oerbedt, oertoeilt ber $ogcl in einem nid)t gerabe auSgebe^ntem Gebiete, am liebften 
auf raupen, fteinreid;cn §od;triften, toetcfye alle ÖebenSbebingungen für iljm oereinigen, unb 
erft, toenn biefe umoirtlid) toerben, fommt er in bie gaftlicfyere £i$fe tyerab, falls er es nid)t 
oorsiel;t, fübttcfyeren ©egenben jujutoanbern. 2lu ben fonnigen ©eräugen ber ©ierra toaba 
traf id; itjm nod? im 9iooember einzeln ober in lichten (Befettfcfyaften, toetcfye fiefy balb jer* 
ftrenten, balb hiber auf gemeinfcfyaftticfyen $Rufyepl(%n oerfammelten unb miefy ungemein 
anzogen, toeil bie !ÖJMnnd;eu felbft je^t nod;, tro£ ©turmgebrauS unb ©d/neegeftöber, i^r an* 
mutenbeS Siebten pm beften gaben, Sie überall , toareu aud; in ©panien bie 2lfyenflüe* 
oöget ioentg fd?eu, karteten unbeforgt unfere Munft ah unb liegen fiefy bis auf toenig 
©dritte nat;e fommen. 9tid;t anberS fanb id? es in ben llpen ber ©ebtoeij unb Kärntens, 
too biefer liebcnStoürbige ä3ogel alle §od;triften in ber anmutigften Seife belebt unb gar 
nid;t feiten auf ben oberen ©ennptten fic^> tummelt, l;ier fogar oielteic^t fein 9left anlegt, 
greunb ^irtanner traf il;n in ber ©d;ft>eiä überall im (Gebirge, too bie 59ebingungen 
für fein £eben erfüllt finb. „Tcur toärenb ber 23rutsett fi^t man t^n partoeife, au^erbem 
faft immer in fleinen Xru^pS beifammen. ^)ie 31ä^e oon ©ennptten, 33il;ftällen ober auc^ 
ber gerben fc^eint er ber (SinfamMt beS (Gebirges oor^iel;cn, feine toafyre ^eirnat aber auf 
fonnigen ©tcinl;alben ju finben, tocld;e an gelfentoänbe fic^ anlehnen, auf bereu Ibfä^en 
an.regenge[d)ü^ten ©teilen er fein STceft anzulegen pflegt. 5luc^ pm ©ingen toä^lt er fid^ 
enttoeber einen tj>eroorftel;enben gelSbroden ober einen einzelnen l;ol;en ©tein. Unbeobachtet 
ober toenigftenS ftd) fo glaubenb, ^üpft ber pfammcngel;örigc Zxupp unabläfftg über bie 
unb p)ifd;en ben bemoften gelSftüden bal;in, voie eine gamilic oon ©teinfc^mät|eru , babei 
beftänbig anmntenbe £odtöne auSftoßenb, allmä^lid; toeiter rüdenb unb babei mit bem 
©dmabel balb ein Kerbtier, balb ein ©amenföruc^en, ein Sürmcfycn, eine ißere ergreifenb; 
benn ü;m fd;eint. faft alles rec^t p fein , toaS nic^t ju ^art ober ju u>el;rfä^ig ift ©o 
lange er eS im työljercn (Gebirge auSpl;altcn oermag, oertäfft er baSfelbe nid;t, mifyt aber 
tor ben feinen Xi\fy oerbectenben ©dmeemaffen unb fommt im Sinter bis in bie 23erg* 
börfer ^erab." 

©aS 9^eft toirb frü^eitig im öal;re in ©teinrtfeen uub £öcfyew, unter gelSblöctcn ober 
in 2tfyenrofengebüfcfy aus ^rbmoS unb ®raSt>atmen erbaut unb innen mit bem feinften 



Sttofe ober mit Solle, 'ißferbe* unb Ku^jaren äterltdj au^geleöt, bilbet eine fd)öne §albfugel 
unb ftefyt immer fo, baf^ eS oon oben bebedt ober gefdjfifct tft Die oier bis fünf läng* 
lid)en, glattfcfyaligen , einfach blaugrünen (gier fittbet man baS erfte Sftal im 9M, baS 
jtoeite 9M im 3uli, bie ausgeflogenen Zungen, ioeld;e anfänglich tote SD^äufe ba^ufcfycn 
unb getoanbt unter Steinen unb ®eftrü>p ftd? oerbergen, toenigftenS fo lange fie nod; nidjt 
ootlfommen felbftänbig geworben finb, in (Gefellfcfyaft iljrer Sitten, toetcfye fie mit großer 
%kU unb 3ärtlid)feit be^anbetn. 

Unfere Braunelfe, bereu SebenSfteife im großen unb ganzen bie ber genannten 35er* 
toanbten &u fein fcfyeint, betoot;nt auSfd)tießlid) Salbungen, ootpgStoeife fotdje, in benen 
engeingefebtoffene Didicfyte fiefy finben ober bod) recfyt oiet niebrigeS, bicfyteS Unteres unter 
ben leeren Räumen ftetyt. giften unb Pannen muffen als ifyre SiebtingSbäume Mxadjkt 
»erben; aus biefem ®runbe begegnet man ifyr im Mittelgebirge bäufiger als irgenbtoo 
anberS. 9^ur toärenb beS 3 u 8 e ^ ^^fuc^t fie alle (Gegenben unb nimmt bann mit jebem 
fie beefenben unb oerbergenben (Gebüfcfye, felbft mit (Gartenbeeten unb lebenben 3 aunen 
oertieb, ioeu) fogar in bem bürftigeren ^3flanjenn)itd;S ber Süfte nod) ein ü)r pfagenbeS 
^tä^en in finben» Bei günftiger Sitterung erfd)eint fie fd)on anfangs Wläxfr in ber 
SRegel aber erft ju (Snbe beS 9ttonatS, fpäteftenS im 2tyril bei uns, be^iel;t balb naefy i^rer 
2lnfunf t bie Sommer^erberge , oertoeitt tyter bis @nbe Septembers , macfyt fid> f obann all* 
mäfylid) auf bie Sfteife unb oertäfft uns im Sinter hriber, 3m (Gegenfa^e p bem $er* 
toanbten, toetd)er gern ootlfommen frei fiefy ^eigt, liebt eS bie §edenbraunefte , jeber^eit fo 
oiel als möglich fiel) %n oerbergen unb erinnert tyierburcfy an ben 3^wn!önig. Sd)eu fann 
man aud> fie nid>t nennen ; fie oerftedt fiefy jtoar oor ben -Uften) cfyen, fürchtet u)n aber nicfyt, 
fonbern !ommt oft ganj in unmittelbare ^äf/e beS Beobachters auf 2lugenbtide jum 
Sßorfcfyeme unb erlaubt auefy, toenn fie fingt, bafS man ityr fiefy nähert <Sie tyityft rafdj 
unb getoanbt aber feiten toeit in einem 3 u g e f or ^ fdppft betjenb bur$ baS btd)tefte (Ge* 
^toeige, fliegt mit rafc^er gtügetbeioegung ettoaS fcfynurrenb in jiemlic^ geraber 9?id;tung 
bafyin unb fiu)rt nur beim 9?ieberfe^en einige Scfytoenfungen aus, läfft ntc^t eben oft u)re 
tyod)* unb fyetttönenbe, aber ettoaS fdmarrenb, toie £üi ober grüi ftingenbe Sodfiimme, in 
ber 2lngft ein gelles „£itü" oerne^men unb trägt in ber 3 e ü ber Siebe eine lodere Strome, 
in toelcfyer fiefy bie einzelnen £one fetjr rafc^ folg'en, mit oielem Belagen oor. T)aS SReft 
ftetyt, meift fe^r oerftedt, niebrig über bem 23oben, in einem bieten giften* ober Dornen* 
bufc^e, in £)onu)eden ober mit (Gräfern burd)toac^fenem ®efträucb, tft aus bürrem 9?eifid;, 
^flan^enftengeln unb grünem (Srbmofe, oft einzig unb allein aus teuerem, fefyr fc^ön gebaut, 
in bem tiefen ^apfe mit feinen (Grashalmen, SoHe, .paren unb einzelnen gebern, manefy* 
mal auc^ nur mit ben roten Mbenträgem beS OJlofeS ^ierlicfy ausgelegt unb enthält an* 
fangS, fpäteftenS Wlxttt Aprils oier bis fecfys ^artfc^alige, glän^enbe, blaugrüne ©er, toeld)e 
in jtoötf bis brei^n ^agen gezeitigt ioerben. Die 3ungen oerlaffen nac^ Verlauf oon 
ettoa berfelben 3 e ^ baS s Jceft unb galten fic^ anfänglicl) meift auf bem Sßoben auf, mit 
^äufegetoanbt^eit baS bic^tefte ^ebüfd) unb ®eftrü>p burcbfd)lüpfenb. 3n günftigen 3a^ren 
folgt im 3uni auf bie erfte Brut eine jtoeite. 

3lllc glüeoögel leben bon gemixter ^a^rung, muffen batyer anc^ im Käfige entfyred)enb 
be^anbelt toerben. Särenb beS (Sommers ernähren fie fid) oorjngStoeife oon Kerbtieren, 
toelc^e fie 00m Boben ober öom (Gejtüeige auflefen; außerbem fuc^en fie fic^ tool aud; 
fteine Sc^nedcn unb oerfd^ibene Sürmer auf; nebenbei aber freffen fie felbft in biefer 
3a^reSjeit ftetne Körner mancfyfacfyer 2lrt, inSbefonbere folcfyc oon (Gräfern unb 2llpen* 
pflanzen. 3m §erbfte unb Sinter bilben (Gefäme unb Bereu bie §aupt)>eife, oon erftcren 
oor allem ölhaltige Samen, ioelc^e unentplft ocrfc^ludt toerben. Die Sllpenbraunelle finbet 
auf u)rem Wohngebiete eine reic^tic^e ^luStoa^l oon (Sämereien, aber aud) bie §eden* 



54 @cfym%r. 

braunetle leibet hieran feinen Mangel, ba fie neben ben ®raSfamen folcfye Don (£rlen, 
oerfcfyibener tofytarten, (Bäht, £abaf, ^ortulaf, §üljmerbarm, ^acfytf chatten , $ogetfnöterig 
u. bgt. oer^rt £)edt ber Sdmee ben Zx\fy in, fo fud>en biejenigen, n)etd)e nicfyt Wanbem, 
an einigermaßen gefegten «Stellen nad) 9?afyrung nnb geigen fid? bann fe^r wenig tüä^Iertfd)* 
3n ber ®efangenfc!>aft reid;t man i^nen am beften %d?tigattenfutter nnb in befonberen 
Näpfen 9DfoI)n[amen, etwas gequetfcfyten §anf, Scfyeuerngefäme nnb §>eufd)tag, um fo me^r 
als baS 2luSf tauben ber ©raSfamen aus ben S^ren itynen befonbere Unterhaltung gewärt, 
©n^elne galten fid? bei $?otmfamen als auSfd>tießticfyem gutter jahrelang; beffer aber ift 
eS immerhin, ifmen neben ben Sämereien nod) üöet^futter ooräufe^en. 3uoiet fcon teilte* 
rem taugt übrigens nid^tö , weil fie leidet gettfucfyt fid) ^ie^en^unb bann entWeber 
ju ®runbe ge^en ober bodfy einen guten £etl u)rer an^ie^enben @igenfcbaften verlieren. 

Senige $ögel werben fo leidet $a$m wie 23raunetlen. Unmittelbar nad) bem gange 
flattern fie alterbiugS ein wenig, aber nur fo lange, als fie ifyren ®äftg nod) nicfyt in allen 
feinen geilen lennen gelernt fyaben. Unmittelbar barauf fügen fie fid) in ü)r Sdüdfal, 
gelten ans gutter nnb ^aben meift nad? wenigen £agen fcfyon ifyre Scbeu bertoren. &Udt 
man fie p anberen Vögeln ifyreS ScfytageS, mit benen fie u)rerfeitS fiefy oortrefflid; otr* 
tragen, fo gewönnen fie ftd) nod> fc^neUer unb leichter ein als fonft. (gigentticfye 9Jftu)e ^at 
man mit itjmen überhaupt nid)t; benn fie finb bie banlbarften (befangenen, welche eS ge* 
ben fann. 

9ttet)r nod) als bon ber §e(fenbrauneHe gilt teueres oon bem 2Ifyenpeooget, welken 
Wir gegenwärtig nad) einigermaßen fdmeereicfyen Sintern faft in beliebiger Sln^a^l aus ber 
Scfyweij erhalten fönnem So forgfättig er im Sommer jebe üjmt geftettte galle meibet, 
fo leidet läßt er im Sinter fid; berüdem 2Iber nicfyt alle befangenen gewönnen fid), wie 
®irtanner noefy bemerft, o^ne weiteres an bie ®efangenfcfyaft ; biete trauern, fcerfdmtätyen 
baS gutter unb gelten balb ju ®runbe. §aben bie (befangenen jeood) bie erfte &\t im 
Käfige glüdtid) überftanben, fo bauem fie trefftiefy aus, galten fiefy bei geeigneter Pflege 
jahrelang unb bürften in fmfte^enben, mit gelsbtöden unb 9fäfcfyen für fie entfpred^enb 
^ergericfyteten gluggebauern wol auefy §ur gortpflanpng fcfyreiten. 

* 9ftd)t alle Slfyenbraunetten finb gute, einige aber auSge^idmete Sänger. „£>er ®e* 
fang biefeS Vogels", berietet ®raf ®ourcty, oon einem berfelben, „ift äußerft angenehm, 
lieblicfy, lang anbauernb, fcfywingenb unb bem ber getbtercfye f e^r ätmlid? ; }a er tyat Strogen, 
weld^e gan$ fo ftingen, als wenn eine gelblercfye ftd) fingenb in bie §öfye fcfywingt allein 
unfer 3Soget übertrifft }ebe Öerc^e; benn fein Sieb ift, weil biefetben Strogen mc^t fo tdit 
bei jener mehrmals wiberfyott werben, oiel angenehmer unb überhaupt fanfter. 3n i^m 
lommen mehrere fc^öne, tiefe Söne oor: einige alte Sßtfgel, weld^e i(^ befaß, riefen baS 
„gin!, finl" fo beutlicfy, als eS ein gin! nur tun fönnte. ^iner ließ auefy eine Stro^^e auS 
bem ©efang ber 9lad>tigall ^ören. 4)n ber 5lbenbbämmerung, fetbft bei ^erjenti^>t fingen 
fie Diel, unb einige oerftummen im ganzen 3a^re nur auf furje $tit iöefonberS angenehm 
werben fie baburd), bafS fie bis in ben September, alfo lange noc^, wenn alle anberen 
SBügel fc^on aufgehört ^aben, an^altenb fingen. 3^r £odton, welken fie am meiften beS 
Borgens ^ören laffen, ftingt ftar! unb tief, mir fommt er fcor wie „£rüi ii". ©ie 
erfte „Steinlercfye", welche id^ erlangte, ein außerorbentlid;er Sänger, ließ, wenn er im 
Sommer re$t ^ig war, im bunflen 3mum r bie gan^e 9^ad)t ^inbur^ ftc^ ^ören. 
(ginmal fang er fxeb$efm Monate anfyaltenb fort, o^nc wäreub ber Käufer im geriugften 
nad^ulaffen; allein oft würbe er fo laut, bafS man i^n im 3^^ et wfy ^tragen fonnte. 
Über fiebert 3a^re lebte biefer 33ogeI in ®efangenfcfyaft unb ftarb enblic^ an einem SSein* 
brud;e. y/ "Die §edenbrauneüe ftefyt allerbtngS hinter i^ren 33erwanbten weit jurüd, weil 
t^r an unb für ftcfy pßfefer ®efang $u wenig Seifet ^at unb nicfyt taut genug ift. 3)afür 



©tetnfdjmct'ker. 55 

fingt fic freiließ auefy faft ben gongen £ag über, füllt alfo immerhin im SSogcIjtmmer u)ren 
^ßta£ redfyt gut aus. 

iöetbe bitten tyätt man am beften in einem geräumigen ginfenbauer, welchen man für 
ben fepenpeopget noefy baburdf) tt>o^nItcf> macfyt, bafö man ein par größere (Steine auf ben 
23oben legt unb fetyr bide (Si^ftangen fottrie ein <2d?lüpffäftd;en mit Weitem (Eingänge an* 
Bringt, in toetcbeS bie gtüettfget fldj gern pm «Schlafen jurücfjtc^cn. 2ItS ®örnerfreffcr 
beanfprucfyen beibe Irten bieten grobfömigen @anb atS Hilfsmittel jur Sßerbauung. Sin 
frifcfyem SBaffer bürfen fie felbftoerftänblicfy niemals Mangel leiben; benn fie trinfen inet 
unb baben oft unb gern, ©onftige Umftänbc brauet man mit tynen nidfyt ju machen: fie 
»erlangen fotcfye ittctyt. 

2ttpenpeoögel foften je naefy ber 3a^reS^eit jtoet bis bter Sater, in ben 2ltpentänbern 
fetbftoerftänbtidfy bebeutenb weniger; §edenbraunetten lauft man im glad;lanbe mit fünfte^n 
bis ätoanjtg (Sitbergrofcfyen baS ©tücf. 2öeber bie einen noef) bie anberen aber fommen 
regelmäßig auf ben 2ßatft, roett fie immer nur pfältig gefangen werben. 



JtemfJdpittjer* 



Stucfy unter ben Setdjf reffern gibt eS einzelne ©typen, toetcfye für ben täfig nur in 
geringem Sttaße fid> eignen. 3 U ty ntn S^ten bie (Stetnfc^mä'fcer, flehte ober bod) l^öcfyftenS 
mittelgroße ©ingfctfget mit gerabem, fcfytoäcfyticfyem, an ber ^Bur^et ettoaS verbreitertem, vorn 
ein toenig pt\ ammengebrüdtem , auf ber girfte beS DberfieferS fanft gebogenem, auf bem 
SRüden lantigem, an ber ©cfynetbe faum merftid) eingelegtem ©dmabet, fyoty* unb bünn* 
läufigen gügen, stemttc^ langen glügeln, unter bereu ©dringen bie britte unb feierte ober 
oierte unb fünfte bie tängften ju fein pflegen, Indern, breitf eberigem, faft gerabe auSge* 
fdljmittenem ©d^an^e unb jtemtief) bicfytem, ftratigem, naefy bem ®efdj)tecfyt unb 5ttter oer* 
fcfyieben gefärbten ®efieber- 

655. £er ©teinfdjmäßer, ©tetnquäfer, ©teinfcfyäfer , @teinpatfd&e, ©teinf litf cfy , ©tetnpiefer, @teiu= 
beißer, Sßeißfcfywans , SSeißbür^et u. f. w., Saxicola (M., S., Oenanthe, Vitiflora) oenanthe, L., 
(cinerea, grisea). — 21. 35.: ülaomann, SS. 2). III, 863. — @ttoa§ größer aber fur^toängtger aU ba3 
SftotfeljWjett; Oberfette afa^grau, ©ttrn, SCugenfhrctfen unb Oberfcfymanäbetfeu weiß, Bügel unb großer £)Ijr= 
$iä,{&)toax%, §al§feiten unb Unterteile roftgelbltdfy, tefyle unb ßropf am bunf elften, SSautf) unb Slftergegenb 
me§r weiß, Unterpgelbecfen fcfjmarj mit weißen ©nbfäumen; ©Zwingen unb bereu Secffebern, ©d^wang 
unb Slrmfcfywingett mit ftfjmalen, bräunlichen Stußenränbern ; mittelfte ©djwangfeber fcfywarä mit weißer 
SBurjet, übrige fcfywarj unb im ©nbbrtttel weiß. %>t\$ braun, ©c^nabel unb güße fcfywarg. — S3etm 
SSeibcfien ba§ ©rau ber Oberfeite ftarl roftfafyC oerwafcfyen, ber bunlle Ot)rf(ed Keiner, $efyte unb topf 
lebhaft roftfarben. — junger SS o gel: bem Setbd&en fet)r äfynttcfy, aber ©ttm unb Augenbrauen roft= 
färben oerwafd()en. 

SDer ©teinf$m%r geprt mit gu ben am weiteften oerbreitetenSSögeln; benn er ftnbet ftdfj itid&t bloß 
im Ijoljett Sorben betber Söelten bi§ jum fünf unb fteb^igftert ©rabe , fonbern at§ 33rutüogel noefy in ^leiu= 
aften unb erfcfyetnt toärenb be§ 2Btnter§ im ©üben Gmropa§, in ^nbien, am roten Sftere unb in einem 
großen Seit StorbrifrtfaS. 

656. 2)er C^rettfteinf ^mft^et , S. (S., Oen., Vit.) rufescens, Briss., (aurita, albicollis; am- 
phileuca). — 21. SS.: Naumann, SS. 2). XIII, 134. — ®ttoa% Heiner aB ber ©teutfd&tttäfeer; ftf)ön 
gimmetroftfa^l , am teb^afteften auf 9^ac!en, Hantel unb 23ruft, übrige Unterteile anfe^nlic^ fetter, &fter= 
gegenb unb Unterfc^ioan^becfett in§ ^fabellweißUc^e , Unterftügelbeifen fd^toarj, 3üg e lf tr i^ °i^ untere 2luge 
unb D^rftetf ebenfo, SSür^el weiß; $lügef fcfetoarj, Armfc^totngen mit roftifabetlfarbenen Armfd^toingenbecfen 
mit faseren 2lußenränbern ; ©Zwingen innen gegen bie SBur^el %u toeißgeranbet ; ©cfytüansfebern toeiß mit 
f^toarjen ©üben, bie betben mittelften fc^toarg. $ri§ braun, ©c^nabel unb ^üße l^ornfcf)tüarj. — ^m 
©ommer üerfc^ießen bie fjarben be§ eben befd^rtebenen ÄlcibcS , unb e§ erfd^eint bann Dberfopf unb Unter= 
fette weiß, fcfcwacfy ^immetgelbltd) oerwafc^en, ber Hantel beuroftgimmetfa^L — Setbd^en: Oberfette roftbraun, 



5 g @d)m%r. 

unbeutücber Dljrfted brattn, wenig bcutttc^cr Slngenftreifen rofliocifj, Sfafjenfäitme ber ©djnüngen unb §)ed- 
febern roftbraun. 

SBon ©übtirol unb ben ^tyrenäen ab nad) ©üben r^tn betoofjnt ber Obrenfteinfdnnäker ganj ©übeuropa, 
ba§ toeftfic^e Slften unb Sftorbafrifa. 

G57. £cr ^Üftcuftättf djtttttßcr , S. (M., Vit.) isafoellina, Bnepp., (saltator, strapazina, squa- 
lida, saltatrix, olivastra, valicla). — St. 25.: ^infcfy unb Qaxtlaub, 95. Oftafr. .©. 252. — SSenig 
größer al§ ber ©teinf djmäijer ; Oberfeite ro'jttf abetlbräunticb , SSürseX lebhaft roftifabetf, O&erfd&iuanjbeta 
voeif? , ein fcbmater Slugenftreifen Don ber ©tirn bi§ auf bie ©djläfe tocijj , 3ügctflrcifen jd)warj, Obrgegenb 
unb Urttertette roftifabellgetb, am bnnfetften auf ben topf- unb 35ruftfeiten, Unterpgetbeden »eißu'dj; 
©dringen pltoenbraun, außen fablbräuntid) gefäumt; ©cbmauäfebern braunfditoarj, mit tocißcc SBurjct* 
bälfte unb fefir fdjmalem, weiften ©pii^enfaume , beibe S^ttteXfebern einfarbig. $ri§ bunMbraun, ©cfynabet 
unb ^ü|3e braunfdjwarj. — SSeibdjen gleich gefärbt. 

58ewol]nt bie Steppen be§ fübweftlidicn Europa, Elften bi§ pm Stomr unb 9?orboft=2ifrtfa§ bi§ pr 
©übfpi£e be§ roten 9Dto§. 

058. $)cr ®UÖftciufdjmäi5Cr, S. (M., Oena., Vit., Sylv.) stapaziiia, L., (rufa, eurymelaena). — 
%. 25. Naumann, $. 3).: III, 879. — (£t»a§ Keiner at§ ber ©teinfcbmät^er ; äftämtd&ett im (Sommer roetfj, 
gart roftgetblicb üertoafdjen, kantet bentlicb ^immetroftgelb, ©tirnranb, •$&$&, Äopffeiten, M)te unb Unter- 
pgelbeden fdjmarg, pflüget ebenfo; 2Irmfd)»ingen mit fdjmatem, bräunlidnoeiftem ©pißenf aume ; beibe 
mittelfte ©djmanjfebern nnb ein breites Qmbe ber übrigen, »etcbe an ber SBurjet weiß ftnb, fcbmarj. $ri3 
bunMbraun, ©dmabel unb güfte fdjfcarj. — %m ^erbft- unb Sinterfkibe erfcbeint bie Oberfeite lebhafter, 
bie Unterfeite gimmetifabeü", $orberfopf unb Sfageitjrreifen metftlicb; bie Strmf dringen baben breite, roftfatjXe 
(Snb-, bie Slrmfdjwingenbedfebern fdjmälere unb bläff ere 2luf$enfäume ; ba3 fcfymarje ©djtoattjenbe ift fdjmäter 
unb gart roeifj gefäumt. — Seibd)en: ©ran rötlich weift, bie beim 9D? annagen fd)tt>ar;$en Seite matt braun- 
fd^marj ober fdjtoctrgtidj braun, ein Stugenbrauenftretfen getbtidj weift. 

S)a§ Verbreitungsgebiet fällt mit bem be§ Obreufteinfd)mä£er§ gufammen. 

659. $>cr 9fomtcn)tettifrfjtttä^er, S. (M., S , Oen., V., Muscicapa) leucomela, Pall., (melano- 
leuca, pleschanka). — 31. 55.: ©oufb, B. of Ew. £ft. 89. — Ungefähr ebenfo groß tt>ie ber ©tein- 
fcbmä^er; ^Rüden, ©futtern, $üget, $opf = unb £>atsfeiten, Ätnit unb tebte, ^tüget, bie beiben mittetfteu 
(gc^toanjfebern unb ein breitet ©übe ber anberen fotoie bie Unterftügetbeden fdOtoarj, atteS übrige weift. 
$ri§ bunMbraun, ©cfynabel unb $üfte fd>war§. — Seibeben: Oberfeite nebft ^Higeln braun, 2lugen= 
ftreifen, Äüm, Mfit unb Ätopf bräunlicb toeiß, bürget, Oberfc^toansbeden unb bie itodj mdf>t erwähnten 
Unterteile toeiß. 

^n Oftaften, jufäüig im Öfttfd&en (Suropa. 

660. J)CV ^rauerfteittf^mn^cr, S. (V., Turdus, Dromolaea) leueura, Gml., (cachinnans. ni- 
gerrima). — %. 55.: 21. SSrebm, Journ. f. Ornith. 1858.. @. 55. — , 2KcrKtd^ größer att ber ©teilt- 
fdjmÄfcer; ranebfebtoarg ; ©ebtotngen bunlelbraun, innen graubrann, gegen bie SBBurgel gu nod) beüer; 
Ober= unb Unterfcbtoanjbeden unb @d)toangfebern toei^, testete mit einem febtoargen ©nb- unb @pi^en= 
fanme, bie beiben mittelften Gebern nur im Sßur^elbrittei mei^, übrige fdjtoarj. %xi§> bunMbraun, 
©ebnabet unb gü^c fc^warj. — Seibd^en: befter, mebr roftbraun gefärbt, Gebern ber Unterfeite febroarj 
mit breiten bunletroftbraunen ©nbfäumen. 

SSetoobnt bie ©ebirge ©übeuropa§, namentlicb ©panien§, ^icr bi§ §u gtoeitaufenb SJJeter über ba§ 
äRer emporfteigenb. 

ü)er biet füttere , an ber Sut^el !aum breiter als §of;e, f^arfrütfige, an ber ®)ptyt 
ttiebergebogene @c^naBe(, bie öertyältntemäfjtg für^eren gü^e, ginget nnb @d)n)anj nnter^ 
fc^etben bie an^ in ber SebenSttjetfe abiüeic^enben SEötcf enfd;ntä^er bon ben tor()er be^ 
[cfyriebenen @teinfd)mä^ern. 

661. ®cr Sötcjcn^)mäi5er, @d)oIIenbüpfer, ©^riftöffet u. f. to., Pratincola (M., S., Sax., Oen.) 
ruMcola, L., (indica, saturatior, Hemprichii). — SBergt Naumann, V. 2). III, 884. — äfterfftd) 
Heiner a(§ alte betriebenen ©teinf cbmät^er ; topf nebft Mnn unb Äeble fowic bie gan^e Oberfeite unb 
(gebtoauj fdjroarj, SKantelfebern mit fefjr üertoaf dienen bräunlicben Slußenfaumen , ein gro^eö $ett> an ben 
§at§feiten, ein gtoeiteä auf ben @d)ultern toeiJ3 r Uropf unb Oberbruft jimntetrofhrot , @eiten btäffer, Unter- 
bruft, S5aud), Slfter, Ober- unb Unterfdjtüattj = unb Unterftügetbeden toeiß; @cbtt)ingen mit breiten, bränn- 
ftdjen Slußenfänmen. SSurset^älfte ber binteren 2lrmfd)»ingen toei^, @d)ioanä fdjtoarj. ^.ri§ bnnMbraun, 
©dmabel unb ^ü^e fdjioar^. — 2B et beben: Oberfeite braun, bie Gebern mit fabtbraunen ept^enfäumen, 



0tcmfd)m%v. 57 

Dfyrfled unb ÄefyCe bunlelbraun, Äüm unb oerlofdjener g>al§fettenf(ed toeifclid), tropf unb ©ruft fyeltroft= 
rötlid), übrige Unterteile roftfaljl, ©d)ultem toeiß, Dberfdjtoanjbeden braun; ©dringen unb ©cfytoans 
bunlelbraun, fafjl gefäumt. ■ 

^erooljnt bte gemäßigten unb füblidjen £änber Europas unb 2lfien§ bi§ in§ fübltd)e ©darneben hinauf 
unb toanbert im hinter bi§ in bie ®leid)erlänber 2lfrtla§ unb nad? ©übinbien. 

662. $cr <sl)ÜiU'Cttfd}mfil5Cr, Pr., (3., M., Sax., Ilubetra) sybilla, L., (madagascariensis, pastor, 
capensis, caffra, torquata). — 21 SB.: £>eugtin, Drmtfy. 9?. O. Äfr. 340. — 2)em SSiefenfcfymät^er fefyr 
cujnlid), aber auf einlief) größer, ba§ ©djtoarj tiefer, topf unb 23ruft bunlel unb lebhaft gimmetrotbraun, 
ber £>al3feitcnfted bis $u ben SBruftfeiten fyerabgegogen , lluterfeite oon ber SSruft an reintoeiß. 

SSerbrettet fid) oom ©üben 9?ubien§ an über Slfrtla unb 90?abaga§lar. 

663. $tt3 to^(tJöoclrf)Ctt, SSraunetlert, ©eftattenfebläger, ^liegenüogel, pegenftreder, fteffetftnl, 
toutlerdje it. f. to., Pr. (M., S., Sax., Oen., Fruticola) rubetra, L. — 21. §8.: Naumann, 2*. 3). 
III, 903. — (Sröfeer atS ber 2Biefenfd)mä£er ; Oberfette braun, bie Gebern mit breiten, braunfdjtüarjen 
@d)aftftridjen , toelcbe auf bem Dbcrlopfe am bidjteften ftet)en , ©futtern toeifj , ein Sä'ngftftridj Dom ^ftafen- 
lodje bi§ -m ben @djläfen weif}, $ügel unD Äopffctten braunfd)war3, unterfeit§ begrenzt oon einer weisen 
8tme, weldje im fimx entfpringt unb bi§ auf bie ^alSfetten »erlauft, Äeble unb topf roftsimmetrötlid), 
übrige Unterteile fd)wäd)er rbtXtcr), SBaudunitte, Slftergegenb unb Unterflügelbeden weifr, (Schwingen braun= 
fdjwarj mit fdmtalen, fallen 2ßtfjenf äumen , SSur^el ber $tmenfaljne topft, 2)edfebern fd^warj; ©djwang- 
febern Braunfd&warj, iljre SBurjeflj&lfte weiß. $ri§ bunlelbraun, ©djnabet unb $üße l)ornfd)War§. — 
SBeibdien tote ba§ ätfänndjen aber o^ne weiße ©dmltern, lugenftreifen roftfafil tote bte Unterfeite, £%= 
gegenb bunlelbraun. 

2)tc 2irt finbet ftd) in (Suropa big gum fteben unb fedföigftett ®rab n. SB. unb im weftltdkn aftert, 
befud)t auf bem Sinterguge einen großen Seil SRorbojlafrtfaS. 

664. $er£raucrttwfctttöntfti5cr, f8otftei|fc^mä^er, Pr. (M, Sax.) eaprata, L., (fruticola, bico- 
lor, erytlropygia, sylvatica, melaleuca). — äSergt ^erbon, B. of. Ind. II, 123. — (Sröße be§ 3Biefen= 
fd)m%r§ ; glängenb fc^toar^, (Schultern weiß, einen breiten 2ängftftreifen bilbenb, Ober= unb Unterfdjwan^ 
beden weiß, Slfter rofibräunltd). $ri§ bunlelbraun, @d)nabel unb $üße ^ornf^toarj. — 2Beib$en bunlel- 
braun mit blä'fferen ^eberfäumen, Gurgel unb Dberfdjwangbeden roftrot, Unterfeite blaf§ rötlicpraun , auf 
$ef)le unb Sßaud) weißlid), letzterer unb Unter fd)W anreden roftrötlicfy überflogen. 

©anj $nbien, bie ©unbainfeln, ^Philippinen unb Simor bitben t>a$ S5aterlanb biefer Slrt. 

ü)te ©temf^mäi^er muffen, oBglet^ bte unS Belantefte 5(tt au^ bt'3 ^orbamerüa 
^tnüberfd^iDetft, älf 3Sögel ber alten Seit betrachtet n)crben r i^aben aBer in 5lnftralten ii)nen 
fetyr nat^e ftei^enbe 3Sertüanbte auftuiDetfen. Sfyx eigentliche^ §eimgeBiet ift bie SßBüfte, 
gleid;tiel r in ii)eld>em Erbteil* fic gelegen, nnb toelc^cö (^eipräge fie jetgt 3n it)r unb 
n>üftenät^nlict)en (^egenben tüot;men bie nteiften Slrten, 'toemt auet) einige ^itgliebev ber 
®wppe fict) ioett üBer it^re ®ren£en i^inanö terBreiten. Öbe, fetfige, ober bccB fteinreict^e 
(^egenben finb bie fteBtingStootynft^e biefer 3?i3gel, unb einige (Steine muffen ba, U>o fie auf= 
treten, öor^anben fein, feien fie ewefy nur ton SKcnfc^en^änben ^ufammengetragene ginbüngö^ 
Blöde ober gelbfteine. 3emet^r ber ^flan^enmucx)^ jurücfttttt unb be.r (Stein t?or^erfct)cnb 
n;irb, um fo häufiger finben fie fidj. ^e^t^alB Begegnet man unferer t^eimifd)en Irt nirgenbö 
in größerer 5lnjat)l aU in ?Hortoegen ober in ben 2lfyen, t)ier ioie bort aU regelmäßiger 
SommerBeit)o()ner aller falben Bi6 t)od? to ®eBirge hinauf; be^alB trifft man it^n in 
Bergigen ®egenben immer regelmäßig auf bem bilden ber §öt)cnpge unb in ber @Bene aU 
23rutoogel nur ba, too er toemgftenS fo biet (Steine §at, bafö er bajtotfc^en fein ^Jceft an* 
legen femn. Nötigenfalls Begnügt er fid; mit altem (Gemäuer, Ruinen, 5BeinBergmauern 
u, bgl., fommt felBft Bis an bie Ringmauern ber Stäbte ^eran, obgleich er fonft mit bem 
3ftenfd)en nic^t tote! ®emeinfd)aft ^aBen mag, unb fefet fic^ nur oorüberge^enb auf Sträu = 
d)ern, ^fä^len, ^unen . ober anberen aus §ol^ Beftel;enben ©egenftänben nieber. Seine 
fübeuropäifcfyen SSertoanbten galten fid) too möglich noc^ ftrenger als er an fteinige ^lä^e, 
an benen fie freiließ nirgenbS Mangel ^aBen, unb ber ^rauerfd^mä|er tnSBefonbere berläfft 
felfige ^äler ober gelSge^änge fo gut als nie. 



58 ©d)mcti3er. 

33emalj)e baS gerabe (Gegenteil läfft fiel) fcon bett Siefenfcfymä^ern fagen. <Sie meiben 
bie Öbe unb ^ie^en bie fruchtbaren Sänber, bor aßen aber Siefen, burcfy welche ein um* 
bufd)ter 33ad) fid) fd^ängelt, jebem übrigen (Gebiete oor nnb finben ftd) beSI^alb in ben 
Ebenen weit häufiger als in ben Gebirgen, obgleich fie and? trier nid?t ganj oermifft werben, 
gluf S *, 25ad) * nnb £eidmf er , iBrücfye nnb f elbft (Sümpfe , welche teilweife trodene stellen 
fyaben, finb tfyre SiebüngSwoIjmfi^c ; außerbem begegnet man ifynen an gelbern nnb Sein* 
bergen, nnb frier fommen fie wol aucfy bann nnb wann einmal mit i^ren 23erwanbten in* 
fammen. ®an^ fc wie nnfere Wirten treiben es bie afrifantfcfyen nnb inbifcfyen 23erwanbten, 
nur bafs fie in Ermangelung fcon Stefen ficfy überall ba anfibeln, wo es 23üfd)e gibt unb 
®raS unb (betreibe ba^wifcfyen wäd)ft. 

3n tljrem Sefen unb betragen ähneln ficfy nicfyt nur alle (Steinfcfymä^er, fonbern aufy 
biefe unb bie Siefenfcfymä^er meljjr ober weniger. 2luSnaI)mStoS muntere unb unruhige 
SSögel , finb fie oom frühen borgen bis jutn fpäten 21benb in £ätigfeit , nnb ba fie gleich 
mäßig abgehärtet ju fein f deinen gegen (Sonnenbranb wie rau^e Suft unb Dfagen, bemerft 
man fie, wenn man einigermaßen auf bie @egenb achtet, an ben entfprecfyenben Orten 
überall. £)ie <Steinfd?mä£er finb eS, welche bie ©nfamfeit ber Süfte unterbrechen unb bem 
Sauberer als befreunbete (Srfcfyeinungen entgegentreten, weil er in tfjnen Bürgen beS SebenS 
erfennt. dJlxt anberen Vögeln oerwed)feln fann fie ^iemanb. «Sie mögen in oieler §infid)t 
an ben 9?otfc^wanj unb ebenfo an bie gelSfcfymä^er erinnern, unterf Reiben ficfy aber bocfy 
burcfy befummle ©gentümlicfyfeiten. 3n fe^r aufgerichteter (Stellung fi^en fie auf i^ren 
(Steinen ober bie Siefenfdmtä^er auf23üfd?en, ^fälen, (Stollen, @raSl)almen , laum einen 
21ugenblid aber ru^ig; benn jebeS i^nen auffallenbe, unb fei eS and) nur ein i^nen fid) 
barbietenbeS Kerbtier, bewegt fie ju tiefen SMdlingen, wobei fie wie bie $ftotfcfy wänden 
mit bem ausgebreiteten auf fernhin leucfytenben <Sd)wan$e rafd) auf unb nieberwippen. 2Set= 
laffen fie laufeub i^ren ersten SRu^efi^, fo Rupfen fie in ungemein fdmell aufeinanberfot* 
genben furzen Sprüngen eilfertig ba^in, rollen, wie Naumann fagt, förmlich über ben 
33oben weg, galten ba^wifc^en einen 5lugenblid füll, machen einen neuen 25üdling unb 
fe^en ifyren Seg Weiter fort, gliegen fie ah r fo gefd^t bieS ebenfalls nad? einem SßM* 
linge mit fcfynetlen glügelbewegungen in einer faft geraben Sinie, wobei fie fid) nur auS* 
nai)mSWeife me^r als ^wei Steter über bem 23oben ergeben, eS fei benn, bafs fie einem 
hochgelegenen (Si£pla^e juftreben Wollen, (Selbft wenn fie bereite in einer gewiffen §öfye 
fitzen unb nacfy einem anberen burcfy eine £iefe getrennten ^ßunft Einfliegen wollen, pflegen 
fie fid? erft in bie £iefe ^erab^uftür^en unb ungefähr in ber angegebenen §)öt)e über ben 
23oben ju fliegen, je nad; feiner Öefcfyaffen^ett mit ü;m fteigenb ober fallenb. tyRtfyx nocfy 
als beim @i^en fommt beim gliegen ber weiße (Sc^wan^ jur Geltung, ba er in ungewöi)n* 
lieber Seife ausgebreitet wirb unb fo oon fernher als leucl)tenber ©egenftanb ins 
21uge fällt. 

(Stimme unb ®efang wollen bei ben meiften Wirten nic^t Diel befagen. !J)er Öodton 
unfereS (Steinfd>mä^erS unb ber meiften feiner 23erwanbten ift ein f c^nal^enbeS „£eaf" ober 
„$)el", welkem bei Erregung ein pfeifenbeS „(^ief angehängt wirb ; ber @efang §at ein ^öc^ft 
f onberbareS (Gepräge unb ift nic^t gerabe angenehm, ba er nur aus wenigen furzen «Strogen 
befielt, in benen außer ben £odtönen noc^ fräd^enbe Saute abwec^feln. 51m meiften läfft 
er fiefy oielleic^t nocl) mit bem Siebe ber ißac^ftelje oergleid)en, obfe^on le^tereS weit ange* 
neunter unb anfprec^enber genannt werben mufS. D^ren* unb ©ilbfteinfc^mä^er ähneln 
auefy im (^efange i^ren beutfe^en SBerwanbten; ber Süftenfteinfc^mä^er bagegen fingt laut 
(Swinl?oe „bewunberungS würbig", unb ber £rauerfteinfdnnä£er ^eic^net fic^ ebenfalls burd? 
ein fe^r wollautenbeS Sieb, welches mic^ am meiften an ben ©efang ber iBlaumerle 
erinnert ^at, fe^r ^u feinem Vorteile aus, wie er überhaupt als einer ber größten unb 



@temfd)m%r. 59 

ftärfften ber ®enoffenfcfyaft ben Steinfcfymä^er in feiner $otlenbung barpftetlen fcfyeint. 
5lud) unfer einfyeimifcfyer nnb bie oortyer ertoäljmten ^Bertoanbten fteigen toärenb be3 (Singend 
flatternb in bie §öl)e nnb laffen ficfy bann lütbcr pm iöoben fyeraBfaüen; ber £rauer* 
fcfymä^er tut bieg häufiger atä jeber anbete nnb Befunbet baBei eine gtuggetoanbtfyeit, toetcfye 
in (Srftaunen fe%t f oBfcfyon man fidj fagen mufS, baf3 fie mit feiner fonftigen SeB^aftigfeit 
nnb ben förmlichen ganzen, mU}t er anf (Steinplatten ausführt, ooltfommen im (5m* 
ftange fteft. 

£)ie ÜBiefenfefymä^er flehen an SeBfyaftigfeit hinter ben SBertoanbten nid)t prüd , ähneln 
biefen aucfy in allen 23etoegungen me^r ober weniger, tragen ficfy tt>te fie, ppfen ungemein 
fynrtig anf bem 23oben bafyin ,* fliegen eBenfaHö niebrig , Beim SlBfliegen ficfy ^eraBf enfenb 
nnb oor bem 2tuffußen toiber anfteigenb , in Indern , flauem 23ogen , unterfcfyeiben ficfy aBer 
gerabe im gtiegen burd? ü?re eigentümlich ^appelnben ^Beilegungen Don t^ren Sßertoanbten. 
£)ie Sodftimme be3 2öiefenfd?mä£er3 Elingt fanft toie „Sieb", §at aBer gettötynlid) nocfy an* 
bere Saute, ein fc^arfeö „£ef tef", ein fur^eS „SBStp" nnb ein fdmat$enbe3 „Zyx" im ®e= 
folge. Naumann fcergteicfyt ben erfteren Sodton mit bem beö §au3rötting3 ; micfy ^at er 
fefyr oft an ben Sodruf be3 ®impet3 erinnert. £)a3 ®olj>toögelcfyen flögt einen boppcltöni* 
gen Sodruf auö, einen fanften, angenehmen $fiff nemticfy mit baranffolgenbem Sämann, 
iüetcfyeS gemeinfd)aftlid) tote „£$an tef" ftingt. 23eibe Sitten fingen fe^r fleißig nnb nicfyt 
unangenehm, eljjer nad) 2lrt ber SHotfcfytoän^en als nad> 5lrt i^rer $ernmnbten, nehmen 
aucfy ^ier nnb ba als Spötter einzelne £öne aus anberer Sänger SdmaBel an nnb Be* 
reichern baburd) il;ren ®efang fetyr toefentlid). 3n tmefern ftd) ber £rauerfteinfd)mä£er 
hierin fcon ben ^ertoanbten unterfcfyeibet, vermag icfy nid)t p fagen; Sßltyty oergletcfyt fein 
Sieb mit bem unfereS SRotfelj>ld)eng, Bemerft jeboct;, bafS e3 eintöniger nnb f täglicher flinge. 
ScBtecfyt fann ber ®efang nidj>t fein, toeit gerabe biefe 5lrt in bem. an guten Sängern 
feine&oegS armen Bengalen p ben BelieBteften $äfigoögetn ^äl)tt. 

Sitte enropäifcfyen Steinfc^mä^er mit 2tu3nalj)me be3 £rauerfcfymä^er3 ftnb 3ugoögel, 
n>etd)e p (£nbe Wqxi ober im anfange be3 SIprit Bei un3 erfreuten, Brüten, im Slnguft p 
ftreicfyen Beginnen nnb im SeptemBer nnb DctoBer un3 toiber oerlaffen, ficfy ben toeiter 
oBen genauer Bezeichneten Säubern ptoenbenb, um in ü)nen ben Sinter %a oerBringen. £)er 
^rauerfteiufc^mä^er läfft fic^ burc^ rau^e Witterung ^öc^ften^ oon ben ®eBirgen in bie 
^tefe ^eraBbrüden, nimmt ^ier auf fonnigen ©eräugen feinen ©taub nnb fteigt, foioie bie 
Sonne ^ö^ere gel^toänbe freigelegt tyat, toiber %u biefen empor. 2)ocl) Beginnt and; 
er nic^t früher <\U bie 33ertt)anbten mit bem 23au be6 9^efte^. Sc^on oorljjer ^aBen alle 
ein Beftimmteö ®eBiet fic^ aBgegren^t unb oerteibigen baSfetBe eiferfüc^tig gegen jeben anberen 
ityrer 5lrt, in gen>iffem (grabe fetBft gegeu anbere 33öget, meldte fiefy ^ier einfinben sollen; 
benn Ungefetligfeit ift ein (^runbpg beö SefenS aller Steinfcljmä^er unb mac^t fid? fogar 
noc^) in ber grembe BemerflicB, Daö D^eft ber Steinfcfymä^er im engem Sinne fte^t ftetS 
in einer §ö^tung unb regelmäßig ^toifd^en Steinen, auöna^m^toeife in §ol§ftögen, unter 
Stämmen, unter ^etour^el unb in (£rb1)ö$len; gelfenfpalten mit me^r ober weniger engem 
(gingange, äftauerri^en unb bie ^^if^enräume in Steinhaufen toerben am lieBften ^ierp 
Bcnu^t. 3e nac^ ber ©egenb Befteftf t% au^ oerfc^ibenen iBeftanbteilen , bie unfereS beut* 
fc^en Steinfc^mä^er^ getoölmlid) auö Oueden unb anberen Surjeln, ^ra^^almen u. bgt., 
meiere siemlicl) lieberli* üBereinanbergefc^ic^tet, innen aBer regelmäßig mit £ier* unb ^3flan* 
^entootte,- §aren unb gebern auögepotftert toerben. 3m ^o^en Sorben gef^t bie 2lu3* 
Iteibung mit größerer Sorgfalt als Bei un3 p Sanbe, pflegt auc^ regelmäßig oiet bid>ter p 
fein, entfprec^enb ber fütteren (gegenb ; im Süben toirb auf fie liberum toeniger (Sorgfalt 
getoanbt. „Wix ift", Bemcrft unfer ^Mitarbeiter $1 fcf, „ein galt fcorgefommen, bafö ber 
Steinfc^mä^er eine ^a^ftet^e auö i^rem 9^efte vertrieb unb biefen bann o^ne weiteres für 



60 @djm%r. 

feine eigene Brut benu^te." gaft genau baSfelbe, toaS oon unferem Vogel gefagt derben 
fann, gilt für bie übrigen Wirten ber Sippe, fotoeit tt>ir gegenwärtig über u)r Brutge* 
fcfyäft unterrichtet finb. günf bis fieben fur^e, eirunbe, bünnfd^alige, mattgtän^enbe , ein* 
farBtg blaugrünlid)e ober grünblaue ober auf folgern (Grunbe mit gelbroten, oiotetten, roft* 
roten unb anberSfarbigen bunflen fünften fd)toad? gezeichnete dkx bitben baS Belege. 3)aS 
Seibdfyen brütet großenteils allein; bie jungen toerben oon beiben Altern aufgefüttert, mit 
toafyrfyaft rütn'enber 3^tlid)!eit übertoadrt, bat)er aud) bem Kunbigen leicfyt oerraten, nacb 
glüdlicfyem (£ntfommen aber nod) längere 3 e *t geführt unb geleitet, bis baS ungefellige Se* 
fen auefy bei irrten ^ur (Geltung !ommt, unb fie i^ren eigenen Seg gelten. £)ie Siefen* 
f d)mä£er bebürfen ber erwähnten fdjm^enben £öt?lungen nicfyt : ü)r 9left fielet immer auf bem 
Boben, enttoeber 3toifd)en (GraS ober in graSumtoucfyertem (Gefträud), ift ein lodereS (Ge* 
toebe oon Gueden, bürren (Grashalmen, ©rbrnoS unb feinen trodenen ^flanjenftengeln, toirb 
innen mit Solle unb §aren aufgelegt unb enthält, getoöfynlicl) im anfange beS 2M, fünf 
bis fecfyS, feltener fieben, benen ber Vertoanbten äl)nlicfye aber fleinere unb lebhafter gefärbte 
©er. Sie bie Steinfcfymä^er brüten audb bie Siefenfd)mä£er getoötyntid; nur einmal im 
Saufe beS Kommers. 

Stein* unb Sicfenfd)mä£er nähren fic^ fo gut als auSfcfytießticfy oon Kerbtieren, ins* 
befonbere oon Käfern, toelcbe fie laufenb unb fliegenb oerfolgen, außerbem oon Sd)metter* 
lingen, Stiegen, bilden, §eufd)reden u. fegt fotoie bereu öaroen, oerbraucfyen oiele ^rung 
unb finb toot beStjatb ^auptfäcfylicfy fo rege unb lebenbig $u jeber gageS^eit 3n ber (Ge* 
fangenfe^aft reicht man i^nen ^adrtigattenfutter , erhält fie aber feiten mehrere 3atyre 
am Seben. „Sic toerben", f treibt unfer Mitarbeiter Siebe, „faft allenthalben als Vögel 
gefd;itbert, meiere eingefangen nur fe^r fcfytoer unb feiten mit glüdticfyem ©rfolge mit ber (Ge* 
fangenfd)aft unb (Gefangenenfoft fid) auSfölmen, £ocfy gilt bieS nur oon alten Etüden, toetcfye 
fid? allerdings bloß bei ununterbrochener 2ld>tfamfeit unb unter Beobachtung ber größten 
Vorfielt an Bauer unb Stubenfutter getoöljmen laffen, unb toetcfye auefy bann, nad?bem fie 
einigermaßen gejäl;mt finb, bei jeber (Gelegenheit in ityr alteS ftörrifd;eS unb toitbeS Sefen 
jurüd p verfallen brot)cn. SlnberS oerfyätt eS fid> inbeffen mit jungen Vögeln, diejenigen, 
meiere in ben erften fecfyS bis ad)t Sod;en nadj bem ausfliegen gefangen toerben, füllen 
fidj fdmelt unb leidet in bem Käfige t)eimifcfy unb bebürfen bann feineStoegS einer außer* 
orbentlidj garten Pflege. 2IuS bem 9ßcft gehobene 3unge laffen fi# jtoar teid;t aufziehen, 
freffen fiefy gegen ben §erbft tn'n aber getoölmlid) fel;r fett unb fterben bann naefy fur^cr 
grift, in golge rafd) oorfcfyreitenber ^etjrung. Vielleicht ift ber Erfolg günftiger, toenn 
man fie, toenigftenS anfänglich, mit gliegen, Käfern unb ^e^ltoürmern auffüttert; icfy fyabe 
aber in biefer Be^ie^ung noc^ feine 35erfuc^e gemacht unb fomme ba^er auf meine eben mit* 
geteilte (grfa^rung ^urüd, bafS gan^ jung eingefangene @teinfd)mä£er bie geeignetften für 
bie (Gefangen] djaft finb, balb ^a^m toerben unb mit einem gutter oorlieb nehmen, toie eS 
jeber anbere feinere ©änger bean|>rud;t gür Heine (Gebauer eignen fie fid; nid)t, fonbern 
nur für ganj große Käfige ober für SSogelftuben, nid;t etwa toeil fie für jene ju jart, fon* 
bem toeil fie fämtlid) in ber (Gefangenfcfyaft jiemlic^ langtoeilige 3Si3gel finb, ioetcfye am 
liebften möglid)ft ruhelos auf einer (Stelle fi^en unb fieb toer toeiß toelc^en tieffinnigen Be* 
trad;tungen ^inpgeben lieben, (grft in größeren Räumen, too fie Otele (Gefellfc^after ^aben 
unb fic^ gehörig ausfliegen fönnen, enttoideln fie mefyr Betoeglic^feit, unb toirb i^re Beo* 
bac^tung anjie^enber. Senn fie burd) unbequeme 9^ac^barfc^aft ober burd^ fonft ein unlieb* 
fameS Ereignis aus iijjrer behaglichen ^Rn^e aufgeftört, mit gebreitetem @d)toanä einen an* 
bereu, erhabenen ^unft auffuc^en unb unter bebäd)tigem @d;toanstoi^en mit befonberer 
9tteifterfd)aft il;xe Verbeugungen mad;en, nehmen fie fid; ganj gut aus. £)abei ift eS i^nen 
einerlei, ob fie ftd) auf einen @tein ober auf eine §ol^ftange fe^en. ^ute (Sigenfd;aften an 



©temfdjmci&er. ß ^ 

tf;nen finb nod; bte fd;mude Sauberfeit, toetd;e bem (Gefteber oljme befonberc3 3utun ^tx 
$öget verbleibt, unb i^re große 33eTträglid^feit anbeten Wirten gegenüber. So heilig letzteres 
mit ü)rem betragen in ber greit;eit übereinftimmt, fo fann e3 bod; nid;t beftritten derben. 
3d; §aU fclbft stmfcfyen gefangenen Steinfd;mä^em ein nnb berfelben 2lrt leine bejonberen 
3tt>iftigfeiten beobachten ftfnnen. ^Die Steinfd)m%r reinigen nad; bem greffen ben Sctma* 
bei nid;t gehörig, toafyrfcfyeintid; toeit fie im greien, too fie oor^ugStoeifc nur fliegenbe nnb 
rafefy laufenbe tofe aufnehmen, einer befonberen Reinigung nid;t bebürfen. 3n golge beffen 
rüden iljmcn bie Heineren ^erbtierfreffer attmäfytid; bid;t auf ben £eib nnb piden ü)ncu oorfid;ttg 
bie Speifeüberrefte Dom Sd;nabet toeg, toaS fid; bie Scfymä^er gan^ rufytg gefallen (äffen, 
deiner 2lnfid;t nad; empfehlen fie fiel; nod; me(;r at3 bie Sicfenjdmiä^er , obgteid; teuere 
in ber (Gefcmgenfcfyaft ettoaS lebhafter finb; benn jene übertreffen bieje bei weitem in ber 
Sftunbung nnb ^terftcfyfeit $*?i 23efoegungen , nnb baranf fommt c3 Ja bei Vögeln, beren 
(Gefang nid;t Diel toert ift, Dor^ugStoeife mit an/' 

$)erf to£ erhielt ein 9?eft mit fünf jungen Steinfd;m%rn unb fütterte fie mit 5lmei|~en* 
puppen, Sftefyttoürmern unb bem „gleifcfye'' Don §)eujd;reden gtüdlid; auf. „3d; gab bie* 
fetben Vi treibt er mir, „in einen fe^r großen, jebod; nieberen ftafig, toelcfyer am metften 
einem £erd;eubauer glid; unb mit «Steinen, §otjftüden, %Rq§ %l red;t tooljmlict; für fie ^er= 
gerichtet ftmrbe. Sie befanben fid; hierin äußerft toot, unterhielten miefy burd; it;re aus* 
geprägte 23etoegtid;feit , gaben mir and; bie bequemfte (Gelegenheit, ifyre fo eigentümlichen 
«Sitten p ftubiren. 3eben 2lugenblid n>ed;fetten fie ben Jßta^, toippten mit bem Sd;toanäe 
auf unb nieber , toiegten ben topf, fingen irgenb eine nad; ityrem gutter lüfterne Stiege mit 
einer Sd;nettigfeit toeg, bafS mein 2luge faum p folgen oermocfyte , unb faßen eine Sefunbe 
jpäter fd;on loiber auf einem anberen Steine, ba3 gäcfyerfpiel mit bem Sd;toän^cben oon 
neuem beginuenb. 2lud; ict> muf3 u)re außerorbentticfye ißerträ'gticfyfeit rü^menb I)eroorfyeben. 

„ ^Bt^ jum §erbft fyietten fie fid; Dortrefftieb, unb id; faf) iljmen nie an, ba[3 fie irgenb 
ttrie Mangel gelitten Ratten; al3 id; jebod? mit ben 5lmeifenpuppen fparfamer toerben unb 
eublid; gauj anfrören muffte, aud; fonftige Kerbtiere niebt met;r ^u fyaben toaren, bemerfte 
id;, bajS il;uen gteifd; unb äftefyttoürmer jcne3 gutter nicfyt erfet^en lonnten. Sie begannen 
ju Iränfeln, unb tro^ ber aufmertfamften Pflege überlebte feiner ben Sinter. ' 

3d) ^abe p oorftet;enbem ju bemerlen , baf8 ba^ bon mir befolgte unb genugfam 
betriebene (Singevoö^nungöoerfa^ren bei allen Steinfd;mä£ern, >mld)t ic^ im £aufe ber 
3a^re erhielt, bortrefftid; fic^ be^ärt fyal 5lucl) fie lernten Don ben übrigen (Gefangenen 
beS ifynen angetoiefenen 9?aume^ batb am gutternapfe jujutangen unb überhaupt im Häftge fid; 
p benehmen, getoö^nten fid) rafc^ unb gut ein unb gelten fieb immerhin ein par 3a^re. ©n 
$rauttfef;td>en, ioetdje^ 9? et; zufällig fing, geioöfynte fid; bei Imcifenpuppen unb $Rtfy* 
Türmern balb ein, fang, frei im äto^ um^erfliegenb, fe^r fleißig unb lebte jtoei 3a^re 
in (Gefangen fd;aft 

Stein* unb Siefenfc^mä^er jagten niebt ju ben häufigen Qrricfyeinungen unfere^ 33oget* 
marfte^, obU)ot fie fid; teid)t fangen taffen unb oon geübten gängern auf 23eftettung balb 
getiefer*; derben. : (5ntfpred;enb il;rem unbebeutenben ©efange unb be3 nid;t 3ebermann 
anfprec^enben 3Befenö, ftet;en bie t;eimifd;en Irten fe^r niebrig im greife; bie füb* 
europäifd;eu aber unb jumat ben £rauerfteinfc(;m%r t ioelc^er ein gan^ oorjüglid;er Häfig* 
Doget ift, erhalten ttn'r ebenfo ioenig n>ie ben gerühmten, gefange^lunbigen 2:rauertoiefen* 
fc^mä^er. 



62 ©djmäfcer. 

Unter oorftefyenbem tarnen vereinigen nur oerfcfyibene kippen auStänbifcfyer 23öget, 
meiere in ®eftalt, Sefen unb (gebaren mit unferen (Steinfdmtä^ern große 2le§nftdjlett tyaben 
nnb ft<$ fatnt nnb fonberS burd) metjr ober weniger gnten ®efang einzeichnen, t>e3lj>atb 
and) in itj>rer §eimat oon £iebtyabem gern gefangen gehalten toerben nnb ^öd>ft toafyrfcfyeüv 
tiefy früher ober fpäter lebenb and) ju uns gelangen bürften. 

£)ie 23ufcfyf$mä£er im engeren ©inne (Thamnobia) lennjeid^nen \ty burd) fcfylanfen, 
an ber 2önr$el lanm merftiefy oerbidten, feittiefy pfammengebrüdten, fanft gefrümmten, an 
ber @^e tyerabgebogenen ©dmabet, tangtäufige güße mit mittelgroßen 3 e ^ eit r ^ n W &* 
rnnbete gtüget, unter bereu @d)toingen bie oierte unb fünfte bie längften ftttb, unb bereu 
£)anb|d)toingen bie tot*' unb ©d)utterfebern faum überragen, mäßig langen, breiten, ftarf 
gerunbeten ©d^toan^ unb toeicfyeS, buntem, je naefy bem ®efd)ted?t oerfcfyibeneS ®efieber. 

665. $er Mrtmrijtfjmäßer, Äatöjurt unb ^a{anä)i ber ^nbier, ThanmoMa (Mot., S., Oen., Mi- 
cropus, Ixos) fulicata, L., (ptymatura, leucopterus). — $ergt. $erbon, B. of. Ind. II, 121. — 

@twa§ großer aB ber 2ßie[en[^mä^er ; gtängenb rabenfdjwar^ ; Schwingen matt\<$)\vax$ , Keine SDecffebern 
am Unterarme weiß; 23au$f(ecf unb Unterfcfywangbeden bunfet faftamenbraun. $ri§ braun, ©cfynabet unb 
güße fyornfcfywars. — Sßeibdjen büfter raucfybraun, $ttiget unb ©cfytoanj bunUer, Unterfdjwansbecfen 
faftamenbraun. 

3)a§ SBögetdjen verbreitet fi$ über gan$ ©übmbten unb Seiton. 

666. $er $Bufd)ftf)mäi5et, Th. (S., Saxicoloides , Cinnyricinclus) camhayensis , Lath., (ery- 
thrurus, melasoma, scapularis). — SBergl. $erbon, B. of. Ind. II, 122. — ©röße be§ SSerwaubten; 
Oberfette umber6raun, 3ügel, £opf unb §at§feiten fowie bie Unterteile glänjenb rabenf diwarj ; über bem 
$üget eine fefyr feine weiße £inie, 5lftergegenb nnb Unterfcbwangbeden jimtnetbraun ; ©dringen bunfetbraun, 
innen befter, Heine Unterarmbedfebem weiß; ©c^wan^ febwarj. $ri§ braun, ©c^nabet unb $üße bunfel- 
braun. — SB'eibdjen raucfybraun. 

Vertritt ben $aldntrifcfyma£er in WlitttU unb SSorberinbien. 

667. $>er ^läfefdjtttäßer, Th. (Sax., Pentholaea) alWrons, Kuepp. (frontalis). — SSergt. 
SRüppeU, 9?cue SBirbett. ©. 78. — @twa§ größer al§ber Siefenf cfym%r ; raud)fd)Wars, ©tirn unb$orber= 
fopf weiß; «Schwingen fyeßer al§ ba§ übrige ©efteber, innen graubräuntid), bon unten graulidjweiß fcfyeinenb, 
$ri§ braun, @d)nabet unb $üße ^orufc^warj. — 2Beibcf)en einfarbig mattbraunfe^marj. 

2)te 2trt bewohnt ben -ftorboften unb Seften SlfrilaS unb fteigt in ben ©ebirgen bon £>abefcb bi§ §u 
gweitaufenb äfteter über ba§ SJJer empor. 

£)ie £)unfetfd?mä^er (Myioscopus) fließen \i$ in ber ®eftalt unferem $loU 
le^lc^en am näc^ften an, l;aben aber einen toeit fräftigeren an ber Surjel ^ötyeren 
@d)nabel, l;o^e ?äufc unb lür^ere glügel, ba unter ben ©dringen bie fünfte bie längfte, 
bie vierte unb fed>fte faum, bie britte ettoaö, bie ^toeite merllicb für^er al^ bie ad)te unb 
bie erfte ^alb fo lang als bie jtoettc ift 

668. 2)er 2)Utt!etj(^tttri^er ; Myioscopus (Turdus, Miro, Muscicapa, Petroica) allbifrons, Oml., 

(ochrotarsus). — 5t. ö.: ^infd), Journ. f. Ornith. 1870. 321. — ®röße unfereS @teinfd^mä^er§ ; Ober- 
fette unb Unterteile bis $ur SBruft bunteUrfcfygrau , bie ^ebern mit weipdjen @d^äften, über ben ^afen- 
tönern ein Heiner toeißer %ltd, um baä 5tuge ein fd)mater, weißer tan^, 9Jiitte ber Sruft, be§ 33aud)e§ 
unb ber Slftergegenb fdjmufctg*, Unterfdjwanjbeden reintoeiß, «Seiten raudigraubraun ; ©d)»ingen braun* 
fc^war^, oon ber fiebenten an mit weißem $led an ber SSurget ber $nnenfafme. %xi$ buntelbraun, 
©c^nabel unb güßc fc^ioarj. — 2öei6d)en wie ba§ 9Jldnnd)en, unterfeitS beutlic^er weiß. 
Sebt auf ^eufeetanb. 

Ü)ie iBuutf^mct^er muffen als bie anftralifd^en Vertreter unferer ©teiufebmä^er 
gelten. @ie ähneln biefen im ißau unb erfd^einen getoifferma^en als ^ittelglieber jtotfe^en 
i^nen unb ben gtiegenfängem 3^r (Schnabel ift fur$, an ber Surjel breit, fd;arfrüdig, 
auf ber girfte gerabe, an ber ©pt^e fd;arf^adig ^erabgelrümmt, feiert geferbt, ber guf 



oer^äTtmSmäßig fur^, aber lang$eljig, ber glüget jientlid? lang, unter feinen (gelingen 
bie oierte am längsten, bte ^oeite gleicfy ber fiebenten, bie erfte fel?r fnr^, ber mitteltange 
©c^toan^ gerabe abgefdmitten , ba3 toeicfye ®efieber f einfarbig. 

669. $5CT tttjntsettfcfymfißer , Petroica (Musicapa, Melanodryas) cucullata, Lath., (bicolor). — 
31. SB.: ®oulb, B. of. Austr. III, £fi. 7. — @tn?a§ größer afö ber ©teinfcfymct^er; fdjtoarj, ©ctmtteru, 
Söurjefljälfte ber ©cfymanäfebern , bie beiben mittelen aufgenommen, unb Unterfeite oon ber £eb/le an 
weiß, ebenfo ein breiter SWittctfted auf allen nnb ein breiter Slußenranb auf ben Hinteren Sfonf Urningen. $rB 
braunfe^mar^ ©cfynabet nnb güße fdjtoarj. — Setbcfyen: Oberfeite, $inn, Äefyle unb topf bebeutenb fetter. 

Verbreitet fiefy über ©übn>eft= unb Oftauftratien. 

670. $e? SBmttfdjnta^er, P. (Muse.) multicolor, Tig-. & Horsf. — k. 23.: ©outb, B. of. 
Austr. III , £fl 3. — $aum größer at§ unfer 2Biefenfcfymct£er; Oberfette, Äirm unb Äeljle fdjtoarj, ©tirn, 
SSorberlopf unb ©djuttern meiß, tropf unb SSruji lebhaft f djartaebrot , übrige Unterteile unb Unterfinget 
beefen toeiß; $tügel fcfytoarj, ^ußenfatme ber Hinteren Slrmfcbtoingen unb ein Keiner äftittelftecf auf ber 
Slußenfafme ber fiebenten bis neunten ©dringe toeiß; ©c^toan^ fer/warg, ©djtoanjfcbern an ber äßurget 
unb außen am (£nbe ebenfo, übrige n>eiß. $ri§ tiefbraun, ©ebnabet unb $üße fdjroarj. — SSeibdjen: 
Oberfeite erbbraun, ©tirn, $inn unb Äeljle toeißer, SBruft matt fdjarfadjrot. 

Verbreitet ftd) über ben größten Seit 2Utftralieu§ unb VanbiemenStanb. 

671. $er 9lOtjtmtjtf)mai5ev, P. (Muse.) Goodenoii, Yig. & Horsf. — %. 23.: ®outb, B. of. 
Austr., III, £ft 5. — 2)em Vuntfct)mäl|er fet)r ctfmticfy, aber bebeutenb Heiner unb ©tirn nebft Sorber- 
fppf bi§ jur ©cfyeitetmitte rot tote bie Vruft. 

$n ©üb- unb SSeftauftratien. 

672. £et 9tOJenl>VUftjtf)mäi5er , P. (Sax., Muse, Erythrodryas) rkodinograster, Drap. (La- 
thami). — 21. V.: ®outb, B. of. Austr. III, £ft. 1. — ®röße be§ Vuntfcbmä^erS ; Oberfeite, Äinn unb 
Äeble fct)teferfct)roar§ r ein^teef hinter bem ©tirnranbe toeiß, Unterfeite bunfet pfirfidjblutrot, Unter fc^njang« 
unb ^lügetbecfen toeiß; ©crjtomgen braunfct)n)ar§, oou ber fiebenten an hinter ber Söurget ber $mtenfaf)ne 
mit toeißem %\i&, welcher ftdj auf ber Slußenfafme nur af§ Keine, roftfafyte ^tzüt unbeuttid] geigt ; ©c^toan^ 
braunfetnoarj wie bie ©cfytotngen. — Selb et) en roftbraun, Unterfeite graubraun, auf ber Vruft rofa oer= 
toafcfyen, 5lftergegenb unb Unterfd&nxmjbeta toeiß; ©cfytoingen auf ber SJätte unb 2lußenfal)ne mit roft= 
gelbbraunen ^(ecten. 

2He %xt bewohnt ©übauftraüen unb Tasmanien ober VanbiemenStanb. 

Ualjfyuü* nnb Söuntfcfymäfcer gehören p btn befannteften Vögeln 3nbten3, nnb ber 
erftere $at be^alb ben Tanten „inbifcfyer $(obin", b. 1). 9totfe$lcfyen ermatten, SSeibe finbet 
man meift in ber Mtye öon ®ebäuben, ^agoben, altem Gemäuer n> bgt, ntd)t feiten fi^t 
man fie and) anf ber girfte be§ §anfeö nnb ber §of= nnb (Gartenmauer um^cr^üpfen ober 
in baS innere ber 23eranba nnb gelegentlich iool fetbft in bie 3immer feereinlommen. 
3t;r eigenttic^eö So^ngebiet bitben übrigen^ nic^t ©ebänbe nnb beren ^act)barfd;aft, t>tel^ 
me^r felfige nnb fteinige §üget nnb Sbufätottt fcerfcfyibener 5trt (Gemö^ntic^ bemerft man 
Jie einzeln ober ^artoeife, anf bem25oben i^rer ^a^rnng naebge^enb, ©ie Impfen ^ier mit 
großer ^ewanbt^eit untrer nnb oerfotgen lanfenb Kerbtiere nnb anbere ^3ente, beoor fie 
fiefy ioiber auf einem er^ö^ten fünfte i^reö (Gebietet nieberlaffen, 5ltte^eit, inSbefonbere 
aber toenn fie gutter fnc^en, teilen fie na<^ Irt nitferer ^otfc^toänje nnb ©teinfd)mä^er 
mit bem ©c^toan^e, bei Erregung fo ^eftig, bafö jener faft ben ^opf berührt ©ie 3Jlännd)en 
^aben einen furzen aber ungemein lieblichen ®efang nnb laffen benfelben ebenfo fleißig 
oon ber girfte be6 §aufeö , einer Wlamx ober bon ber ©pi^e eine^ 53anmeö l;erab toie im 
55aner oerne^men, toerben beStyalb anc^ allgemein unb gern in ber $efangcnfcfyaft gehalten, 
3^>r aus ®ra3, Sur^eln unb $aren bcfte^enbeS, beim ^3ufc^fd)mäi^cv regelmäßig mit 
(Scfytangentyaut oer^ierteö 91eft legen fie ^auptfäcfyticfy in gelSnifd;en unb ^anerlöc^ern, aus* 
nal;mStoeife aber anc^ in iöaum^ö^len ober auf bem ©tut^en oou ^almenblättern an. !Die 
-bier bis fünf ©er, toetcfye baö (Belege bilben, ftnb auf bläulid; ober grüntict; meißem (Grunbe 
purpurbraun geftedt. 



ß4 @d»m%r. 

©ing* unb 23untfd)mäfeer leben nacfy ben ©dnTberungen ton ©oulb imb ty Otts im 
toef entließen nad) 2Irt unferer ©teinfdnnä^er , jetcfynen oor biefen aber burd) ifyren oor* 
trefflichen @efang ficfy auS. £)er £)unfel[d;mä£er gilt als einer ber tieften, toenn ntcfyt als ber 
auSgejeidmetfte aller ©änger SfteufeefonbS ; bie 23untfcbmä£er toerben nicfyt minber gerühmt. 
Öebenbig nnb munter, betoeglid) unb regfant, bilben fie in ityrem pracfytoollen ®efteber einen 
toafyren ©djmucf ber £anbfcfyaft nnb tyaben fid; allerfeitS umfomefyr bie guneigung ber 2tn* 
fibler ertoorben, als fie unge[d)eut in bie ©arten fyeranfommen nnb in nädjfter ^Jtä^e ton 
bem Sftenfcfyen il;r SBefen treiben» ©ie oer breiten ftd; über baS ganjc £anb unb nelnnen 
anf allen ifynen paffenben Örtlicfyfeiten So^nnng, bie einen in ben Letten trodner ®e* 
rinfel, bie anberen im gelbe, mofelbft fie fid; tote nnjere ©teinfdnnä^er anf großen ©teilten, 
(Srbflumpen unb anbem erl;öl;ten ®egenftänben nieberlaffen, unb ton tt>o aus fie i^re 3agb 
auf Kerbtiere aller 2lrt betreiben. ®egen bie 53rntjeit fyin, toeld;e jnrifcfyen bie Monate 
5luguft bis gebruar fällt, (äfft baS ülftänndjen feinen liebtid;en ©efang oernel;men, lux greube 
namentlich ber neuangefommenen Slnfibler, toeldje in bem ©änger einen na^en 33ertoanbten 
beS geliebten $Rotfel;ld?enS ^u ernennen glauben nnb inSbefonbere burd; beffen ©efang an ben 
greunb auS ber $>eimat erinnert tocrben. £)aS ^eft toirb aus trodnem ©rafe, bünncn 
9ftnbenftreif en , SlftoS, gleiten u. bgt ©toffen feft jufammengebaut unb mit ©pinnenge* 
toebe unb ^flanjenfafern nod? befonberS terbunben, innen mit gebern, 2£olle unb §aren, 
juioetlen auSfd;ltepdji mit Dpoff umwaren auSgefleibet , fielet getoöfynlicfy in einer 23aum* 
^ofylung ober einem nur teilmeife angefaulten 23aumlocfye, tfvti bis brei Sttcter über bem 
@ruhbe, feltener in ©abeläften bis $u ^n ^eter über bem 23oben unb enthält brei bis 
fecfyS grüntoeißtid^e , leicfyt tnS 23läulid?e ober , gleifcfyfarbene fdn'mmernbe ober olioengrüne 
(£ier, mit fein ^erteilten, olioenbraunen ober purpurgrauen glecten, toelcfye manchmal einen 
(Snbfranj bilben. 5luf bie erfte 23rut pflegt eine ^toeite $u folgen. 

Dbgleid; id) über baS ©efangenleben aller biefer 23ögel unb bie 2lrt unb SBSetfe ber 
23efyanblung im Häfige feine Angaben finbe, glaube icfy bocl> beftimmt annehmen ju bürfen, 
bafS fid; and; fie, ebenfogut toie unfere anbereu feinen ©änger leidet im Käfige galten laffen 
unb nicfyt mefyr 2lnfprüd;e machen werben als bie ^eimifcfyen $eruxmbten. SDfit r^eintfd)en 
9cad;tigallenf utter , Slmeifen eiern unb ^efyltoürmeru n)irb eS nid)t fcfytoer fein, fie toärenb 
ber ©eereife ju pflegen, unb fomit bürfen toir fic^erlic^ ^offen, biefe ebenfo frönen als 
gefangStücl)tigen luSlänber früher ober fpäter auc^ in unferen Käfigen ^u fe^en. 



DrolTel^mä^er. 



3u ben beioeglic^ften unb lebenbigften ©ingoögeln TOttelafrifaS jaulen bie . SDroff el** 
fcfymä^er, S)2ittelglieber jn>tfc^en 9?otfd)wan3, ©teinfcfymä^er unb ^roffel, bereu fflltxh 
male in bem mäßig langen, auf ber girfte erhabenen, feitlid? pfammengebrüdten , fanft 
gebogenen, feid)t auSgef erbten, fcl)n)adyl;a!igen ©c^nabel, ben mittellosen, oorn mit großen 
©c^ilbern getäfelten, jtemltc^ langlebigen gügen, ben fe(;r breiten, ftarl gerunbeten, aus 
breiten gebern bcftel;enben glügeln unter bereu ©dringen bie fünfte bie längfte ift, bem 
äiemlicfy langen, breitfebrigen ©c^toanje unb reid;en jebod; jiemlid; glatt liegenben ©efieber 
jn fuc^en finb. 

673. £et ^VOff elf rfjmftßcv , Thamnolaea (Sax., Thamnob.) albiscapulata, ßuepp. — SSergt 
kuppelt, tee Sötrbelt X\l 2G. 1. — <Stma§ Heiner al§ bie ^HotbroffeX ; fd)mar3 mit Diolettblauem 
©ctn'mmer, S3ürjel unb obere ©c^toanäbeefen fjtU gintmetbraun , teuere mit fc^warser ©pi^e, ^auc^[eiten= 
nnb §lftergegenb feurig gtmmetbraun, Mttelbruft Mnbenartig, lic^t gelbbraun tn3 Sei^c gie^enb, untere 
@d)tt>an§becfen gimmetbraun an ber äBurjet, bfauftf>tt>ar§ au ber @pi^e f obere ^tügelbetf'eu »ei^. ^>ri§ 



tröffet- unb $et§fcfytn%r. 55 

bunfetbraun, (Schnabel unb^üße fd)toars. Sßeibc^eit bem 3Hännc|ett einlief), jebocfy oljne toei^cn ©dC)uTter= 
flieget imb mit ntinber beuttid) Ijeroortretenber Sruftbinbe. 
toot)nt Dftafrifa. 

674. $er 3itnmetfJ(Mtf)jtfjmtt<5er , Th. (Turdus) cinnamomeiventris, Lafr. — SBergt. £afre§= 
natie, Mag. zool. 1836. Sft. 56. — @ttt>ct§ Keiner at§ bcr SSerroanbte, fönt fetjr äfynUd); ber ^arbenton 
anftatt in3 Staue in§ Staune fpietenb, ©püjen ber oberen unb unteren ©cljwaugbecfen nicfyt fcfytoars, bie 
Gebern oielntefyr einfarbig. SBetbcfyen in§ (Sraue, bie ^eltbrauuen färben in§ 3)un!elrotbraune giefjenb, olme 
toeifce ^lugetgeicfjnung unb Sruftbinbe. 

@tamt oom Vorgebirge ber guten Hoffnung. 

Über ben gimmetbaudjfdjimätjer fehlen eingei)enbe ^act)rid;tcn; ben ©roffelfcfymät^er ba* 
gegen Ijjabe id) felbft im BogoSlanbe lernten gelernt nnb bin beider im ©taube,, aus eigener 
Anfct)auung p berieten, %ct) § engl in jä^lt er p ben regelmäßigen dx\ Meinungen ber 
meiften ^rottn^en AbeffinienS, bie füblid)ften abgenommen nnb t)ält ftd) als ©tanbooget 
in einem ^ötyengürtel $tüifd)en 1000 bis 3000 m - über bem Öftere auf, toalbige mit ©ebüfd)en 
befehle (Segenben, bie Ufer oon 2Bilbbäct)en , altes (Gemäuer, bie Salbten, tDelcfye bortige 
Kirct)en nmgeben, pm Soljmfi^e ftcb toät)lenb. ^act) meinen Beobachtungen begegnet man 
regelmäßig einem "ißate ton ilj>m, obtool es oorfommt, bafS ptoeilen aud? mehrere oon tarnen 
auf fur$e ^ett pfammenl?alten. 3ebeS ^ar betont ein pmlict) großem (gebiet, ftreift in 
biefem t)in nnb t^jer, fd^etnt aber mit anberen ^ßäret^en in grieben p leben. (Sntfprecfyenb 
ben oer(ct)ibenen Aufenthaltsorten fü)t man ben £)roffelf$mä£er ebenfo gut an gelstoänben, 
auf gelsblöden unb ©teinen tote auf Räumen unb auf ber (Srbe. Auf ben gelfen beträgt 
er fxd) toie ein ©teinfcfymät^er ober beffer tote ein ©teinrötel, auf Räumen erinnert er metyr 
an eine tröffet gutoeilen ^mmt er angeflogen, tyängt fid? an einen «Stamm unb burct> 
fuct)t t)ier forgfältig bie Dftnbe nact) Kerbtieren, ein anbereS !3M erfd)eint er, fliegt auf bie 
t;öct)fte ©pit^e eines Raumes nact) Art unferer ©ingbroffel unb läfft oon oben Jj>erab einen 
frifd)en, lauten ®efang erf drallen; ein britteS 9ttat oerftedt er fi$ inmitten beS SifcfelS. 
©ein ©efang, ein eigentümliches Sftittelbing jtoifct)en £)roffel = unb ©teinfcfymä^ergefang, 
t;at mict) am meiften an baS igelte unb tDoltönenbe Sieb beS Srauerfteinfct)mä^erS erinnert; 
ber Öodton ift ein ftangootteS „®rui, grui" mit flarer Betonung beiber ©elbftlauter. 
2Bie eS fcfyeint leben bie (Satten eines ^areS treuinnig pfammen. Sttan fit)t fie regelmäßig 
auf einem unb bemfelben gelbe, ja auf einem nnb bemfelben Afte fitzen, ©ie finb unrul;ig 
toie ©teinfcfymätier unb £)roffel, t)üpfen im (Sejtoeige broffetartig untrer unb rennen auf beut 
Boben fteinfct)mät^erartig bat)in , ot)ne jeboct) bie tüi^enben iBetüegungen mit bem ©ct)toanje 
auSpfüt)ren. iBefonberS fetten barf man fie nietet nennen ; fie §äl;len aber and) nict)t gerabe 
p ben oertrauenSfeligen Vögeln it)rer §eimat Über baS ^Bmtgefcl)äft traben toeber §euglin 
noct) id) Beobachtungen aufteilen ftfnnem ©ie ^at;rung beftel;t ans allerlei Kerbtieren, 
Türmern u> bgL, tDat)rfd)einlict) auet) aus Bereu. 

Senn ict) oon benjenigen Etüden abfege, toelct)e oertonnbet in meine §änbc gelangten,' 
oermag icfy nict)t p fagen, ob man ben einen ober anberen ^roffelfd^mät^er fd;on in ®e= 
fangenfct)aft gepflegt t)at Bau unb SBefen beS Vogels fprect)en bafür , bafS er fid; ot)ne 
fonberlict)en Auftoanb oon Sftüt^e unb Pflege galten laffen unb im Käfige oorpglid; anS= 
bauern toirb. ©eine Bei^anblung tt)irb biefelbe fein muffen, toelct)e ein gelSJjd;mät^er ober 
ein anberer größerer Seid)freffer beanfprnct)t. 



iFel5(fl)mät3er. 



^id)t allein Siebtyaber unb Vogelfänger, fonbern aud; einzelne gorfd;er fel;en in ben 
Vögeln, toeldjje ict) unter obigem £itel pf ammenfaff e , nat;e Verroanbte ber ©roffeln ober 

SBrefym, gefangene Söget. II. 5 



ßg ©$m%r. 

£)roffeln felBft, toctrenb bie get6fd?m%r in Sirftid)feit tool mit 9?otfcfyn)änäen nnb (Steint 
fdnnä^em, nicfyt aber mit £)roffetn 2flmtid)feit fyaBem «Sic fenn^eidmen ber fräftige 8eiB, 
ber mittellange, pfriemförmige, feittid) äufammengebrüdte, anf ber girfte faum, toot aber 
an ber ©pi^e gebogene, nid)t anSgef erbte @dmaBet, ber mittetf)ocfytäuftge , fräftige guß, 
ber lange, $ngefpi|te gtüget, nnter beffen (gelingen bie britte ober bte britte nnb vierte 
bie längften finb, ber ettoaS fnr$e ober boefy lanm mittellange, gerabe aBgefdmittene ober 
fanft gernnbete ©d;toan^ nnb ba3 reiche, oBfd)on fnappanttegenbe, naefy ©efcfytecfyt nnb bitter 
oerfcfyiben gefärbte (Skfieber- 3n ber ®röße fommen fte einer fleinen £)roffel annäfyernb gteicfy. 
)Rati) ber ga'rBnng orbnen fid? bie getSfdjmxä^er in brei Gruppen, benen man 
lanm ben 3iang oon (Sippen ^ugeftet;en barf- £)te erfte biefer (Gruppen nmfafft bie 23 tau = 
merten (Petrocossyphus) mit oert;ättni6mäßig langem ©d^an^e nnb Beim SDIänncfyen 
üer^erfd)enb tyimmelBtanent ©efteber- 

075. $ie SÖUtumerlc, «tauamfet, «taubroffet, SBtausiemer, Stauooget, $et§= unb ®ebtrg§amfet, 
Cgixtfiblerfpafj r Monticola (Turdus, Sylvia, Petrocossyphus, Petrocincla) eyana, L. (solitarius, azu- 
reus, longirostris). — 2(. £3.: 9? au tu et tut, 33. ®. II, 341. — (Stwas> Heiner, nameutltd) f plattier at£ 
bte ©tttgbroffel; bunfetgrattbtau , bte gfebern ber Unterfette mit oerwafdjeuen fafytweißen (Snbfäumen, toeIdt)e 
nanteuttid) auf beu Unterfdjwattgbeden uub an bett @pi£en ber Strmfdjwingenbeden Cjeroortreten, im ©ommer 
aber faft öollftänbig fid) abf djtetfen ; ©Zwingen unb ©tetterfebern mattfdjwarj mit oerwafd)enen fdjtoad) 
fd)teferbtauen Stußettfaumen. $rt3 bunfetbraun , @d)ttabet unb $üße f^noarg. — Söetbcben: büfterer ge= 
färbt, fdnoargbrautt, an &opf unb £>al§ fc^mu^ig roftig angeljattdjt, ^ebern an Itnn unb Äefyte, topf unb 
Äopffeiten mit roftfarbeneu ©djaftfleden, bte ber übrigen Utttcrfette mit roftwetßüdjen , ittnen fcfymat fdjwar^ 
begrenzten ©nbfäumett, wetdje breiter unb lebhafter auf ben unteren @d)wutgenbeden werben ; 2lrmfd)Wingen= 
bedfebern unb bie ber größten £)berreu)e mit faljtweißen ßnbfäumen. 

2)te iötamnerte bewofynt ©übettropa, ben weftlicfyen |>imatatia, Sfyina unb Slfrtfa bi§ na$ Slbeffmien, 
brütet fdjon §ier unb \ia itn fübttdjen SDetttfcfytanb unb würbe al§ $rrgaft nad) S^orbweften fyin bis) 
Urlaub beobad)tet. 

676. $ie ^tttttmmcrle, ^3aubu ber äftafyaratten, M. (Petrocincla, Petrocoss.) Pandoo, Sykes, 
(Maal, afiinis). — 2)er 23laumerte fet)r äfyntid), aber Heiner unb ba§ 35tau ntdjt fo bunlet; Gebern ber 
Unterfeite mit weißen , bte ber $et)te, be§ Kropfes unb be§ Sftantefö mit fahlbraunen, innen fdjmat fd)war^= 
geranbeten (Sttbfcütmen ; ©Urningen, bereu 2)edfebern, größte Sfteüje ber Oberbecfen unb ©d)tüanäfebern mit 
fdmtaten fa^toeißen (gnbfättmen. 

2)te 5lrt r tt>eld)e üon meten gorfc^ern nur aB Slbart ber üortgen angefe^en wirb, üerbrettet ficö über 
ben größten Seit $nbien§ unb ©übd)tna§. 

677. £>ie Mjtettmevle, M. (T., Pet., Petr.) manillensis, €rml., (manilla, vioiacea, erythro- 
pterus). — SSergt: ©fyarpe unb Sreffer, B. of Eur. 2$. 10. — ©röße ber SStaumerte; matt t)immet= 
blau mit einem @djein itiä Slfc^btaue, ^üget fdjwärjudj , Oberlopf, Äinn unb tebte reiner himmelblau, 
tropf unb übrige Unterfette nebft Unterftttgetbeden bun!et gtmmetlaftanienbraun, nur bte @d)enlet blau; 
©Zwingen unb @d)wan§febera fdjwarg mit üerwafd^enen afcplauen 5lußenfäumen, SIrmf Zwingen * unb 
größte Dberftügetbeden mit weißen (Snbfä'umen. ^rt§ braun, ©c^nabet unb $üße fd)Warjbraun. 

Vertritt bie betben vorigen in ben Oftpromn^en ^nbten§, tu S^ina, ^ a P ait / au f ^otmofa, ben 
s ,ßfytftpptnen itnb ©elebe§. 

®ic 9?ötelmerten (Orocetes) ^aBen oer^ättni^mä^ig reid)ere^ ®efteber, einen an ber 
^Bnrjel ettoaö Breiteren ©dmaBet, für^ere gtüget nnb längeren ©etwan^ aB bie @teinmerten. 

G78. $)ie 9lötc(merte, M. (Petrocincla, Orocetes) erythrogastra , Tig-. (rufiventris, ferrugi- 
neoventris). — SSergt, : $erbon, B. of Ind. I, @. 504. — ©röße ber S3taumerle, aber etwa3 fur§= 
fc^wänstger; Oberlopf, S'Jaden, Sßürjet unb Heine Dberbedfebern lebhaft bunlet fytmmetbtau , übrige Dber= 
fette, finget unb ©d^wanj büfter mattblau, obere SDtautetgegenb f d)Wä'rättd) , $opf= unb §at§feiten, tinn 
nnb ^er)te f c^warj, leidere büfterbtau üerwafdjen, übrige Unterfette unb Unterftügetbeden tief gintmetlaftanien- 
braun; @d)Wtngen unb ©c^wangfebern innett fd^warj. ^rt§ braun, ©djnabet unb güße fc^warj. — 
2ßetbd>eu: graubraun, B u 9 e ^ Obrgegenb unb §at3feiten braun unb roftgetb gemif^t, ein fd) wacher 3üget= 
ftretfen roftgetb, $inu unb tebte btafSroftgetb, übrige Unterfette roftgetb, jebe geber mit braunem ©nbranbe 
unb Ouerftretfen. 

£üe s äxt bewotmt ben teeren fürtet be§ §ima(at)a. 



&el<3fd)mai3er. 67 

679. $ev y&tTüXOtci, M. (P., Petr., Oroc, Petrophila) cinclorhynclia, Yig-., (melanotus, auranti- 
venter). — Sßergt. : ^erbon, B. of Ind. I, 515. — äfterttid) Hemer unb furjf^toanjigcr aB bte *üqU 
broffet; Dberfopf unb 9?aden fnntmetbtau, bie Gebern mit bräunlichen @pi£en, fobaf§ nur ein Stugenftreifen 
rein blau bleibt, tinn unb tet)te geller himmelblau, Büg e * wttb Dfyrfted, §at§feiten, Kautel uub ©d)uttern 
fdjwtftftttdj, bie Gebern ber festeren Seile mit roftbräunticfyen (£nbf äumen, SBürjct unb O&erfd&iüanjbecfett, 
tropf, übrige Unterteile nebft Unterfüigetbeden lebhaft unb brennenb jimmetroftrot; ©Urningen, bereu 2)edcn 
uub ©cfytoangfebera fdjttctrjtid) mit matt afd)blauen Sfafjenf äumen , £>interarmf dringen blau mit weitem 
SWtttelfetbe , kleine Oberfc^iDan^bectfebern rein himmelblau. $ri§ braun, ©dmabet bunlelbraun, an ber 
Surfet geller, ^üße hellbraun. — Seibdjen: Dberfeite, Erlüget unb ©cfytoang faljt erbbraun, Bügel unb 
Unterfeite toeipd), auf topf = unb £>at§feiten unb tefyte mit bräunlichen ©eiten^, bie ber übrigen Unter= 
feite mit fdjmaten fdjtotfr&tidjett @ttbf äumen, 23aud) unb UntcrfdjiDanäbeden toeifjticfy, Unterpgetbecten 
getbfa^t. 

2>te 2trt bewohnt ba3 ganje £>imatat)agebiet unb lommt im Sinter in bie Ebenen $nbien§ Ijerafc. 

©tetnmerlen (Petrocincla) feigen fik bitten mit lindem, am @nbe gerabe aBge* 
ftutjtem ©d^ttxmjc. 

680. 2)cr ©tcittrotel, ©teinmerte, ©teinamfel, ©teinbroffet, ©teinreutting, ^odjamfet unb Unglück 
üoget, ©roßrotfdjtoanä, Sftottoüfttmg u. f. to., M. (T., Saxic, Petr., Sylv., Lanius) saxatilis, L., (mon- 
tana, polyglottus, Gourcei, infaustus). — 2t. SB.: Naumann, SS. 2). II, 348. — Meiner unb furj* 
fdjtoänsiger al§ bie ©ingbroffet; topf, §at§ unb Hantel tjelt afc^graubtau, ©cbuttern fd}ioärgttd), 3ftantet= 
mitte unb 93ttrjel »etfj, Unterfette nebft Unterpgetbecten jimmetroftrot , O&erfdjtoanjbeta unb ©ctyman-^ 
febern buulter roftrot, bie j»ct mittetften ©teuerfebern uub ba§ (Snbe ber Slufjenfaljtte ber äußerften bwtfel- 
braun; ©dringen unb bereu 25edfebern Btaimfdjwarj, erftere mit fem* fdnnaten üerwafdjenen Slu^enfäumeu. 
$ri§ braun, ©dmabet fyornbtau, ber untere fyorngetb, ^üße bornfarben. — Seibcfyen: Oberfeite unb 
Flügel braun, bie febern be§ SKantctS unb ber ©dmttern mit fdjmalen buntlen ©d)aftftrid)en , toclc^e 
in einem' ließen ^untte enben, Unterfeite roftgetbröttid) , bie Gebern mit buulten (Snbfättmen, tinn, 
tefyte unb topffeiten faf)ttt>eif3 , bie febern mit buulten ©ettenfäumen , tooburd) eine 2äng§ftrtd)etung ent= 
ftet)t, Oberfcfytoangbeden unb ©djtoang jimmetroftrot. 

S)er ©teinrötet betoo^nt ©übruropa, am Ejärtfigftert train unb ©übtirot, nebft einzelnen ®ebirg§ftöden 
9Jftttetbeutfd)tanb§, pmat ber SRljeurfcmbe unb ber £auft£, au^erbem einen großen Seit 2lften3, nad) Dften 
t)in bi§ (S^tua, uub befud)t im Sinter 9 corbafrila, bi§ gum ©a^ellenftuffe unb berSefttüfte oorbringenb. 

681. $)tx SSttdjtrötet, ©päfyrötet, M. (T., Petr.) explorator, Tieill., (perspinax). — SSergl. : 
£eoaittant, Ois. d'Afr. Sft. 103. — tfynticfy beut @teinrötet, aber Heiner unb ofyne ioei|3e§ ä^ittetfetb 
aufbautet unb Surfet; kantet unb (Schultern mattgraubtau toie bie 2)edfebern unb oerioafc^enen Stufen- 
fäume ber ©Urningen; ba§ 2tfd)btau ber teilte bi§ jum tropfe herabgezogen. 

Vertritt ben ©teinrötel in ©übafrifa. 

682. 2)er ftttäxftttl, M. (T., P.) rupestris, Yieill., (montana, rocar). - SSergt : . £eoaittant, 
Ois. d'Afr. Sft. 101. 102. — ©röfie ber «taumerle, aber furgflügetiger ; lebhaft bunlet jimmetroftrot, kantet 
unb ©dmttern iu§ braune jiebenb, bie Gebern mit buulten ©c^aftftric^en , topf afdjgraublau, ©tirn, tinn 
unb tebte lebhafter unb geller, Bügel fcfytoärjtid); ©c^toingen bunlelbraun, mit oerioafcfyeneu roftröttic^en 
5lu^enf äumen , toetcfye an ben Oberftügetbeden bcuttic^er »erben, beibe ^ittelfc^wanafebern unb bie Stuften^ 
fatme ber äußeren bunlelbraun. $ri§ tiefbraün, ©djnabet imb gü^e fcfyttpärgtidj. — Setbc^en: Oberlbpf, 
kantet uub ©dmttem braun mit buulten ©djaftftridjeu , Bügel, topffetten, tinn unb tetjte roftgetb mit 
braunen ©eitenfäumen , übrige Unterfeite bunlet jimmetroftrot, bie Gebern auf topf unb S3ruft mit fefyr 
fdjmateu fd)toärätic^en (Snbfäumen. 

^ie Slrt ftammt ebenfaK§ au§ ©übafrila. 

Me ge^fc^mä^et BetooI;nen @eBtrge mit fd;roffen 5Xbftür^en unb galten fid^ fo gut 
tt)ie au^liepd) in bem ®efelfc auf. $mx fi^t mau einzelne, namentlich ^ötel^ unb 
©teinmerleu, bann unb mann für 2lugenblid:e aud; auf Räumen fitjen r in ber SRecjel aBer 
nur , mm fie fid; auf ber $tof e beftuben ober $u bequem finb , einen Benachbarten geifert 
auftufuc^en. 3n gefc^loffenen SÖaumbeftänben trifft man alle Bloß tüärenb beö 3 u S e ^ a ^; 
benn fie meiben bie Salbungen in eBen bemfelBen Wlafo , tote bie eigentlichen X)roffeln fie 
aufjud;en. ©teil aBfallenbe ®eBirg^U)änbe BB ju Beträchtlicher §öl;e üBer bem s D^ere Bilben 
bie ^ieBling6^1ä|e ber iölaumerlen, büun mit Räumen Beftanbene, burc^ fyewrragenbe gclfen 



ß8 (Sdjntäfeer. 

unterbrochene Berggeljjänge bie ber Steinmerlen, §od)toatbungen mit Steinen nnb gelfen 
cnblid? bie ber Stfötetmerten. 3e nacfy ber ®egenb, in toetcfyer fie fiefy angefibett tyaben, finb 
fie Staub*, Strid;* ober ^ugoöget; boefy machen besüglid? ber Wirten burcfygreifenbe Untere 
fd)iebe fidj bemerftid). Särenb unfer Steinrötel mit beginn be3 §erbfteg ftcfy auf bie 
9?etfc begibt unb, tote oben angegeben, einen großen Xtit WjxxM burcfytoanbert, oertäfft 
bie Btaumerte nur, einzeln i^re §eimat, um nacb ©üben p reifen; ein guter Xeit 
Dagegen, oietteicfyt bie §auptmaffe, Verbleibt an Drt unb Stelle. 3n «Spanien fanb icfy ben 
ebenfo frönen als auffatlenben 23oget p jcber '-Qfa^reöjcit nnb erfuhr oon allen einigermaßen 
ad;tfamen Spaniern, baf3 ba3 ®teicfye in jebem 3a^re ber galt fei, toärenb td? anberer* 
feitS in Gopten nnb 9?ubien beobachten fonnte, baf3 tyier im §erbft unb grüpng Blau* 
broffetn toeit häufiger toaren als fonft unb namentlich auf Örtticfyfeiten, toetcfye ftänbig niefct 
oon iljmen betooljmt tourben, fid) jeigten. Wt engeren 93ertoanbten ber Btaumerte leben 
genau tote fie; bie SRötelmerten bagegen, innerhalb ber (Gruppe Diejenigen, toetd)e me^r 
im 2Balbe als im toatbtofen ©ebirge ju laufen fcfyeinen, toanbem toie bie Steimnerten, 
toenn fcfyon nur oon ber §>i>$e be3 (MirgeS jur £iefe |mab. 

£)en tarnen „einfamer Spa^" oerbient bie Btaumerte toie u)re nädj>fte S2Ser^ 
toanbtfcfyaft mit gug unb Vltfyt) benn too fie aud) auftritt, immer nur lebt fie einzeln. 
Setbft bie $are flehten nad) ber Brutzeit fid) p trennen, toenigftenS nicfyt in bemfetben 
innigen 3Serbanbe ju bleiben toie bisher. Witt biefem §ange pr ©nfamfeit oerbinbet fie 
2$orfid)t unb miötrauifcfye Sd)eu. 5tm ^äufigften begegnet man tyx im einfamen, menfcfyenleren 
Gebirge, fem oon alten Drtfcfyaften unb betooijmten Sibetungen, toirb aud), fobatb man 
Sttiene mad)t, fid? ü)r p nähern, mit unoerlennbarem SJHStrauen beobachtet unb fooiel als 
möglich gemieben. ®teid)toot fifyt man ben menfd;>enfct)euen SSoget regelmäßig and? auf |o^en 
alten türmen, Statmauern,' ben girften tjeroorragenber ©ebäube unb ä|ntid)en Drten, 
felbft inmitten belebter State, unb |at beobachtet, baf$ er in fotebem Gemäuer fogar fein 
9?eft anlegt, £)ie3 beutet auf großen $erftanb, unb einge^enbere Beobachtung beftätigt 
eine fotd)e 5tnna§me oottfommen. £)ie Btaumerten unterfdjeiben fe^r toot ^toifcfyen ben u)nen 
gefährlichen unb ungefährlichen Stafetten unb toiffen red;t gut, bafS fie auf ben türmen 
ber ®trd?en ober auf §o$en. Statmauern ebenfo fieser finb toie auf ü)ren gewinnen. 
3n U)rem Betragen erinnern fie f aft in alten ©tücten an bie @teinfcbmäl^er , !aum in einer 
§infid)t aber an bie broffetn. Setbft i^r ging , toelc^er oon bem ber ©teinfd)mä^er am 
meiften fid) unterfc^eibet , ift anber^ a!6 ~btx jenen. Särenb beö ®efange3 fi^en fie mit= 
unter lange, gteicfyfam in fid; felbft oerfunfen, auf einer unb berfelben ©tefle, regelmäßig 
auf einem erhabenen fünfte i|re6 ®ebiete^, am liebften auf einem oorffcringenben , tocite 
Umfd)au getoärenben gel^jaden, achten aber aud), toenn fie mit oollftem geuer fingen, 
auf atteö toa6 um fie ^er oorge^t unb entjie^en fic^ toeitau^ in ben meiften gälten red)t* 
zeitig einer i^nen \iti) na^enben ®efa^r. ®egen bie Brutzeit |in ergeben fie fid; nid;t 
fetten nac^ 5lrt be6 ^rauerfteinfd;mä^erö fingenb in bie 8uft unb fc^toeben fobann langfam 
unter ^iertic^en @c^)tüentungen toiber nacb bem früher eingenommenen ^taijt prüd, eine 
©gentümticfyfeit, toetc^e feine toirllic^e £>roffel t)at 92ac^ Beenbigung i^reö £iebe3 rennen 
fie, me^r fd^reitenb als ^üpfenb, ebenfalls toie ein @teinfd)mä^er nnb nid;t nac^ 5lrt ber 
broffetn , auf get^gefimfen unb gestatten um^er, um ^a^rung aufzunehmen, burd)foä^en 
alte ^en, unterfuc^en and) bie ^o^l liegenben Steine unb toiffen überall ettoaS ju finben. 
5lnfgefc^euc^t fliegen fie mit heftigem glügetfd^tage baoon, regelmäßig fe^r toeit in einem 
$nge, unb meift, o^ne fid) jum Boben tjerabpf en!en , oon einem Berggipfel ym anberen. 
©a^ glatternbe beö ^roffetflugeö ^at unfere europäifd;e 3lrt ebenfo toenig toie bie pdenben 
Betoegungen be^ fliegenben Steinfd;mä^erö. Sie burd)mifft mit fräftigem. gtügetfc^tagc 
rafd; bie Öuft unb fd;toebt nur !ur^ oor bem 9cieberfi^en. 3\)x ®efang erinnert bnrd; bie 



afeföfömfifcer. • . 69 

eigentümlichen (Smrgeltöne, wetd)e jtmfcfyen ben tautflötenben £önen eingewebt werben, ober 
burd) baS teife pfternbe ®ewwitfd;er-, wetd)eS einzelne ©trogen verbinbet, ^ebenfalls in 
leerem ®rabe an bie ungefügen lieber ber ©teinfcfymä^er als an bie ber £)roffefn. Sie 
bei allen ausgeweiteten «Singvögeln gibt eS ofyrquälenbe Stümper unb entwücfenbe t'ünftter 
unter ben 23faubroffetn unb, toie innerhalb ber Sippe überhaupt, Diele Seüxben, welche 
fyaljmfeberig werben nnb vortrefflich fingen , ja felbft folcfye , weld;e, o(;ne ityr ®efieber w" 
veränbew, mit mannen !OJ?änndj)en wetteifern. SluSgeweidmete 231aubroffcln fyaU tdj in ben 
©cbirgen Spaniens vielfad) fingen t;ören, aber nod; tttcfyt einen einigen ®efangeSfünftter 
irgenbwo als (befangenen lennen gelernt, aus bem einfachen ®runbe wal;r|d)eintid;, weil 
man immer nnr s ^eftvögel für ben täfig aufwiegt, aber leine Silbfänge erhält. £)ie 23oget= 
fänger £)almatienS unb Italiens, benen -wir nnfere ißlanmerlen p banlen $aben, behaupten, 
wie nnfer Mitarbeiter giebter berichtet, ganw allgemein, bafS alt eingefangene 23taumerlen 
fid; Weber im 3itnmerfluge nod; im täfige an bie ®efangenfd;aft gewönnen, gntter md;t an* 
nehmen nnb ficfy.nicfyt einmal burd; ©topfen am öeben erhalten laffen. Sind; biefe Infid;t 
mag ein törnd;en äöa^eit enthalten; tatfäd;Hd; begrünbet aber ift fie ntcfyt „2I1S id; 
auf '»ßatamibeS bei 9?auplia ben Oberbefehl fyattc", berietet mir von gretyberg, „be* 
wohnte id; ein einfameS, auf einem gelfenvorfprunge gelegenes §äuSd;en, beffen Umgebung 
ein wahres ©U&orabo für SBtaumerlen war. £)aS Seibd;en beS in näcfyfter ^äf)e ange* 
fibelten '»ßärcfyenS würbe gefangen unb mir gebracht. 3d; fperrte eS in einen SBauer, wie 
man ifyn im &anbe für Steinptyner anzufertigen pflegt, unb ftellte bcnfelben mittels einer 
Sdmur auf einen ttm 15 m - unter meinem §aufe liegenben gelsvorfprung. Sd;on am 
erften £age lam baS !3ftämtd;en ju 23efud;. 2ltS eS etwas vertrauter geworben war, sog 
id; ben täfig bis pm genfter empor, ftellte it;n fpäter auf ben £i[d; im 3immer unb fing 
enbtid) baS aud; biS^ier^er nacfyfolgenbc Männchen , worauf baS Seibd;en in greil;eit gefegt 
würbe, bereits am vierten Sage fang baS München ^ertid; im täfige. Seber feine nod) 
bie (Eingewöhnung beS SeibcfyenS verurfacfyte befonbere 9#üt;e." £)ieS ift leineSwegS ber 
einige galt ; für (Mb unb gute Sorte lann man fe^r wol in 25efi^ von alteingefangenen 
23taumerfen unb bamit von Sängern gelangen, von benen wir, bie wir regelmäßig jung 
aufgewogene, immer me^r ober weniger Stümper bleibenbe SBöget erhalten, gar feine Innung 
^aben. „23or dm jwölf -Sauren ", f galtet ®olw §ter ein, „brachte ein öfterreicfyifcfyer 
§änbler unter Sierwelm Steinrötelwitbfängen aud; eine alt gefangene 251aumerte mit , leiber 
ntc^t einen fyervorragenben Sänger unb obenbrein nod? an ber Sd;nabet(pi^e unb beiben 
güßen arg befd;äbigten $oget. £)ennod; waren bie eigentümlich wilben £öne, mit benen 
biefer 23ogel alle (eine ©tropfen fdmtüctte, fo verfcfyiben von bem (Meier unb bem ein* 
förmigen pfeifen ber aufgewogenen 9?efttinge, bafS man !aum eine ä^nlic^leit erlennen lonnte. 
yiafy raupen, überrafcfyenb lauten §alstönen folgten tiefe glötentönc unb ^elle pfiffe, auc^ 
einzelne in fünf bis fieben tyalbe Xönc geglieberte ©ingnalrufe, nur alles bieS in allp* 
häufiger Siber^olung unb mit fol^er traft, bafS im 3^^^ btx (Sefang ebenf owenig pi 
ertragen war wie ber einer recfyt eifrigen alten talanberlerc^e. 3)er ^Sogcl !am ^ier febon 
eingewöhnt an r würbe jwei 3al?re beobachtet unb bann nqc^ Petersburg verlauft. 1 ' Stile 
531aumerlen, von benen lunbige Öieb^aber mit 53egeifterung fpred)en, waren unb finb alt 
eingefangene $öget; benn aufgewogene ^eftlinge lernen überhaupt nie ober bod; nur in 
äugerft feltenen gälten ben SMtgejang ber in ber greiljeit erwac^fenen 35ögel. „3d^ gab 
mir/' bemerlt von gretyberg noc^) ; „bamalS in ©ried)enlanb alle Mü^e, auf fold;e 
^eftlinge ben ®efang meines alt gefangenen vorzüglichen ^ännc^enS wu vererben; fie wogen 
aber vor, von ©tranbläufern unb Sllpenf egleru wu lernen. 9^ad) fünfjährigen iöemü^ungen ftanb 
tc^ von weiteren ah f wumal ein granwofe mir verwerte, bafS von i^m viele 3a^rc lang 
angeftellte 33erfud;e in gleicher 9ttd?tung famt unb fonberS miSglüdt waren." Silbfänge 



70 • ©tf)mä£er. 

werben alfo aud) in biefem gälte immer ba$ $iel ^er Sünfd>e ectyter $iebt)aber bleiben. 
$)af8 fie fo feiten $u uns gebraut derben, $at feinen §auptgrunb in ber gant^eit nnb 
Ungefd;idlid;feit ber ganger, einen emberen aud; toot in ber $ncmferei vieler 93ogettoirte, 
toelcfye beim anlaufe fparen sollen, felbft ioenn fie bie$ tridjt muffen. 

£)a3 anfeljmtid; große üfteft ber 23taumerle fte^t regelmäßig in gelSnifcfyen ober ferner* 
löchern, fooiel als mögtid; an ben unzugänglichen «Stellen. SluSnatymStoeife fommt eS oor, 
bafS ein ^ä'rcfyen toärenb beS ^JtiftenS felbft im Salbe fid; anfibelt; boeb gefd;u)t bieS nur 
bann, n>enn eS anf tocittjnn feinen i^m paffenben gelfen außerhalb be3 Salbei finbet; 
benn anf iöänmen felbft ftetyt ba3 9?eft niemals, Sußertid; aus ©raSftüden, gröberen .nnb 
feineren ($ra61;almen befte^enb , im 3nnem beS flauen MpfcfyenS mit gelrümmten Surfet* 
f afern angelegt, erinnert and; baS 9?eft an bie natürliche $ern)anbtfd;aft nnb nicfyt an 
bie £)roffeln, nnb ebenfo ^aben bie oier bis fünf, anf glän^enb grünblanem ®runbe mit 
oiolettblauen Unter* nnb rötlid;en ober rotbraunen Dberfleden ge^eicl;neten ober ganj nn* 
gefledten ©er minbeftenS ebenfobiel Übereinftimmnng mit Steinfd;mä^er * toie mit £)roffet* 
eiern. 2Ba^rfd)einlicb brütet nur baS Seibd;en; beibe Altern aber füttern, toie 3rbfy be* 
obad;tete, bie 3nngen nnb jtoar l;auptfäd)lid; mit £auf enbfüßlem , Spinnen n. bergl. 

£)ie Steinmerle unterfcfyeibet fid; in i^ren Sitten nnb (^emo^n^eiten toenig oon ben 
gefd;itberten 33ertoanbten, pflegt aber anbere Aufenthaltsorte ju toä^len, tote fie and; in 
ber Sfteget nicfyt an benfelben Stellen mit ben legieren gefnnben mirb. 3tyr 23erbreitungS= 
gebiet reicht entfebieben toeiter nad; Sorben als baS ber SSlaumerle, ba fie nid;t allein im 
füblicfyen, ^nmal füböftticben Europa, fonbern aud; ^ier nnb ba in £)eutfd;tanb als regele 
mäßiger 25rutoogel oorfommt. 21m aller^änfigfteu fcfyeint fie in tein ju fein nnb §ter 
namentlich ben $arft nnb bie benad;barten (Gebirge in großer Stenge $u beioo^nen. 21b* 
toeicfyenb fcon ber 351aumerte, toelcfye nur auSna^mSfocife einmal anf Zäunten ftc^ nteber* 
läfft nnb Salbungen bis auf bie ermähnten Ausnahmen meibet, fibelt ber Steinrötel mit 
Vorliebe ba fid; an, too $mifd;en ober auf bem ©efelfe einige SBäume nnb Sträuctyer fielen. 
Steile, an gelfen reiche SSerggefyänge mit Sein* ober geigengärten bürfen tool als befon* 
bere SieblingSptä^e oon ü;r betrachtet werben. „§ier fallen benn aud;", f chattet greunb 
®ot$ liberum ein, „Diejenigen ^ännc^en, toclc^e als alt eingefangene 8iebJ)abern oon 
geläutertem @efd;mad überbrad)t werben , in bie §änbe ber 23ogelfteKer. £>iefe berieten 
übereinftimmenb , bafs fie bie Otiten oiel feltener beim ^efte als auf Sieden" alter Ölbäume, 
toetd)e in fteinigen 5lalmulben nnb auf gelSabfyängcn fielen, mittele Seimruten erbeuten. 
Sofort nad) bem gange rupfen fie i^nen alle Steuer^ nnb bie erften Sc^toungfebern aus, 
in ber jebenfatis nic^t unbegrünbeteten Meinung, fie oor S5e!lemmungen ju toaren, ifyre 
gref^luft ^u reiben nnb fie leiebter ju ^ä^men. 

3ebeS freilebenbeSteinrötefyärcfyen grenzt fid; unmittelbar nac^ feiner 51nlunft fein ^iemlicb 
au^gebe^nteö So^ngebiet eiferfüd)tig gegen baö benad;barte ab, uno bie burd; Sec^felgefang ftc^ 
anfeuernben üJttänncfyen geraten nic^t feiten in lebhaften Streit mit ben s Jcac^barn. Sie bie 
33taumerlen ober bie oertoanbten Steinfdmtä^er nnb ^otfc^toän^e ungemein unruhig nnb 
lebhaft, burc^mifft baö ^ärc^en laufenb nnb fliegenb täglich mehrmals fein (Gebiet, uub nur 
nac^ eingenommener rcid)lid;er 9^a^l^eit ober um einige Strogen beS fd;önen ©efangeö 
öeme^men ^u laffen, oertoeilt ber 33ogel auf einer uub berfelben Stelle. £)od; treibt bie 
SangeSluft auc^) ioiber^olt i^n, gleich ber S31aumerle bann nnb mann in bie §ötye, jumal 
toenn eö fid; barum ^anbelt, bem Seibcl)en mit fcoUftem ^lu^brud eine Siebeöerllärnug pi 
mad;en. (Sin fo emporfteigenbeö Steinrötelmännc^en fityt ungemein jierlic^) au§ uub ent^ 
faltet tatf äc^licl) alle Sc^önl;eit uub allen Ste&retj , toelc^en eö befi^t. 2Son bem .er^ö^ten 
^la^e, auf meld;em eö gefeffen, ergebt e6 fic^ mit langfamen glügelfcfylägen uub unter 
gellem ^efange ^e^n bis funfte^n ^eter fycfy über bem 35oben, mel;r ober weniger fenf* 



red;t auffteigenb, oertoeilt, oBen angefommen, fur^e gett fcfytoeBenb in ber Öuft, unb fenft pdf) 

fobann in anmutigen Senbungen nnber §u bem crftcn ober einem BenacfyBarten ©i^ptai^e 

l^eraB. Ungeftört geBraucfyt ber SBoget feine gittige nur toenig, burd;mifft fein (Gebiet 

oietme^r laufenb , mit flehten fyüpfenben ©dritten , über unb ztoifcfyen ben ©teinen ba^in 

rennenb unb nur größere 3ü>tf einrannte mit einigen ©d;ft>ingenfcl;tägen üBerfliegcnb , juctt 

unb tüippt nad; Jebem abfafetoetfcn Saufe auSbrudSoott mit bem ©d;tt>anze, richtet pd) I)od) 

auf, fcfyaut einen Stugenbtid aufmerlfam runb um unb rennt tteiter ; aufgefcfyredt aber fliegt 

er, bie langen ©dringen fe^r rafd; zufammenfd;tagenb , tocit in einem gu&t bafyin unb 

ertt>äl)lt pd; bann meift einen ersten geraden ober in Ermangelung bcffen ben unteren 

toagered;ten 3toeig eines fperrigen SSaumeS pm Meberp^en , oertocitt aber, einmal ängplid; 

geworben, and; an folgern Orte nur toenige ©ehmben, eben genug, um burd; auSbrudS* 

ootleS ©cbtoanstoippen feine Meinung lunb in geben, unb fliegt lu'erauf heiter. 3>r ®efang 

eines guten ©teinrötetS übertrifft ben ber 231aumerle in jeber §inpd;t, ebenfotoot toaS bie 

$Reinf)eit ber £öne als bie 3ftand;faltigfeit unb $ietfeitigfeit ber ©tropfen anlangt; bod; 

fyat and; er manches 00m ©efang ber ©teinf d;mä£er , inSbefonbere bie gurgelnben unb 

nütrgenben Saute, U)eld;e jtüifc^en ben ^ettpötenben unb pfeif enben £önen auSgeftoßen toerben, 

Zetdntet pd; aber oor bem ®efange biefer unb anbcrer $ertoanbten nicfyt allein burd; feinen 

9?eid;tum, fonbern ebenfo burd; einen u)m eigenen Sotftang aus. lud; tyter gibt cS nur 

toenig ausgezeichnete (Sänger unb fe^r biete ©tümper unb jtDar aus bemfelben ©runbe mie 

bei ben SStaumerten, toeit nur $ödjft wenige Silbfänge , oietmetyr faft auSfcbtiefjtid) 9?eftoögel 

in uufere Käfige gelangen, bei faum einem ©ingooget aber ber Unterfdn'b ztoifcfyen bem 

Silbfange unb htm aufgewogenen 9?epooget fo gro§ ift tüte gerabe beim ©teinröteL £)aS 

9?eft ftetjt in ©palten peiler getStoänbe, unter ©teingerötl, in Sftauerlöcfyem ober in ^ifcben 

oon altem ©emäuer unb an ä(jmtid;en Drten, ift eine funfttoS pfammengetragene äftaffe 

aus äftoS, §almen, ®raSftüdd)en unb feinen bürren Sur^eln, toirb innen mit marteren Surfet* 

f afern ausgelegt unb enthält im StRat oier bis fed;S zartfctjalige , feinförnige, enttoeber ein* 

farbig grünlid;blaue, ober auf gleichem ®runbe mit bteid;röttid;en gteden gezeichnete ©er. 

£)te jungen toerben oon Betben Eltern mit Kerbtieren ber oerfcfyibenpen 3lrt groß gefüttert, 

ba bie ©teinrö tet fo gut als auSfcfytießlid; an fotcfye 9?al>rung pd; galten unb nur auS^ 

na^mStoeife SBeren unb anbere ^flan^enftoffe genießen. 

£)ie übrigen Wirten ber Gruppe ähneln ityren beiben europäifd;en ^ertoanbten in fo 
fyofyem ©rabe, bafs man bis je^t nod; nicfyt oermocfyt §at, etioaS i^nen eigentümliches auf= 
ppnbem Wut bie ^ötelmerlen mad;en Neroon eine luSna^me, ba pe, laut 3erbon, 
mc^r auf Räumen als auf gelfen pd; um^ertreiben , alfo im 35ergleic^e %u ben gelSröteln 
ungefähr ebenfo oer^alten tote bie Siefenfc^mä|er im $ergteid;e ju ben @teinfd;mä^ern. 
§inpc^tlic^ ifyreS ^efangeS fielen pe, laut 331fytl;, nid;t hinter 531au= unb ©teinmerlen 
jurüd: ein 53ergrötel , toelc^en gebauter gorfcfyer in ®efangenfd;aft ^ielt, fang ztemlic^ laut 
unb liebticfy flagenb, nac^ 51rt unfereS ^otfe^enS , fotoeit eS pd; um ben Vortrag beS 
Siebes Rubelte. 

5111e gelSfc^-mä^er gehören ju ben auSgezeic^netpen Käpgoi3geln, uno unter i^nen nimmt 
ber @teinrötet unbepritten bie oberfte ©teile ein. Er bereinigt fo oiele gute Eigenfd;aften 
in pc^, bafs man ©ouret; tool ^Hec^t geben mufS, toenn er behauptet, unter allen für bie 
©tube geeigneten SSögeln, toelc^e toir ju Sanbe bep^en, gebüre i^m ber erpe 9?ang. „©eine 
©timme", fagt ber oortrefflid;e 25eobad;ter, „ift pötenb, angenehm laut, o^ne jemals in 
ber ©tube bem Dljjre Befc^toerlic^ p fallen, unb ertönt Beinahe baS gan^e 3al;r fyinburd;. 3ft 
er aBgeric^tet, bann pfeift er feine par Sieber mit außerorbenttid; angenehmem 2^one unb läfft 
getoö^nlic^ jur 5lBtoed;Slung feinen frönen Silbgefang fyören: ift er aBer toilb gefangen, fo 
fingt er toeit fc^öner unb mand;f altiger; benn er Bep|t bie s ^ac^a^mungSgaBe in t;öd;pem 



72 @tf>mä£er. 

(treibe unb fönnte mit voltftem 9^ecf>te aud? ©vottvogel Reißen* ©o trug ein altes äftännc^en, 
toelc^e^ id) Befaß, auger feinem eigenen, aus mehreren pfammenge^ogenen , ettoaS raupen 
^alstönen unb einigen frönen, ftötenben, bem 2lmfeltiebe einigermaßen cu)ntid)en ©trogen 
Beftefyenben ©efange noefy ben beS @belfinfen in jtoct ©dalägen, ben beS Tirols, beS %loU 
fefylcfyenS, ber 2lmfel, ber Sattel, mehrere ©trogen beS ®raSmücfengefangeS unb Sftadj* 
tigatlfd^lageS , eBenfo aud) ben $tof beS $ReBlj>ul)nS unb ber $rä^en, beS §auSl)aI)neS, unb 
bieS alles Bio pr größten gäufdmng vor. (Sine junge, eBenfallS toilbgefangene ©teinbroffet 
fang benfelBen natürlichen @efang, bod) mit einer «Strome me^r, unb toecfyfelte mit bem 
ber 2lmfel, ©ingbroffet , gelb* unb Salbler $e 7 beS SiefenpiperS unb ber Sftadjttgafl fotoie 
mit bem $ufe beS ^ReB^nljmS aB. @o votlfommen tote bie Sitte $atte fie aBer biefen ®efang 
nid)t inne, trug iijm vielmehr nur ftrop^entoeife vor." „Ser in biefer §infidj>t feine (£x* 
fa^rungeu fammette", fügt ®ols ^inp, „barf üBer ben (StefangStoert eines (Steinrötels 
gar nicfyt urteilen. Gelten nur ftümpert auefy ein Silbfang; aBer aud) bann ^aBen feine 
wenigen, allen gemeinfamen, an bie unf eres Satbrotfcfytt)an$eS erinuernben ©trogen neBen 
ben ^elfyfeifenben unb raupen ®et)ttauten ettoaS BefonbereS burd? baS metattifcfye i^rer $tang* 
farBe. 3ft jeboc^ ber Sitbfang mand^fattig, fo toirb man nid)t mübe ü)m ppfyören: man 
Befi^t bann in u)m eine gan^e 9?eü)e ber Beften ©änger , bereu SJklobien er Verfcfyönt burefy 
baS Wlaxt unb bie Seid^eit feiner reiferen unb auSgebe^nteren ©timmlabe, givtx fotcfye 
SBöget in einem großen gitftmer, möglicfyft entfernt von einanber gegangen, Pflegen einanber 
anzufeuern unb Bilben ein ganzes 23ogetord)efter. 23alb meint man ben (Mbammer, Balb 
bie ®artengraSmüde , Balb toiber bie §eibeter$e unb verfdn'bene ginfenfd^täge ju työren: 
alles bieS fraftvoll unb aBgerunbet unb mit etoig neuen $erBinbungSftetien. Sem bie 
nötigen (Mbmittel jur Verfügung fielen, bem ift $u raten, gleicfy dne Wlti)xial)l fotd)er 
Silbfänge $u Beftellen , fie im Sinter forgfältig p Pflegen unb unter iljmen im 2tyrit feine 
2luStoalj>t ju treffen. OJlitte geBruarS fd)on Beginnen fie tmxltxty laut ju werben; toaS jeber 
©änger teiftet, wirb aBer erft ya Gmbe Wqxi unb im 2tyrit offenBar. Wxi ber längeren 
(Eingewöhnung wirb ber ©efang immer freier, unb eine 5IBna^me beS geuers ift felBft 
nad) fed)S Bis acfyt 3a^ren ber ®efangenf$aft nicfyt ju Bemerfen." 

,,2Iud) Jung eingefangene ©teinrötet", fäfyrt ®ourcty in feiner vortrefflichen ©d)itberung 
fort, „almten vieler SBöget @efang nad), finb aBer nicfyt fo fleißige ©änger als bie Silbfänge, 
eine iBemerfung, toelcfye icB fc^on Bei mehreren Vögeln biefer Slrt gemalt ^aBe. £)afür 
erhalten fie jebod; burc^auS fyötyere unb fc^önere garBen ; benn bie im 3mtmer aufgewogenen 
©teinrötel färBen fic^ in ber Sintermaufer ^räc^tig unb gan^, toärenb bie Silbfänge oft 
nur toenige gebern verlieren, ja bann unb wann biefe Käufer gan§ üBer|>ringen unb im 
Sinterfletbe BleiBen. DBgleic^ bie ©teinrötel, toenn fie einige Monate alt finb, i^ren 
(Befang fd?on laut unb fd)ön vortragen, oerootlfommnen fie i^n boc^ nod^, felBft ioenn fie 
viel älter als ein 3afyr finb. 5lllerbingS §at ber ®efang ber iBlaumerlen unb ©teinrötel 
in ben pfammengepgenen ettoaS raupen §alStönen äWic^leit; allein in ben ptenben 
©trogen toeic^en bie ©efänge Beiber 3Sögel fe^r aB: benn bie 331aumerle ^at viel ^ö^ere, 
längere gezogene, eigentümliche pfiffe unb afymt toeniger 33ögel ®efaug nad). 3 utoe ^ eit 
laffen bie ©teinrötel in ber 5Ingft ober Bei Unpfrieben^eit ein getoiffeS ,,^a! ta! ;/ ^ören, 
toelc^eS bem ber 51mfel ettoaS ähnelt, aBer nic^t fo tief unb an^altenb ift. 35iel öfter, 
BefonberS toenn fie ftarl fcfyreien ober in ber §anb gehalten toerben , ftoßen fie einen leifen 
^on aus, toelc^er oft toibertjolt wirb unb ungefähr ioie „Üi üi nit ; ' flingt. £)iefe 2:öne 
^örte xd) nur von einer einigen 331aubroff el ; eBenfo l;at baS „Zd ta!" biefer me^r t^n= 
lic^!eit mit bem ber 5lmfel als mit bem ber ©teinbroffel. 5luc^ bie meiften toeiBlid)en @tein^ 
rötel fingen laut unb fcfyön, follen aBer gegen baS ^eujatyr Beftimmt unb für immer 
verftummen; bod; lann id; baS ledere na^> eigener @rfatyrung ntd^t Be^au^ten. ^)enn 



$el§fc^ntä£er. 73 

fobatb i$ bemerfte, bafs bie gebern, n>elcl)e man ifynen gur ^ßrobe auf bem Unterrüden 
auSgeriffen l^atte, meift tvieber grau nad)ttmd)fen , toar icfy mit ü)rem ®efd)ted)te im 
deinen uub gab fic tro^ ü)reS ®efangeS fogteicf) tveg." 3 ur Vervottftänbigung beS vor* 
ftetyenben mag nod) bemerft fein, bafs bie Seibcfyen, nacfy Siebe'S Beobachtungen, falls 
ü)nen ettvaS auffällt ober bebenfticfy erfcfyeint, einen t)otyen, teifen, gifd;enben, oft tviberfyotten 
^ßfiff Ijjören (äffen , äfynlicfy bem ber SRotf etytcfyen , nur toeit fürger gehalten* £)ie Wümtym 
bagegen flogen im 3^n ; rnefyr aber nod) im SiegeSgefüt)!, unmittelbar nacfy s Jcieberlage beS 
®egnerS ober Segräumung eines ifynen unbehaglichen ®egenftanbeS, unb toäre berfelbe aucfy 
nur ber iljmen vorgehaltene ginger beS VogetnnrteS , ein rauhes, rätfd)enbeS träfen aus, 
an toetcfyeS fid) bann bie (Strogen beS gen>öl?ntid)en Siebes meift unmittelbar auffliegen. 
£)rei von Siebe'S Steinröteltoeibcfyen fingen baS gange 3atyr ^inburdj) unb fcfytoetgen nur 
tvärenb ber 23rutgeit, toelcfye fie im ^iftgimmer verbringen, unb ber barauf folgenben Sommer* 
maufer; von Siebe gegürtete gtoeijätjjrige Seibcfyen bagegen fingen gar nicfyt. 

Ibgefe^en vom @efange ^aben bie gclSfdnnä^er fo vortreffliche (Sigenf d)aften , bafs 
man fie als 3beal eines StubenvogetS ^inftellen möchte. Sie toerben ungemein gatym, bieSilb* 
fange natürlich erft f^äter unb toeniger als bie 3ungen, biefe aber aud> in einem ffllafo, fcoie 
toenig anbere Vögel i^rer ®röße unb Vertoanbtfcfyaft. 3cfy l^abe bei meinem greunbe taftner 
in Sien unb bei einem anberen tüchtigen Vogelgücfyter, §errn SRefyer in £rieft, Sßtaumerlen 
unb @teinrötel gefe^en, toeldje micfy gerabegu in (Srftaunen fefeen mufften. Sd)on ®ourcfy 
ertoä^nt, bafs bie aufgewogenen getoöljmlid), falls man ft<$ viel mit iljmen befcfyäftigt, äufjerft 
gutraulicfy toerben unb fingen, toenn man ftcfy iljmen nähert, it)ren §errn, toenn er nacfy 
§auf e fommt , anpfeifen unb nid)t e^er aufhören , als bis baS Sicfyt auSgetöf d)t toirb, aud) 
immer unb oft nacty einanber, um bem (Gebieter ein Vergnügen gu bereiten, ein par Strophen 
eines gelernten Siebes vortragen uub nichts von itjrem getoöljmticfyen ®efange työren laffen, 
gteidj)fam als ob fie glaubten, burd) baS oon 3ftenfd)en Erlernte mit ifym fyrecfyen unb ficfy 
verftänbigen p fönnen, toärenb fie, toenn ^iemanb im Zimmer ift, getoölimlicfy anftatt beS 
erlernten, i^ren natürlichen ®efang gum beften geben. 5111eS bieS ^abe icfy bei ben 
Pfleglingen ber genannten Sieb^aber beobachtet. £)te betreffenben SSögel antworten auf jebe 
Slnrebe, fingen ioenn fie bagu aufgeforbert ioerben, tommen aus bem täfige heraus, fe^en 
fic^ auf bie §anb, nehmen einen i^nen gebotenen Öecterbiffen aus ben Si^en, gelten auf 
iÖefe^l toieber in ben täfig gurücf, machen gierlic^e Verbeugungen unb bemühen fic^ in 
Jeber Seife i^re 5ln^änglic^leit gu befunben. Um bieS gu erreicben, fyaben bie beiben ®e= 
nannten ifyre Vögel fofort nac^ Empfang fo niebrig als möglich unb gang in bie Dläfye beS 
getüöfyntictyen Si^eS ber Pfleger, nac^ einigen Sodjen, je nac^bem ber eine ober ber an* 
bere früher ober |>äter ga^m getoorben ift, auf ben £ifd) geftellt, fie oft angebrochen, 
in regelrechter Seife mit itmen fic^> unterhalten, u)nen guerft bie ginger vorgehalten, fie 
fobann täglich mehrmals aus bem täfig genommen unb i^nen hierauf gur 53elo^nung einen 
Surm ober gliegen gereicht, „^eine 591aumerle yi , f treibt mir taftner, „toeifj gang 
genau fd;on, toenn fie ben Surm betommt; id? barf fie nur fragen, ob fie einen folgen 
^aben miß, unb fie fyringt von ber ©i^ftange auf ben beftimmten Ort, um i^n in 
Empfang gu ne^men. y/ 5luc^ bie von 91 et) er gegasten gelsft^mä^er oerfte^en, toie id; 
mic^ felbft übergeugt lj>abe, oerfc^ibene 5Inreben genau unb Rubeln bem entfpred;enb. 3d? 
felbft ^atte einen (Steinrötel burc^ öfteres £)arreicfyen von Seclerbiffen fo oertoö^nt, bafS id; 
fcfytiepcf) genötigt toar, i^n aus bem 3^tn e ^ W verbannen, toeit er mic^ burc^) einen mir 
unangenehmen ^Pfiff anbettelte, fobalb ic^ mic^ geigte unb micfy in einer mir ^öd^ft empfmbticfyen 
Seife beim arbeiten ftörte. SMefen 9?uf tieft er nur bann vernehmen, tvenn ic^ ins 3itnmer 
trat, tvärenb er anbere S^itglieber meiner gamilie ivol burc^ Singen begrüßte, niemals 
aber anbettelte. „Selbft bie s Jteftjungen ", fügt giebler ^ingu, „fennen, tvie ic^ in @r= 



74 @$m%r, 

fa^rung Bringen fonnte, i^ren Pfleger Balb genau. 3$ erhielt brei Hefter mit it\)u Bio 
^toötf £age alten jungen, toelcBe, »eil tcfy burd) mein ®efcpft voltftcmbig in 2In|>rucB 
genommen toar, von meiner grau alle ein Bio jtoei Stunben gefüttert tourben. £rierBei 
^atte icfy (Gelegenheit, p BeoBacfyten, baf3 fte jammerten nnb bem Käfige p entfliegen 
fugten, foBalb meine grau ftd) geigte, toärenb fte angeftdj)t3 anberer Seute rnfyig ftd) ver= 
gelten. Öffnete meine grau ben $äftg, fo traBBelten nnb fpäter flogen fie eiligft l)erau3, 
fletterten ber getteBten Pflegerin anf §änbe, 2trme unb ©dmttem nnb verlangten 21^ung. 
@« toar ein föfttid?er InBticf !" 

%lafy ben Erfahrungen unfereS • 9ftitarBeiter8 Siebe f freiten jung aufgewogene (Stein* 
rötet verhältnismäßig leicht pr gortpflanpng. „3n einem ^toeifenftrigen 3)acfyfämmerd;>en 
von 5,75 m - Sänge, 2,55 m - §öi)e unb burcfyfdmitttid) 2,25 m - £iefe, toetcfyeS mit Pannen* 
Bäumten, $$$&}? unb Sintereicfyenäften, fernen ^iftfäftcfyen'unb mit au3 gtegetfteinen erBauten 
^ifträumen mögticfyft gut au^geftattet toar, lieg x<§ unter anberen Vögeln aud) ein par jnng auf* 
gezogene jtoetjätyrige <Steinrötet fliegen. @cfyon im oor^erge^enben griu)jal)re ^atte id) fie in 
einen großen $äftg geBrad)t, aBer o^ne Erfolg, ba fte burc^auS feine Neigung pr ^arung 
geigten unb nid)t einmal baS 2öeiBd)en burd) 2tufnel)men von §almen unb %fto$ im Stielen 
feinen 23eruf aU ^eftlünftlerin verriet. £)amal3 toar ben Vögeln i^re gan^e Sage offenBar 
nod) p neu. 3n biefem jtoeiteu grü^Ja^re jebocfy Bemerfte id) Balb , bafS ba$ SeiBcfyen 2In* 
ftalten pm Giften machte. E§ toä^tte aBer nicfyt bie nad) meiner Meinung fo Bequem \}tx* 
gerichteten Bacffteinernen ^iftlj)öt)len, toetd)e bod) fonft Beibe ©teinrötel ben tften unb StäBen 
Beim 51nfft^en vorpgen, fonbem eine Jftinne oBert)atB be3 £)ad?fenfter§ , geBitbet von einem 
auf bie $ante gefegten halfen unb von $erfcfytagBretem. 2tm 27. SD^ai unterfucfyte id? 
ben 25au unb fanb in einem tebiglicfy auö trocfnem ©rafe ganj funfttoS pfammengetragenen 
großen §aufen eine unf djeinBare , pmtid) flache 9Mbe, toorin vier prächtige Btäutid)grüne 
©er lagen. £)aS lieberlicBe 9?eft l)attt mit feinem ber mir Befannten £)roffetnefter aud) 
nur bie geringfte 2Qmtid?feit. 3dl) Bemerfe baBei nocfy , bafS ben SSögeln bie verfd)iben* 
artigften ^iftftoffe vorgelegt toaren, unb bafS teuere von &\t p >$eit mit Saffer Befvrengt 
tourben: eine Maßregel, toetcfye nicfyt genug empfohlen toerben fann, ba faft alle 23ögel 
fold;e ^iftftoffe vorp^en, toeld^e nocB ein fleht toenig feucht unb bafyer gefcfymeibig ftnb. 
£)er s JteftBau na^m üBer vieren £age in Slnf^rud) unb tourbe oom SeiBc^en allein auö* 
geführt , toärenb baö 9J?ännc^en bie Efyelwtfte öfter mit brolligen (GeBärben umtaufte, tnbent 
e^ ben ©cBtoan^ fäd^erartig Breitete, ben üo^f verbreite unb bie glügel lüftete, ©elten 
nat)tn e§ baBei ein bürreö ©ra^Blättc^en auf unb nur, um e3 toibcr fallen p laffen. 
$om 28. 3Rai aB faß ba3 5BetBd;en außerorbentlid; feft unb p>ax, o^ne baf^ e§ baBei oom 
äWännd;en unterftü^t tourbe. 51m 10. 3uni, alfo fc^on nac^ brei^n 3^agen, ^i5rte id;, baf^ 
mehrere 3unge au^gefrocl)en toaren unb oerfal? baö SeiBd;en fofort mit bem paffenben 
gutter: frifd)en 51meifen^u^|)en unb flehten S)2e^ltoürmern. ü$ toar bie3 feine leiste 3Iuf* 
gaBe; benn baö gan^e grü^ja^r toar Bei un$ in TOttelbeutfc^lanb regnerifc^ unb falt, unb 
anbererfeitö Rauften in bemfelBen ©tüBc^en mit ben ©teinroteln pfammen noc^ eine 51n^a^l 
anberer $ögel, benen in ber fcfytimmen 3 e ^ Wc^e 51meifen)3u^en ein SecferBiffen toaren. 
Steine grau getoi5^nte inbeffen fc^on am erften ^age ba3 SeiBc^en, tocld>eö unö fonft burd? 
fein fc^eue^ Sefen immer mißfallen ^atte, an £)rbnung f fobafö baSfelBe alle ^alBe Stunben 
auf ifyren ^Knf oom ^efte ^eraBfam unb, unBeeinträcfytigt burcB anbere 25ögel, einige ®aBen 
oon t^r in Empfang nal>m unb verfütterte, ^ü^renb toar e3 nun p BeoBad)ten, toie bie 
Butter bie ledere (Steife, nad) toelci)er fte fonft fo gelüftete, für bie jungen auf^oB 
unb, toenn letztere verfüttert unb ber alle fyatBe ©tunben gereifte fleine Vorrat p Enbe 
toar, fic$> für tB,re ^erfon mit bem getoö^nlic^en allgemeinen gutter Begnügte. 2Bärenb 
51mfeln unb Singbroffeln unb toal;rfc^einlic^ alle ed)ten Coffein üBer^au^t Beim 51l^en Viel 



Speiset mit einflößen, tonnte idj> Beim Steinrötet nid;tS berartigeS Bemerfen; tool aber 
roarb jeber aus 2#efylttmrmem unb Slmeifenpuppen Beftefyenbe SdmaBetoolt tot bem güttern 
anf baS forgfättigfte auf bem Soeben gequetfe^t, mit Sanb unb feinem $ieS oerfe^t unb 
tocu)rfd;)einlid) aud) baBei mit ettoaS Speid;el »ermtfefyt EBenfattS im (Gegenfa^e p ben 
Stoffeln , tt>eld;e Bei mit Bisher in (Sefangenfcfyaft ^unge auSgeBrütet , fütterten bie Wim 
nie ben $ot ber jungen, fragen benfetBen auefy nicfyt fetBft, trugen il)n oietmet)r fauBer aus 
bem 9?efte unb legten iftn ftetS auf benfetBen *$ta^ auf einem Benachbarten genfterBrete 
nieber unb jtoar mit einer getoiffen fomifd)en SÖetmtjamfeit unb SÖebäcfytigfeit, £)aS TOnncfyen 
Beteiligte fid? Beim güttern nid)t; id) Beobachtete im Gegenteil am fünften Sage naefy bem 
SluSfdtfüpfejt ber jungen ben beginn Don geinbfettgfeiten ^toifcfyen ben Beiben (Satten, fing 
in gotge beffen, Belehrt burefy frühere üBle Erfahrungen, baS München ein unb fperrte 
eS in einem großen Käfige aB. $om 18. 3uni an BeoBacBtete id), bafS bie Sitte Begierig 
fußen Ouar! ^üm St^en aufnahm, unb bafS bie 3ungen ifyn, nad) itj>rem toeitfyin oernetjm* 
liefen (Sefdjirei ju urteilen , fetyr gern fraßen. Int 1 9, 3uni fa$ ict> mit einem greunbe in 
baS $eft unb Bemerfte jn meiner großen greube, bafö barin bier Iräftige, feiert $an$ Be* 
fieberte, grauliche 3unge faßen, toetcfye t>ot bem frembeu (Befielt ftcfy uieberbueften unb Bei 
biefer (Gelegenheit ein tauBeS Ei mit Ij>erauSfd)oBen. SltS icfy am 23. 3uni, nacBbem bie 
gierten bier^n Sage alt geworben toaren, toieber nacfyfal), flogen alle bier jungen, 
oBgleicfy fie nodj nidjjt oöttig flugfähig toaren, aus, flatterten auf ben 23oben tyeraB unb 
zeigten fid) t)öd)ft ungeBärbig unb fcfyeu. £)ieS Betoog miefy, ^toei bon ifynen toeg ju nehmen unb 
Behufs Befferer gätymung ooltenbS fctBft auf^ieljem £)te Beiben anberen fügten fortan Batb 
in biefem, Balb in jenem Steinhaufen ein ^erftec! unb tourben Beftänbig bon bereiten mit 
ber särtlicfyften unb ängftlid)ften Sorge Beobachtet, Begleitet unb gefüttert, Bis fie enblid) am 
29. 3uni, alfo elf Sage tyäter, it)re £)öfylungen »erließen, frei umherflogen unb jdmelt f reffen 
lernten. Sitte oier jungen finb prächtig gebi^en unb ooltfommen gefunb, unb brei oon i^nen 
übertreffen fd)on je^t, im DctoBer, ifyre Eltern in ber (Größe um ein merfticfyeS. Sitte bier 
fingen unb ^toei baoon gan$ BefonberS laut unb fcfyön. £)ie Beiben, toelcfye icB ber Sllten 
getaffen, BlieBen freiließ fe^r toilb unb Beburften in ber erften >$ett, toelcfye fie im ®äfig oer= 
Brachten, einiger Slcfytfamfeit; bie Beiben anberen hingegen finb red)t $afym geworben unb taffen 
ficB, toenn fie aus bem $äfig junt 35abe herausgejagt korben, mit ber §anb ergreifen unb toiber 
in it;re 25e^aufung Bringen, otme baburefy irgenb roie fc^eu %u werben. 3n einer 5fta$fdjrtft 
Bemertt ÖieBe noc^ baS gotgenbe: „33on biefen bier ©efdjnriftern gaB id; jtoei SO^änncBen 
toeg unb Behielt ein $ärd)en. £)a8 SeiBd;en fc^ritt im näc^ften grü^ja^re ntc^t pr ^aruug, 
oBgteid) id? it;m ein fe^r fc^öueö s Jttännd)en Beigefeltt t;atte, enttoidelte !ör^erlid; ftd? üBer^ 
^au^t erft nac^ bem feiten Sa^re jur 3Sotttommen^eit, fo baf3 e§ nun erft gute ErgeBniffe 
t)er]>rid)t ^)a§ ^ännc^en bagegen oermätte ftdt) Bereite im feiten 3al)re unb pc^tete; 
bie S3rut ging jebocfy burd) einen 3 u f a ^ ju (Grunbe. ;/ 

Sind) aU Pflegeeltern Be!unben bie Steinrötel oortrefftic^e (Stgenf^aften. Ein alt 
gefangenes Ottcmncfyen unterftü^te giebler fogar Bei ber Sluf 5 ud;t oon i^ren Eltern oer^ 
laffener ^tmt^en <53b. I, ©. 201). 3n golge feiner Sc^eu juckte es nad) einem @c$lu^ 
toinfel im SSogeljimmer unb fanb benfetBen in bem ^ifttäftd;en ber jungen ^m^en. 
giebler l;atte Bi^er bereu 92eft, um fie -ju ertoärmen, mitgebern ausgefüttert, unterließ 
bieS aBer fortan unb mit ootlftem 9^ec^te ; benn ber Steinrötet ertoärmte nic^t allein, fonbern 
fütterte auefy, minbeftcnS nac^ ber feften ÜBer^eugung unfereS 9)iitarBeiterS, bie jungen $eil= 
fd)n)anjta!abuS, toetc^e fe^r gut gebifyen. ©er Zungen oon anberen Seic^freffern nehmen 
alte Steinrötet regelmäßig fid; an. 

3ung aus bem 9?efte genommene Steinrötel tote SBtaumerlen laffen fic^ fet;r leidt)t 
aufjie^en, nid)t aBer audt) immer leid)t Befd^affen, ü)ie i)aupt\ äc^tid;fte SdmnerigFeit , fie ju 



76 ®ti)mäfyT. 

erbeuten, liegt, laut giebler, barin, bafs utau audj ba, wo beibe fyäufig oorfommen, nur 
ferner baS SReft ju entbeden vermag, „tagelang mufS man auf ber Sauer liegen, um ^um 
3iele p gelangen; benn bie eilten fliegen, wenn fie fic^> Seim gutterptragen Beobachtet 
fe^en, niemals unmittelbar p bem ^efte, fonbern fugen imnbert bis s toe ^ un ^ e ^^ ©dritte 
baoon entfernt unb laufen, möglicfyft ficfy oerbergenb, in aller^anb Krümmungen unb 2Bin= 
bungen Bio pm -Keße §ut, füttern unb entfernen fid) ebenfo unbemerft, als fie gefommen 
finb, fobafS es nur alten geüBten Vogelfängern gelingt, fie p üBerliften. £)ie meiften 
jungen ©teinrötel erhalten wir gegenwärtig oom Karft unb jtoar burd) bie äöärter ber 
©übBa^n, welche in bem für bie Vögel I)öd)ft geeigneten menfcBenleren Gebirge bie Befte 
Gelegenheit fabelt, fie p beobachten unb ü)re Hefter auSpfunbf d)aften , aucfy meift eBenfo 
eifrig als gefd)idt finb, fie aufzufüttern. Kann man neBen ben jungen aucB bie Uten 
Bef Raffen, fo Bleiben biefe fidler am £eben, ba fie, angeficfytS ber Ijilflofen Kleinen, bie an* 
geBorene ©d)eu gän^licb oerlieren unb oor ben 2lugen beS Pflegers füttern unb felBft freffen, 
gleicfyfam um fid) für i^re jungen p erhalten. Sill man ganj fieser gelten, fo mufS man 
ftcfy ein 9?eft 3unge mit bem alten Munden oerfd)affen unb biefeS im 3toter frei fliegen 
laffen, gutes gutter, am Beften §eufcfyrecfen, @d)aben unb Sftel^lwürmer reichen unb burd? 
biefe IcBenbige 23eute ben SBilbling nadj) unb nacb an bie Gefcmgenfcfyaft gewönnen. 3)aS 
pträglicfyfte gutter für 3unge unb Alte ift erbfengrog gefd)nitteneS rofyes KalbS^ mit barauf 
geftreutem 9ftaiSmel)l; babei galten fie fiefy am Beften. ^ac^tigaHenfutter unb ^etylwürmer finb 
nid)t nottoenbig, man mag barüBer fcfyreiBen, was man will 3n gan$ 3ftrien, Gör£ unb £)al* 
matien werben @tein= unb SSlaurötel mit einer ^olenta oon äMSme^>l gefüttert unb galten ftcfy 
oorpglicfy." Sinei) id; ^abe grobes ^laiSmel)! als ein gan^oorsüglic^eS^ilföfutterfürKerBtierfreffer 
fennen gelernt unb barf greunb gieblcr wol Beiftimmen; ba toir jebocfy üXftaiSme^l nicljt fo 
leicht Befc^affen fönnen, reichen toir unferen gelSfcfymä^em gewöhnliches 92ac^tigallenfutter mit 
3ufa| oon etwas §anf* unb anberen hülfen, um u)nen bie garten ©egalen ber Kerbtiere 
p erfe^en. £)iefe Vögel gehören nemlid?, wie unfer Mitarbeiter Siebe fefyr richtig tyer* 
oor^ebt, „in noefy Weit leerem Grabe als ^otfefylcfyen unb 9?otfd)Wänäd)en, faft in bemfelBen 
Grabe wie Bürger, p benjenigen (Singoögeln, welche Gewölle Bilbcn unb fold)e oon gut 
p 3eit auswerfen muffen. Oft tyabe td? an meinen ©teinröteln beobachtet, bafs fie, fobalb 
fie einige £age fyintereinanber p weidjeS unb milbeS gutter befamen , unoerbaulicfye £)inge 
tdk gebern, feine Rapier* unb §olji>änc^en , gicfytenfamenflügel , Käferflügelbeden, §ortt* 
bre^f^äne u. bgl. oer^eljrten, um (Stoffe p Gewöltballen in erhalten. 2Bie ben meiften 
Kerbtierfreffern, fcfyabet man u)nen leicht burd) p gutes gutter. ^cöglicfyfte 3lbwed)Slung 
in ber 9?al)rung, oerbunben mit bem Aufenthalte in einem Käfige mit nur ^wei (gering* 
^öl^crn unb mehreren 3tcge(ftctnen , beffen Gröge fie jum gliegen zwingt , finb ü)nen oor 
allen fingen notwenbig. ®ie meinigen befinben fiefy wärenb beS Sinters in je jwei in 
einem Käfige oon 1,67 m -, 0,55 m - unb 0,52 m - hängen*, breiten* unb §ö^enauSbe^nung 
unb jwar in Gefellfcbaft oon je jwei bis oier ^otfe^lc^en unb ^otfc^ wänden, bisweilen 
auefy oon oier iöaumtoioern. @ie werben täglich zweimal gefüttert unb erhalten abwed;felnb 
(SemmelgrieS , geriebene D^ö^ren unb fauren, tüchtig abgetorefften Quarf mit SBeijenüeie, 
welchem eigentlichen §auotfutter wiberum abwec^felnb beigegeben werben: geriebenes, ge* 
focBteS gleifc^, füger Quarf, gebadeneS, ^artge!od;tcS Dbft, getrodnete unb auf geweidete 
§ollunber*, ^3reigel^, 3Sogel= unb §eibelberen, ge^adte tofel, ge^adteS, ^artgefotteneS ©, 
^ol;nfamen, feinge^adte Kerbtiere unb SBogelmiere, gebörrte ^aüäfer, Grillen u. bgl., 
gefallene Butter unb gequellte taeifenpufttoen. ^tatt beS «SemmelgriefeS erhalten fie tyier 
unb baauc^) einmal gelochte unb geriebene Kartoffeln ober @c^war^brob. ®aju fommt etwa 
ein ^e^lwurm ober eine ©oinne u. bgl. beS £ageS, bereu Verabreichung aber oorpgSWeife 
ben 3wed §at f fie ja^m ju mad;en. @o gebeten fie oortrefflid;)." 3d; mcmeSteilS reiche 



§et§Wttt%t 77 

me^r ^e^ürmer als Siebe, toeit id) gefunben #afce, bafS biefe aße getsfcfymä£er ganz 
befonberS pm Singen anregen , teile im übrigen aber oottfommen bie Slnfictyt ber beibett 
Mitarbeiter, bafS p gutes gutter e^er fctyabet als nü^t. 

TOe getSfd)mä^er, namentlich bie alt eingefangenen, leiben an tfüti großen Übeln: an 
gefallenen güßen nnb an Ungeziefer. „3$ tyabe'V fcfyreibt mir giebler, „mefyr als 
Ijmnbert (Steinrötel gehalten nnb immer biefelbe (Srfafyrung gemalt £)en gefd;tooüenen 
güßen !ann man mit nichts entgegentreten; benn föaS oon mit Zufy überzogenen (Spring* 
työtzern gefafelt toirb, betoärt f$ burcfyauS nicfyt. fc beften ift eS, man gibt neben (Spring* 
Rotzern oon §ottunber in einen großen $äfig ober ins gtugzimmer einige große (Steine; 
benn man toirb finben, bafö fid) (Steinrötet nnb SBtaumerten am liebften anf folgen auf- 
halten nnb bann Diel feltener gefcfytoottene güße befommen. §atte tdj alt eingefangenen 
nur einfache (Sprungfyötzer gegeben, fo trat in ad)t bis jtoölf £agen immer ®efdjti>ulft ber 
güße ein, gab icfy aber (Steine , bann nie. £)ieS bezieht fidj jebocfy nnr anf bie toitb einge* 
fangenen ; benn jung aufgewogene leiben oerl?ättniSmäßig toenig baran. £ritt aber bei iljmen 
®efä)toulft ein, fo ift alle 9Jftu)e oergebenS, nnb ber SSogel getjt in ben meiften gälten ein. 
£)ieS l?abe xd) oft erfahren muffen. 2öaS baS Ungeziefer anlangt, fo mufS man ftaunen, 
toenn man bei ber größten Reinli^Mt eine fotcfye Sttaffe oerfcfyibener Silben ftnbet. 21b* 
gefeiert oon oerboppetter Reinhaltung beS EäftgS , toetcfyen man oon Seit zu $üt gut toäfcfyt, 
unb, nadjbem er getrodnet, toiber mit öeinöl befcfymiert, abgefeiert auc^ oon t)ol)ten §ottunber* 
ftäben als (Spmngtjötzer, toeld)e man tägtid? ausflogt, !ann rnan bagegen mit einer Sage 
oon perfif^em 3nfefteuputoer auf bem SBoben beS $äftgS, toetct)en man mit Rapier über* 
bedt, oiet erreichen, auet) ot)ne ®efal)r für ben Sßoget ü)m einmal baS ®efteber eimmloern. 
9Zict)t toenige (Steinrötel get)en an Ungeziefer zu ®tunbe, unb manche Siebl)aber glauben, 
bafS nic^t bie Silben, fonbern bie gütterung bie Urfaä)e beS SßertufteS ift. £)at)er erftärt 
fid; toot auefy bie in faft allen §anbbüd)ern toiberfet)renbe ängftticfye (Sorgfalt, möglidj>ft 
gutes gutter zu empfehlen, ober aber bie t)ier unb ba auSge]>rod;ene Stuftet, bafS bie 
getSfcfymätier unter bie zarten SSögel zu rechnen toären. 2Beber baS eine nod) baS anbere 
ift richtig. 23laumerle unb Steinrötel gehören zu ben t)ärteften unb auSbauewbften unferer 
Stubenoögel unb verlangen nichts anbereS als größte 9?eintid)feit unb 51ufmer!famteit bei 
einigermaßen guter, b. ^. für bie 23ögel unter allen Umftänben genügenber (Swäfyrung." 

53ei ben im §erbfte auf ben S^arlt fommenben, jung bem 9^efte entnommenen gelS= 
fd?m%rn beiber Wirten ift es nid)t leicht, baS ^efc^lec^t zu erfennen. §ier ^ilft man ft^> 
burefy 5IuSzie^>en einiger gebern, beim (Steinrötel namentlich ber beS UnterrüdenS, toetcfye, toenn 
fic nac^toa^fen, burd^ i^re toeiße gärbung baS ©ef^lec^t beutlid) funb geben, ^ann man 
folc^e Neulinge in gute ©efellfc^aft bringen, ü)nen inSbefonbere nac^ unb nac^ treffliche 
Sänger, Nachtigallen, S|3roffer, Rot= unb 23taufetyld^en, ^raSmüden, Serben, Sing^ unb 
Spottbroffeln u. f. to. beigeben, fo erzieht man fic^>, toenn man fonft ®lüd l)at, auSge* 
Zeichnete @^ötter, toärenb man umgefetyrt anc^ erleben mufS, bafs ein oon ben beften 3^eiftcrn 
gefeilter SSogel burc^auS nic^t einfc^lägt. £)ocfy bilbet le^tereS bei ben oon §aufe aus 
gefangeSluftigen gelSröteln bie 3luSna^me. 

geiber gelangen bie fremblänbifcfyen Wirten ber (Sru^e nur zufällig unb immer fe^r 
einzeln auf unferen ^iermarft. Wlan \\fyt Ijjöd>fte.n3 in unferen ^eroorragenbften Tiergärten 
bann unb toann eine ber aufgeführten Wirten, obglei^ ertoiefenermaßen in ber §cimat aEe 
unb z^ar gar nicfyt feiten im Käfige gehalten ioerben. (Sol^e fremblänbifc^e gelSfd;mä^er 
fommen freiließ ^oc^ zu flehen, toärenb unfere europäifd)en faft 3ebermann zugänglich finb. 
Sec^S, t)öcf)ftenö ac^t Xaler ift bei uns in Norbbeutf erlaub ber regelmäßige ^reis eines 
Steinrötels, ac^)t bis z^ölf Zakx ber einer SStaumerlc; in (Sübeuro|)a tauft man erftere 
Zum vierten %t\l, teuere zur §älfte beS ^reifes. £)iefe geringe Ausgabe belohnt fid; reiebtiefy. 



78 ©djmäfcer. 

Dr#ltu 

£)ie reid^altige gamitie ber Stoffeln, toetdje in mehrere, roenig oon einanber ab^ 
toeiebenbe (Gruppen jcrfäöt mürbe, lennjci^net fi$ im allgemeinen burd) fotgenbe Stterfmate: 
©et (Schnabel i(t mitteltang, fä)arffdmeibig, faft gerabe, an ber ©ptfce feittidj eüoaö p* 
fammengebrüd't , fein Dberfiefer j'attft gebogen nnb oor ber ©}n£e leidet eingeferbt, ber guß 
mitteilet), äiemtid) rräfttg, mit breiten §ornplatten getäfelt, ber gtüget mitteltang, unter 
feinen ^cfytoingen bie britte ober oierte bie langfte, bie erfte meift fe^r fleht, ber ©d^toem^ 
regelmäßig fur^ ober fyöcfyftenS mitteltang, an ber <&$\%t abgernnbet ober faft gerabe abge* 
f dmitten, ba3 @efteber toeid) aber fnapp antiegenb, naä) ®efd?tect)t nnb Sitter in ber gärbung 
toenig oerft^tbeu. 

3n ber ®ruppe ber 23ergbroffetn (Oreocincla) bereinigt man große Strien mit 
ftarfem, Madigem ©dwabel unb breiterem, ptoeiten, jeboä) nic^t immer, au3 oier^n gebern 
gebitbetem @^toan^e. 

683. 2)te Söerafcrojfet, (Mbbroffet, 2ör.ite3-2)roffet, Turdus (Oreocincla) dauma, Lath., (varius, 
parvirostris, Whitei, aureus, Hancei). — 2t. 35.: Naumann, 25. 3). XIII, 262. — Größer afö bie 
äftiftetbroffet; Gebern ber Oberfette getbtid). fahlbraun mit breitem fet/war^em (Snbbogen, oor bemfetben 
grautidjfafyl oerwafd)en, Unterfeite weiß, bie Gebern mit bogenförmigen fdiwar^en ©nbränbern , wetdje 
innen buret/ eine fdjmale roftgetbttcr;e Sinie begrenzt werben, 23auct), Stftcr nnb untere ©d^toangbetfett weiß, 
bie gebern ber teueren mit einzelnen fcfymaten bunften (Snbfäumen, $inn nnb Äetyfe weiß, feittid) oon 
einem fdjmaten 23artftreifen begrenzt, güget nnb Äopffeiten fafytoetfj, bie Gebern mit Jamalen bunften 
(Snbfäumen, Ofyrgegenb JjfoterfdtS burd] einen fyatbmonbförmigen fdiwar^en $ted gewidmet; ©Zwingen 
bunfelbraun, Söurget^äifte ber Qnnenfatme weiß, Surfet = nnb ©nbteit ber 2lußenfafyne roftgetb geranbet, 
bie 2ßurget ber fdjwar^en £>anbfd)Wingenbedfebern , ebenfo 2lrmfd)wingen nnb beren 2>edfebern mit roft= 
getbtid)en ©nbfäumen, wetd)e an ben größten oberen, fdjwarsen S)edfebern befonber§ breit ftnb, untere 
gttigelbeden, 3)edfebern be§ £>anbraube§ unb 2td)fetfebern weiß; äußere fünf ©djwansfebew brawtfdjtoarj, 
bie beiben äußerften mit roftgelbtidjen @ttb=, bie brei nadjfotgenben mit fotcöem Sur^elteite , bie brei äu= 
ßerften weiß gefptfct, bie oier mittetften ^ebern fafytotioenbraun. §ri§ tiefbraun, ©c^nabet fcfywärgtidjbraun, 
ber untere Seit gelter, $üße fafylgefbtid). — 2öeibd)en nicfyt oerfd)iben. 

23ewolmt ba§> gemäßigte Sibirien, Sfyina unb ba§> ^imatatyagebiet , im 2Binter big ©übinbten r/erab= 
gietienb, fjat fid) aber wiberrjolt nad) Seutfdjtanb, ©ngtanb unb granfreid) oerflogen unb ift Ijter erlegt unb 
gefangen worben. 

684. 2>tc SJlOl^fletfenbroffel, T. (Or.) lunulatus, Lath., (Heinei, macrorhynchä , Novae -Hol- 
landiae). — fegt: ®outb, Handb. B. of Austr. I, 439. — ®röße ber Mftelbroffet; Oberfeite lebhaft 
roftgetbbvaun, alle Gebern mit bogenförmigen fd)tt>aräcn (Snbränbern unb tickten ©Säften, ^üget unb 
Slugenring weiß, Unterfette ebenfo, auf topf, SBruft unb ben ©eiten mit bogenförmigen \ti)Voax%m, innen 
oon einer fcomalen roftgclben Sime begrenzten ©nbfäumen ge§eid)net, te^tere an ben ^aud)fetten fo bid)t 
[telienb, bafä fic einen größeren %ltd bi'lben, topf unb §at§feiten mit fdnnäteren bunllen ©nbfäumen; 
©d)toingen unb bereu Sed'fcbern fct»toaräbraun, außen lebhaft roftgetbbraun geranbet, Slrmfd^ioingen unb beren 
S)edfebern mit tieften (Subfäumen, eben fotcfye aber breitere auf ben beiben erften 'Otetrjen ber fc^toarzbraunen 
oberen 2)edfcberu, untere $(ügeibedeu fd)Warg, bie be§ Unterarme^ weiß; ©^ioangfebern bunfetbraun, außen 
roftgetbbraun, bie beiben äitfterften au ber £>pi£e weiß, untere ©d^wanäbeden mit fet)r fd^maten unb fd)wac^en 
©nbränbern. ^riö bunfetbraun, ©c^nabet ^ornbraun, Unterfd)nabet getbfa£)t — Seibeben gletdt) gefärbt. 

3)a§ S5aterlanb ber Slrt erftredt fid) oon Stuftratien , gumat 9teufübwate§ unb SanbiemenS taub, bi§ $u 
ben ©unbainfetn. 

685. 2)ie SScidjfeöerdroffet , T. (Or.) mollissimus, Blyth, (rostratus, oreocincloides , Hodg- 
sonii). — 31. 23.: Naumann, 25. 2). XIII, 255. — ®röße ber 2)coubfledenbroffet unb biefer äb,ntid); 
aber bie Oberfeite einfarbig lebhaft roftgetbbraun , otme bnnfte ©nbränber, ©runbton ber Unterfeite roft= 
getbtic^ , bie fd)Wargen ©nbbogen bid)ter fte^cnb, auf ber lebhaft gefärbten iBruft [^förmige buntte g-teden, 
3üget unb Äopffetten roftgetö, bie Gebern mit fcfymäleren buntteren (Snbfleden. 

23ewo^nt bie ®cbirg§länber Oftinbtenö bi§ St)ina, fotl fid) aber fdwn bi§ nac^ 2)eutfcfytanb oerflogen l^aben. 

X)k näcl^ftfolgenben Strien gehören ^u ben Satbbroffctn ober £)roffetn im engeren 
@iune (Turdus) , für ft>etä)e bie oben gegebenen Stterfmate gelten. 



Coffein. 79 

686. $ie SJtiftefttoffel, äKtjtfer, 3)oppetframmet§üogel, @d)nerr, Berber, Berter, BirUng, Bunter tc. 
T. (S., Merula, Ixocossyphus) yiscivorus, L., (major, arboreus). — 21. SB.: Naumann, 95. 2). II, 

248. — Größte beutfdje Irt; Dberfeite fafytotioenbraun , auf bem Gurgel unb ben oberen ©djtoangbeden 
roftgetbtid) oertoafdien, Unterteile roftgetbtid), tropf, SBruft unb (Seiten lebhafter, überall mit fc^marjbrannen 
£ropfenfleden, welche auf bem 23auct/e fid) öerfteinern, bicfyt befei|t, Bügel toeißtid), topffeiten roftgetbfatjt, 
bte Gebern mit feinen bunften ©djaftfleden, toetdje oom äftunbtoinfet fyerab einen 33artftreifen bitben unb 
ben meinen, mit feinen bunllen ^unftfteden befet^ten tetitfleden begrenzen; ©Urningen unb bereu 2)ed= 
febern bunfet olioenbraun mit roftgetbticfyen 2tußen-, bie größten oberen 3)edfebern mit folgen ©nbfäumeu, 
£anb= unb Irmf Zwingen an ber Surfet ber Snnenfa^ne toeiß, Unterflügetbeden ebenfo; äußere ©cfytoan^ 
febern innen mit breiten, bie jtoeite unb britte jeberfeit§ mit fdjmäteren toeißen (Snben. $ri§ tief braun, 
©djnabet fjornbraun, an ber Surfet gelbtid», $üße fteifcfyfarben. — 2Beibd)en ettoa3 blaff er. 

Serbreitet fid) über alle Gebiete ©uropaS, in Norwegen unb Sapptanb bis junt 70. ®rab nörblidjer 
breite fyinattf, toattbert im äöinter bi§ 9?orbafrifa fyinab, tommt aber aud) im toefttidjen £imatatya oor. 

687. $ic 9iauftf)ebroffct, ©cfyarrbroffet, T. strepitans, Smith, (lesitsirupa , crassirostris). — 
9Sergt.: ©mit^, 111. S. Afr. Zool. Z\l 37. — ©ttoaS Heiner afö bie 9JHftetbroffet ; grautic^otioenbraun, 
Slugenftreifen, topffeiten unb Unterfeite toeiß, fd)toad) roftgetbtid) angefyaucfyt, tropf beuttidjer roftgelb 
überflogen, Dtjrgegeub oorn unb hinten burd) einen fd)toargen Ouerftreifen begrenzt, ^artftreifen unbeuttid), 
tropf, 23ruft unb ©eiten mit großen fd)toar§en £ropfenf(eden ; ©dringen unb ©teuerfebern bunfel otir>en= 
braun, bie erfteren innen big pm ©pii^enbrittet lebhaft roftgelb, untere ^tügetbeden ebenfo. $ri§ braun, 
©cfynabet tjornbraun, Unterfdjnabet ^orngelb, $üße ^ornfarben. — Beibcfyen gteid)^ nur ettoaä blaffer 
gefärbt. 

Stfe 2lrt betootmt ©üb = unb einen £eit 2Beftafrifa§. 

688. $>ie ©ittgöTOffel, Sippe, Sßeiß-, ©ommer-, Sinter =, 23erg^ unb Bierbroffet, ©ruftet, 2)rof d)et, 
2>roffig 2C. T. (S., Mer., Iliacus) musicus, L., (minor, philomelos). — 21. S3.: Naumann, SS. 3). 
II, 202. — Dberfeite faijterbbraun, topffeiten unb B%et, tropf unb SSruft roftgetbtid), übrige Unterfeite 
toeiß mit herdförmigen ©d)aftfteden , welche auf ber Sruft unb an ben ©eiten am beuttidjfteu, an ben 
topffeiten fdjmat finb unb oom äJlunbtointet Ijerab einen ba§ SBeiß be§ teljlffeden§ feitttd) 6cgrcnjcnb.cn 
23artfireifen bitbcn, Saud) unb untere ©djtoangbeden einfarbig ; ©d)toingen unb ©teuerfebern ettoa3 bitnttcr 
als ber ^ftüden, mit fdimalen 2tußenfäumen, innen tote bie unteren ^tügetbeden roftgelb, 2lrmfdnt>ingen 
unb größte Sedfebem mit blaffen ©pi^enfäumen. ^ti§ buntelbrauu, ©dmabet fyorubraun, äöurjet be§ 
Uuterfdmabefö ^orngetb, $üße ebenfo. — äöcibc^en nur burd) bie ätoa% geringere ©röße unterfdjiben. 

Über ganj 9torb^ unb Mitteleuropa, ba§ nörblic^e unb öfttid)e 5lfien bi§ &fyna oerbreitet, befudit 
bie ©ingbroffet auf il)rer Sinterreife ©übeuropa, ©tirien, 9^orbafrila unb 9Wabeira. 5lnf 9leufeetanb ijat 
man fic eingeführt. 

689. 2)tc 9lotbroffel, Seinbroffet, Seinaippe, Seingartoogel, §eibe=, 53lut-, ^untbroffet, tlein= 
ferner, T. (S.) iliacus, L. — 21. 23.: Naumann, S. ©. II, 276. — ®röße ber ©ingbroffcl; 
Oberfeite, topf unb §al§feiten otioenerbbraun , ein ©treifen öom 9^afentod)e bi§ hinter bie ©d)täfe roft= 
gelbtid), ein gtoeiter, toetc^er am äRunbtoinfet entfpringt unb auf ben §aBfeiten in einen größern 
Rieden eitbet, ebenfo, tinu unb tet)tmitte toeiß, burd) einen bunften ^äng§ftric^ gejeidjnet unb feittidj burd) 
brei steiften fc^toar^er £äng§ftreifen , iüetc^e teittoeife pfammenftießen unb einen breiteren ©treifen bitben, 
begrenzt, tropf rofttoeißtid) , bie febern mit olioenbrannen (Snbfleden, cbenfotdje aber fdjmäTere auf ben 
Sruft= unb ^aud)feiten, übrige Unterteile toeiß, ein großer S5aud)feitenfled, Unterflügetbeden unb 2ld)fet 
bunlet jimmetrot; ©c^toingen bunfetbraun, außen otioenerbbraun gefäumt, innen breit roftfatjtgetb geranbet, 
te^te Strmfc^toingen, bereu 3)edfebern unb größte obere gtügetbeden mit oerwafdjenen roftfa^ten (gnbfäumen. 
^ri§ bunfetbraun, ©dmabet liorufd)toärgtid) , an ber Söurjet^älfte be§ Unterfdmabel§ ^orngetb, güße 
ebenfo. — Seibcfyen unbebeutenb Heiner unb ettoa§ matter gefärbt. 

Über ©uropa bi§ ^^tartb »erbreitet , au^fcbtießlid) im Sorben brütenb, auc^ im nörbtid)en unb '6\U 
liefen 2lfien unb im norbtoefttid)en §imalat;a oort'ommenb, nimmt bie ^otbroffet benfetbeu Sinteraufent^alt 
tote it)re SSertoanbten. 

690. 2)ie SSatöbtüff Cl , T. (Mer.) mustelinus, Oml., (melodus). — ^ergt.: 33 a üb, B. of N. 
Am., 212. — Sfufe^ntid) Heiner at§ bie ©ingbroff el ; Dberfeite roftgetbbraun, 9caden unb ©d)täfe lebhafter, 
Bügel, topffeitm, Unterfeite uno untere ^tügetbeden toeiß, auf bem tropfe unb an ben ©citen jart roft* 
getbtidi angeflogen unb ^ier mit großen, btcr)tfter)etrbert, fdjtoar^en, ^förmigen Rieden, topffeiten mit 
bunüen £äng§ftndien gejeid)itet, ein bunfter ^öartftreifen oom tinntoinlet ^erab beutlid) bemerfbar; ©dringen 
unb bereu ®edfebern braun, außen roftgetbbraun; ©c^toan^febern fahlbraun, außen fc^mat roftgetbbraun 
gefäumt. ^ri§ braun, ©d)uabet t)ornbraun, Suräet^ätfte be§ Unterfc^nabet§ fyomgetb, ^üße ebenfo.— 
äBeibc^en außer burd) bie ©röße nic^t oerfc^ibeu. 



§0 SMfdtt. 

25ic mittleren unb öftren bereinigten ©taten bitben ba§ Vrutgebtet biefer %xt, weitere im Sinter 
bi§ SKittetamerila binabgiefjt. 

691. Sie «StÜmtierbTüffel, @d)toeigbroffet, T. (Mer.) silens, Swsn., (Audubonii). — «Bergt. : 
©mainfon, Phil. Mag. I, 319. — (große ber S&atbbroffet; büfter fafyterbbraun , ^üget nnb topffeiten 
fabtbräuntieb üertoafdjen nnb bunlet geftridjett, Unterteile weiß, bie ©eiten fal)tgraubräuntid), §at3feiten nnb 
tropf roftgetbtid) mit fdjtoarjen ©cfyaftflecfen, toetebe ba§ Äeljtfdjitb fremdartig umgeben; ©cfytoingett nnb 
©teuerfebern ettoa§ bunlter ats> bie Oberfeite, mit fefyr oertoafdjenen Jamalen, faxten Stußenfäumen nnb 
»eifern SBurgetteite ber ^rotenfabne. $ri§ bunletbraun, ©djnabet ^ornfe^toarj, Söurgetbätfte be§ Unter= 
fd)nabet§ getbfafit, grüße ^ornfarben. 

23etoobnt ben heften ber bereinigten ©taten, SD^ejtfo nnb ©uatemata. 

692. Sie BttJergÖroffct, T. nanus, Audirt). — %. V.: 2tububon, Ornith. Biogr. V, 201. — 

$bntid) ber oorbergebenben aber Heiner nnb bie oberen ©cfytoangbecten nnb ©cfytoangfebern roftbraun, bie 
2tußenfäume ber ©Zwingen ebenfo aber btaffer, SSBurjettettc ber ©fingen innen roftgetb, ber roftgetbe 
anfing auf bem [tarier nnb bitter bunletgeftecttem tropfe fefytenb. 

2)ie gtoergbroffet Ijat ungefähr ba§fetbe Verbreitungsgebiet rote bie ©tümperbroffet, bringt aber weiter 
nad) Sorben unb SBeften oor unb ift namentlich in tatifornien t)äuftg. 

693. Sie ^Utfibterbrojfet. T. (Mer.) Pallasü, Cat>., (solitarius, guttatus, minor). — St. V.: 
Naumann, V. 2). XIII, 272. — Unbebeutenb größer at§ bie Btoergbroffet unb biefer fer)r äfirtttet) ; bie 
gange Oberfeite nebft gtügetn roftbräuntid), Böget, topf unb §at§f eiten fotoie tropf roftgetbtid), Vruft 
unb £eibe§feiten unb untere ©cbwangbeden cüjntidj aber garter gefärbt, ^tedengeidmung auf bem tropfe 
unb Vartftreifen tote bei ber Bwergbroffet, ©djtoang lebhafter roftrotbraun. 

Stuct) biefe Strt ftammt au§ ^orbamerila unb fommt Ijter nod) in ^o§en breiten üor, fjat fid? and) 
at§ fettener ©aft roibert)ott nad) (Suropa unb S)eutfd)tanb oerftogen. 

694. Sie Sfittget&TOffet , T. (Mer.) Swainsonii, Calb. (brunneus , fuscus, Wilsonii, olivacea). 
Vergt: Naumann, V. 2). XIII, £ft. 355. $tg. 4. — ®röße ber B^ergbroff et ; Oberfeite rofterbbraun, 
Büget unb Stugenring gimmetroftgetb , bie fdjwad) bunlet geftridjetten topf = unb |>at§feiten nebft bem topfe, 
toetcfyer mit bunlten, auf ben fa^tbraunen ©eiten nur fd)n>adj angebenteten Sropfenftecten gegiert ift, ebenfo, 
übrige Unterteite weiß, Unterflügetbecfen roftgetbtid) , ein oom tinntoinlet ftdj lierabgiefyenber Vartftreifen 
oor^anben ; ©dringen braun, außen fdjmat rofterbbraun gefäumt, innen an ber Surfet roftgetb ; ©cfytoang* 
febern rote bie ©dringen. $ri§ bunletbraun, ©c^nabet tiornbraun, ber untere mit getber 2öurget, $üße 
borngetb. — Bei beben gteid) gefärbt. 

Vewobnt bie Vereinigten ©taten fübtid? bi§ Sftejilo unb 9ftittetamerila, würbe ebenfalls in S)eutf cfytanb 
unb in ber ©cfyweig ertegt. 

695. Sie ^rauJtJ(lttoettt»roffel , T. Aliciae, Baird. %. V.: Vairb, B. of N. Am. 217..— @twa§ 
größer at§ bie B^^gbroffet, ber ©ängerbroffet äbntidj; oberfeit§ bunlet otioenbränntid) wie topffeiten, 
Slugenring, tinn, Vruft unb übrige Unterteite fd^mu^ig weiß, Äeljte unb tropf mit bunletgraubraunen 
SängSfteden gesetebnet, bie Vmft am fdjtoädjften , ©eiten unb UnterPgetbeden grautieb otioenfarbett ; 
©ebtoingen unb ©djtoansfebern wie ber Molen, erftere innen an ber Bürget fabtwetß. $ri§ braun, ©c^ttabet 
bunlet ^ornfarben, Unterfcbnabet beÄer, ^üße grauttd) ^orngetb. Beibdjen nic^t oerfd)iben. 

&bt in ben Vereinigten ©taten. 

696. Sic Sftötelbrüff et , T. fuscescens, Steph. (iliaeus - carolinensis). — Vergt.: Vairb, B. of 
N. Am. 214. — ©röße ber ©tümperbroffet ; Oberfeite roftbräuntidj, Büg^t unb Unterfeite weiß, feittid) 
gart graufal)t überflogen, topf unb §at£f eiten nebft tropf roftgetb überl)aud)t unb mit roftbräuntidjen 
©c^aftftecten, toetc^e ba§ SSeiß ber te^te Irangartig etnf äffen, gegeicfynet, Unterftügetbecten roftfat)t; ©cbwingen 
unb ©c^toangfebern braun, außen roftbräuntic^ gefäumt, erftere innen an ber äöurget roftgetbtid)toeiß. 
^ri§ braun, ©dmabet bräuntiefy, Unterfcbnabet tote bie ^üße borngetb. 

3)ie ^eimat ber ^ftötetbroffet finb bie Vereinigten ©taten; auf bem äöittterguge lommt fie bi§ Manama 
^inab in gang S^ittetamerila oor. 

697. Sic $0lujCtttJtO|fct, T. (Catharus) Melpomene, Calb., (aurantiirostris , immaculatus). — 
SC. V.: ©etat er, Proc. Z. S. 1870, ©. 323. — 9?od;i ettoa§ Iteiner at§ bie Bwergbroffet ; Dberfeite tebbaft 
roftgetbbraun , 3tugenring unb O^rgegenb roftgimmetgetb , Unterfeite unb untere gtügetbecfen i^eftafdjgrau, 
tinn, M)k r Unterbruft, Vaud), Slftergegenb unb Unterfd)toansbed'en weiß, te^tere mit roftbräuntid)en 
©pi^en, am S^uubtoinlet ©puren eine§ bunlteren VartftreifenS ; ©d)toingen braun, außen totbraun, innen 
im SBurgettette rotgetb, ©c^toang rotbraun. $ri§ braun, ©dmabet bräuntic^getb, Unterfd;nabet borngetb, 
^üße ebenfo. — 2öeibcben unbefd)riebett. 

2)ie $lrt bewobnt ©übmejilo, 3)?tttetamerila unb Vettegueta. 



3>vof[etit. 81 

698. 2Dtc SttdjolÖetbtoffel, trammetSbroffet, tontmetöoogel, trauabit, tranabeter, 9letfljoIbev* 
ooget, ^fauaiemer, ©djader, ©djomerting :c, T. (Planesticus) pilaris, L. — %. 93. : Naumann, 35. 
3). II, 296. — Oberfopf graubraun, bie fiebern mit buuften ©djaftfleden, §a(§feiten, Warfen, Otjrgegenb, 
23ürjet unb obere ©djurnngbeden fdjmugig afdjgrau, bie gebent ber letztgenannten Seite mit roftfatjtem 
TOtelfted, Kautel unb ©d)utterfebern fdjön braun mit bunfterer äftitte, ©trid) unter ben bun Ken Bügeln, 
topf unb §at3feiten , teljte, tropf mtb Ob erbruft roftgetb mit fdjwavgcu ©djaftffetfeu, meldte auf ber 23ruft 
oiet breiter finb unb faft pfammenftießen, Gebern ber ©eiteu [djwarjbvauu mit fat)ttoeißem , innen fd)tnat 
roftgetb gefäumtem (Snbranbe, übrige Unterteile unb Unterpgetbeden weiß, Unterf^toanjbetfett mit ftcfytbarer 
fdjieferfarbener Är^et; ©dringen fdjtoarjbraun, außen fahlbraun gefäumt, innen an ber SBurjct ifabelt= 
fafyt, $lügelbed'febern braun; «Sdjwcmj fcfytoarj. ^ri§ bunMbraun, ©djuabet fyornbraun, an ber Surfet 
tiorngelb, $üße bunMbraun. — Seibdjen ettoa§ Keiner, Oberfeite matter, $orber£)at3 blaffer unb fpar= 
famer geftedt. 

®te SBadjotberbroffet betootjnt ©uropa unb Slfien bi3 Ijod) in bie nötblidjen Gebiete hinauf, brütet 
fyier audj häufiger unb regelmäßiger als in ben gemäßigten leiten, toanbert im Sinter bi§ ©übeuropa 
fyinab unb erfdjeint ebenfo in ©tirien, ^atäftina, ^orbafrifa unb Äafdjtmr. 

699. £ie SSanbetbroflel, ^Robiu ber ^merifaner, T. (Mer., Plan.) migratorius, L., (canadensis). — 
Sßergt.: Naumann, SS. 3). XIII, 336. -- @t»a§ größer att bie ©ingbroffet; topf unb £>at3 braun- 
fdjtoarj, eine fcfymate £inie über unb unter beut Bügel, Slugenring, tinn imb Oberfefyte meiß, teuere 
buntet geftricfyelt, Oberfeite olioeubraungrau, Unterfeite nebft unteren glügetbeden lebhaft roft^immetrot, 
bie Gebern mit fefyr oertoafdjeueu fdjmalen, ioeißtidjen, im ©ommer -fid) abreibeubeu (Snbfäumen, 23aucfy= 
mitte, Alfter unb Unterfdjtoanäbeden weiß, letztere in ber SÖnrjefljäffte fd)iefergrau ; ©djtoingen unb bereu 
3)edfebern fdjtoargbraun, außen breit otioenbraungrau gefäumt; ©cfytoauäfeberu braunfdjtoarj, bie äußerften 
breit, bie feiten jeberfeitS fdjmat weiß geranbet. JjjrfS tiefbraun, ©c^nabet (jorngetb mit bunllerer ©pi^e, 
$üße braun. — Seibdjen blaff er gefärbt, Oberfopf braun, nur bie Ofjrgegenb bunM. 

Über gang ^orbamerifa oerbreitet, in ben nörbtidjen Gebieten SSrutooget, befudjt bie SBanberbroffet 
auf bem Buge ©üb* unb Seftinbien, ift aud) fdjon toibert)olt at3 $rrgaft in (Suropa unb 2)eutfcblanb 
erfd)ienen. 

700. £>te 9ltt&ett&t'0ffet, T. serranus, Tschudi. — %. 23.: Sfdjnbi, Faun, peruana, 186. — 
®röße ber SBanberbroffet ; Oberfeite bunMbraun, Gebern be§ Obert'opfe3 mit roftbraunen ©djaftftricfyen, 
Unterfeite olioenbraun, tinn unb topffeiteu rßttid); ©djtoingen innen fd)toarjbraun ; ©d)toan3febera nodh 
bunfter. griS ftrotjgetb, ©d)uabet fdjtoarj mit gelblidjer Snttenfante, §üße bräunlid). — 2öeibd)en un- 
betrieben. 

23ettofynt einen ^o^en ©ürtel ber Inben be§ toefttidjen ^eru, 3000 bis 5000 m. ü Der oem Sttere. 

701. 2)ic 9lOtÖait^broffel, ©abbial) ber ^rafitianer, T. rufiventris , Vieill., (Cochi). — Sßergl.: 
9Zeuioieb, SBeitr. III, 639. — ®röße ber Sanberbroffet ; Oberfeite olioenbraun mit graugrünlid)em 
©c^eine, JUnn unb Äc^Tc roftfat)tir>eiß mit otioenbranneu @d)aftftreifen , ^ropf getblid)olioenbraun , übrige 
Unterfeite unb Uuterfiügelbeden tebfiaft bunlet gimmetroftrot ; ©c^ioingen un^> @d)manäfebern bunfel olioen- 
graubraun, lichter gefäumt, erftere innen an ber Surfet roftgetb. $ri3 braun, ©^nabet fc^ioärali^grau, 
mit getbfafyter ©pi^e, güße bräunlid). — Seibdjen merftid) btaffer gefärbt. 

©übbrafitien, ^aragar; unb bie ^tataftaten finb bie §eimat biefer 5lrt. 

702. $te$ttlftattt>3im)ffel, T. (Mer.) falclandicus, Quoy & Oaim., (magellanicus). — SSergl.: 
Voy. l'ürance, @. 104. — ©rbße ber 3öad)l)olberbroffet ; topf bunMbraun, übrige Oberfeite olioenbraun, 
SBürjel unb obere ©djwanjbctfcn mel^r graubraun, tinn unb te^le toeißlid) mit bunllen £äng§ftrid)en, 
übrige Unterteile ;tnb untere ^lügetbeden roftgetbbräuntid) , SSauc^mitte unb Iftergegenb lebhafter, untere 
©c^toanäbeden mit toeißlic^en ©djaftftricfyen ; ©djtoingen unb ©d^toanjfebern braunfdjtoars, erftere mit 
fc^maten faxten Slitßenfäitmen , 2lußenfafyne ber 3lrmfd)toingen unb bereu 2)edfebern olioenbraun. ^ri§ 
bunMbraun, ©dntabel imb ^üße t)orugetb. — Seibcfycn ettoa§ matter gefärbt; junger SSoget nodi 
btaffer, unterfeitS roftgetbfa^t mit btd)t ftelienbeu, bunlten (Snbfleden. 

®et)ört ber ©übfpi^e 5lmerila§ unb (pilt an. 

703. 2)ie OUtJenbvoffel, T. (Mer., Plan.) olivacevis, L. 9 (ochrogaster). — SBergt. : 2) e glaub 
unb ©erbe, Ornith. europ. I, 405. — ®röße ber SBauberbroffel ; otioengraubraun, finn unb fe^te 
toeißlid), buuM geftrid)elt,. tropf getbtic^graubraun, übrige Unterfeite lebhaft jimmetroftgetb , Unterpget- 
^dm buutler, Uuterfcfytoansbeden toeiß mit bräunlid)en ©eitenf äumen ; ©c^toingeu olioenbraun, außen 
olioeugraubraun , innen an ber äöurjet gimmetroftgetb ; ©cfytoanäfebem bunlter, außen oertoafcfyen graufa^l 
gefäumt. $ri§ btaun, <®tf)näbd ^orngetb, girfte an ber SBuraet bunlter, $üße ^orugetb. — Seibc^en 
faum oerfd)iben. 

«rcl)m, gefangene *öcgcl. IL 6 



%2 Stoffeln. 

$on ©übafrifa, i^rcr Heimat, foTff eine Otioenbroffet , »afjrfdjemftdj ein bem Käfige entflogene^ ©tüd, 
nacb, statten oerfd)tagen unb fiter erlegt toorbcu [ein. 

704. Sie (SU&Hrofftf, T. (M.) Grayi, Bonap. (tristis, helvolus). — Sergt.: Proc. Z. S. 1837, 

©. 118. — ©röfte ber ©ingbroffet; gelblico, otioenbraun, Unterteile fyeftgimmetroftgetb , ©eiten nnb untere 
©cr/toanabeden lebhafter, Unterftügctbeden nodb buntter, Äirm nnb Oberteile geller mit oertof ebenen bun= 
ften 2äng§ftreifen; ©dringen otioenbraun, auften fjetter, innen breit roftgelb geranbet; ©djtoangfebern wie 
bie Oberfeite. ftrtö braun, ©cfynabet nnb güftc fat>tgetbbräuntid;>. — 2öeibd>en btaffer. 
SDftttelamerifa nnb ©übmeiito. 

705. Sie 9laf taugettbrojf ei , T. gymnophthalmus, Cah., (nudigenis, gymnopsis). — Sergl.: 
©etat er unb ©aloin, Exot. Ornith., Stfl 76. — ©rßfte ber ©ingbroffet; oliüenerbbraun , Unterfeite 
better, otioenifabettbräuntid) , An unb Oberteile, 23aud) unb Unterfdjtoansbeden toeifttid?, bie tettfe mit 
»ertof ebenen bunften ©trieben gegeidjnet, Unterftügetbeden btafgroftgetb ; (Segnungen nnb ©djtoanafebern 
braun, auften fafytotioengraubraun gefäumt, erftere innen an ber Surfet otioenbraun. $ri§ braun, ©d>nabet 
fahlgelb, an ber SSurgel buntter, pfte faljtbräunlid) , ber bie 9lrt fet)r au^eidjnenbe nalte 2tugentrei§ fyett- 
gelb. — 2öeibd)en gteid) gefärbt. 

©iana, Senegucta, 9?eu ®ranaba unb Srinibab bitben ba§ Verbreitungsgebiet biefer Slrt. 

706. Sie SBciftljatö&Wffel, T. alMcollis, Vieill. — Vergt.: ©clater unb ©atoin, Exot. Ornith., 

Sft. 71. — ®röfte ber SBanberbroffet; Oberfeite otioengetbbrann, am topfe buntter unb mefyr brauu, tinn 
unb Oberteile bunfetbraun, toeift geftridjett , unterfeitg fdjmaf toeift begrenzt, topf unb Oberbruft otioen- 
faojbräuntid), übrige Unterteile weiß, bie ©eiten unb unteren $tügelbedeu lebhaft simmetroftgetb ; ©dringen 
tiefbraun, auften otioengetbbrann ; ©cr)toanafebcm otioenbraun, braungrau geranbet. $ri§ braun, Obcrfd)nabel 
braun, Unterfc^nabet fjorngetb, güfte bräuntid). — äöeibcr/en nicr)t oerfd)iben. 
©übbrafitien. 

707. Sie 2Setf$fi(UtdjfcUU)ffel , T. leucomelas, Vieill., (crotopezus, amaurochalinus , albiventris, 

ignobilis). ~ SScrgt: ©etat er unb ©atoin, Ex. Orn., 2$. 72. — ©röfte ber Sßanberbroffet; Ober- 
feite erbbraun, olioengetbgrau überflogen, tinn unb Oberfefyte bunfetbraun mit weisen 2äng§ftridjetd)en 
gegeid)net, auf ber Unterlegte ein fdjmaleä, ^atbmonbförmige§ , blaf§toeifte§ ©d)itb, übrige Unterteile fab> 
bräuntiefy, iöaud), Stfter unb untere ©d)to anreden toeift, Unterftügetbeden fablroftgetb ; ©Urningen unb 
©djtoanjfebcrn bunfetbraun, auften olioenbräuntid) gefäumt; $rt§ bunfetbraun, ©djnabet unb güfte ^orn= 
gelb. — Seibdfycn merftid) btaffer gefärbt. 

2)a§ Verbreitungsgebiet erftredt fid) über ben größten Seit ©übamerifaS oou ^aragan, bi§ ©atienne 
unb 9ieu = ©ranaba. 

708. Sie ®la3awgentu*0ff et, ©fa§ =, ©laus = unb gifdjauge ber Vetoofyner $amaifa§, T. jamaicensis, 
Gml. 9 (capucinus, Leveboulleti). — SSergt.: ®offc, B. of Jarn., ©. 142. — (Sttt>a§ Iteiner at§ bie fftot= 

broffet; ^opf, tinn unb Ob erlebte teb^aft braun, teuere weift geftric^ett unb unterfeitS fc^mat roeift begrenzt, 
Oberfeite bunlet otiöenbraungrau, Uuterfeite otiüenfafytbrauu , täng§ ber SDtitte toeift, untere ©d^roan^beden 
fc^ieferfarben mit »eiften ©nbfteden, Unterpgetbeden roftfatyt ; ©c^mingen otiöenbraun mit grantigen Stuften- 
fäumen; ©d}toanäfebern fdiioar^brauu. %xi$ bunfetbraun, ©djnabet tiornbraun, ^üfte getbbräuntic^. — 
Söeibcr/en gteic^ gefärbt. 

2)ie §eimat befc|ränlt fid^ auf ^amaila. 

709. Sie 93taj3Droffel, T. pallidus, Oml., (daulias, obsoletus, advena). - SSergt.: ginfd), 3- f. 
Ornitt). 1863, ©. 32.— (&toa§ gröfter aB bie ©ingbroffet; otioengetbbrann, ein unbenttidjer ©d^täfenftrid) 
graufat)t, Ob^rgegenb graubräuntid^, Unterteile toeift, ^ropf itnb ©eiten wie bie Unterpgetbeden grau= 
bräuntid), \ü)toaü) getbfab,t übert)aud)t, gtoei oertofe^ene ©treifen, toetd)e oom Unterfd^nabet an ben M)tfeiten 
fic^ t)erabäiet)en, fahlbraun; @d)»ingen braun, innen breit ifabettfatit geranbet, auften otioengetbbrann 
gefäumt, Strmfcb, toingenbedfebern mit f Untaten toeiften ©pi^en ; ©d)ioan3feberu ötioenbraun, auften otioenfabt 
geranbet, bie brei äufteren innen mit toeiftem ©nbfted, toetd)er an ber äufterften fet)r breit, an ber britten 
fe^rfdimat ift. %x\§ braun, Oberfdinabet ^ornbraun, Unterfc^nabet unb pfte tiorngetb. — SBeibd^cn gteidi 
nur ettt>a3 btaffer gefärbt. 

Oftafien, ©t)ina, ^apan bitben bie §eimat ber 23taf3broffet, loetc^e im Sinter fübtic^er getyt 

710. Sie SUttfelbroffet, T. ofoscurus, Oml., (pallens, Seyifertitzii, modestus, rufulus, Davidianus, 

AVerneri). — SSergt.: $infd), S- f- Otn. 1863, ©. 34. — (£ttoa3 gröfter <rf3 bie ©ingbroffet; ^opf unb 
§at§ nebft ^e^te otioengraubraun , Obertopf mebj in§ ©raune fpietenb, übrige Oberfeite otioengetbbraun, 
tinntotntet, gted am äftunbmintct unb Stugenftrcif toeift, Bügettinte fcfytoärstid), tropf unb ©eiten gimmet- 
roftg elb, übrige Unterteile toeift, untere ©d^toanabeden mit ficfytbarer branner Surfet, Unterflügetbeden fafitgrau; 



5)roffetn. $ 



o 



©Zwingen otioenbraun, außen otioengelbbraun, innen an ber SSurjct in§ fRoftgeX6e ; ©dfjwanafebertt otiben* 
braun, fahler gefäumt, Die äußerften mit fc^r fcfymaten tpeißtid^en <Spi£enfäumen. $rig braun, (Sdjnabet 
buntetfyornbraun, SSur^ctffte be§ UnterfdbnabeB fyorngetb, Pße ebenfo. — SBeibdjen ettoa§ blaffer, auf 
Äopf unb §al§ otiüenbräunttcfy. 

Verbreitet fidj über einen großen Seil 2lfien§, ettoa bom mittleren (Sibirien fübtid) bi§ an bie <Sunba= 
ittfeln, fdjtoeift freit umtjer unb würbe fcfyon friberfyolt in 2)eutfd)tanb unb grantreid) gefangen. 

711. £te S3ltttttiVOff et , T. (Orpheus) naevius, Gml., (meruloides). — Vergt.: Vairb, B. of N. 
Am., <S. 219. — (größer at§ bie (Singbroffet; bunfet febieferbraungrau , Oberfopf mefir braun, ein breiter 
(Streifen über bie Otirgegenb fofrie eine breite ^opfquerbmbe bunlet fdjieferbtaufcfyfrarä, <Sd)täfenftrid7, Äimt, 
$e§te, Vaden unb Unterteile lebhaft roftgimmetrot , «Seiten unb untere $lügetbeden afdigrau, erftere mit 
großen roftgetben «Sdjaftflcden gejetd&net, Slftergegenb freiß, untere «Sdjfranäbeden fd)tefergrau mit freißen, 
fdnnat roftgelb umfäumten ©üben; ©dringen fdjwar&brawt, innen an ber Surfet freiß, außeu roftgelb, 
rooburd) auf ben §anbfd)fringen ein (Spiegetfted entftet)t ; Slrmfdjfringen unb größte obere 2)edfebern f cfjiefer* 
grau, am ©übe breit roftgelb, jtoei Ouerbiuben btlbenb, §anbfd)fringenbedfebern tote bie §anbfdjfringen bor 
bem (Snbe roftgelb geranbet; @<Jj»ajt$febero fd)frarsbraun, fd^ief ergrau gefäumt, bie beiben äußerften innen 
mit freißem ©pifcenfted. $ri§ buntelbraun, @d)nabet fd)frarsbrauu, an ber Surjet ^orngetb, güße ebenfo. — 
SBetbdjen im ganzen blaffer gefärbt. 

SDie 2trt bewohnt bie freftltdjen Vereinigten (Staaten unb bringt freit ttadj Sorben t)m bor- 

712. $ie föötljate&roffel, T. (Plan.,) ruficollis, Fall., (erythrurus). — Vergt.: Naumann, V. 
3). XIII, <S. 316. — 2Benig Keiner at§ bie Sad^olberbroffel ; Oberfeite fafjterbbraun , Slugenftreifen , topf 
unb §al§feiten, An, $efyte unb topf lebhaft roft^immetrot, übrige Unterteile freiß ; (Seiten fa^lgraubrann, 
«Sc^fringen buntler alz bie Oberfeite, außen fetjr fdjmat faft gefäumt, innen an ber Söurgel ifabetfröttidj, 
(Sdjfrangfebem roft^immetrot, ©ubfyätfte ber Stußenfafyne roie bie beiben mittelften braun, unterfeit§ einfarbig 
bell roftrot $>xi% braun, (Sdjnabet tjornbraun, Unterf djnabel liorngelb, $üße bräunlid;. — Söeibcfyen: tefyte 
toeißlid) mit roftroten Sängäftrid^en, Slugenbrauenftreifen fretßtid), üa$ Bintmetrot be§ topfe§ geller. 

(Sibirien uub Oftafien finb bie §eimat biefer Strt, bon fro au§ fie im Sinter bi§ Snbtcn itnb Gfyina 
berablommt. Verflogene frurben in 2)eutfd)tanb gefangen. 

713. Sie föoftpöelöroffel, T. (PL,) fuscatus, Pall., (eunomus). — %. V.: Naumann, V. 
3). XIII, ©. 307. — ©röße ber 2ßanberbroffet ; buulelbrauu, bie fiebern be3 9tütfen§ mit oerfrafdjeneit 
roftbraunen, bie be§ topfet mit fdjmatcn rc>cißtid)en Gmbfäumen , fretdje an ben (Seiten frefenttid) fid) oer= 
breitern, ein breiter 51ugenftreifen über ben bunllen Bügeln, Vorberbaden, tiun, ^ef)le unb §al§feiten weiß, 
äftitte ber Unterfeite ebenfo, untere (Sc^man^bedfebern mit roftfaliler Glitte; (Sd)»ingen bunfelbraun, außen 
roftrbtlid) geranbet, in ber SBursetfyätfte ber ^nnenfa^ne roftrot, 2trmfd)tt>ingen uub größte obere Sedfebevn 
roftrot, Unterbedfebern fe^r bunlel; (Sd^toanäfebern fd)toar^brauu, außen bunfelbraun. $ri§ braun, «Sdinabel 
tiorngelb, an ber «Spi^e bitnller, ^üße bräuntidjgelb. — SSeibc^en geller, Slugenftreifen, $el>le nnb §al§feiten 
roftgelblid)U)eiß, ^ropf= unb (Seitenfebern mit roftfa^ltoeißen ©ubfäumen, ber Vartftreifen atö bunflen Rieden 
gebilbet, aber unbeuttid). 

S>ie Verbreitung ift faft biefelbe n>ie bei ber oortjergetjenben Slrt, unb u>ic biefe l)at fid) bie ^Roftf(ügel= 
broffel ttriberfyott nac^ S)eutfd^lanb unb grantreidb oerfTogen. 

7 1 4. $te ^ägelbroff et, Naumanns broffel, T. Naumanni, Temm., (dubius) . — Vergl.: Naumann, 
V. S). XIII, <S. 296. — ©röße ber flioftftügetbroffel; Oberlopf bunlelbraun, bie Gebern mit graubraunen 
(Sixbfäumen, meld)e blaffer unb oermaf ebener auf ben roftbraunen Gebern be§ Mantels unb ber (Sdmttern 
erfd^einen, Vürjel unb obere <S$tuauabeden roftrot, le^tere mit bräunlicbem Anfluge, ein breiter Singen- unb 
<Sd)täfenftreifen, ^opffeiten, tinn unb Äel)le roftrötlid^meiß, Bügelftreifen, Olirgegenb unb ein boppelreifiiger, 
au§ Rieden gebilbeter Vartftreifen bunlelbraun, $opf unb Oberbruft roftrot mit formalen toeißlid)en ©nb- 
fäumen, Unterpgelbeden ebenfo, übrige Unterteile toeiß, an ben «Seiten unb auf ben unteren (Sd^angbedcu 
mit tiergförmigen , teiltoeife öerftedten, roftroten «Sc^aftfleden ; (Sdimingen buulelbrami, innen breit roftgelb 
geranbet, §anbfd)n)mgen außen formal roftfal»!, Slrmfditoingen unb bereu 3)eden breit roftrötlid^ geranbet, 
ebenfo bie größte s Jiei^e ber oberen ^lügelbeden; ©d)tt)anafebern lebhaft roftrot, bie beiben mittelften unb 
bie Stußettfatme ber übrigen fdjtoarjbraun, biefe innen gegen ba§ ©nbe ^in ebenfo oerioafc^eu. 3rt§ bunlel- 
braun, (Schnabel ^ornbraun, in ber äßurselliälfte be§ Unterf c^nabel§ gelb, pße bräunlid). — SSeibd^eu 
matter gefärbt. 

2)ie ^)üget= ober Naumanns =2)roff et, freiere oon einigen ^orfd^ern aB gleichartig mit ber SRoftftüget- 
broffet betrachtet nnrb, beu»o§nt biefelben ©ebiete be§ mittleren unb öftlid^eu Soften, mürbe aber aU Srrgaft 
öfter auc^ in 3)eutfd[)lanb angetroffen, 



34 Sroffdtt. 

715. $ie SdjtOttTäfeljlurofffl, T. (VI.) atrogiilaris, Natt., (Bechsteinii). — Sergt.: laumaitn, 
^. 2). XIII, @. 330. — ©röße ber SBadjolberbroffet; Oberfette fa^t erbgraubraun, Bügef, fopffeiten, $mn 
unb Äebte fc&iuarj, bie Gebern mit fe^r öenoafdjenen fafytweiften ©nbfäumen, Unterteile meift, Letten fabf= 
bräunlid); ©dringen unb ©djtüanjfebern bnnfet otioenbraun , außen fafyt erbgraubraun gefäumt, erfteve 
innett an ber äßm^el roftgelblid) , untere §lüge(beden roftgelb. 3>ri3 tiefbrauu, Schnabel bunfetbraun, att 
ber Sßurjet tjorngetb, güße bräunlid). — äßeibdjen oberfeitä mefjr otiüenfafytbraun, Ätnn nnb Äefyte toeißUd) 
mit bnnfteren ©cfyaftftetfen , toetdje einen breiten unregelmäßigen 23artftreifen bitben, tropf unb ©eiten 
fahlbraun, mit oermafdjeneu fdjmaten unb bunften ©djaftftridjen. 

Verbreitet ftdj über ben größten Seit be3 mittleren unb öftiid)en Slfien unb über ba§ §imatatyagebiet, üon 
wo au§ fte im Sßittter fübTicfyer gteljt unb jimettett fetbft bie roejttidjett Räuber Europas? af§ $rrgaft befucbt. 

716. £tc 9üngbwffel, ©djitbbroffet, s ^ing=, ©dmee=, s Jiof3=, 23erg=, ©ee=, $!er= unb Sianenamfet, 
s JUugmer(e :c. T. (Mer., Copsichus) torquatus, L. (montana, collaris, alpestris). — %. 3S.: Naumann, 
%. 2). II, ©. 318. — 2Benig f (einer al§ ber $rammet3üogef ; rauc^fc^marg , Gebern ber Unterfeite unb 
untere ^tügeibedeu mit formalen, oeriofcfyenen, meißlidjen (£nbfäumeit, meiere auf ben unteren ©d)h>anäbecfen 
beutiid)er, am ßnbe ber 3trmbecfen unb größten oberen 2)edfebem fahler finb, tropf unb Dberbruft oon 
einem großen, balbmonbförmigeu , beißen ©d)ilbe bebeeft, beffen ^ebern f)ie unb ba buttlte ©pi^en fyaben; 
©d)tt)iugett mit fdjmaten fab(bräun(itf)en 9titßenfättmeu, meldje auf ben 2trmfd)mingen fid) oerbrettertt , fyier 
aber üertt>afd)ett erfdjeinett. ^xxä braun, ©dntabet borngetb mit buntlerer ©pi£e, f^üf^e ^ornbraun. — 
Seibdjen betlcr at§ ba§ 5DMmtd)eit, bie Gebern oberfeitS mit fabfbräuniidieu, unterfeitg mit Vetteren (Snb= 
fäumen, £ropffd)i(b raucfybrännltd), bie Gebern mit bitnfterett Snben, Ahm nnb Äefjte iöeißtid) mit bunffen 
£äng3ftreifeu ; ©dringen unb ©d)iiüitgenbcdfeberu breiter fabtbraun gefäumt aB beim 9JMnnd)en; ©dmabet 
bräunlid). 

SBettofynt gait^ Europa unb ba$ ioeftiid)e 2lftett, aber nur bösere (Sebirge, welche fie mit ^Beginn be§ 
SSmterä t-ertäfft. 

£)te näcfyftfolgenben fcerfyaltnt3mäßtg fur^pgeügen aber lemgfefytoänstgen unb bnnfe( 
gefärbten Sitten nennt man 51 m fein (Merula). 

717. $ie Sc^UCCÖroffct , T. (Mer.) albocinctus , Royle, (albicollis, nivicollis). — Sergt.: 
$erbon, B. of Ind. I, @. 526. — ®röße ber ^tngbroffet; fdjwarj, Unterfeite mit einem Xone in§ braune, 
breiter §at§ring, meldier Warfen, Äinn unb tebte mit b&zät, toei^, untere ©djtöangbecfett mit weisen @cbaft= 
[trieben. ^ri§ bunfetbrautt , 3lugenring f)od)getb, ©dmabel unb ^ü|3e f)ettgetb. — SSeibdjen braun, bie 
unteren ©d^an^beden mit breiten tüeiftfidjen ©djaftftridien , üa% Sßeifi be§ §at§ringe§ bräuntid) ange§aud}t f 
bie (Sdjnnngen au^en roftbräuntid) gefäumt. 

£ebt in §imataua bi§ gu 3000 m - über bem SOcere. 

718. $ie 9lufeDl'0ffeI, T. fuscoater, Lafr. — Vergt.: b'Orbignt), Voy., @. 200. — Sfiodj ettoa§ 
größer afö bie 23ergbroff et ; fc^toar^braun, unterfeit§ gelter; @d)tmugett unb <&<$)Voanz fünfter, faft fd)toar ( 5. 
$ri§ braun, febmater Stugenring, ©c^nabet unb ^üße gelt». 

(Stammt au§ ben 9tnbeu oott ^peru unb SBotioia. 

719. Die ^Ricfendroffel , T. gigas, Fräser. — 3>erg(.: ©etater unb ©atoitt, Exot, Ornitb., 

©. 70. — (Sttt>a3 fteiner aber fangfdjttänäiger at§ bie 9toftftüge(broffet; randibraun, Unterfeite ttm$ tjeßer, 
Bügel , ©dringen unb ©d)U)ans bttnfter , fd)toarjbrautt. ^ri§ braun , fc^mater Plugenrittg , ©djnabet unb 
^ü^e getb. — äBeib d^en nid)t üerfd|iben. 

i'ebt in ben ©ebirgStänbern öott 9ceu=©ranaba unb (Scuabor. 

720. 0t ®0tbttltgettöT0ffef, T. (Mer.) aurantius, Gml., (lettcogenys). — 95ergl. : (Moffe, B. of 
Jam., ©. 136. — ©röße ber Sanberbroffet; rattdjgraubraun, ©bertopf buttfter, Unterfettc better, raud^fabl- 
bTäutttid), tinntüinfet, SSaudnnitte, ?lftergegeub unb bie (fnbeu ber fcbiefergrattcn unteren ©d^toansbeefen 
toei^; @d}imngett, beren 2)ec!en unb ©djttanäfebern buufelbrauu, te^te Strmbedeu außen roctß. ^rt§ bTaf§ 
orange, ©dmabel unb ^üße gelb. — Sßeibdben gteidjgefärbt. 

^etoot)nt ^amatfa. 

721. $tc §tmfe(, ®ol)U, ©d§TOarä=, ©toef- unb ©rauamfet, Sanat^eT, Stmfetmerte, ©dimaräbroffet k. 
T. (M.) merula, L. (vulgaris). — 51. 33.: Naumann, 35. 2). II, ©. 326. — ©röfce befannt; einfarbig 
fobifc^warj, bie §anbfd)tr>ingctt am ©nbe ber Wußenfa^ne- fcfymaf btaf§ gefäumt. ^ri^ tiefbraun, ©dinabet 
unb febmater Stugenrittg orange, güßc braun. — 2Seibd)en bunfet randibraun, Bügelftretfen, Äebte, tropf 
unb ^Bruft roftbraun mit Dertoafcbenen, bunlten ©c^aftflecfen, metebe auf ber te^te bunfte Mäng^retben bitben, 
.^inn tüeiBtic^), ©d)tt)an§ bunfter a(§ bie Oberfeite, &<$}nabti braun. 

Verbreitet ftc^ über ganj ©uropa, Sßeftaften unb 9^orbafri!a. 



3>roffeftt. g5 

722. $ie 9Ranbatfttatttfe( f ' T. (M.,) sinensis, Cuv., (mandarina). — $ergt.: SBonaparte, Oonsp. 
av. I, @, 275, — ®an$ wie unfere 2(nt[et, aber anfermlicr; größer unb unterfeits nicr/t fo bmtfel. 

(stammt au§ ©jhta unb £>at)nan. 

723. Die Sammetamfet, T. (M.,) atrosericeus, Lafr. — .% 39.: i'afreönaüe, Rev. zool. 1848, 
0. 3. — ebenfalls unfcrer ©djwar^amfet täufcfjenb äimtid) aber Keiner, ber gelbe ©d&nabef anfefmlicb 
länger, Pße gelb. — Söeibdjen olioettbraun, ©d&nabel unb ptje braun. 

SBeworntt SSenejuefo, 9?eu = ®rauaba unb ©cuabor. 

724. Die ^inttiftamf et , T. (Mer.,) Kinnisi, Kelaart. — SSergt. : teUart, Faun. Ccyl. App., 
©. 33. — ®ri3fte ber ©ingbroffel; f cfttcf crf d^mar^ , bie fiebern be§ 9Tcantels unb ber @djultern mit r>er= 
wafdjenen fdjwärätidjgrauen , bie ber Unterfette mit fetteren ©nbfäumen, Sfoftenfafjne ber «Schwingen unb 
bereu 2)etffebent noeb mefjr oerwafdjeu. $ri§ braun, <BdjnaM unb güfte lebhaft gelb. — Seib djen 
blaffer. 

2tU auf Seiion unb ift biefer $nfet eigentümtid). 

725. Die ®vanflüget= ober Stafttmttmjel, T. (Mer.,) Bullml, Lath., (poecilopteros), — Sscrgt.: 
Serbon, B. of IntL I, @. 525. — ®rörje ber Sfmjel; tteffcfywarj, SBürjet, obere ^ebwanabeden unb Unter« 
feite oon ber SrUft an weit fetter, iu§ ©dueferbraunfebwarse, bie fiebern mit r>erwafd|enen fdjmaten, grauen 
fönbfäumen, wetdie auf ben unteren ©djwanjbeden breiter »erben unb weipdjer att$feljen ; Slitf3enfar)ne bet 
biuteren 2lrmfd)wingeu fowte bereu SDedfebern unb größte obere ^tügctbed'en ifabellbräunlicbweifi , letztere 
feijr fcfymal fdjwars gefäumt. $rti? Slugenring, ©djnabel unb ^üfte t>oct)gel6. — SBetbdjen raucfybraun, 
unten geller, ^tügel unb Schwang bunfter, bie gelleren $tügetteite roftfabtbräuntid). 

SBewobmt ben ^imatatia unb fonttnt im Sinter -bis <Siibinbien berab. 

726. Die $öf)lei'ttmfel, T « flavipes, Yieill., (carbonarius). — St. 23.: 9?euwieb, Skitr. III, @. 43. 
®röße ber ^Rotbroffet; gtänjenb fdjwarj, SDcantet, @d)ultern, ^Bürget unb obere @djroan$betfen bunlet afdj= 
grau, Unterteile oon ber fetft an fetter, 23audmtitte Weift, Unterfdjroangbetfen mit meinen (Snbfäumen. $ri§ 
braun, Stugenring, @d)nabel unb güße gelb. — Setbdien olioeuroftgelbbraun , ^Bürget mefr olioenfarben/ 
Unterteile roftgelbbräunlid) , (Seiten unb Unterpgetbeden oiet lebhafter, Sauctymitte weiß; ©dringen unb 
iSdjwang olioeu braun , Schnabel bräunlidjgelb. 

iöewormt ©üboftbrafitien. 

727. Die UjJOluamfet, T. (M., Geocichla) vanicoreiisis , Quoy & (iaim. — $ergt.: $infd) 
unb §artlaub, Drnttr). (Sentr. ^otmtefienS, 97. — ®röfje ber Söalbbroffel ; gtänjenb rauäbfd)Warä, 
§anbfd)wingen unb ©nbteit ber SUtfjenfaljne fet)r fdjmal bräuntiefy gefäumt. $nö tiefbraun, fdjmaler Singen- 
ring, &ü)mM unb fyü^e orangefarben. — SBetbcfjen gteid) gefärbt. 

2)ie Slrt würbe bis jefet auf ber ftnfel ^anitoro ber @anta (£rug = (Gruppe unb ebenfo auf Upotu ber 
laamoagruppe beobad)tet. i 

728. Die $ta\fyti\<im\tl, T. (M.) nig-ropileus, Lafr., (braehypus, simillimus). — SSergl: ^er- 
bon, B. of Ind. I, 523. — (Sröfse ber Sanberbroffet; Oberfopf fdjtoarjbraun, O^rgegenb fetter, hinter- 
^at§ fafylifabellerbbraun , kantet unb @d)ultern biifter febieferbraungrau, Gurgel fd)ief ergrau , Unterfeite 
unb Unterftügetbeden wie ber ^tuterbatö, Seiten me(jr tnö 53 räunlic^ graue, Jöaua^mitte unb s Jlftergegenb 
weißlich, ebenfo bie breiten ©nben ber fd}iefergrauen Scbwanjbedeu ; ©Zwingen unb eteuerfebern f^war^- 
braun, erftere außen breit fdiicfergrau gefäumt. $ri§ braun, Schnabel, Slugenrtug unb fjfifje orangegetb. — 
Seibd^en blaff er. 

@iib= unb äRittelinbien. 

%ud) bie fotgenbert 'Drcffeln finb ^u Vertretern Befonberer ©tppen erhoben Sorben. 
T)k (Smppc ber (Sc^edbroffeln, Turdulus ober Cichloselys Vertreten: 

*729. Die Sc^ecf broff et , T. (Turdulus, Geocichla) cardis, Temm. (unicolor , dissimilis). — 
Sergl.: Xemmind, PI. col. 318. — ®r&ße ber URotbroffet; topf, §al§ unb tropf mattfd^warj, Untere 
feite, Unterflügelbeden unb @d)enlelfeiten büfter fa^ief ergrau, übrige Unterteile weif, auf 23ruft unb sBaudö» 
fetten mit breieStgen buullen Rieden; Sd)Wiugen unb bereu 2)edfebern fdjwar&brautt , erftere au^en breit 
büfter fdjtef ergrau gefäumt. ^ri§ braun, Schnabel ^odjorange, i$u§t l)orngetbfa^l. — SSeibcfyen: Ober- 
feite unb tropf ottoenfdjtef ergrau mit fet)r oerwafd)enen bräunlid)en (Subfäumen, topf feiten, tinn unb 
teilte weißtid), bräunlich geftrid^elt, SSruft unb Saud^f eitert fowie Unterftügelbeden lebhaft jtmmetroftrot 
mit einzelnen oerwafc^enen buntten ftteddjen auf 53ruft unb tropf, äftitte ber Unterfeite wtift', ©ebnabet 
bräuntid). 

^apan unb ®t)ina bt§ ^nbien. 



86 ©roffd». 

730. £ie 3Betf)fet&röffel, ©ibirifcfye 2>roffet, T. (Cycloselys) siMricus, Pall., (leucgcillus, auro- 
reus, atrocyaneus, mutabilis). — 21. SS.: Tcaum ann, SS. 2). XIII, 348. — (große ber ©ingbroffel; 
büfter fd^iefcrblaugrau, Äopf bunfter, meljr fd)tt>ärslic$, ein breiter Slugenftreifen bis auf bie ©cfytäfe toetß, 
3Jfttte ber Unterfette, Unterflügetbecfen nnb bte breiten ©üben ber fdjieferfcfytr-äräticfyen unteren ©d&toattjbecfett 
ebenfo; ©dringen nnb ©cfymansfebern fdjtoarj, außen fcfyiefergrau geranbet, erftere innen an ber Ärget 
weiß, bie brei änderen ©djtöangfebero an ber ©pi^e ebenfo. ^ri§ bunfelbraun, ©cfynabet ^ornfd&toarj, $üße 
bräunlicfy. — Seibcfyen olioengelbbraun, ©cfytäfenftrid) , topffeiten nnb topf roftgetb mit üertoaftfienen 
bunletbraunen ©nbflecten, ©eiten bräunticb, $eb,le, SBruft nnb übrige Unterteile toeiß, 33raft= nnb ©eiten^ 
febern mit fcfywadjen (Snbflecfen ; ©Urningen braun, §anbfci)mingen = nnb größte Dberflügelbeden mit roft= 
faxten ©pifcen, $nnenfa$ne ber beiben äußeren ©djmanäfebem an ber ©pifee toeiß; ©dmabet fjornbraun. 

SBetootint ba§ gemäßigte mittlere nnb öfttidje Stficn, üon too au§ fie im SBinter bi§ ^apan, ©üb= 
dn'na unb bie ©unbainfetn ^erabjiefyt, tourbe me^rfaä) in ©eutfdjtanb, §oltanb nnb $ranfreid) al§ grr= 
gaft erlangt. 

£)ie ©runbbroffeln (Geocichla) enblid) oertritt: 

731. SieSattMÖtOffel, T. (Geocichla) citrinus, Lath., (Macei, lividus, rubecula, leueura). — 
$ergl: Serbon, B. of Ind. I, 517. — @ttoa§ Heiner al§ bie fftotbroff ei ; lebhaft simmetroftrot , Ahm 
fetter, Hantel, ©futtern unb übrige Oberfeite fettieferbtaugrau , größte obere ^lügelbecfen , Slftergegenb unb 
Unterf djroanjbetfen toeiß ; ©Urningen unb ©tenerfebern fc^toarsbraun, außen fc^ieferbraungrau, §anbfd)tüingen 
noefy fetter gefäumt, innen an ber SSurjel meiß. $ri§ braun, ©dmabel ^ornfc^toar§, $üße falilbräunticfy. — 
SBeibdjen faum oerfdbiben, nur blaff er. 

Verbreitet jidj über gang $nbien, oor^uggtoeife ba§ Gebiet be3 £>imatat)a bemolmenb, unb fteigt Ijter 
.bi§ ju 2000 m - über bem öftere empor, lommt aber au# auf ben ©ebirgen Zsatiaä oor. 

£)ie Stoffeln finb SeltBürger im eigentltd^en (Sinne beS Sottet. Sie Betootynen 
ntd)t allein alle Erbteile, fonbern aud) bte oetfdn'benften Sreiten* nnb §ötyengürtel nnb ber* 
Bretten fid) jtemli^ gleichmäßig über bie Oft* nnb Seftfyätfte ber (£rbe , ben Sorben Bebor* 
pgenb, o^ne jebocfy im (Süben ju fehlen. $on ber SttereSfüfte an Bis l)od) in baS @eBirge 
tnnauf Begegnet man ifynen aller Drten, too Saumfcfylag in größerer ober geringerer gnlle 
ben Soben beett; benn ü)r eigentliches §eimgeBiet ift üBerall ber Salb, gleid)biet oB ber* 
felBe aus ^otyen Säumen ober niebrigen (Müfcfyen Befielt. 3n betlj)ättmSmäßig erheblicher 
5trtenjc$l BeleBen fie noefy bie oerfrüppelten SirfenBufdjtoalbungen ber ^o^en nörblicfyen 
breiten, eBenfo ben 3frtiel)otzgürtel beS SpocfygeBirgeS unb ba^toifc^en alle Strien oon Salb. 
Sei ben meiften i)on i^nen !ann man nicfyt einmal eine Befummle ^SorlieBe für getoiffe 
Säume erlennen, toie folcfye Bei anberen Sängern entfd;iben fid; toa^rne^mBar mac^t 
ÖeB^aft, unruhig, rege oom borgen Bio jum 2lBenb, ^oc^BegaBt in leiblicher unb geiftiger 
§inft$t unb größtenteils au^gerüftet mit toeitjcfyatlenber, flangöolter Stimme, machen fie 
fiel) üBerall BemerHid? unb tragen nicfyt toenig bap Bei, ba3 SeBen beS Salbei toac^) jn 
rufen. ÖBerfe^en !ann man fie nid)t, unb toenn eö toirfücfy ber galt fein follte, §ie^t 
t^r tonreid;er, Bei bieten Wirten ausgezeichneter ©efang Batb bie 5lnfmerlfam!eit beS auf 
^Bogelftimmen ac^tenben SeoBad^terS auf fic^. %Jl\t ^InSna^me einer fcer^ättniSmäßig ge* 
ringen 5lnja^l oon Sitten, toetc^e Stanboögel finb obet ^öc^ftenS als Sttic^öögel gelten 
fönnen , bntebtoanbern bie ^Droff ein toeite Streclen in tegelmägigen Sügen , gelten aud^ 
l;äufiget als alte üBtigen Singoögel toeit üBer bie ®ren$en i^reS (^eBietS ^inanS unb lommen 
bafyet leineStoegS fetten, toat)tfd?einlid) fogar oiet häufiger, als toir cinfttoeiten Ubd| annehmen 
bürfen, in i^nen fremben ©egenben nnb Räubern bor. 5luS ber angeführten 9?eit>e bon 
Itten, toetc^e in @efangen[d>aft gehalten, febtoettie^ aBet etfc^ö^fenb aufgezählt tootben finb, 
täfft fic^ etfennen, toie oiete afiatifc^e nnb amerifanifcfye Stoffeln Bis je^t aUein in £)ent[d^ 
lanb BeoBac^tet tourben, nnb batauS ber Sc^tnfS jte^en, bafS noeb oiet me^r biefer Betoeglicfyen 
33öget, als toir Beftimmen fönnen, nnferen heimatlichen Erbteil unb unfer ^Saterlanb als 
3rrgäfte Befugen, ^an mufS baBei im 5luge Begatten, toie S^roffetn reifen, (^efellig fetBft 
an ben Srut^tä^en noc^ , pm 2:eit fogar toa^re (Sibetoögel , bereinigen fie fid; Bei Seginu 
it)rer regelmäßigen Säuberungen in met)r ober minber ja^treic^e Scfytoärme , toetc^e in 



3>roffefct. 87 

tofem 23erbanbe ityreS SegeS batHn^iefyen, fcon einem Salbe pm anbeten ficfy toenben , fetbft 
größere (^ebüfd^e nod? pr Sftufye erfragten nnb fo nacfy nnb nacfy intern £ide ficfy nähern. 
@old;e ®efetlfd)aften befielen jttjar in bcr SReget nur aus ben SJfttgtiebern einet nnb ber* 
fetben Slrt, nehmen aber gar nictyt feiten oerfdjibene SBertoanbte unter fiel; auf unb feigen 
gemeinfcfyafttidj mit biefen £age lang n)xt SMfe fort, ©o nur erftätt eS fid;, bafS toir 
bereits eine namhafte Stn^t oon norbamerifanifcfyen £)roffeln in £)eutfd)tattb gefangen ober 
erlegt tyaben; toeniger leidet aber läfft fiefy ber Seg, toelcfyen biefe jurüdlegten, beftimmen, 
obtoot man mit ziemlicher ©icfyer^eit annehmen barf, bafS fie bie Steife in £anbe prütf* 
legten, alfo über bie nörbticfyen £eile beS inbifcfyen SettmereS fliegenb, Slfien erreichten, 
feiner ganzen breite oon Oftert nadj) Seften burcfymaßen unb fo bis p uns gelangten. 
•£)ocfy bleiben aueb bei biefer Slnnafyme nod; mand;e JRätfcI in tofen, ba bie frembtänbifcfyen 
£>roffetn in ber 9?eget nicfyt auf \X)xtx 9?eife oon ber Sinterl)erberge jum §eimatSgebiete, 
fonbern umgelegt toärenb ber §erbftreife bei uns ju erfreuten pflegen, bei in 23etracb> 
nannte ber 3«9^d^tung oon @übtoeften naefy ^orboften \)xn eS fiefy aber nicfyt leicht abfegen 
läfft, toie fie ba$u fommen, fo auSgebefynte öanbftreden ju burd?ftreid)en. Sitte nörblid; 
too^nenben Sitten erfreuten fe^r frü^eitig im 3al?re M uns unb oertaffen itjre §eimat 
erft fpät im §erbfte, taubem auefy in ber Dteget nicfyt eben toeit, unfere beutfd)en Slrten 
l^öcfyftenS bis (Sübeuropa, s J?orbafrifa unb Seftafien, bie tyod;norbifd)en Strien nur teiltoetfe 
ebenfo toeit, anbere bloß bis £)eutf ertaub , toetcfyeS in günftigen Sintern i^uen yxx ytxU 
zeitigen §erberge bient; bie norb* unb mittetafiatifcfyen Strien finben bereite in @übcfyina 
unb bem §imatatyagebiete pfagenbe Stufenu)attSorte für ben Sinter, unb nur toenige oon 
t^nen ftreifen bis naety 3nbien tnnab; bie norbameri!anifd;en Strien bleiben fd?on in ben 
f üblichen traten beS SanbeS ober bod) in Sftittelamerifa; bie in ben ©ebirgen too^nenben 
S)roffetn fommen meift nur bis in bie toärmere £iefe l)erab: feine einige Slrt alfo burd;* 
mifft regelmäßig ebenfo bebeuteube ©tteden toie oiete anbere unferer 3^S^ögel, unb gteid^ 
toot bemerlen toir gerabe bei ben £)roffetn biefeS uns unerllärlic^e Umljjerfcfytüeifen. Einiges 
Sid)t auf folc^e Säuberungen toirft ber Umftanb, bafS eS faft ausnahmslos ^ocfynorbifcfye 
Slrten finb, toetcfye bis ju uns fict> oerfliegen. @ie fommen, fo barf man annehmen, oon 
i^rer eigentlichen gugftrajk cA , tauf d)en ftc^ in ber einsufd)tagenben 9^id)tung , toerben 
oielleic^t burc^ längere ^eit toe^enbe ungünftige Siube beeinftufft unb gelangen fo in i^nen 
eigentlich frembe Öängengrabe. 

Unmittelbar nac^ i^rer Slnfunft an ben getoo^nten s J^iftplä^en taffen bie Stoffeln 
i^ren tauten ®efang ijerne^men. Sitte Strien fdjtoeigen nur toenige Monate im 3a^re, 
htr^ tor, toärenb unb uac^ ber Käufer. t)ie tüanbemben Strien fingen fd)on in ber 
grembe, beoor bie %t\t px ^ücf reife gefommen, an^altenb unb eifrig, ^oc^ t)ält ber 
Sinter bei uns Salb unb gelb in Rauben, ba oernimmt man bereits baS feierlich ge= 
tragene Sieb ber Slmfet; faum $&t ber erfte freunblicfye (Sonnenbtid ber frü^eften 3a^reS^ 
monate ben Salb beftralt , läfft bie Oftiftetbroffet i^re lang gezogenen , aus »ollen flötenben 
Xönen jufammengefe^ten ©tropfen oerne^men ; noeb „bli^en febneiig bie *pö^en im Sorben" 
unb „fäm^ft ber ^ebet noc^ mit bem ©onnengtanse y/ , fo ftettt fic^ bie ©ingbroffel toiber 
ein, unb ber bis batyin ftitle Salb ^allt toiber oon i^ren föfttid;en fiebern. @o ift es aller 
Drten, voo £)roffeln ge^en unb fommen, unb befonberS beSt)atb, gerabe fttxl fie als 
SSerfünbiger beS toiber erfc^einenben grüpngS betrachtet toerben, ^aben fie fiefy überall bie 
Zuneigung unb Siebe ber üJttenfcfyen ju ertoerben getoufft 59egeiftert fprec^en nid;t btog 
toir, fonbern auety bie alter £)icfytung toenig zugänglichen Slmerifaner oon i^nen ; ^ocbgead;tet 
finb fie bei ben 23rafilianem unb ber fyanifcfyen 33eoötferung @übamerifaS, bei 3nbern, 
(Efytnefen unb 3apanefen, furj überalt, too fie auftreten. @ie oerbanfen bieS allcrbingS 
pm größten ^eit ifyrer flangootten, tonreic^en stimme; bod; nehmen auc^ bie übrigen 



gg 3>roffeItt. 

(gtgenfd>aften für fie ein. «Sie tragen fid) ftete fcfymud unb nett, galten fid) aufregt, fielen 
^weilen ben (Sdjtoanj ober wippen mit ifym, Rupfen auf bem SÖoben gewöfynlicfy mit großen 
Sprüngen untrer, Belegen fidj im (S^weige !anm weniger getieft als auf bem Soeben unb 
fliegen leidet, fdwn, febtieü unb auSbauewb, finb aufmerffam auf alles, was oorgefyt, flug, 
wacfyfam unb oorfid)tig, [Urningen fiefy beSJj>atb im Salbe oft ju Sarnem beS anberen ($e= 
tiereS auf, leben mit f amtlichen unfdjmlbigen unb ^armlof en Salboögetn in grieben unb greunb* 
fdjaft, machen fiefy burefy itjren ^afyrungSerwerb nur oerbtent, fallen faum befcbwerlid? unb 
tiefern außerbem ein ganj oorsüglicfyeS ®erid?t für bie £üd?e. (So liegt alfo fein ®ruub 
oor, fie mit unfreunblicben lugen in betrachten, unb erfcfyeint felbft bie Verfolgung, wetcfye 
fie ifyreS ledern glei(d)eS falber erleiben muffen, als entfcfyibeneS Unrecht an uns unb 
unferen Sälbern, obfcfyon bie ^acfyftetlung ber §auptfacfye naefy nur ben fyodmorbifdjen Wirten 
gilt, weld?e in itjren unermeffenen Sälbem nod> fo Diele ftille unb be^aglicfye Sßrutptät^e 
finben, bafS ber i^nen ^gefügte Verluft wenigftenS fo siemtidj wiber fidj erje^en mag. 

Wk £)roffeln brüten minbeftenS zweimal im 3afyre , erbauen meljr ober weniger fünft* 
lid;e, napfförmige, innen oft mit fetter @rbe ober faulem §ol^e auSgcfleibete Hefter unb 
legen oier bis fünf oer^ättniSmäfiig fleine, gtattfcfyalige ©er, welche auf btafSgrünem ober 
bläuticfygrünem ®runbe mit feineren unb gröberen rötlichen fünften gewidmet finb. £)er 
größere geil ber Slrten grenzt fidj ein ^iftgebiet ah ; einzelne aber bilben Slnfibelungen oon 
md)t feiten bebeutenber (Stärfe, oon benen aus attjäl;rlid; gaujenbe oon Zungen in bie 
Seit ge^en. 

<Sooiel jur allgemeinen tenn^eic^nung ber (Gruppe, über bereu wicfytigfte Sitten 
fernerhin baS nad;ftefyenbe bemerft werben mag. 

Unter ben reinbeutfd;en Strien, wctd;e wir, wie billig, allen übrigen ooranftellen, 
nimmt bie SOHftelbroffel ^war nicfyt bie erfte aber bod) eine t)eroorragenbe (Stellung ein. 
5ftur in ben nörblicfyften leiten Europas ein gugoogel, in ben übrigen unb fo aud) bei 
uns ju &mbe <Strid;oogel , ftellt fie fid) fd;on früfy im 3at;re in ber 9cät;e il;rer s DHftplä|c 
ein, oerweilt fyier wärenb beS <SommerS unb beginnt (Snbe «Septembers um()er$ufd;weifen. 
§ierbei burcfymifft fie ein ^iemlicb, auSgebefynteS (gebiet, wie fie überhaupt ^u benjenigen 
5lrten ber gamilie jä^lt , weld)e felbft oom SSrutorte aus unoerljättniSmäfeig weite SluSflüge 
unternehmen. äRe^r als alle übrigen bei uns oorfommenbcn £)roffetn gehört fie beut 
??abelwalbe an, ift ba^er in gebirgigen ©egenben häufiger als in ebenen, obgleid; fte aud; 
t)ier bie oben ^iferbeftänbc beioo^nt unb gu bereu Belebung wefentlid; beiträgt; nur auf 
ifyren winterlichen @treifereien mac^t fie feinen Unterfd)ib ^toifd;en Öaub= unb ^abelioalb, 
l'onbern befugt toa^lloS jeben 23eftanb. ÖieblingSorte uon i^>r finb nid;t alljugrofee 
Satbungen, eon benen aus fie bequem naefy allen (Seiten l)in Siefen unb ^et;ben, übert;au^t 
freie gläcb,en befud;cn fann. Senig gef ellig unter fiel) unb nod> minber mit ben oertoanbten 
Slrten, l;ält fie fid; ftetS nur in fleinen ©ejcttfclmften , loenn nid;t ^aren sufammen, unb 
nid)t fetten begegnet man and; ginfiblern, n)at;rfd;einlid) unbeweibten 3}^ännd;en, ioeld)e ftdj 
um anbere i^rer 5lrt gar nicb,t'p fümmern febeinen unb, aud; loenn fte mit Verioanbten 
Rammen fommen, feine ®emcin|c^aft mit biefen pflegen. Über^au^t ge^t jebe Stiftet* 
broffel i^ren eigenen Seg, unb nur bie Sßare Rängen treu ancinanber, loärenb bie (^ef eil* 
fd;aften in einem fet)r loderen Verbanbe leben, toeld;er batb ftd) löft, balb ioiber oer> 
einigt. $lug, oorfid)tig, miStrauifd) unb fd^eu wie bie ©roffeln inSgemein, meibet fie 
jebe Innä^erung an s Jtten[d;en ober giere , toeld)e ifyr gefä^rlid) werben fönnten , bemerft, 
ad)t[am auf alles, waS oorgefyt, rechtzeitig bie meiften (^efa^ren unb fcfywingt fid; ba^er 
balb zum Sarner ifyrer Verwanbten ober anberer (Singoögel auf. 3^re Bewegungen finb 
fräftig aber nid;t gerabe ^ierlid), was fiefy namentlich im gtuge austriebt unb fie fc^on 
oon weitem fenttid) mac^t. Sie fliegt im gleichmäßig , unter oielen glügelfcblägen in großen 



^tofftttt. 89 

(Schlangenlinien burd; bie Öufi , bejcfyreibt nur Beim Nieberfe^n eine zierliche Söenbung unb 
erfcfyeint überhaupt fdnoerfällig. 3fyre Öodftimme , tottfyt it;r $u einigen bei* im 93olfS* 
mnnbc üblichen Tanten verfyotfen ^ot, Hingt loie „©dnterr" unb, ivenn fie erregt nrirb, 
,,©d)nerr rettattaterr" ; it)r 2lngftruf tft getlcnb unb unangenehm. Ser fie im §erbftc ober 
loftrenb beS Sinters fd;reien tjört, mürbe niemals annehmen, bafS fie einen vortrefflichen 
®efang beft^t unb biefen tvärenb beS grüfyjal>reS unb $$orfommerS recfyt fleißig t;ören 
täfft. Sie unter alten Coffein gibt eS auefy unter biefer 2lrt auSgezeicbnete ®efana,e$* 
fünftter, erbärmliche (Stümper unb ba^toifc^en Sänger ber verfd;ibenften Begabung; gteid;* 
mol mirb man baS Sieb unter alten Umftänben an feinen tauten unb bellen, flötenben 
£önen, bem ettoaS melancfyolifcfyen (Gepräge unb an ben wenigen, furzen, unter fid> nicfyt 
eben verfdn'benen ©trogen erfennen. <Sd;on im Wdx^ fd;reitet baS ^ärdjen $ur gort* 
Pflanzung, mätylt jur ($runbtage feinet NefteS regelmäßig einen Nabelbaum unb ztvar Sfte 
in verhältnismäßig bebeutenber §öt>e, entmeber ben S35t^fe( einer t;atbnmd;ftgen ober einen 
ioagered;ten Ift einer teeren tifer, gierte ober £anne, unb errichtet f;ier einen feften, 
uapfförmigen , am oberen @nbe eingebogenen 33au, melier äußerlicb aus bnrren Geifern, 
§etbeftengeln unb ißaumflecfyten, fobann einer feften (Srbtoanb beftet;t unb mit bnrren ($raS* 
blättern unb §ätmd;en auSgefteibet ioirb. £>aS (Belege ^äl;lt vier bis fünf verhältnismäßig 
flehte, fd;ön eiförmig geftaltete, gtattfcfyatige , auf blafSmergrünem ober blaugrünlicfytveißem 
i^runbe mit größeren unb fleineren gleden unb fünften von violettgrauer, rot* unb Ja* 
ftanienbrauner gärbttng gezeichnete ($ier , U)eld;e unter ftd) vielf ad) abmeid;en , jebod) immer* 
fyin leicht genug von anberen £)roffeteiern fiefy unterfcfyeiben laffen. £)ie fefyr bunten, auf 
bem Oberleiber getropft gefledten jungen merben niebt allein , f o lange fie im tiefte liegen, 
fonbern and; längere $eit naefy beut ausfliegen von beiben Altern forgfam gepflegt, geleitet 
unb geioarnt. 2luf bie erftc Brut folgt regelmäßig, getvöfyntid? im 3ttni, eine jtveite, welche 
jebocfy metft ein Qri meniger als bie erfte iai)lt 

£)ie Singbroffel tritt überall häufiger auf als bie Ottiftetbroffet unb mac^t be^üglid) 
ber Slnfprücfye auf i^re Sotynorte ^oifc^en £aub* unb Nabelt^ leinen Unterfdn'b. 5üle 
(^ebirgSbemo^ner laffen ftcfy nicfyt auSreben , bafS ber von itmen fyod)gefd)ä£te $oget mit 
befonberer Vorliebe im Nabeltvatbe lebe; bie iöetooljmer ber (£bene aber fagen genau baSfelbe 
l;infid;tlid; ifyrer Salbungen, unb bie einen tvie bie anberen fyaben Diecfyt; benn meber tn'er 
noeb bort ioirb man bie Singbroffel vermiffen, i^r vielmehr tu jebent, nur einigermaßen 
pfammen^ängenben Baumbeftanbe begegnen. 23ebingtmg ju it)rem Sobtbefinben fcfyeint ju 
fein, bafS unter ben t;ol)en Bäumen, iüetcfye fie nid;t entbehren taxin, Unternntd)S fte^t, 
toeit fie gerabe ^ier ben §auptteit i^rer s Jia^rung fud;t unb finbet. Särenb i^rer §erbft> 
unb grüt;iatyrSreifen vertäfft fie audf) oft ben 2Batb unb be^ie^t mit Vorliebe ^ufammen* 
^ängenbe (^ebüfe^e, metft in ®emeinfd;aft mit ber 9?otbroffel, j« n>etd)er fie fic^ über^au|>t 
fe^r gern gefeilt, gür uns barf bie ©ingbroffel als baS Urbilb ber ganzen gamilie gelten, 
©ie vereinigt alte Begabungen unb guten ©genfdjaften ber verfctn'benen s J)ätgliebcr in ftd), 
ift bemegtiefy, leicht unb getvanbt, trägt ftc^ glatt, l)at ein felbftbetouffteS 5luSfe^en, fliegt 
vortrefflid) unb be'ft^t einen toa^aft löfttic^en ®efang, iveld;er fie über alte beutfd;en, viel* 
leidet über fämttic^e SBertvanbten fteltt itnb i^r volles ^ec^t auf ben tarnen „Salbnad^tigall 1 ' 
gegeben ^at. 3}?ögen auefy bie ^orbamerifaner il;re Salbbroffel bis in ben Jpimmet ergeben : 
tvir bürfen glauben, bafS eine toirfttd; gute ©ingbroffel jener nic^t im geringften nad)ftel;t. 
5lber freilid? gibt eS ber ausgezeichneten ©änger nur fel;r toenige. SeitauS .bie größte 
s Jftenge $l)lt ju ben ©tümpern , unb \\)xt Öieber fallen um f o unangenehmer in baS Dbr 
beS vergleic^enben öteb^aberS, als man, vertvö^nt burc^ anbere, von jeber ettvaS vorjüg< 
lic^eS ertvartet. Sie bei ben Nachtigallen i\U ein @>efangeSfünftler erften langes bebeutenben 
(SinftufS auf feine Umgebung aus. @r lel;rt unb unterrichtet ben jüngeren 9tacbtoud)S in 



90 2>wffefo. 

muftergültiger Seife, nnb fo fommt e$, bafS man in einzelnen ®egenben eine unverl)ält= 
nt&ttäfjtg große ing^fl von trefflichen Gängern vernimmt , wärenb man in anbeten aus* 
gebeerte Sälber burdj>wanbern fann, oljme einen ju giften, welker baS Dfyr be3 Kenners 
ju Beliebigen vermöchte. 9?ad) meinen Erfahrungen gebort ber £üringerwalb ju ben in 
biefer §inftd;t Beengten Sanbftri^en ; gleich gnte Singbroffeln gibt e3 aber, toie bie ®e* 
brüber Füller un3 Belegen, aud) in ©betreffen nnb wa^rfd^einlid; eBenfo in anberen 
beulten Mittelgebirgen, ba e3 ben Infc^ein fyat, aU oB nnr tyier ba3 Sieb be£ trefflichen 
Vogels ju voller Mandjfaltigfeit nnb ©ebiegen^eit, p 9?eid)tum an (Strogen nnb Mang* 
fülle ber einzelnen £öne ftd; au^bilbe. Mit Sorten nnb Silben läfft ftd) bie Stimme 
ber Singbroffeln nid>t wiber geben; lj)öd)ften3 ben Dociton, ba3 vielen £)roffeln gemeinfame 
jtfc^enbe „ätyp" über baS ängftltc^e „£ad, Zaä" nnb „£ed, £ecf" !ann man überfein, 
ben @efang felBft laum fdnTbem. 23on bem Siebe nnferer üBrigen einfjeimifcfyen Droffeln 
unterfcfyeibet er ftd) vor allem burefy ben 9?eid>tum an ©trogen nnb bie Mancfyfaltigfeit 
berfelBen fowie bnrcfy bie gütle nnb Seid^eit ber £öne, welche mit benen ber 9?acf)tigatl 
wetteifern fönnen. £)a3 gener, mit welchem bie (Strogen vorgetragen werben, bie furzen Raufen 
ba^wifcfyen, falls fold)e überhaupt vorfommen nnb niebt burd? ein verBinbenbeS ®ejtmtfdjer anSge* 
füllt werben, ber rafcfyere ®ang, welcher Um baS fcfywermütige anberer £)roffellieber nimmt, bie 
fcfynellen nnb verwidelten ÜBergänge Bilben, nm e3 mit einem Sorte ju fagen, eine £onbicfytung 
gan^ ausgezeichneter 5lrt. Scfyon wenige £age naefy ber Stnhmft im grül;jalj>re vernimmt man 
biefeS fyetlicfye Sieb, am teB^afteften wol im Mär^ nnb 5tyril, oBgleicfy e3 nod) Bio fyät in ben 
(Sommer erflingt. Sd?on gegen Gmbe be£ Maxi, fpäteftenS im 2tyrit Beginnt ber 9ZeftBau 
für bie erfte 23rut, anf welche im 3uni ober 3uli eine ^weite p folgen pflegt. £)a3 9?eft 
fte|t im £idid)te, anf Bnfcfyigen Seiben nnb £)omfträud?en , 1 m üBer bem SBoben, mand?* 
mal and) in Mann^b'tye nnb fyö^er. £>axte r bürre Reifer, Surfen, (gra^alme nnb Mo3 
ftnb bie (Stoffe, welche pm 21ujsenBau benu^t, aber burefy fernste (Srbe nnb faules §ol$ 
feft nnb forgfältig pfammengelittet werben, fo bafS eine me^r ober weniger biefe, faltbare 
Sanb entfielt, welche im 3nnern beS me^r als ^alblngeltiefen Napfes fyöcftftenS mit etwas 
fanlem §ol^e ober Mofe, meift nnr mit feuchter (£rbe aufgelegt wirb. £>ie oier biö fed)^ 
(gier finb anf lebhaft f^angrünem (^rnnbe mit fc^war^brannen $nn!ten nnb rnnben, fparfam 
über bie gan^e giäd;e verteilten, nnr am ftnmpfen @nbe bitter fte^enben glecfen ge* 
jeic^net nnb werben vom Seibd)en allein binnen fed^etyn ^agen gezeitigt, ©tc 3nngen 
empfangen biefelbe Pflege wie anbere ber verwanbten Wirten. 

ü)ie ^Rotbroff el gehört nicfyt eigentlich ju ben beutfe^en, fonbern p ben norbifc^en $8xnU 
vögeln, obwol man einzelne ^)3ärd;en and) bei nnS niftenb gefnnben ^aben will. Sie befne^t 
nnfer $aterlanb in ber 9^egel blo§ anf i^rem §erbft= nnb grü^r^pge, erfd)eint anf erfterem 
Infang^ ober Oftitte Dftober^, anf legerem nm bie Mitte beg Wäxi, jebeömal einen 
Monat nnb barüber bei nn3 fid) anf^altenb, ba ben perft bnre^reifenben noc^) Sod;en 
lang anbere folgen nnb bei milber Spät^erbftwittemng ber.gng fic^ verlangfamt. 3)en 
Sinter bringt fte in benfelben ®egenben p wie bie Singbroff el , mit welcher fie überhaupt 
bie innigfte @emeinfd)aft ^ält, wie fte i^r and; in i^rem auftreten nnb betragen am meiften 
äljnelt. Dbwol fte ftreng genommen bem öanbwalbe nnb jwar vorpg^weife ben (Srlen* nnb 
53ir!enwalbungen angehört nnb faft anSfcfylieglid; in biefen brütet, befnd^t fte anf i^'ren 
Reifen bod; alle 31rten von Salb nnb begnügt ftd) ebenfo in ber Sinter^erberge mit jeber 
if)r @d;n^ verfpred?enben ^)idnng. ®nrc^ £)entfd)lanb wanbert fte, von einem Salbe pm 
anberen ^ie^enb, größere (Müfcfye nnterweg^ anffnd;enb, nm ^>ier ju rn^en nnb etwaö 9Zat^ 
mng ju nehmen, nnb bem Saufe ber glufstäler , weld^e in il>rer ^tnng liegen, foviel aU 
mögliefy folgenb. 3^re ^a^trn^e ^ält fte, ,fall3 fte ni^t, Wie fie Ijänftg tut, gerabe um 
biefe 3eit wanbert, am liebften im bicfyteften Unter^olje gef^loffener Salbungen, meibet 



Coffein. , 9 1 

jebocfy bie SEtefe ber leiteten unb fyält ficfy me^jr an ben 9?änbem auf. Unter nnferen 
Coffein tft fie toot Diejenige, welche ben Menfcfyen am ioenigften f$eut, gilt bat^er Bei 
oberpcfyltd)en Beobachtern al3 bumm unb unoorficfytig , ftetyt aber an getftiger Begabung 
ebenfo wenig wie an leiblicher hinter ber ©ingbroffet prüd, befi^t bereu Beweglichkeit 
unb Unruhe unb unterfcfyeibet ftdj oon ityr nur bureb u)ren weit weniger au^ge^eic^neten 
®efang. 3l?re Sodftimme Befielt aus einem $o$en, fdmeibenben „3tefy y/ unD ^ em weift 
barauf folgenben, tieferen „(&ad Ji r ber SIngftruf au3 einem oft wiberfyotten, fcfynarrenben, 
wie „©cfyepp" ober „£err" flingenben £one, ber ®efang aus fcerfd)ibenen , rafd; nad? 
einanber fyemrgeftogenen, letfe pfeifenben, ^witfe^ernben unb fcfyädernben Sauten, welche in 
mehreren ©trogen pfammengefafft werben. Bei guten Gängern, tote man fie namenttid; 
am Brutylate Ijjört, ftnb bte erften furzen ©trogen, laut ^ermann, fXötenb f laut unb 
etwas metanc^olifcfy; hierauf folgt eine lange SReitye fef)r fanfter, fcerfcfyiben oertönter 
Saute in anwerft f Queller golge unb fobann liberum fcfyädernbe unb pritfcfyembe, 
welche ber $oget, tüte ber Sieb^aber fagt, ^erleiert £)ie Beften 9?otbroffeln fingen tote 
fcfylecfyte, työcfyftenS tote mittelmäßige ©tngbroffeln, gelten batyer Bei ben Sieb^abern wenig 
unb werben ityreS ®efange3 falber nur fcon gan^ Befonberen 33ogelfreunben im Käfige ge* 
galten. 3n $olen, ^uf Staub, ginntanb, bem nörblicfyen ©fanbtnaoien unb auf 3Stanb, 
au3nal?m3wetfe &ietfeid)t auefy in ^orboftbeutfcfytanb, trifft man fie im 3um Brütenb an, am 
tyäufigften in ben Birfenwalbungen unb @rtenbrüd?em £)a$ 91eft ftefyt in ber $egel fe^r 
niebrig üBer bem Boben am ©tamme ober in einem ®abetp)eige , ift mit Setym feft auf 
bemfetBen befeftigt, befielt äußerlich auS groben Stengeln unb §almen, gleiten unb 9tto3 
unb wirb innen mit feinen ®raSbtättem, §almen unb Surfen aufgefüllt 23ier Bio 
fünf ben 2lmfeteiem äfyntid?e, auf Blaugrünem ®runbe mit leimt- ober roftBrauuen 
fünften unb ©cfymi^en üBer unb üBer Bebedte @ier Bilben baS (Mege, 3m üBrigen fefylt 
üBer baS gortyflanpngSgefcfyäft einge^enbe ®unbe. 

2tucfy bie 2öad)olberbroffet gehört eigentlich bem fyötyeren Sorben an unb erfcBetnt 
in ber Dfagel p berfelBen 3eit i^te bie $ftotbroffet Bei uns, oerweitt aBer niebt fetten wärenb 
beS ganzen Sinters in £)eutfd)tanb , trifft Bei milbem £erbftwetter auefy wot erft (£nbe 
9toemberS ober nod; fpäter, im £)ecember, fyier ein unb Begibt fid? üon uns aus wiber naefy 
i^ren norbif^en Satbungen, toärenb fie Bei ftrenger Witterung i^re 9f?eife eBenfattS Bi^ 
©übeuro|)a f in^Befonbere Bi^ naefy Manien au^be^nt. (Sntf|)rec^enb i^rem tarnen Beoorjugt 
fie tor allen anberen Örtticfyfeiten ©eBirg^le^nen unb Salbungen, auf ober in benen Sa<M* 
ber in reichlicher 0)lenge toäc^ft, J?äTt ficf> ^>ier, felBft toenn fie nicfyt ju BleiBen BeaBfic^tigt, 
Soeben lang auf unb nä^rt fiefy pm guten ^eite oon ben SÖeren be^ gebauten ©trauc^e^, 
toetcfye nac^ längerem (^enuffe i^rem gleifd?e bie Bei alten geinfe^mederu fo ^oc^) Beliebte 
Sür^e geBen. 3n i^rer §eimat trifft man fie toärenb be^ @ommer^ fo gut als au3* 
fcBtiegtic^ in ben Söirfentoatbungen, ^ier aber atterbingö meift in fe^r großen ©efeltfcbaften, 
als toafyre ©ibeloöget an, toetc^e u)re Hefter p Ü)u^enben unb barüber auf einem unb 
bemfetben kannte anlegen, «Seit einer W\$t Don Sauren ^at fic^ bie Sacfyotberbroffel 
aber aud) tu ©e'utf ertaub angefibelt unb tritt gegenwärtig fd)on mit einer getoiffen 9?eget= 
mäjSgfett in einzelnen ©egenben auf, fo namentlich in bringen, ber Saufi^, ©c^tefieu 
unb anberen ^rouin^en unfereS 33atertanbeS. Wlnn 3Sater toar ber erfte, welcher hierüber 
Mitteilung unb bie SSogelfunbigen aufmerffam machte; feitbem ^aben toir i)iete ^ac^ric^ten er* 
Ratten, loetc^e feine Beobachtungen üottfommen bestätigten. 3m mittleren (Stftergebiete j. 53. ift 
fie, laut mir burefy nnferen Mitarbeiter Siebe geworbenem ißeri^t, erft i?or stoanjig 3af?ren 
alö Brutooget eingetoanbert ; ettoaö früher toar fie im reußifd)en Dbertanbe erfreuen. 
„5lnfänglic^ nifteten bie Sac^olberbroffetn in Iteinen ® ef etlf duften oon breibiö fieben^arenunb 
wählten in Ermangelung oon Wirten, welche im (Eftertate in größeren 53eftänbennicl)t oorfommen, 



92 2)roffetti. 

^u t^vett Nibelungen enthebet Grrlenbäume ober junge Griten, toelcfye, tote baS bei 53uf d$ol^ 
tt>trtfd>aft übltd) f alle je$n btö oiergefyn 3al)re afegeäftet ioerben tmb bann aus bem (Stamme 
toiber frifcfye 2(ftbüfd;el treiben, £)ie Hefter fi^cn ettoa in boppelter 9#annSfyöfye bicfyt am 
Stamme anf folgen jungen 9Iftbüfd;eln. 3m 3aljre 1871 brobad;tete id; in ber Umgebung 
$>eraS juerft jtoet ^are, ioelcfye bcrctnjclt nifteten unb fünft nod; oier ®efellfd;aften. 3m 
folgenben 3al)re lüfteten nod; mel>r $ögel bei uns, tote fie benn überhaupt feit ifyrer ©n^ 
luanberung oon 3a^r %n 3al;r ftettg fic^> fcermefyrt fyaben. 3n biefem 3afyre (1873) finb fie 
in fo großer Shtjatyl eingetroffen, bafS fie an 9ttenge alte übrigen fyter l)eimifd;ett unb 
brütenben SBertoanbtcn übertreffen, fyaben fid; aber fo in (gittjelparc gefonbert, bafS id; 
nur einige 23rutgefellfd;aften antraf, ©inline $are t;aben fid; fogar baumreife (Härten 
in ben Dörfern jnm Mftgebiete ermäfylt, i^re früheren Neigungen aufgegeben unb niften jefet 
in ben 2lftgabeln ber (Stehen, Sinben, 2lt>orn = unb Apfelbäume. §ierauS fcfyeint tyeroor* 
Sugefyen, bafS biefer $3oget fid; leid)t ben SSerfyältniffen anbequemt/ 1 £)aS 9?eft befielt 
außerlid; aus Geifern, groben «Stengeln unb ($raSl;almen unb toirb innen mit feineren 
Stoffen, aufteilen unter Amoenbung oon @rbe, ioeid; auSgepolftert. £)ie Brutzeit fällt fpät 
ttt baS grüljjjatjr: man finbet feiten oor UM, oft erft im 3uli, bie »ier bis fecfyS benen 
unferer Slmfel ä^)nlid)en, ungefähr gleichgroßen, auf blaugrünem ®runbe mit roft* ober 
branbroten foloie bunlelbraunen fünften , (Spri^fteden unb (Scfymit^en über bie ganje Ober-; 
fläcfye gleichmäßig gewidmeten (gier. Beibe Uten lieben ifyre 3ungen ungemein , ioarneu fie 
M Annäherung einer ®efatyr mit lautem ($efd;rei unb führen unb leiten fie noct) lange 
nafy bem ausfliegen. Unter fold;er Qndjt ioad;fen fie fyeran unb treiben eS balb ioie bie 
Uten. £>iefe gehören ungead;tet ber 3utrautid;feit , mit it>eld>er fie unmittelbar am ®e> 
Ijofte beS 3#enfd;en fid; ^u ($afte bitten , 51t ben fd;eueften unb oorficfytigften aller ©roffetn 
überhaupt, ioaS $um guten Gleite fc^on in il;rer großen ®efetligfeit (Srftärung finbet. Unter 
einem (Scfjtoarme oon Vögeln fifyt einer immer me^r als ber anbere, hxtrnt, alle achten 
fofort barauf, fe^en fämtlid) nad; ber betreffenben Mcfytung ^in, unb ein mistrauifcfyer 
beioegt bie gan^e ®efetlfd;aft ^ur gluckt. Aud; frembartige £)roffeln, benen fid; bie $ram- 
inetSoögel ptoeilen anfcfyließen , lernen balb fo ausgezeichneter giu)rerfcfyaft oertrauen, unb 
fo fcfynnngen fid; biefe in gemifcfyter ®ejetlfd;aft regelmäßig in Leitern unb Sarnern empor, 
mie fie anbererfeits aus bemfelben ®runbe aud; auf bem ^Bogel^erbe als bie beften Soder 
gelten , ba ifyrer lufforberung oon allen 5trten ®e^ör gefc^enlt toirb. „(^>leid;n)ol /' f galtet 
^iebe ^ier ein, „finb fie nicfyt feig, kleineren $ögel gegenüber im freien Salbe ioie im 
®ebauer oerträglid) unb im Umgange mit i^nen gutmütig ruie feine anbere £)roffet, geigen 
fie gegen Räuber einen l;o^en Wlut, ioelcfyer bem iöeobad;ter 21d;tung abnötigt. £ägfid; 
fann id) auf meinem gorfdmngSgebiete fe^en, toie nic^t bloß Elftem unb ^rä^en, fonbern 
and) ®abeltoeil)en, auffärbe unb SeSpenbuffarbe, toelc^e über ben %utyläten !reifen loollen,- 
angegriffen werben, unb ioie fie babei eine glugfertigfeit entioideln, toelc^e man bei i^nen 
niebt gefugt l)ätte. (^etoanbt, oft in fenlred;tem gluge, f;eben fie fid; über ben großen 
Räuber empor, ftoßen in jä^em iBogen oon hinten unb oben auf beffen SRütfen nteber, bafS 
nic^t feiten gebern ftieben, unb fteigen toiberum anfioärts, beoor jener and; nur ftc^> loenben 
fann. 2:urmfalfen pflegen fie mit lautem ®efd>rei p oerfolgen ; auf «Sperber unb ^abic^te 
aber l)abt ic^ fie niemals ftoßen fe^>en. y/ 3n i^ren Beilegungen äfmeln bie trammetsoögel 
ben übrigen £)roffeln f e^r , finb etioaS f djtoerfättiger als ©ingbroffeln , aber bod; oiel be> 
^enber unb geioanbter als bie TOftelbroffel , fyüpfcn auf bem «öoben mit großen (Sprüngen 
einher, fliegen in flad;en Bogen ettoaS fc^toanfenb unb flattemb, jebod) rafd; genug 
bal)itt, ruefen unb fc^nellen im (Si£en oft mit bem ^c^toan^e, beim gortfpringen mit 
(Sc^toanj unb glügeln, lodeu laut unb loeit oemefymbar „<Sc^acf, Sc^ac!, (Sc^ad", 
lufen ba^tt)ifd)en „Sib, Sib' ; , geben bei BeforgniS unb Slngft gellenbe Zont ju työren unb 



SroffeftT. 93 

(äffen and; einen sufammentyängenben ($efartg oewefymen, weld;er freiließ feine3Weg3 ju ben 
befonberen gehört, fonbern eben nur au3 wirr burdjeinanber geworfenen, !anm in (Strogen 
abgeteilten, nid/t befonberS tauten, teife pfeifenben, frcifcfyenben, switfcfycwben nnb fd>ädernben 
Söuen beftet;t , unter benen bic öoefrufe bie §auptrolle fielen. (Somit eignen fte fieb nod; 
weniger als bie 9?otbroffct ftx (Stubenoögetu , welche bem Ofyre ®emtf3 bereiten follcn , wol 
aber füllen aud> fte, au3 ®rünben, welche weiter unten ^eroorge(;oben werben f ollen, unter 
ben gefangenen 33ögeln it;ren ^ta£ au& 

2113 ed)ter ©ebirg^ooget, wetd;er wärenb beS Sommers nur au3nalj>m$weife unter 1000 m - 
über bem Öftere fid; aufhält, crfcfyeint bie ^ingbrojfel Hoft gelegentlich ifyreS §erbft* nnb 
grüfyjafyr^ugeS in ^n Salbungen unferer ©benen. bereits im September ftellt fte fyier 
ftcfy ein, nnb fcfyon im Otober ift fte aus unferen ®egenben oerfcfywunben nnb auf ben 
jübeuro^äifcfyen Gebirgen eingetroffen, wofelbft fie ben Sinter ju verbringen pflegt. Um 
biefe 3^it trifft man fie an ben fonnigen ©eräugen ber Sierra ^eoaba nnb anberer fpanifeben 
(Gebirge in oerfyctttniSmäfng groger Sln^l unb abweid;enb von il;ren fonftigen ©ewo^n^eiten 
in @efeltfd;aften an, wetebe in lofem 33erbanbe sufammenteben. 3m Wdx}>, fyäteftenS im 
Uptt(, macfyt fie fid; wtber auf bie s Jxücfreife unb bejie^t in ber Heimat bie altgewohnten 
Orte, nur bann in tiefere Xäler l;erabfteigenb , wenn fte auf jenen noefy altes oerfdjmeit 
ftnbet unb burd; bie Uuwirtlid;Ieit t$rc$ £3rutgürtet3 pnäcfyft in milbere belaube ^erabge* 
brücft wirb, (Srft wenn fie mit beut Sdan i^reö Heftes begonnen §at, gewinnt man bie 
richtige SSorftelluug ifyreS SefenS unb Betragens. Inf it;ren Reifen, welche fie beS ^ac^tö 
^urüct^ulegen pflegt, ift fie viel ju unftet unb mit i^rer Säuberung ju fefyr befepftigt, als 
baj3 man mit ifyr befannt werben lönnte; oben im Hochgebirge aber gibt fie fid; als ba3, 
was fie ift. Sie bewohnt l;ier in ben llpen fowol wie im üttefengebirge, ü)rem einigen 
(Stanborte in £>eutf erlaub, ober aber auf ben (Gebirgen ScfywebenS, Norwegens unb %ap$* 
tanbS, <Sd;ottlanb3 unb wo fie fonft nod; auftritt, bie von falben bürdeten ober auf 
benfelben emporgefcfyoffenen Salbungen, laut £fd;ubi am liebften raulje unb büftere §ocf)* 
wälber, wo fie im bieten ®ebüfcfy fidj. untertreibt ober Von ben Ijwcfyften £annenwipfeln u)re 
lebhafte unb fräftige Stimme ertönen (äfft, nad) meinen in Norwegen angepeilten 3Seob^ 
acfytungen aber eben fo gern mit ^ieberwucfyS bicfyt bebedte §alben, bereu ^eroorragenbe 
getsbtüde ü)r bann beim Vortragen u)re3 ®efange3 jum 9M;efi^e bienen. £)bwol eine 
ecfyte £)roffel, $at fie bod; mit ber in ber gärbung u)r verwandten 5lmfel manches gemein, 
liebt wie biefe bie ©nfamfeit, ift vorficfytig, aber nid;t eigentlid; fcfyeu, treibt fid? viel unter 
bem ©ebüfcfy untrer, ^udt, fobalb u)r etwas unerwartet aufftöfjt, mit ben glügetn unb bem 
6d;wansc wie bic tafet unb erinnert aud) im ginge, weld;er bem ber Sad;olberbroffel 
am meiften ähnelt, zuweilen an jene. Ü)er ©efang gehört ^War nic^t p ben au^ge^eic^netften, 
aber auc^ Mne^wegö ju ben fcfytecfyten, ift reid; an Sftelobien unb wirb mit großem (Sifer 
vorgetragen, ©d;on oor ber erften s Jttorgenbämmerung beginnenb, ^allt er, wie £fcfyubi 
fagt, „in jubelnben Chören ^unbertftimmig oon allen §oc^wälbern fyer unb bringt uuau^^ 
]>red;lic^ fröt;lic^e^ Öeben in ben füllen ©ruft ber großen ©ebirg^lanbfd}aften. ;/ X)a6 %lt% 
ein jtemttd; bider unb gut gefristeter iöau an^ §eibeftengeln, Surjelwert nnb ®ra^almen 
mit untermifc^ten ©rbüüm^en, wetd;er innen in ber ^egel wenig forgfältig aufgelegt wirb, 
fte^>t im oerlrü^elten ©efträuc^ ober auf bem Söoben ^wifd)en §eibelrant unb ©ra3, be= 
^entlid; neben ober s^ifc^en Steinen , unb enthält , im dJlax ober 3uni oier biö fieben 
ver^ältniömägig groge, in gärbung unb 3eic^nung benen ber Sad;olber*, WoU unb Sc^war^ 
broffeln ä^nelnbe ©er. ^)a^ Seibc^en brütet wie bei ben Sßerwanbten allein, ba3 Wänntytn 
beteiligt fid; aber an ber ^ufeucfyt ber Zungen. 

3fte^r al^ alle übrigen eintyeimifcfyen broffeln (Stanboogel, oerläfft bie % m fei u)r So^n* 
gebiet auefy im Sinter nic^t, $war ftreiebt fie ebenfalls im öerbfte nnb grü^ja^re innerhalb 






94 ©toffetn. 

eines gewiffen IfreifeS untrer; folcfyc DrtSDcränberungen gefd)e$en aber fo wenig regelmäßig, 
bafS nicfyt einmal Don einer Säuberung, gefd)Weige benn Don einem 3uge gefprod^en werben 
fann. Särenb beS Sommers ^ält fie fiefy in ben Derfd^ibenartigftcn Salbungen auf, 
falls biefetben nur bicfyteS Unter^ol^, ®ebüfd?e ober £)idicfyte lj>aben; mit beginn beS §erbfteS 
[treibt fie Don einem Salbe $um anberen ober aber Don ben §ö^en ^ur £iefe i^erab, befynt 
i^re Reifen aber !aum bis ^u ben Slfyen aus, wirb wenigftenS in Italien, ®ried?enlanb unb 
Spanien in ftrengen Sintern audj> nict>t l;äufiger beobachtet als im Sommer. Selbft bei 
anbauernb falter Sitterung fmbet fie an 23äcfyen unb Carmen Quellen noeb Unterfunft unb 
ytafyrung, unb fobalb eS einigermaßen angebt, fteltt fie auf i^ren altgewohnten Stanborten 
fid? wiber'cin. Seitere Sanberpge unternimmt fie nur beS %cfytS, ba fie nicfyt allein 
ebenfo fc^eu wie bie übrigen £)roffetn, fonbern aucl) in befonberem ®rabc mistramfefy unb 
furcfytfam ift 2luf i^ren Stanborten fdj>wingt fie fiefy balb $u Sarnern ber übrigen Salb* 
bewofyner auf, unb i^rem gellenben 9?ufe leiften nicfyt allein $öget fonbern aud; Säugetiere 
golge. 2td;tfam auf alles, entgeht wenig i^rer Slufmerlfamleit , unb was fie bemerft $eigt 
fie an. 3$t lauter SRuf lünbet baS Dorfid)tig fyeranfcfyteicfyenbe Raubtier, ben gucfyS wie 
ben Solf, bie Silbfa^c wie ben SÖaummarber, ebenfo aber auefy ben ein Silb befcfyleicfyenben 
3äger, weSfyalb fie biefem unter Umftänben recfyt läftig werben fann. SMt biefer $orficbt 
part fid) Gunter * unb 9?egfamleit unb wenn man will eine gewiffe Sift. Dbwol eine 
ecfytc £>roffel, unterf Reibet fie fiel) bod) in manchen Stüden Don ben gefd;ilberten $erwanbten. 
^tur wärenb beS Bingens ergebt fie fid) bis pt ben Sipfeln beriöäume; übrigens treibt fie 
fiefy ftetS auf bem 23oben unb womöglich im Sdnt^e beS bicfyteften ®ebüfd>eS untrer, läuft 
^ier balb fpringenb balb fdj>reitenb bafyin, burcfyftöbert baS abgefallene Saub unb jeben frifcb 
aufgeworfenen §ügel ober fonft entblößte Stellen nad) ^a^rung unb fliegt , wenn fie einen 
Zt\l ifyreS Gebietes abgefud^t l)at ober \l)x etwas auffallenbeS begegnet, mit flatternbem, 
im ®ebüfcfy aber außerorbentlid? gewanbtem ginge Don bannen. So fcfywcr eS xl)x ju 
werben fcfyeint, größere Streden fliegenb in burd)meffen, unb fo forgfältig fie ba^er jebeS 
bedenbe ®ebüfd? auffucfyt unb benu^t, fo meiftcr^aft bewegt fie fid; in u;m, entfprecfyenb i^ren 
furzen glügeln unb i^rem langen Sc^wan^e, wetcfye u)r, wie unter ben SfoubDögeln Sperber 
unb §abicfyt, bie jä^eften Senbungen unb Scfywenfungen unb fomit £)urdj)bringen ber bid;* 
teften $erfd>tingungen geftatten. Um anbere u)rer 5lrt befümmert fie fid) wenig, um 33er^ 
wanbte eigentlich gar nic^t; benn wenn fie wirflicfy einmal unter Sing* unb Sftotbroffelu 
gefunben wirb, gefyt fie unbelümmert um biefe ebenfo gut i^ren eigenen Seg wie fonft. 
®efeltigfeit ift ü;r überhaupt fremb; fie vertreibt eiferfücfytig jebcS anbere ^ärd;en auS bem 
Don u)r gewähltem (Gebiete unb tritt nidjit einmal in ber Sinter^erberge mit ben gleich iljr 
^ier fid? auf^altenben Slrtgenoffen in nähere 53erü^rung. ©ie öodftimme ift ein trillernbeS 
„Srid, Srid /; , bem Sodton ber SHotbroffel entfernt ä^nlicfy, aber fc^narrenber unb tiefer, 
ber 5luSbrud ber ^3e^aglic^feit ein tiefes, l^teS „%a&, Zad", welkes unter Umftänben 
Dietfacfy wiber^olt wirb, ber luSbrud i^rer 5lufmerlfamleit ein weit fd/attenbeS „Xyc, %Ä$ u f 
ber SarnnngSruf ein ^aftigeS „@eic^, gic^>, gid), gic^ /y , welchem im S($red baS „Xad, Zaä", 
Dorange^t ober folgt. Ibgefe^en Don biefen Sauten ^at bie ^mfel einen Dortreff lid;en, flö* 
tenben, weit fdjallenben ®efang, welcher bem Siebe ber Singbroffel an gülle unb ^and;* 
faltigfeit, leineSWegS aber auc^ an bem Sollaut unb ber ^unbung ber einzelnen Strophen ober 
an Klangfülle ber Xöne nac^fte^t, ganj abweicfyenb Don bem ^t^engefange aber in langfam 
feierlichem ^ange Dorgetragen wirb, einem Kirdjenliebe Dergleic^bar. tiefer ®efang wirft um fo 
ergreifenber, als bie 2lmfet u)n bereits in ben erften Sod;en beS 3a^reS Derne^men läfft, 
oft wärenb beS tiefften Sinters, wenn noefy fein einiger unferer 3«9^Dgel wiber eingetroffen 
unb außer bem Siebe beS ßauufönigS unb Safferfd;wä^erS faum ein anbereS bie öbe Sanb* 
fc^aft belebt. 3e nä^er bie ^ßrut^eit l;eranrüdt, um fo auSbauernbcr fingt fie, bcfonberS 



Toffeln. 95 

in bcn ftäten 21bcnbftunben furz oor unb furz uad? (Sonnenuntergang, im Salbe cbeufo 
tool tote in Keinen ©arten ber ootfreid?ften ©täte, jur toat?ren greube Don 3ebermamt. Sie 
Sei alten Singoögetn gibt eS aud? unter ben fingenben 2lmfetn ganz ausgezeichnete, mittet* 
gute unb f$ted?te länger, fold?e, toeld>e einer (Gegenb burefy ben Unterricht ber ^erantoacb* 
fenben Zungen zum u>al;ren (Segen toerben unb fold?e, toelcbe it?r mangelhaftes Sieb in 
unerquidtid?er Seife auf ade umtool;nenben oererben ; eine fo groge $erfd?ibeiu)eit aber 
tote an bem ©cfange ber Singbroffet bemerlt man an bem an unb für fid; ärmeren 21mfetliebe 
nid?t. 23ei leiblichem grüfylingStoetter beginnt baS 2lmfelpärcben fcl>on um bie SUfttte beS 
Wläri, fpätcftenS zu @nbe beS Monats, ben 23au feines Heftes ; ($nbe Sttärz finbet man in 
ber Sfteget bereits oottzät)tige (Belege. £)aS 5)Zeft felbft ftefyt fe(?r oerfd?iben, manchmal auf 
bem 23oben felbft, meiftenS in einer §öl?e oon V-j 2 W? 2 m - über bemfelben, in 9?abel* 
»albern in ben £)idid?teu oon jungem Stangenholz in £aubtoälbern in bieten £)ow* 
büfd?en, 9?eifid?Ij)aufen, in §ö^lungen unb 3toifd?enräumen fnorriger Stämme, auf ^opftoeiben, 
in (Härten ^toifd;en Heuraufen unb felbft in 9J?auernifd?en :c. 3e nad? bem Stanborte 
ift eS größer ober Heiner, bur$fd?nittttd? aber gut unb bid?t, auStoenbig aus bürren Geifern, 
Surzeltoerf, 9ftoS unb Söaumftecfyten gebaut, innen mit feuchter @rbe ober Schlamm aus* 
geflebt unb mit toenigen ©raSblättd?en unb §almen ausgefüttert. 9ftand?mat fe^lt bie @rbe, 
manchmal bie innere Auslegung fo gut als gänzlid?. £)te brei bis fed?S jartfc^aligen, 
oerf c^iben geformten unb gefärbten @ier zeichnen auf bunf lerem ober lichterem blaulid?* 
grünem (Grunbe Heinere ober größere lefym* unb roftrote, oft oertoafd?ene gleden, toeld?e 
über baS ganze @i mefyr ober toeniger bid?t verbreitet flehen. 9to baS Seibcfyen brütet 
unb zeitigt bie jungen innerhalb fünfzehn bis fed?zel?n Sagen; beibc eilten aber tragen 
benfelben eifrig gutter p, obfd?on baS Seibd?en aud? l?terin ben §)au£tteil ber Arbeit über* 
nimmt. So fd?eu unb oorfid?tig bie Slmfel aller Drten unb inSbefouberc am tiefte ift, 
fo ängfttid? fie ftd? gebärbet, toenn ein Menfd? biefem zu nat?e fommt, laun eS bod? gefebetyen, 
bafS fie ba, too fie oiel mit ben Menj d;en oer!el;rt, nid?t allein i^r SJliStrauen nad? unb 
nad? gänzlicfy ablegt, fonbern aud? in ein toafyreS greunbfd?aftSoerl?ältniS mit ü?rem (Gaft* 
freuube tritt. 3n ben fleinen Statgärten $. 23, treibt fie ityre ®efd?äfte otjme alle Sd?eu 
oor ben \\)x befannten 23efud?ern. Sie brütet in unmittelbarer ^täl;e ber belebteften Strafen, 
fommt fogar, toie unf er Mitarbeiter (Gräßncr erfuhr, angezogen burd? anbere, zumal burd? 
3unge ifyrer Irt bis in baS innere ber Käufer unb füttert unter Umftänben eingebauerte 
Saifen i^rer Slrt, ofyne SRüdfid?t auf bie neben bem Käfige oer!el;renben Menfcben auf. 
„3u Anfang ber fed^iger Satire", fd?reibt mir ein finniger 23eobad?ter ber Zkx* unb 
^ftanzcntoelt, „l?atte ein 21mfefyar unter bem £)ad?e meiner (Gartenlaube fein 9ieft angelegt. 
3cfy fud;te i^>m tunlic^ft Sc^u^ unb Pflege ju gebären, fperrtc ben $a^en ben 3 u S an 9 
pm tiefte burc^ eine 551ec^tafel, bereu iöefeftigung baS brütenbe 3Öeibd?en ungead;tet 
beS babei unoermeibtidjen ©eräufc^eS gefd;e^en lie§, o^ne fein ißrutgefc^äft ju unter* 
brechen, unb ftreutc auf eine in bie TOfye^beS Heftes gepeilte Stufenleiter Slmeifen^u^en 
Zum gutter tyin. Sie blieben unberührt ; ' nac^bem aber bie Zungen auSgelroc^en toaren, 
n>urbe baS Seibc^en lü^ner unb näherte ficf> mir, toenn ic^ in ber Wfyt beS Heftes grub 
ober Unlraut ausraufte, um ein bei biefer (Gelegenheit ettoa ztt Sage geförberteS Kerbtier 
ober Sürmd;en z^ er^afc^en. 3dj> benu^tc biefeS ^tx^tn oertraulid?er 31unä^erung unb 
ftreute 5lmeifenlaroen, erft entfernter bann nä^er an bie Stelle, too idj befc^äftigt ivar, 
nad? unb nad? bis biebt oor meine §anb, unb ^atte balb bie greube in fe^en, bafS ber 
SSogel baS gutter nidtf allein in ber 9^ä^e meiner §anb, fonbern §rt>tfc$en meinen gingern 
unb iwltty fogar aus ber flauen §anb nal;m. 51nfänglic^ oermieb \§ babei jebe 53etoegung 
unb iebeS an^altenbe §inbliden; f^äter bebnrfte eS nid?t einmal biefer SSorfic^t, um meinen 
®aft beim ^a^le nid>t z« ftöven. J03a(b lernte bie Slmfel nid?t allein mic^, fonbern aud? 



96 SKoffefe. 

meine Angehörigen fennen , tarn geflogen, fobalb id) im (harten ersten nnb folgte mir, Bis 
icfy Ameifenvu:vpen , it>eld>e balb einen ttic^t unbebeutenben Soften in meiner SirtfyfctyaftS* 
ausgäbe btlbeten, xi)x verabreichte. §atte fie mein kommen nid/t bemerft, fo brannte icfy 
nnr ju rufen, nnb fie erfdjten fofort aus bem fie bergenben Raunte ober (Strauche, yiityt 
lange toärte eS, nnb fie lernte and? mein im (£rbgefd;o(S üegenbeS Arbeitszimmer fennen, 
befugte baS genfter, um bie bort für fie auSgeftreute 9ca^rung ju Idolen, !am pm geöffneten 
genfter herein in bie ©tube nnb fefete fiefy, tvärenb id; las ober fcfyrieb, auf meinen Arbeits 
tifd), flog fogar burefy mein ^immer in baS angren^enbe. 2113 bie Zungen flugbar geworben 
toaren, fiettte fie bie Amfelmutter meiner gamilie vor, unb tvärenb fie baS gutter in (Smvfang 
na^m, faßen ityre Kinber auf ber (Gartenbau! neben ben meinigen, ityrer A^ung burefy bie 
Butter tjarrenb. ^ac^bem bie erfte iörut ausgeflogen, baute fie fiety ein jtoeiteS 5Reft 
auf bem genfter eines in meinem §aufe eingebauten, großen (Getväd^aufeS hinter ben 
kaufen einer Cobaea scandens, nacfybem biefeS feine £)ienfte getan, etrva eine (£lle bavon 
ein britteS , unb als and? biefeS auSgenu^t tvar , brütete fie fogar pm vierten $Me unter 
iöenu^ung beS 51t sfaeit erbauten Heftes. 9todj tvärenb beS §erbfteS unb Sinters fefcte 
fidj unfer freuubfcfyaftlidjeS 33erlj>ältniS foioeit fort, bafS fie vom genfterbrete ifyre sjcafyrung 
fyolte; im folgenben 3at;re ift fie mir entfd^nmnben. Ob fie räuberifcfyen Kaljeu pr 23eute. 
geworben , ob fie ber ^catur o^ne frembe 53ei^tlfe ben legten $011 entrichtet , ob baS (Gebot 
eines neuen (hatten fie in anbere (Gegenben geführt i)at: id> vermag es nicfyt $u fagen." 

Unter ben norbamerüanifcfyen £)roffeln, von benen, ivie eS fcfyeint, alle biejenigen, tveld)e 
ben ^o^en Sorben ber Seftlj)älfte betoo^nen, anä) als 3rrgäftc bei uns fiefy einfinben, mag 
bie Sanberbroffel obenan geftellt toerben unb jtoar befonberS aus bem (Grunbe, n>eil 
fie eS ift, tveld)e ioir am ^äufigften, neuerbingS fogar regelmäßig von brüben l;erüber ge* 
feubet erhalten. Ungeachtet fie als länger toeit hinter ber Salb* unb 9?ötelbroffel prücf* 
ftetyt, iat)lt fie bod; ju ben befonberen Lieblingen ber Amerikaner, toeil fie nad; Art unferer 
Amjet ungefcfyeut auefy in näcbfter 9tä^e ber Soi;uungen fid; anfibelt unb ptoeilen i^r 
s Jceft felbft in ober unmittelbar an (Gebäuben errichtet ©d;on h)x SanbeSname ,,^obin /y 
ober ^otfe^en beutet barauf lj>in, bafS bie erften Anfibler burd; fie an einen SieblingSvogel 
ber alten §eimat erinnert tourben unb xl)x vom Anfange an toarmeßuneigung entgegenbrachten. 
Severe i)at in Amerifa bis heutigen £agS fid; erhalten, Keine 2)roffel ift allgemeiner 
befannt, leine toirb häufiger im Käfige gehalten als fie. 3 U Bibern tragen aüerbingS ber 
toeite SßerbreitungSlreiS beS Vogels unb feine regelmäßigen Säuberungen von Sorben nad; 
©üben unb prüct n>ef entließ mit bei. 23on Sabrabor bis p ben am (Golfe von 9ttejifo 
gelegenen ©taten unb von Often bis nad; Kalifornien l)at man überall (Gelegenheit, fie p 
beobachten, toenn nid)t als S&xut*, fo bod; als Sanbervogel. 3^r Sieb tönt, nad; Aububon, 
bem^unbigen entgegen, toeld;er bie Silbniffe unb ^inöben ßabraborS burcfyftreift; i^ren ®efang 
vernimmt man vor ber Abreife in ben füblid;en ©taten; fie finbet man aller Orten frei in 
Un Sälbern unb ®ebüfcfyen ober gejä^mt in Käfigen ober enblicfy tote unferen Krammetsvogel 
maffen^aft als Silbpret beS 9i)?arfteS. ©nen eigentlich norbifd;en $ogel !ann man fie nid?t 
nennen ; fie brütet vielmehr tvie unf ere Amf el in allen ©taten stt)ifd/en ben angegebenen (^renjen, 
fyier unb ba (;äufiger, bort liberum feltener auftretenb. Sefen nnb betragen, ©itten unb 
C^eU)o^eiten unterfcl)eiben fie menig von ben euro|)äifc^eu Skrtoanbten , mit benen ioir fie 
oft vergleid;eu lönnen. 3n ü)rer Haltung, i^rem Saufen unb ©^ringen, i^rem Qnäm mit 
©c^tvans unb glügeln fotvie im ginge gleid;t fie anberen 3)roffelu. ©er ©efang ift iveber 
ausgezeichnet nod; fcfyled/t, ungefähr ein TOttelbing jtoi|d;en ^m Siebe unferer ©iug* unb 
bem unferer Sad;olberbroffel. 3m Sßergleic^ ju erfterer fe^lt i^r bie 3^and)faltigleit unb 
Änbung ber ©trogen; bod; erfet^t fie burc^ guten Sillen manche Mängel ,. toelc^e u)rem 
(^efange anhaften unb %tyU im ^o^en ^torben immerhin p ben ^ervorragenben ©ängeru, 



£>roffetrt. 97 

toeit fie eS ift, toetcfye bie (ünnöbe in anmutiger Seife Belebt. Sluffaltenbertoeife Bin id) fetBft 
auger ftanbe, ein Urteil üBer ben ®efang aBjugeBen, toeil icfy Bisher nod; feine einzige biefer 
Coffein im täfige, vielmehr 'alle unter ben übrigen Vögeln meiner großen gtuggeBauer 
gehalten fyaBe. Sie bie Vertoanbten Beginnt bie Sanberbroffel in i^rer SintertyerBerge 
Bereits im 3annar $u fingen, trägt i^re lieber mit vollem geuer aBer bocfy erft am 23rut* 
pityt vor. 3n ben mittleren unb nörblicfyen ©taten erfcfyeint fie mit ber ©djmeef^metse, 
in ber feiten unb britten Socfye beS äftärj, im i^en Sorben jebocfy erft im 2tyrit unb 
manchmal nod) fpäter; benn toärenb fie im §)erBfte in größeren Sru^S toanbert unb unter* 
n>egS anberen fid? aufstießt , fe^rt fie im grü^ja^re in fleineren ®efettfcfyaf ten jurüd , ver* 
toeilt in alten u)x ^ufagenben (Mieten unb lommt fo verhältnismäßig tangfam vorwärts. 
(£rft im yjlai, toenn baS §feft fcfyon votlenbet unb Belegt ift, fingt fie mit botler traft, unb 
u)re Sieber l;aHen bann in jebem Salbe, in jebem @ arten toiber. £)aS üfteft nrirb Batb 
in SSüfcfyen, Batb auf toageredjten $m£&m ber verfcfyibenften 25äume, in ber Sfteget toenig 
verBorgen angelegt unb aus blättern, altem ®rafe unb Sftofe errietet, innen mit Setym 
auSgefteBt unb in ber napfförmigen SDMbe mit fur^em, verrottetem ©trol? unb ®raS auS= 
gefteibet Vier Bis fünf grünlicfy Blaue, ungeftedte ©er Bitben baS Belege. £)aS SetBcfyen 
Brütet allein; Beibe Ottern aBer legen bie größte Siebe unb 3 a '^^ct?^t für u)re 33rut an 
ben £ag, verteibigen fie mit WIM gegen jebe ®efatj>r, inSBefonbere aud? gegen ben tufuf, 
toeld^er feine ©er gern in bie Hefter biefer 2trt legen folt, genauen ficfy aBer toie unfere 
2lmfet an bie Sftacfybarfcfyaft beS Sttenfcfyen unb füttern ungef^eut vor ben klugen eines 
©aftfreunbeS , beffen Soltootlen fie erfannt I^aBen. 5luf ^k erfte SÖrut folgt eine jtoctte 
unb, nad) Verficfyerung einzelner gorfcfyer, nocB eine britte im Saufe beS 3atjreS. 

Unfere ©ingbroffet fcfyeint im Sorben ImerifaS burcfy bie Salbbroffet toürbig ver* 
treten $u toerben. 2ttte eingeBorenen gorfcfyer finb i(;reS SoBeS voll, unb aucfy beutfdje 
^eifenbe, toetcfye "jtotfc^cn Beiben vergleichen fonnten, Beftätigen, bafS bie amerilanif^e 5trt 
im ©cfangc toenig hinter ifyrer beutfd;en Verioanbten prüdftetyt. s 2lubuBon fyricfyt mit 
toa^rer Söegeifterung von u)x unb er^tt in lieBenStoürbiger Seife, Stote großen £)ant er 
gerabe biefer tröffet fd;utbe, toeil fie ü)n, toärenb er einfam bie Salbungen burcBjog, oft 
Socken lang fern von %Jlm\fym teBen muffte unb fd^toS ©türmen unb Untoetter aus* 
gefegt ioar, bur^ i^r ^ertic^eS Sieb fo oft ertyoBen unb getröftet ^aBe. £)er $oget Betoo^nt 
in ben (Sommermonaten baS gan^e geftlanb oon ber gmbfonSBaty Bis gtoriba, toanbert eBen* 
falls mit beginn beS §erBfteS, ot;ne jebod; eBenfo aufzufallen unb beS^alB fo arge Verfolgung 
p erteiben toie bie Sanberbroffel, unb fetyrt mit beginn beS grü^Ja^rS, jebocfy nic^t bor 
Sl^rit auf i^re alten ©tanb^tä^e prüd. 3n ben mittleren ©taten erfcfyeint fie, taut 9?uttatl, 
.Stotf^cn ben erften unb fünfzehnten gebadeten Monats, metter nacfy Sorben ^in erft im $toi, 
• unb fünbet mit bem ©rauen beS ^D^orgenS i^re s 2lnfunft im Salbe burd; i^ren ®efang an, 
toetc^er oon ber ©pi^e beS ^öd;ften Raumes t;eraB vorgetragen toirb, als ber nötige 2luS^ 
brud beS (SntpdenS üBer baS ^euertoac^en ber 9^atur. ©er ®efang Befte^t ^max nur aus 
wenigen Sauten, ift aBer fo Iräftig, aBgerunbet, !lar unb Itangoolt, bafS er feine Sir!ung 
auf ^liemanb verfemten lanm „3d? toeiß nid;^, fagt 5tubuBon, „mit toetcfyem ^ontoerfjeuge 
ic^ i^n vergleichen möchte; benn ic^ fenne lein einiges, toet^eS fo metobifc^ unb Ijjarmonifd) 
toäre. 5lBtoec^fetnb ergebt er fidj ju voller ^raft unb fällt bann in anmutiger gotge ju 
einem laum vernehmlichen (^epfter ^eraB, als toolle er alte ©efü^te beS Batb ^offenben 
unb Balb verjagenben SieB^aBerS auSbrüden", 5luc^ ber im Vergieß p^lubuBon trodene 
^uttatt !ann fid; nic^t enthalten, in ä^nlid;er Seife fid) auSptaffen, giBt aBer nodj> an, 
bafS baS Sieb regelmäßig aus vier Seiten ober ©trogen Befte^t, toetc^e in aBgemeffenen 
3toifc^enräumen auf einanber folgen, enblicf) in auSbrudSvotter unb fc^meid;elnber ©n^elligteit 
ficfy vereinigen unb Bei jeber Siber^olung ftangvotter unb lieBlid^er werben, „©0 jcfynnerig, 

5Bvel)m, gefaugene Söögei. II. 7 



9g Srofieltt. 

wenn nicfyt unmöglich em erfd^etnen mag, einen begriff oon ber (Sigentümlicfyfeit i)e^ ®efangem 
Diefem tonreicfyen ©nftblerS ^u geben, barf man bodj> jagen, bafm unter ben einzelnen klängen 
bie jubetnben Silben „feoi, äroi" abfonberlid; fließenb fyeroorftecfyen nnb oon einem in §toet 
unterbrochenen halten tt>ibertj>olten Brüter gehoben werben. SSerfdn'bene ^ftebenbuler feuern 
ficfy gegenfeitig jum ®efange an, unb gar nicfyt feiten enben ibre Sieber mit einem heftigen 
Kampfe." Sie bei anberen Droffeln vernimmt man bam Sieb biefem föfttid;en Sängerm fdjon 
in früfyefter borgen* unb nocfy in fpäter Slbenbftunbe ober aber, toenn ber §immel bun!el 
unb trübe ift unb anbere $öget fd;tt>eigen, unb gerabe be^alb fommt em fo fcoll pr (Geltung. 
Die Salbbroffel $fyt in ben freuen unb prüdge^ogenen Vögeln ber norbamerüanifc^eit 
Salbungen. 3n ber ^egel trifft man fie einzeln ober in sparen, toenn nid)t mit Singen 
befd)äftigt, am liebften in nieberem, büfterem 23ufd;n>erf in ber ^äfye oon ®etoäffem ober 
aber in ber Ibone oon Räumen, n>eld)e oom toilben Sein überranft unb oerbunfett toerben. 
Sie unfere SDftftetbroffel entfernt fie fid; oft toeit oom ^efte, um ju fingen, otetfeicbt toeit 
fie mit großer SRegelmäßigfeit einen unb benfelben 33aum ^um Vortrage iljrer Sieber $u toäfylen 
pflegt. 3 uit> eilen fört man atterbingm aud; einige Saute in ber 9Mtye u)rem Seüxfyenm; ityre 
flangoollften borgen * nnb 2lbenblieb.et aber tönen ftetm oon ber ^öcfyften Spi|e einem bie 
übrigen Zäunte überragenber §icforty ober fonftigen Salbbaumem t;erab. 9tacb Sonnen* 
auf gang pflegt fie in ben büfterften Xeil bem Satbem ficfy jurüdju^ie^en , ioie fie aucfy ftetm 
nur fold;e (Stellen bem Satbem jur Anlage tf^rem Tceftem toäfjtt Seigerem toirb auf einer 
Unterlage öon abgefallenen ^Blättern aum altem ®rafe, $iofe, Sür^eld^en unb hänfen er* 
rietet, innen mit Seljmt gepflaftert unb in ber 33culbe mit feinem @»etoürjel aufgelegt. Die 
oier Bio fünf (Stet laffen faum bon benen ber Sanberbroffel fid; unterf Reiben, urie überhaupt 
bam gortyflanpngmgefd^äft ntcfytm ab(onbeiiid;em t)at. 21ud) im übrigen toeic^t bie Salbbroffel 
toenig ober nid;t oon il;rer 2$erft>anbtfd;aft ab. 

Der näcfyftbefte Sänger unter ben amerifanifd;en Droffeln fcfyeint bie ^Ötelbrofjel 
$u fein. 3t)x ®efang erinnert in Meter ^infidjt an bam Sieb ber Salbbroffel, ift jebod) 
weniger fräftig unb beftetyt aum einer 9?eitje oon oft ftnberf)olten, oerfcbiben betonten trillern, 
n>eld;e burcfy große 3 a *tf? e ti ^b ^o^en Sollaut fid? aumseidmen, fo bafm man mit wahrem 
Vergnügen sufyört. 9'iuttaU oerfucfyt bie £aupttöne ber Strome burd) bie Silben ,fityu, 
oit)U, oi^u, miety, U)ie^, ioie^u, U)ie^u ? loilile, n>ilile, toieltll, toiltlill" toiber^ugeben , bemerlt 
aber auöbrüdlicb, baf^ man ftcfy eine falfc^e 33orftellung beg ©efangeS machen toürbe, sollte 
man oon ber fc^einbareu (Sintönigfeit biefer Saute auf ba£ ©anje fd;liegen. 23ielfad)c 5lb^ 
änberungen oerlei^en beut Siebe tro£ aller Siber^olungen ber einzelnen Strogen ©n^elligfeit 
unb Seife, nnb ber Dtame „ ^ac^tigall", loelc^en biefe Droffel, freiließ ^auptfäc^lid) megen 
u)re3 Singend am fpäten Slbenbe erhielt, erfd;eint be^^alb nic^t ungerechtfertigt. ®etegentlid; 
oernimmt man übrigen^ auc^ ein ärgerlichem unb tläglic^e^, bem be3 ^a^enoogelm ä^nelnbe^ 
Miauen ober ein ^itternbeö „ißlö!en /y , toelc^e^ an baS einem Sammeö erinnert; ju anberen 
3eiten ^ört man ein melaud)olif d;em , ftagenbeS „3i^u ;/ , bem unter Umftänben ein ^aftig 
unb ungebulbig ^eroorgefto§ene3 „3iut, 3iut /; folgt. 3n ^enföloanien unb ^euenglanb 
erfc^eint bie ^Hötelbroffel §u Anfang beö WM, betynt aber i^re Säuberungen nad) Sorben ^iu 
nod) n>eiter aum unb ^iefyt möglid;ertoeife bim Sabrabor. 9iad) Süben ^in reift fie im Oftober 
ab\ oiele überwintern in ben Sftirtenfümpfen Süblarolinam , ein £eit bürfte aber n)ol aud; 
bim jum ©olfe öon ^ejilo »orbringen. Sieblingmaufentfyaltc oon i^r ftnb fd)attige, büfterc 
^Öuf($ränber um ^en>äffer unb Sälber, ^utoeilen auc^ abgelegene, bufcfyige Stellen ber ©arten, 
»on tto aum fie bann namentli^ mit ©inbrud; ber s ^ac^t i^ren ®efang üerne^men 
läfft. Sie alle einfam lebenben Droffeln grenzt fie fiefy i^r 92iftgebiet gegen benachbarte 
^ärd?en ab, uub jtDei 5DZänud)en liegen beml;alb oft in lebl;afteftem Streite. £)a$ Sfcejit 
loirb im DJ^ai an ber bunlelften Stelle bem Salbem ober ©artmm, regelmäßig in niebrigen 



imb bornigen iöüfc^en, aufteilen aber aucfy ooltfommen nnbcbedt, feiten l m - über, meift nocfy 
netter am ©runbe ober felbft auf bem SBoben erbaut, ähnelt beut beS Ka^enoogetS fefyr, ift 
oer^ältniSmäßig groß, befielt äußerlich aus trodnen blättern, 9ttoS uub ©raS^atmen, innerlich 
aus feinerem ®rafe, garten Surfen uub oerfcfyibenen SJftoSarten; Öe^ut uub Erbe toirb 
nic^t oertoenbet. £)te oier bis fecbS ©er fiub fmaragbgrün uub fledenloS. Dbtoofyl baS 
^ärc^eu feine jungen mit großer 3«^tlt(^!eit liebt uub pflegt, legt es bocfy bie u)m äuge* 
borene Sdj>eu aud? am ^efte nicfyt ab, läfft ftd? toenigftenS, nacfy 9iuttatlS Erfahrungen, 
nicfyt feigen, toenn ein 9ftenfdj tu bie yiäfyt beSfetben !ommt. 

£)a bie flehten norbamerifanifctyen £)roffeln crft in ber ^eu^eit unterfcfyiben uub ge* 
nauerbeftimmt würben, fe^lt eS bis \t%t an etngel^enben £ebenSfcfyitberungen ber einzelnen Wirten. 
Selbft bie fyeroorragenbften amerifanifcl)en 35eobad)ter Silfon, Aububon, ^uttall unb 
anbere unterfd?eiben bie ftd) atferbingS innig oertoanbten £)roffeln ttic^t, unb ba^er fommt 
eS, bafS i^re Angaben über eine Art in mand?er §)inftd)t gerabep ftd> toiberfprecfyen. £)ieS 
gilt namentlich tjinfid)tlid) ber Scfyilberung beS ®efangeS; benn Mrenb bie einen ber 
Einftblerbroffel 5. 35. ein ftang* unb tt)ed)felreid)eS Sieb nad)rüT;men, oerftcfyern bie anberen, 
bafS fie gar leinen ®efang fyabe, fonbem nur einige ftingetube Xöne »ernennten laffe. Erft 
bie 23eobacfyter ber neueften ]*0 t beifpietstoeife Eooper, unter fd^eiben bie $öget, geben aber 
teiber fe^r utttjoliftättbtgc SebenSfdnlberungen, fo bafS toir einfttoeilen nocfy nicfyt in ber Sage 
ftnb, baS ieber 2lrt eigentümliche t;eroorsufyeben. Entfpred)enb ifyrer geringen ®röße unb 
erftdjttid)en $ertoanbtfcfyaft mit uuferen 9?ad)tigatlen führen alte flehten £>roffeln, alfo nament- 
lich bie Ehtfibter*, länger*, ®ramoangen* unb 3toevgbroffet, eine fetyr oerftedte SebenStoeife. 
SBefonberS beliebte Aufenthaltsorte oon u)nen f drehten bie enblofen, bem beobacfytenben gorfcfyer 
meift unpgänglid;en SSrücfye ober (Sümpfe ju fein ] toeld?e ju beiben Seiten größerer ameri* 
fanifd)en Ströme, namentlid? beS Sftifftf ftppi , meilenweit fid; ausbeizten unb nicfyt allein 
mit §ocfybäumen, fonbem aucfy mit allerlei oertoorrenem ®eftrüpp bicfyt bett>ad)fen ftnb. 3n 
biefen l;eimlid)en 3uflucbtSorten leben unfere $öget toärenb ber iBrut^eit, oerlaffen fie bagegen 
notgebmngen, toenn bie l;erbftlid>en SRegen bie Ströme ^ö^er fcfytoetlen unb and; bie gebauten 
Sümpfe mit überfcfytoemmen. £)amt begegnet man iljmen in größeren ober Heineren glü* 
gen, unter Umftänben in ^efeHfd;aft ber Salb* unb Sanberbroffel, auf oeu be* 
uad)barteu §ügeln; fobalb i^re eigentlichen So^nft^e aber toiber freigelegt toerben, lehren fie 
^u biefen prüd ©ic 3^ßtgbroffct traf (E 00 per in einigen leiten Kaliforniens Sommer 
unb Sinter an benfelben Drtlic^fciten , im £ale beS Eolorabo aber nur als Sintergaft 
an, ebenfalls bloß in ben buulelften, fc^attigfteu £)ictid)ten, in benen fie fd>eu unb surücf* 
gebogen lebt, ^öc^ftenS im äuüticfyt auf lur§e Streden oon ü)nen ftd) entfcmenb, ®en 
®efang fc^itbert er als aus toenigen, llingelnben Sönen befte^enb, toie fie aud) anbere Irten 
ber ©ruppe oerne^men laffen. 3Sou ber Säug erbrof fei fagt er, bafS fie neuerbingS mel;r 
unb me^r nac^ Seften ftcfy oerbreite unb fc^on wiber^olt in ber SRtyt oon San granjiSlo 
beobachtet toorben fei, i^re eigentliche §eimat aber im ^o^eu Sorben beS SanbeS ^abe, siemlic^ 
l;äuftg beifpielStoeife um ben Sflaoenfee, ben unteren ^aden^ie uub ben oberen 3ufonftufS 
oorlomme, ein betounberungStoürbiger Sänger fei, u)r 9^eft in niebereu 59üfc^en erbaue unb 
auf blauem ®runbe mit ja^lreic^en, roten gleden betüpfelte ©er lege. 3$ou ber Ein* 
f tblerbroffel geben lububouuub^uttall äiemlicfy einge^enbe S3ef Reibungen ; bod; fragt 
eS fic^, toie oiel baoon auf fie allein belogen ioerben barf. Erfterer fpric^t i^>r eigentlichen ©efang 
ootlftänbig ab unb bemerft, bafS fie bloß einige fanft flagenbe ^öne fyaht, toelc^e man fetten 
in größerer Entfernung als auf fünfunb^toan^ig bis breißig Stritte oerne^men !önne. 
^tuttall bagegen fagt, bafS fie ber ^ac^tigatt niebt allein in ber gärbung äl;nete, fonbem 
aud) laum im ©efange nad;ftetye unb im ttange unb ber öiebtic^feit i^re ^öne fogar bie 
Salbbroff el übertreffe. 3dj befi^e feit einiger 3cit Einfibler * unb ®ramoangenbroffel lebenb, 



100 3>rojfetii. 

fyabt aber oon ben beiben Etüden ber erftgenannten SüCrt , toetcfye freiließ zufällig Seibcfyen 
fein formen, gar feinen, oon ber ©rautoangenbroffel nnr Jene fttngelnben Saute vernommen, 
toeld^e am beften mit einzelnen Seiten beS Siebes unfereS $Rotfet)lct)en3 oergticfyen toerben mögen. 
£)a3 9?eft befd;reibt 2lububon als einen auf ben nnterften S^gen ber SBäume, feiten 
met)r als 2 m - über bem ®runbe ftet)enben, flehten, aus fet)r forgfättig juf ammengelegten 
gtoeigen nnb blättern errichteten 33cm, melier im inneren mit garten ®raSr)atmen fauber 
auSgef leibet ift, aber feine Spur oon Erbe ober Set)m $eigt. £>aS erfte (Belege finbet 
man im Styrtf, baS jtoette um bte S^ttte beS 3uni. 23eibe Ottern gebärbett fidj angefici)tS 
eines gehtbeS fet)r ängfttid?, lieben it)re 33rut überhaupt fet)r unb führen fie nod) längere 
3eit nad) bem ausfliegen, rockt bie gänje ®efettfd)aft meiftenS auf bem 23oben ficfy untrer* 
treibt, Sooiet. id) an meinen beiberartigen befangenen fet)en fann, unterfct)eiben fie fiel) tn 
Haltung unb 25eroegung oon anberen £)roffeln toenig ober nid)t, erinnern pmat an bie 
Singbroffet. gtiegenb bagegen f ollen fie, laut 2lububon, nur feiten bis ju größeren £ör)en 
fid? ergeben, oietmet)r nad) 5lrt ber 9?acl)tigatlen, eigentümlid) gteitenb, in geringer £öt)e 
über bem 23oben fortftreicfyen unb fobalb als möglich toiber Unterfd^lutof fud)en. 

35on ber pracfytootten Söuntbroffel, bem „SRobht beS SeftenS" gibt (Eooper eine 
fur^e SebenSfd)itberung. 2lu$ fie gehört bem l)ot)en Sorben an unb ^eigt ftd) im unteren 
Kalifornien nur im Sinter, felbft bann no$ met)r ben Sorben als ben Süben beS Sauber 
cmffudfyenb. Sftöglict) fdjehtt es, bafö einzelne in ben büfteren, immergrünen Kälbern beS 
Sorbens brüten; bocr) traf unfer 23eobact)ter fie auf ben ®tyfetn ber (Sierra Dleoaba nic^t 
an. 3m Dftober erf feinen fie in ben Sälern, unb im Sinter finb fie in ber ^ät)e oon 
(San gran^iSfo fet)r t)äufig. 3lnfänglid) oorficfytig unb fct)eu, nähern fie fid; im Verlaufe 
beS Sintert met)r unb me^r ben Käufern unb laffen fiel) bann unb toann and; oernet)men, 
^uerft freilid; in fehteSroegS angenehmer Seife, ba fie nur f grille, tiefe Söne auSftofjen, 
toetd;e aus oiel größerer Entfernung ^er^ufommen flehten, als bieS tatfäd^lid? ber galt tft? 
Erft fpäter fotl man einen roirftid;en ©efang unb tfvax „ein anmutiges ©ejtoitf^cr " oon 
ilmen oewet)men. Verfolgt, oerbergen fie fid? fcfyleunigft im bic^teften ©e^meige unb ftt^en 
^ier längere $eit unberoegtid? ftitl. £)aS 9teft ähnelt bem ber Sanberbroffet. 

Seit beffer als biefe ^um Seit „beutfd)en 2Si5gel ;> fennen mir, Ü)anf ®offe unb §)tll, 
bie beiben s Irten, roetd)e 3amaifa kroor)nen, bie ®otb* unb ®ta3augenbroffet. Erftere, 
auf 3amaifa unter bem tarnen „p^fenber ^id;arb" ober „ ^toeigrof c^enfüc^tein u ^iemtic^ 
allgemein befannt, fdjeint alle geeigneten Örtticfyfeiten ber 3nfel ^u betoo^nen, ba man fie 
ebenfotoot in ben Salbungen ber Siefe aU in foteben auf ben bergen finbet. §ier tft 
fie, taut $\H, an manchen Stellen überaus l;äufig unb erfüllt toörenb ber ^3rut^eit bie 
Satbungen mit it;rem flaren, ftangreic^em ©efauge, loelc^er nad; $erftcfyerung genannter 
gorfc^er bem unferer Stufet au^erorbenttic^ ät;ntid) fein fotl, obfe^on er au^geseic^neten 
©ängern ber letztgenannten ^(rt an ^anc^fattigfeit tool nadjftetyen mag. Wtxt ber 5lmfel 
kergteicfyt man auc^ it;r betragen. iHeblingstytät^e oon i^r finb bie (Spange unb (^i|)fer 
ber §ügel, oorauSgefe^t, bafS fie genügenbe 2)edung bieten. Sie unfere 3lmfet ^u>ft fie 
^ier auf bem ^Boben, bafjmt, foramt bann unb toann auf bie Sege ^erauö, treibt fieb 
oft bicfyt oor bem Leiter um^er unb gleitet in rafc^em, jä^em ginge oon S3aum #i $3aum, 
S)er muntere ®tan^ i^rer klugen, i^re be^enben ^3emegungen unb (Märben, ba§ Si|)toen 
beö langen Sd^man^eS, it;r 3^^^" mit biefem unb ben gtügetn oertei^en i^r eine abfonber^ 
tic^e Sebenbigfeit, meiere nod; er^öl;t totrb burd; it;re oft in fd;neUer Sibert;otung ertlingenbe 
Stimme. ^)ie Söne, toetd;e man oon it;r oernimmt, finb fe^r oerfc^ib^n; §utoeiten ^ört 
man ein eintöniges „$tid, tlid, ^tid /V f toelcfyeS ber Sodton ju fein fdjehtt, bann toiberum 
me^r freifc^enbe Saute unb enblid) i^ren reichen unb flangootten ®efang, toetc^en fie toie 
bie ^Imfel oon er^ö^tem Si^e aus unb pmat in ber frü^eften iO^orgenbämmerung vorträgt, 



Sioffetn. 101 

manchmal mit ootlem geuer, oft aber aucfy in l?albunterbrücfter Seife, als fange fie nnr ju 
intern eigenen Vergnügen, ffllit s 2tuSna^me ber Monate £)ecember unb 3anuar fift man 
fie ftetS einzeln, um biefe 3eit aber toenigftenS in fleinen ®efellfcfyaften, ^untat in ber %T0}t 
ber oon ben börrenben Sinben nod) nicfyt auSgetrocfneten Sachen. ®egen bie 35rutseit tun, 
tuelcfye in unfere (Sommermonate fäüV Stenjt ficfy jebeS ^ärcfyen fein 9?iftgebtet ab, bie 
$?änncfyen fingen jefct fleißiger als je, eifern einanber ^um ®efange an unb übertönen alte 
übrigen länger be$ SatbeS. £)a3 9?eft ift napfförmig unb aus feinem (^en)ür^et auf einer 
Unterlage oon blättern unb bünnen feigen erbaut , fein (Stanbort oerfdn'ben; ba3 Belege 
enthält toeige, btdjt bunM* unb blaurot gefprenfelte ©er. £)ie (StfaSaugenbroffet, ba$ „®ta8* 
(&tanfr ober gifcbauge" ber £ktoo$ner 3amaifa3, fcfyeint bie eben gefdnTberte SBertoanbte im 
(Gebirge in oertreten, betoo^nt §ter biefelben Ortzeiten, in benen jene $croft, beträgt fid) 
toef entließ genau in berfelben Seife unb fcfyeint aud; im ®efange toenig oon ü)r fid; 31t 
unterfcfyeiben. 

Über bie brafilianifcfyen £)roffetn oerbanfen nur namentlich bem ^rinjen oon Sieb 
TOtteitungen. „Überall", fagt er, „tragen biefe angenehmen länger burä) ifyren lauten, 
oollen unb flötenben ®efang oorpgtidj) oiel jur Belebung ber ®ebüfd)e unb Sätbcr bei, 
unb in allen Weltteilen t;aben fie ettoa gleiche SebenSart unb (Sigentümlicfyfeitem £)ie 9^ot- 
baucfybroffel betoo^nt gteid; it>ren europäifeben SBertoanbten alte brafitianif cfyen , oon mir be^ 
fud;ten Sätber unb lommt aud; in toenig aneinanber fyängenben ®ebüfd;en oor. 3§x ®efang 
tft laut, ooltftimmig, ftötenb unb oon angenehmer 2Ibn>ecfyfelung, jebod) oietteicfyt loeniger 
oerfcfyibenartig oertönt als ber unferer ©ingbroffeL Inf ber &$\%t eines SatbbaumeS 
ober im ©Ratten bunfet oerflocfytener Salb^toeigc ft^enb, ift fie eine ber größten $ierben 
jener maieftätifcfyen Sätber, unb in ben tofoSfyainen ober tofoSpflanpngen fyabc id) fie 
t;äufig im (Bäjatkn ber t>ot;en, im Sinbe toogenben, erhabenen (SklDäd^fe unmittelbar bei 
ben Wohnungen ber Oftenfcfyen, befonberS abenbS unb morgend in ber Ä;tung ifyren 
®efang anftimmen fyöreh. £>urd; biefen neu belebten ®efang oerfünbet fie jur ^ar^eit baS 
übrigens faum ^u unterfebeibenbe grüfyjatyr. £>aS 9?eft biefer tröffet gleicht ooltfommen 
bem ber Singbroffet. & ftefyt in ber ®abel eines 2lfteS, oft am Stamme angelehnt, tft 
geräumig, t;alblugetförmig , innertid) mit Selten auSgef leibet, unb man finbet barin jiDct 
fcfyöne , blaugrüne , aufteilen fcbtoärstid; punftirte (£ier. £>ie jungen Vögel nimmt man aus 
unb er^iefyt fie für ben täfig, in toetcfyem fie atsbann gteict) unferen ^ingbroffetn red)t 
angenehm fingen." 5lud; bie ^o^tenamfet rü^mt ber ^rinj aU einen ^iemtic^ guten 
©änger, toärenb er oon ber Seipaucfybroffel fagt, bafö er über ifyren ®efang nic^t ^u 
urteilen oermöge, loeit er i^n nic^t beobachtet ^abe. 3n ber öeben^toeife febeinen bie bret 
ertoä^nten ebenfo ioenig oon i^rer 5BerU)anbtfc^aft fic^> ju unterfc^eiben tote bie übrigen, oben 
aufgeführten amerifanifd)en !5)roffetn, über bereu Sitten unb ®en)ol)tu;eiten loir nod; nic^tö 
toiffen, obgteid; alte in ®efangenfd)aft gehalten toerben. 

luffallenb bürftig finb bie SÖericfyte über bie fibirifd;en nnb ($inefifd;en ©roffeln. 35on 
ber ^Berg^ unb 2Beid;feberbroffet, toelc^e, tute toir oben bemerft, 3)eutfd)lanb ebenfalls 
fc^on toiber^olt befugt ^aben, erfahren toir einiges burd) 3erbon. (Srftgenannte tft im 
ganzen §imatat)a ^iemlid; ^äufig, fommt toärenb ber falten 3a^re§^eit in bie Ebenen 3n- 
oienö fyerab unb tritt bann nic^t feiten in Bengalen auf, ^ier oor^ng^loeifc in ben ^am= 
buöbfc^ungetn fid) auf^attenb unb mit leichtem, fc^nettem, ^ierlic^em ginge oon einem Salbe 
^um anberen ftcfy begebenb. Ü)te in Ü)eutfc^lanb unb (Sngtanb erbeuteten <Stüde erinnerten- 
an unfere ^iftelbroff et , loaren aber ro#t fd)eu. 3Son ber Seicbfebcrbroffet fagt ^erbon, 
t>a% fie in !t)ariilin überall oorlomme unb in fleinen @efetlfd)aften ftc^ ^nfammen^atte, oiet 
auf bem SBoben um^ertreibe unb aufgefcfyredt ben ^Büfc^en ^fliege , ganj toie unfere Giftet* 
broff et unter ätjmticfyen Umftänben ju tun pflegt 3f;v beliebtefte^ Verbreitungsgebiet liegt 



102 Droffefo 

bort in einem §)ö$engüttel jiötf^ett 1300 -—3600 m - übet bem öftere. @ttoag beffer befamtt 
tft bte ßc6cnött>cifc ber Monbftectenbroffel, unb mag ba§ oon ®outb übet fte gejagte 
jur $eroollftänbigung ber ÄetttmS biefer ^ru^^e bienen. „Überall, too bte iöebingungen 
für ba3 &eben unferer tröffet oori^anben ftnb, tritt fie in ^iemlid;er §äuftgleit auf, ebenfo^ 
tt>oI in Tasmanien tote in 9?eufübtoale3 ober Sübauftratien. 9'todj meinen Beobachtungen 
jte$t fie bicfyte Söergtoalbungen, in benen große, mit ffllo$ unb gleiten bebecfte SRoÜfteme 
fid) ftnben, anberen Srtlid;leiten bor, inöbefonbere wenn jene feucfyt finb. 2113 beliebte 
2lufent$att3orte oon il;r ^abe td? bie Ufer oon SBäcfyen nnb glühen fennen gelernt. 
Särenb be3 (Sommert [tretet fie fjod) in ben bergen empor; im Sinter tommt fte in 
bie tieferen ®egenben §erab, fyält ftcfy fyier am Dfambe ber Salbungen auf unb befugt ge* 
legentlidj bie Härten ber Inftbler. Sie tft ein einfamer $ogel, oon welchen man mefyv 
als ^toei nur feiten jufammen fifyt. SBtel häufiger bemerlt man ein einzelnes ^Stüd, toeldjes 
geräufcfyloö über ben Boben fyüpft, um gutter ju fuc^en. 31>re gtugfäfyigleit übt fie 
feiten aus, unb, fooiet mir bewufft tft, l)at fte leinen ®efang. Särenb ber Monate Stuguft, 
©e^tember unb Dltober fd^reitet fie in ben gebauten (Mänben ^ur gortpflan^ung. £)a$ 
3ceft ftetyt auf ben unterften gtoeigen ber Bäume, oft fo, bafS man eS mit ber §anb er* 
langen lamt, ift äußerlich au3 grünem $lofe pfammengebant unb innen mit feinen, fdjtoarjen 
Sür&elcfyen aufgelegt; bie ©er geigen auf fdjmu^igtoeißent ober fteinfarbenem ®runbe btd)t 
ftefyenbe, rötlid?braune fünfte/' 9lod; weniger toiffen wir oon ber SebenStoeife Der oor* 
nemlid; in Sibirien brütenben Ariern „Im britten ^ttai", bemerlt 9?abbe, „trafen bie 
erften ^are ber £)unfetbroffet am £arainor ein, im grüljjjafyr fanb fie fid) im 25u^ 
rejagebirge nicfyt, tool aber auf ben 3nfeln ber Sd;illa, too biefe tröffet am 18. ffliax 
fjerlid? fang. Sie f erlägt in breiftlbiger «Strome Iräftig an unb fliegt mit leifera, fcfytoa* 
t^enbem ®efange. Dichte Unterhölzer bon £raübenlirfcfyen unb Seiben liebt fte bornemtiefy 
^um Brutpla^e. Scfyon (£nbe 51uguftö trafen bie erften biefer £)roffeln am £arainor auf 
tfyren §erbftpgen ein ; am ^äuftgftcn fal> icfy fie bort t>om 2. bis 7. (September, fe^r üerein^elt 
aber auefy nod? am 26. (September auf ben unfein beS Dnon. 3m £erbfte beS SafyreS 1858 
ftricfyen fie feit bem 5. September mit 9?otlj>al3broffetn gemeinfcfyaftticfy am mittleren $mur. 
£>tc §auptpge überflogen baS Burejagebirge am 17. September. Sie ftricfyen bem 2tmur= 
ufer entlang in ben pocfytoalbungen. £)af3 fte auefy am 55ai!alfee oorlommt, tourbe mir 
burd; Stubenoi5gel, toelc^e icfy in 3r!utöf fa^, beftätigt." Sllle übrigen Angaben über biefe 
Droffel finb fo unbeftimmter 51rt, bafS toir in leiner Seife (^etoie^t auf fte legen lönnen. 
Über bie 9?ot^alöbroffel liegen oerf4)ibene Mitteilungen oor; gleic^tool genügen biefelben 
nid;t, unö ein einigermaßen au3reid)enbe3 Öebenöbilb be6 SBogelö ju geben, ^alla^ fanb 
bie oon u)m ^uerft betriebene 5lrt in ben unwirtlichen Steppen . Sibiriens , namentlid; in 
ben einfamen 511pentoälbern T)aourienö unb in ben ®egenben, ioelc^e i?om gluffe ßouba 
burd^ftrömt toerben, allenthalben in ^enge unb in großen Sd;aren beijammen. Sie^ogen 
ioegen ^o^en Sc^nefallS in ben nörbtidjen (^egenben fc^arenmeife f üblicher, benahmen fid; 
ungefähr toie unfere Sad^olberbroffel, f dienen aber na$ 2!rt unferer ^iftelbroffel 5)?abel* 
Salbungen mit Vorliebe ju betoo^nen. ^Habbe bemerlte fie im ^urejagebtrge fd)on am 
24. Wäxi unb beobachtete fte oon je^t an in regelmäßigen 3üg cn ^ 6 um ^nl, toärenb 
fte im §erbfte Slnfangö September 3urüdfel;rten. ©ie 3Sögel oermieben ba$ innere ber 
Sälber, blieben immer bem 51murufer nal;e, rul;ten oft auf ^o^en Lüftern unb (äfc^en, 
ftricl>en 20 — 30 m - ipöfye in ungeregelter 51norbnung unb tourben nic^t feiten oon iBunt* 
fpecfyten begleitet luf i^rem Sinterpge befud;enfie, laut Stoin^oe, S^ina unb befcöllem 
toärenb beö Sintert namentlich ben nörblicfyen Xtxi beS ^immlifc^en 9?eid;eS in großer 51n* 
ytifyl, ioärenb fte im füblid;en ^ina oon unferem gorfc^er nic^t beobachtet würben, dagegen 
erf feinen fte, nadj> 3 ; erbon, regelmäßig in oerfd;ibenen Seilen beS §imala^a, in iRepal 



3>rof[ertt. 103 

ltttb Sßutan. 3$r ®efang tbtrb gerühmt; feinet ber mit Memmen «Beobachter aber gibt 
eine (gdjilberung beSfetben: Dallas bemerft nur, bafS t$te (Stimme faft mit bet eines 
©ßecfyteS oerglidjen ioerben lönne. £)ie oertoanbte 3?o|tfIügeIbroffet r toeld^e in ben oft* 
fielen teilen (Sibiriens häufig auftritt nnb im Sinter ebenfalls Bio (Sljmta toanbert, t>ier 
oornemltd) ben f üblichen Seil beS 9?eid)eS beoötfewb, tourbe oon Sftabbe im öftticfyen @ajan 
nnb jtoar im Quettentanbe beS 3t!uft an ber äugerften SSaumgren^e afö 23rutoogel gefunben. 
Die ^auptjfige trafen im Vereine mit ber $ftotl?alSbroffel anfangs ffllai am Sarainor, 6e* 
beutenb früher aber, namtief) fd;on ©tbe -äftärj im 23ure}agebirge ein. §ier begannen fte am 
7. 2tyril ju loden nnb fangen am 17, beS Monats fefyr ftarf, n>ie, fagt 9?abbe eben)V 
toenig aJCö irgenb ein anbetet ber mir bekannten gor fdfyer. £)ie £)ügetbroffet, unter ben 
aus Sibirien $u uns gelangenben 3rrgäften bei toeitem bie i^äufigfte, t;at, toie es febehtt, 
gar leinen SBeobadbter gefunben, unb and? oon ber (Scfytoar&fetytbroffel troffen toir ber* 
tmltnismäpg toenig, OaS meifte noefy burd) Naumann nnb Serbon. Tcadfy Angabe beS 
leiteten ftnbet fte fiify im ganzen §imalafya unb jWat tu beut leeren (Gürtel beS inneren 
Gebirges jtoifdjien 1000 bis 2600 m - über bem öftere , bemotmt mit Vorliebe bie '^o^ftäm* 
mtgen Salbungen, benimmt ftd? ganj nad; 31rt unferer Stoffeln unb lommt im Sinter 
bis in bie (Ebenen beS unteren Bengalen t;erab, ptoeiten fetbft bis in bie 9todjbarfc$aft 
oon Gtalcutta oorbringenb. Inf ben öfterteidjtfdjen ®eflügetmärften ioirb fte, laut Nau- 
mann, öfter eingeliefert, fdbeint alfo (Surotoa nicfyt eben feiten p befugen. Über ®efang 
unb gortbflan$ung nriffen mir nichts, $on ber 35lafSbroffet erjagt @toint)oc gan$ 
genau, toie fie poft, im $aube fd;arrt, Sürmer frifft unb fliegt, fdjeint aber niemals ein 
9D?änncfyen fingen gehört, oon bem burefy u)n btobad)UUn $oget überhaupt nut bie Öodrnfe 
„ s $i" unb „Ouad;" vernommen ^u fyaben, obgteid) biefe llxt ber t;ctuftgfte Sintergaft im 
$mmftfdjen 9?eid)e fein fott. £)ie «jftanbarinbroffel ift ein in gan$ (Etyma oon Spainan 
bis @d)ang^ai gemeiner 33oget, beffen „ liebliche Seifen alte (Härten beleben % lebt, fingt 
nnb niftet naefy 2lrt ifyrer euro}>äifd)en äkrtoanbten, legt aber ©et, toetd;e mefyr benen ber 
«üäftelbroffel als bet 3lmfet gleiten* £)ie ^aftutiamfel oertritt in Snbien bie eben ge* 
nannte eurooäifcfye 2lrt, fyält fiel) im §imatafya oorpgStoeife in einer £)öt>e jtoifcfyen 1500 bis 
3000 ra - auf, ift ^temltct) häufig aber fetyr fct)eu, jeigt fidj fetten augertyalb ber (^ebüfd^e, 
tommt auefy nur anSna^mStüeife in bie (Härten herein, fingt nac^) Slrt unferer 3lmfel, baut 
eurSfteft aus 3^eigen, Sur^eln unb ^oS unb belegt eS mit blafSblaugrünen, bii^t tic^t^ 
braun gefledten ©etn. 3Son ben 3nbiern U)irb fte mit Vorliebe im Käfige gehalten -Das 
gteiebe gilt für bie -•^appenamfel, meiere me^r no^ als bie bor^erge^enbe 3lrt unferer 
©d)it)ar^broffel ^u entf|)re^eu fct)etnt , in gan$ Subien, toenn and) in ben tieferen Seiten 
nur iDärenb beS Sinters gefunben toirb, ißerggegenben üon einiger ©r^ebung jahraus 
jahrein mcr)t Derläfft, oft in bie (Härten ^ereinfommt, fi^> gan^ U)ie unfere Stmfel beträgt 
unb einen ätmlid)en ®efang mie biefe Demefymen tafft X)ie ©amabroffel enblid) betüo^nt 
baS<gan^e Gebiet beS §imatafya bis ^u 1600 m - über bem Wim, befcMfert ebenfo bie 
meiften Satbungen s J^orb^ unb TOttelinbienS, erfc^eint im Sinter in groger 5lnja^t in ber 
9£cu)e oon (Eatcutta, fyätt fic^ nur in ben Satbungen unb (Härten auf, unter erfteren 
^ambuSbidic^te beoor ö ugenb, fd;eu unb öorftd^tig bem ftd) na^euben 3)1enfc^en auSioeid;enb, 
ift im allgemeinen füll, täfft aber märenb ber iBrut^eit einen I?übfd;en ©efang oerne^meu. 
Button fanb in ben Nabeln ^er iöäume baS^eft, einen ans ®raS, 3JtoS unb Sudeln 
befte^enben ^au, toetc^er brei ober oier btaf Sgrünli^e , mit roten gteden ge^eid;nete ©er 
enthält. 

2Son ben afrüanif^eu ^roffeln , bereu £ebenStoeife ioir noc^ gar nic^t lennen , toitt id) 
bloß baS eine ertoälmcn, bafS bie 9foufd;ebroffel i^ren tarnen oon bem (herauf §t erhielt, 
meines fte beim gntterfnd^en burdt) Umfe^ren ber bürren Wätter ^erurfac^t. 



104 ©wffefe. 

Wt Stoffeln nähren fid; von tiertf d)en unb pflanzen (Stoffen, toärenb beS Sommers 
me^>r an bie erfteren, toärenb beS Sinters, tetttoeife gelungen, an bie leiteten ftd; ^altenb. 
3)teS gilt ftcfyerlid; aud; für bte ®oft>* unb ©taSaugenbroffet, Don benen ®offe bemerft, 
bafS er niemals tierifcfye (Stoffe in ben Dttagen ber von ü)m erlegten nnb untersten ge* 
funben §abe; benn (befangene fragen ebenfogut töte anbere Wirten Sürmer, Schaben unb 
fonftige Kerbtiere, ja fogar flehte (£ibed;fen. Särenb beS Sommers macfyen bte £)roffeln 
l;auptfäd;tid; 3agb auf bte verfdn'benartigften Kerbtiere unb bereu &arven, Sürmer, unter 
benen unfer $ftegenttmrm obenan in fielen fcfyeint, unb Scfyneden bis ^u einer ®röße , bafS 
fie biefelben eben nod; verfd;tingen fönnen; toärenb beS §erbfteS unb Sintert galten fie 
fid) an allerlei 25eren, inSbefonbere an Sacfyotber*, $oget=, Seütberen u. bgt. % Ü)en 
größten Seil i^rer Sprung ertoerben fie fid; baburd;, bafS fie mit bem Schnabel unb 
ben gögen baS abgefallene Saub burcfyftöbew unb umtoenben unb bie unter bemfetben ver* 
borgenen Siere ^ervorjie^en. 2tußerbem aber lefen fie vom 23oben unb ben 3^^tgett ab unb 
fangen mit (Sefcfyid: and; laufenbe Kerbtiere. Uufere üMftelbroffel befugt am frühen borgen 
Siefen unb #tofenptä^e, um bie aus ifyren 8öd;ew fyervorfriecfyenben SRegentoürmer auftu* 
[ud;en, fängt fpäter $erfe bis ju SD^atfäf ergröße , §eufd;red;enlarven , Sdmecfen u. bgt., 
ftnbet fid; im Spätl^erbfte ober im Sinter, toenn ber Schnee u)x ben Stfdj verbedt, an 
offenen Duetten ein unb gefyt enbtid; an bie SBeren, unter benen bie ber Sttiftet, toetd;er 
fie ü)ren tarnen verbanft, mit befonberer Vorliebe gefreffen- unb, toie nod; bemer!t fein 
mag, burd; fie toeiter verbreitet werben. 2lud; bie SBeren ber ($berefd;e, toeldfye M allen 
s Irten beliebt finb, bienen u)x ^ur ^atyrung. £)ie Singbroffet I^ätt fic^> rote bie fteineren 
Irten me^r an feinere $oft; bod; bilben im großen ganzen biefelben Stoffe, toelc^c bie 
Sßertoanbte auffud;t, im Sommer aud; ü)re t>auptfäcfytid;e 9?at;rung; im §erbfte jebod; getyt 
fie me^r ben 23eren nad; als anbere Coffein: im Sommer erfcfyeint fie fcfyon, fobalb bie 
$irf d;en reifen, auf u)x bequem gelegenen Zäunten , um von biefer $oft $u naf d;en , fpäter 
frifft fie §eibel=, ^reißet*, 3o$anneS*, 9?ot* unb Sd)tt>ar$ottunber * f gautbaum*, §art* 
riegele, ^reu^boru^ unb nötigenfalls aud> Sad)otberberen. £)ie ^Hotbroffel teilt mit t§r 
im toefentlid^en biefelbe 9?afyrung, betoa^r^eitet aber aud; ifyren tarnen Seinbroff el, fallt 
oft ptünbemb in bie Seingärten ein unb toirb ben Sintern täftig. £)ie Sacfyolberbroffet 
burcfyftöbert nad; „ Erbmaft " b. $. ^egentoürmern unb unter bem &aube verborgenen tob* 
tieren me^r bie unteren Salbteile unb ge^t im §erbfte, ent|>red)enb i^rem tarnen, oor= 
jüglid) ben 53eren beS Sac^olberS nad?, o^ne jebod) anbere ^u oerf^mä^en. S)te 9^ing^ 
bvoffel |ält fiefy an adeS ^leingetier, toeldbeS bie §i% i^r bietet, unb ver^rt im §erbfte unb 
Sinter faft alle genannten 23eren. X)ie 51mfel enblid^ fuc^t auf bem ättoStewid; i^rer 
X)i(fi(^te ober unter bem bieten ®ebüfc^ nac^ ßrbmaft, plünbert bann unb toann einen 
Slmeif entlaufen, läfft fic^> in Härten allerlei grubberen fe^r ivol f^metfen unb begnügt 
fid) bei Sdmeefatl mit bem, toaS bie anberen £)roffetn i^r nod; übrig laffen. 3n ber 
Stnterl;erberge f ollen, ben faft einftimmigen 3Serfic^erungen ber Spanier sufotge, bie loan^ 
bernben Coffein in ben Dlivengärten oft großen <Sd?aben anrieten unb bie berenartigen 
grüßte tro^ i^reS Ölge^alteS fd^effeltoeife oer^ren. 

^nt|>red;enb biefer ^rung ^at man baS Stubenfutter ju bereiten, ^ei beut (^3anb 1, 
Seite 41) betriebenen ^5ed;ftein'fc^en T)roffelfutter galten fid; bie ©roffeln erfa^rungS^ 
mäßig vortrefflid; , in meinem eben ha erneuten £>roffelfutter fcfjen fie alle ^öebürfniffe 
befriebigt. ^ac^ meinen leidigen Erfahrungen fyatte id; eS für fe^r gut, ifmen außerbem 
bte fo leicht ju befd)affeuben 9?egeutt)ürmer ntc^t vorzuenthalten. Sie ftür^en fid; mit tva^rer 
(^ier auf biefelben, verf dringen bavon, foviel fie lönnen unb füllen fid; erfid;tlid; be^aglid; 
nadt) f oteber SJia^eit. ^ebenfalls faun man, toenn man viele ^egenioürmer füttert, 2lmeifen* 
^u^en voilftänbig erf^aren unb brauet ntd;t $u befürchten, bafS bie 33ögel ^u fett toerben, loie 



fcwfftfo. 105 

e« Bei bem fonftigen gutter leicht gefcfytyt 21u$ ba« oom älteren Naumann angeftanbte 
Droffelfutter, beftel^enb au« ®erftenfcfyrot ober SBetjenfteie , gertebenen Möhren nnb in 
Saffer aufgeweichtem 2Bei$enbrobe befommt iljmen gut, nnb fic galten fid) babei 3al?re lang 
in befter ®efunbl?eit. SBtete Öiebtyaber füttern nicfyt« anbere« al« in Mild? eingeteilte 
(Semmel; biefe« gutter $at jeboc^ ben 9to<fytetf, baf« e« fe^r leidet fäuert nnb bann Magen* 
Ir anketten oerur[ad?t, an benen bie Vögel ju ®runbe ge^en. 3n Öfterreicfy , jumal in ben 
füblid)en ^roDin^en be« $aif erftate« ; füttert man faft ober ganz auöfc^üegüc^ Mai«mel)lbret 
(^olenta), bie getoötynlicfye ^afjwng ber unteren Volf«ftaffen Sübeuropa«, nnb rüfymt fiel) 
mit SRecfyt ber beften Erfolge. Sung aufgewogene Droffetn getoöfynen ftd), o^ne befonbere 
$nfprüd)e irgenb melier %xt in machen, an allerlei £)au«mann«foft. Unfer Mitarbeiter 
#?ety faufte eine 2lmfet, toeld;e paffenb fdfyeinenbe« Vogelfutter tyartnädig oerfcfymäfyte, bafür 
aber mit Begieroe bie Schale oon Bluttourft frag, toeil fold?e, ben unbrauchbaren Abfall 
feiner Xafel, ber frühere Befi^er ifyr gereift fyattt. (Sntfyrecfyenb biefer Pflege liebte fie 
aud) gerändertem gteifcfy, gelochte Boljmen, (Srbfen u. bgl. ®emüfe. @rft nad? nnb narf; 
gelang e« $ety, bem Vogel ®efcfymacf an feiner toürbigen Stoffen beizubringen; eine etti> 
jcfyibene Vorliebe für Surftfcfyale behielt er jebocfy für immer bei. £)af« Droffetn öfter« 
in äljmücber 2£eife gefüttert toerben nnb bei ber anfcfyeinenb ungeeigneten ^afyrung gebeten, 
ift unzweifelhaft. 3tyre ®enügfamfeit unb Sdmtiegfamfeit macfyt fie fo red)t eigentlich z u 
Stubenoögeln be« armen Manne«, welcher ba« wenige, toa« er i)at r gern mit ben ge* 
fieberten ®enoffen teilen, e« jebocfy titelt oerfcfymä^t feljen will, weit er Weber geit nod; 
(Mb l)at f anbere 9tafyrung ^u bef Raffen, üöer mit bem Pfennig nicfyt ju geilen brauet, 
mag feinen gefangenen Droffetn Bereu oerfdn'bener $lrt, namenttid; bie wenigften« im 
(Gebirge überall leicht p befcfyaff enben @berefd;en * ober Vogelbereu , getrodnetc §eibel = unb 
gtieberberen zur 21btt>edj)felung bieten, ü)nen überhaupt bann unb wann grüßte, beityiet«weife 
fyalbzerfdmittene Birnen ober ftpfet, fefefen, 3ofyanni« = unb Stacfyetberen, be^enttid) auefy 
gebörrte« unb wiber aufgeweichte« Dbft reiben. Sie toerben fold?e lloft ftet« mit 2Bol* 
gefallen unb Danfbarfeit annehmen. (Sin oon $t\t ju $dt gebotene« Studien gefallene 
Butterwirb, nad) £iebe3 Beobachtungen, ebenfall« gern genommen unb tyält bieVerbanung 
in Drbnung. In Saffer unb ^ie«fanb bürfen bie £)roffeln niemal« Mangel leiben, toetl 
fie nic^t allein oiel trinfen, fonbern fiel) auc^ fleißig baben unb ben Sanb in ziemlicher 
Menge oerf jungen; auc^ i^nen in ben ^äfig geftreute« Sal$ nehmen fie gern, unb ebenfo 
freffen fie oon gefc^abter treibe. 

Der ^äfig, in toelc^em man £)roffetn galten ioill, muf« i^nen ben nötigen <&pxeU 
raunt getoären, alfo räumlid) fo gro§ unb fo eingerichtet fein, tote oben (23b. 1, <&. 15) 
angegeben tourbe. ^rö^te ^einlic^feit ift bei biefen Vögeln um fo me^r geboten, al« fie nifyt 
allein fe^r oiel miften, fonbern aud) bie nübernmrtige Unart annehmen, i^ren eigenen $tot 
auf juf reffen. Bei ztoedmägig eingerichteten Käfigen tut man tool, Jeben Xag neuen Sanb 
in geben , minbeften« ben Sot ju entfernen. (Einzelne ^ieb^aber nehmen hierauf !eine 9^üd 
fid)t; i^re Vögel verbreiten aber auc^ im 3^wer einen gerabe^u unerträglid^en ^eftanf 
unb leiben erfid^tlicfy unter folc^er Vernad)läfftgung. 

Wt eingefangene Droffeln betragen fid) anfänglid; f e^r oerf c^iben, pmal bann, toenn man 
fie einzeln in einen Bauer ftedt, nicfyt aber unmittelbar naefy bem gange in ®efetlfd>aft oon 
3^re«gleid;en ober oon oerioanbten Slrten bringt. Severe« tue id) unter allen Umftänben, 
toetl id; oon bem unbänbigen £ro£ ber i^rer grei^eit beraubten £)roffet, über toelc^en 
anbere ^ieb^aber Ilagen, bei meiner Be^anblung niemal« ettoa« bemerlt, vielmehr gefnnben 
i)aU f baf« and) bie Silbfänge f^on nad) lur^er befangen] d)aft , Dant bem Umgange mit 
bereit« gezähmten, i^re anfängliche Sc^eu unb Silb^ett verlieren unb bann leicht an ben. 
$äfig fid; gemö^nen. Da man nur loenige Droffeln beim ^J^efte, bie meiften bagegen 



106 awffefo. 

im $etBfte auf bem ^oget^erbe fängt, uttb fie erfi mit bem fommenben grüßte, ya fingen 
Beginnen, Bringt mein SSetfa^ten jebem SieB^aBer, melier in ber $age ift, biete 33ögel %\i* 
fammen galten p fönnen, leinen (Stäben; benn Bin $ur (Befangenheit finb bie im §erfefte 
gefangenen $ögel foioett eingemietet , bafn man fie in ben SBauer fperren fanm Set ba* 
gegen bie Silbfänge gleich oom anfange an in bie für fie Beftimmten täfige fe^en mufn, 
l^at bann oft mel 29?ütye unb SSefdjrtoerbe mit ü)nem gaft alle otyne 2lunnalj>me trogen fcpe? 
ntgftenn ein pax Xage, Beoor fie fid) entf^Iiegcn , gutter ju nehmen, tun bien attd; tyäter 
nur, ioenn fie ftcfy ooltfommen unBeacfytet toätynen, flattern Beim herantreten i^ten Pflegern 
tt>te toti umjer , verflogen fid; @d;n)ingen unb" @d)ü>anäfebern in l)äfntid)er Seife, toBen £a$ 
unb 91ad)t, rennen fid; auä) n>ol bie topfe ein, minbeftenn Blutig, geBärben fid; üBer^au^t 
tote unfinnig, ©inline ge^en gar nid;t an ba$ gutter, fonbern {jungem fid; $t &obe, unb 
toenn man fie getoaltfam ftopfen toitt, flogen fie bie i^nen Beigebrachte s Xcäi)rung nad; W6& 
Itcpeit toiber aun unb werben bnrd; ban öftere angreifen nur nocfy ferner unb ungeftümet, 
Mi bem Beugt man bor, toenn man bie ©ngetoö^mung butd; anbere Stoffeln Befotgen läfft, 
moBei freiließ Beamtet werben mufn, bafn man oon ben ^änfifcBen Sitten, alfo namentlich 
öon 9Dfäftel*, @ing- unb @d)toat$broffeln , niemals nur ^toei $Ptännd;en ^ufammenBringen 
barf, »eil unter biefen fofort ber trieg Beginnt unb ber meift mit großem Ingrimm auf* 
genommene tampf unter Umftänben nicfyt ef;et Beenbet toitb, aln Bio einer ber (Gegner, in 
ber Siegel ber neugefangene, im gluggeBauer nid;t eingetonnte, ben umtenben Angriffen 
ben anbeten erliegt bringt man gleichzeitig mehrere 3ftännd;en einer unb berfelBen Slrt 
in ben 3fotunt, fo gel)t en fd;on Beffer, oBgteid; en aud; bann nod; gef^t, bafn einen 
oon i^nen ftcf> auf ein Beftimmten anbere ftür^t unb biefen Bio jum äufjerften Befel)bet 23ei 
ben gefelüg leBenben £)roffeln fommen berartige kämpfe feiten unb , loenn ürirflid; , erft im 
ttädjften griu)ia1j>re oot. 3n einem täfige bagegen , in toeld;em fic^> oetfcfyibene , aneinanbet 
getobljnte ober, tote ber ÖieB^aBer fagt, ^ufammengeBiffene £)roffeln Befinben, unterBleiBen 
fämpfe meift gan$, unb Verträgen fid; in ber ^Regel auefy bie unfriebfertigen Strien felBft 
märenb ber Sßxntynl £)ocfy giBt en tyter toie üBerall tunnatymen, unoerBefferlidje gänfer 
3. 23 v toetd;e nur in (Sin^el^aft gehalten toerben bürfen, ioenn ber atigemeine griebe nid;t 
geftört ioerben foll. ^aumann^ unb anberer ÖieB^aBer iBe^auptung , baf3 toilb einge* 
fangene £)roffetn niemals s a ^ m ioerben, mag Bebingung^toeife richtig fein; i^ meinerfeitö 
fann fie nic^t Beftätigen. !Die £alj)treid)e ©efellf^aft oon !Droffeln, ioelc^e id? Pflege, unb 
^toar alle beutfcfyen Irten, Sauber^ unb ^aftaugen-, (Brautoangen* unb ©nfiblerbroffel, 
lamen ai$ fcfyeue unb loilbe SSögel in meinen Seft^ , unb fie alle finb im ®efellfd)aft$Bauer 
Binnen 8a^re^frift fo ^a^m geworben, bafn fie Bi3 auf toenige (Schritte an mid) ^eran* 
fommen, toenn id) mit gutter in ben großen ^aum trete, unb unmittelBar oon ber §anb 
bie ^e^ltoürmer aufnehmen- ©nige oon i^nen, fo namentlich ^Ring^ unb Sanberbroffel, 
toel($e htrg nac^ i^rer Slnlunft Beim (grfc^etnen einen ^enfe^en fiel; getabe^u oetjtoeifelt ge= 
bärbeten, ^aBen i^re frühere @c^eu in eine mir aufteilen läftige ^)reiftig!eit umgetoanbelt, 
toeil fie fiel) förmlich an ben guttewapf ^eranbrängen unb anberen Vögeln bie 9M;rung 
toegne^men. 3m ©in^elfäfige mag e3 länger toären, Beoor fid) Silbfänge eingetoö^nen 
laffen; bafn aBer auc^ fie Bei forgfältiger Söefyanblung nac^ unb nac^ ^a^m unb ptrauliel; 
toerben, glauBe i^ Beftimmt annehmen p bürfen. 53ebingung l;ier^u ift unb BleiBt, bofö fie 
oiel mit Mtn\d)tn oerfel;ren, unb baf3 man alle Die ioeiter bBen (53b. 1 , @. 55 ff.) gege* 
benen Regeln aud) Bei ifynen BeoBac^tet 3ung au3 bem tiefte genommene ©roffeln fretlid; 
toerbeu ftetn fe^r ^a^m toerben, am ^a^mften erllärlic^ettoeife, toenn fie fetyon in früher 
^ugenb aunge^oBen unb fotgfältig aufgefüttett toutben. @old;e 35ögel getoi5^nen fic^ an 
einen Beftimmten $uf, fommen auf benfelBen ^etBei, fe^en ficB auf ben ginget, nehmen 
ben i'^nen geBotenen ^e^lmutm aun bet $anb, Bettagen fid) üBer^au^t ganj ii)ie' §au3tiere 



Coffein, 107 

uttb lönnen fetbft %um Aus* unb (Sinftiegen getoöfynt toerben.. „3ene Amfel f meiere mtd> 
burci) ü)re Vorliebe für äBurftfcfyale in maßtofeS (Srftaunen verfemt Rotte'S treibt SR ei), 
verfötynte mid) balb burd) vortreffliche (Stgenfct^aften. »Sie getoöfynte fid> fefyr fcfynelt an mid;, 
umrbe ungemein ja^in nnb belunbete eine betounbernSttHtrbige fölugfyeit. 3d) ijtelt fie v&fyi 
im Käfige, fonbern lieg fie frei in meinem 3unmer umherfliegen. Auf meinen SRuf lam 
fte fofort angeflogen , oft burefy mehrere giwtmer tjmtburcfy , unb ptr (gffen^eit ftanb fte ftetö 
an ber £üre auf ber Sauer, um and) ungerufen in baS ©^etfejtmmer ju Rupfen, n>o fie 
tfyren Anteil von ieber Wlo^lytit ftd; p fyoten pflegte. 33ei biefem Buttfcfyege^en muffte 
fte bie §auSftur überf cfyreiten, unb als einmal zufälliger Söeife bie £auStüre auf ftanb, mochte 
fte über ben fetten @onnenfd)eitt braußen alte §erlid)leiten ber Xafel vergeffen §aben: 
genug fte fang ptö#tid) aus voller fletyle im (garten. 3d) brause ntcfyt zu fagen, bafS 
td) unb meine gamitie, bereu Liebling ber Vogel natürlich aud) mar , burd; biefe gluckt tat* 
jereS „§anS" in eine nicfyt unbebeutenbe Aufregung verfemt tourben, unb bafs toir fofort baS 
(Sffen unterbrachen , um bie nötigen Vorlegungen zu feiner geftnafyme p treffen. ©obalb 
td; jebod; baS genfter geöffnet fyatti, um mid; erft ju überzeugen, wo er eigentlich tu beut 
Ziemlid; großen (harten ftd; aufhalte, !am £anS fd;on auf mid; zugeflogen, fd;lüpfte o$ne 
33ebenfen zum genfter hinein unb tat, als ob nicfytS vorgefallen toäre. £>a biefer unfrei 
willige Verfud; fo über (Erwarten gut geglücft war, lieg id; ben Vogel nun alle £age in 
ben (garten hinaus, unb er fyat biefe grei^eit niemals z u mißbrauchen verfud;t. Sßteffe 
Ausflüge besagten it)m fo fe^r, bafS er nad; lurzer &it fd;on beS Borgens ganz W ™ 
großer Unruhe au ber 3itftmertüre auf unb ah tief, um, fobalb fte geöffnet würbe, fofort 
auf bie §auSflur unb von tyier aus, fobalb es ging, in ben Charten hinaus z u laufen. 3 ur 
Mittagszeit lam er aud) von ^ier regelmäßig znm dffen, unb beS AbenbS, nacfybem er uoefy 
bie legten ©traten ber unterge^enben ©omte benu^eub, auf beut §auSgiebel ftd; gefonnt 
^attc, fucfyte er @MafS burd; Züx ober genfter. Von mir unb meinen Angehörigen lieg 
er ftd) o^ne Weiteres angreifen ; gremben \m§ er gefcfytdt aus, ofyne gerabe gurcfyt zn zeigen ; 
vor §unben unb ta^en aber ergriff er fofort bie gtud;t, inbem er baS belannte Sacftacf 
gai gi gig gig u. f. W. auSftieß. Senn eS geregnet fyattt , fucfyte er fidj ftetS eine Saffew 
pfü^e, ein tiefes gal;rgeleife u. f. w. um ein grünblid;eS ^3ab ju nehmen; bod) pflegte er 
l;ierbei fe^r oorftc^tig zn Serie zu gelten, inbem er beftänbig nac^ allen leiten auslugte 
unb bann unb ioann — fliegen lonnte er unter folgen Umftänben nic^t, ba er ftd) gänzlid) 
burc^näffte — eiligft in baS näd)fte ^ebüfd) lief, fyier em^or fletterte unb erft, nad)bem er 
fid) überzeugt, bafS leine ®efa^r Vorlauben fei, zu feinem 25abe zurüdle^rte. Aud) in ber 
Stube zeigte er vor gmnben unb ®a£en große Angft unb flüchtete bei bereu lutoefen^eit 
fofort auf eine ®arbinenftange. Redereien von tinbern bagegen toiberfe|te er ftc^ fe^r 
eutfd)iben bureb ^Beißen unb §aden mit bem @cbttabel , unb oft brauchte er babei auö) 
feine güße nad) Art ber ^Raubvögel" yittte , l;übfc^e 33ögel finb alle Arten ber reid)* 
faltigen gamilte, bie alt eingefangenen toie bie jung aus bem ^efte genommenen, fobalb fie erft 
einmal im Käfige ^eimifc^ fid) füllen unb i^r ©efteber nid)t mef;r oerftoßeu. dlux nac^) eben 
genommener Stta^tzeit fi^en fte oerbauenb in träger §altung auf einer unb berfelben ©teile, fonft 
hingegen, belegen fte toenigftenS glügel ober ©cfytoanz, machen Verbeugungen, bre^en unb 
loenbeu ben ^o^f, rieten baS große, ^elle Auge auf alles ringsum unb toiffen burd) beftimmte 
(^ebärbeu i^ren SaJ;rne^mungen AuSbrud zu geben. 3e größer ber 9?aum, in toelc^em fte 
fic^ belegen, um fo fc^öner galten fte ftd), unb um fo mefyr geben fte fiel) loie braußen in 
ber grei^eit. Mit anberen friebücfyen Vögeln vertragen fie ftd) ausgezeichnet, belümmern 
ftc^ anfe^etneub überhaupt bloß um ^reSgleid^eu unb lämpfen nur unter fic^, falls eS 
niebt nottoenbig toirb, einen allgemeinen ©törenfrieb zn befe^ben. Auf einen auftratifd)en 
ginlen^e^er, ben id), als in meinen Augen unfd)äbltd)en Vogel, in i^ren l^aftg fe^te, ftürjten 



108 ^*& 

fict) fämtttcfye ^Droffeln beS Raumes unter lebhaftem ®efd)rei unb fangen mid)., ben fel*= 
tenen grembling fofort toiber p entfernen. Sie trauten beut t)armtoS erfcbetnenben ®e* 
feuert nid)t unb verfügten ben (Einbringung fofort ttnfdt)äbüet) ju mad)en. 

Ungeachtet ber geistig! ett , mit tx>eldt)er man bie beutfct)en £)roff elarten, aud) bie 9ang* 
broffel nid)t aufgenommen, fic^ oerfctyaffen fann, ift eS fet)r fcfyroierig, einen roirflid) auS^ 
gezeichneten (Sänger #i erlangen. Scbon eine gute 9Jäfte(broffe( ober Prüfet roirb von ben 
ÖieBt)aBew mit 9^ect)t ju ben gefd)ät^teften ^äfigoögetn gejault, unb eine ausgezeichnete 
Singbroffel get)ört unBeftritten unter bie t)eroorragenbften StuBenoöget, roetcfye man üBer< 
t)au^>t Befx^en fann. 2tBer freiließ, fotd)e ausgezeichneten $öget finb fetten; benn ber SieB* 
t)aBer verlangt biet von it)nen , gerabe roetl ber Unterfcfyib ztt>ifct)en Stümpern unb Säugern 
ein unBefd;reiBticfy großer ift. „$on bem etenbeften (Stümper", fagen bie ®eBrüber 3ttü(ter A 
„ber neBen einem einförmigen ®ezroitfd)er nid)tS weiter t)ören (äfft als ein ^3ar grell t)er= 
vorgeftoßene laute £öne, burcfyläuft ber £)roffelfcfytag bie Stufen ber mittelmäßigen unb 
guten Seiftungen bw zur BetounberungStoürbigen, unüBertreff tiefen $ünftterfct)aft, fraft toetd)er 
bie tröffet ot)ne 3tx>etfe( mit ber %d>tigatt an SRang unb Vorzug am erften in ftreiten 
Berufen ift. $ur 23ottfommenr)eit it)reS Schlages gehört aBer eine ganze W\\)t von gor== 
berungen, toelcfye teittoeife eine fo feine UnterfcfyeibungSgaBe beS fermerS Bebingen unb toot 
aud) nad; bem ®efcfymad beS §örerS gefteltt roerben, bafS fie unmögtid; alte zu nennen 
finb. $or allem mufS bie Stimme ben eigentümlichen SitBerton t)aBen, ioeldjier it>ot zn 
unterfcBeiben ift von bem Sd;reitone unb, oBgteid) mittyn erfcfyatlenb, baS Dr)r bod) nicBt 
beleibigt. gerner ift ein Bebeutenber Umfang ber Stimme erforbertid) , bamit bie £öne in 
tt)rer Sage bie nötige 2lBtt>ed)fetung Bieten, hiermit ftet)t in enger 33eziet)ung ber $Reid)tum 
an Xouren ober Strogen unb bie anfpred)enbe SBitbung berfetBen. 2Beitert)in ift eS von 
ber größten 2Bid?tigfeit, bafS eine Strome, fo angenehm fie an ftd; ftingen mag, nicr)t 
als Bevorzugte SieBlingSftropr)e jeben 2lugenBlid toiber hervortritt. Stuf ber anberen Seite 
bürfen aBer and; bie fcr)önften unb metobifct)ften ZtxUp bie anfpred;enben ^Beübungen unb 
ÜBergänge nid)t zn fetten roiberfefyren. 3e beutttd)er, man möchte fagen fprecfyenber, bie 
Dfatftöne, befto unterl)altenber unb feffetnber ttrirb ber £)roffetfd/lag. £)aS $olf t)at in bet- 
rat nid;t Unrecht, bafS eS biefen 9?uf in Sorte üBerfe^t; nur ift eS bem nad)at)rnenben 
^otfSmunbe baBei auf einen 3 u f a £ ober eine (gntftettung met)r ober toeniger nid)t angeformten, 
gleiß unb SluSbauer im ®efange fallen eBenfotoot lote baS geuer beS Vortrags in bte 
2Bagfd)ale; aller fid>eren Sat)rt)eit aBer entBei)rt bie 23et)auptung , bafS Diejenigen £)roffetn 
bie Beften Sänger finb, toetd?e baS Sort „$ut}bieB ;/ am beutlid;ften rufen." 

Unfer Mitarbeiter ©otz, toe(ct)er ioeber 3Hür)e noeb Soften gefd)eut t)at, fid) bie Beften 
Singbroffetn z« oerfcfyaffen, Bemer!t t)ierüBer nod) fotgenbeS: %$cn einer guten broffel 
verlangt ber fenner, bafS fie „burc^ pfeife", atfo ber lreifd)enben, febirfenben ^Hufe entBet)re. 
Sie mufS ferner roenigftenS eine ftar! ftötenbe (Stropt)e unb bie d)araltertftifcr)en SitBen 
n Zxatül) tratit), mirjgam, migam, !ut)biet, !ubit /; ooll unb marfig Bringen. 2lu3gezeicr)nete 
Sänger toec^feln z^ifct)en tiefen unb fitbert)ellen ^ufen, glänzenben Säufern eines metal 
lifd)en ^itteltonS, bem fogenaunten „Öad)en", unb 9^eit)en oon fec^S Bis fteBen r)alBen Sonett. 
T)tx §auptreiz beS SingbroffetliebeS Beftet)t aBer in ben fogenannten toitben Anrufen unb 
,3roifc^enrufen foroie im ©egenfat^e beS tiefen unb r)ellen 3)ur mit ben zarteren gtageolet* 
tönen. Unb loett aufgezogene Tceftlinge biefe loilben Slccente nie erlangen, auc^ toenn fie, 
toaS allerbingS oorfommt, red)t fauB.er unb manc^fad) pfeifen foüten, fo ift bem unep 
far)renen £icBt}aBer z u taten, nur Silbfänge zu laufen, unb and) biefe, ioill er nid;t lafyU 
reid)e, faft entmutigenbe get)toerjud)e madjen, nid)t et)er, als Bis fie ganz taut finb, alfo 
in ber ootlen traft il)rer Seiftung Beurteilt loercen !önnen. Oft entpuppt ficr) aus bem 
letfen 3^ttfd)erer ein ganz einförmiger mistönenber Sd)reir)alS, unb nur ganz vorzügliche 



®roffefa. 109 

unb feurige 23ögel (äffen fcfyon im leifen $ejange ifyre geglieberten ^tro^p^ert burcfyflingen." 
$ßa$ für bie (Singbroffet gilt, (äfft ficfy aucfy oon bett übrigen im ®efange tyerbor* 
ragenben £)roffeln fagen. £)er gnten (Sänger gibt e$ wenige, ber «Stümper biete. (£rfte 
23ebingung wot ift, bafs man äöilbfänge, nicfyt aber 3ungauf gezogene im täfige fyätt, e« 
fei benn ; baf3 man (entere einem unübertrefflichen «Sänger in bie Seigre geben fbnne. 2lber 
auefy bann entfpricfyt btö Ergebnis femeSwegS immer ben Erwartungen. £)ie jung anfge* 
gegen £)roffetn (ernen jtoar mit ^iem(i^er Seicfytigfeit allerlei i^nen oorgefpielte Seifen, feiet 
fettener aber ifyren ^aturgefang nadfypfeifen, nnb and) ton benen, welche bie beften Sefyr* 
meifter Ratten, bleiben »tele abfd)eutid?e Stümper, x&tlfyt ba3 fcerwölmte £)$r be3 tennerS 
beteibigen nnb bann nicfyt einmal einfach freige(affen werben tonnen, weit fie außerhalb t$te$ 
täfig3 nicfyt fiefy ju benehmen wiffen nnb bem erften beften Raubtiere ober (Sonntag^ 
fcM^en oorauSficfytlicfy pttt Opfer werben. ®ute länger a(fo wirb man au3 9?eftotfgetn 
nnr fetten, artige (Stubengenoffen , welche aud? o^ne fonberticfye Umftänbe im Käfige fufy 
fortpflanzen, bagegen biet fixerer gewinnen fönnen. 

^aefy ben Erfahrungen unfereS Mitarbeiters Siebe, welche idj> burefy meine eigenen 
beftättgen tann, formten im täftg eingewöhnte nnb bor ifyrem Pfleger ftd? ntdjt me^r 
fdjeuenbe £)roffe(n otyne fonberlid^e Umftänbe pr gortpftanpng. ,,3d) §atte", berietet 
Siebe, „in einem vergittertem SBerfcfytage mit einem genfter ein ^ßärcfyen Slmfetn einge* 
worfen, ein einjähriges Männchen nnb ein zweijähriges Seibcfyen. iöeibe waren jnng anfge^ 
Zogen, außerorbenttidj) zatym, botlfommen gefnnb nnb oon tabettofem ®efieber; benn ba id) fie in 
großen täfigen nnb im freien gimmer gehalten Ijjatte, zeigten «Schwanz nnb (Scfywungfebem 
feine «Spur einer £5eftoJ3ung. £)ie 23öget würben ba(b einig, nnb baS 2Beibd)en hauU f 
aber o(;ne irgenb welche 25eu;ilfe beS MänncfyenS, Welches neugierig babei fafj, in einem 
Xannenbufcfye nnmittetbar neben bem (bitter ein Sfteft, welches än^ertic^ aus garten §eibe< 
ftengetn unb innen aus SaubmoS beftanb, ßefctereS las es fe^r forgfam aus nnb befeud^ 
tete es jebeSmal bor ber ^erwenbung im 23abenapfe. Dbgteid; id) fette, fcfywarze Erbe nnb 
feuchten 2e§m in baS tämmercfyen gefegt $atte, machte ber 33ogel boefy feinen ®ebraud> 
babou, fonbern legte bieS Mal wie bie beiben fo(genben $Jlate bie ^ier in ben nur mit 
$co3 au3gepo(fterten 91eftnapf. Im 24. Stpril begann er auf brei ©ern feft ju brüten. 
%l% er biefe am 10. 3Äat oer(ie§, natym \ä} fie weg nnb fanb bei näherer Unterfnd^nng, 
bafö fie unbefruchtet waren, ©ofort begann ba3 Seibc()en ba^ alte 9^eft mit einer laum 
jingerbiefen Sage oon Saubmo^ ju übertteiben unb legte in fünf £agen fünf ©er hinein. 
5lm 18. Mai, nacfybem eö brei @ier getegt, fing e3 an feft ju fi^en, unb am 31, Mai 
fcfylüpfte ein Jungem au^, wettern am 1. 3uni ^wei anbere folgten, gtod ©er waren taub. 
!Da3 iiet fei bel;arr(id) auf bem ^Tiefte unb berlteß (e^tereö nur, um gutter p '^olen. 
S)ie Meinen würben ton u)m mit frtfcl;en Imeifenpuppen unb Me^twürmem gea^t unb 
nahmen rafc^ ju. !Da ba^ 9?eft nur 8 cm - Dom 2tuge beö oorüberge^enben S3eobac$ter6 
ftanb unb bie lmfe( fo ^a^m war, baf$ fie fic^ nic^t im gertngften beim güttern ftören 
tiefs, fogar Imeifenpuppen aufnahm, wetc^e id; i^r in einem 2^ee(öffe( reichte, tonnte tc^ 
bie gütterung ojut genug beobachten. Mir fiel babei auf, bafS bie 5ltte beim güttern 
iebe^mat, auc^ wenn fie länger bor^er nic^t getrunfen tyatte, einen Bio brei tropfen tlaren 
@peic^elm in bie offenen Schnäbelten ber Zungen tropfen (ieg. Den tot berfetben fra§ 
fie teitweife fe(bft, wa^ mid^ nic^t Sunber na^m, ba ic^ fc^on oft an allen £)roffelarten 
eine gewiffe Sieb^aberei für ben tot anberer 23ögel beobachtet fyaht) terwunbert aber war 
idfy barüber, baf^ fie einen £eit beö Unrats ben 3nngen wiber in bie (Schnäbel fc^ob, unb 
bafm te^tere bie, wie mir fdn'en, unnatürliche Speife rafc^ ^inunterfc^tnetten. @ie gebi^en 
au$ gan^ oortrefflic^. Im Morgen be3 fünften ^age6, nac^bem a(fo bie t(einen bier 
ober brei 2;age a(t geworben waren, rief mid) ein gewa(tiger Särm pm Imfetpare, unb 



HO . Stoffeln. 

tcb, fa§ mit «Scbreden, baf§ baS äftä'nn^en eben babei toar, ein 3unge3 $u oerfebluden. 
3)a3 2öeibct>eri ftürjte fieb auf ben unnatürlichen SBater, natimt bte jerffeiftyte Keine £eicbe 
in ben (Sdjnabel nnb trug fie hierauf in ba§ jerjaufte §fteft, toärenb jener unter beut üDfofe 
ein anbereö 3unge ^eroorjog, lange auf bem 35oben fym unb fyer ftrtdj nnb e3 enblicb, oer* 
^efyrte. ^ebenfalls mar ju ftarl erregter (Sefdjledjtötrteb Urfacfye be3 unnatürlichen $or^ 
ge^en'S; benn am Sage be3 SftorbeS trieb stoar baS 2öeibd)en ben §erm ®emal ioütenb 
unb freifcfyenb in alten Eden unu)er; aber am feiten Sage barauf toar biefer toiber §err 
im §au[e, unb bte ^arung ioarb vollzogen. 51m 16. 3uni Begann, nad)bem ba3 alte $fteft 
pm jtoetten $Me überbaut ioorben war, ba$ 2Öeibd>en auf brei Eiern, benen no$ ft)t\ 
am folgenben Sage zugefügt mürben, an^altenb \vl ftfcett. 3>ie3mal na^m icb. nad? elf Sagen 
ben §errn Urian au3 ber Kammer unb ftetlte ü)n in einen 25auer baneben fyiu. $om 
29. 3uni bis 5. 3uli froren alte fünf jungen au3. £)ie gütterung toar genau biefetbe 
tote bei bem vorigen (&t§tät f unb e£ gebu)en bte flehten Sierd>en aueb gan^ vortrefflich bis 
§um festen Sage. $lm fiebenten glaubte icb, ju Bewerfen, baf§ einige oon ben Zungen 
bie tityfe ntd>t mit ber alten $raft bem gutter entgegenftreeften. Im 2Ibenb ftarb ba3 jüngfte, 
unb toärenb beö achten SageS oerenbeten rafd) nadjetnember bie übrigen. «Scböpff, mit 
bem icfy ben galt befpract), ^ielt bafür, bafg ba£ gutter, Imeifenpuppen unb 9ttet)ltoürmer, ya 
^ig geioefen fei. 3d; fyatü btefeS gutter gegeben, ioeil id) im greien mit bem £)oppelguder 
genau gefet;en ^atte, bafS bie 5lmfcln 2lmeifenfyaufen aufreihen unb bie puppen ityren jungen 
zutragen. 2Bat;rfd;einlid) tft ba3 gutter benfelben nur toärenb ber erften Sage pträglid) 
unb barf überhaupt ntebt au3|d;liepcb, oerabreid?t toerben." 

Ein 3al?r fpäter berietet berfeibe iBeobacfyter fotgenbeS: „£5a3fetbe ^3ar ®d>ioar^ 
broffeln, mit ioeld;em id; voriges 3al)r fo ungünftige ^ü^utt^oerfud^ augeftetlt §attt r 
toarf id) and) in biefem 3at;re toiber ein unb jioar in einem vergitterten, einfenftrigen 3Ser^ 
jcb/(age. Eingeben! ber gefammelten Erfahrungen machte id) mit alten möglid;en mir $u 
Gebote ftel;enben gutterarten 23erfudj>e, unb id) ^atte ba^u gute (Gelegenheit; benn haß treff- 
liche Seibd;en brütete fünf !>DMe unb braute jebeSmal alle fünf Eier be3 ®elege6 au^. Eö 
überlebten bte jungen aber and; biefe§ ffllal niemals ben (elften Sag, obgleich ben oexv 
febibenen Ernten aU gutter heben toeifentou^^en unb 9)2e^ltoürmern , gliegen, ^Regen^ 
mürmer, Sdmeden, gleifcb^, 932ö^ren, getoi3^nlic^e^ gutter unb Duarf geboten lourbe. !Die 
iöeobacbtung teerte, bafö bei ioeit geringerem gutter bie au^gefcfytüpften Zungen ebenfo gut 
unb ebenfo fc^lecf>t gebü)en toie bei bem auögefuc^t beften. E3 würben ftc^ alfo meine 
2(mfeln unb, ber @d;luf^ ift lool gerechtfertigt, bie X)roffeln überbautet, §ur 3üc^tung ganj^ 
gut eignen , toenn bie eilten nic^t bie jungen mit ^ot fütterten. £e^tere3 tun beibe Eltern, 
3c^ ^abe bieömal bei brei Ernten ben 23ater in ber §ede gelaffen unb gefe^en, toie ber^ 
felbe oom feiten unb britten Sage ah emfig mita^te unb babei biefetbe gutterauötoa^l 
traf toie ba3 ^Beibc^en. 3luc^ ber §a^n lieg beim güttern in bie aufgezerrten ^cbnäbelcben 
ber Sungen jebe^mal mehrere Srotofen üaren (Sveic^el^ fallen." 

Unter meiner Pflege brütete im Saufe be3 Sommert 1871 ein Imfefyärcfyen jtoei 
^Zale unb toenigften^ bae eine ^lal mit beftem Erfolge. 3 ur Anlage feinet ^efte^ er-- 
toäfytte e^ fic^> ba^ oorfpringenbe (Geftmfe einer @äule, baute, ungeachtet e^ an 53auftoffen 
niebt fanget litt, lieberlic^, unb ba^ 2Beibd)en begann pjegen, nod; e^e ba£ 9teft ooll^ 
enbet toar. Särenb beö S3rüten6 faß ba^ SJMnndjen oiel in ber 91acb,barfc^aft bcS Seibeb; en^ 
unb fang fleißiger als je. 33on brei Eiern fdppfte nur ein 3unge6 au^, toetcfyeS perft 
oon ber Butter gefüttert unb nod) ertoärmt, \pättx oon beiben Sllten mit gleid;er (Sorgfalt 
gea^t tourbe. ^eibe nahmen oon ben oorl;anbenen 9tal;rung§ftoffeu stemlid; ol;ne Sal;l, 
toa^ fie betommen tonnten, befonberS gern aber 9?egentoürmer, 9D?etyttoürmer unb 5lmeifen" 
^u^en, oerfe^lten aber feiten, bie Türmer erft gehörig im ^obenfanbe be0 gluggebauer^ 



Coffein. 1 \ l 

unu)er3utoät$en , unb reiften bte fo eingefanbeten Freden bem 3ungen. ^tereS gebil; oor= 
trefftid; o^ne alte gtoifcfyenfätle unb flog nad? ungefähr brei Socken oom ^efte ab in baS 
innere beS Raumes. §ier mürbe bte ^ung noefy eine 3eit fang fottgefefct; balb aber 
$atte eS fid) fetbftänbig gemalt, nnb bte Otiten dritten ^ur fetten Brut 2luS biefer mürbe 
aus bem (Grunbe nichts, toeit baS 9ceft einer ben f äftg mit betootynenben 2Kanbe(frä$e in bie 
klugen nnb bamit ber 3erftörung an^eim fiel Da aueb baS Scibd;en burd) einen ungtüdlicben 
Sttfaö oerenbete, fonnte natürlich feine fernere Brut erfolgen. 2luS biefen Beobachtungen 
ge$t ^eroor, bafS bie ^ftutmagung @d;b> ff S, $u fettes gutter fei bie Urfac^e oon bem 
$erfommen ber jungen getoefen, nid)t richtig fein !ann; benn an gutem gutter $at eS 
meinen 2lmfeln nid)t gefehlt, nnb id) l)oht mir fogar ein befonbereS Vergnügen barauS 
gmafyt, bie eifrige Sitte burd) Darreichung einer uuoer(;ättniSmägigen Stenge oon WttfyU 
toürmern nadj) Gräften $u unterftü^en. Soran bie unter ber trefflichen Pflege Öiebe'S ge* 
jücfyteten jungen Slmfetn ^u (Grunbe gegangen finb , bleibt mir ein 9?ätfcl; fotcfyer aber gibt 
eS bei ber SBogel^ucfyt im Käfige noefy unjä$(ig anbere ju töfen, 

Singer mit ben Slmjetn §at 8iebe and; mit anbeten Droffetn Brutoerfud^e angeftetlt, 
§unäcfyft mit ©ingbroff ein , toetcl;e, obgleid; beibe 33ögel jientüd; fd;eu toaren, bod; balb ein 
jefr fernes Sfteft aus Geifern nnb öaubmoS erbauten, intoenbig mit meinem $lofe nnb 
ettoaS &xoßj nicfyt aber mit bem ü)nen abfid)ttid; gereichten, faulem §ot^e auSfteibeten, oie(* 
me(;r nut ben Boben beSfelben mit §»ol^mutm ausfütterten, mit btet ©ern belegten nnb 
^toei 3unge erbrüteten,, btefe ebenfalls tettloeifc mit i^rem eigenen ®ote fütterten unb nicfyt 
grog brachten, fobann mit Sacfyotberbroffetn , über toeldje id) ber (Güte meines oere^rten 
greunbeS nad;fte^enben Bemerfungen oerbanfe. „3cfy tyabc bte oor jtoet Sauren oon mir 
bem s Jcefte entnommenen unb feitbem gehaltenen UtammetSoögel fe(?r lieb gewonnen. Senn 
ityneu aud; beS (GefaugeS füge (Gabe oerfagt ift, erringen fie ftd; boeb bie Bn^gung beS 
Pflegers burd; anbete gute (SigenfcBaften, ©ie finb bei toeitem nid;t fo fd)redfj)aft rote u)re 
$ertoanbten, meiere oft in golge eines einigen ©cfyredenS ootlftänbig fd?eu Serben unb fid) 
toie toilb eingefangene Droffetn gebärben, befreit oon §aufe aus me^r Wut, loie aud? bte 
freitebenben, roelcfye auf i(;ren jungen fid) nä^ernbe ^iere unb 9J?enfd;en tolllü^n herabflogen, 
lux (genüge bemeif en ; fie laffen fi$, jur regten 3 e tt aus bem ^Jlefte genommen, leicht ju ge^ 
funben, fd;muden Vögeln auftie^en nnb galten fic^ im Käfige, melier felbftoerftänbtic^ grog 
genug fein mufS, um 9?amn %u einem Iteinen ginge ^u gemären, toeit beffer als tofetn 
unb ©tngbroff ein ; benn fie finb reinlicher unb tyaben nic^t bie toibertoärttge Steigung jum 
^otfreffen, toetd^e jene bei jeber (Gelegenheit an ben £ag legen. Seit munterer unb be* 
voeglid)er als bie ^iftetbroffetn, jeiebnen fie fiel) bur$ eine aufrechte Gattung oor ben @ing* 
broffeln unb Slmfetn aus unb toiffen babei noc^ bem Beobachter befonberS fic^ ^u empfehlen, 
inbem fie mit bem ©d^an^e atter^anb hurtige Betoegungen ausführen. Da fie ben ©d)tt>anä 
über^au^t aufred)ter als ityre 33crtoanbten tragen, oerfte^en fie eS, i(;n fauber unb unoerftogen 
%u ermatten. @ie ^aben eS gern, toenn man fie teife mit ben gingerfori^en ftreid;ett, unb 
fommen i^ren greunben jir^enb unb fdmarrenb entgegen, um fic^ fo tieblofen A 5 u laffen, 
finb mit einem Sorte fe^r liebenSmürbig unb bei mir tro^ ber grogen ©ammlung oon 
lebenben Vögeln, toetc^e id) befi^e, oor^ugStoeije bie Lieblinge ber gamitie. öeiber (äfft fic^ 
i(;r ®efc^ted?t ferner beftimmen, unb fo laut eS, bafS ic^ jtoet Seibd;en behielt unb als $at 
eintoatf. Da bie Seibc^en abet fofort niften unb legen unb bann bie tauben ©er forgfam 
bebrüten, (äfft fid) annehmen, bafS gücfytungSoerfucfye mit jung aufgewogenen 2Bad;otber* 
broffeln beffer gelingen bürften als fotd^e mit Slmfetn unb ©ingbroffetn. (Gegenwärtig 
(grü^ja(;r 1873) brütet bei mir ein jtoeijä^rigeS ^rammetSoogeltoeibd?en , toelcfyeS an ein 
einjähriges 3Rännd;en gebart ift Dabei ^abe id) bie Beobachtung , toelc^e ic^ an ben frei* 
lebenben Vögeln machte, beftätigt gefunbeu, bafS bie Setbeben im erften 3a^re ganj ober 



112 fcroffdrt, 

faft gart^ o^ne £e^m unb @rbe bauen, unb baf3 fie um fo me$r t>on btefen (Stoffen oer= 

rcenben, je älter fie ioerbem ®anj alte SBeibd^en führen einen oottftänbigen "ißifebau au3, 
bur<^tt>irft mit §atmen unb §eibeftengelm 

£)ie mitgeteilten £atfad)en Bereifen meinet Sfotficfyt nacfy jur ©enüge, bafS alte Coffein 
bei entfyred)enber Wege im Käfige jut gortpflansung f freiten, unb fi^ern ber ©efamt^eit 
alfo aucfy in biefer |)infid)t einen l^eroorragenben ^3Ia^ unter ben ^äftgoögetn. 

Über bie mar!tgängigen greife ber fcerfcfyibenen £)roffelarten läfft ficfy fcfytoer ettoaS 
beftimmteS angeben. 3m §erbfte toärenb ber 3 u SS e ^ ftwft man gefunbe @ing=, SRot* unb 
$8ad$olberbroffetn burdjfcfyrrittltcfy in einem falben, üMftetbroffetn unb Slmfeln ^u einem £ater, 
Sftingbroffeln ju anbertfyalb Xaler ba3 <&tM. Wutyqtxfyntte länger ber ©ing*, Giftet* unb 
ßtyt&Wpxtffel derben fetbftoerftänbticfy um ba3 yfyn* bis jtoanjtgfo^c $8§er bejaht, jung 
aufgewogene 2fotf ein, foetd^e ein Sieb f etj>terlo3 unb rein pfeifen, nod; teuerer ; Sanberbroffeln 
fommen auf fecfyS bis je^n £ater baS @tü<f ju flehen, gür bie übrigen frembtänbt[d>en 
Sitten beanfprudrt man ungefähr benfetben $rei3. 



3p4)ttbrx»fl*eitt. 



Sin bie £)roffetn reiben nur, toenn and; nicfyt gan§ im (£inflange mit bem allgemeinen 
gültigen ©tyftem, eine (Gruppe ausgezeichneter @ing= unb täftgoöget an, toetcfye ber Seft< 
fyälfte unferer @rbe angehört unb atljä^rlid) m$x bie 23eacfytung ber öieb^aber getoinnt 
!Die ©^ottbroffetn ober ©pötter finb geftredt gebaute, Icmgfcfynjcm&ige $öget, toetcfye in ge* 
totffem ©inne als 9)cittetglieber jipifd^cn ben £)roffetn unb ®raSmüden angefe^en toerben 
bürfen, 3>^r ©dntabet ift mittellang, an ber Sur^el ettoaS verbreitert, an ber (Sptfce feittid? 
jufammengebrMt, auf ber girfte fanft gebogen, ber gup lang unb fräftig, oorn mit großen 
©Silbern getäfelt, ber glügel mäßig lang unb gerunbet, in i^m bie britte ober oierte @d)toingc 
bie längfte, bie erfte fe^r fur§, ber lange, an ber 2Bur$et fe^r fcfymale, nacfy ber ©ptfce ficfy 
oerbreiternbe @^toan^ ftar! pgerunbet, baS reiche ®efieber roetc^ unb mattfarbig, nad) ®e* 
fcfytecfyt unb 2tlter laum oerfcfyiben. 

732. $)te @fcöttt>Wff et , ^cocftng = 33trb ber 2lmerifaner, Mmus (Turdus, Orpheus) polyglottus, 
L. — 31. 53.: Stububon, Oraith. Biogr. I, @. 108. — (£ttr>a§ Heiner aber »eit geftrectter al§ bie SRoU 
broffel; Dberfeite graubraun, Ojrgegenb uub Bügelftreifeu et»a§ buuller, eiu formaler unbeuttictjer 2lugen= 
ftreif fyeUgrau, Unterfeite fafytbräuntict) , bei re$t alten äftänucfyeu tteinrötlicfy überfjaudjt, $inn, 8aucfy uub 
tftergegeub nebft unteren ©c^toaujbedeu faft u>ei^; ©a^tDiugeu, bereu SDetffeberu unb ©teuerfeberu buuJet= 
braun, erftere au^eu fctjmal graufa^t gefäumt, bie fünfte bi§ ad)te in ber SBurjelOTte ber ^uueufabue 
n>ei§, ^aubfc^ö?ingeubecteu e6eufo, ®xtit ber 2lmtfct)»mgeu= uub größten OberPgefbedeu mattoei^, trobureb 
jroei Ouerbiuben entfielen; äußerfte ©c^tDaujfeber, ^uneufa^ue ber feiten uub baä @nbe ber britteu jeber- 
feit§ »eiß, bie übrigen mit t>ertt>afd)euem fettem ©pi^euraube. ^ri§ getblt(^toet§, @(^uabet buulelbtaugrau, 
Uuterfd^uabet fetter, ^üße buutet bleigrau. — Söeibcfyen bem W&nntym burc^au§ ät)nlicr) , ba§ Söeiß cm 
ber ^uneufa^ue ber ©(^triugen üiet weniger au^gebe^ut, ber @|)iegetf(ecf atfo bebeutenb fteiuer, ba§ SBeiß 
aud^ an ben ©ti)tt>anäfebern tu ber ^RegeX nur auf bie betben öufjerften befc^ränlt. — ^uuge SSöget matt= 
farbiger at§ bie Sitten, bie Gebern ber Uuterfeite mit f dentalen, länglichen, buulten @cr)aftftrict)en. 

2)ie füblic^en bereinigten ©taten unb Äatifornien finb üa§ ^Batertanb biefe§ an§gejei{^neten ^oget^, 
toetcf)er im Sinter bi§ SJrejilo unb Ituba ^erabgiebt. 

733. 2)er £)rj)fjeu3ft>ötter, M. (T.) orpheus, L. — %. a: ©etater, Proc. Z. S., 1859. ©. 341. — 
®er ©pottbroffet är)ntict) aber fteiuer; bie Oberfeite bunfter, ber fyette 5(ugenftreif beuttic^er, bie Unterfeite 
lichter, met)r gelbtid§n)eiß. 

S>ie 5trt bett?obnt ^amaita uub mabrfc^emlic^ au e^ ©t. Domingo, obgleich mau ben ()ierüorfommenben 
©pütter unter bem tarnen S) omiugof potttx (M. dominicus, L.) ebenfalls unterfe^ibeu bat 



©pottbroffetn. 113 

734. $e? ^öTtötiföftötter, M. portoricensis, Bryant. — 3L 93.: Sörtyant, Proc.Bost. Acad. 1866. 
(große unb eulgemeine Färbung tüte bei ber ©pottbroffet, aber ba§ Seift an ber^Burget ber brüten bis 
achten ©Urninge weiter ausgebest unb bie britte ©cbwangfeber an ber ^nnenfafyne ebenfalls weiß. 

(£ine gweifefbafte 9trt. Saterfanb ^ortorüo. 

735. $er $utf)3tt)öttev*, M. (Orph.) dorsalis, Lafr. — 31. SB.: b'Orbignü, Voy., ©. 211. — 
®röße bet ©pottbroffeX ; bunfelrotbräunftcfy , Slugenftreifen weiß, fcfymater Bügelftreifen fcfywärgltd^ Unterfeite 
fa^&ränntid) , Ämn unb tfetyte mebr weißlid); ©Zwingen unb bereu 2)ecffebern fcfywarg, Surgettjätfte ber 
£>anbf(r/Wingen , beren 2)ecfen unb bie (£nbfäume ber 9lrm= unb größten Oberpgetbecfen toetfj; äußere brei 
©cfywangfebern gang weiß, bie näcftftfotgenben beibe jeberfeitS breit weiß am @nbe, übrige fdjwarg wie bte 
beiben mittelften. $ri§ hellbraun, ©<r)nabet unb $üße fcfynfarg. ~ Söeibcfyen etwaä blaffer, fonft gteidj gefärbt. 

$inbet ftc| in SBoliöia. 

736. $er Mftenfoötter, M. (T.) lividus, Licht. — % k.: «prinj oon SKeuwteb SSeitr.: III., 
©. 653. — (StwaS Keiner al§ bie ©pottbroffel; Oberfeite fafylgraubraun, &ty0Kt4 unb Ofyrgegenb etwas 
bunfter, Oberfopf fetter, ©tirn, breiter 3lugenbrauenftreifen unb Unterfeite unrein weiß ; ©Zwingen, 2)ec!febern 
unb ©djwang bunMbraun, Wintere 3trmf$wingen, beren ©erfen unb größte Oberfttigelbecten am @nbe weiß 
geranbet, bie brei äußeren ©cfywangfebern mit naefy innen abnefymenbem breitem weißem Cmbe. $rt§ 
lebhaft rotbraun, ©ebnabet unb $üße febwarg. — 2Beibct)en gtetcb gefärbt. — $unge mit bunfet ge* 
tüpfeltet SSruft. 

häufig in ©üboftbrafitien. 

737. $>er galÖjJJÖttet, M. (T.) gilYus, VieilL ~ 31. $.: ©etater, Proc. Z. S. 1859, ©. 341. — 
2)em Mftenfpötter fefyr äijntic§ aber anfefjnlicfy größer; bie ©tirn nicfyt beiß, fonbern toie ber übrige Ober^ 
fopf fjettbräunlicfy mit oerwaf ebenen bunflen ©dfyaftftricfyen; äußerfte ©djwangfeber außen weiß gefäumt, bie 
oier äußerften mit breitem weißem, über beibe Patinen gietjenbem ©nbfelbe. 

Vertritt bie oorf)erget)enbe 3(rt in -ftorbbrafilten unb ®iana. 

738. £er §djttmr5flugelft)ötter , M. melanopterus , Lauw., (columbianus). — 91. 33.: Annal. 
Lyc. New -York 1845, ©. 25. — S)em ^albfpötter fefyr na^e ftet)enb r nur etwas Keiner mit fürgerem 
©cfynabet unb minber auSgebefyntem weißem ©ctjwangenbe. 

Über ^eu^ranaba, SBeneguela unb Srinibab oerbrettet. 

739. $et Btetfoötter, M. gracilis, Cah. — 91. 8.: ©etat er, Proc. Z. S. 1859. ©. 343. — 
Oberfeite bunfetgrau, $tüget unb ©cfywang febwarg, Unterfeite weiß; ©Zwingen außen fdfymatgrau, 2)ect«= 
febern am (Snbe fdjmal weiß geranbet, ^nnenfa^ne ber äußerften ©cbwangfeber unb ein breitet @nbe ber 
übrigen weiß; $ri§? ©df)nabel unb $üße bunfelfarbtg. — 2Beibdjen? 

2)ie Slrt bewohnt (Suatemata unb §onburaS. 

740. $tx tatanbevjJJÖtter, M. (Orph.) calandria, Lafr. — 31. ».: SSurmeifter, X. 8raf. III, 
©. 126. — ®röße ber äßanberbroff et ; Oberfeite braungrau, bie Gebern be§ Ober!opfe§ unb SKanteB mit 
fefyr öerwafe^enen fefimaten bunlten @ct)aftftrtcr)en, ein fcfjmater 3ügetftreifen buulel, ein ©treifen über berufenen 
nnb gange Unterfeite weiß, bte falpräunticfy öerwafc^enen SSaucbfettenfebern mit breiten bunlten ©c^aftftric^en ; 
©Zwingen unb 2)ecffebern fc^wargbraun mit fc^maten oerwafc^enen fa^twetßen 9(ußen * unb ©nbfäumen ; 
©c^wansfebern f^war^braun, mit 2lu§na|me ber beiben mittetften an ber ^nnenfa^ne mäßig breit weiß 
geranbet. $rt§ braun, ©djttabetunb ^üße ^ornfe^warä. — Seib<i)en gteidj gefärbt. 

^Sewo^nt ba§ fübtic^fte SBrafitieu, bie ^ptataftaten unb ^aragat). 

741. £er 5ltttiUenfpötter, ®unblac|§ ©^ottbroffet, M. Gundlachii, Calb. — 3t. 85.: Sour. f. Ornitb. 
1855, ©. 470. — ©twa§ größer aU ber Äatanberfpötter ; Oberfeite erbbräunlic^, bie febern. mit oerwafc^ener 
butilter SKttte, Büget bunlter, über bemfetben ein fc^mater weißlicher ©tric|, Unterfeite voti^, auf topf unb 
23ruft btafSbräunttcb öerwafc^en, bie Gebern ber ©eiten mit bunlten ©c^aftftric^en , bie ber Äe^feiten mit 
eben foWjen aber beuttic^er ausgeprägten, welche eine 3lrt üon ^Bartftreifen bttben; ©Zwingen unb @c^wang= 
febern bunletbraun, bie erfteren nebft i^ren 2)eden außen unb am Qmbe, bie größten oberen 2)ectfebern nur 
am (Snbe weißtict) geranbet, bie tjier äußeren ©cfjwangfebem ebenfo, ba§ Sßeiß ieboc^ mefyr auf bte ^nnen= 
fa^ne befdjränft. grtS? ©c^nabet unb Pße fyornfcfywärgtici). — SBeibc^en wie baö »uneben. 

2ebt;auf tuba unb ^amaüa. 

742. Stx %übWtttx , (Sampo§ft>ötter , M. (T.) saturninus, Licht. — 3t. $.: SÖurmeifter, 
E. Staf. III, ©. 127. — ©et>r är)ntict) bem StntiHenf pötter unb ebenfo groß; ein breiter Bügel * unb 3tugen= 
ftreifen fowie bie gange Unterfeite getbtic^fa^weiß, bie ©eitenfebern mit fet)r febwac^en bunlten ©c|aftftri^en r 
bie oier äußeren ©etywangfebew ntit breiterem weißerem @nbe. 

^ebt im Sampo^gebtete be§ inneren SBrafitien§. 

*vet)m, gefangene SJöget. II. 9 



114 £>rojfetu. 

743. $er £ettfoU)0tter, M. (T., Orpli,) thenca, Molina. — ■%. 53.: ©clater, Pr. Z. S. 1859, 
@. 344. — ®röße be§ $atanberfpötter§; erbbraun, auf beut Dbertopfe mit fe^r üeroafcfyenen bwtften 
©djaftffrtdjen , Böget unb Slugenftreifen bunfter, breiter ©cfytäfenftricfy uub bie fettltdj öon einem bunften 
SSartftreifen begrenze $et)te toeißtict), übrige Unterteile fahlbraun, bie Gebern ber 23auct)feiten mit üern>afdjenen 
bunlleu ©ctjaftftricfyen; ©djwingen unb 3)e<ffebern bunfetbraun, außen fcbmat fafytbräimtict), am @nbe breiter 
mei^Uc^ geranbet, ©djnxm&febmt bunfetbraun, bie äußerften brei mit mäßig breitem meinem C£nbe. $ri§ 
buntetbraun, ©ctjnabe't unb $üße ()ornfd)tDar5. — SSeibdjen roie ba§ Sftänncijen. 

@e^r häufig in (££)ite. 

744. <£n Sangj^ttJttnsfiJÖtter, M. longicaudatus, Tschudi. — 31. 33.: Faun, per., £fl. 15. — 
©eljr äfmticf) bem£enraf pötter aber anfe^nlic^ größer, namentlich <Sd)nabet unb <&dicocm% länger; ein breiter 
(Streifen über Böget unb Singe bi§ auf bie ©ct)täfe unb ba§ breite ©cfytoanäenbe roeiß. 

2)ie 2lrt tourbe big jefct nur in $eru beobachtet. 

745. $er SBnumftiötter, M. melanotis, Gould. - 2t. 53.: Voy. Beagle, @. 62. - Oberfeite unb 
Ofirgegenb bunfelbraun, SSürjet mebr ro ftf afpraun , bie Gebern mit fceroafdjenen buntlen ©djaftftridjett, 
©djtäfenftridj unb Unterfeite toeiß, bie Gebern auf topf unb SBruft bunfet getüpfelt; ©cbtoingen buntetbraun, 
außen fdjmat roftfafyl, am Gmbe rote bie ^anbfcfynnngen = uub größten Dberflügelbeden breiter toeißticfy ge= 
raubet; @djtt>anäfebem fc^tüar^braun , bie öier äugten am @nbe breit brämtticfytüeiß. $ri§ bunfelbraun, 
@<$na&el unb $üße bunlet tjornfarbig. 

3)ie läufigfte üon brei ben ©dntbtröteninfetn eigentümlichen Strien unb Cjier nur auf ber (£fyatam= unb 
$ame§infel fyetmifd). 

746. £er Söergfoötter, M. (T., Orph., Oreoscoptes) montanus. — % &•: SBairb, B. of N. 
Am., @. 347. — (Sröße ber ^otbroffet; $tüget unb ©djtoanä erbbraun, Obrgegenb roftbräuntidj , Bügel, 
©dfytäfenftricb , $opf = unb £at§feiten unb bie Unterteile weiß, ©eiten roftbräuntid) , bie Gebern mit 
fdjtoar&en breiecfigen ©djaftftecfen, teljte unb 2kud) einfarbig, untere ©djtoansbeden roftgetb; ©dringen 
außen fdjmat, ^rmf dringen = unb größte Dberftügctbeden am @nbe breit fat)ttuetß geranbet, bie öier äußerften 
©djtoangfebetn mit toeißem, an ber $unenfat)ne weiter ausgebreitetem ©übe. $ri§ braun, &<§naM fcbwar§, 
$üße fyombräuntid). — SBcibd^eit gteid)gefärbt. 

®a§ Verbreitungsgebiet umfafft .tatifornien , bciZ ge.lSgebirge unb äftejifo. 

Sie in gepalt unb gärbung, jcfyeinen aucfy in i^rem Sefen, ifyren bitten unb ®e^ 
frotmfyeiten unb in ber 2lrt unb Seife it;re$ ®efancje8 ade ©pottbroffeln in i)o^em ®rabe ficb 
p ähneln. (&rft nad; ben forgfättigften Unterf Übungen mürbe e$ möglid?, fie p unter* 
Reiben ; bie Öebenöcjef c^>id)te ber einzelnen Wirten tnthtyxt jebod; noci; eine^ IDarftcücvö, midjer 
bnrd? 3Ser3lei(^ung aller baö jeber %xt eigentümliche fyattt ^erüor^eben fönnen. <So bleibt 
m$ pnäc^ft nic^t^ übrig, als ein ©efamtbtfb ber <&xuppt p entir-erfen unb in biefem 
fpmel üU möglich bie Angaben ber i)erfd)ibeuen iöeobacbter p fcerfdnnelsen. (Srüärlic^ertpeife 
wixb fia) baS meifte auf bie norbanterifanifd^e ©^ottbvoffcl be$ielj>en muffen, ba fie burc^ 
mehrere eingeborene @(^riftfteüer, namentlid) burd) Silfon, lububonunb 92uttall, eine 
fe^r eingel)enbe iÖe)>rec^ung erfahren ^at. 2lber aud; über ben Drp^euS-, ben lüften*, 
f alanber=, gelb* unb Sßergfpötter liegen Mitteilungen oor, n>eld)e in einer jutb ber anberen 
f)inficfyt baS'öeben^bilb ber befannteften 5lrt ergänzen. 

^m ^egenfa^e ju ben £)roffeln, Salbtögeln int eigentlichen (Sinne beS Sorten, be* 
tpo^nen bie @pottt>ögel am liebften fanbige, me^r ober minber bid;t mit iöüfc^en beftanbene 
Drtlici)!eiten , unb tocnn fie toirflicfy einmal ben Salb toäfylen, fuc^en fie fid? bie £ei!e 
be^felben aus, meiere folgen 33ufdjfte$>en entfprec^en. 511^ befonbere Öiebling^too^nfi^e 
^on i^nen toerben ©teilen genannt, auf benen ber geigen!a!tu6 in Menge toäcfyft, toeil 
fie jtoifc^en ben ftacfyeligen breiten blättern biefer ^flan^e nid>t allein treffliche @c^u|orte 
unb $erftecfylä|e fonbern auci) reic^lic^e ^ca^rung finben. 2$on it;ren natürlichen 5lufent* 
^alt^orten ^aben fie fid; allmafjlicfy in bie ® arten unb Dbftpflanpngen, in^befonbere in 
Orangen^aine , gebogen, überhaupt met;r unb me^r beut Menfcben angefc^loffen unb ®ant 
i^rer öorpglic^en (iigenjd)aften in i^m einen marmen greunb unb ^efc^ü^er gefunben. Senn 
mitten im Salbe ein ^ßla^ gerobet unb baS ro^>e iölocn)au^ errietet- mirb, finben fieb ^roar 



Äpottbvofjetu. 115 

nocfy nid)t im erften, aber bocfy im fetten Setzte regelmäßig Spottbroffeln ein, umfliegen 
baS neu begrünbete ^efit^tum, anfänglich tMeid)t miStrauifcfy, überzeugen fiefy aber me^r unb 
metyr oon ben frieblid>en ®efinnungen beS SöetooljmerS, machen ftd> auf ben flehen gebliebenen 
ober neu gepflan^ten Sträucfyern fefStyaft unb geigen fid> §ter fcfyon naefy wenigen Sauren 
ebenfo vertraut , ebenfo tyeimifcfy tote in ben (Härten beS längft befibelten SanbeS. 3n ben 
meiften ©egenben ityreS Verbreitungsgebietes ^egt unb f^ü&t man fie nad; Gräften oor 
ityren natürlichen geinben, unb nur tyier unb ba erlaubt man eS, bafS einer ber liebenS* 
toürbigen Vögel erlegt ober behelligt toirb. So erllärt fiefy bie 2fru)änglicfyfeit ber Spott* 
broffeln an bie unmittelbare 9?ä^e ber menfcpcfyen 23 e^au jungen, fo ü)re fyarmlofe 3utunticfyfeit 
unb beim tiefte u)r breifteS auftreten gegen ben gefürcfyteten geinb aller £iere: fie tyaben 
in biefem einen tooltooltenben ©aftfreunb fennen gelernt unb füllen fid; fieser in folgern 
33etoufftfein, 

3n allen toarmen Säubern Stanboögel, betragen fid) bie Spottbroff ein , toelcfye fyier 
anf äffig finb, jahraus jahrein annä^ernb in berfelben Seife, fingen and), bie Käufer* 
$eit aufgenommen, faft baS gan^e 3afyr, gleicfyfam als gingen bie Sa^reS^eiten jpurloS an 
ifynen oorüber. iöei benen, toelcfye ^ö^ere breiten unb- oietieicfyt ebenfo bei benen, toelcfye 
§öl)engürtel ber (Gebirge beioo^nen, ift eS anberS, Sie roerben burd> ben fyeranuafyenben 
Sinter gelungen §u toanbern unb oertoeilen nur toärenb ber mitben ^afyreS^eit, in toetcfye 
oft 23rutgefcfyäft fällt, in ber eigentlichen §eimat 3n Souiftana, toofelbft bie bort Jjjeimifcfyen 
Spottbroff ein Stanboögel finb, erfennt man, laut lububon, bie gremblinge, toetcfye com 
Sorben fyerfommen, um ^ier ya übertointern , an ber ängftticfyen Sd;eu, toelcfye fie im Ver* 
gleid)e ju ben einfyetmifcfyett Irtgenoffen anfänglich an ben £ag legen unb ebenfo an ber 
Verfolgung, toelcfye fie unmittelbar nad) ityrer Infunft burefy lefetere $u erleiben ^aben. 
Scbeu unb Verfolgung gefyen aber balb oorüber, unb toärenb beS Sintert galten ehu)eimifdj>e 
roie frembe Spottbroff ein gute ®enoffenfcfyaft, fammeln fiefy in größerer Stenge als in ben 
Sommermonaten in ben 'pftanpngen unb ©arten ber garmfyäufer, fe^en fiefy oft tote unfer 
§auSrötel ober bie Scfytoalbe auf bie Dacfyfirfte unb beleben baS ©etyöft mefyr als je. s Jftit 
beginnenbem grütyiafyre toenben fiefy bie fremben tyetnuoärtS, unb bie eüu)eimifd;en f freiten 
jum 23au il^reS erften Heftes, 

$ein amerifanifcfyer Vogel gleicher ®röße macfyt ftdj metyr bemerflid? als unfere Spötter. 
t$t>er in fyerauSforbernber als in prüdge^ogener Seife auftretenb, toürben fie ftcfyerlicfy, 
aud? toenn fie nicfyt einen föftticfyen ®efang oerne^men ließen, bie allgemeine 3lufmerlfamleit 
fieb ^ulenfen. Öeb^aft unb regfam, ^utuntid; unb furchtlos, entfe^iben, getoanbt unb rafd? 
in allen 53etocgungen , fallen fie überall junäc^ft ins 5luge, gleid)Oiel ob fie, toie fie beim 
Singen §u tun pflegen, auf ben fyöd;ften 3^eigf|3i^en eines Strauches fi^en, ben Sc^toan^ 
balb breitenb, balb toiber pfammenlegenb, mit ü)m unb ben glügeln suefenb unb fonftige 
>3etoegungen auSfü^renb, ober aber ob fie mit fräftigen Sprüngen auf bem Stoben bafyin* 
ober, burd) baS ©e^eige fdppfen, and) hierbei ben Sc^toans abtoecfyfelnb fächerartig ent^ 
faltenb unb fd;ließenb. !Der ging ift jtoar fur& unb toenig an^attenb, aber feljr be^eic^nenb, 
toeil er in eigentümlich fdjarfen S5ogen gef c^i^t, bei benen nidjt bloß bie Sc^toingen, fonbern 
auc^ ber Sc^toanj abfonberlid) $udenb betoegt toirb. Selbft bei längeren Säuberungen, 
beifpielStoeife auf ber§erbft^ unb grüpngSreife, überfliegen bie Vögel nur ungern größere 
Streden in einem 3uge, U)enben fid; oielme^r oon einem kannte jum anbereu unb ergeben 
fic^>, auc^ toenn fie toirflicfy eine baumlofe gläd;e überf freiten muffen, laum ^er, als bie 
Spieen ber Salbbäume in bie 8uft ragen. Um fo beweglicher geigen fie fid? innerhalb 
eines tleineren treifeS, Selbft toenn fie anfe^einenb regungslos auf einem erhabenen fünfte 
fi^en, bre^en unb toenben fie toenigftenS ben topf mit ben ^toar nid)t großen aber ebenfo 
fingen als gellen lugen nad) btefer unb jener Seite unb geroinnen baburd? ben SluSbrud 

s* 






] iß ©roffetn. 

von ebenfo viel SBerftanb als Sacfyfamfeit. £)od) nid)t 3 u tunlidjf eit , Betoegtiefyfeit unb 
tlugtyeit fütb eS, toeldj>e ben ©pottbroffeln jebeS, aud) baS fpröbefte §er§ gewinnen, fonbern 
bie in ber %at ganj vorpglicfyen öteber r ioelcfye fte ettoa neun Monate im 3a$re Bei £age 
nnb bei ^lacfyt p ^>ören geben, 

£)ie amerifanifd^en gorfcfyer ftetten ben %fang ber ©pottbroffel über ben jebeS cm* 
beten $ogeR Aububon Ijjätt eS für gerabep abgefdmtacft, bie 9?acfytigatt mit ber <Spott* 
broffet p vergleichen unb meint, bafS ifj)m jene bem hochbegabten (Spötter gegenüber immer 
nur n)ie eine Anfängerin in ber $unft erfreuen fei, £)ieS ift unzweifelhaft p viel gejagt ; 
benn toenn au$ 3lu b üb on angibt, bafS er beibe SBöget ebenfo tool in ®efangenfcfyaft toie 
in ber grei^eit gehört fyaU, unb an einer anberen ©teile ^inpfügt, bafS ber ®efang einer 
jung aufgewogenen ©pottbroffet bem eines SitbfangeS bei toeitem nacfyfte^e, fo atmet biefe 
Sufjerung bod> tool me^r Siebe unb Begeiferung für bie ^rjeugniffe feinet 23aterlanbeS, 
als fie Sal^eit enthält. 3n einem ftimme idj> bem ausgezeichneten gorfd^er bei: vergleichen 
taffen fic^ bie lieber beiber 23ögel mcfyt, fcfyon toeil baS eine ein ©cfytag, baS anbere ein 
®efang ift. 3ebeS tyat feine befonberen (Schönheiten, ber ©cfytag ber ^ac^tigaU bie ge* 
fcfytoffene fthmbung ber ©trogen, baS 5lufjau%nbe ber £öne, baS Sieb ber ©pottbroffet 
bie außerorbentticfye 9J?ancl)faltigleit, toetcfye einen gerabep ununterbrochenen Secfyfel ber 
einzelnen, laum in erfennbare ©trogen abgeteilten ®änge beS (Standen bebingt, unb bie 
tatfäcpdfy unübertroffene ober unerreichte ®unftf ertigf eit , anberer $ögel Siebet ganj ober 
teiltoeife unter ben eigenen ®efang p verroeben unb jener Saute mit nrirftidj betounberungS- 
toürbiger ^Jleifterfd;aft p vertonen, p läutern unb, toenn man toitt, p vervoltfommnen. 
3m «Schlage ber ^acfytigatt tyört man einzelne ©trogen llar unb beftimmt tyerauS unb ift 
im ftanbe, fie burdj ©itben, toenn aud) ntdjt toiberpgeben fo bod; einigermaßen beuttid) 
p machen : im ©efange ber ©pottbrvffel festen jtoar aud; beftimmte ®änge toiber, niemals 
aber mit berfelben Regetmäßigfett ioie im Schlage ber ^acfytigalt unb ebenfo toenig in einer 
mtnbeftenS annäfyewb eingehaltenen Reihenfolge. 2UteS ^rubelt tyier bunt unb frauS burd?* 
einanber, ofyne jebod) jemals anmutiger ©cfyöntyeit p entbehren. Sie ein glufS von £önen 
unb Seifen ftrömt biefeS Sieb ba^in, immer neu, immer feffetnb unb beS^alb in ber Xat 
in befonberem ®rabe bepubernb, ber vorüberrauf cfyenben Seite vergleichbar, toetc^e biefelbe 
p fein fdjeutt unb boefy ununterbrochen eine anbere ift. @elj>r richtig bemerlt £ilt, bafS 
bie 5lrt unb Seife beS Siebes ber ©pottbroffel weniger geeignet ober, mie unfer Beobachter 
fagt, beregnet ift, Betounberung fyervorprufen als p beruhigen unb p tröften, unb bafS 
baS ®efüfyt von Schwermut, welches ben ©d)lag ber 9?ad)tigat{ burcfybrmgt, bei unferem 
$ogel burd) ein tieffinntgeS rutyigeS Belagen erfefct wirb. 3lm meiften ent^üeft immer 
ber unerfc^ifyflidje Seifet beS ®efangeS. „5lm 26. gebruar", er^tt yiuttatl, „^örte 
icfy bie erfte ©|)ottbroffel biefeS 3al>reS. ©ie begann mit einer ^acfyatymung beS <S|)ec^teS 
„^f^, ^Djc^oa^, £)fcfyot;, ^)fd)au /; , hierauf baS „©loitut, ©toitut" beS tarolinajaun* 
!önigS, nac^ unb nad> baS „Sutit, Sutit", unb „Dp, Dju ;/ , beS ^arbinalS , baS „tyitta, 
^ßitta" ber ©c^o^fmeife ^inpfügenb, brachte biefe Saute aber in ^Serbinbung mit i^ren 
eigenen unb trug fie einer fo geläuterten meiftertyaften Seife vor, als ob fie burefy ü)re 
Gräfte bie jener unter ityr fte^enben tünftler befd)ämen toolle. Sa^r^aft erftaunenb mar 
eS, mit toetcfyer prten Siebtic^feit fie teuere in 23erbinbung mit ben l)arfd)en unb miS^ettigen 
Sauten toie bie eines ©^ec^teS, ioetc^e immer unb immer von neuem hervortraten unb 
gleicfyfam ben (£^or p ü)rem loed^fetnben unb ^t;antaftifcl?en ^efange abgaben, nnber p geben 
touffte/ ; £)iefe ©c^itberung ent|>ric^t utt^etfeX^aft ber Sa^eit; menigftenS toerbe aud) 
ic^ immer unb immer neu in (Srftaunen gefegt burc^ bie tounberbare ®abe ber &potU 
broffet, Söne unb Saute, meldte anfd>etntic^ ur|>rünglic^ i^r nic^t eigen finb,.in verebelter 
Vertonung miberpgeben. 3n bem an guten Gängern verhältnismäßig armen Amerifa mufS 



©pottbroffeltt. 117 

ber ®ejang ber Silbfänge einen nnt fo größeren (ümtbrud fyeroorrufen, aU nicfyt allein bie 
benachbarten länger gegenfeitig mit einanber wetteifern nnb nacfy fi täften ftcfy ^u überbieten 
trauten, fonbcrn, toärenb ber 53rutjett minbeftenS, aucfy in ftitter ^ad>t ü)re föftticfyen lieber 
^u työren geben. „£)er SBeftänbigfeit beS ®efangeS biefeS 23ogelS tote feinem unDergtetd)* 
liefen ®ed&fei"j, fagt ®offe, „banfen ttrir eS, baf^ bte (Steppen nnb ®ebüfd)e beS hiebet* 
lanbeS Don 3'amatfa jcberjett burefy 93ogetgefang belebt werben, obgleich nur fo luentg ante 
Sänger tyaben. Senn icfy bei Sonnenaufgang an ben bergen emporftteg: toie oft bin 
xd) entpeft toorben burefy bte reichen (Ergüffe plö^lid) tyeroorbrecfyenber Seifen biefeS liefe 
tieften unferer Sänger, n>eld)e er anf feinem §od;ft^e, Dom gtänjenben ülftonblicfyte be* 
fdjtenen, fort nnb fort ^ören lieg, (Ein anberer antwortet ü)m, ein jtoetter fällt ein, Don 
alten Räumen ringsum Hingt ei fyewieber, U4 Sätber nnb Steppen Don entpdenben Samen 
ioibertyalfen." Als befonbers bemerfenStoert i)tU §)ilt tjeroor, bafS bte Spottbroffel, in 
nnferem gälte atfo ber Drp^euSfpötter, bei folgen %d)tgefängen, toetcfye mit einem fdntetfen, 
ettoaS ftammelnben $orfpiete ju beginnen Pflegen, als ob er eben ertoacfyt nnb aus 
bem Sdtfafe gefd;rectt toorben fei, niemals anberer Sßögel klänge toiber gibt, fonbcrn nnr 
eigene $ante oernefnnen täfft. lud; biefeS Sftacfyttieb ift toecfyfeloott nnb fliegt in anmutiger 
Seife aber Diel gleichmäßiger ba^in als ber £ageSgefang, gerabe als ob ber s Jfteifterfänger 
fffljtc) bafi bie feierliche Stimmung ber %cl>t nnr bnrd; eigene £öne auSgebrüctt toerben 
fönne. Obfcfyon biefer 9?ad;tgefang beS DrptyeuSfpötterS in Dieter §inficfyt an ben Schlag ber 
europäifd;en s Jcad>ttgaü erinnert, §at er bod? toeniger Umfang als legerer, 3nSbefonbere 
fefylt u)m bie häufige Siberfyolung jener £öne beS (Ent^üdenS, toelcfye fofcj eigentümliches 
(Gepräge nnb fo fyinreigenbe 3nnigleit bem 9üätternad;tSgefange ber s Jcacfytigalt oerteifyen. 
Sie erftärtiefy, fingen bie Spottbroffeln am tebfyafteften nnb begeiftertften Inr^ oor unb 
naefy ber ^Brut^eit. SÖiSfyer beim ®efange ftilt auf einem 3^ e ^9 e fi^enb, ergeben fte ftd) 
\t%t mit langfamen gtügetfcfytägen nnb toeit gebreitetem Sc^an^e in bte $uft, befdjreiben 
einen anmutigen 23ogen nnb fe^ren toiber ^urüd in bie 9^ä^e beS SeibcfyenS , meinem bief e 
gtngtän^e gelten. Wxt beginn beS grütylingS ber betreffenben Öänber toasten fie fiefy einen 
paff enben fflafy ^nr Anlegung ü)reS Heftes , and) hierbei , getreu ifyrer fonftigen (Eigenheiten, 
feine^toegö befonbere 25orftc^t beobac^tenb. $)a , too fie be^ menfd)lic^en ©c^u^eS ftd) fieser 
fügten, erbauen fte ba3 ^eft gern in unmittelbarer 9Jä|c beö ^aufeS, bic^t oor bem genfter 
i^reö (^aftfreunbeS , auf irgenb einem 53aume ober S3ufcbe be3 ©artend, unter Umftänben 
tool auefy jtoifcben ben ©täben etneö toten 3 a im e & ©neu tunftbau führen fte nicfyt auS: 
allerlei pfammengefc^te^te ©toffe gröberer 5lrt, oft Öa^en, ge^en u. bgt bitben ben Unter* 
bau, bünne 3^^Ö e r $citme nnb ä^nlic^e ©egenftänbe bie ^ugentoanbungen , feinere Sür^ 
^elc^en, §ätmc^en, §are, Sottftoden bie innere 5luö!leibung. Ü)ie üier bis fed^ö (gier beS 
(Beleges ftnb lur^ eiförmig nnb auf licfytgrünem (^runbe braun gepedt nnb getüpfelt. Särenb 
baS Setbc^en brütet, jeigt fic^> baS 30^ännd;en lü^ner als je, oerfolgt breift jeben ftc§ nä* 
l;ernben 23ogel, gleicfyoiel ob er in fd^utbtofer 2lbfid)t bem ^efte ftc^ na^t, ober ob er ein 
Räuber, be^enttid? ein ^eftfe^maro^er ift, flögt and; auf iebeS fid> na^enbe oierfügige 
Raubtier, überhaupt iebeS in bie ^ac^barfd>aft beS Heftes fommenbe ®efd)öpf §erab nnb 
fuc^t eS in oertreiben. lububon f Gilbert in lebhafter Seife kämpfe, toelc^e bie «Spott* 
broffet mit (Schlangen fyaben fott unb behauptet, bafS cS ben 5lnftrengungen beS ^ännc^enS 
nnb feiner Pfreidj ^erbeieitenben ^ad)barn nicfyt fetten gelänge, baS ^riec^tier Dom 9^eftc 
abzutreiben; ®offe er^lt, bafs ber Drp^euSfpötter auf alle folcfye 2:iere ftoge unb bie 
meiften Don i^nen auc^) in bie gluckt fc^tage, bei Sc^toeinen aber, toetcf)e in feinen belieb* 
teften Aufenthaltsorten, ben Drangegärten, fic^ untertreiben, in ber 9?eget baS Gegenteil 
feiner Sünfc^e, erziele, toeil baS (Sc^toein, bie Abfielt beS SSogetS oerfennenb unb Don feinen 
Angriffen angenehm geü^ett, anftatt fic^ ^u entfernen , ^öd;ft be^aglic^ ftcfy ^inplegen pflege 



118 Steffeln. 

imb Die oolie Sreitjeitc ben Sdmabelljüeben feineö fteinen SiberjacfyerS mit Sotluft batbiete. 
Maty etwa oier^ntägiger Sbxutitit entfcbtüpfen bie 3ungen, nad? annät?ernb berfelben geh, 
t;öd?ftenS nad) brei Sonett, finb fie flugfähig, wenige Xage fpäter aud) Bereite felbftänbig 
geworben, unb bie Uten (erretten jur fetten, ^ier unb ba naefy biefer wol audb ju einer 
britten Sorot. 

^derlei Äerbtiere unb bie oerfdn'benartigften bereit nnb grüßte bttben bie Nahrung 
ber ©pottbroffetn. lud) fte fucfyen oiel auf bem Soben, untergeben ftcfy aber oon ben 
Stoffeln babureb, bajS fte nicfyt kx>te biefc im £aube umfyerftö'bem, auefy nicfyt fo biete Sürmer 
nnb ©dmeefen »ersten nnb enbtid?, bafS fie neben taufenben, ftiegenbe Kerbtiere p er* 
beuten fud;en. Seren btlben ferner nicfyt bloß eine 3ufoft, be^entlicb ein Erja^futter, 
fonbern einen wefentlicfyen Seftanbteit it;rer Nahrung unb bürfen beS^alb ben (befangenen, 
benen man Nadfytigattenfutter oorfe$;, rttc^t fehlen, yiafy meinen Erfahrungen freffen ge* 
fangene ©pottbroffeln fo ^temüd) jebe grudn^ unb Setenart, welche man i^nen reicht, am 
tiebften Simen, Iprifofen, ^ftrfic^en, Drangen, 3ofyanniS=, §ollunber<, Reibet = unb Sein* 
beren, anfcfyeinenb weniger gern tpfcl, tirfcfyen, Sacfyolber* unb anbere Seren. 3e faftiger 
unb weiter eine grucfyt ober Sere, um fo, lieber ift eS iljmen. Sefonbere ^Inf^tüc^e madjen 
fie nid^t; wenn man ifjmen baS notwendige reid?t, fie inSbefonbere auefy ftetS mit reinem 
£ritu% unb Sabewaffer unb ifyr (bebauet mit gutem glufSfanbe oerftbt, gebenden fte oor* 
trefftiefy unb galten ficf> jahrelang in ber ®ef angenfcfyaft . 

3um £eibwefen alter wahren öiebfyaber fängt man in toerife für ben $äftg nur aus* 
nal)mSweife Sitblinge ein, erjtc^t bietmefyr regelmäßig bie eben flügge geworbenen Zungen. 
Diefe gelangen meift als fe^r ro^e, ntct)t feiten als ftüm^er^afte (Sänger in unferen Sefiti, 
taffen, wenn fie fct>rectr)aft ftnb, ü)ren freifcfyenben £odton, ein fd;arfeS ^ätfd)" öfter 
fyören, als Einem lieb ift, unb tragen fobann einen anfänglich wenig erbaulichen, wirren 
®efang oor. Oftancfye lernen niemals etwas anbereS als biefeS an nnb für fid? einfache, 
weit mefyr an ben ($raSmücfengejang als an ben 9tad?tigalfenfd)tag erinnernbe Sieb; bie 
meiften aber fcerootlfommnen fi$, namentlich wenn fte anbere gute ©äuget, TcadnHgallen, 
©proffer, ©ingbroffetn , ©teinrötel, 9^ot= nnb Slaufet>ld)en , Möncfye unb ® artengras* 
müden, gelb*, §eibe* unb Halanberlercfyen Igoren, in überrafd;enber Seife oon Qa^x ju 
3at)re, lernen and; auS fid? f?erauS üj>ren eigenen ®efang, b. §. baS wenige, welches fte 
mitgebrad;t, p bereitem, oerbeffew unb oerebeln. Über i^re ^ac^a^mungSgabe ersten 
bie amerifanifc^en gorfc^er (^ef ct;tcr)ten , welche uns auS bem ©runbe nic^t red;t glaublid; 
erje^einen wollen, weil wir, meines 2£iffenS wenigftenS, in Europa etwas ä^nlicbeS nid)t 
bemerft ^aben. ®ie f ollen lernen bem §unbe pi pfeifen, wie beffen (Gebieter pfeift, ben 
Sekret geängftigter §ü^nd;en unb baS binden ber §ennc, baS Seilen 7 beS |)unbeS, baö 
fläglid)e Sinfeln beS §ünbcl)enS, baS Miauen ber ^a|e, baS ©runden beS (Sd^weine^, 
M8 treifc^en einer Wetterfahne neben bem trillern beS ^anarien^, bem ÖiS|)eln beS 3n^ 
btgooogeis, bem anmutigen pfeifen beS ^arbinalS unb anbere äfynlidje s ^aute unb ^öne nad;- 
jitafymen. Silfon unb ^uttall bürgen für bie Saljrtyeit bief er Angaben, nnb beibe gelten 
mit 9^ec^t als fo glaubwürdige Seobac^ter, bai'S wir, einftweilen minbeftenS, uns befd;eiben 
muffen. £)od? auc^ abgefel;en oon fold;en 3utaten, oerfel;lt ber (^cfang beS ©pottoogels 
niemals, bie 21ufmer!famleit beS Pflegers jn erregen. Ein burd; bie auSgejeicbnetften ©d)läger 
unb länger unfereS 35aterlanbeS oerwö^nter Kenner mag burd) weniger fangfertige &$öttt 
broffeln enttänfd;t werben , ein Öieb^aber gewöfyntid;en ©c^lageS wirb felbft an lederen ®e^ 
nüge finben. (Gelingt es aber, eine üorpgtid) ftngenbe ©pottbroffet p erwerben, fo wirb 
auefy baS ani>rud)Soollfte O^r ftd; bef riebigt erflären muffen. Unf er Mitarbeiter (Bol^ befaß 
längere 3^tt einen folgen SBogel, anfe^einenb einen Silbfang, fonnte i^n unmittelbar mit 
ben auSgefud;teftcn ©^roffern unb Nachtigallen oergleid;cn nnb urteilt über il;n, wie folgt: 



epottbYDffeltt. 219 

. „g)te ermähnte <Spottbroffe(, erfidjtitd) alt unb außerorbentltd; fcf^eu , mürbe märenö 
tpteö zweijährigen berliner Gebens! oon allen $>ogelliebl;abcw angeftaunt ; fie rechtfertigte 
alles, was Stububon erjagt itnb hierorts btö bafyin für eitel Übertreibung galt, weil alle 
bisher oerl?örten (Spottbroffetn (Stümper gemefen waren. Sföäre fie ju oeroielfättigen ge^ 
wefen, man fyätte fie fofort als ($rünbungSgegenftanb für eine neue Iftiengefettfcfyaft erworben. 

„£)er $oget !am nad; Angabe beS SSogelfyänbterS Srttni, welker il)n in Petersburg 
auf taufte, aus New * Orleans unb lieg fiefy nicfyt oor Anfang 3ftaiS, bann aber fofort laut 
unb bis (Snbe Septembers, wo bie Käufer eintrat, oernel^men : unb zwar ausnahmslos ofjne 
miStönenbe 3wif cfyenrufe , in einer folgen gülle unb (Sd;önfyeit beS £onS unb mit einer 
foteben 23eweglid)feit o'on 3 ult S e uni) 8^./ fe afS ^ 3^ mmer un »> au f e * ne * langen $oget* 
gallerie im greien ja^treidje äfteiftetfänger anberer ^ogelarten tief in (Statten gepellt 
würben. Unb barunter befanben fid? oiet bewunberte alte <Steinrötel unb Sproffer, welche 
^u ben feltenen Dleur* unb SBofyadoögetn sohlten. 

„©ein Vortrag mar förmtid) organiprte SUhtfif unb oon mirflidj unerfcbö'pfter Wcanfy 
faitigfeit. £)afS nur bie • einzelnen £öne, nicfyt aber bie Touren feft fafjen, wie beifptelS^ 
weife ein ginfenfcfytag, fonbern wärenb beS (SingenS umgebilbet würben, unb bieS ganj 
nad) ber jeweiligen Stimmung beS «Säugers, mar ftetig malzunehmen." 

„2Ba'S oon biefem Siebe bem $ogel eigentümlich unb meiere metobifcfyen Strophen 
entlehnt waren, mochte Niemanb beftimmen. (SabaniS, melier in Carolina mele- Sßilb^ 
tinge gehört fyat, behauptete, biefer $oget ^abe bei feinem früheren Pfleger offenbar §eibe= 
lernen, Nachtigallen unb graue ®raSmüden nact)al)men lernen, benn bereit Butten, Saffer* 
rollen unb gtötentouren mären naturgefe^lid? ü)m fcfywertid? angeboren worben." 

„£)em fei nun, mie ü)m molle: ba$'3eug fyat eine Spottbroffel , alterl?öd;peS im 
t^ogetgefange ^u leiften; bieS bewies biefer 93ogel. 

„i£in namhafter £onbtcbter mürbe fd)lief$lid) aufgeforbert, entfprecbenb ben £3edter'fd)en 
Notenreitjen aupraltfd;er Sänger etmaS aus biefem ©efange ju fairen; er fanb bieS aber 
naefy längerem $ert>öre ganj unmöglid; unb gab fdjltefjüd;, itad)bem er bie 23edlerfcfyen Noten 
burebmuftert unb bann furj poor unb teitmeife gleichzeitig mehrere s JNeifterfänger aus bem 
®ejcbtecfyte unferVr Nad;tigatlen , (Singbroffetn unb gelehrten <Stubenpnfen belaufet tjatte; 
nur folgenbeS Urteil ab: 

„3m Vortrage biefer Spottbroffel täfft ftd> eine fo lange unb flare Tonleiter, als 
Sedier oon ber auftrat ifd)en £Nagpte mitteilt, nicfyt naebweifen; an Sttancfyfattigfeit ber 
üonreifyen übertrifft fie aber alle 33edlerfd;en Sluft ei Innungen. SaS bie Nachtigallen 
unb Singbroffetn angel)t , fo finb mol einzelne ü)rer Touren annäl;ernb ober gteid) wot* 
tautenb; fie alle bewegen fid; aber innerhalb eines flehten Ringes ber iWelobien, galten bie 
einzelnen £öne bei bereu 3Biberl)olung nic^t feft, jie^en fie oielmefyr, „ portamenta di 
voce", in einanber unb oerbunfeln baburefy bie mufilalifc^e ^Ird^tt^tonif berartig, bafs oom 
Vortrage eigentlicher 3J^elobien nid>t mol gef proben merben !ann. £)iefe Spottbroffel ^in^ 
gegen ^etgt reine Serben , ©e^ten, Quinten, reine über ben Secmtbenfcfyritt ^inauStoad)fenbe 
Triller unb überall eine metallreine ober boefy — in anberen Xouren — fafttge Stimme 
unb babei eine 3älj)e beS SBec^fetS in ben Übergängen oon einer $ taufei -jur anberen, oon 
glän^enber Schärfe %a fc^mel^enber tlage , bafs man über fold;e Begabung ma^rlic^ in Ort- 
paunen gerät." 

Mit Silbfänge merben feiten oolltommen ja^m ; s 3iepoögel hingegen gemölmen fic^ in 
für^eper &it an ifyren (Gebieter unb befunben bemfetben ebenfo oiel ^nnetgung, mte irgenb 
ein anberer 3Sogel bieS fann. ©ne (Spottbroffel, meiere id^ im traurigften ^uftanbe, ^alb 
oer^ungert unb erfroren, entpebert unb oerlommen, erhielt, oont Untergänge errettete unb 
feit oier 3a^ren ppege, gehört nicfyt ju ben auSge^eidmetpen tt;rer 2lrt, fingt aber ju 



120 Coffein. 

meiner gufriebenfyeit unb $at fic^> meine toärmfte guneigung ertoorben, toeit fic-me^t als 

trgenb ein anbetet meinet ©tubenoöget mit mit in ein greunbfcbaftSoerfyältniS getreten ift 

SSte ein empfinbfamer ®impel fcfytoeigt fie oft 2Bod;en lang, toenn \<§ oerreift bin, um 

fbrmlid) aufzujubeln , ioenn icfy inxMUfyxt , unb mit ioafyrem 23erftänbniS Bemüht fie fid^ / 

mid) mit ifyten lieblicfyften öiebetn einzulullen, fobalb \§ Nachmittags zum ©djtummer mid) 

^inftrcde. 3d? toitt nicfyt fagen, bafS nic^t aud) anbete ©ingböget ebenfold)e 2lrifyänglicfyfeit 

gegenübet intern ©ebietet betätigen f Otiten, glaube aber, geftü^t auf bie amerifanifd>en 

gorfc^er, annehmen ju bürfen, bafS bieS b^i ©pottbroffeln häufiger gefcfyü)t als fonft bei 

Seicfyfreffew. @o gezähmte $öget fcfyreiten aud^ leichter nocfy als @teinrötet, £)roffeln unb 

y Jiad;tigaUen im täfige jur gortpffanzung. 3cfy $töt für ein fdfyöneS, altes ^ärcfyen biefer 

treffticfyen 23öget, toetdj>eS oor ztoet Sauren (1871) zuerft fiefy parte, ein Neft baute, brütete 

unb 3unge ausbrachte, leitete aber nidjt erzog, einen befonberen täfig hergerichtet, b. $♦ mit 

($feu unb anberen <Sd)tinggetoäd)fen freunblicfy auSgefteibet unb z^ei £)ratnefter auf SBled^ 

platten fo befeftigt, bafS bie ftörenben Sftäufe toeber Don unten noefy oon oben jum Nefte 

gelangen fönnen. §ier §at baS ^ßärcfyen im Saufe beS oorigen ©ommerS toiber zweimal 

gebrütet unb toenigftenS ein 3ungeS erlogen, ein fräftigeS äftänncfyen, toelcfyeS fd)on im erften 

§erbfte feines SebenS fleißig im ®efange fid) übte. 33ei biefen ioiberl;olten SSruten fyabt 

xd) faft alte Erfahrungen anberer Öieb^aber in 2$ezug auf brütenbe Seidjfreffer gefammelt, 

niemals aber beobachtet, bafS baS $ftännd)en nicfyt als ein überaus järtli^er $ater fid> 

gezeigt lj>ätte. £)te jungen finb ju grunbe gegangen, toeit fie perft in einem ®efellfd;af tS- 

läfige baS £id)t ber Seit erbtieften, toeit falte £age eintraten, eS i^nen oietteicfyt aud) an 

ber nötigen 2ld)tfamfeit feitenS ber beauftragten Särter mangelte, unb toeit anbere Urfadjen 

fid) geltenb matten: an ben alten Vögeln fyat eS nicfyt gelegen, unb fo empfehle id) bie 

©pottbroffetn aud) in biefer £)inficfyt bem öieb^aber auf baS toärmfte, Unfer Mitarbeiter 

oon gretyberg teilt im ganzen meine 2lnftcfyten, gibt aber noefy einige $er^attungS* 

maßregeln, toetcfye aus feinen ^erfucfyen fiefy ergeben fyaben. $uncity\i rät er, ein zur Gärung 

geeignetes ©pottbroffetpärdkn bis zur $tit ber oolten Slpfetblüte getrennt ju galten, ioeil 

ber ®efd)tedj>tStrieb beim 9ftännd)en um jtoei bis brei 2öodj>en früher als beim Seibcfyen 

ZU ertoad^en pflegt unb baS noefy nicfyt toillfä^rige SBetbcben, toenn eS ju frü^ettig oom 

30^ännc^en getrieben toirb, mit biefem kämpfe beginnt, toelc^e oft einen töblicfyen Ausgang 

^aben. Senn man brütfäfytge unb brütluftige ©pottbroff ein in einem freifte^enben ging* 

gebauer $att, ^at man jur «Sicherung ber jungen 53rut auf ^ufü^rung ton lleinen $erb* 

tieren 53eba^t ^u nehmen, ioeil Mefyttoürmer, pmat ältere, erfa^rungSmäßig nur in ge* 

ringem S^aße unb aud? bann noc^ fe^r oorficfytig pr l^ung ber jungen gegeben toerben 

bürfen, Slmeifenpuppen 'allein aber nid)t ausreichen. 3ene finb, in Sttenge gefüttert, für 

junge SSögel unoerbauliefy , oerfil^en baS innere beS Magens mit ben garten @d)aten unb 

führen baburc^ ben £ob ^erbei; biefe allein enthalten p toenig Tca^rungSftoff für rafc^es 

unb IräftigeS (^ebei^en ber na^rungSbebürftigen 3ungen. Unfer ©etoärSmann begießt beS^alb 

eine stelle beS Kobens im gtuggebauer mit ©irup^ unb gleif($toaffer ober legt tyier fteine 

gtetfc^ftüclc^en fyin, bebeeft bie ©teile mit einem 25rete unb toenbet biefeS, fobalb t)ie 3ungen 

auSgefc^lüpft finb, täglid) mehrmals, um ben alten ©pottbroffeln ober, bei unnatür* 

liefen Neigungen beS Katers, ber Butter Gelegenheit ^u geben, bie burd; gleifd; unb ©irup 

angelodten fteinen Kerbtiere aufzunehmen. 3)ie Sätigfeit beS Münchens ift für bie 2titf= 

sucfyt ber Zungen nic^t erforberlic^ ; benn baS Seibc^en beforgt bereu Pflege unb 5ltjung 

auc^ allein , o^ne jeglichen s Jlac^teil ; eS fct)abet ba^er nichts , fann in einzelnen gälten f ogar 

geboten fein, baS Mnnd;en oon bem Seibcfyen ^n trennen, nad;bem biefeS feft ^u brüten 

begonnen §<\t. Unter allen Umftänbeu empfi^tt eS fid;, ein brütenbeS ©pottbroffelpar nid)t 

mit anberen ^ögel ^ufammen^nf perren , fteit eS mit biefen regelmäßig ©treit beginnt unb 



(gtc^fpötter, 121 

bann ununterBrocfyen im Kampfe liegt. Unter SSeoBacfytung biefer SBer^altungSmafftegeln 
fommen bie Zungen regelmäßig auf. ©te fünnen fcfyon am mer^nten £age ii^reS Sebenö 
aus bem 23rutBauer entfernt in Befonbere Pflege genommen werben; wenige £age fyäter 
barf man and; Beibe hatten Behufs einer ^t>ettert unb Be^enttid) britten ^arung toiber 
^ufammen Bringen. 

23i3 \t%t fyaBen nrir immer nur bte norbamerifanifcfye ^pottbroffel leBenb erhalten ; es 
unterliegt aBer feinem 3tt)eifel, baf3 fortan and) bie in ben Säubern um ben (Mf oon 
Wtt\xh t in SBrafttten, ben ^fotaftaten unb (Sljtle iool;nenben Wirten mefyr ober toeniger regele 
mäßig auf unfcren SJttarft gelangen unb baburd) oielteid;t bie nod> immer einigermaßen 
tyotyen greife biefer f?erlid>eu $b'gel eüoaö ^eraBgebrüdt ioerben. 5(u^ge^etd;nete ©pottbroff ein 
toerben fcfyon in ^orbamerüa mit 50 Bis 150 £)ot(ar3 ba3 @tüd Be^ap;, unb fo barf es 
9Üemanb Sunber nehmen, toenn fold?e $ögel uns nicfyt ^ufornmen. £>urd>fdmitt3fänger 
foften 25 Bio 40 £aler ba3 &tüä: ein fyol)er ^ßreiS für ben, toetcfyer tfm nicfyt jaulen 
fann, ein im $erpltni$ ju ben Stiftungen beö Vogels niebriger für ben burcfy ba3 ®lücf 
BetyäBiger 2Bolfa§rt Begünftigten SieB^aBer. 



Btdietfjrötter. 



£)en ©pottbroffeln f fließen fid) bie in 2lnfefyen unb Sefen innig oertoanbten ©icfyel* 
fjpöttcv an, oortoiegenb im Sorben 2lmerifa3 ^eimifdje, broffelartige $ögel mit f orangem 
ober mefyr aU f opflangem , ftärf er ober fcfytoäcfyer gelrümmtem , ungef erBtem (SdmaBel, fräf* 
tigen güfjen, bereu gugimtr^el ber SRittel^e^e an Sänge etioa gleicfyfommt, furzen, ftarf 
gerunbeten glügeln, unter bereu ^cfytoingen bie oierte ober fünfte bie längften finb, unb 
langem, fdjmtalem, ftarf gefteigertem @d;ioanse. $)a$ ®efieber unter [Reibet ftcf> oon bem 
ber ©pottbroff ein burcfy . bie oortoaltenb roftrötlicfye gärBung unb bie ausgekrochene glecten^ 
^eidmung, ftimmt aBer barin mit bem $ leibe jener üBerein, bafS aftä'tmdjen unb 28eiBdjen 
meift gleich gefärBt finb. 

Oftan tyat aucfy bie ©type ber ©tcfyelfyötter neuerbingg in Unterteilungen verfällt , für 
toeldj>e fid; jebocfy burc^greifenbe äfterfmale nicfyt angeBen laffen, ioeil bie berfdn'benen gormen 
aflmäpcfy in einanber üBerge^en. Unter @i$ elf pöttern im engeren «Sinne oerfte^t man 
bie näcfyftfolgenben 5lrten: 

747. $et «Sitfjeltyötter , Harporhynclius (Harpes, Toxostoma) redivivus, Gamb. — 9t. 95.: 
25 ai x b, B. of N. Am., ©. 349. — ®röße ber Imfel; bunfelerbbraun, Kopf unb Letten fetter, Kinn unb 
Kefyte weißticfy, übrige Unterteile fafjtocf ergelb, untere @d)Wanäbetfen befonber§ lebhaft, ein unbeutlidjer 
äftunbwinfelftreifen bunfel; 2trmfd)wingen unb größte Dberflügelbecfen fafylbräunlid); @nbe ber @^wanjfebcrn 
ebenfo. ^rt§ braun, (Schnabel ^ornfc^toarj, f^üße £)ornbraun. — Setbc^en gleitf) gefärbt. 

2)er SSogel Bemofint Kalifornien. 

748. 2)et trumttt^ttaöel^ötter, H. (Mim., Orpheus, Tox., Pomatorhinus) curvirostris, Sws., 
(turdinus, vetula). - %. 35.: SBairb, B. of. N. Am., ©. 351. — Kaum Heiner als ber ©id^elfpbtter ; 
fafylerbbraun, Kinn unb Ke^le weif, feitlidj burti) einen bunllen 35artftreifen begrenzt, übrige Unterteile 
ebenfaߧ »eiB , Kropf unb 35ruft bitf)t fahlbraun geftetft , ©eiten fahlbraun , untere ©^»anjbctf cn roftfag ; 
2lrmbetfen unb größte Oberbecffebern mit »ctpd^em (Snbranbe, jtoei Ouerbinben bilbenb, äußerfte brei 
@d)tt)angfebern innen mit weißem (Snbftecf. ^ri§ braun, ©djnafcet ^ornf^warg, güße bräunlich. — 
Seibdöen titelt üerfc^iben. 

Sertritt ben oorigen in £eja§, 9}ie}ilo unb ^eu^SWcjtlo. 

749. 2)er ßttttnf^ttttöeljpötter, H. (0., Mim., Tox.) long-irostris , Lafr. — %. ».: ^airb, B. 
of N. Am., @. 352. — ©röße ber @ingbroffel; Dberfeite, ^lügel unb @cbtoana roftbraun, ©cfyläfenftritf 
oerwafc^en graubraun, Unterfeite weiß, bie Gebern mit breiten fdötoarjen ©cbaftftreifen , wel(^e miteinanber 



1 22 Stoffeln. 

Sängslittten bitbett; &imt, Ketite unb 33aud) einfarbig, UntcvfcOixHii^becffeberrt xofttoci^Itcf) mit Keinen bimflen 
tüpfeln, ©dringen innen buntetbraun, Slrmbeden unb größte Oberbedfebern mit toetßem, innen fcfymat 
fcfytoarg begrenztem (Snbranbe. $ri§ braun, «Schnabel fjornbraun, güße fetter. — Setbcfyen gleid» gefärbt. 
3)ie Verbreitung ift biefetbe tüte bei bem Krummfdmabelfpötter. 

750. $er 2lj<f)U>öttev, H. cinereus, Xantus. — 51. 93.: 23a irb, Rev. B. of N. Am., @'. 40. — 

(Sttoa§ Keiner at§ bte ©ingbroffet; Oberfette, pflüget unb (Sdjmattä rötlidjerbbraun, ^ßnx^i bent'üc^er rottief), 
Unterteile toeiß, feitltdj gelbfafyt oertoafc^en unb mit 2lu3na£>me ber Ketjle unb be§ 23aud)e§ bid^t mit 
f^marjen ©d)aftfleden befe£t, Unterf^man^beden roftgetbtidj , Strmbeden mit fefjr üertoafcfyenem fahlem 
(£nbranbe, äußere brei @d^tr»angfebern innen mit meinem ©nbfted; $ris> braun, @d)nabet fdjtoärätid), $iiße 
fdwärjtidj. — Setbdien gXeict) gefärbt. 

2)ie 9lrt ftammt auS Kalifornien unt 9?orbmejifo. 

£)ie üBrigen Wirten mit gerabem SdmaBel finb unter bem tarnen Toxostoma oer* 
einigt toorben. 

751. $er motfoöta, 2>refd)er, Satbfpötter, H. (T, 0., M., Tox.) rufus, L. — 31. 23.: ^au = 

mann, &. 35. XIII., @. 54. — (Sbenfo groß aber fdjtanfer unb taugfajtoäuäiger at§ bte ©ingbroffel; 
gange Oberfeite , finget unb ©dfytoans lebhaft roftrot , Bügel unb 2£ugenftreifen , Kopf unb §at3feiten fomte 
bte gange Unterfeite roftgetblidj ineiß , auf Kropf , SSruft unb ©etten mit breiedigen bunMbraunen @d)aft= 
fleden, ein unbeutttdjer fdjmaler unb bunfter Söartftreifen oorfyanben ; ©dringen innen bunMbraun, roftfafyl 
beraubet, Slrmbedeu unb größte Oberffttgetbeden mit toeißem (Snbe, oor bemfetbxn eine bunlte Ouerbinbe, 
änßerfte ©c^tüansfebern mit üertüafdienem roftgelblidiem ©nbranbe. $ri§ fdbmefetgetb; ©diuabel buntetbraun, 
Unterfdjnabel hellbraun, f^üße ebenfo. — Sßeibdfyen etoa§ bunfter, fonft nicfyt oerfdfyiben. 

2)er SBoget bewohnt ben Often ber Vereinigten ©taten, nörbtid) bi§ Kanaba hinauf getjenb, tourbe aber 
einmal auf ^elgolanb erlegt unb %'dtyt batyer %n ben $rrgäften unfere§ Vaterlaixbe§. 

752. ®er (S^ttJttrjO^l'^ötter , H. (Melanotis) hypoleucus, Hartl. — Vergt: £> arttaub, Eey. 
Zool. 1851, @. 460. — (gttoa3 größer at3 ber Sftotf pötter; büfter fdjieferbtau, ©tifu unb Stugenftretfen beut= 
tidjer blau, Bügel, bie (Megenb unter bem Singe unb Otjrgegenb fdm>ar§, Unterteile mit 2lu§nafmte ber 
leiten unb Unterfc^toan^bedeu toeiß. $ri§ braun, ©djnabel unb $üße Ijornfdjrocnß. — 2Beibd)en gteicfy- 
gefärbt. -- ftttnge büfterfd)tt>ärslid) , unterfeite weiß gcmifdjt. 

SSewoljttt bte §o$länber (Guatemalas, feiten unter 1000 m - (Srfyebung. 

753. &er 95fauj|JÖttev, H. (O., T.) coerulescens, Swsii. (melanotis). — äsergl.: Semmtntf, 
PL col. 498. — (Größe be§ ©(^toargot}rfpötter§ ; einfarbig büfter fd)ieferbtau , bie fiebern ber Slugenbrauen, 
be^ Kinne§ unb ber Ke^le am ©übe lebhafter mattblau, 3it9^l , ©trid) unter bem 3luge unb Otjrgegenb 
fcfitöarj; ^riS braun, ©cfynabet fct)ioar§, güße bunlelbraun. — Seibdben gteid) gefärbt. 

©tammt au§ ©übmejüo. 

Unfeve gegenlüätttge ^entni^ ber ©icfyetfpötter Befc^ränft fid; auf iuentge Sitten. 3n^ 
Befonbere ift t$ ber 9fotfpötter, lDetc^er bemnäc^ft einem ®efamtBilbe ber (^rup))e ,^ur 
Untertage bienen muf§ ; boc^ ge^t aus ben bürftigen s ^ad)ric^ten üBer ba3 ÖeBen ber üBrigen 
Irten fo biet ^ert)or, bafö alle SMtglieber ber (Si^e, i^rem Sefen, (Sitten unb (Stoofm^ 
Reiten nac^, nicfyt er^eBticf) Don etnanber aBtoei^en. Sie Betoofynen, rote bie @)3üttbröffeln, 
mit benen fte noc^ oieteö gemein ^aBen, am (ieBften 33ufcf)n)albungen, fcfyeinen aBer biejenigen 
unter i^nen bor^ie^en , U)elc^e feiner pgänglicBe ^Dicfic^te Bilben. 

3§re furzen unb gerunbeten gittirf)e geftatten il;nen nur einen'Befd)ränften glug, i^re fyofy 
laufigen güße reifen fie me^r nocB, aU bie ©pottbroffetn auf ben Robert, i^>r langer ©tc^et- 
fc^naBel Befähigt fte me^r aU anbere Sßertoanbte , baö aBgefaEene ^auB unb Bio ya einem 
getoiffen (S)rabe ben ^öoben felBft nac^ 9M;rung ju burcl)fucBen. Ungeachtet ber fcfyein- 
baren UnBe^ilfticB!eit im Stiegen finb u)re ^Beiueguugen Iräftig uub antyaltenb, werben aud? 
Befonbere auö bem $>runbe auöbruct^ootl , lueit fie met)r noc^ al^ bie @pottbroffeln burcB 
^Breiten unb ^ufammenf alten , 5Iuf = unb S'Ueber^eBen be3 @d;tüan^eö unb 3uc!en mit ben 
gtügeln jebem ©^runge ober furjent auffinge nac^ju^elfen fc^einen. ^Begabt mit fcfyarfen 
(Sinnen unb oietent ^erftanbe, felBftBetoufft unb mutig U)ie bie Spottbroff ein t jubem meift 
eifrige Sänger, mad;en fie ftd) ba, too fie auftreten, Balb Bemerftid), um fo me^r, alö 



gicöelfpöttcr, {23 

fie innerhalb ifyrer §eimat p ben häufigen Vögeln jätylen unb minbeftenS an für fie ge* 
eigneten Drten f(^)tt>erttc^ oermifft werben. 3n ben nörbticfy gelegenen ©taten ober in tyo* 
tyeren 23erggegenben erfd)einen fie erft geraume 3ett nad> ber ©cfynefdnnetäc unb oertoeilen 
nur toäreub ber guten 3afyre^eit lj>ier an ü)ren 25'rutorten; ben Sinter verbringen fie In 
ber too^nticberen £iefe ober im na^nmgoerfyrecfyenben ©üben. Särenb ber SinterS^eit 
fi^t man fie in fetyr jerftreitten ®efeftfd;aften oon 23ufd; ju 23ufd) bafyinfyufcfyen, nur im 
Notfälle bie breite eiueS gelbes ober einen glufS überfüegenb, fonft immer £)edung fucfyenb unb 
anfcfyeinenb toenig um ü;re $enoffen fid) betummernb, fo bafS man glaubt, eS mit einzelnen 
ju tun ju ^aben; in ber Siuterfyerbergc fetbft, toeld)e fie toatjrfctyeinlicfy erft nacfy länger toä* 
renber 9?eife erreichen , be^ie^en fie at)ntid)e örttid>feiten toie batyeim , matten fid? fyier aber 
loeit minber bemerftid? als am Üfiftplafce, toeil fie erft gegen bie 9?üdreife fyin ityren ®efang 
oerlautbaren taffen. 3n ber §eimat grenzt fidj jebeS ^ärd^en feinen ©tanbort ah unb oer* 
teibigt itjm eiferfücfytig unter ben lebfyafteften , oft n>iber^otten ^ämtofen gegen bie 9?ad)barn, 
obtool biefe M gemeinfcfyaftlicber ®efafyr $u £)ilfe gerufen toerben, aucfy, alte frühere geinb- 
jcligleit oergeffenb, auf ben £)itferuf fofort erfreuten unb nacb beften Gräften einen geinb 
vertreiben Reifen. 3n ben erften £agen nacfy ber 5ln!unft oemimmt man nur einen ftüftern^ 
ben ®efang, ein Diäten, rote unfere 23ogetftetter fagen; batb aber gewinnt baS Sieb mefyr 
unb mel;r an geuer unb 2luSbrud; , unb nod> el>e baS 9?eft oottenbet untrbe , fd;aüt eS , bie 
($efänge anberer $öget betyerf cfyenb unb übertöuenb , laut unb ooülräftig burcfy ben SBufd)f 
loatb. ©pottoögel im eigentlichen ©inne beS Sorten finb bie bis jefet beobad)teten Slrteu 
unferer ©i^e nicfyt; il;r ®efang ift ureignes GrrseugniS, bem Siebe ber ©fcottbroffetn pwx 
oerioanbt aber bocfy nicfyt fo reichhaltig unb abtoecfyfetnb toie baS eines geübten ©ttötterö 
ber vorder genannten (Gruppe, lubub-on f Gilbert ben ®efang beS DfotfyötterS als laut, 
oietfad; ioedjifelnb unb im ^ofyen ®rabe flangoott, meint, bafS ber $ogel ein fertiger Minftler 
fei, toelcfyer fid; feiten einen fallen ®ang feiner ^aturtoeife ju ©dmlben foinmen laffe 
unb befennt fdtfiepcfy feine ilnfä^igfeit, bie ©gentümticfyfeit beS Siebes ju tenn^idmen ; 
unf er Mitarbeiter ®ol^, toetcfyer ein fräftigeS ä)Mnnd)en längere 3^t beobachten unb feineu 
@efang mit bem Siebe ber ©pottbroffet oergleicben founte, bemertt hierüber ^tö uad)fte^>enbe ; 

„ ©ooiel fic^ auS ben Seiftungen eines einigen , oielleid;t ftüntyernben , allfällig jung 
aufgewogenen Vogels folgern läfft, ift ber ©efang ungleich geringer als ber unferer Bijtye, 
gefc^toeige ber ©|)ottbroffel 

„Ser baS Sieb eines eifrigen §a!engim^>els fcnnt, geioinnt eine ^iemlid; rid;tige Sor- 
ftellung oom (^efange unfereS SRotfpötterS ; and) er ^at bie fd^rillen, metallifd; llirrenben, 
mit langgezogenen „£uiS" burcbfe^ten ©trogen. 5Ilfo ift fein Vortrag !ein ©roffellieb 
unb l;at bamit ä^nlicbleit nur, fo lange ber SBoget leife fingt. 

„Seit aber übertrifft ber SRotfpötter felbft bie grauen (^efangStünftier in ber £ier 
lic^feit ber ^eftalt unb s Inmut ber iöooegungen fotoie in einer geioiffen ebeln 3)reiftig!ett 
beS Betragens, toelc^e bei oielen Vögeln oont Sieb^aber fcbmer^lid? oermifft rnirb unb bem 
Gelingen ber ^ücfytungSOerfuclje 5lbbruc^ tut Wxt großen ^ogenjprüngen , luftig, o^ne 
,§aft unb Unruhe, burd)mifft er feinen ^äfig, ftößt auf einen l;ingeioorfenen ^tegentourm 
ober Maüäfer ebenfo zierlich als Iräftig, fafft |>ielenb mit feinem langem ©dmabel ein 
©teinc^eu unb trommelt bamit fe^r oerne^mlid; auf bem $oben feines (^ebauerS ^erum, 
jd)arrt gleid? barauf mit ben gügen im ©anbe um^er unb ad)tet babei mit feinen bli^gelben 
klugen, xvddje xl)n gleic^fam als riefige ©|>erbergraSmüde erfd?einen laffen, auf altes um 
t^n ^er oorge^enbe. 

„£)er Tceio^gort'er ^ogell;änbler ©d;öbel, loeld^er nur biefeS ä)?ännd)en ^alte auf^ 
treiben fönnen , erjagte , bafs oon biefer 3lrt Silbfänge loeit f d;tocrer ju erlangen feien, 
als oon ber ©|)ottbroffcl ; hingegen tonne man nie ein Seibd;en für ein s J}^ännc^en faufen, 



124 Coffein. 

toeil legeres ftets lid;ter gefärbt fei ©cfybbel fprad) benn aud> fofort unb .richtig ein 
toeit bunfler gefärbtes (gtüd als Seibcfyen an. Öefeterem fotl ber $a$n nunmehr auf 
immer ^gefeilt »erben; t>te£Ietc^t gelingen 3üd)tungSoerfud)e." 

&)ie in ben mittleren bereinigten @taten unb in Kalifornien lebenben Sitten ber ©ruppe 
[feinen nicfyt oor bem 9ttat ^ur gortpflan^ung ju fd;retten. £>er ^arnng ge^en anmntige 
Stiele mw§* £)aS $?ännd)en, toeld?eS Dörfer auf einem bem ^iftbufcfye benachbarten 
^änmdjen ftcfy giften lieg, fliegt su bem auf bem 23oben unterlauf enben Seib^en tyerab, 
breitet nnb fenft ben <Scfytoans, fo bafS er faft ben ®rnnb berührt , unb umgebt bie Gattin 
in ItebenStoürbiger Seife, naefy Wct einiger Rauben, fliegt bann toiber %u einer Btoeigfpi^e 
empor nnb läfft fein öieb mit oollftem geuer erfüllen. £)aS fteft tt)irb o$ne otel ©org* 
falt -enttoeber auf bem 23oben ober unb regelmäßiger in einem niebern 33ufd)e ober in bem 
bicfyteften ®e^toeige eines niebern Raumes angelegt; junt Ditft^Iafe aber toirb faft niemals 
bas innere beS SalbeS, fonbern $öd)ftenS ein einzeln eingefprengteS £)tdid;t unb am lieBften 
ein XtiX ber ^anbgebüfd^e ertoäp. 3n ben f üblichen ©taten ImerifaS, too ber $ogel 
früher ^ur Gärung f freitet, nähert er- fid; toie bie ©pottbroffeln oft and? ben Solmungen 
bis auf ioenige dritte, befunbet ^ier überhaupt ntcr)t bie ©cfyeu, toeld;e er in toeniger 
BeoMferten ®egenben an ben £ag legt £>aS grfcft felbft befielt äußerlich aus bünnen 
gtoeigen, auf toeld)e eine Sage oon trodnen blättern unb fcfyließlicfy feine Dftnbenftreifen, 
Surfen, auSnatymStoeife and) tool ein @tücf 23anb ober fonftiger Sappen unb innen 
enblid) feinfteS ®etonr$el folgen. £)ie oier bis fünf (gier finb auf grünlid; toeißem ®runbe 
bid)t unb äierlid) mit fleinen blafsbraunen gledd)en gefprenfelt. 3n ben mittleren ©taten 
toerben toal)rfd)einlid) ^toei Ernten im 3afyre gemalt, in ben nörblicfyen getoifS feiten mefyr 
als eine. 33eibe Altern Befunben bie größte Zuneigung für ifyre iörut, bebrüten unb erjte^en 
bie jungen gemeinfd^aftlid) unb greif en §unbe, Ka^enunb namentlich ©drangen mit großer §ef* 
ttgfett an. ©neS ber Altern, regelmäßig baS äftänndjen, fd;eint, laut SKitttaU, beftänbig 2öad)e 
&u galten ; jebe fd)on oon fern fid? näfyewbe Ka^e toirb unter fläglid)em „ötu, }tu" unb leifem, 
fe^ltönigem „£fcfye, tfcfye" heftig angegriffen, oft in bie gluckt gefcfylagen unb bann lebhaft oer* 
folgt. 2lud? bem 3ftenf$en tritt ber $ogel mit ^o^em Mute entgegen, gebraust bann aber alle 
i§m möglichen 2luSbrüde ber Klage, 25itte, beS gle^enS, ber SBarnung u. f. to., um ben gefäljr* 
liefen geinb oom Sftefte ju entfernen, ^uttall oerficfyert, nichts ä^nlic^eS ton irgenb einem 
$ogel Bemerft in l>aben als biefeS fle^enbe bitten beS ^otfpctterS unb oergleidjt baSfelbe mit 
ben Klagen eines leibenben Menfcfyen. £)ie jungen entfc^lüpfen bem 9^efte, noc^ e^e fie ooll^ 
fommen flugbar finb, unb laufen unb Imfcfyen bis bafyin in bem bieten ®eftrüpp eilfertig 
um^er, forgfam geführt unb htfyixttt oon beiben Altern. Über bie gortpflan^ung ber oer= 
manbten Slrten toiffen toir toenig; boefy fd)eint aus ^ooperS neueften Mitteilungen über 
ben^ic^elfpötter ^eroorpge^en, bafS bie gortpflanpngSgefdncfyte ber oerfc^ibenen Wirten unferer 
(Gruppe nic^t toefentlic^ oon ber eben gefcfyilberten fic^ unterfc^eibet. 

Sürmer unb Kerbtiere aller 5lrt, inSbefonbere §euf Freden, Käfer, felbft junge Kried)* 
tiere, (§ibed>fen j. 53., oielleic^t auc^ (Sdmeden unb fonftige Seic^tiere einerfeits unb oer* 
fd)ibene 53eren anbererfeitS bilben bie ^a^rung. ^utoeilen nehmen bie ©icfjelfpötter ^etretbe^ 
förner ^u fkfy; boc^ gefc^i^t bieS me^r oerfudjSfyalber als auS junger. 3n ber ©efangenfe^aft 
reicht man i^nen ein mit Slmeifenpuppen tool befc^idteS £)roffel= ober ^ac^tigallenfutter, ba^u 
einige 9Jtel)ltoürmer, grüd;te unb iöeren, be^anbelt fie überhaupt toie bie ©pottbroffeln. ©ie 
oerlangen einen großen Käfig unb oiel @anb, »eil fie fkfy in i^m pabbeln, and) Behufs bef= 
ferer SBerbauung einige KieS!örnd)en §u fic^ nehmen, fteHen jeboc^ außerbem toenig 5lnfprücbe 
an bie Pflege unb finb Ijart unb auSbauernb toie nur irgenb eine £)roffel. 53ei gefd^idter 
53e^anblung toerben fie ungemein ja$m, taffen fid;, laut 55ac^man, pm 5luS^ unb ©n^ 
fliegen getoo^nen unb fc^litßen }id} unter Umftänben fo an i^ren Gebieter an, bafS biefer 



fcat&ftßtter. 125 

fie mit ficfy in baS greie nehmen fann. 23adj>man befaß , tote er in 2lububonS 2Bert 
erjagt, einen ^otfpötter, toeld>er ü)n burcfy ben hatten begleitete unb eilig herabgeflogen 
fam, toenn er mit einem ©paten bie (Srbe loderte, nm tyier ettoa fidj finbenbe Kerbtiere 
nnb äßürmer fofort wegzunehmen. %laty SlububonS 23erficfyerung brüten fie in größeren 
täfigen otyne Umftänbe, ftfcen feft anf ben ©cm nnb erjie^en u)re Zungen minbeftenS 
ebenfo regelmäßig tote bie ©pottbroffetn ; bod> fyält man fie in Slmerüa ioeniger aus biefem 
®runbe als ifyreS ®efangeS toegen im ®ebauer, ^ie^t aber ^um 23ebauem ber ^iebfyaber 
jung bem Sftefte entnommene 23öget Sitblingen regelmäßig oor, toeit man annimmt, bafS 
erftere ferner an bie @efangenfd)aft fid) getoöljmen (äffen — eine 5tnfid)t , toetcfye uuS ni$t 
Sunber nehmen fann, t>a nur toiffen, bafS man in Imerifa nod? feineStoegS toeit in ber 
Pflege oon Sföcicfyfreffem gelommen ift nnb u)nen 9M;rungSftoffe anmutet, toetd)c anf bie 
£)auer unmögtid^ genügen fönnen. 

Setber gelangen U$ \t%t nocfy nnr änßerft toenige @icfyetffcötter tebenb auf unferen Zkx* 
mar!t nnb sägten beSl^alb ju ben feltnen @rfcfyeinungen, fielen aucfy $wtlty fyofy im greife. 
9?ad> meinem dafürhalten barf man o^ue 23ebenfen 20 bis 25 gater für ein TOnnd)en 
biefer oiet oerfprecfyenben 2trt ^ten. 



J)aU>foiJttet\ 



Ebenfo natye $ertoanbte ber 6pottbroffetn tote bie «Sicfyelfpötter fetyen toir in einer 
flehten, neuerbingS au$ toiber in Unterfingen ^erfaßten (Gruppe amerifanifcfyer SSöget, oon 
benen toenigftenS eine $rt öfter im uns gebraut toirb. <Sie fennjeidmen ber fd^toad^e, etfaaS 
^ö^er als breite, in ber Gmb^ätfte fcfytoad; gebogene, an ber <S$>%e ftärler abtoärtS ge^ 
trümmte ©dmabel, bie mäßig ftarfen, mittellosen, oow quergetäfetten , mit toenig beut* 
liefen, ftar! oertoacfyfenen ©d^ttbem bebedten, ziemlich fur^efyigen güße, bie Inrjen nnb 
runben glügel, unter bereu @d)toingen bie oierte unb fünfte bie &%\%t bitben unb beren 
britte bis fcdftte auf ber 5lußenfa^ne eingeengt finb, ber oer!j>ättmSmäßig lange, ftar! ah* 
gerunbete , aus faft gleid) breiten, oor ber @pi^e attmäpdj) fcbtoacfy erweiterten , ftumpf in* 
fpi^ten gebern befte^enbe <S$toanä unb ein reichliches, toeid^eS, bunfetfarbigeS , bei beiben 
©efcfytecfytem gteicfy gefärbtes ®efieber- 

754. 2)er Sttt^entJOgel, Galeoscoptes (Muscicapa, Turd., Mim., Orph., Felivox) carolinensis, L. 

(felivox, lividus). — 31. 23.: Naumann, 35.3). XIII, @. 51. — Sfterflidj großer, namentlich roeit fdjlanfer 
at§ bie «Jlotbroffel; fcfyiefergrau, unterfeitS, sumat anf ber SBaucfymitte, geller, Unterfdjwanäbecfen bunfel= 
faftanienrotbraun, Dber* nnb §utterfopf nebft (gcfytüanj f^toarj; bie beiben änßerften ©teuerfebern mit 
fd^malem granem (£nbe; @c&toingen innen brannfc^toar^ , fa^l geranbet. $rt3 braitn, ©ctnabel f^toarj, 
güße bunlet nmberbrann. — 2Betb(fien etoa§ fleiner aber gleic^gefärbt 

SBewo^nt ben größten Seit ber öftltd^en bereinigten ©taten, nörblid) bi§ Äanaba, nnb gc^t auf bem 
SSintergnge bi§ S^ittetamertfa nnb SBefttnbien ^erab. SBurbc einmal al§ pfällig öerfc^tagener ©aft anf 
^etgotanb erlegt. 

755. X)et 9lotf«fe^ötter, G. (T., M.) rubripes, Temm. — SSergt. PL col. 409. — ©rb'ße ber 
^tngamfet; bnnlelfc^iefergrau, Bügel, topf feiten nnb tefyle fc^toarj, An nnb ein %ltd am ^nnbtoinfet 
weiß, SÖan^mitte, Slftergegenb unb ©djenMfeiten toftgetbrot, untere (S^toansbecfen toeiß; @<^n)ingen 
\<$)toax%, außen lid^ter gefäumt, 2)ecffebern ebenfo; @c^tt)an3febern fätoaxi, ba§ ©nbbrittet ber ^nnenfa^ne 
ber brei änßerften weiß. ^ri§ braun; @tf>nabet fc§warä, güße bräunlic^rot. — SBeibcfyen gleicf) gefärbt. 
^unge Söget weniger rein, bie ©pt^enränber ber ©c^eitetfebern unb bie SSruftfebern bunf'et, testete mit 
MafS oeferfarbtger «Witte, bie glügelbetffebern mit otf erfarbiger @pi^e f 'ok ©cbwangfebern mit roftfarbigem. 
Anfluge gegen bie SDfttte ber 5lußenfa^ne nnb mit einer 3tnbeutung oon bunflen Duerbiuben, 

®ic %xt ift tuba eigentümlich. 

ir 



126 Toffeln. 

©er Ifo^enooget l>at in ben oft genannten norbamerifanifd)en gorfdjern gute Beobachter, 
ber Dtotfußf pötter neuerbing3 in ©unblad) einen iBefc^retbet gefunben. 3ener bewolmt 
namentlich bie mittleren nnb nörbticfyen £eile ber bereinigten ©taten, befugt aber anf (einen 
§erbft* nnb grüt)}al)r3Wanberungen aud) bie füblid)en ©taten fo regelmäßig, baf$ er überall 
p ben befannteften Vögeln yxfyt Bufcfywalbungen nnb Dbftgärten bilben feinen beoor* 
fugten 2lnfentf;alt , nnb ä^nlicl;e Drtlicf;!eiten wäl)lt er fid) and) in feiner Sintcrl;erberge in 
zeitweiligem So^nf%. ©er $totfußfpötter t)ätt fid), laut ©unbl ad),' auf $uba in Sälbern 
nnb Baumgärten, taffepftansungen nnb ^ifanggebüfd^n auf, o^ne jemals feine §eimat 
. in fcerlaffen. iÖeibe Irten f feinen in tfyren ©itten nnb ®ewol)nl)eiten , nid)t aber in 
il;rer «Stimme nnb in ü)rem ©efange me^r ober weniger fid) yn ähneln, ©er ^a^enoogel er* 
fcfyeint in feiner §eimat ungefähr um bie Sttttte 2Ipril3 unb oerweilt $m bis $ur Glitte £>h 
toberS, "t>a feine Sinterreife , weld)e er langfam unb ^war be3 9cad)t$ ^urüdtegt, oiele 3eit 
in 2tnfprud) nimmt. Unmittelbar nad) feiner Dttictfetyr nimmt er ben alten Soljmpla^ in 
Befifc unb macfyt fid) bann Mb fetyr bemerflid), ebenfowol burd) fein betragen wie burd) 
feine eigentümliche Stimme, ©ein Benehmen ift anmutenber 2lrt, obfcfyon er jumeilen in 
s Ibfonberlid)Mten fid) gefällt. Sie bie Berwanbten ein jtoar rafcfyer, bod) nid)t au^bauernber 
gtieger, fmfd)t er unter mm)fam fcfyeinenben Bewegungen ber ©Zwingen oon einem Bufd)e 
( ^um anbeten, ben ©d)Wan^ balb breitenb balb wiber jufammenf altenb , burd) feine eigene 
tümlid)en (Märben ben wolwollenben Beobachter ' erfyeitemb. 3n bem erwünfd)ten Bufcfye 
angefommen, flettert er rafd) bi$ %ux ©pi^e hinauf unb trägt oon fyier au3 fein Stebd)en 
oor, falls er nicfyt nod) mit ^a^rungfucfyen fid) befcfyäftigt unb bann nacb 2lrt ber ©pott* 
broffeln unb ©icfyetfpötter auf bem Boben $u fcfyaffen macfyt. 3eber frembartige ©egenftanb 
wirb oon il)m mit feiner Sodftimme, einem unangenehmen Quäfen, welche an bie ©timme 
junger $ä^cfyen erinnert, begrüßt, ein Üjmt gefä^rlic^ fcfyeinenber 9ftenfd) wie jebeS Raubtier 
mutig angegriffen unb lebhaft oerfolgt. ©aswifcfyen gibt eS Ihmpf unb ©treit mit auberen 
^ännd)eu in ©acfyen ber Siebe , unb fo oerftel)t aud) biefer einfarbige 33ogel einen ©arten* 
ober SatbeSteit in au^enber Seife ^u beleben, ©er 9totfußfpötter indt, auf ben Sften 
fi^enb, beftänbig mit ©d;Wanj unb glügeln unb §eigt lebhafte unb sierlidjje Bewegungen, 
lauft auf bem Boben mit empor gehobenem ©d^wanje untrer, fcfyarrt mittelft beS ©dmabels 
üt ben abgefallenen Blättern, um fid? ^rung $u fud)en, fliegt fdmetl aber nicfyt an& 
bauentb, oielmel)r nur auf fur^e ©treden unb flettert, um f ein ' einfaches ,• au^ gebrod>enen 
aber oerfc^ibenartigen Xönen befte^enbe^ Sieb uorsutragen, gern auf blätterlofe, freifte^enbe 
unb ^o^e tfte. ©o oerläuft baö tägliche Seben beiber s Irten in jiemtid; gleichmäßiger Seife, 
wärenb bie Brutzeit bte swifcfyen i^rem Betragen beftel;enben $erfdn'benl;eiten §ur 
(Geltung bringt. ^Bor altem unterf Reibet fid? nunmel;r ber ®a£eut>ogcl oon feinen 3Ser* 
wanbten burd? feinen trefflichen ©efang. ©erfelbe ftel;t freiließ bem ber ©pottbroffet ober 
be^ ^cotfpötter^ bebeutenb nad;, gewinnt jeboc^ im ©c^nabel au^ge^eidmetev ^ännd?en immev^ 
^in eine gewiffe 9?eic^^altig!eit. 5luc^ ber Ha^enoogel nemlid? ift ein oottenbeter ©pötter, 
ein ©änger, welcher nac^ Slnfic^t ber amerifanifcfyen gorfd>er gar leinen eigenen ®efang 
befi|t, t?ietme^r feine Sieber aus oerfc^ibenen ©tropfen anber^artiger ©ingoögel pfammen* 
fe|t, 3e nac^ ber ®egenb, in ber er fid) angefibelt ^at unb beziel;entlid; groß geworben 
ift, änbert ba$ Sieb ab: ba, wo fid) oiele gute ©änger aufhalten, gewinnt e$ an 9?eic^tum 
unb Sö^anc^f altigleit , ba, wo ü)m folc^e SSorbitber fehlen, wirb e^ eintöniger unb lang* 
weiliger. 3n golge biefer s Jtad)a^mung^fud)t , weld)e fid) oft biö jum ergö^lid)en fteigevu 
foH, erhält ber ©efang unfere^ Bogetö ba^ (Gepräge beö ©pottbroffelfd)lage^, niemals aber 
beffen 33oHtönigleit, ä)^ancl>faltigleit unb lu^brud, bleibt oielmetyr immer ein ©eteier, 
weld)e3 allerbing^ rec^t angenehm fein lann, jeboc^ bie SBergleicfyung mit bem oottenbeteren 
©efange be$ genannten ^erwanbten ^erau^forbert unb be^alb in unferen lugen nerlievt. 



«rfyötter. 127 

£)em ungeachtet mufS man ben fa^enooget immerhin %u ben befferen Gängern 2lmerifaS 
yxfyzn unb barf feinen ®efang fd?on ber 2tnmut beS Vortrages unb ber lieblichen 3Ser= 
tönnngen falber nicfrt unterfcfyä^en* ©cfyabe nur, bafS ber gtufs beS Siebes fo oft burcfy 
baS unangenehme Miauen, toetcfyeS toie „23aei, baei" Hingt, unterbrochen toirb. 23ei 
einiger Erregung beS SBogefS oernimmt man faft auSfcfytießtid; biefe Saute, unb je me^r bie 
®emütSbetoegung toäc^fi, um fo heftiger toerben fie auSgeftoßen, um fo unangenehmer unb 
mistönenber Hingen fie. 23eim tiefte !ann ber ^a^enooget gerabe^u unauSftepcfy toerben; 
eS genügt bann, taut yiuttalt, bafS man einen 3*^9 ^tx irgenb einen £eit beS oon 
ü)m betool^nten (Wartens ober SatbeS ftreife, um ttytt jimt tauteften 2luffd>reien ju betoegen. 
3to hieraus täfft ficfy bie üMSacfytung, in toetcfyer ber $oget bei ben teerifanern ftetyt, 
erftären: eine s JttiSacfytung, toetcfye nicfyt fetten in eine förmliche SßerfolgungSfucfyt übergebt, 

3m anfange ober um bie TOtte beS SO^at beginnt ber $a£enooget mit ber (£rrid)tung 
feinet Heftes. 3n ber SReget toä^tt er ficfy ein büftereS £)idi$t ber Kälber ober einen oer* 
ftedten 23ufd? in einem füllen Sinfet beS (Wartens unb fyier eine paffenbe 3toeiggabet in ber 
<pöfj)e oon 2 Bio 3 m über bem 33oben jum (Stanborte beS ^iemlic^ rot) pf ammengefügten 
iöaueS, £)ünne, übereinanbergelegte ^ti^ f altes ®raS, trodne Blätter, Dftnbenftüdcfyen, 
ein ©türf ©cfytangenfyaut u. bgt v aud> toot ^ßa^ier r Banb unb Sappen bilben bie äußeren 
2Banbungen, feine Sür^elc^en, pmat fotcfye oon gamen, bie innere 2luSfteibung. £)ie oier ober 
fünf ©er beS (MegeS finb glänjenb unb oon tief eSmaralbgrüner gärbung. iöeibe ©efc^lec^ter 
toed)fetn im brüten ab, lieben ©er unb Sunge außerorbentlid) unb gebärben fid; überaus 
erregt, wenn irgenb ein ifynen, gefäfyrlicfy fcfyeinenbeS SBefen in bie %lafyt beS Heftes fommt 
ßtoei Ernten fcfyemen regelmäßig gemalt p toerben; in guten Sauren lommt aucfy toot 
uod; eine britte §inp. £)er Dfotfußfpötter beginnt bereits im $prit mit bem Sßau feines 
Heftes, errichtet biefeS aus ©räfern, bürren blättern u, bgl. unb lleibet eS innen mit 
^3ferbel;aren , ^flanjentoolle unb gebern aus. £)ie brei bis fünf ©er finb auf olafs^ 
grünlichem ®runbe bictyt mit rötlichen unb oiotetten, blaff er ober bunller r oftbraunen gteden, 
Dor bem biden ©tbe oft fran^artig getüpfelt, 

Beibe $öget nähren fxcfy toie bie SSertoanbten oon allerlei Meiutieren, Bereu unb 
©artenf rückten , beanfprucben aud? in ber ®efangenfd)aft leine anbere Bel^anbtung als bie 
(gpottbroffetn. 3ung aus bem s J^efte genommene -2 a^enoögel werben anßerobentlid^ ia$m f 
gefallen burc^ i^re anmutigen 39en>egungen unb genügen mäßigen ln|>rüc^en aucb im 
©efange, inSbefonbere bann, toenn fie fic^ in ®efe(lfd)aft guter ©Kläger beflnben, oon 
bereu fiebern fie balb bie eine ober anbere ^tropfye, minbeftenS einzelne Xöne annehmen, 
luS bem betragen ber oon mir gefangen gehaltenen <&tMt biefer 5lrt barf iä) fcbtießen, 
bafS fie fic^ ebenfo leicht toie ©|30ttbroffeln jum Giften im Käfige bequemen toerben, 

©ttf^rec^enb ben geringeren Begabungen beS ta|enoogelS be^tt man unferen §änblern 
feiten me^r als 8 bis 10 ^aler für baS ^ännc^en, 4 bis 6 £ater für baS Seibdjen, ein 
^reiS, toeldber gegenüber ben ^nfprücfyen ber amerifanifc^en ganger als ein mäßiger ange* 
fe^en toerben mufS, 



Kloljrfpötter. 



©n ^BerbinbungSglieb ^toifcfyen @|3ottoögeln unb ^aunfönigen bilbet ber 3?o^rfpötter, 
ein ^iemlic^ großer, fdtfanf gebauter ^ogel mit oer^ältniSmäßig ftarfem, ettoaS pfammen* 
gebrüdtem, am ^anbe beS DberlieferS ein toenig eingebogenem, auf ber mefferfärmig er^ 
^abenen girfte fanft nad; ber f uf^e ^inabgebogenem, leicht auSgeft^nittenem ©c^nabel, ^o^en 



128 SDtoffefa. 

unbfftarfen, platt getäfelten güßen, finden, fc^toadfyen unb abgcrunbeten , über bie ^cfytoan^ 
tour^e! I)inaugragenben glügeln, unter beffen ©dringen bte fünfte bte längfte ift, unb 
äiemlicfy langem, fefyr ftar! abgeftuftem ©d)toan&e. 

756. <&tx %0f)X\p$tttX , ^apacani ber SSrafilianer, Donacofoius (Turdus, Oriolus, Icterus, Mimus, 
Gracula) atricapillus, L. (brasiliensis, Jacapani, platensis, vociferus, albovittatus , longirostra). — 
$ergl. SSurmeifter, £iere Sraf. III, 129. — (große ber gtoergbroffel; Äopf fdjtoarj, übrige Oberfette 
fc^ön umberbraun, Gurgel gelbbraun, obere ©cfytoangbetfen bunfler, alle Unterteile fcfyön roftgetb , bie «Seiten 
mit fefyr Jamalen fd&roargen Ouerlinien; ©dringen f^warjbraun, außen untberfarben gefäumt, Wintere 
@djtoingen an ber Surfet toeiß, tooburd) ein Keiner ©piegelfted: entftefyt; @d)tuanäfebera braunfcfymarä mit 
reißen nadj innen^u abne^ntenben ©nbftecfen. $ri§ fyocfygelbbraun, @d)nabel fc^toatj, $üße bunlelbraun. 
(Sine natftc ©tettc am §alfe, ätoifcfyen ber fdjtoargen unb gelben SSefiebermrg fteifd)rot. Söeibtfien matter 
gefärbt; junger $ o gel mit einfarbig braunem Dberfopfe unb tieften ©äumen ber glügelbecffebern, audj 
otme feine fdjtoarge Ouerlinien an ben SBau^feiten. 

Über ben größten Seil @übamerila§ oon @ttb=83raftften unb ^ßaragaty bi§ ®ranaba oerbreitet. 

Über bte £eben3toeife be3 frönen Vogels finb tötr pr 3eit notf) toenig unterrichtet. 
@r tft, tüte ber 'Britta bon Sieb bemerft, ein echter Uf erbetooljmer , ioelctyen man nur 
an S8adj>* unb gluf Sufem ftnbet, too er im bieten ®efträucfye ober 9folj>re unb mancfyfaltigen 
anberen gebrängt fte^enben ^flan^en tootynt. Unfer ®en>äfyr3mann fanb ü)n in ben inneren 
großen Urtoälbem beS (Sertong ber "probin^ SSatyia häufig auf. ®leicfy unferer Dfo^rbroffel 
ftettert er an bem SRo^re auf unb ab, ift lebhaft unb in beftänbiger SÖetoegung unb läfft 
einen aus mancherlei Sauten unb abtoec^felnben £önen pfammengefe^ten ®efang beme^men, 
toeteber feineStoegS unangenehm in baS £)$r fällt unb ben Vogel toettfyin bemerflid) unb 
fentlicfy macfyt. 23ei 2Infnnft eines Sttenfcfyen ober fonftigen geinbeS üerfriedjt jidj ber Mofa 
f potter in bie bicfytefte Verflechtung ber ®eu)äcfyf e unb erfd)eint erft nact; längerer $eit toiber 
auf ben ^i^en berfelben, 

SDte 9fau)rmtg beftefyt in Kerbtieren , Sämereien unb tool auefy £kren oerfc^ibener $ri 
Über fein betragen in ber ®efangenfd) aft ftnbe icfy feine Angabe ; fobiel unterliegt tool 
feinem gtoeifel , bafS er p ben anfyrecfyenben Käftgoögeln ^äfylen unb eben auefy nicfyt me^r 
^tnf^rüc^e an Pflege unb Wartung machen toirb als anbere Vertoanbte. 

dl)ter- mtö $etlfd)tiMj$>r#ut 

§ocfy berühmte, in u)rer §eimat aller £)rten gern gehaltene Käfigbögel finb bie W\t* 
glieber jtt>eter nafy oertoanbter ©typen, toelcfye toir ^ier pfammenfaffen , toeil i^re Kenn= 
^eid;en bielfacty übereinftimmen. 

©te ^Iftcrbroffeln, über 3nbien, bie @unba= unb bie afrifanifc^en unfein ber^ 
breitete Vögel, fenn^eic^nen \\§ burc^) f erlaufen 29au, mä^ig langen unb biden, geraben, 
an ber &%\%i leicht gebogenen, beutlic^) gef erbten ©c^nabel, mittellange, fräftige, mit 
großen platten getäfelte güße, ^iemlic^ lange glügel, bereu bierte unb fünfte ©c^toinge bie 
längften finb, fe^r langen, abgeftuften ober toenigftenS an ben ©eitenfebern ftarf berfür jten 
(Scfytoans unb fc^öneS, glatt anliegenbeS, glän^enbeS ©efteber, in toeldjem ©c^toarj unb 
Seiß bie ^auptfarben finb. 

757. ®te (Sittgelfter ber 2lnfibler auf ben ©efcljellett, Copsychus seychellarum , Newton. — 
SSergl. Ibis., 1865, @. 332. — ©roße ber Slmfet; glängenb fc^warj mit einem ©cfyimmer in S51aufd^»at3 ■;■ 
®ed'en ber 5lrmfc^töingen unb obere glügelbecfen feibenweiß , ein großem Säng^felb bilbenb. %xi$ tiefbraun, 
«Schnabel unb güße fc^toarj. 2ßeibd)en unbefc^rieben. 

®te ©ingelfter, bie ftattlid)fte unb größte Srt ber Gruppe, beioo^nt bie ©efc^elten. 

758. $T>ie SatjattWffel, 2)at)al ber §inboftaner, C. (Gracula, Turd., Lan., Gryllivora, Dahila, 
Kittacincla) saularis, L. (intermedia, docilis, mindanensis , musicus, melanoleuca, amoenus, bre* 



SftofcfpÖtter, Wer* unb Äcitfd^ttjangbroffcln. 129 

virostra). — SSergt $erbon, B. of Ind. II , 114. — ®röße ber föotbroffet; gtän§enb fctjtoars mit Mau* 
ftr/war^em ©djeine, Unterfeite Don ber Dberbruft au, eine SangSbmbe auf beu klügeln, burdj bte 2)ecffebern 
täng3 be§ Unterarmes uub bie breiten Slußenfäume ber Hinteren Slvmfdjimngen gebtfbet, fotoie bte Dter 
äußeren ©djtDanäfebera »riß. $ri§ tief braun, ©dmabet fdjwarj, $üße braun. Seibcfyen ob erfeitS matter 
fdjtoarg, unterfeit§ grau mit fdjmufcig roftfafyten ©eiten uub unteren ©djtoansbecfen unb weißem SBaucrje. 
Seit oerbreitet, lommt ber &at)ai in gang Qftfeieto Dom §imatat)a bi§ ©eiton, in ©übct/ina, auf §ai= 
nan, beu ^Philippinen , in äftatafa unb ©iam, auf $a)oa unb ©umatra Dor. 

759. $er Putotioget, C. (Turd.) pluto, Temm. — $ergt SSonaparte, Consp. av. 267. — 
@t»'a§ Keiner äl§ ber &at)al unb ifd cHjnudj; uuterfeit§ bi§ auf bie unteren ©djtocmjbetfeit fdjwars unb 
bloß bie äußeren brei ©cfywanäfebern weiß. 

Sßewofynt 33orneo. 

760. $ie (glfterbroffel, C. pica, Natterer. — SSergt. £>arttaub, Sog. 9ftabaga§tar§, p, 38. — 
©röße be§ ©teinf d)mä£er§ •; ganj wie ber SDatyat gefärbt, aber bie gweite ©ct/Wan^feber in ber Surgelfyätfte 
ber ^nnenfalme weiß, bie britte fctjwars mit weißem @nbe. SBeibdjen afdjgrau, Dberfopf, Dfyrgegenb, 
33auct)feiten unb Stußenfäume ber ©fingen roftbräunltct) , Bügel unb Äirni weißlid), 33auct} uub übrige 
Unterfeite weiß. 

Sie %xt bewohnt 3ftabaga§far. 

761. Sie ^piegelbroffel, C. (T., Gervaisia) alhospecularis , Eud. & Gerv. — SSergt £>art^ 
taub, 93. äftabag. ©. 39. — ®röße be§ ©teinf djmätJerS; gtän^enb fc^roarj mit btaufd) warmem ©c^eine, 
SQ^itte ber Unterbruft, SBauct), Alfter unb untere ©cfywansbecfen weiß, Unterarmbecffebem ebenfo, eine £äng§- 
binbe bitbenb. $ri§? ©ctmabet fd)war3, $üße bräuntict). äöeibctjen braun mit tieften ©ctjwingenfäumen, 
Äeljfc unb tropf in§ ®raue. 

2luct; biefe Slrt ift auf äftabaga^far fjeimifdtj. 

£)ie ÄcUf^toanjbtoffcIn unterfd)eiben fid? burcfy beti fcfymäcfytigeren «SdwaBel, bie 
fcfytoädfyeren güße, bte ettoaS metyr gerunbeten gtügel unb ben oie( längeren, ftarf gefteigerten 
©cfytoan^ oon ben Bisher BefcfyrieBenen Sßermanbten. 

762. Sie «Sdjanttt ber £>inboftaner, Kittacincla (Turd., Cops., Gryll.) macroura, Gml., (tri- 
color, longicauda). — SSergt. ^erbon, B. of Ind. II, 116. — 3Rerffid& Hemer afö bie ^Rotbroffet; 
gtängenb fdjwarg mit btaufcfywaräem ©dfyeine, SSruft unb übrige Uuterfeite nebft unteren ^tügetbecten lebhaft 
gimmetrot, SBürget, obere ©cr/wangbecfen unb bie Dier äußeren ©djwangfebern in ber ©nbljcftfte voeiß- $ri§ 
tiefbraun, ©cfynabet fcfywarg, $üße i)orngetb. SBeibdjen etwa§ bfaffer gefärbt. 

3)ie ©djama Derbreitet fi(^ über ben größten Seit $nbien3 unb fommt ebenfo in 2Mafa, auf %aüa 
unb ©umatra Dor. 

763. 2)tc MljtfjttMttä&roffel, K. (Cops.) siiavis, Sclat. — % 23.: ©etater, Proc. L. Z. S. 1861, 

©. 185. — (SttoaS größer a(3 bie ©cfyama unb ber ©ctjtoanä türger; attgemeiue Färbung »ie bei ben Ser- 
raubten, aber bie brei äußern ©cfjroanäfebera nebft ber Sutßenf atme Der Dierten burc^au§ toeiß. 
25er SSogel oertritt bie ©c^ama im ©üben 5Borneo§. 

764. 2)ie Sltt&ttmattett&roffel, K. albiventris, Blytli. — % SB.: Journ. As. Soc. Beug. 1860, 
©. 269. — S)er ©cr/ama fe^r ät)nUcr> , auf bem SSauctie aber weiß. 

©tammt Don ben Stnbamauen. 

©oiüett fiefy anö ben Bio je^t üorüegenben ^ac^rtc^ten etfe^cn fäfft, führen ©ftete unb 
^eilfd)n)ansbroffeIn im tDefentltc^en eine üBereinfttmmenbe öebcnötoetfc, ©ie Bemo^nen bie 
Salbungen t^ter ^etmat, bie einen mefyr bünn Beftanbene, bie anbeten bittere, biefe §odp, 
jene .^icbexn>alb f tveiBen fttfy tnner^alB t^re^ So^ngeBtete^ munter um^er unb werben burc^ 
il;re laute, teurere Stimmen auf toett^m Bemerfu$. ©er ©a^al ftnbet fid;, laut 
3erbon, in ganj 3nbien Dom §imala^a an Bio (^etlon, nad? Oftcn §u Bio 5lrra!an unb 
£enafferm, im (^eBirge Bt^ ju §ö(;en Bio 1000 m - über bem Wltxt. 5lBn)eid;enb üon feinen 
^eriwnbten Betoo^nt er nic^t tiefere 2kmBu3bidid;te , melme^r bte^änber ber Salbungen, 
lommt in bie ^e menfcpcfyer Segnungen unb ge^t in ben (Härten berfelBen fetner %^ 
rung nac^. 3n ber Siegel fil)t man i^n einzeln ober in faren, getoöf;nlid; niebrig üBer 
bem S3oben auf einem SieBüng^fit^e-, irgenb einem ißufd)e, oon meld^cm fyeraB er feine 

3? vc l)in, (jefauflenc JBögct. II. 9 



130 -©roffefa. 

^rung erfragt unb aufnimmt unb, inxM gelehrt, feinen ®efang vorträgt &r $alt f$j$ 
fe^r aufregt , ben (Schwanz Balb gefenft Balb erfyoBen, ba er üBertyaupt mit biefem feinen 
(Gefügten 9lu6brud z u »erleiden fucfyt. 3n bieten 23üfcfyen ober §eden, auSna^mSWeife 
wot aucfy in 23aum* unb (Srbtjöfytungen, unter Umftänben fclBft in üJttauerriten, ftetyt fein 
aus Sur zetn unb ®ra3 juf ammengeBauteS 9?eft , in welkem man wärenb ber Brutzeit oier 
auf Bläulid? weitem ober BtafSBlauem ®runbe mit BlafSBraunen gleden unb tüpfeln 
gezeichnete ©er finbet. @eine 23erwanbte, bie (Hfterbroffet, leBt, nact> Rotten, in 
ben Satbungen £D?abagaSfar3 in ä^nlicfyer Seife, äftan ft^t fie tangfam burcfy bie ®eBüfcbe 
fdppfen, oon %t\t l n 3 e ^ anhalten, ficB t;ocfy aufrichten, ben @dj>wanz auf unb nieber 
Belegen unb vernimmt bann in ber Sftegel Balb i^ren vortrefflichen ®efang, freierer bie 
5tufmerlfam!eit auefy be$ unacfytfamen SMfenbcn auf fid) ziehen muf3 unb e3 erfärlicfy macfyt, 
bafS man baS SeiBcfyen weit feltner aU baS 3ttännd)en Bemerft. 3m Sftonat DctoBer 
f breitet ber $oget pm 9?eftBau , (Snbe ^ooemBerS Bemer!t man Bereite feine Zungen. £)ie 
©cfyama gehört me^r ben Salbungen, inSBefonbere ben büuner Beftanbenen Nietungen 
3nbien3 an unb zeigt fiefy Bloß bann in ber ^ätye be3 BeBauten £anbe3, wenn biefeS oon 
Satbungen umgeBen wirb. 3n3 ©eBirge fteigt fie eBenfaltS Bio z u Beträchtlichen §ötjen 
empor, o^ne jebocfy in ben eigentlichen ®eBirg3gürtet be3 §imatatya einzutreten. £)id?te un* 
burcfybringticfye £)fd)ungeln Bitben ifyren Bevorzugten 2Iufent^alt. 2tud) fie finbet man immer 
nur einzeln ober in ^ßaren, in ber ^Hegel in ben unteren ®eBüfct>en be3 Salbei, oon 23aum. 
ZU £kum fliegenb ober auf bem 23oben fiefy um^ertreiBenb , um bie ^afyrung aufzunehmen. 
Über bie anberen oBen ermähnten 5trten festen eingefyenbe %d:>rid>ten ; boefy täfft fid) an^ 
nehmen, bafS fie in i^rem (Gebaren unb treiben nid)t wefentticfy oon ben BefcBrieBenen ftcfy 
unterfcfyeiben werben. Kerbtiere aller 2trt, in^Befonbere §eufdj>reden , $äfer unb Raupen, 
aufjerbem Sürmer, vielleicht auefy fteine Seidjtiere unb wärenb ber ^eife ber 23eren biefe 
neBft anberen grüßten Bitben bie 5ftaljrung ber freiteBenben , (Etyenne, ein mir unBefannteS 
wafyrfcfyeinticfy au3 pflanzlichen ©toffen Befte^enbeö guttergemifd), unb ©botter bie 9?al)rung ber 
gefangenen ^eitfcfywanzbroffetn, welche atfo unzweifelhaft Bei einem unferer ÜMfdj>futter trefftid? 
gebeten würben, ^ebenfalls muffen biefe $ögel im Käfige fefyr gut andauern, Weit fie alt* 
gemein gehalten unb mit Befonberer Vorliebe gepflegt toerben. £)ie3 bauten fie i^rem ganz 
vorzüglichen @efange, in beffen Sürbigung alle 23eoBa$ter üBereinftimmen, unb eBenfo i^rer 
tampftuft mit 3lrtgenoffen, toelc^e fie in ben klugen ber kubier BefonberS ^oc^ ftellt. ÜBer 
bie 5lrt unb Seife be^ ©efangeö läfft fid; fcBtoer ein Befummlet Urteil gewinnen, ba bie 
in 3nbien too^nenben unb reifenben gorfc^er fid) nic^t auöfü^rtic^ genug au^brüden. ^o 
Oiet aBer fc^eint feft in flehen, bafö igerabe biefe $öget zu ^en au^gezeic^netften ©ängern 
ityrer §eimat jagten. i)te dlfterbroffel nennt Rollen einen länger oorzüglic^fter Slrt 
unb oerfic^ert, baf6 i^r im tyo^en ®rabe träftiger, toed)fetreid)er unb anmutiger ®efang 
unztoeifel^aft mit bem unferer Beften SUleifter toetteifern fönne, in oieter §infi($t bem 
ber 9M;tigatl ä^ntic^ fei , ungeachtet feiner oer^ättni^mäBigen ^ürze burc^ tünftlid;ere Sen= 
Dungen aBer nod) BefonberS fict> au^zeic^ne, unb oon bem ®efange ber @c^ama fagt 
3erbon, baf^ er alle üBrigen $ogetgefänge ganz 3nbienö Bei weitem in ben ©chatten ftetle, 
eine ftrömenbe Gelobte unb eine gewattige ©tärte ^aBe, bafö ber SSoget in ®efangenfd)aft 
auc^ «Strophen unb £öne anberer SSoget unb oerfc^ibener £iere üBer^aupt mit Sorgfalt 
unb ®enauigteit nad^a^me unb gerabe be^^alB ein ausgezeichneter ^äftgooget fei. Särenb 
man ben £)afyat ^auptfäc^lic^ feiner Bei (Gelegenheit ^ell auflobernben ^ampfluft IjjatBer in 
(GefangenfcBaft fyält, Bauert man bie @d)ama einzig unb allein ü)re ©efangeS wegen ein, 
oerfenbet fie auc^) weithin unb finbet fie ai$ $äftgoogel ÜBer ganz 3nbien verbreitet. (Sine 
eigentümlid^e ®eWotml)eit ber 3nbier ift, bie Käfige oon ©ingoögetn mit Xuc^ z u Betteiben 
uud biefeS oon 3a^r z^ 3al;r burd; ein neu hinzugefügte^ &tüä in oerbiden. £)ie 



tofettttge. 131 

SBöget fingen in einem fo oerbunfelten täfig atterbingS oorpglid;, fcfytoerlicfy aber beffer, 
aU toenn fie in einem getoöfyntid)en 35auer gehalten würben. 

$on ben oorftefyenb aufgeführten Irten, toeld)e fämtlid? gefangen gehalten p derben 
f feinen, ift bis \t%t, fooiet mir befannt, leine einige %xt tebenb nad) Europa gebraut 
korben , unb läfft ficfy ba^er über ben Sert berfetben nid)t3 beftimmteS [eigen. £)a man 
jebod) neuerbingS anbere Seic^freffer aus 3nbien unb ^toar in immer fteigenber %nyxfy 
einführt nnb für biefe 3toan$ig bis breiig 3ftarf p forbern pflegt, barf man annehmen, bäfS 
toir binnen Indern in $bt\\%. aud> biefer fo §ocfy begabten Sänger gelangen derben , nnb 
bafs man für. eine Scfyama ettoa baS doppelte ber angegebenen Summe »erlangen toerbe. 



ÄfÄije; 



@in in ®eftalt nnb Sefen ben ©tfterbroffetn oerioanbter $ogel ffieji* nnb äfttttet* 
afrifaS fenn^eidmet ftd) burd) geftreetten 8eib, mittellangen, geraben, pfriemenförmigen, auf 
bem girftenrüden nnb an bem Spi^enteile fanft gebogenen, mit ber Spi^e nid)t oor* 
ragenben unb oor iljr ttidjt auSgeferbten Sdmabel, fräftige aber fcfylanfe, ^läufige, oorber* 
fettö mit fect)S tafeln bebedte, IjrinterfeitS mit Stiefelfcfyienen belteibete güge, f erlaufe nnb 
bünne &$m , ntäfjtg fpifee gtüget, unter bereu Scfytoingen bie oterte unb fünfte bie längften 
finb, einen me^r als flügettangen, breiten Sdj)toans, beffen mittetfte fed)S gebem gleite 
Sänge ^aben, toärenb bie äußern brei ftufig fid> oerfür^en, fonlie enblid) ein bicfyteS, toeicfyeS 
unb langes ®efieber. 

765. $er SltttfettttjJ, Cercotrichas (Turd., Sphenwa, Argya, Podobeus, Melaenornis) ery- 
throptera, Gml. — 51. 33.: $infd) unb §arttaub, 2% Dftafr., @. 250. — 3Kerffid& größer, na= 
menttidj bebeutenb länger at§ bie ^ac^tigatt ; tattd^fd^toarj, obere ©c&tDangbecfen unb ©cfjtoangfebern bunfler, 
untere ©tfjtoanäbecf febern mit meißem ©nbranbe ; ©djtoiitgeri unb bereu SDecfen glän^enb bunfelbraun, erftere 
öon ber feiten an mit roftroter $nnenfabue unb breitem braunem (Snbe; bie üier änßerften ©djtöcmjfebern 
mit breitem weißem @nbe. $rt3 braun, ©djnabet fc^toar^, g-üße l^ombraun. 2öeibd?en gleich gefärbt. 

Verbreitet fic^ über 9?orb-, Off-, 9Jättel= unb äöeflafrtfa 

£)er tofeting $$lt p ben auffattenben (Srfcfyeinungen beS an anplj>enben Vögeln fo 
reiben SBeft = unb 3nnerafrifa. 3eber in ben ^itlänbem auftoärtS reifenbe gorfcfyer lernt 
ü)n bereite im Süben ÄbienS lennen unb oermifft t$n oon I;ier aus nur in ben öbeften 
(Steppengebieten. 3e bitter ber Salb, um fo häufiger finbet er fid); bo$ fi^t man itm 
einzeln aud) in ©cgenben, toeld)e nur fpärlicfy mit 23ufd)toerf beftanben finb. £>icfyt oer* 
fd)lungene 23ü[d?e bitben feinen beoorpgten Soljmpla^ , unb er säfylt be^alb p ben regele 
mäßigen (Srfc^einungen beö üppigen 2Balbe3 toie ber ^ier unb ba fiefy finbenben Härten, 
anwerft getoanbt burd)lrte^)t er bie bi^teften §eden, rafc^ ^üpft er auf flögen ba^in, in 
eiligem 53ogenfIuge ftreicfyt er oon einem 53uf^e pm näc^ften. 3n feinem auftreten ^at er 
oieleö mit unferer Slmfet gemein, ähnelt biefer unter anberem au^ barin, bafö er mit feinem 
@ci)toanje ein forttoärenbeö «Spiel treibt, unterfdj>eibet fid; aber oon ber ©d;toar^broffel, 
toeit er fetyr gern, iebenfattö toeit me^r als biefe, bie ^öc^ften @pi^en oon ®ebüfc^)en auf= 
pfu^en unb ^ier unter toe^felnbem Sippen unb Stehen beS Sc^njanseS Minuten lang 
p oertoeilen pflegt. Seine f^lanle, prlicfye ©eftalt, feine iöetoegtic^leit unb ^unterfeit 
ma^en i^n, toie §euglin mit oottftem SRecfyte fagt, ftctö p einer anwerft angenehmen 
(5rfd;einung in bem Reißen Subän. ü)te 5Ra^rung ift bie alter SSertoanbten : Kerbtiere oer* 
fc^ibenfter 5lrt unb baueben toa^rf^einlic^ auc^ ißeren unb anbere gru^tftoffe. ®ie S3rut^eit 
rietet fidj> nac^ bem grü^linge ber oerfd)ibenen Öänber feiner §eimat. 3m Suban fällt fie 
in bie 9fagen$eit, in Ibeffinien unb ^ubien in bie Monate Iprit bis 3uti. DaS ^Jteft fte^t 



132 fctofiefo- 

meift in nicfyt fofym, immer aber in fetj)r bieten . S3üf d^en, ift ein groger San, toeldjer burcfy 
i)erabl?ängenbe ®ra31j>atme, £>attelfafem u. bgl. ein außen lieberücfyeg 2(u3fefyen bcfommt, 
innen aber Ijmbfcfy gerunbet nnb geglättet nnb mit feinen ©räfern nnb §aren auSgefleibet 
ttürb. £)a3 (Belege befte^t, laut §eugün, au3 jtoet bis brei siemlicfy flehten @iew son 
grau rötlicfytoeißer ©runbfarbe nnb einer au3 garten, bläulichen, fciolettbraunen fünften unb 
glecten gebitbeten, am pumpen @nbe oft fran^artigen geidwung. 

Senn audj> ber 2lmfeüng als ©änger hinter ber ^ocfyberüljmvten @d)ama nnb ebenfo 
binter nnferen ^acfytigatten, £)roffeln nnb ©raSmüden foeit prüdfte^t, toürbe er bocfy einen 
beachtenswerten ^äfigoogel abgeben, ©ein ©efang ift freiließ ein fefyr bürftige^ Sieb, toelcfyeS 
mit bem reiben SMftange ber ^acfytigall nnb tefel toenig gemein $at, als unangenehm 
^toar nicfyt be^eidmet toerben !ann, aber boefy felbft im inneren 2lfrifa oon bem fetten, flutet* 
ternben ©cfylage ber 33ülbüt3 unb mehrerer flehten länger überboten toirb unb bem 
Imfelhtg bei uns p&mbe n>enig (^>re eintragen toürbe; bagegen geidmet iljm bie gefdnlberte 
£ebenbigfeit , 23etoeglid;feit unb fdmtude Haltung fefyr ju feinem Vorteile fcor fcielen 33er* 
toanbten auS unb macfyt itjm un^toeifel^aft auefy im Sauer Sebermann Heb unb toert 



idimthjeriirofleltt. 



Mittel* unb ©übafrifa ift bie §eimat einer 3Sogetgru^e, tt>eld)e ebenfo fciel mit ben 
£)roffe(n toie mit ben (Stehtfdmtä^ern gemein fyat, in mand^er Sejief;ung aber aud; toiber 
an Heinere länger unb in ber gärbung entfernt an ben ©teinrötel erinnert, ©er mefyr 
ober minber tauge @dmabel ift auf ber girfte fanft gebogen, feitlicfy, pmal gegen bie ©pifee 
§ut, ^ufammengeprefft, oor berfetben leidjt auSgefcfytoeift, ber guß giemtiety ^ocfytäuftg aber 
utr^efyig, ber glügel mäßig lang unb gerunbet, unter ben ©dringen bie fünfte bie längfte, 
ber ©c^toanj me^r ober minber lang, t>aS ®efteber reid^attig unb je nad; bem ®efd;led;te 
oerfebiben. 

$on ben langf ertüchtigen Sitten (Cossypha) !ommen folgeube für unS in Setracfyt; 

766. $>ie ^^mä^erdrojf el , Cossypha (Turcl, Petrocincla) alMcapilla, Vieill., (albieeps, 

leueoeeps). — Sßergl.: £>artlaub, 2B. Stfr., ©. 77. — ®röße ber ©ingbroffei; Oberfeite, pflüget unb bie 
beiben mittelften ©cfytoansfebern tiefbraun , Äinmoinfel unb $opffeiten ebenfo, Dberfopf unb Städten weiß, 
bie Gebern mit buntler Surfet unb anwerft fdmtaten bunflen ©nbfäumen, SBür^el unb obere ©dfywanäbecfen, 
bie gange Unterfeite unb bie ©cfywangfebern lebhaft jimntetrot, 2lußenfafjne ber äußerften ©teuerfebern 
braun. ^x\§? ©dmabel fd^warj, $üße bräunlid). Seibdjen unbef ^rieben ; bei jungen Vögeln bie 
©tirn roftfal)!, bie Setffebern mit roftroten, bie Gebern ber Unterfeite mit fcf)malen, üertoaf ebenen, fc^toärj* 
ticken ©üben. 

3)a§ Verbreitungsgebiet erftreeft fic£> über ben größten Seil SBeftafrifa§ oon ©euegambien bi§ in bie 
©abuulänber. 

767. £ie SJlölt^f^tttä^erbroffet, C. (Petr., Bessonornis) verticalis, Hartl., (albicapilla, Swain- 
sonii, monacha). — SBergt. : ^artlaub, SB. 91fr., ©. 77. —Verlud) Keiner afö bie ©ingbroffet ; Hantel 
unb ©futtern f c^ief ergrau , Dberlopf, ^ügel unb Dbergegenb bramtf(^»arj, ein breiter äftittelftreifen oon 
ber ©tirn bis §um Jadeit Joet§, 9?acrenbanb, gange Unterfeite, Gurgel, obere ©cfytüangbetfen unb bie 
©d)tt)angbec!febern lebhaft gimmetrot, bie beiben mittelften unb bie Slußenfalme ber äußerften ©teuerfebern 
braunfdjioarg; ©dbtoingen braunfd)roarg, it)re Slußenfaume unb 2)ecffebem fdjiefergrau. ^ri§? ©c^nabel 
fc^warj, güße ^ett ^ornfarbeu. 

S)er Vogel verbreitet fic| über einen großen Seil 2Beftafrifa§ unb reicht bi§ gum Often herüber. 

®ic Irten mit fürjerem (SdjtDanje werben unter bem tarnen Bessonornis oon ben 
übrigen getrennt. 



©d)m%rbroffeln. 133 

768. $ie <©tf)lutf)tettf(!jma^cr&rüffel, C. (T., Muscicapa) bicolor, Sparern., (dichroa, reclamator, 
revocator, melanotis, vociferans). — 55ergL ; $iufd) unb §artlaub, SBÖg. Ofiafr., ©. 281. — (5ttt>a§ 
Heiner al§ tote ^iotbroffel ; Oberfopf fd)ieferfdjtoar3lid), übrige Unterfette unb Stufjenfäume ber bunfetbrauneu 
©Urningen fd^tef ergrau, $lügelbeden fetter unb lebhafter, Bügel, 9?acfen unb Obergegenb fd)tt>ar§, §al§^ 
feiten, Unterteile, obere ©dfjmanäbeden unb ©cfetocmjfebern lebhaft gimmetorangefarbeu; bie beiben mittelften 
unb bie Slußenfaljne ber äußerften ©teuerfebern bunfelbraun. $ri§ braun, ©djnabel bunlelbraun, Prüfte 
hellbraun. 

®tc ©^ludjtenfdjmäkerbroffel oerbrettet ftdj über 2BefH ©üb- unb Oftafrifa. 

769. $er ftapxöttt, RapMöbin, C. (T., Motac, Sax., Petroc, Bessonorn.) phoenicura, Gml., 

(pectoralis, superciliaris , superciliosa). — $ergl.: £eöaillant, Ois. d'Afr., Z\l 111. — föröfter at§ 
bie fttotbroffel, Oberfeite unb $lügel rötlid) erbbraun, SBür^el mefjr roftrötltdj, obere @d)toanjbetfen unb 
©dbtoangfebern lebbaft roftgimmetrot, bie beiben mittelften unb bie Slußenfäume ber übrigen ©teuerfebern 
im ©nbteite braun, ein Streifen- über $ügel u ^ Singe toeff, Bügel, bie untere Singen = unb bie obere 
©egenb fcfjtoärjlicij , ©cfyläfe, §al§, $ropf = unb Sruftfeiten nebft Oberbruft bräunlich afdigrau, Äimt, 
Äefyle unb topf ^eH^immetroftgelb , untere ©djiDan^beden fetter, Unterbruft unb 23audjmitte toeift, üßaudV 
feiten roftbräunlid). $ris> braun, ©dmabel bunfelbraun, $üße bräunltdj. SSeibdben unbefd^rieben. 
®er ^aprötel ift eine ber fyäufigften ©rfcfyetnungen @übafrifa§. 

770. $5ic 9töte(jtf)mcii&er&röffel, C. (Sax., Besson., Irania) gutturalis, Guerin, (Finoti, albigu- 
laris). — $ergl.: Ibis, 1867, ©. 89. — 2fterHid) Heiner al§ bie fftottoroffet; gange Oberfeite unb bie 
Sluftenfäume ber bunfelbraunen ©Urningen bunfel afcfygrait, ein f dentaler ©treifen öom 9?afenlod)e Bis auf 
bie ©d)läfe unb ein breiter $efylftretfen toeiß, Bügel unb ^opffeiten f^marj, ben Äefytftreifen fcfyarf be- 
grenjenb, übrige Unterfeite lebhaft gtmmetorangerot, 33aud)mitte, Slftergegenb unb untere ©d&toanjbeäen 
»etjj. $ri§ braun, ©dmabel unb $üf}e fditoargbraun. 2Beibdjen oberfeitS bräunlich grau , ©djtüan^ 
fcr)tüar§ f ein ©treifen oon ber 9eafe gum Singe lidbtbraun, topffeiten, £>al3 unb SSorberbruft bräunlidjgrau, 
ber §al§ftreifen büftertoetß, Unterbruft, Saudj unb untere ©cfytoangbeden ebenfo, feitftdj Itdfytbraunrot. 
9?eftoogelauf $opf, $at§, 9?aden unb SBruft gräulidjbraun, alle Gebern mit breiten gelblicfymeißenßnbränbern. 

2)ie • SRÖtetfdjmäfcerbrofjet lebt tu Slbeffinien, ebenfo aber.audfy in Werften, ^aläftina, tleinafien unb 
fyödjft toa§rfd)emlid) fogar in ©übofteuropa. 

@ine ben oorfteljjenben 2lrten oertoanbte ®ruppe totrb burd) bie ©ingfd^mä^erbroffetn 
gebilbet 3^re tenn^etd^en liegen in bem fräftigen, furzen, geraben, feitlicfy jnfammenge^ 
brüdten, auf ber fantigen girfte beuttidj) gefietten, fartft geBogenen, mit ber ©püje toenig 
oorragenben , oor berf elften unbeuttid? fein gef erBten @d^naBel , fe^r fräftigen , Dorn faft ge* 
ftiefelten gü^en, ben aBgernnbeten glügeln, nnter beren am (gnbe ftnm^f gerunbeten ©^totngen 
bie fec^fte bie längjte ift, unb bem' langen, ftarl aBgerunbeten, an^ Breiten gebern Befte^enben 
©d^an^e, 

771. 2>ie «Sittg^mft^erbroffel, Cichladusa (Bradyornis) arquata, Peters, (Spekei). — SSergl.: 
^tnfd^ unb § artlau 6, Sog. Oftafr., ©. 286. — @ttoa§ Heiner als bie motbroff el ; Oberfeite olioenroft- 
braun, Slugenbrauenftreifen , ©$läfe, ^aBfeiten unb 9^aden, tropf = itnb Srujtfeiten grau, 3ngel unb 
f^maler Slugenring rofttfabeH, Obergegenb bunller, $inn, Äe^le unb ein breiter ©treifen über topf unb 
Sruftmitte bi§ pm SBaud^e ^erab roftgelblid^, jeberfeit§ begrenzt oon einem f^ttjar^braunen ©treifen, übrige 
Unterfette btaf§ roftrötlid) tote berSürjel; ©fingen bunlelbraun, Slu^enfaline unb SBurjel^älfte berfelben, 
obere ^lügel^ unb ©djtoanäbecfen fotoie bie ©teuerfebern lebhaft roftrot. ^rt§ (trobgelb, ©c^nabel t)om= 
fc^warg, güj3e ^ornbraun. 

Verbreitet fid) üon ben Äiljlcn Oftafrtla§ bi§ tief in UZ ^mtere be§ ©rbteil§. 

5ltte ^c^mä^erbroffeln unb eBenfo bie i^nen bertoanbte ©ingfd;mä^erbroffe{ fcerbienen 
bie 53ea^tung unb Sürbigung ber 8teb$afcer; benn fie jeic^nen ftd;, bie cö f^eint, airSna^m^ 
los burd) einen trefflichen, broffelartigen, eBenfo fräftigen als botltönenben ®efang aus unb 
§ie^en be^^atB überall , too fie toorlommen , bie 5lufmer!famleit ber SingeBorenen auf fiefy, 
werben »on bortigen ÖieB^aBern auefy ger.n im Käfige gehalten, £)ie ©ingfe^mä^erbroffet 
nennt @^ele ben Beften länger Dftafrilaö, unb auc^ §euglin, ioetcBer ben SSogel im 
Öanbe ber tibjneger fanb, rü^mt feinen angenehmen broffelartigen @d;lag. ©aöfclbc gilt 
aBer me^r ober minber oon f amtlichen Wirten ber ®ru^e. 35on ber ^IRönc^fc^mä^er^ 



134 ©roffefe. 

broffel unb ifyren toeftafrifanifcfyen Vertoanbten miffen toir ioenig, oon ber @cfylud/tenfd)mäiger* 
broffel, bafs fie Bei bett Anfiblem beS VorgeBirgeS ber guten Hoffnung unter beut Tanten 
„^iet^mime oromo", (^(3eter meine grau) tool Befannt unb als oor^üglicfyer länger gefegt 
tft, oon beut taprötel, bafö er felBft inmitten ber (Härten ber fapftat fein lautet, ton* 
reifes Sieb $u allgemeiner greube vorträgt, unb oon ber 9?ötelfd)mä£erbroffel enblid) burcfy 
trüber, bafs fie unter ben fleinaftatifcfyen Gängern, unter benen fid) (GefangeSmeifter 
befinben, i^ren $tong oollftanbig behauptet. 

3m übrigen liegen üBer greileben, (Sigenf haften , Sefen unb (Gebaren ber @dnnä^er* 
broffeln nur bürftige 25erid)te bor, unb felBft 9?aturforfcfyer, toelcfye toiberljolt (Gelegenheit 
Ratten bie Vögel längere %tit ^u beobadutn, Bieten nnS toenig. AuS ben mir Befannten 
Mitteilungen entnehme id), bafö unfere Vögel eBen fooiel an bie Droffeln toie an bie ©tein* 
fdmtä^er erinnern unb ebenfalls als Sftittclglieber ^Difc^en Beiben aufgefafft werben mögen. 
£aparb oergleicbt ben $aprötel mit unferem SRotfefytcfyen unb meint, bafs er aud) burd> 
ben (Gefang beSfelBen an le^tereS erinnert korben fei; anbere gorfcfyer ^aBen eine ge* 
toiffe Vertoanbtfcfyaft ^toifc^en gelsfcfymä|ern unb ©dmtä^erbroffeln gefunben. ABtoeidjienb 
oon erfteren Betrugen biefe ^eS unb bicfyteS (GeBüfd; $u ityrem Aufenthaltsorte, fommen 
aus bemfelBen jtoar bann unb toann tyeroor, um auf ben @pi^en ber 33üfd)e ober, auf 
gelSBtöden p fingen, oerfcfytomben iebod), toenn fie ficfy Bebroljjt glauBen, fofort toiber in 
ben (GeBüfcfyen. <Sd)eu unb oorftcfytig f deinen alle Arten ju fein: Öafyarb ermähnt aus* 
brüdlid), bafs man bie @d)lud?tenfdmtä^erbroffel tool Beftänbig ^öre, jebod> nur feiten p 
fetyen Befomme, unb bie üBrigen 33eoBad)ter fprecfyen fidj ÜBer bie oertoanbten Arten in 
ätjmlicfyer Seife aus. (Sine Ausnahme fd)eint ber ®aprötel $u machen, toie ftcfy aus feiner 
Vertrautheit mit ben 9ttenfd)en unb feinem treiben oon felbft erflärt 3fyn ftfyt man, nad? 
gafyarb, Balb unBeforgt auf ben tieStoegen beS (Gartens umherlaufen, Balb in ben 231umen* 
Beten ficfy p fdjaffett madjen, Balb auf bem Sipfel eines aBgeftorBenen Raumes ft^en, Balb 
enblicfy auf eine §auSfirfte fid) ergeben, um oon bort aus ju fingen. Särenb ber 55rutjeit 
leBen alle Arten paüoeife, u)x anfcfyeinenb großes (GeBiet gegen anbere berfelBen Art eifer* 
füd;tig aBgren^enb; nacfy ber 33rutseit trifft man, oBfc^on feiten, aud) Heinere (Gefellfcfyaften 
an. £)ie eigentlich afrifanifc^en Arten freuten ©tanb* ober bocB fyöd)ftenS @trid)oögel ju 
fein, bie 9?ötelfd)mä^erbroffel bagegen unter bie eigentlichen $ugoögel ju ^len, ba fie nacfy 
ben Bisher oorliegenben AngaBen ber gorfcfyer erft siemlicfy fpät im 3al>re an i^rem 23rut= 
platte erfd;eint unb benfelBen im §erBfte regelmäßig mtber oerläfft £)aS 9?cft beS ü ap* 
rötelS Gilbert Sa^arb als bem eines 9?otfel)ld)enS gleic^enb; baS ^Jleft ber 9?ötelfd)mä£er= 
broffel tft, nafy $rüper, bem ber 53aumnac^tigall in 53epg auf (Größe, 33auftoff unb An^ 
läge am älmlid)ften. ^iinne, trodne Reifer, BefonberS 9^inbenftreifen oon iBüfd)en, Bilbcn 
bie (Grunblage; ber s J^a^f Befielt aus feinen (Gräfem, toel^e mit ^flan^entoolle unb Vogel* 
bunen oermifc^t finb ; in ben oBeren $fanb finb oiele ^aumtoollenfäben unb ÖeiniDanblumpen 
eingeflocBten. !Die ©er l^aBen, laut 9?efy, lic^t grünlic^Blauc (GrnnbfärBung unb toerben 
burd^ Heine gelBlic^> roftfarbene gleden oon oerfc^ibener (Größe überall, gegen baS ftärlere 
(Snbe am bid^teften ge^eic^net; bie dkx beS ^rötelS finb auf fc^mu^ig toeißem ober 
graulid^em (Grunbe me^r ober minber mit büfter BlafSrötlid)en gleden getupft ÜBer bie 
gort|)flanjung anberer Arten mangeln 53ericl;te. 

33iS je^t tft fc^toerlid) irgenb eine Art ber (Gruppe leBenb nad; (Suropa geBrad;t loorben; 
bod) bürfen nrir bie eine ober anbere @c^mä^erbroffel mit ©id;er^eit früher ober fpäter 
unter unferen ^arltoögeln erwarten. £)ie iße^anblung toirb biefelBe fein muffen, toelcfye 
toir ben gelSfc^mä^ern angebei^en laffen. 



Sauf broff ein. 135 



fauftrofleltu 



Sfteben eigentlichen Stoffeln fommen in Sluftralien ^temltrf) ttafy oerioanbte $öget oor, 
meldte ficfy fenn$eid)nen burcfy f d;Ianf en , geraben, an ber @pi£e ettoaö geferbten Sctmabcl, 
tinienförmige, feitlid) ton einer §aut bebedte 9?afentöd)er, ^od;läufige, mit breiten <SdnTbern 
getäfelte güße nnb mäßig lange Setyen, lurje nnb runbe gtüget, nnter beren ©dringen 
bie britte, vierte nnb fünfte faft gleich lang nnb bie längften finb, verlängerten ftar! abge* 
rnnbeten <&d)mni unb toeicfyeS buntes ®efieber, 

772. £ie Sauf Ötoff c( , Cinclosoma (Turd.) punctatum, Latli. — SSergt: (Soulb, B. ofAustr. 
IV, £f(. 4. — f^aft ebenfo groß wie bie äftiftetbroffet; oberfeit§ rötlidjbraun , auf ^Rüden unb ©dmftern 
mit breiten braunfdjwargen ©djaftfkden, bie längften ©cfyulterfebera außen faftcmienbraun, SSorbcrfopf 
braungrau, <£>al§feiten unb topf beuttidj afdjgrau, leitetet unterfeitS begrenzt öon einer fd)war§en Ouer= 
binbe, ein fcfymaler ©treifen oom 9?afentodje bi§ hinter bie ©djttffe ftelblictywetß, ^ügel, $orberbaden, tinn 
unb fefyle glän^enb fdjwar^, leitete feittid) begrenzt burd) einen großen weißen, oberfett§ fdmtal fcfywarj geran= 
beten £äng3ftecfen, SBruft, 33audj unb untere ^tügetbeden weiß, (Seiten roftgelbbraun, bie Gebern mit breiten 
jc^toargen ©djaftfteden unb einem weißen (Snbranbe, untere ©djwanjbeden fafpräuntid) an ber Slußenfafyne 
mit breitem fcfywaräem 2äng§ftreifen, innen am(Snbe weiß; ©Zwingen bunfelbraun, £>anbfd)wingen an ber 
Surfet außen grauweiß, Slrmfdjwingen breiter roftbräunlid) geranbet, ©Zwingen unb obere g-lügetbeden 
gtän^enb fdjwarg, am (£nbe weiß gefäumt; bie mittetften beiben ©diwangfebern wie bie oberen <&ü)tüaxi^ 
beden erbbraun, bie übrigen fctjwarj mit breitem, nad) innen ja abnel^menben weißem ©übe. $rt§ bunfel= 
braun, Bdjuabd fyornfd)wars, $üße Ijomgelb. 2Betbd)en wie ba§ äftänndjen, aber $üm unb ®efle roft= 
weißlich , ber $ted; an ben §al§fetten roftrb'tlidj , bie f^wargen @ettcnflctf ctt Heiner , bie f cfywarge Ouerbinbe 
unter bem topfe unbeuttidj. 

Verbreitet ftdj über <Süb= unb Dftauftralien nebft $anbiemen§lanb. 

773. 2)ie föemtbwffel, C. castanotum, Gould. — SScrgt: B. ofAustr. IV, StfC. 5. — Infefynlid) 
fteiner aU bie oerwanbte 2lrt; überfein röt(id)braun , ©dmttern beuttidjer rotbraun, |>interrüden unb 
^Bürget lebhaft bunlelfaftanienrotbrau, obere ©d^wanjbeden büfter erbbraun, Stugenftreifen bi§ auf bie 
(Schläfe weiß, $ügelftreifen bi§ unter ba§ Singe fc^warj, burd) einen breiten weißen Streifen, welcher 
oom äftunbwint'et an ben §at§feiten fyerabtäuft, getrennt öon bem Ahm, Äeljte unb topf bebedenben 
fcfywar^en @d}ilbe, le£tere§ feitlid) breit grau begrenzt, übrige Unterfeite unb untere ^tügelbeden weiß, 
untere @d)Wan$beden erbbräunlid) mit fdjwar^er @d)aftlmie unb weißem (Snbe; Schwingen bunfelbraun, 
§anbfd)Wtngen außen an ber SSitvgeTC unb in ber SJlitte weiß, 2trmfdjwingen breit fahlbraun umranbet, 
Schwingen = unb obere f^lügelbeden gtängenb fdjwarj mit breitem weißem ©übe; mittelfte gwei ©d^wan^ 
febern erbbraun, bie übrigen fd)warj mit breitem nadj innen gu abnefymenben weißen ©nbfteden. $ri3 
tötlidjbraun, ©c^nabel fyornfcfywarg, $üße bräunlich. Seibdjen: SSürjel fd) wad? taftanienbraun , 3)ed= 
febern braun mit roftweißtid)en (Snbfpi^en, ^inn, ^ct)tc unb topf afd)grau, Äörperfeiten einfarbig rötlid)= 
braun, untere Sc^wangbeden ebenfo, immer aber mit weißem ©übe. 

$8ewof)nt @üb= unb 9^orbauftralien. 

3ßir fcerbanfen ®ontb eine ^iemlid^ anöfütyrlirf)e öebenöf^ilbernng ber fcorftetyenb be= 
f^riebenen in 5lnftralien iool befannten S3ögel 33etbe nnb anbere Sttitgtieber berfelben 
©mp^e befoolmen mit Vorliebe fteinige §ügel nnb felfige £äter, toelc^e teiltDeife mit nie* 
berem 25nfd)tt>erf nnb ®räfem betoa^fen finb, treiben tyier, ungemein geluanbt lanfenb ober 
rennenb, auf bem 23oben \ify nmtyer, bann nnb toann einen niebergeftürjten @tamm ber 
Öänge na^ abgetyenb ober ju einem 3 toe ^ e W ertyebenb, nm tyier ein toenig p oer* 
toeilen. «Selten entfließen fie \ify pm gliegen, unb nur bann burebmeffen fie weitere 
©trete, wenn e§ fid^ barum fyanbett, ein ^al gu freuten ober naefy einem benachbarten 
59ufd)e fiefy in begeben; für getoö^nlic^) verbergen fie fiety mit Seic^tigleit giirifcfyen bem 
®eftein ober unter bem ®ebüfcfy, SBenn fie plö^lid) fiefy ergeben, verurfad;en fie ein fd;tt>ir* 
renbe^ ^eräufety toie aufftetyenbe 2Öad)tetu ober ^Hebtyütyner. ©er !urg toärenbe ging ift 
eine Reihenfolge oon Wellenlinien unb toirb baburc^ beenbigt, baf^ ber 3Sogel jä^ling^ unb 
pmeift unter rechtem Sin!el auf ben iBoben fid) ^erabioirft. 23eibe Sitten finb aud^ 
an folgen Örtlic^teiten , toelc^e toenig ober nicfyt oon OHenfc^en r minbeftenS oon Europäern 






. 1 



136 Coffein. 

befugt tocrben, außerorbentlicb fcfyeu unb oorfid)tig, jumal toenn fte in ffeine £rup£S oon 
biet bis fed)S ^tücfen fid) ^ufammengefcfylagen I^aben- Ungteid) ben oertoanbten £)roffetn 
laffcn unfere $ögel nur ein leifeS pipenbeS pfeifen oeme^men, baSfetbe aber fo oft työren, 
bafS fte l;ierburd) u;re 2lntt>efenfj>eit anzeigen pflegen, ©d)netfen unb Türmer flehten 
ttyre beoorpgte Sftafyrung $u bitben; bod? fanb ®outb in bem ungemein muSfelfräftigen 
SJlagen ber erlegten ©tücfe aucfy bie Überbleibfet öerptbenet Tanten unb ®äfer, untermifd)t 
mit @anb. Witt beginn beS grüpngS, alfo im Dftober, unb in ben brei barauf folgenben 
Monaten f freiten bie Sauf broff ein jur gortpflan^ung , ioa^rfcfyeinlid) jtoeU, unb felbft brei* 
mal im Saufe ber günftigen 3atyre^eit brütenb- £)aS leicht unb forgtoS pfammengebaute 
Tceft fte^t ftetS auf bem iÖoben unter bem @dm£e eines großen ©teineS, iöaumftammeS, 
in einem ®raSbuf$e u. bgt, befte^t ^auptfä<p$ aus blättern unb 23aumbaft, tyat 
eine runbe, offene gorm unb enthält jtoet, ptoeiten brei, auf toeißem ®runbe mit großen 
olioenbraunen glecten pmat am ftärleren @nbe getüpfelte ©er. £)ie Zungen, toetcfye in 
einem bieten aus langen fc^ioar^bräunlic^en glaumen beftefyenben £)unenfteibe auf bie Seit 
fommen, erhalten in einem fe^r frühzeitigen 5llter baS ®efteber unb mit itym bie Sauf* 
föfyigfeit ü)rer Altern. 

3n ben lüftenftäten 2IuftralienS fttyt man fefyr ^äufig lebenbe Saufbroffeln unter 
23ronseflügeltauben unb Sappenoögetn auSgeftetlt, unb p)ax toerben jene fyier mit bem tarnen 
„®runbtauben" be^eidmet, ^toeifelloS beS^alb, ioeil fte auf bem 23oben umherlaufen unb 
nad) 5lrt ber Rauben treffen, auefy ein ganj oorpglid) fcfymact^afteS gteifcfy beft^en, §ierauS 
ge^t ^eroor, bafS bie Wirten biefer (Gruppe fetyr leicht ftd) galten unb trefflid) auSbauem 
muffen, unb erfcfyeint es baber fcfytoer begreiflich, toeS^alb ttrir fo feiten eine ober bie anbere 
%xt lebenb p uns herüber befommen. 



$)fetftir#nt 



35on Oftinbien bis £l>ina unb ebenfo über bie großen (Sunbainfeln verbreitet ftcb eine 
(ifeppe oon ftattltdjen Vögeln, ioelcfye einerfeitS äljmticfyfeit mit unferen £)roffeln tyaben, 
anbererfeitS an bie ^ittaS erinnern unb toegen tfyreS aus Ilaren ^feiftönen beftefyenben ©e* 
fangeS oorfte^enben Tanten erhalten l)aben. @ie lenn^eic^nen ein mäßig langer, ftarler unb 
fräftiger, fcitlicfy pfammengebrüctter, faft geraber, an ber &pi%t ftarf tyafig niebergebogener 
unb oor berfelben leicht gef erbter ©dmabet , fräfttge, ^oc^läuftge, mittellange, mit gebogenen 
ftarfen SHauen betoeljrte güße, lange gtüget, unter bereu (Scfynnngen bie fünfte bie längfte 
ift, ein mäßig langer, leicht gerunbeter (Sc^toan^ unb fcbtoar^eS, bläulich fd)immembeS ®efieber. 

774. 2)te ^ttfturabroffel, Myiophonus Temminekii, Vigrors., (metallicus, coeruleus). — SSergt: 
^erbon, B. of Ind. I, 500. — mxUid) 'größer at§ bie 9Kt[tetbro[fet ; fd&toara mit tteffobattbiauem 
©c^eine, bie glän^enb ^eröortretenben ©c^aftfpi^cn ber Gebern beittttcfyer blau jc^etitenb, @tim , 2tttßenfafytte 
ber ©d^iDtngctt xtnb (S^toanj tief lob aliblan, obere ^lügelbetfett ttodj lebhafter, bie größten berfelben mit 
weiften ©ttbfptfcen. ^ri§ tieföraun, @d)nabel gelb mit f^wär^li^er girfte, güfte fd^iüar^. SSeibt^en 
Heiner, übrigens gleid) gefärbt. 

Über ba3 ganje §imalat)agebiet, toeftlid) bi§ Slfganiftan verbreitet " f betoofntt bie Äaftnrabroffel üorgug§= 
weife einen §ö^engürtel jivifc^en 1000 — 3000 m - über bem 9Kere. 

775. $te ^Itcgettbroffel, M. (Turd.) flavirostris, Horsf. — 23evgl.: Linn. Trans. XIII, 149.— 

Slnfe^nlic^ größer aU bie $ertt>anbte r namentlid) ber @dbnabel bebeutenb b,ol§er nnb (tarier, bie ®efamt= 
färbung bnnfler, me^r in§ Slaufcbwar^e §ier)eitb, bie ©tirn fdöwar^ nidjt blan , ber ©c^nabel nur auf bem 
girftenrütfen bunfet. 

^inbet ftd) auf ben (Gebirgen $at>a3. 



«Pfctfbroffettt. 137 

776. «Die ^feifbroffeI # M. (Arrenga) Horsfieldii, Vig. — St. $.: S'etbott, B. of Ind. I, 499.— 

$m allgemeinen ber Äafturabroffel cifntttdj aber bebeutenb Keiner, mtb ber @d?nabel flets einfarbig fdjtoarj. 
häufig im ganzen ©üben $nbien3 nnb in (Sübctnna in §öfyen bi§ %& 2000 m. ft& e r bem 9ttere. 

777. X>ie ^öf|tettt»röffe(, M. (Arr., Pitta) cyaneus, Horsf., (glaucina). — Sctgt: PI. col. 194.— 

(Sröße ber9ftiftetbroffet; mattf^warj mit tieffobaltbtauen ^eberenben, ballet blau ftfjeinenb; ©errungen nnb 
@teuerfebem fc^roarg, auften fdbmat büfter lobattblau gefä'umt, obere ^tügelbecfen am 23uge lebhaft bunfet 
lobattblau. $rt§ ttefbraun, ©dbnabel fdjtoara, ftfifje braun. 
2)a3 So^ngebiet biefer Strt befcfyräntt ftcfy auf $at>a. 

2luS ben fetter bortiegenben ÖeBenSfcfyitberuttgett ber ^ßfeifbroffetn, unter benen bie »on 
gerben unb ©toin^oe t;errü^>renben bot bte ausführlichen fein bürftett, ge$t l)erbor, 
baf^ alle Wirten ber ®ru}>be toefenttid) biefetBe ÖeBenSfbetfe führen. &t Betoo^nen bte mitt* 
leren §ö^en ber ®eBirge, $ier unb ba in ettoaS niebere ©ürtet ^erabfteigenb , toasten fiefy 
ju ifyrem Aufenthaltsorte mit Vorliebe Bemalbete , tpafferret^e getSfdtfucBten ober auSge* 
behüte @teht$atben mit mächtigen platten in ber TOfye bon ®etoäffem unb erinnern in ifyrem 
(ftefamtauftreten eBenfo an bie getSfcBmä^er tpie an bie $itta8, toelcfye ebenfalls auf ä^ttlicfyen 
Drtltcfyf eitert gefunben toerbett. Ser es ftd) nid)t berbrießen täfft, in einem paffenben 
$erftecfe geraume gtxt p berl)arren, tbirb ba, too er ben laut pfeifenben ©efetog ber* 
nommen r)at, fcfytoertici) lange auf eine *ßf eifbreff et p tbarten t)aBen. ©er im allgemeinen fd)eue 
$oget, melier, einmal miStrauifd) geworben, (Stunben lang in §öt)ten unter ober p>if$en 
®eftein fiefy prüc%iet)t, erfct>int fcfytiepd; borfiepg toiber, fliegt unter lautem frei* 
fcfyenbem ©ef^rei einem Benad)Barten gelfen p, rennt met)r, als er t)üpft, auf bem (Seftein 
umt)er, Beugt feinen 8eiB nieber Bio auf bie fttytoorjen güge, baBei feinen ©c^toans Balb 
fächerartig auSBreitenb , Balb tbiberum pfammenfaltenb unb gleichzeitig tbfypenb fdjmttetnb* 
dxUiät er ben 23eoBad)ter, fo entfernt er fiel) fct}teuntgft, um an einer anberen ©teile beS 
£ateS ober auf einem Benachbarten £mget baSfetBe ©{riet toie früher p tret'Ben. £)er ®efang 
Befteljt aus bier ober fünf tounberboll ftaren, pfeifenben ^oten, ioelc^e fo fet)r an baS pfeifen 
eines 9ftanneS ober IfrtaBen erinnern , bafS man Beibe beribed)feln famt. $erfd)ibene ®erB^ 
tiere, SRegentbürmer, ©dmeefen unb eBenfo f leine $reBfe, bereu ÜBerrefte 3 er bon oft in 
bem Sttagen ber bon it)m erlegten fanb, Bilbeu bie 9^a^rung ber an^enben SBiJgcL (Sin 
9^eft f toetd)e3 3er bon aus einer getSnifcfye entnahm, toar grog unb aus Sudeln unb 
9J^oS erbaut, $tbifd)en Beiben ^au^tBeftanbteilen auc^ mit (Srbe gebietet. S3ie brei @ier r ttetcfye 
eS enthielt, geigten auf BtafSlacfrötticfyem ©runbe üeine Bräunliche gleclen. £)erfetBe ^atur* 
forfc^er r)telt eine ^feifbroffel mehrere Socken lang im Käfige, ernährte fie mü^loS mit 
9?egenibürmern unb ©c^neefen unb ^atte baß Vergnügen, (eben borgen bor ©onnenauf* 
gang ben toollautenben ®efang ju berne^men. 9^ac^ feiner Meinung jaulen alle Wirten ju 
ben anSge^eic^netften unb teilna^mtberteften täfigbögeln beS an trefflichen ©ängern fo reichen 
3nbien. ©leid^tool fi^t man fie fefyr feiten in ® efangenfd;af t , unb ioa^rfd)cinlic^ ift nod; 
leine einige 51rt bon allen leBenb nac^ (Europa geBrac^t toorben, 

3)ie erfte ^ru^^c ber länger im U)iffenfc^aftlic^ giltigen ©inne beS SorteS fenn^eic^nen 
ber fegelig pfriemenf i3rmige , an ber Surfet eBenfo ^o^e als Breite, an ber <&ptyt ettoaS 
üBergeBogene , bor i^r feiert auSgelerBte ©cfynaBet, bie ftarfen oer^ältniSmä^ig furzen ober 
^öc^ftenS mittellosen güge, ber §iemlid) lange, ettoaS gerurtbete glügel, unter beffen 
©dringen bie britte bie üBrigen an ?änge übertrifft, ber mittel* ober ^iemlic^ lange ©c^toanj 
unb baS lodere ©efteber, toelcfyeS Bei Beiben (S>efcblec^tern Balb me^r ober minber üBerein* 
ftimmt, Balb einigermaßen ficr) unterfc^eibet. 






138 ©änger. 

778. $te <&$ttf!itx$taämüdt, fpamfdje ®ra§mücte, ©panier u. f. to. Sylvia (Curruca, Nisoria, Ado- 
phoneus, Philacantha) nisoria, Bechst., (undata). —21.53.: 9? entmann, Sßog. 2)eutfdjt. II, 430.— 
Slnfefynltd) größer at§ bie ®artengra§müct e ; Oberfeite otioenbraungrau, Oberlopf ettoaS buntler, SSür^eTC 
nnb obere ©cfytoanäbecfen mit fcfymalen toeißlieben, innen fcfymat fätoäxffify geranbeten (Snbfäumen, ©tirn 
nnb Stugenbrauenfebern mit anwerft fdjmaten toeißlieben ©pi£en, Bügel gran , Unterfeite toeiß, Äopf =, §at3= 
nnb übrige Körper feiten , $inn = nnb Äeljtfebent mit fäfymalett bunlten ©nbfäumen; nntere ©cfjtoan^ nnb 
untere ^tügetbeefen mit bunlten Äeilflecfen; ©dringen nnb ©teuerfebern bunletbraun, außen fcbmal fat>t= 
toeiß, innen breiter toeißtid) geranbet, Slrmfcfytoingen nnb beren 2)etffebern fotote größte obere ^tügetbecten 
tt>et^tidf> gefanmt, äußere brei ©cfytoanäfebera innen mit breitem »eifern (Snbe. $ri§ cttrongelb, ©djnabel 
fyornbraun, Unterfcfynabet fyorngelb, $üße ticfytgelb. — Seibcfyen ebenfo, nur matter gefärbt, Slugenftent 
tute beim jungen 5$oget fahlbraun. 

SDiefe nur Ijter uub ba in größerer ^äufigteit auftretenbe ®ra§mücte betoofmt ©üb * unb Mitteleuropa, 
naefy Sorben f^ttt bi§ in ba§ fübtidje ©cfytoeben ftdj oerbreitenb , ebenfo Seftafien , im Sinter in 9?orbafrita 
bi§ ^ubien unb ©ennar oorbringenb , fefylt in Qmgtanb, tourbe bagegen fd^ott in 9?orbdnna beobachtet. 

779. $>et SHeijterf ctttger , S. (Curr., Philomela) orphea, Temm., (grisea, Helena, Jerdoni, ca- 
nieeps). — 35ergt.: Semminct, Man. d'Orn. I, 198. — (SttoaS Keiner crt§ bie ©perbergraSmücfe ; 
Oberfeite graubraun, ©djtoingen bunletbraun mit fcfymaten f afpraunen Stußenfäumen , Obertopf, $üget 
unb Ofyrgegenb mattfc^toar§ , SBacten unb Unterteile toeiß, ©eiten, untere ^tilget* unb ©ebtoansbeefen tfa= 
bettrötlicfy , toeld)e Färbung ettoa§ jarter audb, auf $ebje unb topf ftcfy jetgt , £>anbranb toeiß ; ©teuer= 
febem braunfebtoarj , bie äußerften jeberfeitS außen unb innen am (Snbe* toeiß, bie jtoette unb britte 
jeberfeit§ mit fcfymalent toeißem @nbe. $ri3 bunletbraun, ©djnabel Jjornfdjtoarj, $üße bunletbraun. — 
Seibdjen ebenfo, jeboc^ nur auf bem 35orbertopfe unb am QvLQd fcfytoärälicfy. 

35on ©übeuropa unb Seftafrita, feinem eigentlichen Sotntgebiete , bringt ber äfteifterf änger nörblid) 
bi§ in bie füblicfye ©djtoeiä unb bi§ $ftrien oor, erfdtjeint at£> feltener $rrling in Belgien unb al§ Sinter= 
gaft in ©übinbien unb äftittetafrita. 

780. $ie 9Jtötttf)3gra3mü(Je, äftöneb, pattmönef), ©c^toar^plättc^en, ©cfytoarstappe , 3ttofycen= unb 
9ftau§lopf, Äarbinätcfyen, Koftertoen^et u. f. to., S. (Motacilla, Curr., Monachus, Phil., Epilais) atri- 
capilla, L., (ruficapilla, rubricapilla , Naumanni). — 35ergl.: Naumann, 35. 3). II, 49. — 9fterttidj 
Heiner afö ber SJKeifterfänger , Oberfeite otioenerbbraun , Ober = unb ^interlopf fd^marj, Bügel, 35acten unb 
§al3f eiten grau, topf beßer, ^{ n n unb übrige Unterteile toeiß, ©eiten fatpräuntictj ; ©c^toingen bunlet^ 
braun, außen fcfymat oliüenerbbrautt gefäumt; ©teuerfebern oüoenbraun, äußerfte febmat fa^t gefäumt. 
^ri§ bunletbraun, ©c^nabel ^ornf cfytoarj , ^üße bunletbraun. — SBetbdjen: Dberlopf roftbraun, bie 
Oberfeite unb bie 5tußenfäume bev ©c^toingen me^r in§ ^Rofterbbraune fc^einenb, ©eiten roftgetbbräunftcfy, 
breite Äeitftecle auf ben unteren ©ctjtoan^becten ebenfo, übrigen^ tote ba§ 9}lännc^en. 

Seit oerbreitet, lommt bie 9ftöncfy3gra§müde niebt nur in ganj Europa bi§ Sapplanb hinauf, im toeft= 
liefen Slfien bi§ %um ^aulafu§ unb auf ben lanarifetjen ^nfetn ober auf 9Kabeira afö SSrut^ be^ie^enttic^ 
atö ©tanbüoget oor , fonbern ge^t anc^ im Sinter bi§ ^um ©ambia unb im Often Stfri!a§ bi§ ttac^ 5tbe§= 
finien ^inab, toofelbft fie noefy bi§ §u 3000 ™- über bem Mere gefunben toirb. 

781. 2>ie(S^letergrttömÜ(fe, S. (Curr.) Heinekeni, Jardine. — %. 35.: ^arbtne, 111. Orn. II, 

94. — ©rtfße ber ^önc^§gra§mücle; Äopf, 9?acfen, Ätmt, Äe^te unb ^ropf fct)toarj, Oberfette büfter 
otioenbraun, Unterfeite geller; ©cb,toingen unb ©teuerfebern bunletbraun, erftere außen büfter otiöengrün 
gefäumt. $ri3 braun, ©ctjnabet fäxo'&ttfxfy, ^üße bteigrau. — Seibc^en unb ef ^rieben. 
3)te in unferen 3Rufeen noeb äußerft fettene 2trt fc^eint auf äftabeira befcbränlt ju fein. 

782. $ie ^arteitgra^müde , Seißle^te, 2)ornreicb u. f. to. S. (Mot., Curr., Epil.) hortensis, 
Oml., (aedonia). — 2t. 35.: Naumann, 35. 2), II, ©. 478. — ®röße ber äRöncb§gra§müc!e ; Oberfeite 
fc^mut^tg olioengraubraun, 2tugenlrei§ toeiß, Obrgegenb unb ©eiten ber Unterteile fafytbräuntict), Ä'ropf 
ebenfo aber fdjtoäcber, Unterfeite toeiß, untere ^Utgetbeden roftgetbtict) ; @cb,toingen unb ©teuerfebern olioen= 
braun, außen fc^mat fa^t, erftere innen breiter fatrttoeißttct) gefäumt. $ri§ bunletbraun, ©d^nabet unb 
^üße fyornbraun. — Seibct)en nic^t oerfc^iben. 

$n Mitteleuropa bi§ 9^orbfc^toeben unb jum toeißen ä^ere, auf beut Sinter^ttge in ©übeuropa, Seft^ 
afiett unb 3lfrila, fübtic^ bi§ ^ur (Mbtüfte unb im 2)amaratanbe beobachtet. 

783. $te f (a^tJergra^mütfe, Baungra^mücfe, 9Merd)en, Seißbärtet u. f. to., S. (M., Curr.) g-ar- 
rula, Briss., (sylvia). — St. 35.: Naumann, 35.®. II, ©. 451. — Stnfefmftd) Heiner at§ bie ©arten= 
gra§müde; Oberfette grautiefy erbbraun, Oberlopf unb 35ür^et meb^r afebgrau, 3^9^ unb OJjrgegenb grau= 
fc^itoär5ti4 Unterteile toeiß, ^üclen unb untere ^tügelbecf en ifabetlröttid) angeflogen, topf ebenfo überquellt ; 



©raSmüden. 139 

©cbwingen unb ©teuerfebern oliüenbraun, außen fcfymat f abibraun, erftere aueb innen wei$ß# gefäumt; 
äußerfte ©cfywangfebern außen unb in ber ©nbfyälfte innen meißgrau getrübt. 3frl8 bunfetbraun, @dt)nabet 
unb Pße f)omfd)Wärglid). — Sßeibdfyen gleid) gefärbt. 

25ie 2lrt oerbreitet ftd) über baS gange gemäßigte Europa unb Elften, nörblidj bis Sapplanb unb 9?ürb= 
rufSlanb, füblid) bis ^orbitaiten, öftlidj bis Stytta reid&enb, unb erfdjeint im hinter in ©übeuropa, ©üb= 
inbien unb ^orbafrifa, bis auf bie ^ufeln beS 9toten äftereS unb Sibeffinien oorbringenb. 

784. $te SütttöraStttätfe, 2)ornf$ma£, £agfdppfer, 2Mb* unb «tf änger , tududSammer u. 
f. to., S. (Mot., Curr.) cinerea, Briss., (sylvia, fruticeti, cineraria). — % 33.: Naumann, 93. 3). 
II, ©. 464. — ©twaS Heiner als bie ©artengraSmüde ; Oberfeite rötlidjerbbraun, Oberfopf, £>interffalS 
unb O^rgegenb braungrau, Bügel, ©djläfenftrid) unb §>alSfetten beutlic^er grau, Äum, fie^e unb SBaden 
weiß, übrige Unterteile gart fCeifc^röttidö , ©eiten unb untere pügelbeden roftbräunlic^; ©Zwingen ottoen* 
braun, außen fdnnal roftfalil gefäumt, 2trmf Zwingen unb bereu 2)edfebern breit roftbraitn gefäumt; ©teuer- 
febern bunfelbraun, äußerfte $eber außen weiß, innen in ber (Snbplfte weißgrau getrübt, zweite mit 
weißen (Snbfäumen. SriS braun, ©dfaabel bräunlich, Unterfdjnabel ^orngelblicb. — SBeibd&en unterfeits 
weiß, if abett öerwafc^en, Oberfopf unb gtote$afö roftfafyt, bie roftbraunen Slußenfäume ber Slrmf Zwingen 
fdfymäler unb blaffer als beim äftänndjen. 

25te 2)orngraSmüde bewohnt gang Europa unb bringt unter allen SSerwanbten mit am weiteften nad) 
Sorben (weißes 2Ker) öor, ftttbet ftcj öftlid) nodi am ^aSpifc^en äßere, außerbem in Sßeftafien unb gieljt 
füblidj bi§ nad) Slbeffinien unb auf bie $anaren. 

785. $te ©nttettöra^tttütfe, S. (Curr., Stoparola) conspicillata, Della Marmora. — SSergl.: 
2)eglanb unb ©erbe, Omith. europ. I, ©. 484. — @twaS größer als baS Mtterd&eti ; Ober- unb 
§interlotof nebft Ot>rgegenb afc%rau, Bügel bis fyinterS 5luge, biefeS fd>mat umfäumenb, fdjwarg, ^aden 
unb Oberfeite roftrötlicfr, bürget unb obere ©djwangbeden me^r rötlicfygrau, $inn, fiedle unb untere 
©cfywangbeden weiß, übrige Unterfeite unb untere fpgelbeden gart ffeifc^rötlicfy SBaucbmitte beller; ©Zwingen 
buuMbraun, §anbfd)wingen fa^t roftfa^l gefäumt, 2lrmfd)Wingen unb bereu 2)edfebern an ber gangen 3lußen- 
fa^ne lebhaft gimmetroftrot; ©djwangfebem braunfcfywarg, bie äußerften mit SluSna^me ber Surgel weiß, 
bie' beiben folgenben nur am ©übe fo. $riS bunfelbraun, Slugenrtng rot, ©c^nabel ^ornfcbwärgli4 Sßurgel- 
teil beS UnterfcfynabelS ^orngelb, Pße getblicb. — Seibd^en: Obertopf unb Oberfeite roftrötlidigrau, äuget 
grantig, Unterfeite roftröttidj , 3lrmfd)Wingen unb bereu ieden mit fd^malen roftbräunlicfyen Slußenränbem 

®iefe Strt würbe im füblicbften (Suropa öon Portugal bi§ ®ried)entanb , im wcpd>en Slfien unb auf 
ben Äapüerbtfdjen ^nfe&t beobachtet; in Portugal, ©toanien, ©übfranlreic^ unb ©übitalien ift fie Srutüoget 

786. £ie (Stelsettgra^ntücfe, S. (Curr., Corytholaea) Rueppellii, Temm., (capistrata, melau- 
diros). — Sergt: S)egranb unb (gerbe, Omith. europ. I, @. 488. — ©röße ber 2)orngra§müde; 
Oberlopf , Bügel, O^rgegeub, Ätnn unb Äe&te fc^warj, oon einem breiten weißen äftuubwinfelftreifen burc^- 
gogen, Oberfeite büfter afd)grau, Unterteile gart fteifc^rötlid) , (Seiten unb untere ^lügelbeden grau; 
©Zwingen fd^warg, außen wie bie oberen S)edfebexn fd)mal roftgrait, innen weißlich gefäumt; ©teuerfebern 
fc^warg, äußerfte unb ein breites (Snbe ber gweiten unb britten innen weiß. ^ri§ hellbraun, ©djnabel 
^ornfe^warg, Unterfc^nabel an ber Surgel get&fafyC, ^üße ^orngelb. — SBeibc^en oberfeitS etwas bXaffer, 
im übrigen mit bem ÜXftänndjen gleid^gefärbt. 

SSiS je^t §at man bie ©tetgengraSmüde nur in Meinafien, ©örien, ^ßaläftina unb ©gtjpten, feltener 
auf ^anbia als S5rutoogeI unb auf bem Söinterguge in 3lfrila^biS gum 16. (grabe nörbticfyer breite beobachtet. 

787. 2)ie 9&axU ober Hötelgta^miitfe, SBeißbärtd^en, S. (Curr., Erythroleuca) suoalpina, Bo- 
nelli, (passerina, leueopogon, Bonellii, mystacea). — SSergt: 2)eglanb unb ©erbe, Orn. eur I, 
©. 482. — 3KerJIid& Keiner unb gierlic^er als baS 9^üUerd^en; Oberfeite bunletgrau, bräunlich oerwafc^en, 
Ofyrgegenb unb ^alSfeiten beut(icr)er grau , Bügel fd)Wärgli%rau , S5artftreifen weiß , Unterteile gimmet- 
roftrot, SSaucbmitte, Slftergegenb unb untere ©d^wangbeden weiß, untere ^lügelbeden ifabettrotlic^; 
©djwingeu bunfelbraun mit oerwafebenen roftbräuultc^en Slußenfäumen, welche an ben unteren Slrm- 
febwingen unb bereu S)eden breiter werben; ©cbwang fd^wärglid^braun, äußerfte ^eber außen unb innen 
in ber (Snbplfte weiß, bräunlich getrübt. $xi% rötlidigelb, Slugenring blafSgiegelrot, ©c^nabel matt ^orn- 
fdiwarg, SBurgel beS Unterfc^nabelS rötlich ^ornfarben, pße rötlidigrau. — Seibd^en: Oberfeite matter 
als beim 9ttäund)en, ber weiße Sartftreifen unbeutlicb, bie Unterfeite rofigimmetrötlid). 

SSewoljnt ©übeuropa unb 9^orbafri!a, oerbreitet ftd^ öftlid) bis in bie tranSraufafifd^en ©ebiete Seft- 
afienS , füblid) bis 9^orbarabien unb get)t auf bem B^ge bis torbofan unb im SBeften bis gum ©ambia- 
ftuffe unb auf bie $apüerben. 

788. <Za§ SrtttttttCtfö|Jf^ett, S. (Mot., Curr., Pyrophthalma, Melizophilus) melanocephala, 
G-ml., (ruscicola, ochrogenion, luctuosa, momus, nigricapillus, Bowmani). — SSergl.: SDeglanb unb 



140 @ottger. 

©erbe, Ornith. europ. I, @. 487. — kleiner aber geftredter at§ ba§ Sftütterdjen: Oberfopf, 3üget nnb Ofyr= 
gegenb fc&toarj, übrige Oberfette büfter f djiefergrau ; Warfen, Ahm, Äebte nnb üftttte ber Unterfeite weiß, 
Sruftfetten nnb untere ^tügetbeden biiftergrau, £>aumenranb weiß; Scbtmngen braunfd)tt>arä, außen büfter 
fdnef ergrau gefäumt; @djti>anjfebern fd)tt>ars, bie brei äußeren am (Snbe weiß, Sütßenfafine ber äußerften 
Gebern bi3 über bie Surjefljälfte ebenfo. $ri§ braungelb, Stugenring ziegelrot, Sdjnabet fjornbtau, grüße 
grau in§ ffiftVtfyt. — SSeibcben: Oberfeite nnb fraget erbbraun, Äopf graufd)U)är^i(t) f Seiten nnb untere 
Sdjtoangbecfen fahlbraun. 

SBetootmt ba§ füblicbfte (Suropa, «Spanien, Statten, ©riedientanb , Sßeftaften nnb ^orbtoeftafrifa, int 
SBinter fübftd) bi§ Dfubien nnb Stben oorbringenb. 

789. ®ie (SttrDengra^mÜtfe, S. (Curr., Pyrophth., Melizoph., Dumeticola) sarda, Bella Mar- 

mora. — SBergt.: 3) e glaub unb ©erbe, Ornith. europ. I, 492. — ©röße be§ 9ftütterd)en; Oberfeite 
bmtfef graubraun, Stirn unb $üget bunfetgrau, Äopf* unb £at§feiten fowie Seljte fd)mu£ig afdjgrau, Sinn 
rt»eißltct), übrige Unterteile roftifabeübräunlicf} , 23auajmitte if ab elfoeißüd) , untere §tügel= unb Sd^toangbecfen 
bunfelgrau, teurere ntit weißlichem (Snte; Schwingen unb Sdjmanäfebern bunfelbraun mit febmaten roft= 
bräunlicben Stußenfäumen, wetebe am @nbe ber Strmbeden beutücfyer »erben unb fjier eine Slrt t>on Cuer= 
binbe bitben; änßerfte eebroan^feber außen febr fd)mat roftmeißlid) gefäumt. $ri§ braun, Stugenring rot 
Scbnabef bornfebmär^tieb , Sur^elbälfte be§ Unterfcbnabefö r)orngetbXicr) , güße brätutfidj. — Seibdjen: 
Oberfeite fetter at§ beim SDränndjen, Unterfeite blaf§ roftfar)t. 

2)a§ Verbreitungsgebiet ber SarbengraSmüde febeint ein fet)r befcbränrteS ju fein ; man !ennt fie bis 
jefct au§ bem Süben Portugals, oon ben Salearen, Äorfifa, Sarbinien, Sicitien unb äftalta, will fie 
audj iu ©riedjenlanb beobad)tet f)aben unb ljat fie auf bem SSinterguge in Stfrifa bi3 §um 16. ©rabe nörb= 
lieber ^Breite gefunben. 

790. £>ie (SdjtÜtJfgra^mÜcfc , S. (Mot., Curr., Meliz., Thamnodus) prorincialis , Gml. (dart- 
fordiensis, ferrugmea, undata). — Vergl.: SDegtanb unb ©erbe, Orn. europ. I, @. 490. — Steiner 
aber geftredter unb langfd)wängiger atö ba§ SMÜercben; Oberfeite, Sopf= unb §at§feiten büfter fd)iefergrau 
23ruft = unb 23aud)feiten fowie untere gtügetbeden etraaS beller, Unterteile bunfel faftanienrotbraun, Sinn 
unb Äebtfebern mit garten, weißen Spieen, ^audjmitte unb Stftergegenb weiß, untere Sc^toan^beden grau- 
braun mit üerwafd)enen weißlieben Spieen; Segnungen bunletbraun, außen fdjmaf roftbräuntidj gefäumt; 
Stfnoanäfebem braunfdjwarj, febr fd)mat grau gefäumt, bie üier äußeren mit weißem Cmbe, bie äußerfte 
and) im ©nbbrtttel ber 2(ußenfa^ne weiß. 3>rt§ bell rotbraun, Stugenring giegetrot, Schnabel fdiwarg, 
Unterfdmabef an ber Surfet rötUcb, ^üße röttic^ergrau. 

©el)i5rt ebenfaES bem Süben (Suropa§, 9corbafrifa unb Äleinafien an, Übt jebod) auc^ in ©nglanb 
unb ber 9£ormanbie. 

Unter uttferen ©ättgern nehmen bie ®ra^müc!en einen ^o^en 9t*ang ein. ©tc finb 
^ebermannö ÖteMinge nnb i)erbtenen bie 3itnetgung ; toejdje ber tenner nnb Steb^aBer ime 
ber öate t^nen entgegenbringt, im f)öcf)ften DJ^aße. ^ÖetDeglid; nnb munter, Be^enb nnb anmntig, 
getoanbt nnb ikxlxä) in jeber ^Betcegung, fing nnb ptraultcfy, too fie e3 fein bürfen, auf^ 
merffam nnb fcorficfyttg, mo fie eö fein muffen, tyocfybegaBt in leiblicher toie in getfttger iße^ 
jte^nng, metft ebenfo treffliche alö nnermübltc^e (Sänger, stehen fie felbft bie 5Ic^)tfamfett 
be3 nücf)temften s DZenfc^en auf ftc^. (Sie finb e£, toelc^e toir al3 bie eigentlichen Bürgen 
beö grüfylingS ju betrauten ^aben, n)eil fie erft bann bei nnö erflehten, toenn bie ^ßüfd^e 
fc^on fo n)eit grün gemorben, bafö fie i^nen genügenbe ^)ecfung bieten; fie finb e3 aber 
auc^, bereu frif c^e Siebet uns ^unbe geben, baf3 nunmehr bie flang * unb freublof e 3a^reö= 
§ett vorüber, ^nen begegnet man überall; benn fie fyabtn fieft fo redjit eigentlich in bie 
oon i^nen bewohnte (5rbe geteilt unb treten aller £)rten auf, wo eine i^rem 3Befen ent^ 
fprecfyenbe ^flan^entoelt i^nen bie 9)^öglic^feit ^um Seben bietet ^)ie einen galten ftc^> im 
Saub* unb Dlabeltoalbe auf, biefe im @eftrü^|) unb §ecfen, jene in ber l)ocf)ftömmigen 
§eibe ober felbft §n)i|c^en Rosmarin = unb Diftelbüfd)en, einzelne in ©arten, unmittelbar 
an ben äßolmungen, anbere me^r an abgelegenen Orten. So betoo^nt bie @))erber^ 
graömücle überall, too fie oorfommt, nur Öaubtoalbungen ber (Sbene, am liebften bie tief* 
liegenben Slutoalb'ungen in ber y 0täf)e oon glüffen, Strom* unb Seeinfeln unb ä^nlid)e 
.Crtltd)!eiten, meibet bagegen troefene gelb^bl^er. (Sieben, ißirfen, Sl^en, Ulmen, §artriegel 



QbxaämMm. 141 

unb Jaulbaum, mit £)omen unb anberem niebrtgem Sftifcfytoerf untermifcfyt, bürfen aU ifyre 
eigentlichen Sofyn* unb Aufenthaltsorte be^etc^net toerben, uub fie oerfcfytoinbet aus folgen 
Satbungen, toenn biefetben ein anbereS ©epräge erlangen, atfo beifpietStoeife älter toerben 
unb xi)X 53ufc^^ots oertieren. £)en Reiftet fang er bagegeu beobachteten mir in (Spanien 
faft auSfcfyüeßticfy in grucbtbaumpflanpngen , am liebften ba, too Johannisbrot , geigen unb 
Ölbäume pfammenftefyen unb einzelne Seeftranbfifern ober Linien in ber Tiäfc ficfy 
finben. 3m ^iebertoalbe tyaben toir i^n nie gefe^en; benn abtoeicfyenb oon anberen feiner 
Sßertoanbten beoorpgt er työtyere Söäume unb treibt ficfy faft auSfcfytießticfy in bereu fronen 
untrer. Aud? er fcfyeint bie Ebene mefyr als baS (Gebirge p lieben, obgleich er fyier in 
getoiffen §öfyen nocfy ficfy finbet. Unfer 3ftöncfy, ein AtlertoettSooget, ähnelt i^m ammeiften; 
bemt.aud) er macfyt jtDtfc^en ^ftabet* unb Laubbäumen feinen Unterfcfyieb unb tritt ebenfalls 
in ber Ebene häufiger als im (Gebirge auf. £)ort finbet man ifm in Salbungen mit bicfytcm 
Unter^e, meiern niebrigem ©ebüfd) ober an toalbbefrän^ten gtufSufern, gar nicfyt feiten aber 
aucfy in ber s Jlä^e menfd)tid)er 23elj>aufungen , in Dbftgärten u. bgt.; im (Gebirge unb im 
^cabettoatbe fucfyt er gemifd)te 23eftänbe auf unb fliegt bann gar nicfyt feiten oon feinen be* 
liebten Laubbäumen auf bie Sipfet oon ^abelbäumen , toelcfye er im allgemeinen fonft 
meibet. £)tcfyte fronen mittelloser Laubbäume muffen als fein eigentliches Sotyngebtet be* 
trachtet toerben, toärenb bie ©artengraSmüde, meiere im großen unb ganzen mit ü)m 
bie Aufenthaltsorte teilt, fidj> lieber* an bicfyte ©ebüfcfye ber ^tefe tyält. Laubfyotstoätber mit 
oielem Unter^ols an Söergge^ängen ober in £ätew , flehte getbgefyötse , engüfcfye (Härten unb 
Dbftbaumpflanpngen bei unb in Dörfern ober Stäten bieten ü)r bie beliebteften Solm* 
fx^e, pmal toenn biegte §ecfen £toifd)en bem anberen ©ebüfd? ftd) finben ober jene ©arten 
umfäumen. $u uiebereS 23ufd$ot§ betoo^nt fie m^t, einige ^öfyere 2Säume, toelcbe über- 
Ij>aupt alle ©raSmüden lieben, mufS fie ^aben, unb toäre eS nur, um oon i^nen ^erab 
ifyr Lieb oorptragen. In bie f übeuropäifd)en Arten, toelcfye als bie Sänger beS eigentlichen 
^öuf^ol^eS hqtxfyntt toerben muffen, erinnert bie ^tappergraSmüde. Aucfy fie ift ein 
Salbooget im eigentlichen Sinne beS SorteS uub fefytt ba, too baS £)icficfyt beS Laub* 
toatbeS mit dornen unb einzelnen leeren Räumen untermifcfyt ift, ficfyertid) nicfyt, fommt aber 
noefy häufiger unb regelmäßiger in ©arten unb©ebüfd)ennal?e bei ben Soljmungen oor, fibelt fyier 
gern in lebenben 3äunen fiefy an unb toäfytt irgenb eine bicfyte Stac^elbertyede pm SDftttelpunfte U)reS 
©ebieteS. 3n gebirgigen ©egenben betooljmt fie außer ben ©arten bie toatbigen SBorberge unb 
£äter ober junge ^abetljiolsbidicfyte, falls ba^toifcfyen ein ober ber anbere Laubbufcfy fiefy finbet. 
^ur ^öc^ft feiten läfft fie fiefy einmal auf einem mitteilen 53äumc^en betreffen ; in ber 9?eget 
genügt i^r ber Mebertoatb oollftänbig. S)ie ©ornengraSmücfe oerbtent itj>ren tarnen 
mit oollem 9cec^te; benn ba too fie fic^ aufhält, barf es an bornigem ©ebüfcfy ber oer^ 
fc^ibenften Art nicfyt fehlen. Sc^toar^ unb Seißborn, §)im= unb iöromberengebüfe^e, 
namentlich toenn biefelben ein größeres ©ebiet bebeden, getoären i^r alles, toaS fie ym 
Leben b^ebarf, unb "fie betoo^nt fold;e ©ebüfe^e felbft bann, toenn eS außerbem an 3)ec!ung 
fe^lt, beifm'elstoeife nur tyotyeS ©raS ^toifc^en ben einzelnen ^ornen^eefen fic^ finbet. £)b 
im übrigen ber Salb aus Laub* ober s Jlabel^ö^ern befte^e, ift ü)r gleic^giltig. Dörfern 
unb menf cfylicben S3e^aufungen überhaupt nähert fie fiefy feiten, liebt oielme^r einfamere 
©egenben, o^ne ieboc^ i?or bem SOtafcfyen felbft abfonberlic^e Sc^eu ju geigen, ©ie i^r 
}o nac^ oertoanbte 53rillengraSmüc!e teilt mit i^r bie Liebhaberei für Ü)orugeftrü^ 
aller Art, begnügt fiefy in Ermangelung beSfelben aber auefy mit ©ifteln unb Rosmarin, toie 
fie überhaupt, entfprec^enb i^rer ©röße, noc^ nä^er am ^Boben lebt als bie 33ertoanbte. S)a 
im ©üben Europas beibe Arten Ijier unb ba pfammen oorfommen, fann man biefen Unter* 
fc^ib fe^r tool beobaebten unb bemerfeh, bafS bie ©orngraSmücfe auf einem unb bemfelbeu 
©ebiete bie l;ö^eren, bie 33ri((engraSmücfe Die nieberen ©ebüfd;e fid; auSgetoä^lt ^at. Über 



142 hänget 

bie ©teljengraSmüde vermag tdj aus eigener Slnfcfyauung wenig p fagen, b.a idj> t$r 
nur wenige 3Mc an ben egfyptifcfyen ©tranbfeen begegnete. §ier war eS baS ©alicarien* 
gebüfcfy, in welchem baS prächtige 23ögeld>en fic^> untertrieb; wärenb ber Brutzeit bagegen 
lebt fie, foweit bie bis jefet oorliegenben Berichte nrteilen taffen, etwa nad> SIrt nnferer 
£)omgraSmüde. £)aS ©ammetföpfcfyen, wenn man will eine oerebette $lapfcergraS= 
müde, bertritt biefe int ©üben Europas ziemlich oollftänbig. Sie unferem Mütterchen be= 
gegnet man il)m zwar tyter unb ba im nieberen ^3u[d;tüalbe r weit häufiger aber bod) in 
Weinbergen, Obftbanmpflanjnngen nnb 3ietgätten, namentlich wenn längs ber Mauetn 
biegte Btomber* nnb anbere ©omenfyeden wad^fen, .meiere u)m bei ®efa§t einen fixeren 
^ücfpg unb bem Sftefte einen nngefä^rbeten ©taub gebären, £)ie §ecten ber ®aftuSfeige, 
oft auf große ©tteden unbutcfybtingtid^e £)idid?te bitbenb, gefallen t$m fetyr, am meiften 
bann, wenn 5Wt)%n biefem ftad)elreicfyen Walle nodj) §ier nnb ba ein Brombergebüfcfy fic^> 
finbet. £)te ©arbengraSmüde fcfyeint baS ©ammetföpfd)en lj>ier nnb ba in erfe^en, be* 
oorpgt aber ®egenben, anf benen ber Boben mit (Hften nnb tyo^et §)eibe bef leibet ift, nnb 
treibt fid) fyier im nieberen Bufd)bididj>te naefy Slrt ber oerwanbten ©cfytüpfgraSmüde 
untrer. Öefetere ^ält fid; na$ nnferen Beobad;tungen faft auSfcfytießücfy in nieberen ®ifer* 
bidicfyten auf, welche mit ber grauen §eibe, ber ftacfyeligen Bufd)eicl)e unb einer ober ber anberen 
Slfyenrofenart alle Slbtyänge ber Gebirge SftorbfpanienS bebeden, ober aber fucfyt bie mit 
bürftigem ®emft laum begrünten (Sinöben nnb im Sinter felbft bie mit fteppenattigem 
®tafe überwucherten nnb oetwitbetten Sldetftüde auf, $ter rne^r naefy 2trt nnferer Btaun* 
eile als nad) (Stewol^eit ber übrigen ©taSmüden ftcfy betragend /Die SRötetgraSmüde 
enbticfy ift baS tinb beS nieberen Bufdj>walbeS unb ber baumartigen §eibe, welche im ©üben 
Europas auf großen gtädjen biegte Beftänbe bilbet unb nur burefy wenige anbere ®ebüfd)e untere 
brocken Wirb. £)a wo biefe §eibe auftritt, fefylt baS liebliche SSögelc^en geWifS nid)t, unb 
beSfjalb fittbet eS fid) bereits in 3ftrien faft ebenfo häufig wie im tieferen ©üben. §ier 
unb ba flößen u)xt Wofjnftfee mit benen beS ©ammetlöpfcfyenS unb ebenfo mit benen ber 
©d)tü>fgraSmüde pferotmen; boefy fyätt ficfy.mufy bann jebe einzelne %xt an ü)re beoot* 
fugten ^ftanjen. 

üMt SluSnatjme ber ©dppfgraSmüde , welche, nadj) nnferen Beobachtungen wenigftenS, 
in ©panien wintert unb nad) ben mir geworbenen Mitteilungen aud; bie (StfnftetJjjeden @ng= 
tanbs unb ber Dlormanbie nict)t oerlaffen foll, mit SluSnatyme' wol aud; ber auf Mabeira 
befdjränften ©cfyleiergraSmüde, ^ä^len felbft bie füblic^en Sitten p ben ^ug^ögeln, bie ©atben* 
nnb iBrillengraSmüde minbeftenö -ju ben SBanbetoögeln. 3Son nnferen notbifc^en Sitten et* 
fcfyeint !anm eine oot Anfang beS Sl^til, meift erft in ber ^weiten §äTfte ober gegen (£nbe 
biefeS Monats. £>ie f üblichen Slrten, mit SluSna^me be£ aJ?eifterfängerS , treffen tttva$ 
früher ein, galten aber boc^ an ber allen ®ra3müden gemeinfamen ^ewo^n^eit feft, oor 
i^rem ©insuge in ber §eimat ben Eintritt beS grüpngS abzuwarten. 3m ©üben finbet 
man fcfyon im Sl^ril biefe ober jene Slrt mit ^leftban nnb Brut befd)äftigt; bei uns ju 
öanbe fällt bie gorttoflanpngS^eit in ben Wla\ f nnb ba nun bie Käufer bereits @nbe 3uli3 
einzutreten pflegt, bleibt Wenig gett für baS Brutgefc^cift übrig. £)er §erbftzug beginnt 
fc^on im @nbe beS Sluguft, wärt' aber Diel länger als ber grül;lingSzug, l;auptfäd;licfy wol aus 
bem ©rnnbe, weil bie im ©pätfommer gereiften Bereu oerfc^ibenfter 5lrt, ÖieblingSf^eife 
f amtlicher ®raSmüden, überall zum Verweilen loden nnb fomit bie D^etfe berjögern, ©o 
traf id) nnferen Wönd) unb baS ©ammetfityfcfyen, oon benen beiben icfy nic^t annehmen 
!ann , bafS fte im ©üben Europas überwintern , noc^ im ^ooember in ©üb|>anien an , unb 
ebenfo begegnet man ^iemlid; regelmäßig ben oon i^ren Wohngebieten bereits im Sluguft, 
fpäteftenS im ©eptember aufbred^enben ein^eimifc^en ©raSmüden nac^ einem oollen OJlonat 
fpäter in berentragenben (^ebüfe^en unb felbft im Dltober noc^ im ©üben Europas. 



(äraSmiUf ett. \ 4 



(beraume Qtxt nacfy Slnfunft im gtüfy}a1)te beginnt baS 'ptcfyen mit bem 23aue feines 
Heftes, tiefer Arbeit gefyen, toie bei faft allen 2öeid)fteffetn, heftige kämpfe mit ^eben* 
Butlern oorauS; benn and) bie fanfteften nnb oerträgticfyften Strien oertreiben jebeS anbete 
^ärd^en, roetcfyeS \i$ einpbrängen fucfyt, mit Ingrimm aus intern (Gebiete. (Sinjelne 
Sitten fämpfen in Sachen bet Tlinm ungemein fyeftig mit einanbet nnb beigen nnb saufen 
fid) babei tüchtig. |)infid)tltd) bet Anlage nnb beS 23aueS beS Heftes oerfa^ren alte bisset 
beobachteten ®raSmücfen roefenttid? in betfelben Seife, 3m tyo^en ®rabe toäfyterifd), ebeufo 
aud? miStrauifd) nnb furdj)tfam, fu$en fie oft lange untrer, beoor fie bie u)mn paffenb 
fcfyeinenbe «Stelle gefnnben p tyaben meinen, fangen mehrere heftet an, e^e fie eins oott* 
enben, oerlaffcn felbft ^alb nnb gän^lid) oottenbete, fei eS in golge bet getingften 
Störung, fei eS aus teinem @igentt>itten , nnb beginnen toiberum mit bem 23au eines 
anbeten, freierer möglicfyertoeife audj> liegen bleibt, bis enbtid) öegenot folgern 3aubern, 
Säulen nnb 23ern>erfen ein (Snbe matyt Ottögticfyertüeife ttägt p bem leichten Aufgaben 
bcS Heftes beffen Bauart ettoaS bei, laum eine einige ®raSmücfe nemtid) errichtet ein 
9?eft, toetcfyeS einigermaßen bid)t nnb fanbet geatbeitet toäre. fiebrig, ptoeiten fpannen*, 
in feltenen gälten ettoaS me^t als mannS^od) übet bem Boben, getoötmtid), jebod) feines* 
toegS immet, in biestern, ben Bau gnt becfenbem ®ebüfd), in mit Steffeln obet ®raS 
burcfyhmcfyerten S)otnen^anfen nnb an äljnlicfyen £)rten, toirb eine paffenb bünfenbe Stelle aus* 
gefugt nnb anf u)x baS 5fteft mit einet Seicfytfertigf eit ohnegleichen angelegt nnb ebenfo leichtfertig 
bet Bau p (£nbe geführt Dft bient nnt ein einzelner fcfytoanfenber Slft pr Untetlage 
nnb ein obet bet anbete §alm, nadpffig um biefen obet einen benachbarten Slft gefdj>tungen, 
p einigem §alte; gar nicfyt feiten abet fteljjt baS 9ßeft fo locfet anf, bafS man fcfytoer be* 
gteift, toie eS einem mäßig ftatlen Sinbftoße toiberftefyen fann. Sind) bie bütten ®raS* 
^alme, toetcfye ben §auptteit bet Sanbnngen bilben, toerben f fettig pf ammengefügt nnb 
nnt lofe unteteinanbet obet mit fonftigen eingewebten Bauftoffen oerbunben, nnb bie innere 
SluSfteibung beS mefyr als ^atbfugeltiefen, tool getnnbeten Napfes mit ^ferbeljaren nnb äl)n* 
liefen Stoffen gefd^t ebenfo fotgloS obet ungefd)idt £>ie ©er flimmern oft burefy bie 
Sanbnngen obet toerben 00m Boben lanm gehalten; bet $fanb biegt fiefy oon bem toiber* 
polten SluS * nnb (Sinfpringen bet btütenben Sitten ein 5 baS gan^e Sfteft toirb Riefet faft p 
einem unförmlichen klumpen: nnb bod) gelingt es ben Uten, in biefet fo bütftigen Brut* 
Kriege bie ©et p ^eiligen nnb bie Zungen groß p pl)em ©nige Slrten bauen mefetttttc^ 
beffete heftet, bet Wlönd) %. B- oettoenbet oft gtüneS 3ttoS pm 23erbid)ten bet Sanbung ; 
anbete Sitten, pmal bie flehten, toeben ^flansentootte nnb Spinngewebe mit hinein; bie 
Sdppf gtaSmücle foll fogat einzelne gebetn pt SluSfleibung benu^en: im allgemeinen abet 
ähneln fic^ bie heftet fo, bafS man, toenn man eins gefe^en ^at, fie alle fennt ©ie oiet 
bis fünf @iet beS ©elegeS änbetn bei einet nnb betfelben Sltt ebenfotool in ®tö§e nnb 
gotm mie in gätbnng nnb 3^c^nnng tpef entließ ab] boc^ fd^etnt eS, als ob jebeS Belege 
me^t obet toeniget nntet fic^ übeteinftimmt 2Son einet ftatf bannigen bis pt fe^t ge* 
ftteeften @ifotm fann man faft alle 3^tfc^enftufen , 00m &id)ttt>eij3 an bis pm ©taugilb* 
liefen, §elltoten, §etlbtäunlic^en nnb &itf)tgtüncn faft alle gatbenfe^attitungen beobachten, 
nnb ebenfo änbett bie £üpfel* nnb gleden^eic^nung ab, o^ne bafS babutefy eigentlich baS 
©efamtgeptäge oettoifcfyt toitb. Sichtete Untet* nnb bnnflete Dbetfleclen pflegen in bet 
^eget baS gan^e ©i p ^ic^nen , btängen fic^ abet am bideten (Snbe meift me^t pfammen, 
toetben ^iet anc^ gtößet, btingen jebod) faum eine ftan^attige 3eitfmung ^etoot. 9^acr; elf 
bis fciet^ntägiget S3ebtntnng, an toelc^et beibe ®efd)lecfytet ^eil nehmen, entf^lüpfen bie 
Zungen ben ©etn, btei Socken fpätet finb fie oollftänbig anSgefiebett nnb entfliegen nntet 
giu)tung i^tet (Sltetn bem ^Jcefte. ©ie Sllten nehmen jebe Stötung i^teS ^tntgefc^äfteS 
aujsetotbentticfy übet nnb oetlaffen bei toibet^oltet Beunruhigung gat nic^t feiten 9i x eft unb felbft 



^44 hänget 

ftarf bebrütete (Stet, fogar bie Bereite angefrorenen jungen, 9?ät?ert man ficfy bem iftefte, 
toärenb ba3 Seibcfyen Brütet, fo bleibt btefeg in ber 9?eget feft fi^en nnb täjft ficfy faft mit 
Der §anb berühren , ftür^t bann aus bem[elben fyerauS nnb p iöoben nnb fucfyt nnn burd) 
bie getoöfyntic^en fünfte ber $erftettung , inbem e$ fid) ftugtafym [teilt, ben ©törenfrieb oon 
ber geliebten 23rut megptoden, toärenb ba3 SJlännc^en fläglicfy fcfyreienb tyerbeigeftogen 
fommt nnb ficfy bem geinbe Ui auf wenige ©c^ritte nät;ert 3n fielen gälten gelingt e3 
ber beforgten 2Jhtiter, biefen irre p führen, nnb fie fetyrt bann mit äußerfter SBorfic^t 
pm^efte prüd, Utxaäjtit e3 mit mistrauifcfyen fingen nnb fcfyeint lange p überlegen, ob 
fie ficfy beSfetben toiber annehmen fott ober nicfyt. Söerü^rt man bie 3ungen, fo ftür^en fie 
ficfy, lange beoor fie befiebert finb, meift augenbtidtid? au3 bem Sftefte nnb oerfucfyeu 
fcfytüpfenb nnb Ijmmpetnb ficfy p retten, getreu aber freiließ in fielen gälten erbärmlict) p 
®runbe. §ierin toie in bem £DMranen ber Uten , bem leichtfertigen 23aue beS Heftes 
unb enblicfy bem Umftanbe, baf3 bie ©ra&nücten regelmäßig ^ßftegebienfte für ben tuefne! 
tun muffen, fd)eint mir bie oer^ättniSmäßig geringe $ermel;rung ber fo häufigen $öget 
begrünbet p fein. Inf eine geftörte 25rut folgt in ben meiften gälten, aber bod; toot 
ntcfyt immer, eine p)eite, unb bie jungen einer folgen finb eS, toelcfye man noefy in ben 
fpäteren Monaten unter gü^rung ber Sitten getoatyrt. 

Ute ©raSmüden oljme 2tu§nafyme p?en unb beteben eine oon i^nen betoo^nte ©egenb 
in tj>o^>em ®rabe. $mx geigen fie fiefy weniger frei als anbere ©änger, fcfytüpfen oiet* 
met;r buret) ba3 ©ebüfcfy, oon einem SBaume §um anberen, oon biefem p jenem 33ufd;e 
ober £)owengel)ege fiefy toenbenb, größere 3toifct)enräume meibenb ober boefy oorficfytig um* 
gefyenb, laffen fiefy, oom orange pm ©ingen betoogen, nur auf fur^e &t\t in bem 
oberen ©e^toeige ifyrer ($kbüfd;e ober Siebting^bäume fetjen , fteigen nodj> f ettener fingenb 
einige Dieter fyocfy in bie £uft, nüe bie$ beifpietstoeife ©perber*, £)orn*, dritten*, SSart* 
graSmüde unb @ammettö>fd;en tun, fünbigen ü)r Sßor^anbenfein bagegen jeber^eit burefy 
ü)ren oortreffticfyen ©efang bem aufmerffamen 23eobadj)ter toie bem acfytlofen £aien an. 5lnf 
bem iöoben pmlic^ fremb unb ungefcfytdt, feblüpfen fie, in fetyr gebüdter Gattung über 
pmtid) toeite Entfernungen fpringenb, fcfynett unb leicht burefy ba3 ®ep>eige, Ratten auf 
Slugenbtide an, ergeben fiefy, fträuben bie fopffebern p einer fteinen §olle, pden mit bem 
©d;n)an^c unb feiert it;ren Seg ioeiter fort; muffen fie fid? pm gliegen entfepeßen , fo 
preisen fie, fcfyufSmeife ba^iuf d)uurrenb t anfe^einenb müfyfam, oft ettoaö flatternb, oon 
einem $3aume pim anberen , toärenb fie auf i^rem in fd)önen ^Betten * ober (S^tangentinien 
fid; betoegenbem Sanberftuge betoeifen, bafö fie ifyrer glugtoerljeuge toot mäd;tig finb. 3n 
biefer ^ßeife burc^ftreifen fie ifyr (gebiet oom borgen biö pm 2lbenb, faum in ben TOttag^^ 
ftunben einige 9^u^e fic^ gönnenb, unb fo lange fie rege unb in ^ätigfeit finb, laffen fie 
aud) i^ren föftlid^en ®efang oerne^men. %Jlan lann oerfc^ibener Meinung fein über ben 
SBert be3 teueren: aU im ^o^en ©rabe an|>rec^enb U)irb man i^n unter alten Umftänben 
be^cid)uen muffen. 92ict)t toenige Steb^aber jie^en baö Sieb be3 9J^onc^ö bem ©c^lage ber 
^ad;ttgatt ober be^ ©^roffer^ fcor, unb bie ®rünbe bafür laffen fi$ tDenigften^ ^i3rcn, 
Ebenfo oorpgticfye ©änger toie biefer Äönig ber ©raSmüden finb aber noc^) anbere Wirten 
ber (&xuwt, U)enn nicfyt alte, fo boc^ einzelne beoorpgtc. 5luc^ bei ben ©raömüden fommt 
e3 toefentticl) an auf bie ©egenb, au6 toetd)er fie flammen, ober toaS ioot baöfetbe fagen mitt, 
auf bie öe^rmeifter, toetcfye ein ©efc^lecbt bitbeten unb erpgen, auf bie Umgebung ober bie 
©angeSgenoffen, unter benen fie fic^ betoegen unb oon benen fie lernten, ©pittter im eigent^ 
liefen (Sinne be3 Sorten finb bie ®ra$müden nic^t; mot aber barf man fie at$ Tli\d)cx 
bejeic^nen, toelcfye einzelne Söne unb ^aute oon anberen SBögetn aufnehmen unb u)rem 
©efange eingeben. @o be^eid;nenb ber teuere ift, fo fc^toer täfft er fid) mit Sorten be* 
fd^reiben; man fann toot fagen, bafS berjenige, toetd;er eine ^ra^müde fingen ^örte, 



$ra£mücfett. j[45 

jebc anbete fofort als $ertoanbte beS betreffenben ©ängerS erfennt, nid)t fo leicht aber ift 
eS, biefe Unterfdjribe bar&ulegen. 3m allgemeinen befte^t ber ®efang jeber ©raSmüdenart 
aus einem längeren, Bei mehreren $rten pftemben, nnter allen Umftänben aber työcfyft 
anfpredjienben , toeil faft nnr aus gtittentönen beftefyenben ®e£toitfcfyer, anf toetcfyeS mehrere, 
Je nad) ber $rt oerfd^ibene , !räftige £b'ne folgen , bie ftdj bei einteilten Wirten §u bem f oge* 
nannten Überfrage, einer in ikmtxd} regelmäßig toiberfe^renber gotge aus anwerft tool* 
lautenben £önen pfammengefe^ten ©cfytuf öftrere, verebten. ®erabe biefeS ÜberfcfytageS 
toegen nimmt ber Sftönd) ziemlich nnbeftritten bie erfte ©tetlung nnter ben ®raSmüden ein. 
„£)iefer $oget", fcfyrieb ®raf ©ourety meinem $ater, „ift einer ber alterbeften länger 
nnb oerbient meinem ®efd)made naefy in ber ©tube ben 9?ang oor jeber ^acfytigatl. ©ein 
langer in ■ einem f ortgetyenben ® efang ift ftötenber nnb mandfyfaltiger f babei nicfyt f o bnrd^ 
bringenb als jener ber beiben 9tadj)tigal!arten , ton beren ©d)tage er ofynefyin f efyr oiet bem 
feinigen einmifcfyt. Einige oon ü)nen mfen bie Sorte „3ubitfy" nnb „Brief" fo beuttiefy 
aus, als es nnr ein ©proffer tun fann; anbere afymen ben ®efang ber 33aftarbnad)tigatl, 
ben Sßfiff beS ^rots, ben ©dfylag ber ginfen fyerticfy naefy, anbere mifd^en ben ®efang ber 
Imfel, beS 3?otfcfytoan£eS nnb ben ©cfytag ber Sacbtet in ü)r Sieb ein. SÖefonberS $üfcfdj 
flingt eS, oon einem fo flehten SBoget baS „Zad tad" ber 2lmfet recfyt tief nnb laut rufen 
;$u työren. (£S gibt ©änger unter ifynen, toetcfye biefe 2lbtoecfyfelungen unb überhaupt ifyren 
ganzen ®efang faft ebenfo taut toie ben Überfd)tag oortragen." 9JHt biefer ^nfc^auung 
beS trefflichen Beobachters ftimmen fe|t oiete Liebhaber ootlftänbig überein. „Unter allen 
©ängern", bemerft Sappen, „ift ber ©cfytoarsfopf, meiner Meinung na$, ber empfetytenS* 
toertefte für baS gimmer. ©eine öeid^ätymigfeit, 2lnfprud?Stofigfeit unb fein toecfyfetüoller ®e* 
fang, in toelcfyem befonberS ber Überfd;lag fo lj>erlicfy an frifcfye SalbeSluft erinnert, unb enbtid? 
ber glei£, mit toelcfyem ber ättönd? fingt, finb (Sigenf duften, toie fie in i^rer ®efamtfyeit 
bei feinem anberen $oget angetroffen toerben, unb machen it>n ^um Liebling aller $oget* 
freunbe. 3cfy meineSteitS ^abe ftetS erfahren, bafö Anfänger in ber Liebhaberei, toetcfye über 
Beifig, §änfting unb ©tigli^ hinausgehen toollten unb mid; um SRat fragten, toetcfyen 
$ogel fie aufraffen follten, mir in fyofyem ®rabe banfbar toaren, toenn id) i^nen ben 
©ebtoar^fopf empfahl." greilid) fommt eS gerabe bei biefer ®ra3müde ganj toefenttieb barauf 
an, toetd)en ©änger man ertoirbt; benn toie bei allen Sünftlem erften langes, tritt beim 
Wlönfy bie (Sigentümtic^leit be6 ^in^eltoefenö befonberS ^eroor. %!$ bie oorpglic^ften ^atte 
auc^ id} mit meinem 35ater bie au3 ben türingfe^en gic^tentoälbcrn ftammenben ©cfytoar^ 
btätt^en, obgleich id) bamit feineStoegS gefagt ^aben toill, baf3 anbere ^egenben nic^t 
ebenfo gute ©änger auftutoeifen ^aben füllten* 3Mn 23ater, toelc^cr biefe SSöget als Unter* 
art oon anberen unterfcfyiben toiffen toill, bemerft fe^r ri^tig, bafS i^r ©efang eine ©tärfe, 
gülte unb 5lbtoec^fetung befit^t, toetd^e gerabeju in (Srftaunen fe^t. „3m 3a^re 1828 ;/ , 
fagt er , „ ^örte id) in ben fyiefigen gi^tentoälbern einen %Jlönd} , beffen ©efang groge $fy\u 
ticfyfeit mit bem unferer ©tngbroffet lj>atte unb fid) fo auszeichnete, bafS ic^ ben 3Sogel f^ofS, 
um getoifS ju fein, eine fd)toar$fdj>eitetige ©raSmüde oor mir gehabt $u ^aben. 3m 3uni 1831 
glaubte id) eine ©ingbroffel bei ifyrem 9^efte in oerne^men, fud;te fie unb baS 92eft, aber 
überall oergeblidj); enbti^ fanb ic^ ben Urheber ber ^ö'ne, unb eS toar unfer S^önd;." 
Ser nid;t felbft einen folgen © ebirgSoogel , fonbern nur einen getoöt;nli($en ©c^marsfopf 
ber (Sbene fennen gelernt ^at, fann oerfuc^t fein, biefe Sorte eines Beobachters oon bem 
9fange meines SSaterS für übertrieben iu erftären; toer aber nur ein einiges 9^al einen 
toirftc^ ausgezeichneten Wond} fingen ^örte, toirb oollfommen übereinftimmen muffen. ®e* 
rabe ber funbige Liebhaber bleibt überrafebt fte^en, toenn er biefe 3^öne oernimmt, toetd)e 
bei aller Seiche unb ^Hein^eit, toie fie ©raSmüden eigen ift, eine gülle unb ©tärfe befi^cn, 
toie man fie nur oom ©efange einer tröffet ertoartet. fein ©c^toarjfopf, toeld>en Poppen 

33vcl)m, gcfmigenc SSöget. II. . 10 



146 «Sänger. 

oon einem türmten §änbler faufte, ^aüt eine öofle," tiefe unb runbe glotenftimme, 
einen pm nicbt ftarfen, bocfy fo angenehm ftingenben Überfcfylag nnb trug ben $orgefang 
mit folgern gener oor, bafS er faft ebenfo taut tote ber 9?uf ober Überfcfytag felbft ins 
£)§r fiel tiefer @efang fonnte am jmffenbften mit ber menfcpcfyen 2lttfttmme oergücfyen 
»erben." 3$ felbft fyatti, jeitbem ict) feine türingfcfycn $öget me^r befommen fann, 
Scfytoaräföpfcfyen nur noefy unter ben übrigen Sängern beS gluggebauerS, toeit bie ber norb* 
beutfcfyen (Sbene mir nicfyt mefyr genügen tootlen, fo. gute (Säuger auefy unter i^nen fiefy be* 
finben. „ Seiber", fcfyreibt mir Siebe, „lj>aben auefy im norböftticfyen £üringen bie guten 
«Schläger fett einigen 3atyren aufjerorbentlicfy abgenommen. 3n ber UmgeBung oon @era 
fyört man, fei eS infolge fd)ledj>ter Stntemung unb 5lngetoöfynung, fei eS infolge oon ©n* 
toanberung faft nur nod> fcfu[dj>erl?afte Kläger." Die Möncfye um Dortmund ^erum, 
^aBen, laut ®räßner, in u)rem ®efange bie größte äljmlicfyfeit mit bem Siebe türinger SRot* 
teilen, toetcfye unfer Mitarbeiter aber jenen nod? entfcfyiben oor^ie^t. äljmlid)e klagen 
oemimmt man aus ben oerfcfyibenften ©egenben unfereS 23aterlanbeS : einen guten Mond) p 
erhalten, gilt überall als fcfytoierig. 3m allgemeinen tann als SRegel gelten, bafS ber $oget um 
fo ausgezeichneter tft, je ootlftänbtger er ben Überfc^lag oerne^men läfft, toeil biefer eS ift, 
toelcfrer bem reichen, toed)feloollen unb mandjfaltigen ®efange erft ben toatyren 21bfcfylufS oerleifyt. 
51bgefe^en oom eigentlichen ®efange, oernimmt man oom Mond), toie oon faft allen übrigen 
©raSmüdenarten, ein todenbeS „£ad" ober „£edted", ein toamenbeS „Scfyar", ein ^ärtlidjyeS 
f $TÜpü, püpü" unb ein ängftlicfyeS Ouäden. 

21uf ben Mond) folgt meines Dafürhaltens unter unferen eüu)eimifdjen $ertoanbten 
bie ® arten graSmüde. (Sie ftel)t aufteilen bem Möncfy im ®efange faum nad). dm altes 
Männchen meiner §eimat , toetd)eS toir nun fd)on feit je^n 3atyren lennen, leiftet baS aus* 
ge^eidmetfle, toaS id) jemals, oernommen ^abe. (Sein ®efang ift fo reichhaltig, jeber ein* 
einzelne £on fo fanft unb flötenb, bie Seife fo lang unb abtoecfyfetnb unb bie <Sd)tufS* 
ftro^^e fo aufjaud^enb, bafS man in (Sntpcfen gerät, toenn man biefen oortreff liefen 
SBogel oemimmt. Die ®artengraSmüde fennjeic^net ftd) im ®efange oor allen übrigen 
Wirten burefy bie Sänge ü)reS Siebes, erinnert oielfad) an ben Möncfy, anbererfeitS aufy an 
bie «SperbergraSmüde, beft^t aber nid)t bie ootte $raft beS erfteren unb §at feinen unan* 
genehmen £on toie bie teuere. „Der ®efang ;/ , fagt mein SBater, „widmet ftc^ befonberS 
burd) feine gülle, baS flötenartige unb ein getoiffeS Collen ber £öne auS, ^at eine ziemliche 
©tärfe unb auc^ leife, fcfytoa^enbe unb fd;toirrenbe, jeboc^ gar feine unangenehmen ^öne. 
Die augerorbentlic^e 21btoedj)fetmtg ber (Sänger erften langes ift ü)m nic^t eigen; allein 
alle feine £öne finb angenehm, unb beStoegen mac^t ber gan^e ©efang, toelc^er lange in 
einem 3^ge fortgebt, einen fe^r guten ©nbrud. 5lm fc^önften fingt unter ben oerfdn'benen 
Unterarten bie langfc^toän^ige: fte §at bie größte S^tefe unb gülle in i^ren ^önen." ^ic^t 
toenige ©artengraSmüden nehmen toie ber Sftönd) einzelne ^öne oon anberen Vögeln an 
unb oertoeben fie in fefyr pbfe^er Seife unter ü)r eigenes Sieb ; anbere gefallen ftd; in einer 
(Siufi3rmigfeit, toetcfye gerabep ermübet unb ben Sieb^abern baS ^Rec^t oerlei^t, fte bem 
äftcncfy unb felbft ber SperbergraSmüde nac^juftellen. Die Sod= unb SarnungSrufe ähneln 
benen ber ^önc^graSmüde. 

Über bie Seiftungen beS ^eifterfängerS lauten biejtnfi^ten ber Sieb^aber oerfc^iben. 
3c^> ^abe ben $ogel fe^r oft in (Spanien gehört, i^n aber niemals mit bem Wlonfy ober 
ber @artengraSmüde oergleid;en fi3nnen unb enthalte mid) ba^cr beS Urteils. 3n meinem 
£agebucfye ftnbe ic^ ^inftd)tlid; beS ®efangeS nur bemerft, bafS berfelbe eine getoiffe ä^n* 
lic^feit mit bem (Schlage ber 3Imfel ^at, jeboc^ nic^t fo laut ift unb bafS ber $ogel, toie 
alle ©raSmüdenarten, p ben fleißigen (Sängern gehört. Unfer Mitarbeiter §ome^er ^ielt 
einen Meifterfänger längere $tit im Käfige nnb fagt barüber baS folgenbc: „Der ®e[ang 



®ra§tntita. 147 

ift työcfyft eigcntümticl). ' ffllan toirb iljm freiließ nur für einen (GraSmücfengefang galten fönnen, 
burefy ben ruhigen Vortrag metobifd) pfammengefügter ©trogen aber auefy an einen ©pötter* 
gefang erinnert werben, inbent er tro£ feiner nnr ben (GraSmMen eigenen fteunbung teil* 
toeife ba3 abgefegte unb fdmal^enbe be3 (GartenfängerS §at. SSefonberS in ber giilte be$ 
£one3, fotoie im allgemeinen in ber Strt be3 Vortrages gleist biefer (Gefang am meiften 
bem ber (GartengraSmücf e , tft aber lauter, fyinficfytlid? ber ©trogen mancfyfattiger unb baS 
(Gan^e grogartiger, 33atb Hingt ber Zon gurgetnb, balb febma^enb, balb fcfyäcfernb, balb 
frei fyerauS mit einer folgen $raft unb gütle, bafö er toatyrtyaft überrafd>t, toärenb gerabe 
bie (GartengraSmücfe immer einen unb benfelben Vortrag behält unb aus ü)ren ruhigen, 
gurgetnben unb fdmarrenben £önen nic^t tyerauSfommt £)abei toerben bie £öne unb 
(Strogen beS Siebet oon unferem SDMfterfänger fo beuttiefy gegeben, bafS man fie toärenb 
be3 Bingens nacfyfcfyreiben fann, oljme ftdj) beeilen p muffen. £)er SarnungSruf Hingt 
fdmatsenb tote „£fd)ett, tfeber, unb Xruii, rarara", ber 2lngfttaut, toelcfyer fdmett tyinter 
einanber toibertyott toirb, toie „Sit, toit." @o oiet icfy mxfy nod) erinnere, fanben mir 
unter ben fpanifcfyen SJtteifterfängem ebenfalls me^r ober minber ^erborragenbe $ünftter 
unter einer größeren %ny$jl oon ©tümpern, beobachteten aud), bafs einzelne mancherlei 
i^nen frembe £öne unb Saute unter i^re ©trogen mifd^en, toie bieg fcon gretyberg an 
oon ifym gefangenen toatywatym. 

feie (S^erbergraömüde, in ber Mtye ^Berlins toenigftenS auf bem grüfyja^rSpge nid)t 
feiten, tyabe i$ neuerbingS öfter in (Gefangenfcfyaft gehabt, aber aud) nicfyt eine einige er* 
langen lönnen, toetdje ttm$ befonbereS geteiftet fyättt. Siebe fcfyreibt mir baSfetbe. ,ßon 
bem (Gefange biefer 23öget bin tc$ ntctyt erbaut. 3m grü^re oor bem Giften finb bie 
Sftänncfyen fe^r erregt unb „fahrig", toie toir lj)ier fagen, jagen tote toll burd) bie 33üfcfye 
unb SBaumtoipfet unb fingen babei fo rätfe^enb unb raulj, als ob fie harten* unb dornen* 
graSmüden oerfpotten tootlten. £)ie $äftgfcöget, toelcfye icfy beobachten fonnte, fangen nid)t 
beffer als bie freilebcnben unb toaren toeit ftürmifd)er unb f ebener, als ilj>re SSertoanbten 
p fein pflegen." 2lucfy Naumann, bem e3 ntc^t an (Gelegenheit mangelte, biefe 23öget 
p beobachten unb ü)ren (Gefang mit bem ber SBertoanbten p Dergleichen, fyrtd^t ftcfy batyin 
aus, baf8 ber (Gefang jtoar anfpred)enb , ftarf unb metobifd), aber bod) nid^t gan§ fo fcfyön 
fei at^ ber ber (GartengraSmücfe , mit toetcfyem er bie größte ä^ntid^feit fyat „@onft ;/ , 
bemer!t er, „ähnelt er auefy bem ber ^)orngra^müc!e unb fc^eint au§ beiben (Gefangen 
pfammengefe^t p fein; biefe 3^ifc^ung ift inbeffen fo fein, unb bie ätynltdjfett mit bem 
ber erfteren fo grog, bafö ftc^ auefy ber befte Kenner biötoeilen tauften läfft. Qäüt nic^t 
bie ©<fyluf$ftro$e ettoa$ eigene^, man toürbe noc^ öfter getäuf^t toerben; ttm$ unter* 
fcfyeibenbeö liegt freiließ auc^ in ber 2lrt, toie i^n ber $oget vorträgt , toaö fid? afieö nic^t 
betreiben läfft.'' Db bie bei Sien i)or!ommenben (SperbergraSmücfen beffer finb aU 
bie unferer norbbeutfcfyen (Sbene, taffe ic^ batyütgeftettt fein; auö ben Mitteilungen be3 
trefflichen 53eobad)terö (Gourc^ fc^eint bieg ^eroorpge^en. „Qtx fc^öne (Gefang biefeS 
25ogelö /y , bemerft ber (Graf, „ift, toie Naumann ri^tig angibt, eine 3ufammenfe^ung 
oon bem ber faxten unb grauen (Graömütfe, ähnelt jebocfy bem ber te^teren außerorbenttic^. 
Gmte ^^erbergraömüde, toetc^e ic^ brei 2:age nac^ %em gange erhielt, lieg oon i^rem 
^aturgefange nid^tö frören, fonbern ^atte ftd^ au$ ben Siebern anberer einen eigenen p* 
fammengefe^t. 3^r ftitter (Gefang nemtid? toar ganj ber unfereö 2ttöncfye3, fetbft mit bem 
Überfrage, nur tiefer in £önen; bann a^mte fie ben $ßaifytiU unb ginlenfc^tag unb ben 
^Pfiff beö Tirols ^erlic^ nad^); auc^ toar fie oiel fleißiger im fingen als jebe anbere, mld)c 
tc^ befaß: benn fie fang bis (Snbe HuguftS unb fing p Anfang bcö Oltober toiber an, 
toärenb bie anberen ft(^ fetten fcor Sei^na^ten ^ören laffen. 3m folgenben 3a^re be!am 
ic^> toiber einen folgen 33oget, toetc^er noc^ Diel oorpgticfyer toar. ©d>on am fünften £age 

10* 



m 



148 länger. 

nad? feinem gange lieg er feinen frönen 9?aturgefang giften, ben et aBer mit bem $fiff 
beS Tirols, mit bem ©d^age beS ginfen nnb bem ÜBerfcfylage beS OttöncfyeS oermifcfyte. SltieS 
bieS trug er fo laut nnb natürlich bor, bafs eS eine greubc toar, u)m §u^ören. ©o 
lange biefe ®raSmüden ifyren ®efang nocfy einüben , Bringen fie unter anberen £önen einen 
oor, toelctyer gerabe fo Hingt, als toenn eine ungefcfymierte ©cfyere auf* unb sugemacfyt toirb, 
jebocfy nur ganj in ber ^ä'fye työrBar ift. Unangenehmer fällt baS ©Quarren ober trommeln, 
toelcfyeS bem ®efange oorangetyt, in baS £>§r; biefeS l;ört man jebocfy bon einigen minber 
als oon anberen, toetcfye eS lange nacfy einanber ertönen laffen unb baburcfy ade üBrigen 
$ögel ^um @d?tocigen Bringen, gür baS gimmer $ ber ®efang ber ©perBergraSmüde 
bem unferer ®artengraSmüde toeit oorpsie^en; benn er ift biel aBmecfyfetnber, fließenber 
unb get)t länger in einem fort. £>urd? oteljä^rigeS dergleichen ber ®efänge biefer Beiben 
®raSmüden ^aBe icfy miefy hinlänglich üBerjeugt, bafS le^tere im anfange ityrer @ingseit 
oiet länger als bie ©perBergraSmüde bamit pBringt, xl)x Sieb flte^enb unb ootl lj>erauSp* 
fingen, unb bafS bemgemäg oiele Socken ^inburefy ber ®efang fcfyarf, aBgeBrocfyen unb rauty 
BleiBt, toärenb bieS Bei ber @£erBergraSmüde nicfyt ju fein fcfyeint." Poppen erhielt burefy 
23albamuS brei ^perBergraSmüden , Brachte jioci bon ifynen in (Sinselfäftgc unb fefetc bie 
britte in ben glugfäfig. lucfy er rü^mt fie als augerorbentlid? fleißige ©änger, toelcfye 
Bereite anfangs ©e^emBer Beginnen unb Bis §ur Käufer fortfahren. „£)ie eine", fagt er, 
„fonnte idj mit bem ffllonty unb ber @artengraSmüde Dergleichen, ©er ®efang läfft bie 
©raSmüde ntcfyt oerfennen, ähnelt BefonberS bem unferer ©artengraSmüde , l)at aBer auger 
bem Bejeic^nenben ©c^narren unb trommeln biet frembeS, toeSi)atB gerabe biefe 5lrt 
SÖKfi^er genannt toerben mufS. Sie Bei allen Vögeln, toetcfye anberen Gängern ettoaS aB* 
taufd?en, finb bie legieren entnommenen ©trogen oerfcfyiben, je nad? bem &el)rmeiftcr. 
^eine Beiben ©perBergraSmüden Ratten in i^rem ®efange ben ^fiff beS Tirols, ©trogen 
beS 2lmfelgefangeS , einzelne Xeile aus bem (Schlage ber @ingbroffel gemeinfam, augerbem 
unterfcfyiben fie fiefy jebocfy ganj ungemein. £)ie eine Brachte mit Vorliebe bie ©trogen 
beS (MbammerS, £eile beS Siebes ber gelblercfye, beS §änflingS, ben ^Huf beS SReBtyul)nS 
unb angelerntestem (Star, BefonberS baSSfrtappen; baS Sieb ber anberen mar ebler, ent* 
l)xdt oorpglic^ nachgeahmte «Strogen ber s Jcacfytigalt , Brachte ben ^fiff beS Tirols, einzelne 
£eile beS ©efangeS ber 5lmfel unb ber ©ingbroffel in oollenbeter Seife; bod) fehlte aud; 
u?m eS nic^t an minber anfpreetjenben Sönen, mufüalifc^en ®emeinplä^en, toenn ic^ mic^> 
fo auSbrüden barf: benn ber SSogel Brachte ben grüpngSlocfmf ber ^o^lmeife unb machte 
oerunglüdte 23erfuc^e , ben gin!enfcl)lag nad^ua1?men. ^ein einiger meiner 33ögel trug 
feinen ®efang mit folc^er ®raft unb giille oor toie bie (^artengraSmüde; auc^ fc^tooll ber^ 
felBe niemals ju bem gortiffimo beS ©c^toar^o^fcS an , Betoegte fic^ im allgemeinen biel* 
me^r in ber ©tärfe beS ^önd;SgefangeS mit 5luSna^me beS SRufcS ober beS ÜBerfc^lageS. 
(£ine (gigentümlic^leit meiner ©tuBengenoffen toar, gegen SIBenb nochmals ^alBlaut ju fingen, 
gteicfyfam bie (Strogen toiber^olenb, toelcfye am anberen borgen laut unb otyne geiler 
oorgetragen mürben. Renten, meiere lautere ^efänge nid;t oertragen fönnen, bürfte bie 
©)>erBergraSmüde BefonberS ju em|)fe^len fein; tüenigftenS ftanben meine (StuBengenoffen 
Bei meiner grau in fyotyer ©unft, toärenb ü)re Vorgänger, @c^toarsIo|)f unb ©artengras^ 
mMt f auSgemiefen tourben/' ©ie Sodftimme biefer 31rt ein fd)nal^enbeS ,,^fd;ed", toelcBeS 
bem anberer (^raSmüden ähnelt, aBer tiefer liegt; außerbem ^>ört man baS fdntarcfyenbe 
„^Rar" ber £D?önd)* unb (^artengraSmüde unb ein unferem 33ogel eigentümliches lautes 
„^rr'', toelcljeS ä^nlic^ mit ber Stimme beS rotrüdigen SürgerS unb- beS §auS|>erlingS 
§at unb am öfteften auSgeftogen toirb, toenn ber eigentliche (^efang Beginnen foll ober Be= 
enbet mürbe. 



©raSmüÄeit. 149 

£)ie £)orngraSmüde toirb feiten in Käfigen gehalten, obtool u)r®efang, toenn aud) 
nicfyt ftarf, bocfy fetyr abtoed)fetnb ift. £)ie Sodftimme gleicht ber anberer bitten unb Befielt 
in einem fdmafyenben £onc tote „£f$ä, tfcfyä", ber SarnungSruf Hingt. rauf> nnb gebombt 
toie „£fdjar", ber 2tuSbrud beS Solbel^agenS, freierer meift auf ben (Gefang beS $ftännd;enS 
folgt, töte „§oäb, tyoäb, toäb,, toäb, toäb", fefyr feinet! nacfy einanber, nnb ift biefer (GraSmüde 
eigentümlich. £)ie ®unft ber öieb^aber fyat fie \\ty nm beStoillen weniger ertoorben 
vertoanbte Sitten, toctl man aus einiger Entfernung getoöljmlict) nur bie auf ben langen 
23orgefang folgenbe 6(^luf0ftro||l tyört; aus biefem (Grunbe pflegt man fie aucfy unter bie 
Sänger britten langes $u ftetten, obgleid? bieS nur bebingungStoeife richtig fein bürfte. 
§ält man eine £)orngraSmüde allein in einem 3tmmer, in toelcfyem fie burcfy anbere Sing* 
Vögel nicbt übertönt toirb, fo toirb man ficfy unBebingt mit u)r Befreunben muffen. ,,3d) 
fyobt", fd)reibt mir Poppen, „ftets biefe $öget gehalten unb Diel greube an i^nen erlebt. 
Senn man fie BefonberS fyängt, §at man (Gelegenheit, bie 2lBtoed)fetung ber (Strogen in 
ifyrem (Gefange p l)ören unb Bemer!t bann, baf'S legerer toie ber beS Scfytoar^opfeS aud? 
einen laut tönenben, freiließ ettoaS furzen SRuf ober ÜBerfd)lag §at, baS „Säeb, toäeb unb 
£fd?a, tfdja", toeld)eS oft in bie ©trogen verflochten toirb, verteilt biefen ettoaS fe$r 
eigentümliches, Hingt aBer nicfyt unangenehm. 33ei einiger Entfernung, pmal im freien, 
^ört man nur bie tyelfyfeifenbe, flötenbe Sdj>lufSftro$)e, unb bieS mag tool ber §aufctgmnb 
fein, toeSlj>alB bie ÖieB^aBer im allgemeinen toenig (Gefdmtad an ber £)orngraSmüde finben ; 
benn baS ber ScfylufSftrop^e oorange^enbe lange, aus mancherlei fdmetl auf einanber folgenben, 
vielfach aBtoecfyfelnben, pfeifenben unb ^irpenben £önen Befte^enbe Sieb, an unb für ftcfy lieBlid?, 
toürbe meiner Inficfyt naefy gar manchen für ben $ogel einnehmen muffen. gutoeilen *#** 
ber SSorgefang gan^ allein, ptoeilen nur bie <ScfylufSftro$)e , toelcfye Naumann burd) bie 
(Silben „£)ibubi, boibiba, miffing, miffing" toibergiBt, vorgetragen ; gerabe baburdj aBer 
fommt viel Secfyfel in baS gan^e." Siebe ftimmt Poppen votlftänbig Bei. ,,3d) ^aBe bie 
£>orngraSmüden fetyr lieb ; benn fiefinb bie fteißigften Sänger von alten. ( 3m Sinter, toenn 
fonft alles fd)toeigt, fyöxt man Bei richtiger Pflege ifyren leifen (Gefang mit toatyrem iöe^agen. 
s J2amentlicfy um Mittag unb gegen SIBenb fingen fie eifrig, fcfytoeigen üBerfyaupt nur toärenb 
ber s J^aufer^ett. $or bem Sttöncl) widmen fie ftcfy burefy größere SSetoeglicfyfeit unb fd;önere, 
fd;lanfere §altung anS. /y 

Sie in ®eftalt unb gärBung, ©ein unb Sefen, fyat bie ^9riHengraSmüde auc^ im 
®efange viel ä^nlicbfeit mit ber ü)orngraSmüde. §anSmann Bemerlt, bafS ber ©efang 
rauher üinge, bafs baS lange arifyaltenbe, melobifc^e ß^ttfe^ern, alfo ber SSorgefang, ber 
^ßrillengraSmücfe fe^le, unb fie nur ben furzen 9^nf ifyrer norbifd;en 35ern)anbten ^ören laffe, 
bann unb töamt aBer freiließ biefen burc^ beliebige §injufügungen einzelner Silben in bie 
Öänge jie^en ; mein trüber bagegen, toelc^er vielfach Gelegenheit ^atte, ben 3Sogel p ^ören, 
nennt biefe ißemerlung §anSmannS eine irrtümliche, ba auc^ bie ^rttlengraSmücte toie 
bie SSertoanbten einen länger ioärenben fe^r leifen unb lieblichen 35orgefang ^at. 

!DaSfelbe Sdjictfal toie bie Ü)orngraSmüde , nid)t anerfannt ju toerben, trifft aud) bie 
^tappergraSmüde ober baö MHercfyen. „!DafS biefer 3Sogel fo feiten gehalten ioirb", 
bemerlt ®i^i!i, „tounbert mic^ au^erorbentlic^ , ba er ebenfo gut toie jebe anbere (&xa$* 
müde bnrd) feine fcl)lanle, nieblicfye ©eftalt, bie anmutigen S3eioegungen, baS UebenStoürbige, 
ptraulidje betragen unb ben anfprecfyenben ©efang bie 3 u tteigung beffen, toelcfyer t^n 
beobachten ioill, erlangen mufS." Siebe finbet ben ®runb ber geringen Sertfc^ä^ung 
barin, bafS baS 33ögelc^en überaß gemein unb fcfytoer p galten ift, unb fein ®efang nid)t 
baS jtoeifel^afte ®lüd ^at, von bem §erfd)enben ^efebmad als ettoaS befonbereS angefe^cn 
p toerben. „Unb boc^ ;/ , fagt er mit 9?e$t, „fyat bie ®tap£ergra3müde treffliche Eigen* 
fc^aften, toelcfye fie balb jum Siebling t^reS (Gebieters machen. Ser ben leifen Sfntergefang 



150 "©fing«. 

beS 9?otfeI?lcfyenS liebt, bem mufS ber ®efang ber 3aungraSmücte boppett wert fein; bentt 
er ift fröpcfyer unb abwecfyfelnber als jener nnb läfft ficfy vom ©pätfommer an faft ben 
ganzen Sinter fyinburcf) I^ören," (Sine befangene, welcbe ®iji!i feit brei 3afyren §ait f 
begann als !anm vier 2Bod)en alter ^fteftling am ^an^igften 3uni leife jn fingen, fufyr 
bamit bis (£nbe (Septembers fort, fefete im Dftober aus, fing im November wiber an nnb 
fang bis jnr ©ommermaufer, oljme fidj burefy bie grüfyjafyrSmaufer ftören ju laffen. ©elbft 
ein Naumann be$eid)net ben ©efang beS flehten $ögetd)en als einen ausgezeichneten nnb 
riu)mt baS lange, aus allerlei abwedfyfelnb jwitfdjiewben nnb leife pfeifenben £önen befte^enbe 
^ßiano, welchem baS fta^ewbe gorte folgt, als wotlautenb: „£>aS ben Sinter über %a 
fyörenbe 'piano", bemerlt (SHjifi, „ift nidfyt fo leife, tote man gewötynlicfy annimmt, nemlicfy 
ungefähr ebenfo lant tote baS ber £)owgraSmü(fe, genügt and? jebem niebt all^n anfprucfys* 
vollen Siebtyaber vollfommen ; baS gorte wirb (Snbe StyrilS begonnen, wenn bie ©cfyweftern ans 
bem ©üben erfd)einen, nnb verbrängt bann baS 'piano faft gän^lid). üJMne befangene fang 
im erften 3a^re ber ^a^tigall eine @tro$e nad), mnffte jebocfy bie langgezogenen glötentöne 
als ifyrer ^e^le ju fcfywierig weglaffen. hierauf wecfyfette fie nnn mit einem anberen ber* 
felben ^acfytigatt abgelernten gorte ah, nnb im barauf folgenben Safyre nafym fie nidfyt weniger 
als fed)S fräftig vorgetragene ©trogen an, eine, ber befannte !la^embe Triller ü)rer 5lrt, 
brei ber ^lac^tigall genan nachgeahmte nnb jtoet eigene felbfterfnnbene, jeboef) an bie 5ftad)tigal* 
lenftropfyen an!lingenbe, weld)e fie mit jenen fefyr gefcfyicft ju verbinben wuffte nnb meiftenS 
allein vortrug." Socfton, 2lngft* nnb SamungSruf ^aben baS (Gepräge ber gleiten Saute 
anberer 5lrten, nnr bafS fie fcfywäcfyer finb. 

2llS ein treneS ©piegelbilb beS 9ttüllerd)en mag man bie BartgraSmücfe anfe^en. SCRtt 
wahrem Vergnügen fyörte icfy im vorigen grü^ja^re in ber yiäfo von ^ola in 3ftrien ein 
in nnmittelbarer 9£ä$e neben mir ft^enbeS fd^öneS s JJMnnd;en ganj J)erlidj> fingen. 2lnf ein 
^iernlic^ langes, vielfad) abwedfyfelnbeS, teilweife tyübfcfy verfcfylungeneS ^ßiano folgte ein fur^eS 
gorte, tttc^t fo fcfyarf tote baS beS SMltercfyen, fonbern meiner Stuffaffung naefy metyr an ben 
@d)lufSfa^ ber £)omgraSmücfe erinnernb. £)er ®efang festen mir im allgemeinen me^r baS 
(Gepräge beS Siebes ber ®artengraSmücfe ju fyaben, als bem nnfereS 9ttüllerd)en pi ähneln; 
bod) !ann id), ba es mir niebt möglich war, beibe $ögel ju vergleichen, mid) hierin aud) wol 
geirrt Ijjaben. £)er Dociton ift ein wollautenbeS „gäfy nnb £ecfted; v/; ber SarmmgSmf ein 
Ictfeö „3etr," ^ebenfalls bürfte biefer liebliche 35ogel, nnter ben ®raSmücfen nnbebingt 
eine ber fd^önften 5lrten, fic^ oiele ßieb^aber ertoerben. 

^Jlic^t minber begehrenswert ift baS @ammetfo>fd)en, ein ebenfo bewegliches als mnntereS, 
necftuftigeS als mntigeS SBögelcfyen, §anS in allen (Waffen, toie fein 59eobac^ter § an S mann 
fidj anSbrücft, nnb babei minbeftenS ein leiblicher länger- ffllit bem ßoeftone, weiter wie 
„Xracftracftrad^ Hingt, beginnt getoö^nticfy ber ®efang, ein fe^r mancfyfaltigeS, jiemlid^ langes, 
ans fdjnarrenben unb pfeifenben 3:önen pfammengefe^teS Sieb, welkes gegen baS @nbe ^in 
mehrere artig Itingenbe «Strogen ^at nnb enttoeber anf einer ^o^en äto^gtyi^e ober im 
gliegen unter lebhaften, stertic^en Bewegungen vorgetragen wirb, tiefer ®efang änbert 
bei ben oerfcfyibenen ©tüden minbeftenS in bem ®rabe ab wie ber nnfereS 3ftönd)eS; 
wenigftenS fanb ic^ bei ben neuerbingS in 3ftrien beobachteten Vögeln biefer 2lrt, bafS jeber 
einzelne gewiffe ©gentümlid)!eiten ^atte nnb jum beften g,ab. 

X>ie ^arbengraSmücfe fyaht id? nic^t felbft beobachtet unb mufS mid) auf§anSmann 
ftü^en. Saftlos in u)ren Bewegungen, von einem (£iftenftraucfyc jum anberen ge^enb, balb 
$äferd)en aus ber Blütenlrone ^erauSpidenb , balb einen (Scanner über ber (£rbe im Saufe 
oerfolgenb, läfft fie von 3«t ^u &\t ein flingenbeS Siebten erf fallen, weld)eS eine gro^e 
S^nlid^leit mit bem ®e$tottf$er eines jungen tanarienoogetmännd^enS §at, mit bem Unter* 
fd^ibe jebbd?, bafS jenes Wie ber ®efang beS ^otfe^ldj>enS in TloU fd^tie^t @o wenig 



laut btcfcö Sieb and) an unb für ficfy ift, fo tt>ett fann man es bod? oernefymen, befonberS 
einzelne feuere £öne, toelcfye faft gan^ bem ©cfyeüett einet f leinen Mingel gleiten. £>er 
@arbenfänger ift ber allerlei, toeldjier nocfy in ber Dämmerung fid; työrcn läfft, nacfybem 
fcfyon bie erften ^tx^xeuUn angefangen fyaben %% rufen, bann aber ift fein ©efang nur 
ein tyelleS Stuffladern, tt>elc^e^ fidj in langen unb unregelmäßigen Raufen toiberfyolt, jebenfalls 
eine golge ber Unruhe biefeS Vogels, bem bie tyerabfinfenbe s Jtad)t nicfyt fogleid) auf bie 
Stugcnliber fällt» £)cr Öodruf ähnelt ootlfommen bemjenigen beS rotrüdigcn Bürgers, nur 
bafs er um ein bebeutenbeS leifer ift; f^ärfer unb in fdmetlerem ®ange ausgeflogen, toirb 
er pm SamungSrufe. 

. Über bie ©efänge ber außerbem ertönten Slrten vermag tcf nur nocfy p bemcrfen, 
bafS aucfy bie ©cfylüpfgraSmücfe ein jmar fur^eS, aber bocfy nieblid;eS Siebten, toetcfyeS nacfy 
§anSmann bem ©efange ber ©arbengraSmücfe auf baS täufcfyenfte ähneln foll, pm $or= 
trage bringt. 

§infi$tlicfy ber Nahrung ähneln bie ®taSmücf en ben ©pottbtoffeln : fie finb faft in bem* 
felben ®rabe £teren* unb Obftfreffer als terbtierräuber. Särenb beS (Sommert bilben 
Heine glatte 9?äupd)en unb anbere terflaroen, toelcfye fie meift oom (Maube ablefen, f eltener 
oom 23oben aufnehmen, flehte 231att*, @onn* unb SRüffelfäfer, bereu Saroen, üMcfen, 
gliegen, Nachtfalter, oietleicfyt aufy ein ober baS anbere 2öürm$en i^re ^auptfäcblicfyfte 
«Steife; fobalb aber grüßte unb 23eren p reifen beginnen, ge^en fie ben lederen nacb, 
freffen folcfye ^eittoeilig fo gut als auSfcfylieglicfy. Nad) tirfcfyen finb fie augerorbentlicfy be* 
gierig, obgleid) fie mit ifyrcm oerl)ältniSmägig fd)toacfyem ©clmäbelcfyen baS gleifcfy berfelben 
nur bröcfcfyettoeife abnehmen fimnen; htSbefonbere ge^en fie bie freieren unb fügen ©orten 
an. 3n ©übeuropa galten fie fid) lj)autotfädjlidj an bie geigen, tt>eSlj)alb aud) geigenbäume 
bort p ifyren 8ieblhtgSaufentl?altSorten gehören. 33ei fortfcfyreitenber 23erenretfe fommen fie 
balb p biefem, balb p jenem 23ufdj>e, toelcfyer fold)e grüßte trägt; benn toenn fie aud; 
hierbei getoiffe Sitten beoorpgen, lieben fie bod) Slbtoecfyfelung unb laffen fidj nid)t an einer 
unb berfelben 2lrt genügen. (Sie freffen 3of?anniSberen , £raubenlj>ottunber * unb fc^toar^e 
§ollunberberen , Stttid^, gaulbaumberen unb ebenfo bie ber £raubenfirfcfye, beS §artrigels, 
ber §edenfirfd?e, beS gafanenftraucfyeS , §im* unb ißromberen, felbft (Sfeu*, MlertyalS*, 
(§berefd)en* unb £arjberen, bie lederen ungefcfyabet ber giftigen ®eme, toeld^e fie freilid? 
regelmäßig toiber auSptoürgen pflegen. 3n englifcfyen (Härten fommen fie p ®e* 
fträucfyen, toelcfye i^nen nodj) frembe SBeren tragen, begutachten biefelben unb freffen fie unter 
Umftänben balb ebenfo gern töte bie einfyetmifcljen getootynten Strien. £)iefeS ißebürfnis 
nadj grucfytftoffen l)at man bei ber Pflege gefangener ®raSmüd:en tool p beachten, falls 
man bie an unb für fic^ garten ^ßögelcben mehrere 3a^re am öeben erhalten ioill. 3ebeS 
3}Jifc^futter mufs bemnac^ gruc^tftoffe irgenb toelc^er 5Irt in reichlicher O^enge enthalten. 
Siebe füttert aUe ®raSmüc!enarten mit einem Nad)tigallenfutter , ioelc^eS (Si unb gleifd) 
unb abtoe^felnb fügen unb fauren Duarf enthält, augerbem aber balb mit feingetoiegter geige, 
balb mit Sfofinen, gequellten iöeren, gefd;abten äj^feln, geriebener Wltyxt u. bgt. gruc^tftoffen 
oerfe^t toirb. „Unumgänglich nottoenbig ;/ , fagt er, „ift ein Heiner 3 u l" a & ^ n Bleien* unb 
SRailäferfc^rot pr ®etoötlbilbung. 35on anfange beS September, ober noc^ beffer oon Wlittt 
SluguftS an bis pm gebruar, mufS man ben fauren toie ben fügen Ouar! ioeglaffen unb 
auefy mit bem ^ifutter fparfam fein, toeil bie ®raSmüden leidet fett unb bann Iran! toerben. 
T)en SD^e^ltoürmern , oon benen fie übrigens nur bie flehten bewältigen fönnen, p^en fie 
gliegen, $Räupd)en unb Hattläufe oor." §artf cfyalige 55eren, beif^ielSweife D^ofinen ober 
torinten, muffen, nacfybem fie burc^) 5Iufqueüen ertoeic^t finb, jerf dritten ober minbeftenS 
aufgefc^nitten toerben, toeil pmal bie Heineren Sitten fie fonft nribet unoerbaut oon fic^ geben. 
Sätenb beS ©ommetS füttert man am beften unb einfaßten frifc^e Slmeifenpuptoen, 



152 ® ätt 9 er - 

oorauSgefe^t, baf3 man fieser tft, folebe iebevjett in erforberlicfyer Ottenge erhalten p fönnen. 
daneben !ann man weiche nnb füge grücfyte aller 2lrt retten. SSei ber SSerenfütterung 
im §erbfte barf man ftcfy ntcfyt verleiten laffen, bie im s ^ad?tigatienfutter enthaltenen «Stoffe, 
welche bie Kerbtiere erfe^en f ollen, wegplaffen; benn wenn auefy mehrere GraSmüden im greien 
zeitweilig faft au3fd)liepd) von SBeren fidj> ernähren nnb babei feift werben, genügt folcfyeS 
gutter boefy nid)t in ber Gefangenfcfyaft , einerfeitS, weil man ü)nen unmöglich biefelbe 2lb= 
Wed)felung bieten fann, tüte fte felbft folcfye ftcb p verfcfyaffen wiffen, nnb anbererfeitS, toett 
fte auefy Wärenb ber SÖerenreife fein ifynen ftcfy bietenbeS Kerbtier verfd)mäl;en. (Sie pfylen 
p ben ftarfen greffem nnb muffen täglich minbeftenS zweimal e ^ nen toolgefüllten gutternapf 
erhalten. 2lu£erbem verlangen fte noefy viel nnb reinem Saffer, Weil fte fieb Ijäuftg baben. 
§ierbei pflegen fie in ber 9?egel wenig ftd) einpnäffen, fptingen vielmehr nnr mehrere 9JMe 
rafd) nad) einanber in ben 33abenapf, benenn burd) 3 u ^ en «itt.ben §autmu3feln bie gebern 
nnb fe^ren anf ityren St|pla^ prüd, nehmen aber nnter Umftänben mehrere SSäber täglid). 
(grtbltcf) tyat man mefyr als bei anberen Vögeln bei allen GraSmüdenarten auf Sctymaro^er 
s Icfyt p nehmen, wibrigenfallS p befürchten fte$t, bafs Einern bie beften $ögel p grnnbe 
geljjen nnb aud) noefy anbere angeftedt werben» £)ie meiften Wirten werben von ben fogenannten 
Saufen, richtiger Silben, in erfcfyredlicfyer Seife geplagt, leiben baburefy augerorbentlid), be- 
fommen ftruppigeS Gefteber, überhaupt geberfranffyeiten nnb gelten f^ltefcltcty p grnnbe. 
yiad) meinen Erfahrungen !ann man bem abfcfyeulicfyen Sdjmaro^ergepcfyt mit perfifcfyem 
ober faufaftfd)em 3nfeftenpulver entgegentreten, toenn man in Der (SB. I S. 51) befcfyriebenen 
Seife verfährt, erforberlid)en gatleS ben mit Silben behafteten $ogel bann unb wann in 
einen anberen SMftg fpringen läfft unb ben erften einer grünblicfyen Reinigung unterbietet. £)er 
täftg, in weitem man GraSmüden fyält, mufS unter allen Umftänben geräumig fein, weil 
bie an unb für ftd? fetyr lebhaften $ögel fonft feine Gelegenheit ^aben, ftcfy in erwünfd)ter 
Seife p bewegen. „Ein §aupterforbemi3 für bie richtige Pflege ber GraSmüden", bemerft 
Siebe fe^r richtig, „ift ein großer, minbeftenS einen Meter langer $äftg, in welchen man 
einige Steine, eine ober l)öd)ften3 jtoei Si^ftangen, einige fleine Sd)aufelringe unb fleineS 
35ufd)werf mit bünnen Steigen, Sigufter, 3ftaf$olber unb bergL, in ber Seife anbringt, bafs 
fte pm gliegen genötigt werben." 2lußer in folgen Käfigen fann man fie, £>anf iljjrer 
23erträglid)feit, auefy unter anberen Sängern im gluggebauer galten, tüte bieg beifpielS- 
weife unfer Mitarbeiter Poppen regelmäßig p tun pflegt. Ein groger $äftg mit ver* 
fcfyibenen GraSmüdenarten , Saub* unb Gartenfängern , einer ober einem ^are ^ac^ftel^eu, 
Pipern, Steine unb Sief enfdmtä^em , einer 9?acfytigall unb einem Sproffer, einem 231au< 
unb 9^otfe^lcb,en befe^t, getoärt einen rei^enben Public! unb benn boefy einen gan^ anberen 
@enufö als ein mit langweiligen Sebeftnfen bebbTferteS gluggebauer. Sie unter let^t^ 
genannten Vögeln bie ^Hegel, fi^t man aud) ^ier oft bie verträglichen ©raömücfen bid^t 
neben einanber ober neben Sauboögeln unb fonftigen gutmütigen Gefeilen auf Sprun$lj>öl$era 
^oden, mel)r liegenb alö ft^enb, bie gebern gefträubt, ben Sc^toanj niebergebogen, fo bafö 
ber gan^e 33ogel tüte ein SÖatl erfc^eint. Ü)iefeS 23ilb aber jetgt Seben felbft in ber tiefften 
9?ul)e unb langweilt niemals. 35on bem Gefange ber einzelnen Slrten geniegt man htx einem 
folgen 3u(ammettfperren freiließ wenig; benn bie fräftigeren Sänger übertönen bie fd)tüäd)erett, 
unb ber Schlag einer einigen 92ac^tigall läfft alle GraSmücfen gleic^fam oerftummen; baö 
Sieb ber lederen aber bilbet bemungeacb,tet eine ungemein anfpred)enbe Begleitung p bem 
Sdylage jener ^eroorragenben tünftler- Störenfriebe ober §änbelfüc^tige, welche eö and) 
unter ben frieblid)en Graömüden gibt, muf3 man aus foleber ®efeHfd)aft unerbittlich ent= 
fernen, weil fte fid) fonft unbebingt p £tyrannen auf f Zwingen, alle übrigen unterbrüden, 
ifynen bie beften Riffen wegnehmen ober fte gän^lid) oom gutternapfe vertreiben, vielleicht 
fogar tätliche äJii^anblungen fiel) erlauben. 9?od) pbfd;er nehmen GraSmüden in einem 



®va§mü(fcn. 153 

größeren tool oerfdtfoffenen (^etoäd^aufe fid) au3; nur tritt bann ber Übelftanb ein, bafs 
fie bie Blätter ber ^flanjen oft in fyäfsltcfyer Seife befcfymu^en. (Styer nod) mag man fie 
bann nnb toann in einem mit 23fumen ober Xopfgetoäcfyfen gefdjmüdten 3immer frei (äffen; 
ftetyt ü)nen tyier irgenb toelcfyeg 23ufd)toerf ju (Gebote, fo oerlaffen fie einen folgen 5lufent= 
tyalt fo leitet nid)t, nnb fud)en bie ^flan^en immer toiber oon nenem nacfy flehten Kerbtieren 
ab. 3n ityren 33auer ge^jen fie jebocfy, toenn man fie erft an größere greifyeit getoölmt fyat, 
aus freien Stücten ntc^t fo leicht toiber surücf, toie bocfy anbere jatyme $ögel regelmäßig $u 
tnn pflegen. 

$lt gefangene ®ra3mücfen gewönnen ftdj oft, aber nicfyt immer, leicht an bie (befangen* 
fcfyaft. ©inline Sro^föpfe oerfcfymäfyen fogar, tro^ i^rer faft ftetS regen grefstuft, felbft ba3 
lecferfte gutter, fe^en ftd) mit gefträubtem ©efteber regungslos anf eine ©i^ftange nnb 
fallen nad) ein pax Sagen tot oon berfe(ben jum 35oben Ijerab. tiefer ®runb beftimmt 
oiele Öieb^aber, bie $ögel, nod) e^e fie fingbar finb, alfo ungefähr in bem bitter, toenn 
bie Kiele ju fproffen beginnen, aus "bem 5Reftc ju nehmen nnb auf^ie^en. 3n bem 
längften nnb ftärfften jungen eines Heftes, barf man mit jiemlicfyer ©icfyerfyeit ein Wännfym 
oermuten, nnb biefeS läfft fid) in ber oben (33b* I @. 62) betriebenen Seife letdjt auf* 
füttem, inSbefonbere toenn man außer ben Imeifenpuppen and) gliegen nnb fußen Ouarf 
reicht, ©olcfye 3^Ö^ n S e toerben erflärlicfyer Seife außerorbentlid) $al)m, fommen anf ben 
SRuf herbei, nehmen bem Pfleger einen vorgehalten öecterbiffen aus ber §anb, laffen ficfy 
o^ne ju flattern greifen, nnb biejenigen Wirten nnter i^nen, toelctye im ©efange ben äfteiftem 
ifyrer ©typfcfyaft nac^fte^en, lernen oielteicfyt oon anberen (Stubenoögeln einen fyübfcfyen 
SMfcbgefang nnb tragen benfelben in fe^r anmutenber Seife oor. Senn eS ftcfy jebodj 
bamm fyanbett, einen ausgezeichneten (Schläger irgenb toetcfyer ©raSmüdenart für ben Käfig 
p ertoerben, barf man nur einen alt gefangenen toäljlen. 3n meinen lugen $at biefe 
(Stngetoötynung feine (Scfyioterigfeit : im ©efetlfcfyaftSbauer gefyt er binnen toenigen Sagen 
regelmäßig an baS gutter nnb oerliert £)anf ber £efyre nnb beS Unterrichtes , toeldjeS bie 
bereite eingetoo^nten 93ögel u)m geben, balb alle ©d)eu nnb ängftlidtfeit. 3cfy jie^e einen 
folgen Sitbfang jung aufgewogenen unbebingt oor nnb rate, eS ftcfy nicfyt ber SM^e oer* 
brießen ju laffen, ba too man eS fyaben fann, im grüfyjafyr auf toeit nnb breit ®raSmüd'en 
&u oer^ören unb bann bem trefflid;ften ©änger unter ilmen eine galle ober einfad)er baö 
Kla^pneft ju [teilen. 

iÖei forgfältiger Ibtoartung leben toentgftenö bie größeren (S>ra^müdenarten oiele 3afyre 
im Käfige. Dbenan fte^t in biefer S3e^ie^ung ber 3)^önd), toelcfyer ertoei^licl) funfte^n hiß 
ac^tje^n 3afyre in ®efangenfd>aft aufgehalten §at „ülftem @d)toar^blättc^en u , f treibt mir 
^ßed;, „laufte ic^ oor jtoölf 3afyren, nac^bem e« angeblich fuvj oortyer gefangen toorben 
toar. !Da id) frifc^e Imeifeneier unb S^e^ltoürmer ^ur §anb ^atte, ging ber $ogel fofort 
an ba6 gutter, unb fd>on na^ toenigen Sagen fing er leife an ^u fingen, ^acfybem id; i^n 
einige 3ai)re mit bem 9^ac^tigallenfutter unb täajtdj einigen ^e^ltoürmern gefüttert ^atte, 
begann er |)lö0i^, le^tere ju oerfd;mäfyen unb §at fett ber £eit nie toiber einen 9J^e^l^ 
tourm angerührt ; . felbft toenn icb folebe ^erftoalten unter ba3 gntter mifc^te, ließ er fie liegen. 
@o fyat fic^ ber 35ogel, inbem ic^ i^m im Sinter trodene Imeifeneier, aJio^rrüben unb 
(Semmeln, im Sommer frifd;e 5Imeif eneier , im §erbfte öfter iöeren gab unb feit ettoa 
fünf 3a^ren unter ba3 fleiugefc^nittene gutter Datteln unb geigen mifcfyte, bis heutigen 
Sagö oollftänbig gefunb erhalten unb jeigt ntd^t einmal an ben &fyn, toie man bteö bei 
Stubenoögeln fo oft finbet, irgenb toelcfye 35erftümmelung, ift vielmehr fauber unb glatt oon 
^efieber unb berechtigt mic^ p D ^r Hoffnung, i^n noc^ 3a^re lang in gleicher griffe ju 
erhalten.'' t^nlic^e 53eif^iele finb mir noc^ mehrere befannt getoorben, unb ebenfo toeiß 
tc^, bafö auc^ anbere ®ra3müdenarten toenigftenS fed)6 bis neun 3a^re im Käfige ftd£> ge^ 



154 länger. 

galten ^aBen. «SelBft alt gefangene toerben im Verlaufe ber &\t fe^r ja^nt, gett>öi?nen fid) 
oollftänbig an ifyren $äfig nnb Pfleger, Betragen fidj ftets nu?tg nnb oerftänbig nnb jetgert 
nur toärenb ber ^u^ät eine größere Unruhe als fottft; bod) gibt e3 ^uSnatymen. (gin^elne 
[feinen gar leine SRn^e ^u leimen ,■ Belegen fid> faft ben ganzen Sag ununterBrodjen nnb 
toBen nnb lärmen nod? toärenb ber ^a^t^eit in ifyrem ®eBauer umßer. „ £)a id) mit einem 
großen Seile meiner $ögel audj> nacfcts ein gimmer teilte", fdjreiBt mir £)'2llton, „fyaBe 
td£> feit länger als ^toei 3a^ren Bei oerfdn'benen Etüden erfahren lönnen, baf$ ber Sftöncfy 
ber unruljjigfte ®aft tft, ben e3 geBen lann* Der 23ogel fcfyeint fe^r erregBar %u fein; Bei 
jebem and) nod) fo geringen ®eräufd)e nnb fd?einBar felBft o^ne Urfacfye lärmt er in feinem 
täfige, tanmelt gleicfyf am mit ben güßen auf bem ©pring^e lj>in nnb Ijjer nnb erzeugt 
burd? IjmrtigeS SBetoegen mit ben glngeln einen fd?tt>irrenben Saut ; ptoeiten toirb er förmlid) 
fcfyttrinblid) nnb taumelt nnb fällt bann nad) ber 8id)tfeite beS täftgS gegen bie Dräte ober 
bereu SHaljjmeuleiften; nur au&tatymStoeife Der^ält er fid) einmal eine Dfacfyt gan^ ftiH DaBei 
ift er gefunb nnb tool, fingt fleißig, nnb Billig muf$ id) mid? oertounbern, bafS er Bei ber 
geringen SRul^e, toelcfye er fidfy be3 ^ad)t3 gönnt, am Sage nod) fo munter ift 9ttand)mal 
freiließ entfd)äbigt er fidj> burd) einen fleinen Sagfcfytaf am borgen." (Solche 2Iu3nal)men 
lönnen ba3 8oB, toeld)e3 oon allen ÖieB^aBern ben ®ra3müden mit Dfacfyt gesollt toirb, nid>t 
fcfymälem. 3l?re oortrefflicfyen (£igenfd)aften üBertoiegen Bei toeitem bie einzelnen lleinen, 
ben Pfleger ftörenben Eigenheiten u)re3 2Befen3. Daf3 fie fiefy aud) im Käfige fortpflanzen, 
ift burc^ unferen SttitarBeiter oon gretyBerg feftgeftellt toorben, „(Sin ^ar^en be3 9JMfter* 
fängerS" fcfyreiBt er mir, „niftete frei in einer Domenfyede meinet gluggeBauerS- Das 
s Jkft ioar iebeSmal toie ba3 ber ®artengra3müde geBaut, nur tiefer nnb fefter. Die ©er 
geigten auf toeißem ®runbe unregelmäßige ItcfytgelBBrauue gleden. Sfteljr aU ein mit bicfytem 
®eBüfd> Befe^teS gluggeBauer nnb einige 2lu3toa$l in ber ^a^rung verlangt ber $ogel nid;t, 
um ju Brüten." 

Der '»ßreis unferer ®ra3müdenarten , benn bie fübeuropäifcfyen Belommen toir leiber 
noefy immer nur feljjr einzeln, rietet fid) jumeift nad) ber ®üte ifyreS (SefangeS. 3m ®eBirge 
lauft man fd)on für einen Sater einen recfyt gut fingenben ©d;toarj!o^f, in ber GrBene bie 
^ier ^eimifd^en Wirten toärenb ber 3 u ^ e ü n °fy Billiger; vortreffliche länger bagegen finb 
ba3 fünf = Bis yfyn\&§t ioert 



ftrobfrtiujer. 



Die üBer bie alte Seit fcerBreitete ®ru|)^e ber SauBfänger umfafft fleine $ßeid)freffer 
mit fcfytoacfyem, an ber Sur^el ettoaS üerBreitertem , üBrtgenS )3friemenförmigem , J^orn ju= 
fammengebrüdtem ©c^naBel, mittellangen, fc^toac^en, lleinen Süßen, $iemlicfy langen glügeln, 
unter bereu <Sd?tt)ingen bie britte nnb oierte bie anberen üBerragt, mäßig langem, gerabe 
aBgefdmittenem ober fd^toad? auSgelerBtem ©c^toan^e fotoie enblic^ loderem, Bei Beiben 
®efd)led)tem me^r ober weniger gleicBgefärBtem, oBerfeitS graulich ober graulid)grün, unter^ 
feitS gelBlic^ioeiß ober toeiß gefärBtem geberlleibe. 

791.- $er SBalblauöfftttöer , @etben= r ©palieröögelc^en, @^tüit;tlau6üDget k., Phyllopueuste, 
(Mot., Sylvia, Sibilatrix, Fidecula) siMlatrix, Sechst., (flaveola, sylvicola). — 51. 33.: Naumann, 
SS. 2). III, @. 556. — ©röße ber 3aungva§mütf e ; Oberfette ^eH oüüettgriiit, Äopffetten, ^tnit unb Äc^tc 
fd)ttefelgel& , tropf unb untere ^lügelbetfett bläffer, übrige Unterteile wei^, bie (Seiten oliüen üertoafclien, 
ein gügelftreifen burc^S Singe fcfjmärjtidl) , ein über bemfelben bt§ auf bie (Schlafe ^erablaufenber 5tngen^ 
ftretfen fcfytoefelgelb; (S^toingen nnb @tenerfebem oliüenbraun, außen fdjmal oliöengrün, innen, bie @d)toan^ 
febern auef) am ©übe, breiter weißlich geranbet, @c^toingenbecfett außen grüngelb gefäumt. ^ri§ bunlel^ 



&mbfcmger. 155 

braun, Sdmabel fd^ar^braun, an ben Sdmeibenränbern unb an ber Surfet gelb, $üße rötlicfybraun. — 
Seibdjen gleidjgefärbt. 

S3etoolmt ba3 gemäßigte (Suropa bi§ tn§ mittlere Sieben fyinauf, ba§ tt>eftXic^e 2lfien unb erlernt 
auf beut Buge in 9?orbafrtfa, US Slbeffmien öorbringenb. 

792. $er $tti3fou&f finget, ^itiS, $itingseifig, Seibenmüde, Seibenblatt, Sommerfönig , Scfymitl, 
SiSpertein 2c. Ph. (Mot., Sylv., Fidec.) trochilus, L., (fitis, flaviventris, tamaricis, angusticauda, 
icterina, Eversmanni). — 51. SB.: Naumann, SS. 2). III, <S. 568. — ettoaS Keiner al3 ber Mb- 
laubfänger; Oberfeite olioenbraungrüu , SSür^et beutlidjer grün, Unterfeite blafSgetb, am Ke6r)afteften auf 
Äc^tc unb topf, Olirgegenb, $atä* unb törp erfeiten olioengetbbräuntid), ein f dentaler Slugenftreifen blaf3= 
gelb, ein fd&maler $ügelftreifen burd>3 luge bräunlich, Unterbruft unb S3aud» toeiß mit Jamalen oer= 
toaf dienen blafSgetben (Säumen, untere Sd)tt>angbeden toeiß, fcfytoad) getblid) oertoafcfyen, untere $tüget= 
betfen beutlid^er gelb; ©Urningen unb Scfytoanafebew olioenbraun, außen fd^mat bräunlid)grün, erftere 
audj innen breiter toeißlidj gefäumt. $ri3 bunfelbraun, Sdjnabet fd)tt>aräbraun, Sur^el be§ UnterfdmabelS 
gelb, $üße gelbbräunlidfy. — Seibdjen gleich gefärbt. 

2>iefer ioeit öerbreitete SSogel wirb norbtoärtS bi§ über ben $olarfrei§ fn'nauS, ofttoärtS bis im toeft- 
lidjen $nbien angetroffen unb burcfymanbert im Sinter Slfrifa bi§ Sftatat. 

793. $er äöet&ettfou&fftttger, Seibenfänger, (Srbgeifig, 2ftittöalbtein 2c, Ph. (Mot., Sylv., Curr., 
Fidec.) rufa, Briss., (abietina, nemorosa, acredula, brevirostris , sylvestris, collybita). — SSergl. : 
Naumann, SS. 2). III, 581. — deiner aU ber^itiS; Oberfeite lebhaft olioengrünlidjbraun, ein fdjmaler 
Slugenftreifen blafSgelb , ein unbeutlidfyer $ügetftreifen braun, topf=, £al§ = unb 2etbe§fetten otioengetblid)= 
braun, telile unb topf bläff er mit einzelnen oertoafcfyenen btafägelben Seitenfäumen , Unterbruft unb 
Saud) toeiß, untere Sdjtoangbeden btaf3=, untere gtügetbeden beutlid) 'gelb; ©Zwingen unb Scfywangfebern 
oliüenbraun, außen fdjmal grünbräunli$, erftere audf> innen breiter fafyltoeißlid) gefäumt. $ri§ bunfelbraun, 
(Schnabel tjornbraun, Surfet be§ UnterfcfynabelS gelblid), Pße braun. — Seibdjen nic^t oerfd)iben. 

2)er SSerbreitungSfreiS biefeS belannten SauboogelS ift minber ausgebest at§ ber feiner Sßertoanbten; 
bodj bringt audj er bis nacfy ^orbfditoeben unb SftorbrufStanb oor, finbet fid) nod) im toefttidjen Stfien 
pufig unb befugt im Sinter ^nnerafrifa. 

794. $er SStwmtaufefättger, Ph. (Abrornis) tristis, Blyth, (fulvescens). — SSergl. : ^erbon, 
B. of Ind. II, 190. — $n ®röße unb Färbung bem Seibentaubfänger fet)r nal>e oermanbt; aber oberfeitS 
matt oliöenbraun, ber Slugenftreifen rote topf- unb 2eibe§feiten, tefyle unb tropf röttid)fat)t. %xi$ braun, 
Sd)nabel fd)toär^id>, Unterfdfynabet an ber Surfet unb bie Sdmabetfdtineiben getblid), $üße bräunlid)fd)toarä. 

Sinters in ^nbien, atfo {ebenfalls in «Sibirien SSrutooget. 

795. $et SfaftfoU&fttttöer, Ph. (Sylv., Phylloscopus, Horornis) fuscata, Blyth, (sibirica, brun- 

neus, flaviventris). — SSergl.: 9ttibbenborf, Sibirifd^e 9Mfe, 180. — ®rÖße beS SeibentaubfängerS ; 
otioenbräuntid) , eitt fc^mater Slugenftreifen toeißftd), ein oertoifc^ter ^ügetftric^ bun!et, topffeiten, bie 
Unterteile uub unteren $lügeibeden gart roftbräuntic^ fa^l, tinn, Oberle^te unb SSauc^mitte toeißlid^; 
@d)toingen unb Sdjtoanäfebern bunlelbraun, außen ^eU olibenbräunticfy gefäumt. S»rif bunlel nufsbraun, 
(Schnabel bunlelbraun, Unterfdjnabel an ber Surgel l^orngelb, ^üße grüntic^braun. — Seibdjen nic^t 
oerf^iben. 

Über (Sibirien unb Oftafien verbreitet; Sinters in $nbien. ' 

796. QtX SBerglauDfättger, Ph. (Sylv., Fidec.) Bonellii, Yieill., (Nattereri, albicans, prasino- 

pyga, montana). — SSergl. : Naumann, SS. 2). XIII, 417. — ©röße beseitig; Oberfeite büfter otioen- 
braun, fc^ioad^ grünlid)gelb angeflogen, ^öür^el lebhaft oftoengelb, ^üget unb Slugenftretfen njeißlid^, ein 
furger Strid) hinter bem Singe bunfel , Obrgegenb fa^l roftbräunli^, Unterteile toeißlidj , bie Seiten fd^toad^ 
roftfafyl oertoafc^en, untere ^tügetbeden fd^toefetgelb; Segnungen unb Sdjtrangfebern otioenbraun mit fdfymaten 
olitengrüngetben 3lUßen= itnb toeißlidien ^nnenfäumen, Slrmfd^toingen breiter otioengetb gefäumt, bie oberen 
braunen glügelbecfen am ©nbe olioengrünltd). ^riS bunletbraun, Schnabel Ijornbraun, Sd)neiben unb 
Surgel be§ Unterfd^nabetS ^orngelb. — Seibd^en gleid)-, f)öd)ften§ ettoaS matter gefärbt. 

SSetoo^nt ben Süben ©uropaS, ba§ toefttidie Slfien unb Dfiorbafrila, brütet aber auefy \djon in Der 
Sdötoeij, einzeln in Öfterreid) unb fetbft in SBaiern, jtc^t im Sinter hi$ Wuhkn unb in bie Sänber be§ 
Senegal. 

797. 2)et Sßtttt&ertaU&tJOget, Ph. (Sylv., Phyllosc.) magnirostris, Blyth, (indicus, javanicus, 
borealis, Eversmanni-flavescens, sylvicultrix, Kennico tti).*— SSergl.: Naumann, SS. 2). XIII, S. 69. — 
(Sröße be§- $ttt§; Oberfeite büfter oliüengrün, ein Slugenftreifen getblic^toeiß, ein ^ügelftrid^ bun!et, 53aden unb 
Obrgegenb gelbtid^weiß , ledere unbeutlid) bunller geftrid)ett, Unterteile ioeiß, fd^mad^ gitbtid) angeffogen, 



156 ©änger. 

§atS mtb SeibeSfetten braunlidfygrau üerftafeften , untere $tügelbeden gitblieftroeifi ; «Sefttoingen wtb ©cfttoan^ 
febern buntetbraun mit fcftmaten otiüengrünen Sluften^, bie erfteren aucft mit breiten faftttüeifäen $nnenfäumen, 
W erften 2)eef febern ber 2trmfefttt>ingen mit fafttgrüntieftem @nbe, toobureft ein unbeuttiefter «Spiegel entfielt. 
$riS biffter braun, ©eftnabel buntel bleifarben, Unterfcftnabet an ber SBnr^et bräuntteftgelb , fjüfje 
btafSbteifarben. — 2Beibeften nieftt öerfcftiben. 

2)iefer einmal auf §elgotanb erlangte Saubfänger finbet fieft in <JFcorbrufStanb unb im größten Seite 
Stftert^ , oom toefttieften unb mittleren ©ibirien bis $amfcftatfa, ttanbert im Sinter bis naeft ben *ßftitip= 
pinen unb ben $nfeln beS inbifeften SBettmereS" unb ift ber einzige feiner @ippe, Wetter im 9£orbü?eften 
2lmerifaS gefunben nmrbe. 

798. $et 93taWu&f (taget, Ph. (Reguloides) occipitalis, Blyth., (Middendorffii). — SSergt.: 
^erbou, B. of Ind. II, 196. — Unbebeutenb größer als ber $itt§; Oberfeite büfter-, SBiirjet lebhafter 
olibengrün, ein beider ©treifen längs ber $opfmitte öon ber @tirn bis gum s Jlaöfen, Slugenbrauenftreifen blafS^ 
gelbtiefttoeifj, gügelftreif en bureftS 2(uge grau, Äopff eiten unb Unterteile nebft unteren $tügetbecf en meipeft, feftroaeft 
gitbtid} überftaueftt, ©eiten grantig öerwafeften; @cfttt>ingen unb <Scfttt>an3febern oüüenbraun, außen feftmat 
otiöengrün, bie erfteren innen breiter fteipeft geranbet, bie 2lrmfcfttt>ingen am @nbe ebenfo gefäumt, toobureft 
eine formale Ouerbinbe entfielt, bie beiben äufierften ©efttoanäfebern am @nbe innen weiß gefäumt. $rtS 
nußbraun, ©cftnabel ftornbräunlicft, Unterfcftnabet borngetb, f^ü^e bräuntieft. — Seibeften nieftt öerfcftiben. 

SBetooftnt Oftinbien unb ben Ural. 

799. £er tröttfottfijättöer, Ph. (Sylv., Fidec, Phyllosc.) eoronata, Temm. & Schleg-. — 2t. 

33.: Faun. jap. 48. — $n®ri3J3e unb Färbung beut 93täfStaubfänger nafte bertuanbt; bie unteren (Sefttoan^ 
beöfen aber beuttieft getb unb bie beiben äufserften @djttjait&febertt innen gelb geranbet. 
2>äS Verbreitungsgebiet ift Oftafien, Sftina unb $apan. 

£)te näcfyftfolgenben Sitten toetben bet Untetfippe bet ®olblj)äl)nc!t)enlaubfänget 
(Phyllobasileus) äugelt. 

800. $et ^Olb^ä^tt^entauöjttttgct, Ph. (Sylv., Mot, Regulus, Reguloides, Phyllosc, Phyllobas.) 
modesta, Grould, (inornatus, superciliosus). — 35ergl.: Naumann, 35. 3). XIII, 74.— @ttt>a§ Heiner 
atS ber ftitiß ; Oberfeite mattotit-engrün, ein Slugenftreifen btafSgelbticft, ein gügetftreifen bureftS 2tuge bwtfel* 
grau, ein längs ber ©efteitetmitte öertaufenber unbeuttiefter ©trieft fteffgrüngelb , $opf = unb Äörperfeiten 
gart grüntieftgetb , bie übrigen Unterteile tt>ei§, getb tieft angeflogen, untere gtügetbeefen »etfj; @efttoingen 
unb @cftit)angfebern feftttarjbraun , außen feftmat otiüengrün, bie erfteren innen tueiß gefäumt, 3)cd febern 
ber ^rmfefttüingen unb bie größten oberen $tügelbe<fen am (Snbe btafSgetb geranbet, bafter gtoei fteltte $tüget= 
querbinben. $riS braun, ©eftnabet fcfttoärjticft, Unterfeftnabet an ber SBurjct getb, grüße getbtieftgrau. — 
Seibeften nieftt öerfcftiben. 

SBetooftnt Sibirien, Gfftina unb ben §imatafta, toanbert im SBinter bis naeft Siefinbien ftinab unb 
würbe al§ $rrgaft toiberftott in 2)eutfd)tanb unb ©roßbrittanien erlangt. 

801. $et ^öttiö^lauöf ftttget , Ph. (Mot., Abrornis, Reguloid., Regul., Phyllobas.) prore^ulus, 

Pall., (chloronotus) — %: 33.: ^erbon, B. of Ind. II, 197. — ®ri5ße unb allgemeine Färbung nüe bie 
beS' ©DtbftäftncftentaubfängerS; aber bie 5tugenbrauenftreifen beuttiefter getb, bie Unterfeite reiner weiß, ber 
©trieft tängS ber @efteitetmitte bis in ben ^Jlaefen breit = unb btafSgetb; außerbem atS befonbereS Äcnn* 
tieften, eine breite btafSgetbe quer über ben SBür^et üertaufenbe 5Sinbe. 

2)iefe biSfter in ©uropa nieftt beobaefttete 5trt teilt im übrigen baS Verbreitungsgebiet mit ber t>orfter= 
geftenben. 

®te öaubfänget finb <SommetDögel unfetet Salbungen. 53on t^tet Stntettetfe TfitM* 
gefe^tt, etjcfyeint nntet t^nen junäc^ft bet SetbentauBfänget , meift fc^on im anfange bet 
fetten §älfte be^ 9ttät£, menn auc^ fein 3 U S wft 9 e Ö en %Rttte ^xiU beenbet tottb; tym 
folgt bet gittölanbfänget, mltfjtx gegen (Snbe beö 9CRät§ Bei nnö etnjutteffen pflegt nnb bis 
■ättttte ^l^tilö in SD^tttclbcutf^lanb butc^toanbett, unb julc^t enblid; [teilt fid) bet SalblauB^ 
fanget ein, in guten 3at;ten in bet testen §älfte beS Sl^tit, in minbet günftigen etft p 
©übe 9M3 eintteffenb. Umgelegt oettäfft biefet unfete Salbungen am ftü^eften, fc^on 
im faguft unb fpäteftenö anfangt ©e^tembet, mätenb bet gittötauDf äuget meift no$ bis 
ju (5nbe ©eptembetö unb bet Seibentaubfänget im SDctobet »cm unö megjie^t. 1)ex ^3etg= 
laubf äuget !ommt in ©übbeutf erlaub ebenfalls fpät an, nic^t leicht oot Ablauf beö $tpü. 



SoM&ftfttget. 157 

manchmal faum bor ber üDtttte beS Mai unb oerläfft bett Brutort meift fcfyon anfangs 
2luguft ober bocfy im Saufe beS Monats» Unter unferen norbbeutfcfyen Wirten ift ber gitiS 
ber tyäuftgfte unb oerBreitetfte, ba er nicbt Bieg in SauBtoalbungen aller 2lrt, fonbern aud? 
in oertoilberten Baumgärten, auf 5Iuen, tt>eld;e mit Setben bepflanzt finb, in Bufd)toeiben* 
bieten, an glufSufern unb an ä^nlic^en £)rten oorfommt, gleicfyoiel oB biefe in unmittel* 
Barer SftacfyBarfcfyaft menfd;lid;er Berufungen liegen ober ntdjt. Seit me^r Satboöget als 
er finb bie übrigen. Seiben * unb SalblauBfänger Betooljmen CauB* toie ^abettoatbungen, 
am üeBften biejenigen mit gemixten Beftänben. 3m Mittelgebirge barf man ba, too einige 
Budjen ^toifcfyen giften ober gieren ftefyen, ben SalblauBfänger ficfyer oermuten, nicfyt feiten 
genügt i^m ein einiger Baum ber genannten 21rt, um ficfy in einem folgen Salbe anp* 
fibeln. £)er SeibenlauBfänger teilt mit ü)m ben 5luf enthalt, meibet bagegen Salbungen, 
toeld?e ber gitiS Betoo^nt, me^r ober toeniger unb Befugt fie l^öcfyftenS toärenb beS $u&$ r 
toelcljer üBerfyaupt alle 5Irten in bie oerfcfyibenartigften Baumgrufcpen unb ®eBüfd?e füfyrt 
£>en BergtauBfänger finbet man am ^äufigften auf fübticfyen ober toefttid)en Berggel^ängen, 
in einer Wtmtytyt Bis taufenb Steter unb barüBer unb $toar fo gut als auSfd)liepcfy in 
SauBtoalbungen , toelcfye reicfy an Unteres finb unb bereu Boben ®räfer, gamfräuter unb 
anbere ^flan^en ^eroorBringt. ®efd)loffenen ^abel^o^toalb lieben bie öauBfänger nicfyt, 
metyr nocfy ^tangen^ots unb SalbeSteile, in bereu Beftanbe Bud)en eingefprengt finb; bocfy 
mad)t nad; eigenen Beobachtungen ber Salblaubfänger, toenigftenS in bringen, Neroon 
ptoeiten audj> eine 2IuSnalj>me v Unter allen Umftänben fi^t man bie 23ögel auf Bäumen 
ober, fyötyeren ©trautem, oorauSgeje^t, bafS folcfye nicfyt auf größeren @trec!en fehlen unb 
fie p>ingen, jeben beliebigen Bufd) ober jebe £)ed:ung überhaupt, BeifpietStoeife alfo aucfy 
^Köfyricfyt aufpfucfyen, toie gelegentlich u)rer Steife p gefeiten pflegt. 3n ber £)% ityrer 
Sipfel fmben fie alles, toaS fie bebürfen unb, machen ficfy, £)anf i^rer üJJhmterfeit unb 
öcb^aftigleit, fel;r Bemerflid;. 3ebeS $är($en grenzt ficfy fein So^ngebiet ab, toie Hein 
baSfelBe aud) fein mag, oertreiBt aus biefem pmal toärenb ber Brutzeit eiferfüctytig jeben 
^teBenButyler ber gleichen 2lrt, nectt unb jagt ficfy aücfy mit allen fid) nä^emben Vögeln, ift 
üBer^au^t in Beftänbiger Unruhe unb Ijjüpft unb flattert otyne UnterlafS oon einem 3^ e ^3 e 
pm anberen. 23or unb toärenb ber Brutzeit Beeifert ftcfy außerbem baS Männchen, burd; 
feinen ®efang ficfy Bemerfticfy p machen, unb gerabe beS^alB ptylen unfere öauBfänger p ben* 
jenigen Vögeln, toeldje ben Salb in anmutigfter Seife BeleBen. BefonberS auSge^eidmete 
©änger finb fie freiließ nid)t; ifyre einfachen Siebten unb ber angenehme &octruf fallen aBer 
auefy nicfyt unangenehm in baS D^r, unb ber ©efang beS Salb^ unb BerglauBoogelS ^>at 
pbem ettoaS fo eigentümliches, bafS man bie üeinen (Gefeiten, auc^ njenn man fie über* 
fe^en toollte, unmöglich üBer^ören fanm 3m Dociton ähneln fic^ faft alle Wirten me^r ober 
toeniger; baS fanft ^feifenbe „^üift'' beS SalblauBoogelS ift faum oon ber Öoctftimme beS 
gitiS p unterfcfyeiben, unb auc^ baS „3ift" beS SeibenlauBfängerS erforbert ein feines £)tyr, 
um ben Unterfc^ib ^toifc^en itjjm unb jenem Öodtone feft^uftellen. Sßiel leid;ter erfennt man 
ben BerglauBfänger, beffen Dociton nac^ ÖanbBecf toie „§oieb" ober Bei ©orge toie 
„Seieb" Hingen folt ^er ®efang beS SalblauBoogelS ^at ettoaS aBfonberlic^ fcfytoirrenbeS, 
ober toie Naumann fagt, fdmurrenbeS unb jtoitfc^ernbeS, unb bie §auptftro^e beSfelBen 
flingt toie „3^p ftyMiW PWf^^ 3 fW^ firrrrr'', toorauf baS fanfte „£)$" folgt. ©aBei 
pflegt ber SBoget eBenfo oft langfam oon einem Baume ^um anberen fid? p fc^toingen ober 
fcfytoeBenb unb mit ben glügeln jittemb auf einen niebrigeren fic^ ^eraBjufenfen, toie oon 
3toeig p Stoeig ju ^ü>f en unb p flattern , Bläft bie ^e^le auf , er^eBt bie (Scfyettelf ebem 
p einer §olle unb richtet ben ^d)naBel nac^) auftoärtS, geBärbet fid; auc^ fo, als fofte eS 
it>m große Wltyt, bie £öne ^erauSpftogen: !DaS Siebten beS BerglauBfängerS Hingt nac^ 
SanbBec! toie „<S=e*e*e^e*e*e, tr^r^e^e^e^r ba*=ba=ba^ba^ba*ba?ba , touit^touit^touit^touit f 



158 ©ättger: 

ober ^iet^bjet^ett^etHett^ett, $oüt&, tUtUtututx"; baS beS gitiS tote „£)ibtbi bie bie büe 
büe büe bea bea büe beiba beiba ba"; baS beS SeibenlauboogetS enblicfy tote „£)itm, beim 
bemm bitm beim bälm beim bitm beim bemm bötm bitm bemm bem", mit baran ftdfy an* 
fcfytteßenbem teiferem „£>ebebrebet"j 

Wt Staubfänger Bauen mef^r ober toeniger bt$t übertoötbte Hefter mit feittidfyem (Hn* 
gange auf ober unmittelbar über bem 23oben. £)aS SReft beS SatbtaubfängerS fte^t meift 
lux fteineren §älfte im ®rafe in einem 23üf d)dj>en , an einem iöaumftamme, einem flehten 
§üget ober in einer ausgetretenen Vertiefung, ift aus bürren ®raSbtättern unb §atmen, 
toel^e mit (SrbmoS oerbunben toerben, pfammengeflod^ten, innen mit garten §almen unb 
^ferbe^aren aufgelegt unb enthält fünf bis fteben auf jart toeißem ®runbe mit feinen 
bunfetoiotetten fünften ober größeren braunen gteden gezeichnete gier. £)aS Sfteft beS gitiS 
toirb ebenfalls aus bürren ®raSbtättern unb §almen errietet, mit SftoS unb %av& um* 
fteibet, innen außer mit ^ßferbe^aren aud) mit gebem aufgelegt; ber ©a^ jä^lt ebenfalls 
fünf bis fteben auf toeißem ©runbe mit rotgelben gteden über unb über befpri^te ©er. 
£)er Seibenlauboogel baut getoötyntid) in trodenen belaubten ©cfyen*, giften* ober Sacfyot* 
berbüfd)en, ©d)itfbüfcfyetn, unter übergangenem ©traucfytoerfe u. f. to v 30 cm - bis 1 m - über 
bem Söoben, errietet aus ®raSbtättern unb bürren ©tengeln ein badofenförmigeS (^etoölbe 
unb fleibet baSfelbe außen mit 9ttoS unb &tub, füttert eS innen mit ^flan^eutoolle , §aren 
unb oielen gebem aus unb legt fünf bis fed)S auf toeißem ®runbe getoötynticfy in ber 
ftumpfen §älfte rotbraun, braun ober bunleloiolett geftedte unb gepunftete (gier. £)er 
23ergtaubooget enbticfy oerbinbet baS Sfteft fo mit einem ^ßflanzenbüfcbet, bafS bie §alme beS 
teueren in ben $fteftranb eingetoebt toerben, unb legt auf toeißem @runbe mit braunroten 
gießen unb fünften ^Ireid? befehle, oietfacf) abänbernbe ©er. 9?ad) brei^ntägiger 23e* 
brütung, an toelcfyer aucb baS Munden ftc^> beteiligt, entfcfytüfcfen bie Zungen, ttm bret 
SBocfyen ffcäter fliegen fte mit ben Altern fcfyon munter untrer. Severe lieben ©er unb 
23rut außerorbenttidf), ft^en fe^r feft im s J2efte beoor fte abfliegen, fucfyen einen geinb burd? 
bie getoötmticfyen VerftetlungSfünfte mögtid)ft rafd) abzuteufen unb toeg&utoden, oerraten 
gerabe baburdfy aber bem ^unbigen ben fonft fe^r fcfytoer auf^uftubenben, toeil regelmäßig 
oortreffticb oerftedten 23au. 

gtiegen, ©drnafen, OTiden, SBremfen, grüpngSfliegen, 23tatttäufe, f leine ^acbtfatter 
unb $äferd)en unb eine ga^llofe Stenge anberer Heiner Kerbtiere, toetdfye in ben belaubten 
3toeigen fid) aufhalten, aucfy f leine ©ginnen u. brgl. bilben bie 9?a^rung aller Öauboögel; 
benn nur auSna^mStoeife nehmen fte im §erbfte einige ißeren ^u ftd). 3m Käfige reicht 
man ümen toie allen garten Seicfyfreffem mögticfyft abtoecfyfetnbeS gutter, baS befte ^acfyti* 
gallenfutter nemlic^>, in toeißem man balb fußen ober fauren Ouarf, balb geriebenes gteifd? 
ober ©botter, 9^aifäferfc()rot unb 51metfen^u^en unter bie übrigen SBeftanbteile , @emmel, 
@rieS ober feine tleie, ^erfleinerteS Dbft, frifc^e ober gequellte 23eren, mengt. OJ^e^ltoürmer 
lieben fte nid;t fo fe^r toie gliegen, toeld^e i^nen ein toatyrer ßederbiffen ftnb. 3m 3^^ e ^ 
toerben alle Wirten balb ^a^m unb ptraulicfy, galten fic^> immer in ber §i3fye, na^ ber £>ede, 
unb führen oon ^ier aus ifyre ^unbpge aus, um bie ftd) ftnbenben Kerbtiere toegpue^men. 
3n Oielen ®egenben ^ält man fte als gliegenjäger mit Vorliebe im ^immer unb f^ä^t fie 
mefyr als alle übrigen bemfelben ^tität bieneuben V5gel* r bod^ bauern fte nur bei forgfamer 
Pflege einige 3afyre auS. „Mfyt mit Unred^t", fagt Siebe, „gelten fte als $arte 
unb fcfytoer ju ^altenbe ©tubenoögel , unb bocfy laben bie fanft flötenben Seifen beS gitiS 
unb baS muntere S3ene^men aller übrigen ©ifcpfcfyaftSgenoffen ben Vogelfreunb ein, fort* 
gefegte Verfuge glüdlic^er ©ngetoö^nung mit biefen fdfytanfen (Gefeiten ju machen. 3n ber 
S:at gelingen berartige Verfuge toeit beffer, als man früher annahm; uamentlid) ertoeift 
ftcfy ber gitiS als ein jiemlid^ l;arter Vogel, toelc^er bei vernünftiger Pflege trefflid^ attS* 



Soitbffotgtt. 159 

bauert. Mitgefangene Staubfänger werben p>ar fetyr fcfynell ja§m; beim $erfud>e ber ©n* 
gewö^jnung aber ge^t ber größere £eil p grunbe, aud) wenn man fie anfangt im gimmer 
frei fliegen läfft, pmal fie in ber ®efangenfdj>aft eine gan^ anbere 2lrt unb Seife beS £unS 
unb Treibens annehmen, als man fie an ben frei lebenben Vögeln beobachtet. @ie fifcen 
ftill anf einem beftimmten ^lä^en nnb machen oon ba aus oon ßett p $t\t Sftunbflüge 
burcfy baS 3immer, oerfucfyen felbft im Käfige bergleicben. $on bem eigentümlichen ©piet 
mit glügeln nnb «Sc^wan^ bemerlt man nicfyt eben oiel. Seit empfehlenswerter , als alte 
$ögel einpgewöfynen , ift eS, junge Saubfänger aufpptyen; nnr l)at man bie flehten nieb* 
liefen ®ef$öpfe rttcfyt p frü^ aus bem SKefte p fyeben, weit in folgern gälte bie Slufpdjt 
gefunber $ögel außerorbenttiefy fcfywer wirb, tnt oielmetyr am beften, fie frü^eftenS an 
bem £age cmSp^eben, an meinem fie ausfliegen wollen ; fängt man fie, nacfybem fie fcfyon 
einen ober p>et Xage ausgeflogen ftnb, fo ift bieS noefy beffer. 9ftau brandet nicfyt p 
fürchten, bafS bie £iere bann nicfyt fperren wollen, wie bieS allerbingS bei ben meiften 
(Singoögeln ber galt ift; alle £aubt>ögel branden nid;t müfyfam geftopft p werben, fonbern 
fperren, and) wenn fie oottfommen pge ausgehoben werben, fofort ober bod) nad? einmaligem 
©topfen. SttinbeftenS oier^e^n £age mufS man fie übrigens a^en, einmal weil bieS im 
greiteben oon ©eiten ber eilten audj gefd^t nnb bann, weil fie, p frü^eitig ftcfy felbft 
überlaffen, p große Mengen gutter auf einmal oerf dringen nnb baburd) ben $eim p 
tranf Reiten legen. 3n fo erlogenen Zungen erhält man gefnnbe, baner^afte $ögel, welche 
ftd) in ber Stube eine gnte ®efangSftrop^e aneignen, bie noefy liebli^ere unb ah 
wed)felnbere £öne t)at unb überbieS länger ift als bie ber wilb aufgewachsenen, <Ste be* 
tragen ftcfy in ber &tubt ganj anberS als bie alt gefangenen. 3n beftänbiger, munterer 
23e weglief eit fcfytüpfen fie bur$ bie 3^ e ^Ö e ber aufgeftedten Sfte, inbem fie ü}re topfbe* 
wegungen mit einem bti^fd)netfen Süften ber gittidje unb gleichzeitigen ^ieberfc^lagen beS 
©c^wan^S begleiten. £)aS ^eden anberer 23ögel fönnen fie nicfyt laffen unb wagen es, 
weit größere §auSgenoffen balb ba balb bort p ppf en, o^ne es aber böfe p meinen ; benn 
immer befcfyränft fid) ber trieg, wenn er ja einmal ausbricht, auf ein fur^eS Sdmabet* 
geflapper. Senn bie gitistaubf änger , oon benen idj> gern ein tyalbeS £)u^enb beifammen 
tyabe, fcfylafen Wollen, brängen fie fid) in eine SReifye pfammen, wie es bie ®ewo^ntyeit ber 
Sebefinfen ift, unb nel;men babei gern ©raSmüden als Scfytaf genoffen auf. Sie im 
greien im Iftwinlel einer jungen gierte ober im (S^weige eines @d)le^enbufd)eS, galten 
fie aud) im täfige, namentlich im §od)fommer, gern ein furjeS !iIttittagSfd)täfd)en. Wlan 
!ann ben munteren ©efäfyöpfen, welche ein recfyt reges Seben unter .bie mitgefangenen 
5ßögel bringen, ftunbenlang pfe^en, o^ne p ermüben. ^ur muffen fie gut gehalten 
werben, unb bap gehört, wenn es nid)t möglich ift, fie im äwwte* fliegen p laffen, 
ein größerer täftg. 3<§ ^abe fie bisher in einem 25auer oon 120 cm - ßänge unb 65 cm - 
§ö^e, in weld)em einige ^tvtx^t mit bünnen, jiemlic^ fen!rec^)tfte^enben 9?uten, Qxt^U 
fteine unb oben ein ferner ©c^aulelring angebracht finb, ^ufammen mit ^artenfängern, 
©raSmüden, §auSrotfc^wän^en unb (Steinfc^mä^ern gehalten; einzelne l)aht id; jwar auc^ 
in fleinen dauern untergebracht, aber babei @orge getragen, bafS fie minbeftenS eine 
©tunbe^lang fic^ im ,3hmner ausfliegen fönnen." 3Sor Jägern Secfyfel ber Särme mufS 
man Staubfänger forgfältig in Vityt nehmen. 3n gimmern , welche mittels eiferner Öfen 
ge^eijt unb bei £age fe^r warm gehalten werben, ita^tS bagegen leidet abfüllen, bringt 
man fie faft nie burefy ben Sinter, wärenb fie in gleichmäßig erwärmten Räumen fic^ 
au^ in biefer für fie traurigen geit wol befinben unb munter geigen, ©a^er l;ält man 
fie in türinger 23auerftuben Weit leichter als ba, wo ©teinfo^len^cipng üblic^ ift. 
£)er ^ßreiS frifc^ gefangener Öaubfänger ift faum nennenswert. 



160 - &%<*• 

&)ie S^W unter unferen europäifcfyen Vögeln tyaben geraben pfriemenförmtgen, \ptytxi, 
Dom feitlid? ettoaS äufammengebrüctten (Schnabel mit fantigem dürfen, bünne, fd?n>äd?lidj)e, 
an ben gußtourseln geftiefelte güße mit #emli$ großen burefy ftarf gebogene üftägel beerten 
3e^en, mittettange gtüget, unter bereu ©dringen bie britte unb merte bie längften fiub, 
unb einen mäßig langen, etioctS auSgeferbten <Sd)tt)anä fotote ein foeitftratigeS, feibemoeid)eS 
unb loderet ®efieber mit verlängerten praetytooft gelb unb rot gefärbten Sftittetfcfyettetfeberm 

802. $a3 ®olbl)ft(jtufjett, ©olbämmercben, ®otbfyämmel, ®otboögetd)en , ©träuß^enföntgin, Rauben* 
unb «Sommerfönig , Odjfenäuglein, fafranföpftge§ ©olb^ä^it^en it., Regulus (Mot., Sylv.) cristatus, 
Charleton, (regulus, flavicapillus , crocoeephalus, vulgaris). — SScrgt: Naumann, SS. 2). III, 
@. 968. — tteiner atö jeber anbere eixro^ätfc£)e SSoget; Oberfette otioenfat)tgrün, Bürget lebhafter, ©djtäfe 
unb §al§feiten ins Oliöenbräuntidjtoeiße , ©tirnranb unb ein «Streifen über bent luge gelter, $üget unb 
2tugenfrei§ toeiptf), SSorberfopf gelb, bie oerlängerten ©djeitetfebern lebhaft orange, fettttdj begrenzt burefy 
einen febttarjen 2äng§ftrid) , Unterteile roftgetbtoet^, Seiten roftbrännlid» ; 2lrmfd>tt>ingen innen toeiß, außen 
[dfjmal fyeltoliüenbraun gefäumt, Surgetn ber 2lußenfat)nen gelbtidjtoetß mit fdjtoarjer Ouerbinbe, Wintere Statt* 
f Urningen mit toeißen ©nbftädfyen, Slrmfdnoingen unb öorbere größte obere 2)edfebern mit breitem gelblich 
meinem ©nbflede, tooburdj jtoei Ouerbinben entfielen; ©d)tt>anäfebern toie bie ©dringen außen t>eftoliüen= 
braun gefäumt. $>x\% tiefbraun, Sdmabet ^ornfebwarg, prüfte bräunlidfy. — Seibeben tote bas> üD?änud)en, 
bie äJtftte be§ Oberfopfe§ jebocfy blaffer gelb, ttidjt orange. 

Über ganj ©uropa unb über ba§ nörbltdje Slfien bi§ in bie 2tmurtänber oerbreitet. 

803. $)er ^euerfrottjftttgcr, feuerföpfigeS (Mbl?älmdc)en u. f. id. R. ig-nicapillus, Brehm, (pyro- 
cephalus, mystaceus). — SScrgt: Naumann, $. 2). III, 983. — (Sröße be§ (Mbfyäfmd)en§; Oberfeite 
lebhaft otioengelbgrün, §at3feiten orangegetb, ©tirnranb roftbräuntidj, fdfymateg Ouerbanb über ben SSorber* 
topf unb breiter SängSftridj über ben meinen Stugenftreifen fc^roarg, ein breitet bunfelorangefarbene3 §etb 
einfdjtießenb , toetd)e3 ben ©Reitet unb £>interfopf bebeeft, @trid? burd)§ Singe unb formaler Slugenranb 
fcfytoäräticrjgrau, ein formaler ©triefy unter bem Singe, toetd)er unterfeitS burd) einen formalen bunlten SBart* 
ftreifen begrenzt ttnrb, toeiß, Obergegenb otiüengrau, Unterteile grautidjtoeiß , Seiten roftfafyt bräunttd); 
$inn unb Äeljle ebenfo aber lebhafter; ©Urningen unb Sd)toanäfebern fyellotiöenbraun , erftere innen toeiß 
gefäumt, Slrmfdjtoingen außen. hinter ber gelten Surfet mit breiter fdfytoar^er Ouerbinbe, Irmfdjtotngen* 
unb größte obere 2>ecffebern mit toeißem &nte, ba£)er jtoei unbeutticfye IjeKe Ouerbinben. QjjcÖ hellbraun, 
©dmabel fdjnxtrg, $üße bräuntid). — Setbcfyen mit orangegetbem ©Reitet, übrigen^ wie ba§ 9^änncgen. 

2)ie Slrt finbet fiö§ im mittleren unb fübtidjen (Suropa, aber nic^t im Sorben. 

804. ®er <®atta)J, ©olblronfänger, R. (Sylv.) satrapa, Licht., (tricolor). — 2t. 33.: SBairb, 
B. N. Am. ©. 227. — ^m allgemeinen tote ber ^euerlronfänger gefärbt, aber größer; bie Oberfette 
büfter otioengrau, o^ne olioengetbe §al§feiten, bie Hinteren Slrmfc^tDingen mit grautid^weißem @nbe. 

2)a§ SSögetc^en betoo^nt bie nörbtidoen Seite ber ^Bereinigten ©taten unb ift aud) auf @itd^a be^ 
obaebtet toorben. 

805. 2)et föUÖUtenlrönjftttger, K. (M., S., Reguloides, Phyllobasileus, Calendula) Calendula, L., (ru- 

bineus, pennsylvanica). — $ergt.: S3atrb, B. N. Am. @. 226. — (StwctS größer afö ba§ ©otb^neben ; 
Oberfeite otioengraugrün , ^opf büfterer unb meb,r tn§ ©raue , ^interfopf mit lebhaft feuerrotem äfttttetftecf, 
Slugeitring weißttd} , Unterfette gel&ticfyfaljttoeiß ; @d)toingen unb (g^toanafebern f djtoargbraun mit formalen 
olioengetbgrünen Slußenfäumen, bie erften innen Joeiß gefäumt, 2lrmfd)toingen außen mit fd^mar^er Ouer^ 
binbe, bie Hinteren außen, bereu Secffebern unb größte obere gtügetbecfen am @nbe fa^ttoetß geranbet. 
$ri§ tief braun, ©c^nabet ^ornfe^toarj , §üße braun. 

Sind? biefe 2lrt bewohnt 9?orbamerifa unb ge^t bi§ an ben §öcfyften Sorben hinauf. 

S)tc ®olbtyäfjmcfyen fiub S3etoo^ner ber ^abetmalbungen be3 9lorbenö toie ber (Gebirge 
unb finben fic^) ^ier töte bort bis pr S3aumgrenje hinauf: ©n^etne Irten jaulen ju ben 
@trid^, anbere ju ben Sanberi)ögetn. Unfer ©otb^ä^nc^en lägt fid^ nur burc^ bie ftrengfte 
Mite unb fyofyen ©c^neefalt ju größeren Reifen belegen, toärenb ber geuerlronfänger reget* 
mäßig toanbert. ®enau ba^fetbe fc^eint tyinfidjtüdj ber beiben amerifanifc^en 5trten ber galt 
^u fein unb ber @atra^) aU @trid;=, ber ^ubineufroufänger al$ SÖanbcröoget betrachtet 



werben p muffen. (Mb$ä^nd)en finbct man in nnferen 9?abetwatbungen jahraus jahrein, 
obgleich man Batb Bemerft, bafS ber Sinter p bcn ©ommerbögetn fotd)e Bringt, wetd)e 
watyrfcfyeinlid) heiter im Sorben ityre §eimat Ratten unb möglich er wetfe bie in nnferen 
Salbungen l?eimifdj>en erfe^en. geuerfr'onjänger bagegen erfreuten, bon ©üben tyer 
fommenb, erft in ben legten Sagen beS Wläxi ober in ben erften beS 3tyrit in nnferen 
Salbungen, berweiten Ijrier pm Seil nm p Brüten, wanbew pm Seit weiter norb* 
wärtS nnb fe^ren im ©eptemBer unb DctoBer bon bort aus wiber prüd, um mit ben 
fyiergeBlieBenen i^re Sfteife fottjufeften* Särenb beS Sintert begegnet man ifynen in ben 
Satbungen ©panienS, unb möglicfyerweife ftreid)en fie Bis nact> ^Jlorbafrila ^inüBer, um tyier 
bie latte ^reS^eit p berBringen. £)ie amerifanifcfyen Wirten wanbew ebenfalls unb burcfy* 
reifen bon £aBrabor, ^eufunbtanb unb anberen fyocfynorbifcfyen Seilen beS Erbteils aus alte 
bereinigten ©taten, erft im ©üben berfelBen §erBerge nel?menb. StubuBon unb 91 ut alt 
fanben Beibe 5Irten im Sinter in Souifiana, (So o per traf ben ©atrap im ©ommer in 
ben Satbungen (SotumBiaS , im §erBfte auf ber ©ierra ^euaba, ben 9M>inenfronf änger im 
©ommer nur auf §oc^geBirgen, im Sinter bagegen maffen^aft in ben Sieftänbcm $ati* 
formend 

3n i^rem Sefen unb betragen ftimmen, foweit unfere gegenwärtigen f emttmffe reichen, 
alle 5trten wefentlicfy mit einanber üBerein, oBgteidj), wie fetBftberftänbtid? , jebeS einzelne 
fein eigentümliches $at. ©o teBt baS (Mbfyätjmcfyen mit alleiniger 2IuSna1)me ber Brutzeit 
in größeren ®efettfcfyaften, wärenb ber (Mbfronfänger fetten in ^treicfyen SruppS, btelmefr 
meift parweife gefunben wirb unb watyrfd)eintidj> in trauter ®emeinfd)aft mit bem einmal 
gewählten (hatten fein £eben verbringt Särenb beS gugeS fcpeßt fid? ber (Mbfronfänger 
gern an baS (Mbtyä^ncfyen an, unb eBenfo bereinigen ficB bie Beiben amerifanifd;en Wirten 
p $eifegefetljd>aften, welche zeitweilig greub unb Seib mit einanber teilen. 2lBer audj> mit 
anberen Vögeln galten bie ©olb^ä^nc^en gute ®emetnf d)aft ; inSBefonbere finb es bie Reifen, 
p benen fie fidj) fyingcpgen fügten. Senn fie auf eine ®efettfd)aft bon §auBen* ober 
Sannenmeifen ftoßen, f fließen fie fid)erlid; biefen fid) an, unb ba nun bie genannten Reifen 
wiberum mit Baumläufern unb ^leiBern fid? bereinigen unb Bunt|>ed)te gewiffermaßen p 
gü^rern ermäßen, fo trifft man wärenb ber ©tridj* unb 3 u ÖS e ^ beinahe regelmäßig fo 
gemifcfyte ®efetlfd?aften an, wogegen bie unruhigen unb Saftigen ©d;Wanpteifen, bie raftlofen 
Btaumcifen unb bie jänüfe^en ^o^lmeifen Weit feltcner p ®enoffen erwählt werben, 
©olcfye (S5efeltfd)aft burd)wanbert pmtidj) regellos einen me^r ober minber auSgebe^nten Seil beS 
SalbeS, im ©pätlj>erBfte unb Sinter namentlich bie ©onnenfeite auffucfyenb, unb tyätt fid) 
in toeferem BerBanbe pfammen, ber gütyrerfcfyaft beS größten SOtttgtiebeS, aljo pmeift ber 
Buntfpedfyte unb beS tteiBerS, bertrauenb unb fotgenb. ®emeinfamfeit beS SunS unb SreiBenS 
bürftc als maßgeBenbe ltrfad)e biefer Bereinigungen angefe^en werben; benn bon einer wirf* 
liefen greunbfcfyaft ber berfcfyibenen Böget !ann im Prüfte wol !aum gejprod;en werben. 
3m reinen tiferwatbe Bewegt fi$ ein fotdjer 3«S fyty o&en fo ben Sipfetn bafyin, in 
gid^tenWalbungen bagegen nehmen ©ped)te, tleiBer unb Reifen me^r bie Sipfet, bie ®olb^ 
^ä^nc^en me^r bie unteren Seile ber $rone ein, wie fie aud) häufiger als bie üBrigen jum 
53oben tyeraBfommen. 

Sefen unb ©ewo^eiten^ Betragen, ging unb fonftige Bewegungen, üBer^auj3t baS 
ganje auftreten laffen bie (Mbtyätyncfyen als 9}iittelglieber jwifc^en Reifen unb öauBfängern 
erf($einen. ©ie ähneln ben einen fo biet wie ben anberen. Bon ben Reifen IjaBen fie bie 
ewige Unruhe, bon ben ÖauBfängern baS eigentümlid;e, fd>wirrenbe glattem bor ben 3^ e ^^n, 
bon \tntn bie ü)nen gemeinfame ®ewo^nl;eit , fid; auc^ unten an bie 3ix>etge anp^ängen, 
bon biefen baS Durd^fcfytüpfen unb ©urc^fudjen aller Seile eines BaumeS. gaft o^nc 
UnterBred^ung Rupfen fie flatternb bon einem Steige jum näc^ften unb galten nur bann 

©ve^m, 8efanaeueuboflct.il. - 11 



162 ©äncjer. 

einen 2tugenBlid ftilt, toenn fie irgenb toetdje ^a^rung aufnehmen. 23eim Rupfen tragen 
fie fid) magerest, Beim ©ttttfifeen ettoaS aufredet, toärenb beS ©prtngenS ^uden ober jtttctn 
fie mit ben gtügetn, Beim §>ü^fen auf bem Soeben bagegen Belegen fie fid; fefyr fcfytoer^ 
fällig. 3§r toeltenförmiger ging ift leicht, fcfynetl nnb geräufcBtoS, ioirb aBer oon heftigem 
Sinbe oft fe§r Beeinflufft. 23eim £mrd?meffen größerer ©treden, toetcfyeS nid)t ofyne 
yiot gefcfyiBt, fliegen bie ®olbtycu)ndj>en in furzen Seitenlinien, fo §n fagen fcfynurrenb ba^in. 

•@o lange bie Sitterung einigermaßen günftig ift nnb nid)t länget toärenbeS Unwetter, 
©türm, ^Regen nnb ©cBneefatt baS 2luf fitzen ber ^a^rung Beeinträchtigt, führen nnfere 
3toergoi5getcfyen ein ^armlofeS, IjjeitereS SeBen. 3^re 3utrauüd>feit toirb oon feinem nnferer 
frettcBenben $ögel üBerBoten. ©ie geftatten eBenfo gnt tote bie an §auS nnb Sttenfdjen 
getoötjnten ©cfytoalBen eine Innä^ernng Bis anf toenige ©dritte, olnte in ifyrem greiBen im 
geringften fiel) ftören §n taffen, feljen in bem ®eBieter ber (£rbe üBer^an^t ein ifynen toot= 
ttollenbeS ober boefy nicfyt gefafyrbrol^enbeS Sefen nnb fürchten fid? nnr oor ^auBoögetn, 
oor biefen aBer in einem ®rabe, bafS fie Beim @rf deinen berfelBen tote BefinnungSloS fiefy 
geBärben, jämmerlich auftreten nnb nad) einem furzen gtud)toerfud)e toie erftarrt anf einer 
nnb berfelBen ©teile fi^en bleiben. SlBgefe^eu oon folgen 3^tfc^enfäHen finb fie immer 
frö^lid) nnb Reiter, toerben bann nnb toann, jnmal im §erBfte, tool auefy üBermütig. „ @ineS 
oon itnten", fagt mein 23ater, „fängt in f freien an, brefyt fiefy fyerum nnb flattert mit ben 
gtügetn ; anf biefeS ®efcfyrei lommen mehrere l^erBei, Betragen ficB eBenfo nnb jagen einanber 
untrer, fo bafS ü)rer jtoct Bis fecfyS ein orbenttid;eS ©toiet treiBen. ©ie fträuBen baBei bie 
Hopffebern eBenfo toie Bei ber ^ßarnng, Bei ioetd;er baS 9JMnnd)en fein SeiBcfyen fo lange 
verfolgt, Bis eS feinem Sitten fid) fügt." ^ad)bem fotcfye (Stiele ootlenbet, ge^t eS in ber 
alten, getoo^nten Seife toeiter. £)cr Sodton ber ®olb^ä^nd;en ift ein me^r ober toeniger 
üBereinftimmenbeS , leifeS „©iftfi" ober „©rifrifri", ber ®efang nnferer bentfdjen Slrten 
ein fd)ioad)eS ©eflüfter ober ©etoisper, toetcfyeS man auS näcfyfter 9ftu)e ^ören mufS, nm 
eS üBerljattyt in »ernennten. £)aS einfache Sieb beS (MbIj>äl)nd)enS fängt mit bem Sodtone 
an, toecfyf ett mit mehreren £önen, nnter benen ^toei oon ungleicher §olj>e BefonberS ^eroor^ 
treten, nnb §at einen orbentlid;en ©c^lnfS. ^ac^ ^anmann'S 5(nfic^t ähnelt es bem 
Siebe • beS ißanmlänferS , ift aBer fcfytoäcfyer nnb feiner im £one nnb aBtoec^felnber. £)er 
®efang beS generfronfängcrS tlingt tanter, baS „©ifift" ift ftärler nnb anberS Betont, baS Sieb 
aBer für^er nnb einfacher nnb, ftreng genommen, nnr ein fdjmett nad? einanber ^eranSgeftoßeneS 
^©ififi" o^nc eigentlichen ©c^lnfS. 3lnc^ ber ©atra^ fcfyeint nac^ ben 5lngaBen ber amerifanifcfyen 
gorfc^er nic^t oiel jn triften, ber SHuBinenfronfänger bagegen gan^ anffallenb fic^ ^eroorptnn. 
InbnBon er^lt, bafS in ben Salbnngen SaBraborS Igelte, !langreid;e S:öne fein D^r 
trafen nnb in it>m bie3}leinnng ertoedten, bafs fie oon einem i^mnnBelannten länger l)erriu)ren 
mufften, ©er SSoget geigte fic^ anf ber ^\%t eines ^o^en ^5anmeS, tonrbe erlegt nnb als 
ber ^RnBinenlronfänger er!annt. „Unb bieS ift", fragte fic^ InbnBon, „ber üeine SeiB 
beS Gängers, oon toelcBem ic^ ein fo lanteS Sieb oerna^m? Senn idj> fage, bafS fein 
®efang eBenfo ftangoolt aBer toeit reicher als ber beS Kanarienvogels ift, fcfytoeife ic^ nic^t 
oon ber Sa^r^eit aB ; benn biefeS Sieb ift nid)t allein eBenfo fräftig nnb llar, fonbern nod? 
toeit toec^felreic^er nnb einfe^meic^etnber für baS £%." 3d; laffe eS ba^ingeftellt fein, oB 
InbnBon fid) bennoefy nic^t geirrt ^at; möglich aBer froä/e eS immerhin, bafS and) ein 
®oM;ä^nc^en unter bie guten ©änger gerechnet toerben muffte.* 

23eibe euro^äifc^e ©olb^ä^nc^en Brüten in S)eutf erlaub , bie amerifanifcBen 5trten ba^ 
gegen, loie eS fd;eint, nur im Sorben ber bereinigten ©taten nnb oon ^ier in allen nörb- 
Ud;er gelegenen Säubern Bis SaBrabor unb ^eufunblanb hinauf. ÜBer it;re gortyflanpng 
mangeln uns nod; einget;enbe £3erid)te ; toir toiff en ba^er nid;t , inioiefern baS -53rutgef cfyäf t 
oon bem nnferer Irten fid) unterfd;eibct. SDtefe ^aren fid; im 2tyrtt, nnb baS 9ftännd;en 



(Mbfyäfyndjett. 163 

entfaltet baBei feine gan^e 8ieBen6toürbigfeit. „f§8 fingt /; , fagt' mein SSater, „fetyr fleißig, 
gittert mit ben gtügetn , breitet ben (S^mang aus nnb fträuBt bie I'opffebem fo , bafS fie 
ringsum emporftetyen, eine golbene trone Bitben nnb ben tarnen „Regulus" rechtfertigen. 
3e^t fängt ba3 SeiBcfyen auefy an, fein fünftlid)e3, ttmnbewieblidjeS SReft p Bauen, ©fefeö 
^ängt an einem giften *, fettener an einem gannengtoeige, getotffynlid) 10 Bio 15 m - i)od) 
unb ift fo oerBorgen, bafj eg bem ©ucfyenben p entgegen pflegt, toenn er bie TOen nidjt 
23auftoffe Einzutragen ober ityre Zungen füttern fü)t. £)a3 SeiBd;en umgiBt bie ^eraB* 
^ängenben Steige beS gicfytenafteS mit ben 23auftoffen unb utmoidett fie mit SBaftftretfen 
unb ®ra^almen, bafg fie, pmal bie ©tüdcfyen ber 23auftoffe mit fteBrigem @petdjel an* 
geleimt werben, eine fefte ©runbtage be3 Heftes Bitben. 8efetere$ ift äußerlich bM %Jlo$ 
geBaut unb ^at eine glatte D&erfläcfye; bie pleite Sage Befielt au3 bürren ®ragr;ätmd)en 
unb bie reiche tefütternng au3 gebew. £er oBere SKanb beS pifcfyen ben 3toetgen fanft* 
oott Befeftigten unb tyängenbeu 9foftcfyen3 ift fo eingeBogen, ba'fS bie Öffnung oon bem Brüten* 
ben ®olb#a$ncfyen gattj gefcfytoffen toirb. £)er @a^ Befielt au3 fiebert Big elf (Eiern, toelcfye 
man SUfttte %Jla\$ finbet : fie finb f efyr jartfcfyalig , glaukos , gelBlicfytoeig , an ber bid eren 
§ätfte tetymgelB getoäffert ober .toetfj, röttidj) angeflogen unb rötlid) gefoäffert, unb geigen am 
bideren (£nbe ptoeiten einen @d)attenfran£. 35a# oom TOnndjen mit ^a^rung oerforgte 
2BeiBd;en Brütet fie allein au3; bie jungen aBer werben oon Betben (hatten mit flehten 
üerBtieren unb bereu (Eiern aufgefüttert. 2Benn fie größer toerbeu, be^nen fie ba3 ^eft 
aus, o^ne bafS e3 Don feiner §altbarfett ettoaS oertiert. 3n günftigen Sauren mad;en bie 
$ögeld)en in ber feiten §älfte beS 3uni eine jtoeite £3rut. £)ie fieBen Bio yti)\\ (Sterben be3 
geuerfronfängerS ähneln benen be$ (MbfyätmcfyenS fe^r, t)aBen aBer getoöljmlid; eine cttoaS 
fyöfyere fteifd;rote (SrunbfärBnng unb finb leB^after rot getoäffert. 

®olb^äl?nd;en gehören p ben jarteften unb Ijnnfältigften alter Seicfyfreffer , »erlangen 
atfo eine fyöcfyft forgfättige 23e^anbtung, ftenn fie längere $tit in ®efangenfd>aft anhatten 
folten. 3n3Befonbere t;at man itynen im anfange bie aufmer!famfte Pflege angebenden p 
taffen. Serben fie Beim gangen ein ioenig gebrüdt ober gar oertounbet, fo get;en fie reget* 
Mäßig p grunbe; ftoßen fie fid) im Käfige an baS ©proffentoerf ober im gimmer an bie 
£)ede unb ba$ genfter, fo finb fie eBenfattö oertoren. 9Jät einem barf man gar nitfjt an* 
fangen, mufö oielmet;r immer mehrere, ioenn man e3 ^aBen fann, ein ^alBeS £)u^enb ober 
barüBer, gleichzeitig in ben ®äfig fteden, unb biejenigen, rotlfyt ^ier traurig toerben, füll 
fifcen, fic^ aufBtä^en unb anbere 3^<^en oon Untootfein ober aud) nur UnBe^aglic^feit geBen, 
fofort toieber in grei^eit fe^en. Wxt BetieBigen anberen Seic^freffern fie pfammenpBringen, 
ge^t auö bem ®runbe nicfyt tool an, toeit fie unzarter ^öe^anbtnng »on leiten berfelBen 
unb bamit tfyrem Untergang ausgefegt fein tonnten; työcfyftenS mit ben flehten ^armtofen 
(Sc^toan^ unb §auBenmeifen ober mit ÖauBfängern alfo barf man fie pfammenfperren. 
@iit ftitteS gumm/ n)eld;eö man in ben ©den burd; gic^tenztoeige für fie too^nltd; f;er* 
rietet, ift für bie (gtngetoö^nung Beffer aU ein fäfig, unb teuerer mufS jebenfallg fe$r 
geräumig fein, auc^ anfänglich eBenfattS mit gicl)tenztoeigen oerbedt toerben, um ba3 anfliegen 
gegen baö <Sproffentoerf p oer^inbern. @c^eu unb ängftlid) finb ^oM)ä^nc^en im (befangen* 
räume üBrigenS eBenfo toenig toie in ber grei^eit, unb n)enn fie fiefy burc^ anrennen Bc* 
fcfyäbigen, fo gef^t bieö einfach infolge i^rer öeBenbig!eit unb ^Rafttofigleit , toetd;e fie im 
Käfige eBenfattS Beibehalten ; bie ^c^toierigleit Beftet;t einfad) barin, fie an baS i(;nen $* 
fagenbe gutter .ju genauen. 3m greien ernähren fie fid; oon allerlei ^erBtieren, nament* 
lid) gtiegen, Sauden, fel;r Iteinen Käfern, ^äupcBen, ©pinnen* unb toBtiereiern, $erBtier= 
puppen u. f. \v. r neBenBei aud; oon einzelnen Sämereien, teBefonbere oon Pannen *, gid;ten= 
unb tiefernfamen, toetc^en fie jeboc^ immer nur lörnertoeife p fid; nehmen, anfd)eineub um 
fic^ 5tBtoec^fetung p oerfc^affen. ^3ei i^rem rafttofen £>urd;fud;cu ber Sipfel unb ©tämme 



1(34 ©ättger. 

finben fie überall ettoaS genießbares, unb nur toenn länger toärenbeS Unwetter fie p 
23oben $er abbringt , leiben fie branden Sftot. 3n ber ®efangenfd?aft nun mufS man baS 
natürliche gutter nad) Sftögticfyfeit p erfe^en fucfyen; bieS aber tyat gerabe feine befonberen 
©cfynnerigfeiten, benn ftreng genommen §at man auger aj^ttvürmem, Imeifenpuppen unb 
gliegen über tvenig anbere i^nen pfageube gutterftoffe p verfügen. 3n gut vergitterten 
®ett>ädj)S|>äufem genauen fie fidj>, laut Siebe, am teicfyteften ein, galten ficfy 1)ier aucfy am 
beften unb finb 9?otfetytd;en unb anberen Seidjjfreffem aus bem ®runbe vorpptyen , als 
fie bie ®etoäd)fe ebenfo eifrig unb erfolgreich toie biefe von fcfymaro^enben Kerbtieren 
befreien aber nur unerheblich befdmtu£en. @o lange eS gliegen im 3^ mmer $>t, 
nähren fie fid) faft auSfcpeßticfy ton biefen, reinigen in überrafcfyenb fur^er $nt au $ 
einen größeren Sftcwm vollftänbig von ben läftigen (Säften, verfcfytucfen mit 9Jlü^e felbft 
(Schmeißfliegen unb befinben ficfy tvot babei; im Käfige bagegen befommen ü)nen bie 
gliegen, tt>al>)rfd)einlidj) infolge mangelnber 23ett>egung, bei tveitem nicfyt fo gut, unb mufS 
man fd)on p flehten ^e^ltoürmern , tvetcfye fie recfyt gut vertragen, greifen, um fie einp* 
getanen, gri berief empfitytt, iljmen, um fie an baS greffen p getanen, anfänglich 
fteine ober ^erfdmittene ^efyttvürmer unb Imeifeneier auf bie @proffenfj>ötser p fleben, 
bamit fie i^nen leicht in bie lugen fallen. 3cfy tyabe benen, meiere von mir gehalten tourben, 
einfach ^He^ltoürmer in ben Käfig geworfen, aber freitid; ftetS in fo großer Stenge, bafS 
fie iijmen audj> ^ier ficfytbar Herbert mufften, 33ei ü)rer lebhaften 23erbauung finb yfyn bis 
ätoan^ig mittelgroße 3ftel)ttoürmer feineStvegS pviet für fie, unb von fleineren, tvetcfye fie tveit 
lieber nehmen, freffen fie vielleicht bie boppette lu^a^t galten fie fiefy mehrere £age lang 
glatt unb rein, fo ttrirft man iljmen bie !3fte1j)tftmrmer unter bie Imeifenpuppen unb getoö^nt 
fie atlmäpcfy an biefe, fpäter aud) an ein f eingeriebenes , forgfältig gemifcfyteS unb reictjlicfy 
mit Imeifenpu^en befd;icfteS 9?acfytigaHenfutter, freierem man ein tvenig gequetfcfyten §anf, 
einige Körner von ^abel^ol^famen unb ettoaS Sftoljm beifügen fann. D^ne Stmeifempuppen 
bringt man fie nicfyt burdj) ; benn alle (^rfa^ftoff e, als ba finb fein gefcfyabteS ober genriegteS 
gleifd), Quarf, tyartgefocfyte geriebene (Sibotter unb ©erbrot, genügen ü)nen nid)t, unb grucfyt* 
beftanbteile, työc^ftenS mit 2luSna^me ber geigen, fcfyeinen iljmen gän$ttct> ptoiber p fein. In 
Saffer pm £rinfen unb iöaben bürfen fie niemals Mangel leiben, toeil fie ununterbrochen 
auf 9?einücfyfeit bebaut finb, fe^r häufig ein 23ab nehmen unb babei tüchtig ftd) einnäffen. 
Senn fie orbenttiefy freffen, getanen fie ftcfy aud> balb baran, i^nen vorgehaltene ffltfyU 
ttnirmer, flehte 9?äupcfyen, gliegen unb anbere jarte Kerbtiere aus ber £)anb p nehmen, 
unb ^aben fie ftd^> erft vollftänbig mit ©efangenloft auSgeföljmt, fo finb fie in ber Zat über* 
aus rei^enbe unb angenehme (Stubengenoff en , galten bann auefy viel länger im Käfige aus, 
als man getvötynticfy anpne^men pflegt. 53ei §erm 9?e^er in trieft fa^ ic^> ein (Mb* 
l;ä^nc^en, ben Liebling ber gamilie, toelc^eS im ganzen vier 3a^re unb elf Monate im 
Käfige gelebt ^at: 53etoeiS genug, bafs mau aucl) biefe gtoergvögel bei forgfamer Pflege auf 
bie £)auer galten !ann. 

„Um einmal'' fc^reibt mir ^ir tanner, „aus unferen 3örtlingen einen glug pfam* 
menpftellen, fperrte ic^ p ©c^tvanjmeifen, Salb*, gitiS* unb Seibenlaubfängern, 3 aun * 
fönigeu unb ®artenfängern audj> unfere beiben ®olb^ä^nd;enarten. 5lm teicfyteften getoö^nten 
fid; (^artenfänger unb 3^im!önige ein, minber leid;t' bie Scfytvanpteifen, noeb fc^toieriger 
bie öaubfänger, am fcfytvierigften bie ©olb^ä^ncben. 3ft eS möglich, folc^er ®efeüfd;aft 
eine bereits eingerichtete unb im 53auer eingelegte §>aubenmeife als Mentor beipgeben, fo 
Verminbern fid? bie ©d;tvierigteiten ü)rer (Singetvö^nung nod; me^r. 9^ac^ meinen @r* 
fa^ruugen fließen fid; alle genannten , inSbefonberc aber bie (Mbtyäfynd^tt , gerabe ber 
Spaubenmeife am liebften an unb freffen ü;r e^er nad; als jebem anberen p gleid;em 3^v^e 
vertoenbeten ^Sogel. ©ureb i^re 3J^unter!eit unb il;r forttoärenbeS ^a^rungfud^en erhält 



®artenfänger. iß 5 

fie särtlicfye Neulinge in .^etoeguttg, unb toirft burd) u)r 23eifyiel ungemein günfttg, toärettb 
lauter Silblittge, fid; felBft üBerlaffett, mit plattlofettt Umtyerfcfyttrirrett unb ergeButtggfcollem 
©ttflfifcen bie erfte £tit f in toelcfyer fie ttodj) fräftig fittb, fcerBrittgett unb fpäter an tafd^ 
june^menber ©cfytoäcfye erliegen. @ttger Begrenze Zäunte tyalte id) für stDedmä^tger als ju 
weitläufige, in benen bie Neulinge bie i^nen gereifte ^a^rung leichter üBerfefyett unb fid| 
ttte^r mit Umherfliegen als mit gutterfucfyett aBgeBett, toärenb fie in Keinen Räumen bie 
gluggebattfett Balb aufgeBen unb ficfy e$er ben ifyttett bor bem ©dmaBel liegettbett 8eBen3= 
mittein sutoenbett. £rofe aller ©orgfalt gingen mir attdj Bei meinem $erfalj>rett ttod) 
mehrere ®olbl?äf)ttcfyett ein, Bis icfy auf ben ®ebattfett fattt, fie mit ben §auBenmeifc jtotfc^en 
$ivä Breite ©oppelfenfter ju fperren, jtotfcfyen benen sott 231attläitfett unb anberen (Sd)ma* 
ro^ern arg ^eimgefuc^te (jfeuftMe ftanben. §ier nun gittgS fofort an ein äufjerft emftges, 
fcott Beftänbigem „@t fi fi" Begleitetes IBfttcfyett ber Kerbtiere unb ifyrer 23rut Tcad) unb 
ttacfy nahmen fie bann ttod) bie puppen ber fleinen roten $meifen unferer (gärten unb 
Siefett, oott benen icfy ftetS eine gettriffe üDtage für berartige ^toädjtfittge Befi^e, eBettfo 
flehte ^etyltoürmer , @{>ittttett, güegett uub gatt$ allmäpd) %d)tigallettfutter mit ettoaS 
fein gequetfcfytett §attf, <So aBgericfytet fperrte icl> fie in bett täfig uub fyielt fie fyier üBer 
ein Satyr, Bis icty fie toeggaB. 23efottber3 ber geuerfroufättger mactyt ficty im täfige ftmn* 
berfdtftt burd) feine £)reiftigfeit unb etoige £ätigfeit, bie fctytoirrenb jitternben glügelBe* 
tt>egungett uub ba3 oftmalige 5(ufrictyten feiner §auBen!rotte, tyält fid) attcB, fo lange er ge* 
funb ift, ftetS glatt unb glän^enb/' 

Segen ber §äuftgleit ber eintyeimifctyett (^olbtyätyttctyett unb ber 8eid)tigfeit be6 gattgettS 
oerlattgett tttifere SBogelfyättbler nur toettige ®rofd)ett für frifd)erBeutete Silblittge. Sie 
tyocfy matt bie attterifattifd;>eit Slrtett Bellen muf$, voetg id) tticfyt; ttacfy (Suropa finb fie, fo 
oiet mir Befattnt, leBettb nocfy tticfyt geBracfyt toorbett. 



(Jkrtettjatnjer* 



$ott ben öauBfättgertt , Üjjrett uädjftett ^ertoanbtett, ttttterfcfyeibett ftdj bie (Rattenfänger 
burd) Bebcutenbere ®röge unb aBtoeicfyettbett 23au be3 @d)uaBel& tiefer ift groß, ftar! 
unb fetyr Breit, fo bajs er oott oben gefetyen ein £)reied; Bilbet, an bett (Scfytteibett fetyarf, 
{eboefy laum ttterflidj) eingebogen , ber guß mittellang, fräftig, fcortt gef Gilbert, ber glügel 
lattg itttb Breit, itt itym bie britte (Scfynnttge üBer bie anbeten verlängert, ber fyöd)ftett3 mittel 
lange ^d^toan^ au^gefc^nttten , ba3 ©efieber locter unb f eibig, DlioettfarBe ober ©ilBlicB itt 
ü)m tortyerfctyettb. ü)ic Sitten biefer toolBegren^tett @i|)pe Betootyttett bie alte Seit, fcier 
fietycr ju uttterfcfyeibettbe (Suropa> 

806. 2)cr ^ttvtettfftttöcr, großer gelbb"äutf)tger unb ©artenlauBöogel , (Mbbruft, SBaftarbnacfyttgaü', 
©pötterltng u. f. »., Hypolais (Mot., Sylv., Ficedula, Salicaria, Asilus) icterina, Yieill., (hippolais, 
major, xanthogastra, vulgaris, obscura, italica, salicaria). — SSergt: D^aumauu, SS.©. III, 540. — 
©röße ber ©artengraSmMe; Oberfette oliüeugrünlid^grau , 3ügel f Slugeuriug, Unterfeite nebft Unterfc^wan^ 
unb Unterpgelbecfen l^ett fc^toefelgelb , O^rgegenb, §al§= unb 2etbe§fetten fdjtoacf) olben üertoafc^eu ; 
©cfytüingen unb ©d^tDanjfcbcm; oltüenbraun mit Jamalen griinfarbenen ?(ußen= r erftere audj mit breiten, 
fafyfoeifien ^nnenfäumen. ^ri§ buntelbraun, ©d^nabel gelblid)braun, Unterfd^nabel orangegelb, güße 
rötlit^grau. Seibd^en gleich gefärbt 

Verbreitet ficf> über ben größten Seil (Suropa§, nörblic^ bt§ ^ormegen gefyenb, fc^ft aber auffafienber 
Sßeife in ®roßbrittaunien, überwintert in 9^orbafri!a unb jte^t bt§ in ba§ taplanb. 

807. 2)cr ^va^ttteiftcr, H. (Sylv., Ficed.) polyglotta, Yieill. - %. 55.: ©eglanb unb 
©erbe, Ornith. europ. I, 502. — (£ttt)a3 Heiner al§ ber ©artenf etnger , i^m fe^r äf)nlid); ba3 ©elb ber 
Unterfette etwa§ lebhafter, bie üierte ©Zwinge bie längfte unb bie ^lügetfpt^e be^alb etwas lürjer aU bei 



166 länger. 

bem SBertoanbten. $rt§ graubraun, Dberfcfynabel fd^toarj, Unterfctynabet röttitf)f)ornfarben, $üße röttid^ 
grau. — SBeibcben gletcf) gefärbt 

Vertritt unferen ©artenfänger tu ©übeuropa bou Portugal bis? SDalmatien, lebt audj in ^orbtoeftafrtla 
unb »anbert im Sinter bi§ tief in ba§ innere be§ @rbteit§. 

808. $ct $tauf}JÖttetlUtg , H. (S., Salic, Curr., Ficed.) elaica, Linderm., (ambigua, pallida, 
cinerascens, megarhynclia, Preglii, Verdoti, Arigonis). — SSergt: Sinbermafcer, $fi§, 1843. <&. 342. 
©tnmS Keiner at§ ber ©artenf änger ; Oberfeite oliüenbräunlid); güget unb f dentaler Stugenring n>eiß, Untere 
fette fc^mu^igmeiß, Unterfinget = uttb Unterfcljttjan^beden reintoeiß, O^rgegenb, ^>al§= unb 2eibe§fetten 
bräuntidj öermafö^en; ©dringen unb ©d^tDatigfcbcrn braun mit fcfymaten fatilbrä'untidjen Slußenfäumen, 
äußere brei ©djtüanjfebent mit formalen faljftüeißen ©üben. Q>ri§ bunfetbraun, Dberfdmabet tjorngrau, 
Unterfcfmabet getbticfygrau , §üße borngrau. 2Beibd(jen gleidj gefärbt. 

23emol)nt ©fibeuropa, Seftaften unb ^orbafrila unb zaubert im Sinter bi§ 5lbeffinien fjinab. 

809. £>er Olttmtf Jütterlina , H. (Sylv., Sal., Ficed.) olivetorum, Strickl. — SBcrgX.: @tritf= 
taub in Semmincfö Man. d'Oraith. IV, 611. — 9Jterfti$ größer aB ber ©artenfänger; Oberfeite ottücn* 
bräuntidfygrau, Bügel unb Slugenring grauticfytteiß , Unterfeite fteiß mit fdjtoadjem roftfaljtem 2tnfhtge, £%= 
gegenb, §at§ = unb Äörpcrfettcn bräunlich öerttafdjen , Unterpgetbecfen bräunticfytoeiß gefäumt; ©d^toiugen 
bunMbraun, außen fdjmal meißgrau, innen breiter fteiß geranbet; ©djtoangfebern braun mit fcfymalen 
faxten Slußenfäunten, erfte außen, erfte bis brittc aucfy innen am ©übe breiter toeiß gefäumt. $ri§ bwtfel* 
braun, Dberftfmabet getbbrämtticl), Unterfclmabel Ijorngetb, güße fyornbraun. Sßetbctjen nicfyt üerfdjiben. 

SSewo^nt ben ©üben Gmropa§ namentlich 2)atmatien unb ®ried)enlanb , außerbem Seftafien jumat 
^aldftma unb $teinafien, unb geljt ffibftdfj M% jum Sftoten öftere. 

3luf enthalt, Sefen unb betragen laffen bie Rartenfänger als innig fcertoanbte 23ögel 
erf feinen, ©ie Beüorutgen, intern Tanten entfprecfyenb , SÖaumgärten bent Salbe, obgleich 
fte and) in btefem nid)t fehlen, meibcn aber ©c^toatjtoalb, eö fei benn, baf3 oiele SauBBättme 
in t#m. eingefprengt finb, unb lontmen felBft im SauBtoalbe me^r am Staube als in ber 
Mitte bor« (Größere Härten mit vielem unb Jjjofyem SBufcfyioerf unb barüBer ftcfy ertyeBenben 
bid)ttm>feügen Räumen Bilben Bei uns i^re ÖieBlingSorte. 3m ReBirge Betooljmen fte fyaufa 
fäd)lid) bie Säler, im ©üben (SuropaS nädjft ben (Härten jene SBufcfytoalbungen, üBer toelcfye 
einzelne 35äume ftcfy ergeben. 3§re 23orlieBe für (Härten ift fo groß, ba§ fte nid)t alkin 
regelmäßige (Srf Meinungen in allen Dörfern finb, fonbetn and) inmitten größerer &tätt 
jeben (harten Be^ieljen, welcher nur einigermaßen ifyren Slnforberungen entfjmdjt. 

DBtool bie Rattenfänger in intern SBefen vieles mit ben £auBfängem gemein ^aBen, 
unterfcBeiben fie ftcfy boc^ fe^r tcefentlid) öon ü)nen. @ie finb regfamer, leB^after, getoanbter 
unb felBftBetDuffter, galten fic^ im ©i^en meift aufregt, lüften, toenn fie ettoaS auffallenbeö 
gebaren, bie lo^ffebetn, fo bafS biefe eine Heine §olle Bilben, fliegen ungemein Be^enb, 
namentlich im ReBüfc^, in toeldjem fie bie fc^neKften Beübungen ausführen fönnen, unb 
laffen baBei faft ununterBroc^en i^re Öodftimme ober ityren reichen Refang t>erne^men. 
Unfere ein^eimifc^e Sltt loctt ungefaßt tote „£ädtäcftäd, tetü, tedtetuib /; unb §at bem SSogel 
l;ier unb ba bie 33olteamen „ Siberübc^en " unb „©c^aclerutc^en^ öerfc^afft Qa £aut 
be§ 3 0ttte ^ if* e ^ n WtigeS „Qätttttttt", baS 5lngftgefc^rei ein $ette$ Ouäfen. -3m Refange 
Hingen bie meiften Öocltöne ebenfalls bnrd;; e§ ioerben bajn)ifd;en aBer im f Quellen Slllegro 
bie lieBlid^ften unb mancfyfaltigften ©trogen eingefd;oBen, unb auefy i)on anberen na^e 
loo^nenben Vögeln Si3ne unb Refange^teile aufgenommen. 2lu3 btefem Rrunbe ift baS 
öteb beS RartenfängerS je nac^) ber Regeub fe^r oerfc^iben; benn toärenb ber eine, mie 
üBltd), ^nnfcfyen feine (Strogen fold;e ber DfaucfyfcfytoalBe unb beö ©tareö einmifd^t, finbet 
ber anbere an bem tterfcfylungenen Sßfiff beS Tirols, bem tiefem „£adtad ;/ ber Slmfel, bem 
@d)lage ber Sad;tel, unb ein brttter an ben gellen, ftötenben (Stimmen fcerfd;ibener ©um^f^ 
unb Saffer^ögel ©efatten. S3efonbetö ausgezeichnete ©äuget nehmen namentlid; i)on ben 
RtaSmüdcn an unb Betetd;etn unb i)erfd)önern baburd; il;ren an unb für ftc^ fetyr toec^fe^ 
sollen Refang in ent^üdenber Seife, ^ebenfalls ^äl;lt ber Rattenfänger nid;t allein in 



(Rattenfänger. \ Q 7 

unferen fleißigften, fonbern auefy jtt unferen beften Saugern unb toirb nad; 2Inftd;t einzelner 
Öiebtyaber nur ton Nachtigall nnb Sproffer übertroffen, 25eim «Singen toäl^lt er fidf> gern 
einen befonberen Btoeig f e * ne 3 ßieblingSbaumeS aus, flattert aber and) manchmal mitten im 
®efange langfam einem anberen Steige ju nnb fefct ^ier fein Sieb fort £)er Spracfymeifter 
ftetyt feinen $ertoanbten burctyauS nicfyt naefy nnb terbient feinen tarnen mit tottftem Necfyte. 
Scfyon ber bloße £odton unterfcfyeibet u)n ton bem ®artenfänger, ber ®efang §at ebenfalls 
ein terfcfyibeneS (Gepräge, Ottan $ört $toar fofort $erai$, bafS man eS mit einem (harten* 
fänger 311 tun $at, bemerlt aber aud) fogleid), bafS eS nid;t ber nnferige ift, tpelc^er fein 
8ieb torträgt $iel öfter als biefer fingt ber Spracfymeifter im ginge, nnb häufig fenft er 
ftcfy toärenbbem mit ausgebreiteten gtügeln ton ben ^ötyeren Zäunten langfam tyerab ins 
niebere $otj. 2ludj> ber ©raufpötterling terläugnet feine SBertoanbtfcfyaft nid;t, fingt jeboef) 
ntc^t fo terfcfyibenartig nnb toeniger fräftig als ©artenfänger nnb Spradpeifter- £)er Dliten* 
fyötterling , toelcfyen ify aus eigener 31nfc^auung nicfyt fennen gelernt $afcc, toirb ebenfalls 
gerühmt ; boefy termag id) nid)t p fagen, ob er bor feinen $ertoanbten fid) auszeichnet ober 
ton ilmen ft$ unterfcfyeibet 

Mt ®artenfänger erfreuten erft fpät im grü^atyre am 23rutyla|e, nnb ^toar gilt bieS 
für bie in Sübeuropa tootynenben ebenfo gut tote für bie ^eimifc^e 2lrt ^ebenfalls mufS 
ber grüfyling tollftänbig eingebogen fein im &anbe, betör biefe garten nnb toeicblic^en $ögel 
ftd) einftetten. 3n befonberS guten 3atyren fommen fie bei unS @nbe 2tyrilS, in ber Siegel 
aber erft p Anfang beS äftat an, t erteilen auefy ^öd;ftenS bis üMtte 5luguft in ber §eimat 
nnb pfyen aus ben nörblicfyen ©egenben tielletd;t fcfyon früher toeg. Sie bei allen 3*% 
tögeln §ängt biefeS kommen nnb ($rfd)einen mit ber Nahrung pfammen, ©inen £aupt* 
beftanbteil berfelben bilben flehte, glatte Näupcfyen nnb anbere ton ben blättern nnb Blüten 
ber 23äume fidj nä^renbe tobtierlarten, toelcfye erft im 9Nai in größerer üKenge tor^anben 
ftnb, Nebenbei nehmen bie ®artenfänger $toar auefy allerlei Kerbtiere im gliegenpftanbe, 
inSbefonbere gliegen, Etüden, f leine Nachtfalter, $äferd)en, Rinnen nnb bergleicfyen toeg, 
betorpgen aber, toie eS fcfyeint, Nansen nnb harten entfcfyiben. Sarenb ber grud)t* 
nnb 23erenreife ftnben fie fid) auf ®irfd?bäumen nnb 35erenftauben ober im ©üben auf 
geigenbäumen ein nnb nafd;en l;ier ton allerlei grüßten, freuten biefe jebod) tiel metyr als 
Öederbiffen benn als Nahrung anpfe^en, ftnb minbeftenS nicfyt entfernt in bem ®rabe 
iBerenfreffer toie bie ©raSmüden. Unmittelbar naefy 5lnlunft beplj>t jebeS ^ßärdjen feinen 
alten ©taub nnb jtoar mit einer ©tetigfeit nnb ^egelmäßigfeit tote toenig anbere SßögeL 
21uS eigenen ^Beobachtungen ge^t ^ertor, bafS ein ^ärd^en nic^t nur benfelben ©arten toiber 
auf)"ud)t, fonbern in biefem auc^ benfelben ÖieblingSbufc^ ftiber einnimmt ioie im torigen 
3a^re. S)a ber ©efang ber ©artenfänger fo außerorbentlic^ terfc^iben ift, fann man bei 
einiger 51ufmer!fam!eit mit $eftimmtf?eit erfennen, ob im grü^ja^re berfelbe 35ogel fic^ 
toiber einftellt, toelc^er im §erbfte toegjog, nnb totr ^aben gefunben, bafS ein ton uns 
feines mangelhaften ©efangeS falber als „(Stümper" bezeichneter ©artenfänger neun 3a^re 
nad) einanber auf bem alten, getoofynten S5rutortc erfd;ien. Sollte ein anbereS ^ärcfyen 
terfuc^en, fid) einpbrängen, fo lommt eS p lebhaften ^äm^fen sioifc^en ben München, 
toelc^e nic^t e^er beenbet werben, bis eins ton beiben ftcfy tollftänbig gef plagen fü^lt nnb 
ben ^ta^ räumt dtwa ac^t Sage naefy 5lnlunft pt man baS ^ärcfyen bereits mit bem 25aue 
beS fünftlic^en NefteS befc^äftigt, unb ^toar toirb baSfelbe, toie toir ebenfalls beobad;teten, 
unter Umftänben in ®ebüfd)en angelegt, toelc^e erft fpäter jtt tollem öaube gelangen unb 
bamit ben erforberticfyen Sc^u^ getoären. 31m liebften toä^len bie @artenfänger mittel 
^e, bic^tblätterige Strauber jur Anlage beS NefteS , bei uns ju Sanbe gliber, §artrigel 
ober §afelbüfcfye, Lüfter unb ©c^en, fonft auety tool 35uc^en, iBirlen, ^a^eln, Obftbäume 
unb im Notfalle felbft Nabelbäume, im Süben mit Vorliebe Ulmen unb anbere 53äume 



168 ©ditget. 

toelcfye u)re stattet verlieren, alfo nicfyt gern immergrüne @id)en ober SDrangeBäume. £)a6 
Sfteft, ein tunftBau, Befielt außen aus trodnen §>almen unb ®raSBlättern, tt>etd^e mit gafem, 
unb ©pinnentoeBen burc^t nnb meift mit jarter iöirfenrinbe unb einzelnen gäben, ptoeilen 
audj mit ^apierfdmi^etn mefyr serviert als burd)flod?ten toerben, innen bagegen aus feinen 
§almen nnb ®raSriSpen, toelcfye oft eine 2tuSfleibung oon gebem erhalten. £)aS ^eft beS 
©raufyötterling ähnelt bem unfereS ®artenfängerS in fo ^ofyem ®rabe, bafS man es 
fofort erfennen mufS. 3e nad) beS £)rteS Gelegenheit fte^t ober §ängt ein ®artenfänger* 
neft auf feigen unb Be^entlid) §tt>tfc^en biefen , unb ie nad? ben ju ^aBenben 23auftoffen 
ift eS mefyr ober weniger fauBer, immer aBer fd)ön nnb ^ierlicfy geBaut, gehört minbeftenS Bei 
uns ju ben funftoollften $ogelneftern üBerljaupt. $)aS Belege Befielt auS toter Bio fünf auf 
rofenrotem, grauangeflogenem ®runbe mit rötlichen unb f^toarjen gledien, ^ünftcfyen unb 
einzelnen rötlichen 3 u 9 en Hn ^ <Sd)nörfeln gezeichneten @iern. iöetbe Gefriedeter Brüten aB* 
toedjfelnb , zeitigen bie 33rut Binnen bretje^n £agen unb führen unb leiten bie Zungen nad) 
bem ettoa fcier^n, l)öcfyftenS fed^efyn £age fpäter erfolgenben ausfliegen nod) längere 3ett. 
Gartenfänger taffen fxd) ^ioar in berfelBen SBetfe tüte ÖauBfänger für ben täfig einge* 
toö^nen ober als sfteftoögel groß ikl)tn f finb aBer bocfy triel ^arter als le^tgenannte unb »er* 
langen baS Befte gutter unb bie forgfältigfte Pflege. 3§reS »ortrefflid^en GefangeS tyalBer 
J)ält man fie fe^r gern unb giBt ficfy mele £Dftu)e mit ü)rer 2lBtoartung; bocfy gilt eS mit 
$ltd)t unter allen öieBtyaBem als ein tunftftüd, fie 3a^re lang am £cBen in erhalten. £)ie 
(gingeloölmung, üBer bereu @d)tt>ierigfeit bie metften SSogeltoirte flagen, ift nad? meinen (£r* 
fafyrungen ^iemlid) leid)t unb einfach, toenn man bie frifcfygefangenen Gartenfänger mit 8auB= 
unb flehten SRofyrfängem in einen Gefellfd)aftSfäftg fperrt, ober aBer, toenn man bie Uten 
am ^efte fängt unb mit ben 3ungen in einen täftg Bringt. 3m erfteren gatle werben fie 
burd? bie ÖauBfänger eingewöhnt, im lederen üBerwiegt bie 8ieBe ju ifyren 3ungen alle et-* 
wanigen SBebenfen, unb fie gelten otyne weiteres an baS gutter, um ityren Qrlterntofticfyten 
(Genüge ju tun. Sie Bereits (53b. I ©.61) erwäljmt, nehmen fie fid; aud; »erwaifter 
jungen tofleglid) an; fie gehören in biefer §infid;t üBer^au^t ju ben lieBenSwürbigften 
Vögeln, weld)e eS giBt. 3ttit ber Eingewöhnung finb jebocfy feineSWegS alle ©d)wierigfeiten 
üBerwunben; bie ^auptfäcfylicfyften !ommen erft im Sinter, wenn bie Käufer eintritt. &axt* 
1x6) unb hinfällig in ^o^em @rabe, »erlangen bie ^artenfänger toärenb ber falten 3a^reS^eit 
Dor allen Dingen Särme, @onne unb reine 8uft. SaBa!S= unb ©tuBenrauc^ foll i^nen 
unBebingt ti3blic^ fein; bem toiberfpredjen jebod^ 53eoBac^)tungen , toeld^e ergeBen, bafS fid? 
(^artenfänger gerabe in iöadftuBen, in benen eS feiten an SRaudj) fe^lt, verhältnismäßig bor* 
trefflid) galten, meiner 5Infic^>t nadj> einzig unb allein ber ^ier ^erfc^enben ftetigen Särme 
^alBer. £)a3 gutter mufS ein forgfam ^Bereitetes ^ac^tigallenfutter fein, toelc^em man 
anftatt ber Wlcfyxtn ober gelBen TOBen geigenftüdcBen unb anbere jarte gruc^tftoffe fotoie 
Behufs ber ^etoöllBilbung 9^ai!äferfc£)rot ober in Ermangelung beSfelBen gequetf^ten §anf 
Beimifc^t. 3m grü^ja^re reicht man mit 2Sorftcfyt frifc^e 5lmeifen^u^en, inbem man biefelBen 
uat^ unb nad) in immer gri3ßerer Stenge unter baS gutter giBt , außerbem Sftefyltoürmer , am 
Beften ^alBertoa^fene unb nic^t oiele auf einmal, fonbern lieber je einige ju i)erfd;ibenen 
©tunben beS SageS. Keffer als ro^eS ober geföntes gleifd) ift Ouar!, nur barf berfelBe 
ntrf)t im geringften fauer fein, mufS alfo toomöglid? täglich frifd; Bereitet werben. Senn 
man aus feingeftoßenem 3^ißBad ober EierBrob, aufgequellten Imeif en^u^en , feingenriegten 
geigenftüden , ettoaS gerieBenem ©botter, ^aüäferfc^rot unb ein iocnig gequetfc^tem §anf 
ein lodereS $M[d)futter Bereitet, biefeS ^toeimal täglid) frifd; ^erftellt unb i^nen ba^u ad;t 
Bis ^toölf mittelgroße $?el)lh)ürmer ober 59ienenBrut rei^t, Bringt man fie in ioarmen 3intmern 
äiemlicfy gut bur^ ben Sinter, unb loenn man im^ommer ju i^ren (fünften fleißig ben@cf)o>fer 
^anb^aBt unb i^nen bie baburefy gewonnenen terBtiere ju eigener Safyl in Stenge oorioirft, ^at 



«o^rf finget. 169 

man «m biefe geit faum nennenswerte ^cfynnerigfeiten mit ifynem 3ung aufgewogene galten 
fiefy ungleich beffer als alt eingefangene, ^aben aber ben $ftad)teil, bafs fie niemals orbent* 
li$ fingen, fonbern ^öcfyftenS ftümpem lernen. 2ln 23aben>affer bürfen ®artenfänger nid)t 
fanget leiben; erfahrene 23ogeMrte empfehlen fogar, fie bann unb nxmn, namentlich fcor 
ber SJhufer, mit einer 25lumenf:prite ober mit bem Slttunbe einjuf^rengen, holten and) be* 
merlt tyaben, bafS ein au3 2Bein unb Saffer gemifd)te3 £)unftbab vortreffliche £)ienfte leiftet. 
23ei folcfyer 25etyanblung treten bie ®artenfänger mit ber S>tit xn ^ n 1 e $* innige^ $ert)ält* 
niS in ü)rem Pfleger, werben ungemein ja^m, erfreuen burd) bie 3ierltdjfett ityrer Haltung 
unb laffen ityren föftlicfyen ®efang fleißig tewe^men. 



Üoljr- ober ^tlffatiger. 



Dfo^r unb @c^ilf r 23infi$t unb Dfteb, niebereö 23ufcfyn)erf unb Ijo^eS ®ra3 unferer 
fte^enben unb fliegenben ®etoäffer bewohnen in &.ertyctttni3mäj3ig reifer Irtenja^l bie ^ofyr* 
fänger, fc^lan! gebaute, glatt befieberte $ögel mit fcerfdn'ben geftaltetem, fegelig pfriemenför* 
migem @cfynabel, fräftigen, mittellangen gügen, bereu großen Betyen wtt ftarfgelrümmten 
Nägeln bewehrt finb, furzen, abgerunbeten gtügeln, unter bereu @ct;tt>ingen bie zweite unb 
britte bie anberen überragen, unb mittellangem, ab* unb pgerunbetem, aud) tool ftufen* 
förmigem @c^tt)anje. 

810. £er Stoff cltöWctttget, 9to^töogel, mo^rbroffel, Ü*otyt=, «rutf)= ober ©cplfbroffel, 3to$r= 
fperting n. f. to., Acrocephalus (Turdus, S., Sa]., Calamoherpe, Arundinaceus , Calamodyta, Mus- 
cipeta) turdoides, Meyer, (arundinaceus, turdina, junco, lacustris). — 21. 23.: Naumann, SS. 2). 
III, 597. — (Größte 2lrt, nidjt öieX Heiner at§ ber @tar; Oberfeite nnb 2luj3enfäume ber bunfetbraunen 
©Zwingen nnb ©djtüangfebern olioenr oftbraun, erftere innen rofif aty, festere am @nbe oertoafdjen fafyC* 
weifslid) gefäuntt, ein oerlof ebener Stitgenftrtd^ nnb bie Unterteile roftgetbtic^nieiß, $inn unb $e£)Ie lichter, 
leiten nnb untere ©c^toan^beefen mefyr roftgeMicfy, untere ^iügelbeden lebhafter, ein $tecf oor ben Stugen 
unb auf bem Bügel büfter. $ri3 bunfelbraun, @cf)nabet bunfelbraun, @d)neibenranb unb Unter febnabet 
*)orngelb, äftuubtoinfel orange, pfte getbrötlidj. Setbcfyen gleich gefärbt. 

Sßewofmt ba§ gemäßigte unb füblidje ©utopa mit SluSnafmte ©roßbrittannienS, norbtieb bi§ itt§ fübticfye 
@tf)ioeben oorbringenb , finbet fiefy aufjerbem in SBeftafien bis junt $a§pifcfyen SKere unb befugt auf feinem 
SSinter^uge einen großen Seil SlfrilaS, lommt regelmäßig in ben ®teid)erlänbera be§ 2Beften§ unb einzeln 
fogar im Äaptanbe oor. 

811. Sie SRo^rfdöirf, A. (Sal., Calamoh.) orientalis, Bp., (magnirostris). — %. 23.: Fauna jap. 
£ft. 21. — 33ebeutenb Heinet al§ bet 2)roffefrofyrfänger, ü)m gan$ äfynlid), jebotf) etma§ lebhafter gefärbt; 
ber um ein drittel fürjere pflüget abgerunbet, ber <&&mahd ebenfo lang ioie bei bem äsernmubten mxb 
no($ [tarier getielt. 

Vertritt unferen 2)roffelro§rfänger in Oftafien, (£fnna unb ^apan unb »anbert im Sinter bis auf bie 
©unbainfeln Ijinab. 

812. . Set SSotatO^tfftttget, 53ota bet $nbiet, A. (Agrobates, Malacocircus) Iminnescens, Jerdon, 
(abnormis). — 21. SB.: ^tbon, B. oflnd. II, 154. — 3)em 2)roffetro£)rfäuger ebenfattä fetir äfynlxti), iebod) 
Heiner unb Oberfeite, gtügel unb ®ü)toanz bunller, Äe$e unb topf mit fe^t üetfeafd§euen fd^malen 
ü!äng§ftric^ett. 

Sertritt unferen 2>roffelro^rfänger in ^nbien, namentlich in ben öftlic^en ^rooinaen. 

813. Set ©tetttOtfftttflet, A. (Curruca, Calamoh.) stentoreus, Hempr. & Ehren!)., (longirostris, 
macrorhyncha, tenuirostris). — %. SB.: ^euglin, Ornith. N. 0. Afr. 287. — ©reße be§ 9tof)rfd)irf; 
bem SBoraro^rfänger in ber Färbung täufd^enb älmttci, ber ©c^nabel aber anfe^nü^ länger unb bünner. 

SBemo^nt 9^orboftafri!a, namentlich bie ^ilnieberungen , bie ®egenb am ^Roten 3Jiere, Arabien nnb 
^ßaläftina. 

^)ie näc^ftfolgenben Sitten toerben al^ @c^ilf|änger (Calamoherpe ober Calamodyta) 
unterfc^iben, ftimmen jebod) in allen njefenttic^en 3^er!malen mit ben $Ko^rfängern überein. 



170 ©änger. 

814. $)er £eirfjröJ)t jäitger :, A. (S., Mot., Curr., Muscip., Sal., Cettia) arundinaceus , GmL, 

(strepera, affinis, obscurocapilla, boeticula, isabellina, rufescens, horticola, arbustorum, pinetorum). — 
$ergt.: Naumann, 33. ©. IIT, ©. 614. — ®rö^e ber 3aungra§müef e ; Oberfeite unb bie Slußenfäume 
ber ottoenbraunen ©dringen unb ©crjtoangfebern otioenroftbraun, S5ürgeX unb obere ©djtoan^becfen lebhafter, 
Unterfette roftgetbticfytoeifi , tinn unb tefyte beutlidjer toeij3, 3ügelftreifen, Ol^rgegenb, §at§ = unb törper= 
fetten nebft unteren Flügel = unb © et; to anreden roftgetb. $ri§ bunfelbraun, ©djnabet tiombraun, Untere 
fd)nabel borngelb, güfje t)ornbr#untier/. Seibcfyen gletd) gefärbt. 

35etool?nt ba§ mittlere (Suropa bi§ ins fübtid^e ©djtoeben, ba§ toefttidje Elften unb Sforbtoeftafrifa, 
toanbert im Sinter bis? in bie taplänber. 

815. $)tx (Simtpfurijtfftnger, A. (S., Cal., Sal., Curr.) palustris, Bechst., (fusca, pratensis, 
nigrifrons, fruticola). — 51.53.: Naumann, SS. 2). III, ©. 630. — Unbebeutenb größer al§ ber £eicfy= 
rofyrfänger unb i^m faft gteidj gefärbt, bie Oberfeite jecod) otioenfafylbraun ofme ben roftbräunücfyen 5£on, 
toeldjer namentlich auf bem 23ür§et niemals fo beuttid) ^eroortritt. 

23etoofmt Mittel = unb ©übeuropa, ger)t nief/t sfotoeit nörbtidj al3 ber Seidjrofyrf änger unb toirb im 
Sinter in Sefiafien unb 9?orbafrifa gefunben. 

816. 2)cr ^ouenaro^rjftnöcr, ^ßobena ber kubier, a. (S., Sal.) dumetorum, Blyth, (mon- 
tana, magnirostris). -— 31. 33.: $erbon, B. of Ind. II, 155. — Unterfd)eibet fidj üon unferem @umpf= 
roljrfänger burd) bie büftere olioenfa^lbraune Färbung ber Oberfeite, ben ettoa§ längeren ©c^nabet unb an= 
bere ©djtoingenoerljältniffe, ba bie gleite unb britte ©djtoinge bie längften finb. 

Verbreitet fiel) über ben größten Seil oon $nbien, 9?epat unb Slffam, fommt aber auef) am Ural unb 
im nörblidjen $luf§tanb oor. 

9?a$tiganenr0f)rf änger (Lusciniopsis) nennt man einige bitten, toelcfye ftdj burd) 
t^re fcer^ältni&ncijng Breiten, nic^t eingefcfynürten ©dringen unb bie Breiten, langen, Bi3 
fur^ fcor baS (M>e rei^enben nnteren @c^tüanjbec!en auszeichnen/ 

817. £)ev ^a^tipllcttröljrjcitta.et , A. (S., Sal., Lusciniopsis, Pseudoluscinia, Locustella, Cettia) 
luscinioides, Sayi, (Savii). — SSergl.: Naumann, 33. 2). XIII, ©. 87. — @ttoa§ größer al§ bie ©arten= 
gra§müde; Oberfeite otioenroftbraun, ©dringen unb ©djtoang ettoa§ bunller, Unterfeite fyelter, olioenroft= 
rötlid), ein fdjmater Slttgenftreifen ebenfo , tinn unb 33aud)mitte tote bie oertofdjenen (Snbfäume ber unteren 
©^(oanjbeden in§ ^ofttoeifilidje , auf ber Unterlege einige oertoafdjene roftbräunliebe ©d)aftflecfen. $ri§ 
tiefbrann, ©dmabet bunlelbraun, Unterfdmabel tjorngetbfatit, güße f^orngelblid). Seibcfyen nicfyt oerfefyiben. 

23or§ügticb, bem ©üben Europas? angeprig, finbet fid) ber Sftacr/tigattrofyrfänger aitdj in getoiffen ©e= 
geuben ^oUanb§, aitfjerbem in (Milien unb ©übruf§tanb, ebenfo im toeftlidien Slfien unb 9?orbafrita. 

818. $)et $Utf3röl)tfttttger, A. (S., Sal., Lusciniopsis, Locust.) fluviatilis, Meyer, (strepitans). — 
«Bergt: Naumann, 35. ®. III, 694. — ®rö£e be3 s Jfad)tigaHenro^rfänger§; Oberfeite unb bie Slußenf afate 
ber otioenbraunen ©dringen unb ©ef)toanäfebern olioenfabtbraun , Unterfeite fahler, tefyte unb 23audjmitte 
faliltoeiß, bie breiten ©nbfättme ber roftrötlid)braunen unteren ©d)toangbeden oertoafdjen toeiß, auf ^et)Xe 
unb tropf oertoafd)ene olioenbraunlic^e ^ängSftridje. ^ri§ braun, @d6nabel l^ornbrauu, Unterfc^nabel unb 
^üße l?oragelbfal)t. Sei beben gleich gefärbt. 

ZtU in ©üb- unb Ofteuropa, nörblief) bi§ jum Sabogafee oorbringenb, Seftafien unb 9^orbafri!a, ift 
leiten in 3)eutfc^lanb, t'ommt aber häufiger an ber 3)onau oor. 

819. ^cr ^c^tairt, 23ufdj= ober §euf($rec!enro^rfänger, A. (S., Muse, Calam., Locustella) locu- 
stella, Latli., (olivacea, tenuirostris, Rayii, naevia). — SScrgt: Naumann, 33. 2). III, @. 83. — Un= 

bebeutenb Heiner al§ ber ^tuf§rol»rfänger ; Oberfeite unb Stußenfäume ber otioenbraunen ©dringen unb 
©ci)toan5febern olioenfat)tbraun , Obertcpf mit Iteinen runblidjen, Hantel unb ©dmltern mit breiten, !eil= 
förmigen, bunletbraunen ©d)aftftecf en , Unterfeite roftfa^tgetb, auf Ahm, Mfii, Unterbruft unb ^aud)mitte 
met)r üt§ Sßetpe^e, auf bem topfe mit fel»r feinen bunlten ©e^aftflrie^ele^en, auf ben unteren ©cfytoan^ 
bee!en mit breiten oertoafdienen ©e^aftfteden gegeicfinet, ein fdjmater unbeuttid)er Slugeuftreifen ^ellfa^tgetb. 
$rt§ bunlelbraun, ©e^nabet ^ornbraun, Unterfc^nabel unb Pße r)orngetbXicr). Seibeben nid)t t>erfd)iben. 
SSetoobnt ba§ gemäßigte Europa, nörblic^ bi3 ©nglanb itnb ^orbruf§tanb oorbringenb , l)inficf)ttid) 
feiner Verbreitung aber auf beftimmte ®egenben befc^ränlt. 

820. ®er £rüpfm™ijrfättatt, A. (S., Locust, Calamod., Cisticola) lanceolatus , Temm., (mi- 
nuta). — 31. SB.: ©eglanb unb ©erbe, Ornith. europ. I, ©. 531. — 5lnfeb,ntid) Heiner al§ ber £>eu= 
fd)reefenro^rfänger, biefem aber fet)r äfmtid); bie Oberfeite gleie^gefärbt, bie fie getc^nenben bunllen @d^aft= 
[triebe jebod) fc^mater, Unterfeite jartroftgelblic^, tinn, f eble unb tropf bier,t mit buntten ©d^aftftrie^en befe^t. 



töoljrfättger. 171 

33ett>otjnt Sftorbrufälanb , ba§ mittlere ©ibirien US in ba§ Slmurlanb unb toanbert im Sinter nadj 
©übdjina, 

£)te SBrncfytoIjjtfänget (Cettia) nntetf Reibet matt t^reö jtetit^en, finden, fd)malen 
©djmaklS, ber mtfyx aBgetnnbten glitgcl, in betten bte btttte nnb vierte @d)unnge bte 
längften ftnb, nnb bet ebenfalls breiten nnteren (Sc^toan^beden falber als Befonbete Ünterfi^^e, 

821. £er 23niiJ)töJ)rfättaer, A. (S., Calam., Potamodus, Cettia, Bradypterus) Cettii, de la 

Marmora, (sericea, platura). — SBergl. : 2)eglanb unb ©erbe, Ornith. europ. I, ©. 524. — ©röfje 
ber $lappergra§müde; Oberfeite rtftltd)braun , Gurgel unb obere ©d^angbecfen lebhafter, ©djtoanj unb 
Stufsenfäume ber bunletbraunen ©dringen bunller, ein oerlofdjener Slugenftrid) toeißlid), Slugenring beut« 
lieber öoetfj, Unterteile nnb untere gtügelbeden toeißticfy, $efyle faft toeiß, topf* nnb §at§feiten graubräunlid), 
bie törperfeiten nebft ben unteren ©djtoanäbeden roftbräuntid?, bte täugften ber teueren mit üertoafcfyenem 
toeißlidbem ©nbranbe. $rt3 bunlelbraun, ©dinabel fyornbraun, Sßurget^ätfte be3 Unterf$nabet§ fyorngelb, 
güße ebenfo. Söeibdjett bur$au§ gleich gefärbt, aber anfefyntid) Heiner. 

2)er SBrnd^ro^rfänger betooCmt ben ©üben (Suropa§ oon ©panien bi§ jum $a§pifdjen öftere, ba§ toeft* 
ftd§e Elften nnb Sftorbafrila. 

822. $)et ^amarl^f enrö^rjättger , A. (S., Sal., Calam., Cettia, Lusciniola, Amnicola) melano- 
pogon, Temm., (melampogon). — SScrgt: Naumann, SS. 3). XIII, ©. 456. — ©röße be§ Uferfdjitf* 
fängerS; Oberfeite rötlid? braun, Hantel nnb ©dmltern mit oertoaf ebenen bunllen ©djaftfteden, Ober« 
lopf nnb 9^aden braunfdjtoarä, längs ber $opfmitte mit oertoaf ebenen fetteren ©eitenfäumen, ein breiter 
(Streifen oom 9?afenlo$e bi§ gur ©djläfe roftgetblicfy , ein anberer über ben $üget nnb burdb§ Singe ftraun« 
fc^toar^, $inn, Äc^te unb untere grtügelbecten toeiß, übrige Unterteile roftgelblid), ©eiten bunller; ©dringen 
nnb ©djttangfebem bunlelbraun mit fefyr formalen roftfalilen Slufienfäumen, roeXc^e auf ben Hinteren Slrnt« 
f dringen breiter werben unb rötticfybrau'n au§fefyen. $rt§ bnnlelbrann, ©clmabel unb Unterfdjnabel Ijorn« 
gelblich, $üfte ebenfo. 2Beibd)en iticr)t abtoeidjenb. 

23emofynt ©übeitropa unb \)tö n>efttid)e 2lfien, ift häufig in Italien, lommt aber and) tu ©übmtgarn 
unb 9corbfranlreid) oor. 

2Iu<$ ben 3toetgtalS)tfcmget §at man ftegen feinet feinen @cfynaM3 als Vertreter einet 
Untetftype (Iduna) angefeuert. 

823. J)er BttJergrotjtfattatr t A. (Mot, S., Calam., Lusciniola) salicarius, Pallas, (caligata, 
scita). — 21.58.: Naumann, 35. 2). XIII, 78. - ©röße be§ $tti§laubüogel§ ; Oberfeite gelblid) roftgrau, 
©fettet tivotö bunller, bürget unb obere ©djtoanjbeta geller, tinn nnb ^et)Xe tteipd), übrige Unter* 
teile roftgetblidjtoeifj, ©eiten roftgetb, §at§feiten mefyr braungelblid^; ©Urningen graubraun mit roftgelb= 
liefen 5lu^enfäumen, ©djtoanj me^r in§ 9toftbraune mit fc^malen, oertoaf dienen, Vetteren ©nblanten. $xi3 
braun, ©c^nabel ^ornbraun, Unterfc^nabel unb ^üße gelblid^fa^l. 2Beibd)eu tttdfjt oerfd)tben. 

2)iefer einmal auf §elgolanb erlegte feltene 35ogel bewohnt Ofteuropa unb ©ibirien. 

Unter betn Tanten @trctf ento^tf änget (Calamodus) vereinigt man Heine, oBcrfcttö 
geftretfte, langpgelige Sitten, ntttet beten ©c^imngen bte jtoettc nnb btttte bte längften 
^n fein pflegen. 

824. $et Ufetfc^tlffftttaet, A. (Mot., S., Sal., Muscip., Calam., Calamodus, Caricicola) plirag-- 
mitis, Bechst., (schoenobaenus). — SSergt.: Naumann, SS. S). III, ©. 648. — (£toa§ Hefter als 
ber ©umpfro^rfänger; Oberfeite unb bie fdjmaten 2lu^enfäume ber bunletbraunen ©djiüingen, bereu 2)ed= 
feberu unb ©tenerfebern fal)tgelbbräunlic^ , SSür^et unb obere ©c^toanäbeden roftbräunttd) , Kautel unb 
©futtern mit oertoafdjenen bunllen @c^aftftrid)en, Oberlopf fdjroar&fcramt mit einem fal»lbräunlid)en 
9}littelläng§[treifen , tr-eld)er bunlle ©c^aftftridie geigt, ein fdjmater ©trid) burd^ 3ügel nnb Singe bunlet, 
ein breiter Slugenbrauenftreifen, tel)tfeiten unb Unterteile gartroftgelblid^ , $tittettel)le, 33aud^ unb untere 
©d)»anäbeden ^eKer, me^r w§ SSeiße. $rt§ bunlelbrauu, Oberfd^nabet ^ornbraun, Unterfc^nabel unb 
$üfce ^orngelblic^. Söeibc^en nid)t oerfd^iben. 

Verbreitet fid» über gang (Suropa unb bringt unter feinen SSerwanbten am toeiteften nad) Sorben t>or, 
ba man i^n in D^ortoegen noc^ bi§ pm 68° nörbltc^er breite gefunben ^at, betoo^nt auf^erbem Seftfibirien 
unb ^orbafrila, reift im Sinter fcte in ba§ Ouellgebiet be§ ^it. 

825. 25er <Seggen= Oöet 93injent0^rfanget, A. (S., Mot., Sal., Muscip., Calamod., Caric, Calam.) 
aquaticus, Gml., (salicaria, paludicola, cariceti, striata). — 31. 23. : Naumann, V. S). III, ©. 668 
unb 6-86. — (große unb altgemeine Färbung »ie beim UferfdPffcmger; kantet unb ©diultern aber mit 



172 Sänger. 

fdjarf auägefprodfyenen, cttoaS. »ollen ©cfyaftftridjen, ber braunfd)t»arse Dberfopf mit einem ungeftrid)etten 
fahlbraunen äftittelftreifen, Unterteile lebhaft roftgelbticfy, anf bem tropfe nnb an ben ©eiten mit fefjr feinen 
bnnllen @$aftfirid&eWjen. 

$m mittleren nnb fübtid^ett (Europa , im t»eftlicljen Elften nnb ^orbafrila brütenb , audj auf bem Äa*- 
naren beobachtet, tn ©eutfcfylanb ^iemlid^ feiten. 

826. $>er streif ettroljrftittgcr, A. (Mot., S., Locust., Turdus) certhiola, Pall., (rubescens). — 
SSergl: Naumann, 35. 3). XIII, ©. 91. — ®rö^c be§ $luf§rol>rfänger§; Oberfeite oliüengraubraun 
mit breiten bunflen ©cfyaftftridften, toeXc^e anf bem Dberfopfe fed^S, auf bem Sftfitfett ac^t unregelmäßige 
2äng§binben bilben, ein formaler Slugenftretfen, An unb Äeijle toetßlnty, übrige Unterteile roftgelbtitf), 
33au$mttte in§ SBetfjltdje, ©eiten unb untere ©djttanäbeden roftf alpraun, Keltere mit »er»>afd)enen »ctß= 
liefen @pi£en, topf mit feinen bunflen ©cfjaftftridjelcfyen ge^eieftttet; ©dringen bunfelbraun mit fcfymaten 
fahlbraunen Slufjenfäumen ; (gdjtoattjfebern bunfelbrann, »on unten braunfetymar^ mit fieben »erlogenen, 
bunlleren Ouerbinben unb breitem toeißem (Snbranbe- $ri§ fyettbraun, ©cfynabet bunfelbraun, Unter^ 
fcfynabet unb $ü£e ^orttgetbfa^X. Söeibcfyen nidjt »erfcfyiben. 

tiefer ebenfalls Sibirien nnb Sftorbcfyina ange^örige Söget, welcher auf bem 2Binterauge bittet = unb 
©übinbien, fotoie bie ©unbainfeln befugt, tomrbe einmal auf §elgolanb al§ Srrgaft erlangt. 

£)ie 9?o^r* unb Sdn'tffänger ftnb größtenteils an Sfto^r unb Scfyilf, 9^teb= unb 6ea/ 
gengraS geBunben, rieten fid) jebod) nadj ben SBerfyättniffen ein unb werben bemgemäß 
unter Umftänben toeit entfernt oom Saffer auf trodenem Untergrunbe, in ®eBüf$en unb 
anbere.n btcfyt fte^enben, itjmen Schlupf toinfel Bietenben ^flanjen gefunben. $or beut 9ftenfd)en 
nnb feinem treiben freuen fie ftdj nid>t im geringften, fommen breift Bis bicfyt an bie 
Soljmungen tyeran unb (äffen fiefy nicBt einmal burd) (£tfenBat)nen oertreiBen. „3n einer 
Keinen, oon (Müfcfyen nicfyt umgeBenen ^uSfcfyicfytung nnmittetBar neBer ber ® era = ^Beißen* 
f elf er (SfenBap", fcfyreiBt mir 8ieBe, „Brüteten in biefem 3a^re auger fimi ^ärc^en be3 
£eid)rol?rfänger3 bret $are be3 £)roffelrol?rfänger3, otyne fiefy um bie oorüBerfaufenben 
©fenBat)n$üge $u fümmern — ein neuer SöetoctS, lote leicht Stoßfänger ben 35er^ältntffen 
ftdj anBequemen." Scfetcrcg gilt ntdjt allein für biejenigen Irten, toetcfye man in ber Ütoget 
nur im Stoße antrifft, fonbern auefy für alle meß im UfergeBüfd) leBenben Wirten, ja 
biefe erlauBen fid; nod) größere greißiten. 2tu3 biefem ®runbe läfft fid) üBer SSorfommen 
nnb 2tufentt)att eBenfotoenig ettoaS allgemeines fagen toie üBer Sefen unb betragen, ®efang 
nnb gortyflanpng. 9?ur ßnftcfyttid) ber xftaßung ftimmen fie feß mit einanber üBerein; 
benn fie ftnb $erBtierfreffer im toaßen (Sinne beS SBorteS, toetdje nur au^na^m^tüeife ton 
SÖeren nafd&cn* ©ie ^ä^len tote toenig anbere SSögel ju ben öieBlingen oon 3ebermann, 
toeit i^r @efang bie 5lnfmer!fam!eit auc^ be^ gleid)giltigften 9D^enfd)en ^u erregen pflegt. 
r,3m Dften be^ fälligen 3^an^f eiber @ee3", Bemerft @rägner r „lagen früher -große, flacBe, 
oon 9?o^rbidtc^t umgeBene gümpel, in benen ft^ oerfd)ibene Wirten oon ^o^rfängern aufhielten. 
©ie Uferränber biefer Sachen ioaren Sonntag^ oft bid?t Befe^t oon 23ogeltieB^aBern, toelcfye 
eigene ^u bem 3^^^e fid) eingefunben Ratten, um bie 9^o^rfänger ^u oer^ören. 9^id^t toenige 
oon jenen ftellten ben eigentümlichen (^efang biefer SSöget toeit üBer ben @d?lag ber ^ac^= 
tigalt Unb toirftiefy oerna^m man oft äugerft melobifc^e unb ungemein an)>red?cnbe 
«Strogen, ioelc^e angefid;tö ber un^eimlic^ büfteren 2Baffermaffe unb in ber Stille biefer 
UmgeBung einen unBefd;reiBlid;en ©nbruc! auf ba^ ®emüt ^eroorriefen." 

Unter alten einfyeimifd^en $Rot;rfängern mad)t fid) bie größte 2lrt ber gamitie, ber 
X)roffetro^rfänger, am er ften BemerHid). Sie bie meiften feiner 25crioanbten er f d;eint 
er erft fpät im grüt;jafyre, feiten oor s Jätte be3 l^rtl, meift erft ju (£nbe be^ S^onatö 
nnb fetBft nod) im SO^at am ißrut^ta^e unb oerfd)U)inbet Bereite im Sluguft, fpäteftenS ju 
Anfang be^ @e|)temBcr nriber, um in mitberen breiten ^u üBeriointcrn. 9^ur burd; 
bie größte ^ot gejloungen, oertäfft er jeittoettig feine getoöt;nlid)en Slufent^attöorte, Öanbfeen, 
größere ober Heinere £eid?e, gtüffe unb SaffergräBen, loetc^e auf größere Streden ^in bicfyt 
mit ^r Betoac^fen unb toomöglicfy am Ufer mit ®eBüfc^ gefänmt ftnb. §ier BebBad;tet 



<Kofyrfänger. 173 

man i^n oon ben elften Sagen beS Wlax ab regelmäßig, fcernimmt tyn jebod) toeit el^er, 
als man u)n zu fe^en belommt. ©einen Gefang fann man unmöglid; oerlennen ; ex ift ein 
Sieb, für toelcfyeS bie gröfcfye bie ^auptfä'cfylicfyften ße^rmeifter getoefen zu fein fdj>einen, ein 
£onftüd mit mancfyfaltig abtoecfyfelnben, ootl nnb ftar! tönenben ©trogen, bem es an fanft* 
ftötenben £önen ootlftänbig feljii, toelcfyeS aber tro^bem für bie meiften Öteb^aber ettoaS 
anfprecfyenbeS ober unterfyaltenbeS §at. „®err, lerr, Uxx, born, born, born, larre, larre, 
larre, lailaifti, larrelarrefyib" finb bie tyeroorragenben ©trogen beSfetben; bajtotfdjen toej* 
ben nnr fnrje 23erbinbungStaute eingefdjioben, n>eld;e aber ebenfalls nicfyt fciel toollautenbeS 
tyaben. Unb trofebem mntet baS Ganze an, ebenfotool feiner @igentümtidj>leit toegen als 
aucfy beS^alfy toeil man an ben ton nnferem ©a'nger bevorzugten Srtticljleiten toenig anbere 
nnb meift nur gefangSunlunbige SBöget hernimmt. £)urcfy ben Gefang aufmerlfam getoor^ 
ben, entbedt man felbft in bitterem SRol^re ben SBoget balb, ^unäcr)ft an bem 3 U( ^ en bn 
(Stengel, toelcfye er beim 31bi>ringen betoegt. gaft ununterbrochen Itettert er an ben SRol^ 
ftengeln auf unb nieber, inbem er fie mit beiben güßen umllammert unb ficfy in fcfyiefer 
SRicfytung an i^nen tyält, erfcfyeint babei auc^ gelegentlich an einer ©pifee, p$t fiel) einen 
2lugenblid um unb §ü£fi bann toiber metyr, als er fliegt, nacfy unten, um fein §au£tge* 
fcfyäft, Slbfucfyen ber (Stengel nad; ^atyrung, fortzufe^en. 3um herausfliegen entfließt er 
fidj> nicfyt gern; fein gtug ift aud) ntc^t gef dn'dt, gefegt vielmehr unter fdmurrenber unb 
eigentümlich rudtoeifer ober fyüpfenber 23ctt>egung in Heineren ober größten unregelmäßigen 
23ogen. „23ei meinem unsäglichen ©umpfjagben im ©üboften Europas", f treibt mir 
§erllo£, ,,^abe id? Gelegenheit gehabt, taufenbe oon ©roffetrotyrfängern p beobachten. 
£)ft toenn idj> bis an bie ©dmttern im Saffer ftanb, !am ber $ogct fo na^e an micfy 
^eran, bafS td) iljm mit einem ©tode fyätte erfragen lönnen. ©eine 33etoegticfyleit im 
SRofyrtoalbe ift eine gerabejn quedftlbcwe. deinen lugenblid lang raftet er, burcfyftreift 
oielmetyr ruhelos fein gewähltes Gebiet, an toelcfyem er mit unglaublicher gätyigleit lj)ängt 
3n einem lleinen £ümbel, toelcfyer an ben Räubern mit SHol?r bctoacfyfen toar, ließ ftd? ein 
bort fyaufenber £)roffelrol?rfänger oon einem @nbc zum anberen jagen, ofyne fid) aucfy nur 
im ©ingen ftören zu laffen. Wenige ©dritte baoon befanb fid? ein cu)nlidj)er So^n^la^, 
nnb bennod; fuc^te er biefen aus 5ln^änglid)!eit an ben einmal ertoäfytten niemals auf. Sn 
golge biefer 3^igfeit läfft er \ify auc^ fe^r leicht fangen, toeun man im ^o^rtoalbe einige 
fteinere >$t% bis. auf einzelne £alme anSfc^neibet , biefe mit Leimruten beftedt unb iljm 
Xangfam treibt. 3nnertyalb ^efen Minuten ^ängt er unfehlbar auf einer i?on ben Deuten." 
^Ro^rfc^irf^, ^3ora^ unb ©tentorro^rfänger ähneln ber beutfc^en 5lrt in jeber 
§infxc^t; felbft i^r ®efang foll nac^ 33erfic^erung funbiger ^3eobac^)ter nicfyt unter) c^iben 
toerben lönnen. 

gaft baSfelbe gilt für ben Seic^ro^rfänger, einen ©roffetrotyrfänger im üeinen. 
3^n finbet man nocfy häufiger als ben SBertoanbten , toeil er ftcfy mit Heineren Gewäffern 
begnügt, fcorauSgefe^t, bafS 3^o^>r in biefem nicfyt fe^lc; benn nur auSna^mStoeife gefcl>ü}t 
eS, bafS ein Seicbro^rfänger in feinem Sofjmgetoäffer na^eliegenben §eden, ®ebüfcfyen unb 
im Notfälle felbft in ettoa bis fünftmnbert ©dritte i)om Seid;e entfernten jungen ^iferan^ 
Pflanzungen fein 9teft errietet unb zeitweilig ^ier feinen Sßo^nfi^ auffc^lägt. 3n ber Dfeget 
4 erfc^eint ber SSogel um bie 2ttitte 5l^rilS, toanbert jeboc^ nocfy bis zur Mitte unb felbft 
bis zu @nbe OJlaiS bei uns burd;, oielleid;t aus Mangel an geeigneten 51nfibelungS^ 
pla&n. ©inb folc^e fpärlic^, fo brängt er ficfy mit feinen 5lrtgenoffen aud; in fe^r lleinen 
Seid;en zufammen, gleid^oiel ob biefelben in ber 9?cu)e ober entfernt oon menfcfyticfyen 
SBo^nungen liegen. Unter günftigeren SBertyättniffen grenzt fic^ jebeS ^ärc^en ein HeineS 
Gebiet ah unb behauptet baSfelbe ^artnädig gegen ^inbringlinge. 2tu£erorbentlid/ munter, 
unruhig, getoanbt unb gefdn'dt toie bie meiften ^ol;rfänger, llettert unb ^üpft er ü6er £agS, 

I 



174 



@<üttger. 



namentlich aber in ben borgen* nnb ABenbftunben, im 9?otj>re untrer, &eigt fidj eBenfo 
feiten toie ber £)roffetrotjrfänger im greien nnb ergebt fid) Bloß Seim ®efange Bis ju ben 
©pi^en beS SRof^reS ober oertäfft biefeS nur bann, toenn er gejagt ober burd? ein anbereS 
Mnncfyen in $amfcf oertoidelt toirb. Sie ber größere 25ettx>anbte ein außerorbentticfy 
fleißiger länger, trägt er toärenb ber ^arungS^eit fein £ieb Bereits mit anBrecfyenber 
Oftorgenbämmerung oor, fcfytoeigt taum in ben SJättagSftunben nnb täfft fid; gar nid)t feiten 
nocfy in fpäter Sflafyt oeme^men. ©er @efang fann ebenfalls burcfyauS ntdjt als gut Be* 
jetdjnet werben , $at audj> in ber Art nnb Seife beS Vortrags toie in ben ©trogen nnb 
£önen große Äljmlicfyfeit mit bem beS £)roffelrolj)rfängerS , nnr bafS er fcfytoäcfyer, länger 
nnb pfammen^ängenber ift. „£iritiri, tiertier, je%dfjed ; ^err^err^err, fcfyedfcfyedfd^ed, fyät* 
i)eitfyiet, trebtrebtreb" nnb äl;nlic6e fcfytoa^enbe nnb fdmarrenbe Öaute, ioerben in nnreget^ 
mäßiger gotge mit einanber oerBunben nnb Bilben ein eBenfo aBfonberticfyeS ©anje tote baS 
£ieb beS £)roffetrotyrfängerS. 

23on Beiben nnterf Reibet ftd) ber ©umpfrof;rfänger toef entließ Aud) er fommt 
fetten oor bem S JM Bei uns an, preist nodt) Bis gegen bie Tlxüt beS 3uni burd? nnb oer= 
ioeitt t?öd?fienS Bis (Sube AuguftS anf bem 23mtyta^e, Be^ie^t aBer niemals größere $Holj)r* 
toätber tote bie Betben 23ertoanbten, fonbern fibett fid; anf fumpftgen ©teilen, in niebrigen, 
oon ®räfew nnb anberen auffd;ießenben ^flan^en burcfytoacfyfenen @eBüfdj>en ober in Härten 
nnb anf ©etrcibef elbem an. SeibengeBüfd) f d;etnt u)m ber tieBfte Aufenthaltsort ju fein ; boc^ 
mac^t er and) in (Härten fid) fefstyaft, buret) toelcfye ein 23acfy fließt, $ier SSoljmen*, ($rBfen* nnb 
©amenrüBenBete Be^tet;enb, ober läfft fxcfy im (betreibe, pmat in '»ßuffBolmen^, §)anf= nnb 
^a^Sftüclen nieber. 3m betragen fte^t er $toifd?en 8auB* nnb SRo^rfängew ungefähr in 
ber Glitte, pmat er feineStoegS immer btcfyt über bem SSoben fid) aufhält, fonbern auefy ju 
leeren Räumen emporfteigt Unftet, Ijmrtig, unruhig nnb Reiter toie bie 23ertoanbten, im 
§üpfen nnb £)urd;fcfytityfen ber (§>eBüfcfye tote im Stuge gleich getoanbt, fiiljm nnb unter* 
net;menb im streite mit ©eineSgteicBen, tyört man i^n Batb tyier Balb bort, nnb eS lommt 
ü)m baBei gar nid;t baranf an, größere ©treden ftiegenb ju burc^meffen. £)aBei täfft er feinen 
(Skfang fe^r fleißig oernet;men nnb ^toar einen ®efang, toetcfyer nid)t allein ben alter üBrigen 
beutfcBen ^o^rfängerarteu üBerBietet, fonbern $u ben Beften aller SSogelgefänge üBerl^aupt ge* 
jä^tt werben mufs. dx Befielt aus einer Stenge aBtoecfyfetnber, fanft pfeifenber nnb flöten* 
ber ©trogen, in melden oieter anberer $öget £öne oertoeBt toerben. „33atb," fagt9lau^ 
manu, „flötet bie eine «Strome, als toenn fie aus bem ®efange einer ©roffet entlehnt 
toäre; Batb finb eS ^toitfe^ernbe nnb ^irpenbe 3:öne, toetc^e auf einmal in ^elt ^feifenbe ober 
fanft lullcnbe, in auf^ nnb aBfteigenbe, in lnr§ aBgeBroc^ene j)ber in gef c^leifte üBerget;en; 
Balb folgen £öne tote aus einem ber ©efänge ber ®arten^ ober aJlönc^SgraSmüde erBorgt, 
bann toteber bie nachgeahmten öodftimmen ber ^auc^fc^toatBe, ^tmeife, fetBft beS @per^ 
tingS im Buuten (Stemifcfy burc^ einanber, fo bafS man nicfyt fatt toirb ^u^u^ören. £)aBei 
liegt fo oiet ^raft in ber ©ttmme, bafS man ben außerorbenttiefy anmutigen ®efang jumal 
Bei ^tacfyt ^iemtic^ toeit oemimmt; benn ber ©umtofro^rfänger fingt oon Gmbe Aprils ober 
Anfang s J^aiS an Bis in ben 3uti hinein, nid;t allein oom frühen borgen Bis pxm 
ABenb, meift ben ganzen Sag üBer ungemein fleißig, fonbern and; bie gan^e Tiadjt ^inburd;. 
C5r erfe^t ba^er ben 3ftarfd)gegenben einigermaßen bie ^ad^tigall, nnb toenn auefy fein ©e^ 
fang bem biefer Königin ber ©änger nic^t gleic^lommt, fo ftiugt er bod; in ber ftitlcn 
yiatyt fo tieBlid) nnb Be^auBernb angenehm, bafS man jene einfttoeiten barüBer oergeffen 
tann. Seit bann ber fyerticfye ©änger toentger als am Sage geftört toirb, ben entpdenben 
gu^örer aBer feine anberen ©ingoöget mit i^ren oerfd;ibenen ©timmen in feinen 23e= 
trac^tungen unterBrec^en, ift ber ®enufS, §u§ut;ören, für ben ^aturfreunb uuoergtetd;tic^ ju 
nennend Alle üBrigen S3eoBad;ter nnb ÖieBt;aBcr ftimmen mit biefer Begeifterten ©d;it^ 



NoWnger. 175 

betung burdjauS üBerein unb ityltn ben «Sumpfro^rfänger p ben Beften ©efangcSmeiftern, 
ioelcfye nur in £)eutfcfytanb über^aitpt t;aBem „SaS nriuV' fagen bie ©eBtübet WviUit, 
„gegen ü)n bte 23aftatbnacfytigatt Befagen? @tc fcfytoa^t im $ergteidj>e p biefem großen 
©icfyter atBetneS geug uni) tretest nut in ü)ten auSgeäeidmetften SBertretern Bis p feinet 
§ö^e lj)inan, £)ie oorpgticfyften (SumpffdnTffänger toetben aber nie ton bet £)aftarbnad)tigatt 
erreicht Täüft Seile aus bem 9?eidj)e bet ©efänge anbetet SSögel nut trägt er oot, nein, 
and? gan^e J?erlid;e ©efänge nnb p>ox oft fertiger nod? als bie -äfteifter, benen er biefetBen 
aBgetauf d)t §at Sir t?aBen ©untpffcfyilf fanget gehört, toeld;e in einem 5ltempge, toie man 
p fagen pflegt, funfeelm, jtoanjtg nnb nod) me^r ©efangeSteite nnb gan^e ©efänge unb 
©d;läge vortrugen. üjftti außerorbentticfyer ©dmettigfeit reitet fiefy Seit an Seit; tote ein 
ftüräcnbeS SatbBäd;lein unaufhörlich murmett in rafttofer (Site, fo tönt nmnberBar rafd) 
tiefet Vogels ©efang an unferem D$re oorüBer. So toäre ein länger ber Betannteren 
eim)eimifcfyen Wirten , toetdjer nidj>t toenigftenS burd) einen Sodton uns oorgefüt;rt toürbe? 
Unb biefe 9?euu)eit beS SoneS, biefer ©itBerftang, biefe unBefd;reiBIic^e ©etoanbtfyeit unb 
©efcfymeibigfeit im Vortrage, biefeS immer ^eue unb boefy Gelaunte, toelcfye gauBetmittel 
für ben feinen §örer!" 

23on bem ^obenaro^rfänger ermähnt §utton Bloß, bafS einer feiner §aupttöne 
ein fd;arfeS „Sidtid" fein fott, tt>etdj)eS Hinge, als toenn man mit einem (&taty auf einen 
geuerftein fd)tägt, toärenb toir oon anbeten ^Beobachtern toiffeu, bafS er im ©efange hinter 
feinem $ern>anbten butd;auS nidfyt ptüdftetyt SlftetoeS erfuhr oon rufftfcfyen Steb^abern, 
bafS man gerabe biefen 23oget feines föftücfyen ©efangeS toegen üBer alte üBrigen in $lu\$< 
lanb leBenben SSer raubten ftettt, ja fetbft bem ©proffer Bei toeitem oorptyt, überzeugte 
ftcfy aud) fpäter felBft oon ber 23egrünbung einer folgen Settfcbälpng, $ftacfy feinem SBeticfyt 
trägt bet ^ßobenaro^rfänger, toetd;er fd;on in ben ©arten oon ©t. "»Petersburg feine «Selten* 
^ett ift unb t;ier meift in Sftofenbüfcfyen niftet, aBer and) im, üBrigen 9]orbrufStanb Bis gegen 
2lrd)angel ijnn gefunben foirb, einen bem Siebe beS <2umpfrot;>rfängerS äljmetnben, jebocfy noefy 
oiet reiferen unb oerebetteren ©efang oor, toetcfyer jeben §ötet entpeft unb in (srftaunen 
feit. 21uS biefem ©runbe fteltt man bem $oget eiftig naefy unb Be^lt einen guten 
hänget fc^on auf bem Ülflarfte aus etfter Jpanb mit bem fec^S* Bis acfytfad)em greife eines 
•ppofferSi 

£)en tarnen ©um^fto^tf äuget oetbienen eigentlich stoei anbete Itten, bet Ufer* unb 
ber © e g g en = ober 23infenrolj>rfänger nemtid). 55eibe finben fic^ fo gut als auSfd;tiefc 
lic^ im <Sumpfe unb oerlaffen biefen nur gelungen, ©er Uferto^tfänget etfe^eint Bei 
uns in öanbe in ben legten Sagen beS Steril ober in ben erften beS Sftai unb oetläfft uns 
im ©e^temBer ober DctoBer toiber, in milben §etBften tool auc^ Bis ya Anfang yioum* 
BerS Bei uns oertoeilenb. 331oß auf feinen Säuberungen Befugt er bann unb toann ^öl;ereS 
©eBüfc^; toärenb ber gottpftanpng tote im Sinter ^ält er fid) auSfc^ließlic^ im Rumpfe 
ober in fumpfäfyntid?en ©etoäffern auf, meibet auc^ ^ier baS D^o^r unb toäl;lt bagegen 
ißinfen unb Seggen p feinem Slufent^alt. 3n toafferretcfyen ©egenben lann eS oorlommen, 
bafS er ^eittoeitig ' aud) auf bie gelber fid> BegiBt unb im (betreibe um^ertreiBt; noc^ öfter 
ttifft man iljm auf fum^figen Siefen an, ootauSgefe^t , bafS biefelBen mit l;o^em ©tafe 
Beftanben finb> 3 U ^ ett ^onen ^ö^erer ^3äume fteigt er nur anwerft feiten empor; je 
nä^er er bem iöoben fein lann, um fo lieber ift eS ü)m- ^D^eifter im £)utd?ftied;en unb 
©urcBfc^lüpfen beS bic^teften ©eftrüppS, Betoegt er fic^ nic^t allein jtoifc^en ben ^flan^en, 
fonbern au($ auf bem ißoben mit <5idjer§eit unb ©etoanbt^eit, verbirgt fiel) baburd; bem 
5lugt regelmäßig, erfdjeint jebod? bann unb toann auf ber ©pi^c eines Stufen* obet Schilf* 
^almeS, um Umfc^an p galten. s Jlur toenn eine ©efatyr i^m pU0ä} na^e !ommt, ent* 
f fließt er \i&) inm gluge, bic^t üBer bem ^Boben ober bem Saffer bal;inftreid;enb , fd;eint 



176 «Sänger. 

fid? üBer^aupt auf feine unbeholfenen gittid)e ioeit toeniger p oerlaffen als auf feine g> 
lenlen güße. ©ein ging ift äußcrft unregelmäßig, Balb fdjmurrenb ober flatternb, Balb 
fcfylangenförmig ppfenb, Balb auffteigenb, Balb ^inaBfcfyießenb, toärt ungezwungen aud) nie* 
mals lange, fo bafS man !aum Begreift, tote er eS anftettt, auf feiner SBinterreife baS 
üMttelmer p üBerfliegen. ©er Sodton ift ein fcfynaljenber Saut, ber ®efang einer ber 
Beften, ben ein fttotyrfänger üBer^aupt bortragen lann, oBtool er bem beS SumpfrofyrfängerS 
Bei toeitem nad)ftel)t. „2luS bem ganzen Siebe," fagt Naumann, „fj>ört unb errät man fo* 
gleid) an bem Vortrage tote an bem fcfynörfelnben unb fcfynarrenben (Sftunbtone, bafS ein 
9?oIj>rfänger fingt ©aS (San^e toirb in fcfynetlem (Sauge hergeleiert, bie eBen erwähnten £öne, 
toeJäje benen beS £eicfyrofyrfängerS fe^r ähneln, toecfyfeln mit einem ioiber^olten gellen, 
ftar!en pfeifen, mit einem lauten „@rrr" unb anberen nt$t gut p BefcfyreiBenben ©trogen 
aB. ®anj BefonberS ausgezeichnet °& tx *ft e ^ n ioiberljjolter aus ber §ö^e um eine £ertie 
allmäpd? fyeraBfteigenber, langer, flötenartiger, auf toeit^in ^örBarer Xriller, ioelcfyer fe^r 
angenehm flingt. 3n einigen ©trogen Bemerft man aud) eine getoiffe ä^nlicfyfeit mit ben 
stimmen unb befangen ber gelBen 25ad>ftelze unb ber ^aucfyfcfytoalBe. ©ie 2lBtoecfyfelungen 
finb batyer nicfyt allein oiel mancfyfaltiger unb bie oft oorfommenben, flötenben unb pfeifen* 
ben £öne angenehmer, fonbern bie Stimme ift oiel runber unb ftärfer als im (Sefange beS 
£eid)rofyrfängerS." ©aS rennten fingt fleißig p allen £age^etten, oft nod) in gellen 
Nächten, am eifrtgften jebocfy in ber ^orgenbämmerung unb Beim Aufgange ber Sonne, 
toätylt fiefy pm Vortrage feines Siebes ein SieBlingSplä^en unb fifct J)ier mit geBlä^tem 
®efteber unb ettoaS IjeraBfyängenbem «Scfytoanze toärenb beS fc^einBar anftrengenben $or* 
trageS längere geit füll ©er Seggenrofyrfänger ift metyr auf einzelne Drtlid)feiten Be* 
fctjränf t, ijrier aBer unter ' Umftänben nidj)t feiten. &x erfcfyeint in ber legten §älf tc beS 
2tpril Bei uns unb BegiBt fiel) im $uguft unb SeptemBer toiber auf bie 9?eife, auf bem 
3uge bie oerfc^ibenften (Setoäffer Befucfyenb, toärenb er um p Brüten äljmlicfye Örtlicfyfeiten 
toie ber Uferfdn'lffänger auffucfyt unb Ijrier aud? ätynlicfy toie fein SBertoanbter fid) Benimmt. 
©aS 9ttännd)en ^at einen angenehmen, bem beS Uferro^rfängerS ä^nelnben, aBer führen 
©efang, in toelcfyem, oBtool bie einzelnen (Strogen oielfacfy aBtoec^feln, bie fcfynurrcnben 
£öne oor^erfcBen, aBer burd) einige fanfttofeifenbe angenehm ge^oBen toerben. ©aS ganze 
Sieb l)ört \id) aus biefem ©runbe red;t gut an. Särenb beS ©efangeS fyält fiefy baS 
Sttänncfyen me^r oerBorgen als ber Uferro^rfänger, fteigt jebocfy eBenfallS bann unb toann 
an einem 23infen* ober Seggen^alme in bie §5^e. 

Slufent^alt, betragen unb ©efang laffen Nachtigallen*, glufS*, Ü3ufd)* ober 
Jpeufcfyreden* unb £ropfenrotyrfänger als Befonbere Stypfdjiaft inner^alB ber gamilie 
fd)einen. ©er erftgenaunte gehört Bei uns unter bie feltenfteu Wirten, fü^rt aud) eine fo 
oerftedte SeBenStoeife unb ähnelt benn häufigeren SSertoanbten fo, bafS er oft üBerfe^en 
toorben fein mag. (Größere iBrüd;e, Sftore unb ©üm^fe, toelc^e aBtoed;felnb freies SBaffer, 
^eibengeBüfc^ unb ^ö^ere ®räfer= unb Seggenarten Bieten, Bilben feinen $ufentf)alt. 3n 
ben ^ollänbifd;en £orfmoren ift er nid)t feiten, mag alfo auc^ öfter, als toir annehmen, 
in ent|>red)enben Örttid/feiten ber BenacfyBarten beutfd)eu ^rooin^eu oorfommen. ©a er 
fic^ unter allen Umftänben möglid)ft oerBorgen ^ält unb nur äußerft feiten aus bem ®e*. 
ftrü^ ^erauSfommt, oerrät ftc^ fein üBor^anbenfein getoönlid; nur burd; feinen eigentüm* 
lid;en unb eintönigen ®efcmg, toeld;cr Diele äl;nlid;leit mit bem beS §eufd;redenro^rfängevS 
fyit, aBer ettoaS tiefer, ungefähr toie „Sirrr' 7 Hingen foll. Sntoiefew er fonft nod; oom 
^enfe^redeuro^rfänger fid; unterfd;eibet, toiffen toir nid;t. Se^tgenanitter galt eBenfo Bis 
in bie neuere 3 e ^ als ein feltener iöetoo^ner unfereS 33aterlanbeS , toärenb bie jüngeren 
gorfd^er, namentlid; 51. oou §omet;er, iljm in faft allen teilen ber norbbeutfcfyen 
^Bene Bis p ben ^ZittelgeBirgen ^in aufgefunben ^aBen. Nad) ben 51ngaBen biefeS forg^ 



$o*)rfattgev. , ^77 

faltigen 33eobacfyter« fd)eint ber Sctytoirl toeniger al« jeber anbete an eine beftimmte Örfe? 
licfyfeit gebunben p fein, galt« ber 5lufent^aItöort feucht nnb üppig bemac^fen ift, fragt 
er toenig banad), ob er fid) in ber 9?är)e eines Sumpfe«, an einem £eicfye, (Graben, gluffe, 
auf einer 2Biefe, im betreibe ober felbft im Salbe anftbelt. 3eber Heine, mit Sattoeiben* 
gebüfefy Befehle (Graben, jebe Siefe, jebe« tieftiegenbe (Getreibefetb, jeber mit ®lee, (S«parfette, 
9fap« Beftanbene Ider, jebe au« bieten, bornigen Sträudjern befter)enbc, mit langem (Gräfe, 
Steffeln unb anberen bedenben ^flan^en burcfyfcfyoffene gelbtyede fann ü)m im (Sommer pr 
§erberge bienen. §ier, im unburcfybringticfyften ^flan^engetoirr, ftet« niebrig üBer bem SBoben, 
treibt er fiel) untrer, oiet mer)r naefy 5lrt eine« $iper« ober 231aufel)ld)en« at« naefy 2trt 
anberer SRofyrfänger, unb nur um p fingen erfcfyeint er freitoitlig auf einer ,3toeig* °k e * 
^flansenfp%. 3n feinem betragen bereinigt er ba« (Sigentümtidje be« SRolj>rfänger«, pper« 
unb gaunfönig«. Überau« lebhaft unb Ijmrtig, borftdj)tig unb fd)eu, ^ufcfyt er tote eine 
Mau« burd) ba« bietytefte ^ftan^engetoirr, fo fd)netl, baf« man i^n immer nur einen 5Iugen= 
blid fi$t unb oft toiber berliert @benfo gefcfyitft betoegt er ftdj> im (Ge^toeige. Inf bem 
Sßoben ift er ganj $iper, im (Ge^toeige botlfommen SRo^rfänger. 5lber and) oom £aun* 
fönige r)at er Diele«, namentlich bie Unftetigfeit unb bie mäufeartige ®etoanbtr}ett 3um 
fliegen entf fliegt er ftd> bloß im Notfälle, obgleich er feinc«toeg« f$Iec§t; im (Gegenteile 
beffer al« bie meiften anberen Dorfanger ftd> betoegt unb nur burefy ftarfen 2Binb beein* 
träd^tigt totrb. Um toeitere kannte p burdmteffen, fliegt er in größeren unb fleineren 
53ogenlinien bat)in; beim ^ieberft^en toirft er fid) faft fen!red;t in bie (Gebüfcfye ^erab unb 
ift einen 2lugenbtid fpäter bcrfcfytounbem £)ie öodftimme flingt toie „X^ed," ber SBarnung«* 
laut toie „£etttett," ber 2Iu«brud be« Borne« toie „<ßttt," ber 2lngftruf toie „£idtid, ttfc 
tdttttt" £)er (Gefang befte^t au« einem einzigen, fer)r langen, jtfe^enben, einförmigen 
Scfytoirren, toetcfye« bem ber großen grünen §euf$rede fo ähnelt, baf« nur ber Kenner 
einen geringen Unterfcfyib toar)rnimmt, obfd)on ber £on reiner, toeuiger pcfyenb unb ettoa« 
pfeifenber flingt al« ba« (Ge^irpe ber Sd)rede. Ungeachtet ber anfd)einenben Sc^toäcfye 
btefe« fcfytoirrenben £one« oernimmt man ü)n boer) an füllen Ibenben auf toeitere dnU 
fernungen r)im „(Getoöl^nlid) fagt Naumann, „fd;toirrt ber fonberbare Sänger feinen 
Triller gegen eine Minute lang in einem 2ltem fort, or)ne einmal abpfefcett; toenn er aber 
recfyt eifrig fingt, fo bauert er otyne Unterbrechung oft ^toei unb eine t)atbe Minute au«, 
toa« ic^ öfter mit ber Ufyr in ber £anb beobachtet ^abe, 9^ac^ einer ^aufe oon toenigen 
@ecunben fängt er toiber an p fc^toirren, unb fo ^ört man i^n feine einförmige s J^ufif 
nic^t feiten ftunbenlang fortfe^en, ^'n bem Drte, too er auf feinem grü^ling«pge oor= 
fommt, fingt er ^toar fleißig, befonber« am Vormittage unb gegen 5lbenb, aBer mit größeren 
unterbauen, be^nt auc^> fein Sieb niemal« fo lang au«. £)a, too er Brüten toitt, ift er 
fleißiger; allein erft toenn er feinen 9?eftyla^ getoä^lt fyat, tyo'rt man i^n feltener am Xagc 
ober bann boc^ nic^t me^r an^altenb fc^toirren. dxmx ober ber anbere ftimmt tool fein 
Siebten an, aBer o^ne e« lange fortpfe^en, unb bie« gef^t ttm frü^ um ac^t, mittag« 
gegen jtoölf unb aBenb« gegen fiebert Ur)r> ^r fängt \t%t erft nad; Sonnenuntergang 
orbentlic^) an, fingt immer eifriger, je metyr Mitternacht ^eranna^t, bt« nac^ jtoölf Ur)r, fetjt 
nun eine gute ©tunbe au«, fängt toieber an p fcfytoirren unb treibt e« fobann ebenfo eifrig 
al« bor Mitternacht Bi« pm Aufgange ber Sonne." £at ba« äöeiBc^en erft Sfteft unb 
©er, fo fingt ba« Männchen am ^age gar nict)t me^r, fonbern Bloß Bei mitternächtlicher 
Stille unb \xv§, toenn ber Morgen faum p grauen Beginnt 9to am iörutpla^e r)ält e« 
an einer unb berf elBen Stelle f eft ; auf ber 9?etfe läfft e« feine eigentümlichen Xritler toärenb 
be« T)ur(^fc^lü|)fen« ber Steige bernel;men. 3m (gifer be« ®efange« erfc^eint e« auf ber 
§ör)e be« bon i^m Betoo^nten ^flanäenbidic^t«, toelc^e« e« fonft faft nie fcertäfft, t}ält fic^ 
fe^r aufrecht, fyU ben ^o^)f, bre^t u)n balb auf biefe balb auf jene Seite uri!> läfft nun 

SBrcljm, gefaitgene 3Sögct. ir. .12 



178 



©tfttget. 



bie tauten dritter l^eroorftrömen. Naumann oerfid?ert, bafS baS <Sd)toirren .beS £eu= 
fd^red enrot^rf ängerS, toelc^e^ idfy auffattenbertoeife niemals gehört §afce, auf baS @emüt einen 
gang aBfonbertidj>en ©nbruef macfye, unb bafS er ftunbentang nad^er, ben Salb tängft int 
Waätxt, es immer no^ ju ^ören glaubte, bafS es ifym aus jebem Steige, a ^ Jebcnt fäu* 
fetnben Süftc^en entgegenkommen festen. (Sin ganj aBfonberlicfyeS ^ogetlieb ift eS }eben= 
falls nnb bie Anfid;t nid^t ungerechtfertigt, bafS ber ^eufcfyredenro^rfänger, eBenfo toie feine 
^ertoanbten oon ben gröfcfyen, Bei ben §cufd?red;en Unterricht genommen unb oon ifynen gelernt 
lj>aBe. ©er britte im iöunbe, ber gtufSrot;rfänger, galt eBenfattS lange 3eü atS außer = 
orbentlid; fettener 33etootmer Mitteleuropas, tourbe aBer in ber ^eu^eit tyier unb ba, jnmat 
an ber £)onau, Dber unb EtBe BeoBad;tet, fdjetnt fic^> alfo, falls man i^n nieftt früher 
gerabe^u üBerfefyen §at, naefy unb nad; Bei uns eingeBürgert ju tyaBen. 3n feinem Sefen 
unb betragen toie auefy im ®efange ähnelt er bem §eufd)redenrofyrfänger felj>r. (Seine Be* 
tieBteften Aufenthaltsorte finb 23ufct)bidid)te auf gtufSinfetn ober Satbungen mit oietem 
unb bid)tem Untertjot^e. Auf ben toatbigen, teittoeife mit unburd?bringtidj>en £)idid;ten Don 
Seiben unb anberen fdmetltoacfyfenben 23aumarten Bebecften 3njetn ber ©onauauen ift er^äufig, 
in ber ^ä^e oon Breslau in ber ©tracfyate, einem mit Ij)ertid)en (Stehen unb bicfytem Unter^olje 
Beftellten, oon faftigen Siefenplä^en unterBro^enen Salbe nid?t fetten; außerbem tyat man 
i^n toibertjolt in ißöfymen unb eBenfo in Anwalt an ben Ufern ber StBe unb Mulbe auf* 
gefunben. 3** feinem So^nfi^e ertoä^tt er fid> bie bicfyteften (Müfdfye, friert in biefen 
mäufeartig untrer unb erfcfyeint nur um ju fingen bann unb toann auf einer 3^9^%- 
©ein ®efang $at mit bem ©cfytoirren beS ^eufctyrecfenro^rfängerS oiele Ä^ntid)feit, ift jebocfy 
ettoaS tiefer unb fürjer. „£)em ®efange Beiber Sßöget," fagt Arlt, „liegt ein $1 §u ®runbe, 
toetd)eS Bei bem §eufd;redenro^rfänger toeniger jifc^etnb unb mit einem 3 in ^erBinbung 
geBrad)t ettoa toie „©irrirrirr, firrfirrfirr" ftingt, unb toomit ber ©änger, o^ne aBjufe^en, 
fe^r lange anhält; Bei bem ®efange beS gtufSro^rfängerS etfc^etnt baS SR metyr sifcfyelnb, 
toe^enb unb mit einem (S in 33erbinbung geBracfyt, ettoa tme „3err^errjerrserr^errjerr" ; and) 
fyalt ber gtufSro^rfänger mit feinem ®efange nicfyt fo lange aus toie fein $ertoanbter , bie 
©trogen finb für^er, bie Raufen häufiger, baS £emtoo ift tangfamer. Eigentlich fommt 
biefer ®efang oon fem gehört bem ©cfytoirren ber grünen §eufd)recfe oiel nätyer, als bieS 
Bei bem @d?toirt ber galt ift. Sie id? häufiger p Bemerfen (Gelegenheit ^atte, toill eS mir 
faft f^einen, als oB ber ®cfang beS gtufSro^rfängerS oiele Ä^nti^feit mit ben brei erften 
^Tcoten oon bem ®efange einzelner unferer ©otbammer ^atte. Sine ©gentümtic^feit beS 
(GefangeS Beiber 33öget ift bie, bafS man baS ©cfytoirren nocB immer p ^ören oermeint, 
oBgteid^ man fc^on lange aus bem 25ereid? beSfetBen entfernt ift." -3m üBrigen gleist ber 
gtufSro^rfcmger bem @c^n)irt in ber Art unb Seife feines Auftretens, im Saufen, Stiegen, 
!nr§ im ganzen betragen auf baS genauefte, ^eigt fiefy, fo lange er fid; nicfyt berfotgt ft^t f 
ungeachtet feiner grofjen 53en>egtict)!eit burd)auS nid)t fdjeu, täfft fid^ oietme^r aus größter 
$ftälj>e BeoBad)ten unb oerBirgt ftc^ nur bann aBficfyttid^, toenn er üBte Erfahrungen gemacht 
$at 9^ac^ Artt'S Erfahrungen erfd?eint ber 3Sogel anfangs Mai in £)eutf ertaub ; toann 
er oerfc^toinbet, ift nicfyt Befannt 

!Die iBeoBad;tungen über bie oBen noc^ aufgeführten euro|)äif^en Arten finb fo bürftig, 
bafS fiefy einfttoeiten nid)t Beftimmen täfft, inwiefern bie SSöget in SeBenStoeife unb 23e* 
tragen oon i^ren SBertoanbten fie^ unterf Reiben. 5DafS auc^ ber £ropfenro^rfänger ein 
©c^toirt ift, erfuhr neuerbingS MetoeS, ioetc^er ben feltenen Sßoget am ßabogafanat erlegte 
unb oor^er fc^)tt)irren ^örte; intoiefern aBer er oon ben ißertoanbten fiel) unterfdfyeibet, 
toiffen von ni^t, toeit genauere 23eoBad)tungen festen, ©er iBruc^ro^rfänger ift nad) ben 
AngaBen ©etta Marmora'S, ©aoi'S unb' beS ^rin^en )Bona^arte in ©übitalien ein 
©tanbooget, nac^ ben oon ®erBe im füblic^en granfreicB, gemalten SöeoBacfytüngen bagegen 



SMrfdnget 179 

etn B u S^°S e ^ it>a ^ fofteS richtig fein fann, ba ber 23ogel bort, too er jahraus jahrein bie 
gleiten ÖebenSbebingungen finbet, aucfy toärenb beS Sinters zu oertoeiten vermag, wogegen 
er in ncrblid)eren ©egenben zum Säubern gelungen ift. 33ei feinem Umfyerftreifen folgt 
er, laut ®erbe, nadj> anberer Dorfanger Art bent Saufe ber ®etoäffer; auf feinen @tanb= 
orten lebt er, fooiel aus ben Angaben beS le^tgenannten Beobachters erfid?tticfy, nacfy Art 
unfereS Sumpfro^rfängerS, fommt biefem aucfy in feinem Sefen unb betragen am näcfyftem 
£)en ®efang bezeichnet ®erbe abtaut, aber angenehm, obfcfyon toenig umfang* unbtoed)jet* 
reid), bie ©trogen als furz unb abgebrochen. £)en £amariSfenrol?rfänger beobachtete 
Naumann im f üblichen Ungarn unb tfvat ebenfalls in grünen (Sümpfen, toelcfye weniger 
mit eigentlichem D^o^re als mit €?<plf unb SSinfen beftanben unb fyin unb toiber mit nie* 
berem ©traud^olze burcfyfe^t toaren. Anfänglid? fyielt ber große gorfcfyer u)n für einen 
©umpffcl)ilff änger ; bod) fcerf Raffte baS fe^r lebhafte betragen unb bie bamit im Siber* 
fprudjie zu fielen fd)einenbe, auffallenbe gutraulicfyfeit fotoie bie melfeitige ®ett>anbtfyeit beS 
$ögetd)enS ü)m balb bie Überzeugung, bafS er eS mit einer anberen Art ^u tun ^aben 
muffe. „Beim ^ieberfe^en", fagt Naumann, n>eld?eS mitunter auf einem ©d)tlf§alme 
ober auf bem in bie §b^e fte^enben SRanbe eines großen fd)toimmenben Sßtatiß Dorf am, 
fdmetlte baS 23ögeld?en getoö^nticfy unter gucfen m ^ ken Segeln ben ausgebreiteten 
©cfytoanj' nad? aufwärts, eine eigentümliche Belegung, toetc^e id) toenigftenS genau fo 
bei feinem anberen Don mir beobachteten Stoßfänger gefeiten :fyabe. (Sine ©timme feabe id) 
bamalS ton feinem biefer $öget oernommen unb ebenfo toenig toeitereS über feine £ebenS= 
toeife, ^taßung unb gortpftanzung in (Srfaßung gebraut" ä^erg* unb «Striemen* 
ro^rfänger finb nod) nid)t einge^enb beobachtet toorben. • 

9?eftbau unb gortpflanzung ber Stoßfänger fteßn in innigfter Beziehung ju ißem 
Aufenthalte, Sefen unb betragen, ftimmen alfo im ganzen weniger mit einanber 
überein, als man fcon fcornßrein annehmen möchte. £)ie im eigentlichen Stoß lebenben 
Arten, alfo namentlich tröffe U unb£eid)rofyrfänger bauen am tiebften in baS Stoß, 
auSnafymStoeife aber aud) in baS ®ebüfcfy. 3m erfteren gälte fyängt baS 9toft jtoifc^en 
einigen ^toßftengeln, an biefen berartig befeftigt, bafS bie Stengel einigermaßen fidj> belegen 
fönnen, ungefähr einen Steter ßdj> über bem Saffer, ift fünftlid) unb feft aus bürren 
®raSt;atmen mit SBaftfafem zufammengetoebt unb in bem tiefen, fauber gerunbeten, oben 
eingebogenen Stapfe mit faxten §atmcn, ©raSriSpen, Samemootle oon Stoß, $otbenfdn'lf, 
aud) tool einigen ^ferbe^aren ausgelegt, ßt aud) regelmäßig einen befonberen Unterbau; 
in lederen gälte ttirb eS, aud) über troctnem 23oben, stoifc^en ©e^eigen oft nur mit 
einer 2öanb befeftigt unb J)at bann feinen Unterbau, fonbern erfd)eint e^er ^atbfugelig. X)ie 
mer bis fünf fperlingSeiergroßen , ^artfcfyaligen , auf bunfterem ober fetterem fpangrünem 
®runbe mit graublauen gtecten unb otibenbraunen fünften gezeichneten (Ster beS £)roffel* 
ro^rfängerS finbet man um bie Oftitte 3uniS, bie ticr bis fedj>S ettoaS fleineren , aber fe^r 
ä^ntic^en, obfcbon in gärbung unb 3^nung me^r abtoec^felnben (gier beS ^eic^ro^rfängerS 
früher, meift fd)on in ber erften Soc^e beS 3uni 9lac^ oier^e^n^ bis funf^ntägiger iörut^ 
jeit fc^tüpfen bie Oungen beS ü)roffetro^rfängerS, nac^ brei^e^ntägiger 23ebrütung bie beS 
^eic^ro^rfängerS aus. 23etbe werben oon i^ren Ottern zärttid) gepflegt, oor ®efa^ren ge= 
toarnt unb fo lange mit Sprung ^erforgt, bis fie fetbft fid) erhalten fi3nnen, toaS um fo 
nötiger erfcfyeint, als fie oft fctyon, noc^ e^e fie fliegen föntten, baS 9^eft oerlaffen unb bann 
me^r fletternb als flatternb im ^Ro^re fid; um^ertreiben. £)aS 9^eft beS @umpfro^r^ 
fängerS ftetyt meiftenS in bic^t mit ©dn'tf, Steffeln unb ^romberranfen burcl)toa^fenen 
Seibenbüfcfyen , ift ztoifc^en fenfrec^ten ©tengetn befeftigt unb aus trodenen ®raSbtättem 
unb §almen gebaut, mit Rispen unb iBaftfafern burc^floc^ten unb mit feinen §atmen unb 
toenig ^ßferbe* unb ^irf^aren ausgelegt; fein Unterbau ift mäßig unb tocfer. Anfangs 

12* 



180 ©chtger. 

3uni pflegt ber aus fünf Bis fed)S auf Bläulid)toeißem ®runbe mit großen, Bleicfyoioletten unb 
tyellBraunen gleden unb feinen nnb größeren, bunfelBraunen DBerfleden gezeichneten ©ern Be* 
fte^enbe @a^ oollftänbig z u fein; nacfy breizeJ^t Sagen entfd)lüfcfen bie jungen, £)erUfer= 
fdjilffänger Baut eBenfallS gern in SBeibenBüf $e , tttc^t feiten aBer.aud? in ©d^tlfbüfc^e, 
auSnaijmtStoeife nnr anf trodenem 23oben, in ber Neget üBer beut Saffer. ©ein an 
•pflan^enftengeln :fyängenbeS D^eft Befielt auStoenbig aus trodnen ®raS§almen nnb einigen 
mit Wlo$ nnb Seibentootfe burd)toeBten Surzeln; ber tiefe Napf ioirb mit feinen <pälmd?en, 
SRotyrriSpen nnb §aren burcfyflocfyten. günf Bio fecf)3 furzeiförmige, jartf^alige, auf Bleid^ 
letymgelBen @runbe mit graulichen, foenig ^eroortretenben gleden gezetdmete (gier Bilben baS 
Belege, tt>eld>e^ in ber erften 2Bo$e beS 3uni ooftftänbig ju fein pflegt unb nad) Dreizehn* 
tägiger 33eBrütung gezeitigt ift £)er Segge nrofyrfänger Baut tief unten in SeggenBüfcfye 
ober ®raS ein fleineS Neft aus benfelBen «Stoffen tüte ber Uferfcfyilffänger, Belegt es mit 
Keinen, gelten, glattfcfyaligen unb glänzenben, auf Bleicfygrünem ®runbe bicfyt mit bunfleren 
gießen gezeichneten @iern, bebrütet biefetBen außerorbentlid) emfig unb zeitigt fie eBenfallS 
inner^alB breizelm Sagen. Nachtigallen*, glufS* unb ^ufcfyrotyrfänger ^aBen aucfy 
im NeftBau tfynlicfyfeit. £)aS Neft beS erftgenannten ^at man anfangt Wlax in auSge* 
behüten Sorfmoren unb an glufSufem gefunben; eS Befte^t aus einer loderen Umhüllung 
oon trodenen blättern ber Phalaris arundinacea unb ift intoenbig mit bergleicBen blättern 
glatt ausgelegt, am 9?anbe ettoaS aufgezogen, £)ie zartfcfyatigen, Keinen ©er finb auf trüB* 
toeißem ober geBlicfyem ®runbe üBer unb üBer mit fcfytoarz* ober Braungrauen fünften unb 
grauen gleden Bebedt, toeld)e am ftumtofen (Snbe zutoeilen zu einem bunflen Kranze %u* 
fammenfließen. £)aS Neft beS. glufSrotyrfängerS ftetyt im ®eBüfd? auf einer Unterlage 
trodenen SauBeS ober bürrer §alme, meift feljjr niebrig üBer bem 23oben, ift ringsum mit 
tyofyen grünen ©räfern umtoacfyfen, napfförmig geBaut, am Neftranbe toenig eingezogen, oer* 
tyältniSmäßig feft geflochten, innen fe^r glatt unb Beftefyt äußerlich aus mittelftarlen, trodenen 
Stengeln oon SaBIraut, 9?ol?r* ober ®raSBlättem , zarten Geifern, f dentalen ©röfern, aucfy 
tool einzelnen SftofyrriSpen unb trodenen SeibenBlättern, intoenbig aus laxkn ®raSIj)almen. 
£er Sal^ enthält oier Bio fccfys toeißgrunbige, mit oielen, tleinen, Braunrötlicfyen Sutofen am 
ftumpfen (Snbe ringartig gezeichneten (Siern. ©er Sd)toirl enblid) Baut regelmäßig auf 
bem iöoben, meift im ®raf e ober (betreibe, ein loderet Neft aus 9NoS unb bürren ©raSftengeln 
unb legt um bie Seilte beS Wlax zum erfien 9JMe fünf Bio fecfyS, anfangs 3uli zum zweiten 
9JMe brei Bis oier ungleichartige, zartfcfyaliqe, mäßig glänzcnbe, auf rötlicfytoeißem ®runbe 
mit größeren BlaßroftfarBigen unb roftBraunen fünften unb gleden ftoarfam gezeichnete 
(£ier> 5llle brei ©c^n)irlro^rfänger Brüten ungemein eifrig unb feft, fliegen erft unmittet* 
Bar oor einem ftcfy nä^ernben geinbe ^erauS, führen unb leiten bie 33rut, toeld>e meift nod) 
nic^t ootllommen gereift baS Neft oerläfft unb mäufeartig im ®rafe um^er^ufd)t , noc^ 
längere geit nac^ bem ausfliegen unb üBerlaffen fie erft ziemli^ fpät ficfy felBft. 

©ie Nahrung aller SRof^rfänger Befielt oortoiegenb, im (Sommer iool fo gut tok au& 
fcfytießlicB, aus ^erBtieren ber aüeroerfd)ibenften 2lrt ©ie größeren Wirten jagen ^au^tfäd;* 
lic^ Käfern, ÖiBellen unb anberen Werfen, toelc^e im ^Ro^re unb Sdn'lfe oorfommen, nac^, 
inbem fie biefelBen oon ben blättern aBlefen ober auä) im ginge fangen. £)ie fleineren 
Slrten fud;en ü)re Nahrung meift tiefer am SBoben z^oifd;en ben Seggen, 53infen, bem ®rafe 
unb felBft aus bem Schlamme ^erauS. ©od^ fann man faum fagen, bafs i^re 3agb eine 
mand)faltigere fei als bie ifyrer ^3ertoanbten; benn auc^ biefe laffen fo leicht fein terBtier 
irgenb toelc^er 5lrt, gteid)Oiel oB im Öaroen* ober gliegenzuftanbe , an fid; oorüBer* 
gc^en. Nur in einem unterfcfyetben fic^> biefe SSöget, inbem bie größeren Wirten aud) oer^ 
fc^ibene iöeren, inSBefonbere 3ofyanniS*, §otlunber* unb gaulBaumBeren oerze^ren, bte 
anberen aBer folc^c zu meiben fd)einen. (Ss finb jeboc^ in biefer §rinfi$t bie ^BeoBacBtungen 






Stoßfänger. 1§1 

nocfy immer nicfyt aBgefcfyloffen, unb bürfte eS möglich fein, bafS bie SRoI^rfänger üBet^aupt, 
vielleicht mit alleiniger 2lu3natyme ber fleittftett Sitten, 33eren als $>ntofi gern genießen. 

„23eoBa$tet man", fcfyreibt nnfet SttitatBeiter Siebe, „baS eigentümlich ^eimticfye, frenu> 
artig anmntenbe SeBen ber ©dnlffänger, bie %xt unb Seife, wie fie im ^Röfyricfyt ton 
§alm ju §alm Bio na^e zum Safferfpiegel ^eraBflattem unb bann Wtber geraubt empor* 
flettem, wie fie bie ©cfyitfriSpen in il;t SBerftecf ^eraBjie^en unb nacfy Kerbtieren burc^ftöbern, 
tote bie £eidj>rol?rfänger gteicfy einet itt geworbenen Setterfatyne um einen §alm fiel) breiten, 
wie bie ^o'^tbtoffeln ben ©djtf$alm gefd)icft butct) ifyte ©cfywete fo umBiegen, bafs er 
i^nen einen wageted)ten ©tfe Bietet, wie bie bem feften £anbe me^r zugetanen @umpf= 
rot^rfänger ityre ^a^rnng im biefyteften, füllen, feuchten 23lättetgewitr jucken unb nur ficfyer 
verfted t von Seiben, ©dnTf, Sinben unb anberen Kletterpflanzen t^tc lieBlid? jarte Seife bem 
O^re beS Kenners preiSgeBen, fo möchte man von vornherein auf ben $erfucb beteten, bie 
Beweglichen unb garten, in i^ren ®ewo^nfyeiten von anberen (Singvögeln fo aBweid)enben 
giere in ber ®efangenfd)aft ju Ratten. 3n ber Zat $at aud) fdjon mancher SBogetfunbige 
vor folgen $erfud)en gewarnt unb bie ©cfywierigfeiten berfelBen Beleuchtet. Unb bod) finb 
leitete feineSWegS fo groß unb fo zweifelhaften Erfolges. 3cfy wenigftenS mufS nad? meinen 
Erfahrungen bie §altung ton ®artengraSmücfen unb ©artenfängem unb votlenbS von &m* 
fönigen unb (MbtyäfyncBen für weit fc^wieriger erklären, gunäcfyft ^ ar f ^ auc ^ für bie 
Stoßfänger Behaupten, was für fo manche anbere 33ögel gilt, bafS nemlid? bie jung auf* 
gezogenen weit Beffer ftcfy galten als bie alt gefangenen, oBgleid) le^tcre Bei richtiger 23e= 
^anblung ziemlich fdmelt fxd) eingewöhnen." Einzelne Stoßfänger, namentlich bie größeren 
2lrten, ergeBen fi$ ungemein leicht in baS ©cfyicffat ber ©efangenfcfyaft. ,,3d) fyattt", fehltet 
§erflo£ tyier ein, „einen £)roffetroßfänger vormittags gefangen, Brachte ityn in einem 
$erfanbfäfige unter unb na^m u)n mit mir in ben EifenBa^nwagen. $u meinem größten 
Erftaunen Begann er fd)on ßer zu fingen. 2113 bie alte gute %t\t beS eckten SBogetmarfteS 
nod? in 231üte war, fanb man benfelBen $ogel fyäuftg in ^3eft unb Sien unter anberen 
frifd)gefangenen Seid;freffern unb ^örte i^n oft wenige £age nad? bem EtnBauem nad) 
§erzenSluft fingen. 3d) felBft erhielt einen Bei ^ac^tigallenfutter fed)S 3aße lang im Käfige." 

„Um 3unge aufzuziehen", faßt £ieBe fort, „fucBt man ein^eft auf, Welches meinem mög* 
licfyft fc^malen ©cfyilf*, Beziehentlich Seibenbicficß fteß. Wlan mufS bann öfter nad^feßn; benn 
einerfeitS laffen bie Stoßfänger baS vollzählige Belege öfter eine CRei^e von Xagen (Bis 
fed?S) liegen, e^e fie zu Brüten anfangen, unb anbererfeitS warfen bie Zungen anfänglich 
Zwar fetyr langfam, fpäter aBer außerorbentlic^) rafd) ^eran. E^e le^tere pgge geworben 
finb, fängt man fie. ES ift bieS ein eigentliche^ gangen; benn bie gierten flattern Bei 
Slnnä^erung beS SJlenfc^en fofort au3 bem 9^efte unb lönnen, tro^ noc^ fe^r unbollftänbigen 
glugoermögenS, bieS o^ne ®efa^r tun, ba fie fdwn frü^, z«r 3 e ^ ^ entl ^e Kielfebern 
!5um burc^geBroc^en finb, täglid) öfters i^re lunftvolle Siege oerlaffen unb an ben 9toljjr= 
^almen unb Seibenzweigen, von benen jene getragen wirb, KletterüBungen vornehmen. 3c^ 
^aBe nie gefe^en, bafs Beim plö^lidjen §erauöflattern aus bem ^efte eins ber Kleinen in 
baS Saffer ober in ben ©cfytamm gefallen wäre. Kommt man zur regten ^tit, wenn fie 
eBen nocfy nic^t flugfähig finb, fo laffen fie fid) mit §ilfe eines gloffeS ober ^ac^enS, ober 
inbem man ein 23ab nimmt, unter 35eiftanb~eine3 ©e^ilfen, weld^er von ber anberen ©ctte- beS 
©c^>ilfftreifenS ^er* treibt unb anweift, fe^r leicht fangen. Ein ©c^tlfc ift and? Bei ben 5Irten A 
welche üBer feftem (S^runbe niften, von gutem £)ienft, weil bie jungen $öget fc^on fe^r gewanbt 
butc^ baS ®efttü|)|3 fc^lüpfen. 3n bet @tuBe fpetten bie jungen D^o^tfänget fogteid) obet nac^i 
Wenigen ©tunben, vetutfad)en alfo in biefet S3ezie^ung butd)au3 feine 5yiot. Ü)toffelto^t* 
fanget, Welche fc^on feit faft einet Socfye wenigftenS ben Sag üBet baS "Dleft vetlaffen 
fyahm, fperren in ber ®efangenfcl>aft bann boc^ nod), wenn autf) erft nad; Verlauf eines 



: 



1 82 länger. 

£ageS, in ®efellfcfyaft anbetet $ögel toeit früher, @e$r fc^nelX getcö^nen fid) alle bitten 
bet (Sfruppe an t$ren ©wahrer, flattern t$nt entgegen, toenn et gutter Bringt nnb Rängen 
fiefy naefy 2lrt innget Baumläufer an feine bleibet, nm batan entyorjuflettern. 3n biefet 
3eit reiche xfy nnt SCwctfcnjrti^cn nnb fügen Duarf; man mufS fie aber fefyr lange 
füttern, t\)t fie ftdj> bequemen, felbft p freffen. später ermatten fie bann baS allgemeine 
gutter, abtoecfyfelnb faueren nnb fügen Guar!, @i, geföntes gleifd), W6l)xt r Bereu, ge* 
loc^te^ 06ft u. f. tu., gemengt mit getroefneten SImeif enpuppen, fäferf d?rot nnb ®leie. @o 
lange eS frifcfye Sfatetfenjmjtyen gibt, reiche id? ifynen btefe täglich als Sufoft Bemerft 
man, bafS fie ettoaS weniger fdjfanf nnb weniger betoeglid) toerben, fo mufS man fie unter* 
i fucfyen; fie ^aben bann jebeSmal biel gett angefe^t, bürfen ba^er Ouarf, di nnb fettes 
gleifcfy nid)t me^r unter baS gutter befommen nnb muffen frül) fotool toie mittags Heinere 
(gaben erhalten. 3m Käfige, toeld)er l)inteid)enb groß fein mufS, um fie pm gliegen ju 
nötigen, bringt man nur unten über bem Boben einige wenige Querftäbe an, an benen 
bann toiber bünne nnb ettoaS febernbe, bem $tox)x entjprecfyenbe ©i^ftäbe fo befeftigt finb, 
bafS fie fenfrecfyt fielen. Obgleich bie fleineren Dorfanger fic^> feiten baben, lieben fie 
boefy fictytltd? ben Slufentfyalt am SBaffer unb fefcen fid> gern auf ben SHanb eines mit Saffer 
gefüllten flauen Napfes. ü)roffelrü^r* unb ©untpfro^rfänger baben fiefy öftere unb muffen 
f^on beS^alb einen großen iöabenapf erhalten. Bei folcfyer Pflege galten fid) Dorfanger 
red)t gut unb gebären burefy xx)xt Betoeglicfyfeit unb <Sd?toa$j>aftigfeit, burd) bie ®etoanbt= 
$eit, mit toelc^er fie an ifyren fenfred)ten ©^run^iJtjem ftd) tyerumfcfytoenfen, fotoie burd) 
i^re $erträglid)feit anberen Vögeln gegenüber Diel ®enufS. Stucfy nafy längerem Befi£ 
toirb man ityrer nicfyt mübe, fonbern feiert mandj>eS $iertelftünbcfyen, um ifyrem befremb* 
lid)en treiben jnjnfe^en/' 

@iner (Scfytoierigfeit ber Pflege unb (Spaltung ber Sftofyrfänger begegnet man ntctyt 
immer mit ®IM. SDte jarten Sitten nemlid?, inSbefonbere bet @umpffdj)ilffänger, maufetn 
im Käfige fd^föer unb gc^en beSl^alb oft ju ®runbe. 55et ben größeren unb Matteten 
Sitten, namentlich bei bem £)roffelrol)r= unb £eicfyfcfyilffänger, toelcfye xd) regelmäßig im ®e* 
fellfd)aftsbauer tyalte, $abe id) hierüber nicfyt %vl flagen gehabt; §inftdj>tlic^ beS @umpf*, 
Nachtigallen* unb glufSrotyrfängerS aber mufS icfy ben lltmeiftern ber SBogelpflege , jumal 
bem (trafen ®ourcty beiftimmen. @ie gebeten bei Na^tigallenfutter mit reichlichem 
3ufa^ oon ^e^ltoürmern recfyt gut, werben aber gegen Eintritt ber grü^lingömaufer traurig 
unb ge^en bann ^lö^lic^ ein, o^ne bafS man im ftanbe märe, i^nen aufhelfen. ®äbe 
eö btefe <Sd)tirierigFeit nic^t, fo toürbe man in bem ©umpffänger unbebingt einen ber 
aHerfcor$üglicfyften (Stuben^ögel ^aben; benn ber ®efang eines alt eingefangenen, im ®e* 
feUfc^aftSfäfig eingetoö^nten SJieifterS biefer Slrt mit feinem unoergleic^lidjen Sec^fel ift 
ebenfo anmutenb ioie ba$ betragen, unb nur bie näcfytlicfye Unruhe, toel^e einzelne ©tü(fe 
betätigen, macfyt fie einigermaßen läftig. 

§eufd>recfen* unb glufSro^rfänger finb in ber Neuheit öfters im Käfige ge* 
galten ioorben unb ^aben naefy ben Mitteilungen ber betreffenben Pfleger eben auc^ nid^t 
me^r (Sc^toierigleiten öemrfad^t als anbere ^Berioanbte. „Unter ben etn^etmtfdjen @d;ilf= 
fängern, toelc^e ic^ befaß", fagt fc^on ^raf ®onrc^, „ift ber glufSfdnTffänger unbebingt ber 
ja^mfte. Sie fein 33ern)anbter , ber ©d^ttrirl, l)at er in ber 53en)egung ber güße oiel 
ä^nlic^leit mit bem ^i^er. Oft fdjreitet er bebäd)tig i)ortoärtS, inbem er einen guß lange 
in bie §ö^e x)alt f unb ptoeilen ge^t er fo auf einer unb berfelben ©i^ftange bureb bie 
gan^e breite beS ®äfigS; auc^ läuft er lieber gerabe aus auf ben unteren ©i^ftangen, als 
bafS er oon oben ^erabf prange, ©tefe iöeu)egung macfyt et nic^t allein laufenb, fonbetn 
au<^ ^alb fliegenb. 33ergleicl;t man ilm mit bem §euf d;red enf änger , fo jetgt er oiel XtiU 
na^>mSlofigleit, liegt enttoeber geftreclt mit bem 29aucfye auf ber unteren @i^ftange, ober fi^t 



föoljrfclttger. SBufd&fäitger. 183 

in fetyr gebudter Stellung auf u)r unb läfft babei ben Sd;ioans Rängen, l;ebt unb Breitet 
biefen überlaufet blofj beim Umfyerffcringen unb totypt mit itym nur feiten. Sluffaüenb ift 
bie Stellung beS SBogelS beim fingen: er ftetyt bann, toaS er fonft feiten tut, auf einem 
guße, l;ebt ben $otof beinahe fenfrecfyt in bie §ö(j>e unb ftoerrt ben Sdmabel fo aujierorbent* 
liefy toeit auf, bafS, toer ifyn \i% glaubt, er muffe fic^ ben SRacben aufreihen; babei betoegt 
fid> ber ganje Körper, befonberS bie M?le unb ber Sd)toans. 2lm eifrigften fingt er friu> 
morgend, läfft fid) Jebocfy ju allen Stunben beS £ageS ^>ören. 9cur bie groj^e (Seltenheit 
lann t$m einigen Sert für ben Öieb^aber ber Stubenoögel geben. 3mmer toar eS mir, als 
työrte icfy einen Schleifer ein loder gehaltenes Keffer auf einem fclmett gebre^ten Steine 
toe^en ober eine ungetoötjmlicfy große (drille an^altenb fcfynürren. 2Ber eS nicfyt toeiß, toürbe 
biefe mir äußerft unangenehme SDhifif getoifS feinem $ogel juf ^reiben/' $om §eu* 
f Freden fang er gab neuerbin gS gictert eine Sctyilberung beS (SefangenlebenS. $on 
i^m bem tiefte entnommene unb anfänglich gea^te Sctytoirle fingen balb allein an ^u f reffen 
unb toaren binnen weiterer acfyt £age ausgelaufen unb felbftänbig, trieben ft$ getoo^nlicfy 
mit tyerniebergelaffenem Sdjtoanse unten auf bem SSoben beS ©ebauerS untrer, gingen auf 
bie Si^ftangen nur ungern unb betoegten fiefy auf i^nen bebäd)tig Stritt für Scbritt, in= 
bem fie tote «Seiltänzer ben einen gu| oor ben anberen festen unb ifyren fächerförmig aus* 
gebreiteten Scptoans jut Haltung beS (SleicfygetoicfyteS benu^ten. ®roj}e Sprünge, nament* 
lid? in ber £iefe, machen fie ungern, fönnen fid? aber siemlid; tyocfy gerabe in bie §öfye 
fdmetfen. 3m St^en fte^cn fie oft auf einem 25eine, im @e^en ähneln fie oollftänbig 
einem ^itoer, ftellen bebäcfytig einen guß oor ben anberen, jie^en bei jebem Stritte ben 
$o:pf ein, ftreden ilm toiber oor unb nieten beSIj>alb forttoärenb. 3^re ©etoo^n^eit, stoifcfyen 
fyol^em ®rafe umtyersufteigen , betätigen fie auefy im 23auer, inbem fie fiefy feitlicb ^toifc^en 
ben Soroffen burd^ubrücfen fud)en. Dft fi^en fie tyalbe Stunben lang in einer (Scfe beS 
täfigS, an eine ber Säulen beSfelben angelehnt, baS eine 25ein eingebogen unb ben Scfytoans 
bis auf bie (£rbe ^erab^ängenb. (Segen i^re 23efannten geigen fie fid? ptunlicfy, finb and) 
neugierig, lommen, fobalb 3emanb i^rem 25auer fiefy nähert, ^erbei, flauen nad) itym ^in, 
toeicfyen toiber prücf unb laffen fiefy erft burefy einen oorge^altenen Stte^ltourm betoegen, 
toiber ^eranplommen. 2)en ^e^ltourm oerje^ren fie, nac^bem fie ilm toiber^olt auf ben 
23oben getoorfen unb gebrüctt ^aben, bis er fein SebenS^eic^en oon fiefy gibt. 3m ißabe^ 
natofe laufen fie fetyr gern ^erum, baben fid) (eboc^ nic^t immer mit gleichem (Sifer. ©er 
©efang mac^t fic^ bem oertoö^nten £)^>re beS ftebljwberS balb ebenfo läftig toie ber i^rer 
33erloanbten. 

Über bie greife ber einzelnen ^Ho^rfängerarten laffen fidj> beftimmte Angaben nic^t 
machen. 3n toaff erreichen (Segenben fauft man fie burd)fdmittlid? mit jtoei bis brei^arf; 
im (Gebirge unb in großen Stäbten fommen fie ettoa um bie §älfte ju ^ö^er flehen. 



jBttf(t)fäti0er. 



Unter oorfte^enbem tarnen faffen toir eine artenreiche ®rupoe meift fleiner, unferen 
9^o^rfängern oertoanbter SSögel pfammen, toelc^e fic^> burefy mägig langen, feitlic^ pfammen^ 
gebrückten Sdmabel, ^iemlicb fräftige güge, fur^e gerunbete Sc^toingen unb einen oerfcf>iben 
langen, me^r ober toeniger gefteigerten Sd^toan^ fenn^eic^nen. 33on 5lfrifa, bem WlitttU 
fünfte i^reS So^nfreifeS, aus oerbreiten fic^ bie iöufc^fänger über Sübeurooa, Sübafien 
unb ^ol^nefien unb treten namentlid) in Ifrifa unb Elften in au|erorbentlic^er 2ln^a^l auf, 

£)ie auc^ Europa betool;nenben SSJlitglieber ber(Sru^e finb bie Siftenfänger (Cisticola). 
^in fur^er, satter, leicht gebogener Sdmabel, taugläufige unb grofeefyige güge, fur^jc^toingige, 



Ig4 ©änger. 

runbe glügel, unter beten ©dringen bie brüte Bio fünfte bie längften ftnb, unb ein furjer 
n>eid)febrtger @d?toans bilben bte Stterfmale biefer ^type, toeld)e ftcfy über einen großen STeiX 
ber alten Seit verbreitet 

827. $er ßijtettfcittger, Cisticola (S., Sal., Prinia, Drymoica, Schoenicola , Caricicola, Cala- 
manthella) cursitans, Frankl., (cisticola, subhemalayanus, schoenicla, europaea, tintinDabulans, 
madagascariensis). — SBergt. : $infd) unb ^arttaub, 35ög. Oftafr. 229.'— Unbebeutenb größer afö 
ba3 (Mb!$^nd)en ; Oberlopf bunlelbraun mit fefyr fcfymaten, t>ern>afd)enen, fetteren @eitenfäumen , übrige 
Oberfette roftfafytbraun , auf äftantel unb ©futtern mit breiter bnnlelbrauner ©djaftmitte, obere Erlüget* 
beden ebenfo, 23ürset roftrötlicfy, ein ©tridj über bem Singe gelblid), Unterfeite getbtid)tt>eiß, Äebte, Unter* 
bruft unb Sßauü) Deutlich toeißlid), ©etten unb untere glügelbeden roftgelblid); ©dringen bunlel*, bie 
Hinteren fditoargbraun mit fahlbraunen Stußenfäumen, tteldie auf ben Slrmfcfyttingenbeden fiel) üerbreitern; 
©djtoanjfebem bunlelbraun, außen fcfymat fabl gefäumt, öor bem bläulidjtoeißen ©nbranbe mit breiter, 
öerttafdjener , tiefbrauner Ouerbinbe, unterfeit§ graubraun, üor bem breiten ioeißen ©nbranbe , mit großen 
umblicken fd)tt>argen Ouerfleden. $ri§ fyeßgrau in§ 23räunlidje, (Schnabel ^ornbrchtntidj , Unterfdmabet 
fyoragelblicfy, gffifje rötlid^omfarben. — 28eibd)en nidjt »erfdjiben. ■ — junger 93ogel überfein lebhaft 
roftgelbbraun, unterfeitS lebhaft roftgelb. geidjnung rote bei ben alten Sßögetn. 

35ie Verbreitung biefer 2lrt ift fe|r eigentümlich. 2)er ©iftenfänger betoofmt ©übeuropa, Sftorbafrifa, 
Elften t>on ^aläftina bi§ geling unb t>on ©Ijuta bi§ in ben unteren §imalatiagürtet, finbet fidj aber audj 
in ben (Meid) erlaub ern 2öeftafrifa§ fotote auf 9Kabaga§far. 

828. £e? ^Stttl^Jtnl ber Slnfibler be§ 33orgebirge§ ber guten Hoffnung, C. (S., Drym., Hemypteryx) 
textrix, Yieill. — SScrgt: @mtt^. 111. S. Afr. Zool., £fl. 74. — ®röße be§ (£iftenfänger§ ; Oberfeite 
roftbraun mit breiten, bictjtftel>ettben, fdittargbraunen ©cbaftfteden, ein fdjr unbeutlidier formaler Singen* 
ftreifen unb bie Unterteile fafyttoeiß; an ben @eiten roftfafyl unb feter nüe auf Seljle unb topf mit breiten 
bunllen ©djaftfleden: ©dringen unb ©c^toan^febern braunfcliroarj mit fcfymalen fahlbraunen Slußenfäumen, 
it>elcr)e an ben Hinteren 2trmfd)ft>ingen ftdj öerbreitern unb in§ 23räunlid)graue fielen; ©c^toanjfebern mit 
weißem (Snbranbe. $ri§ braun, «Schnabel Ijorabräunttdj, Unterfd)nabel unb $üße fyomgelblict;. — 2öeibd)en 
ntct)t abtoeicfyenb. 

stammt au§ ©übafrila, lommt namentlich im Äaptanbe häufig üor. 

@e^r grofje SJHtglieber ber (Gruppe ftnb bie 8angfd)toansfänger (Megalurus), Don 
benen ettoa y$n 3lrten in ^übafien, $uftralien, auf ben benachbarten unfein unb 9ta*(Seelanb 
leben, ©ie lennjeic^nen ber mäßig lange, fcfytoac^e, feitlid) pfantmengebrücfte, fanft gebogene, 
cor ber ^\%t auSgeferbte (Schnabel, bie langläufigen unb langlebigen, m \t fe^r ftar!en 
Nägeln betörten güge , bie oer^ältniSmäßig langen ©dringen, unter benen bie vierte bie 
übrigen überragt, unb ber lange ftarl gefteigerte ©d^emj. 

829. $et ßangf(^ttiatt^ätt(ier, Megalurus (Malurus) palustris, Horsf., (marginalis). — SScrgt: 
^erbon, B. of Ind. II, 70. — (Größer al§ ber S)roffelro^rfänger unb bebeutenb langf d)U)änjiger ; Ober* 
lopf roftbrännlicl) mit fc^malen, größtenteils oerfteclten bunllen ©djaftftricfien, übrige Oberfeite roftbräunttcr), 
auf Hantel unb ©cfyultern mit breiten fcfimaräbraunen @c^aftflec!en , §lugenftreifen unb Unterteile roft* 
iüeißlicl), le^tere an ben ©eiten toie bie Unterbruft roftbräunlidj üerioafc^e'n, ber $ropf unb bie unteren 
©ctjtoansbeden mit feinen bunllen @d)aftftrid)eld)en; ©c^toingen unb bereu SDecffebern fc^tt}ar§brann , erftere 
außen, le^tere am ©übe breit roftfa^l geranbet; ©c^toansfebern roftfa^lbraun mit gelleren roftbrännlid^en 
©eitenreinbern. ^ri§ blaf^braun, Oberfc^nabel ^ornbraun, Unterfcfinabel gelblich, güße grünlicfybraun. — 
Seibcften nic^t öerfc^iben. 

3)a§ Serbreitung^gebtet umfafft ben größten Seil $nbien§, bie malallifc^e §albinfel, %>am unb bie 
^^ilippinen. 

cSbenfo groge unb fräftige 53ufc^)fänger tote bie eben ertüä^nten ftnb bie iBinfenfänger 
(Cinclorh&mphus) , oon Jenen unterfcl)iben burd) ben längs ber girfte fanft gebogenen 
©cfynabel, bie glügel, unter bereu ©dringen bie erfte bis britte bie längften unb bereu 
Wintere 2lrmf dringen ungemein verlängert ftnb, fotoie ben ettoaS für^eren ©d)toan$. 

830. 2)et ^Binfettfcittger, Cinclorhamphus cantillans, Gould, (cantatorius). — SSergl.: ©oulb, 
Handb. B. of Austr. I, 395. — bebeutenb größer, unb Iräfttger atö ber 2)roffelrol)rfänger; Oberfeite roft* 
getblic^fa^braun; Oberlopf unb Suaden blaff er, SSürgel mefir grau, Gebern auf äftantel unb @d)ultern 



<öufc()fänger. 185 



mit fdmtalen,* üertoafcfyenen, roftgetfeett ©nbfäumen, Böget, $inn, Äeljfe, Unterbruft, SBautf) nnb untere 
^tügetbecfen braunfcfytoarä mit äußerft fcfymalen fafytioeißeu ©nbfäumen, übrige Unterteile faJpräuntid), 
nntere ©^toanjbecfen mit bunften @cfyaftflecfen ; bie otioenbraunen <S$tt>ingen unb ^tügetbecffebern außen 
roftgelbfal^t gefäumt, erftere innen gegen bie 2Bur§et ju btaf3; ©djioattjfebern otioenbraun mit Jamalen, 
f Warfen, roftgelbtidjen Stußenfäumen. $ri3 braun, @djnabet bunfet=, i£Bttr§ett)äXfte be§ Unterfd)nabel3 fyorn* 
gelb, $üße bräuntidj. — SBetbdjen um ein ©rittet Heiner, matter gefärbt; auf b er Unterfeite fab/(bräuntidj, 
Äefyte mit bunften ©d&aftftrictjen, ein 33aucfyftecE fcfytoargbraun, ©cfytabel bräuntic^getb , $üße fetter. 
Seit über Sluftratien verbreitet. 

8d)tfffteiget (Sphenoecus) $eijjt ein anbetet ^tettyet gehöriger Sßogel unt> SSetttetet 
einet Beftmbeten <§\ppt f toelcfyet fid) bntd) ben an bet Sfönt^et J^fyen «SdmaBel, bie felj>t 
tnnben gßtget, nntet beten ©dringen bie btitte Bio fünfte bie längften ftnb, nnb ben 
langen, ftuftgen @d)toanä mit am (£nbe f Zulauf enben gebetn Don bet §anptmenge feinet 
$ettoanbten nntetfcfyeibet 

831. $>et @d)Uffteijjer, Sphenoecus (S., Mot., Muscic, Turd., Dasyornis, Synallaxis, Sphenurus, 
Mal.,) afrieanus, Gml., (dubia, tibicen, cantor). — $ergt. : 2eöaittant, Ois. d'Afr., 2;. 112. — $tn=* 
näfyernb fo groß tote ber SDroffetroljrfcinger; Oberfopf ^immetrot mit bunften ©djaftftricfyen, SSür^et unb 
obere ^c^toangbeefen ebenfo, Ofyrgegenb einfarbig roftrot, Oberfeite getbtic^roftbraun mit großen, bicfyt* 
ftefyenben, braunfd^iDarjcn ©djaftflecfen, toeWje auf äftantet unb ©ebuttern roftjimmetrötticbe ©äume tragen, 
ein oertoafdjener Bi*9et unb Stugenftreifen, 23acfen, Äinn unb tefyle roftfafytgelbticfy, übrige Unterteile bunfter, 
in§ ^oftgetbbräuntitfie, SBruft bunlet punftirt, @eiten unb untere ©djtocmjbetfen mit breiten bunften ©djaft* 
[trieben, ein S3artftreifen oom äftunbioinfet bi§ unter bie Ofyrgegenb fdjtoarj; ©dringen unb 2)etffebern 
fdjtoargbraun , erftere mit roftroten Sinken *, teuere mit roftgetblicben (Snbfäumen; @d)tocm§febertt roftrot= 
bräunlich, gegen ba§ ©übe jit ^etXer, täng§ ber ©d^aftmitte trübe bunlelbraun. $ri§ bunfetbraun, ©djnabet 
bunfetbraun, Unterfcfynabet fyorngetb, $üße braun. — 2Seibcfyen roie ba§ Sftcmncfyen, Unterfeite iebDct) 
einfarbig roftbräunlid) , unb ber bunfte SBartftreifen nur fcfytoad) angebeutet. 

SSetooljnt ©übafrifa, Ijauütfädilidj bie $aplanbfdjaften. 

£)ie 33 n f d) f ä n g e t obet 23ufd)fd)lüpfet (Drymoica), toelcfye ben ton bet gamilie 
Bilben, ftnb ausnahmslos fleine $cgel mit mäßig langem, fdrtanfem, getabem (SdmaBel, 
üetljältniSmäßtg ftäftigen, gtofee^igen güßen, fd)tt>a$en, ftat! getnnbeten glügeln, nntet 
beten (Segnungen bie fünfte nnb fechte nntet fid; gleiten bie längften fxnb, nnb futtern, 
meift getnnbetem ©cfytoanje. 

832. £et föötftirnftufdjfcittger, Drymoica (Prima, Cisticola) ruflfrons, Ruepp. — ütfergl.: $inf d) 
unb §artlaub, 35. Oftafr., @. 235. — Senig größer atö ba§ ©otb^ä^nclien; @tirn roftrot, übrige Ober- 
feite fafytgraubraun, Unterfeite getbiic|n)et§, ©cfyenfelfeiten roftröttic^; ^lüget hellbraun, S)ec!febern mit feinen 
tteifjticfyen Räumen; «Sc^toanj fcfytoaräbraun, bie brei äu^erften gebern mit tteißen Bptym. ^rt§ oder^ 
färben, nalter lugenring firfebrot, (Schnabel fdjtoär$tdj, gü^c ri5tticboclerfarben. 

SSetDo^nt bie ^üftentänber be§ ^Rotert WmS« 

833. £er BietlJttf^j^lÜ^fer, Dr. (Pr., Suya, Burnesia) gracilis, Ruepp., (lepida). — SSergt.: 
|>eugtin, Ornitl). 9t. D. Slfr., @. 242. — ©rb^e be§ eiftenfänger§; Oberfeite röttid^fa^lbraun mit breiten 
fdjtoärätidjett ©d^aftftric^en, Unterfette ro[tgelbticl)iDei^ , leiten unb ^lügetbeden roftgelblicl) üertüafc^en, 
Bügel unb Slugenring toei^ti^; ©d^toingen unb ©djttanäfebern ütiöenbraun, erftere mit rbttic^braunen 
Sluftenfctumen, testete öor bem fal)tbräunlicl)en ©nbranbe mit fcl)n)arjbrauner Ouerbinbe unb jierltdjett 
Ouertinien. ^ri§ bräuntiel), ©clinabet rötti^^ornfarben , auf ber girfte bräuntid), güße röttic^getb. 

S)a§ SSaterlanb biefe§ toett verbreiteten SSogefö erftreclt fid) über ^orboftafrila bi§ ^orbabeffinien unb 
ba§ n>efttic|e Slfien , Don ^atäftina unb Arabien an bi§ jum ^nbu§. 

834. 2)er S3uf(f|fäitöet, Dr. (Pr., Cist.) clamans, Ruepp. - SSergt.: ^eugltn, Drnitl). «R. O. 
5lfr., @. 246. — ©ttoaä größer aU ber ©iftenfänger ; Oberlopf gartgrau mit breiten fet^ar^en ©cfiaftftreifen, 
©d)läfe unb ^aföfeiten gartgrau, übrige Oberfeite tfa&ettjunmettötfidj, SSür^etroftgetbticl); ec^tüingen ottüen= 
braun, außen f$ön ifabellsimmetrötttcl) gefäumt, 5lrmfcl)tDingen^ unb größte obere 2)ecffebern fc^toarj, außen 
unb am ®nbe breit toeißgeranbet ; ©c^ioanjfebern jart graubrä'unlicb , bie beiben mittelften einfarbig, bie* 
übrigen oor bem breiten toeißen (Snbranbe mit breiter braunfdjtoarjer Ouerbinbe. ^ri§ bräunlich, Schnabel 
rotbraun mit bunfter @pt^e, pße rötticfygetb. — SSeibc^en nic^t abtoeic^enb. 

©ine ber garteften unb ^iertict)ften Slrten 5lfri!a§, ^ier oom füblic^en -üftu&ien bi§ 5lbeffinien öerbreitet. 



186 ©änger. 

£>ie Sitten mit ftärfer abgerunbeten gtügeln unb längerem unb Breiterem ©djtoanje 
vereinigt man in ber Unterfippe Prinia. 

835. $ie Wjrittct ber £>inboftaner, Dr. (Pr.) socialis, Sykes. — S5crgt. : ^erbon, B. oflnd. II, 

170. — ®röße be§ Siftenf ängerS ; Oberfeite bunfetfdbkfergrau, über teuere eine feine fa^foeifte Sinie, 
Unterteile unb nntere g-lügetbetfen roftgetblid) , an ben «Seiten mefyr in§ ^oftrötticfye; ©cfitoingen unb 
©djiDan^febern otioenbraun, erftere außen fd)mat rötüdjbraun gefäumt, testete öor bem meinen (Snbranbe 
mit breiter fd^toar^branner Onerbinbe. $ri§ orange, ©cfynabet fc^ttar^, $üße rötticfybraun. — 2Beibdjen 
nicfyt öerfdjiben. 

Sßetoofynt ©übinbien nnb Seiten. 

836. $et <Sdj!tietfJmftf)f(tttger, Dr. (Pr., Drymoepus) extensicauda , Swiiih., (flavirostris). — 
Skrgt.: @tt>inf)oe, Ibis, 1860, @. 50. — ©röße be§ ßiftenfänger§ , ©cfjtoanä jebodj oicX langer; oliüen- 
roftbräunticfy , Bügel, Stngenring nnb Unterfeite roftgetbbräuntidb,, Seiten nnb untere ^tügetbecfen lebhafter; 
©cbnüngen unb S^toangfebern bunfter als bie Oberfeite, erftere außen fdjmat roftbraun gefäumt. $ri§ 
orangegetb, Schnabel §ornbraun, Unterfdmabel unb fyü^e fyorngetblidj. — SBetbdjen nur burd) geringere 
®röße unterfd^iben. 

§äufig in gang ©übdjina, auf £>ainan unb $ormofa. 

837. $er äBajulmfdtftmger, 2Baju ber Malaien,; Dr. (Mal.) polychroa, Temm. — 2C. 23.: £em= 
mind, PI. col. 446. — SSon bem @d)tt>eifbufd)fänger burd) fürjeren Sdjtoanj unb bie getbtidbtoeiße 
Färbung auf Bügel, 2tugentrei§ unb Unterfeite öerfdjiben, teuere nur auf ben ©cfyenMfeiten unb in 
ber 2tftergegenb roftfar)X üertoafdjen. 

©efyört %>atia an. 

33ie <Sd)netb erlöget (Orthotomus) toeicfyen ab burd) ifyren fopftangen ober längeren, 
geraben, flachen, nabelartigen ©ÄnaBel, bie ^odj)täufigen aber f ureigen güj^e, bie ' f er)r 
furzen, rnnben ginget, nnter beren @d?toingen bie fünfte nnb fechte bie längften, nnb 
ben langen ©d)n)an§, beffen mittelfte gebem meift tiel länger. at3 bie übrigen ftnb. 

838. £er (sdjttei&CftJügel, Orthotomus (S., Mal., Sutoria) Bennettii, Sykes, (lingoo, sphenu- 
rus, ruficapilla, gazurata, sutoria, patia, longicaudus, agilis). — SBergl. : $erbon, B. oflnd. II, 165. 
Meiner a!3 ba§ (Möfjäbncfyen ; @ttrn unb SSorberfopf roftrot, Bügel unb lugengegenb btafSroftrötticfy, 
föinterropf unb 92aden met>r graubräuntid) , übrige Oberfeite gelblicfyoüoengrün, Unterfeite toei^Xid^, (Seiten 
graulicfy oeru>afd)eu; @d)irnngen unb ©d^angfebern ottoenbraun mit oeriuafcfyenen, fdjmaten, grünbräun* 
tiefen Hußenfäumen. ^xi§> rötticfygetb , ©c^nabel I?orabräuntid) , $üße gelbfafyt. — Seibcfyen gleich gefärbt, 
jebodj burdj förderen ©djtoang unterfdjiben. 

®er ©cfyneiberöoget betoof)nt ben größten Seil $nbien§ öom £>imatat)a bi3 jirat $ap $omorin, (Seiton 
unb %atia. 

839. $er Mtevbüöef, ^rutoaju ber Malaien, 0. (Edda, Mot,) edela, Temm., (rufieeps, se- 
pium). — 21. 23.: PI. col., 599. — tfmtid) bem @$neiberüogel unb faft ebenfo groß; Oberfeite, Erlüget 
unb ber bei toeitem bürgere ©d^anj bunfetotioengelbgrün, teuerer mit fc^iDarjbrauner ©nbbinbe, ©Reitet 
lebhaft roftrot, SRanb be§ Unterarme^ lebhaft gelb. 

STuf %atia, ©nmatra unb in 2JMaffa ein^eimifc^i. 

840. $er Slronf^tteiticrtJtigel, 0. coronatus, Jerdon. — SBergX.: ^erbon, B. oflnd. II, 168.— 

Infetmticfy größer, aber furgf^toängiger afö ber ©dmeiberoogel; Oberfopf roftrot, ^atfeit, ^interl^aB, ^opH 
£al§* unb Sruftfeiten bunlelgrau, Oberfeite olioengrün, fdimaler Slugenftricr) gelb, tinn, $ef)te, Äropf unb 
Oberbruft grautiefitoeiß, übrige Unterteile unb untere gtügetbetfen fcfyttefelgetb; ©ebtoingen olioenbraun, 
außen olioengrün gefäumt; @d)tr>ansfebern büfteroHüengrün , grünlich gefäumt, bie beiben Slußenfebern auf 
ber ^nnenfa^ne tteiß. ^ri§ ^eögelbtid^braun , ©dinabel bunfelbraun, Unterfcbnabel fetter, $üße getbfabl. — 
Söeibt^en nidjt oerfc^iben. 
2tbt in ©übinbien. 

^olimefien betoo^nt ein nnferer (&xuppt ange^öriger SScgel nnb Vertreter einer be* 
.fonberen &ippt, gleic^fam ein ^iefenfdnteiber&ogel, toelc^er nnferem 3)roffelro^rfänger fe^r 
älmlid? ift, aber bnrd^) ben geraben, geftredten unb me^r alö !o|)flangen ©c^nabel nnb bie 
me^r abgerunbeten glügel, unter beren @c^U)ingen bie britte nnb vierte bie längften finb f 
fomie ba6 breitere unb lofere ©efieber fic^ unterfc^eibet 



<Sufc^fänger. 187 

841. 25er ßttttgfdjttttöelfttttact, Tatare (Turd., Sitta, Oriolus, Thryotorus, Tatarea) longi- 
rostris, Grml., (caffra, otatare, otaitiensis, musae, fuscus). — SScrgt: $ittfd(j unb §artlaub, 33eitr. 
Sßofytt., @. 66. — ©röße be§ 2)roffelrof)rfänger£> ; Dberfette otiüenbraungrau, Dberfopf mefyr bunfetbraun, 
SSürjct, toertoafdjene ©nbfäume auf SWatttcf unb ©futtern unb ^tügetbecfen btafggrünfabt, Augenbrauen* 
[trafen unb Unterteile blafSgetbticfy ; ©dringen bliüenbraun mit Jamalen griinbräunlicfyen Stuft enfäumen ; 
©cfytüansfebern bunfeMiüenbraun, mit Ausnahme ber beiben mittelften am @nbc breit fa^tmeifj , bie beiben 
äufterften getbtidjtoeiß. $ri§ nußbraun, ©tfjnabet bnnletbrann, Unterfcfynabet fyorngetb, güße braun. — ©in^ 
gerne biefer SßögeX geigen auf ber Oberfette breite otiüengelbtoeifte (Snbfäume, manche finb einfarbig bunfet* 
braun; überhaupt ftnben ftcty atte bentbaren Übergänge üon Seift bis? %u (Sfyocotabenbraun, unb taum jtoet 
einanber üoulommen gtetdfj gefärbte ©tiltfe. 

3)iefe 2lrt, ber befte ©änger s ;jMmtefien§, öerbreitet fidj über bie ®efeHfdjaft§ =, greunbfc^aftS =, 9ftar= 
quefa§= unb fiebrigen =$nfetn. 

SDte iöufd)fänger laffen fi$ als ©djilffänger beS trodenen öanbeö bekämen. @te Be* 
tool^nen ^ier bie terfd^tbenften Örtttdjf eitert , Ebenen tote (Gebirge, mit trodenem fötebgrafe 
beftanbene glasen tote bict)teS niebrigeS ©efttüjty, Salbungen, §atne, ©arten, finb mit 
einem Sorte allverbreitete unb babei muntere, regfame, bnrd) Sefert unb ®efang meift 
ebenfo tote burd) ungemein fünftlid^en 3?eftbau fid) t)ervortuenbe SSögeL 

Über ben £ ift en fang er, toeld)em ade SSertoanbten t}infid/tlict) it)reS Betragens ju ähneln 
[feinen, !ann ify aus eigener 2lnfct)auung berieten. 2Ibtoeid)enb von unferen 9?ot)rfängem 
ift er ein ©tanbvogel, toelcfyer ungeachtet feiner großen .Verbreitung ba, too er fid) einmal 
etngeniftet r)at, !aum umr)er$u(d)toeifen fcfyeint, fonbern ^öc^ften^ gelungen ben (Geburtsort 
mit einem anberen, in unmittelbarer 9?ät)e gelegenen vertaufd)t. Sn (Spanien betoot)nt er 
alle Tiefebenen, toeld)e einigermaßen feinen Hnforbernngen genügen, bie mit t)ot)em ©ct)ilf 
beftanbenen £)ämme ber SReiSfelber, ebenfo Tlax&, Supern* unb §anfäder, £äeb, £3inftd)t 
unb är)nlid)e mit gras*, f eggen* ober binfenartigen ^flanjen betoad)fene ©teilen, oft auf 
ein nid)t viel met)r als simmergrofjeS $lä£d)en fid) bef d)ränfenb ; in Statten, $ftorbafrifa 
unb Snbien begegnet man ir)m auf jeber Drtlid)feit, falls eS nur langes ®raS ober ®om* 
unb SKeiSfelber gibt, ©o lange eS fid) um luffucr)ett ber ^at)rung Rubelt, treibt er fid) 
5toifd)en ben §almen umt)er, ebenfo gefct)idt fletternb toie mäufeartig burefy baS ©etoirr 
jdpjjfenb; toärenb ber Brutzeit aber, alfo im Saufe beS ganzen (Sommers, mad;t fiel) 
baS ^änndjen aus bem ®rwtbe fet)r bemerflid), toeil eS in lur^en glugabfä^en mit lautem 
; ,3tt tit üt" in bie §ö^e fteigt, längere $ät beftänbig fc^retenb im 33ogen ^in* unb §er* 
fliegt, einen äftenfcfyen, toelcfeer in feine TO^e !ommt, in btefer Seife, obtool in befc^eibener 
Entfernung minutenlang umflattert unb bann plöpd) toie ein faEenber ©tein inm iöoben 
fic^ ^erabtoirft 5lufgefc^cud^t fliegt er l)öcfyftenS ^toei bis brei Sfteter toeit, um ftc^ \& 
fort toiber in fein ®raSbic!tc^t in führen, verbirgt ftc^ in bemfelben and) fo ausgezeichnet, 
bafS man ifym nid)t einmal mit ben lugen &u folgen vermag, ©neu eigentlichen ®efang 
^aben bie (Siftenfänger nid)t; ieneS „3it tit.tit /; ift alles, toaS ftc^ mit bem ®efange ver= 
gleiten läfft; augerbem vernimmt man noc^ ein leifeS, furjeS ©c^toirren, ben luSbrucf ber 
ängftlicfyfeit, ober üc^ernbe Saute, toeld)e ^ärtlic^leit auS^ubrüden fc^einen, unb bei Erregung 
enblid) ein toetc^eS „Süit" ober „Sittoit. yi @c^eu fann man bie 3toergvögelcfyen tro^ i^reS 
ab) onberlid)en (Marens beim 3lnblid eines 9ftenfd)enS burcl>auS ntd^t nennen; fie gebärben 
ftc^) nur toenn fie fliegen ängftlid;, vielleicht o^ne eS toirflid) ju fein, ober möglid)ertoeife 
nur, toenn baS Seibd;en in bem ungemein fünftlicfyen tiefte brütet, toärenb fie auf beut 
iöoben ober &toifd?en bem §almentoer! fo auf ü)r 35erfted|>ielen vertrauen, bafS fie oft erft 
unmittelbar vor bem guße beS Beobachters ^erauS^ufc^en, fid) aber, tote bemer!t, fofort 
toiber jtoifc^en bie ©räfer ^erabftür^en unb tyier eS ebenfo treiben toie früher. 

Ü)er Sangf^toan^fänger ^ält fiefy, laut Serbon unb Bernftein, ebenfotool im 
$Hiebe toie in ben mit Indern ®ebüfc^, toilben ^ifangbeftänben unb 5llangalanggebüfc^en 
bebedten ©egenben auf, befonberS toenn offene ^läi^e unb $ü)triften in bereu 91äl;e ftcfy be^ 



188 ^änaet. 

ftnben. SIBtoeicfyenb oon bert ©ctntffängem \t%t er fic^> gern auf ^otye freie äfte ober einzelne 
baS ©idicfyt üBerragenbe §atme, fteigt and) bann nnb mann fingenb in bie §öfye nnb läfft 
ftd) tangfam toiber pm 23oben l)eraB. 23emerft er eine ^eranna^enbe ®efa$r, fo oer* 
fcfytoinbet er enttoeber fdmell nad; %ct ber $Rol)rfänger im £)idid>t ober fliegt ioeiter toeg, 
inbem er perft ton feinem ©i^e eüoaS \ty herabfallen läfft, fobann in graber Sinie fort* 
(tretest nnb enbticfy, beut ertoä^ften nenen ©i^pnnfte natye gefommen, toiber fiefy ergebt nnb 
anf bemfetBen niebertäfft 3ln biefen ©gentümlicfyfeiten toie auefy an ber (Stimme !ann man 
ben Sßoget leicht erlennen. Er ift ein eifriger länger, toetcfyer fidj BefonberS beS Borgens 
lj>ören läfft nnb ein anforecfyenbeS Sieb vorträgt (So einfach audj> fein bem ber $colj)rfänger* 
arten ä^nelnber ®efang ift, fo unterBricfyt er boefy in angenehmer Seife bie eintönige ©title 
ber oon iljm Betooljmten ®egenben nnb erfreut in früher Sftorgenftunbe baS D^r beS ein* 
famen SReifenben. yiafy 3erbon $ört man iljn tttcfyt Btofj toärenb ber 33rut§eit, fonbern 
in allen Monaten beS 3al)re3, lieBt ilm be^alB and) allgemein. £)er 25inf enfänger, 
laut (Gilbert ein gugooget in (Sübauftralien, unterfcfyeibet fiefy oom $ertoanbten burd) große 
$orficfyt nnb (Scfyeu, läfft fiefy pmticfy fdfytoer BeoBacfytcn nnb ttoef) fcfytoieriger in bie 9?äl)e 
fommen, fucfyt aufgefdfyencfyt fofort einen iBaum auf, ftredt ben ®otof Bis p üoUtx §alstänge 
aus, fielet ben (Sdjtoan^ nnb Bietet fo einen anffallenben 5InBlid bar, er^eBt ftdfy and) oft 
fenfrecfyt p einer merf liefen §ölj>e in bie 8uft nnb fliegt bann, anfcfyeinenb oljme eine 
(Scfytoinge p rühren, magerest auf Entfernungen oon breifmnbert Steter ba^in, baBei einen 
fe^r unangenehmen, raupen £on auSftoßenb, toärenb er Beim 51ufBäumen einen ftägticfyen 
Saut ^ören läfft ©er <Sd?itffteiger tyauft nad? Safyarb in l?of>em ®rafe nnb entfließt 
ftety nur ferner pm fliegen. Sirb er öfter als einmal aufgefdfyeucfyt, fo fällt er plefet in 
einen ®raSBufcfy tyeraB, rüfyrt ftcl? nidfyt mefjr oon ber ©teile nnb läfft fiefy ofyne toeitereS 
mit ber §anb aufnehmen. Er fü^rt beS^alB auefy Bei ben 51nfiblern ben tarnen gaulooget 

Ungleich lieBenStoürbigere -®ef eilen als bie brei lefetgenannten ftnb bie SBufcfyfänger 
im engeren (Sinne beS SorteS. (Sie Betoolmen partoeife baS Unter^olj in Salbungen ober 
baS bürftige ®eftrü>p, toetcfyeS bie 23ergaBf)ättge EgfytotenS, 2lraBienS nnb 2lBeffinienS üBer* 
jte^t, ober eBenfo ^>eS ®raS nnb ©etreibef eiber , ftnb ungemein leBfyaft, llettern an ben 
§almen auf nnb aB, fd^lütofen nnb tyüüfen mit ber (^etoanbt^eit eines gaunfönigS burc^ baö 
©idic^t, fommen aud) auf ben iBoben ^eraB, um hinter ^erBtieren ^erpjagen, erfyeBen 
fid^> gern auf ^eroorragenbe 3toeigftoi^en , fielen ben ©d^toanj, Breiten nnb legen i^n aB= 
toed)felnb pfammen, gewinnen baburc^ ein fe^r fedeS 5lnfe^n nnb laffen baBei ifyren laut 
fc^metternben, bolltönenben nnb toed)felr eichen ©efang faft p allen Monaten beö 3aoreS 
oerne^men. yixfyt feiten er^eBen fie fid^ fingenb in bie 8uft, geraten baBei in (Streit mit 
BenacfyBarten S^änn^en nnb toirBeln fämofenb um^er. 3n ben §almen nnb bieten ®e* 
Büfc^en Betoegen fie fiel) nacB 5lrt ber ©^ilffäng^r, in ber Suft e^er nac^ Slrt unfercr 8auB= 
fänger, ^aBen aBer ^ier toie ba ettoaö burc^auS eigentümliche^ nnb ^eiclmen fic^> burd) i^re 
etoige Unruhe toefentlic^ nnb fe^r ju i^rem Vorteile oor ben genannten ^eimifc^en 
(Sängern auö. 3Sor bem 2ttenfd?en freuen fie fic^ toenig ober nicl)t f fommen gern Bis in 
unmittelBare Mfc ber So^nungen ^eran, laffen fic^> aBer immer nnb üBerall fc^toer 
BeoBac^ten, toeil i^re unauSgefe^te Unruhe fie fe^r Balb bem 5Iuge toiber entrüdt, nnb man 
fie ftreng genommen immer nur auf SlugenBlide p fe^en Befommt. 

SDie ©c^neiberoögel ähneln ben 53ufcl)fc^lütofern Bis auf ben ®efang, Betoo^nen toie 
fie bie oerfcfyibenften Salbungen, bic^t Beftanbene jeboc^ bem eigentlichen ©eftrüoo oor* 
p^enb, fommen in (Härten nnb D^fttoflanpngen herein, er^eBen fic^ aBer auc^ gern p 
^ö^eren Räumen, toaS bie SBufcfyfängcr feiten ober nic^t tun. gür getoö^nlicl) fi^t man fie 
in ^ßaren, ^eittoeilig aBer auc^ in fleinen (gefellfd^aften, immer eifrig mit i^rer £erBtierjagb 
Befcl)äftigt. ^3eim §ü|>fen tragen fie ben (Sd^toan^ aufrecBt; erregt fträuBen fie baS $otof* 



Öufäf taget. 189 

gefteber. ©er getoö^nticfye öodton be3 ©^neiberoogetö Hingt nad) Setbon lote „Xoinu 
totoitotoi", naefy Öafyarb tote „^retttyrettipretti" ; erfcfyr edt ober jürnenb {äffen fie einen 
baoon oerfdn'benen Saut oerneIj)men. 

©er Öangfdjmabetfänger lebt nteift herein zeit in ben bicfyteften ®ebüfd)en feiner 
heimatlichen 3nfet, §at im betragen oiete t^ntid;feit mit bem ©reff elr oranger, ift ebenfo 
fcfyeu toie biefer nnb täfft befonberS bei (Störung feinen bem genannten Böget faft gleiten, 
fdjtoa^enben Sodton Dementen, ©er ®efang ift angenehm ftötenb, nnb {ebenfalls ber 
befte, toetcfyen ein Böget ^otimeftenS vorträgt %n% getoiffet Entfernung gehört, erinnert et 
an ben (Sd?tag nnferer (Singbtoffct; me^t in ber Wofyt oemommen täfft er fiefy nur mit 
bem ber Sfto^rfänget oergteicfyen. 

©ie großen Irten ber (Gruppe unterfcfyeibcn fid) in einet §infid)t toefentlict) oon ben 
fteineren: fie errieten nemlid) md)t entfernt fo fünftlicfye heftet tote btefe, beten Tanten 
mit 9?ecfyt ty.cfy gerühmt toerben. ,,©a$ Üfteft beS 8angfd>toanzfängerS", fagt 23etnftein, 
„ift meiftenS gut tetftedt nnb toütbe fdjtoterig zu finben fein, toenn es ntdjt bet btütenbe 
Böget felbft oetriet, tnbem er ben 9ftenfd)en getoöl?nticfy bis auf toenige ©dritte tyeran* 
!ommen täfft unb bann plö^licfy mit ängftlid^en ®ebärben auffliegt. ES ftetyt in $o$em 
®rafe oetbotgen ober noefy häufiger in tteinen ®ebüfd)en unb ©trautem unmittelbar auf 
ber Erbe unb ähnelt in feinem äußeren einem unförmlichen 23ünbet oon (SfraS^atmen. Solche 
bilben and? beinahe bie einigen (Stoffe, aus benen eS gebaut ift, Jebocfy mit bem Untere 
fcfyibe, bafS bie ju ben inneren Sftefttciten gebrausten feiner als bie auf ber 2tußenfeite »er* 
toanbten finb. ©ie ztoei bis brei Eier jetgen auf toeißem, mattglän^enbem ®runbe fteine 
bräunticfytoeütrote gteden, jtotf^en benen ftd) noefy anbete blafSgtaue befinben, in bietet 
Sptentetung, am ftumpfen Enbe nicfyt feiten in ftanjatttget Bereinigung. 2tud> ber 23in* 
fenf äuget Brütet über bem ®tunbe, meift in einer leisten SluSI^tung beS 23obenS. Er 
baut fein Sfteft ebenfalls aus trodenem ®rafe, fcfyicfytet bie §atme abet fo leidet pfammen, 
bafS eS faum möglich ift, ein fotcfyeS tXJcft aufzubetoa^ren, unb legt oiet rötticfytoeiße mit 
großen £ütofeln unb fd)maten gleden fcon tiefnnfsbrauner gärbung gezeichnete Eier. Über 
ben (Scfyitffteiger unb 8angfd)nabelf änger festen 23erid;te; oon ben 33ufd)fängern 
aber toiffen toir, bafS fie im niebrigen ®ebüfd? tteine, jterltcfye, ziemlich tiefe Hefter aus 
trodenen ®taSlj>atmen unb Sürzet^en erbauen, biefe mit ^pan^entoolle unb £>aren auS= 
füttern unb brei bis üier auf toeißem ®runbe über unb über gleichförmig ^ettgetbbräuntid) 
ober ^ellroftbräunticfy gefledte ober marmorirte, am biden Enbe ftanjartig gezeichnete 
Eier legen. 

SJttel^r an bie größten SSaufünfttet ber gamitie erinnern bie Eiftenfänger, bereu 
ehu)etmtfd)e %xt toir als ben ©cfyneiberooget Europas betrauten fönnen. «Sie toäfylen pr 
Anlage ü)reS beuteiförmigen Heftes einen bieten (Seggenbufcfy unb fügen pnäcfyft einzelne 
Blätter pfammen, inbem fie biefe mit gäben au3 ©^innetoeben unb ^PflanzentooHe förmlid? 
an einanbet näl)en, §ietauf legen fie ben ®runb unb fobatb biefer ijoüenbet ift, beginnt ba3 
Seibc^en p brüten, toärenb ba3 ^ännc^en noeb mit bem Seiterbau fortfährt 9^ac^ unb nad^ 
toirb biellmtoanbung gebietet unb ein EmgangStocfy oben ober feitlic^ angelegt 3 U ^ äußeren £eile 
beS Heftes toerben ^au^tfäc^tici) ®ra3blätter oertoenbet, im inneren ^erfc^t bie ^flanzentootte 
i>or, unb bie toenigen gäben, toetc^e ftc^ barunter finben, bienen tebigtid) bap, bie anberen 
«Stoffe jufammenju^atten. ©ie OJiutbe toirb ^au^tfäc^tiS mit ijerf^ibenen ^3lüten!ronen 
aufgebettet, ©et @a^ befte^t auö fünf bis fcd)3 tteinen, fe^t jattfcfyaltgen, gtänzenben 
Eietn ton enttoebet btaugtünet obet bteicfygtünet obet gtänzenbtoeißet gätbung; bicfelben 
föunen Jeboc^ auc^ mit einzelnen gteden unb fünften gezeichnet fein. iBeibe (Eittxn btüten 
unb füttetn gemeinfcfyafttid? bie Zungen gtoß, lieben fie ungemein unb fucfyen fie butc^ ängft^ 
lic^eS Schreien felbft gegen ^enf^en zn fcerteibigen. ^oc^ e^e bie steinen eigenttieb fliegen 



190 * ^ng«: 

fönnen, oerlaffen fie baS 92eft unb ppfert imb frieden, flattern unb laufen auf unb übet 
beut ®rafe ober (betreibe untrer, Bei @efal?r mit ber Butter fofort in ber £iefe oer* 
fcfytoinbenb. 

£)en 9foftBau ber fübafiatifd)en SSufcfyfänger unb ber ©dmeiberoögel ^aBen oerfc^ibene 
9^aturforfd;er ausführlich BejcfyrieBen. Sir erfe^en aus ü)ren £)arfteltungen, bafS bie naJjje 
Vertoanbtfcfyaft tätet @>ru^^en namentlich au$ im 9?eftBau ftcfy auSfp"rid;t, ba bie 2bu)fy 
jänger eBenfo gut >oie bie (Eiftcnfänger ju ben ©dmeiberoögeln pflen, b< $. tote biefe ein* 
^elne Seile beS Heftes förmlid) jufammcnnä^cn. „Söei ber Anlage beS SftefteS", [Gilbert 
23ernftein, „»erfährt ber Vogel auf folgenbe Seife: $at er ein i^m paffenb fcfyeinenbeS 
unb oon ber Sftatur felBft oiefteicfyt fd?on ein toenig pfammengefalteteS Slatt gefunben, fo 
fudjt er fic$ junäc^ft einige ^flansentoollfäben, üBer^t fie mit feinem ©peidjel, macbt mit 
bem ©c^naBel ein £od? in ben Sftanb beS 231atteS unb läfft baS eine ($nbe beS gabenS 
barin Rängen. SDät §ilfe beS lleBrigen unb Balb oerbunftenben <Speid?elS, mit freierem eS 
getränft unb üBer^ogen tft, BleiBt eS leicht haften unb lleBt enblid? jtcmltc^ feft an, 5luf 
biefe Seife Befeftigt ber Vogel naefy unb nad; eine größere ober geringere Stenge folcfyer 
gäben in ber gtäcfye unb längs ber Räuber beS 231atteS. Severe bienen ^auptfäcfyticfy ba^u, 
um bie ißlattränber einanber ju nähern unb ju oerBinben, erftere hingegen jur SÖefeftigung 
ber eigentlichen Sftefrftoffe. £)iefe Befielen in feinen §atmen, «Spinnen* unb SRaupengetoeBen, 
SÖlattfcfyuppen unb anberen garten ^flan^enteilen, toelc^e mit plfe oon ^flan^entootlfäben 
mit einanber unb mit bem umgeBenben blatte feft oerBunben werben, £)aS 3nnere beS 
Heftes Bilbet eine fadförmige Vertiefung unb Befielt aus benfelBen, nur feineren (Stoffen, 
benen tyäuftg aud) einzelne ^ferbefare Beigemengt finb." @elj>r gern Benu^en alle biefe 
Vögel unb pmal ber ©dmeiberoogel oon ättenfcfyenfjwnb gearbeitete gäben: Serben fa$, 
bafS Umgenannter kartete, Bis ein Sdmeiber feine Serfftätte oerlaffen tyatte, bann in 
biefe flog, ftd) oon bort gäben jufammenlaS unb fie im Srium^e baoontrug. £)aS 9?eft 
beS SajufängerS ftetyt, laut iöernftein, im bidjteften ®eftrüpp in geringer §öfye üBer 
bem (SrbBoben, bod) nicfyt unmittelBar auf biefem felbft, §at napfförmige ®eftalt unb, ba 
eS oon oBen me^r ober toeniger überbaebt totrb, einen f eitticfyen Eingang ; ift bie Überbadmng 
ootlftänbig, fo gleicht baS Sfteft einem auf feine ©pi£e gepeilten unb an biefer toie an ber 
gerfe aBgerunbeten Sd;ul)e, §alme unb Blätter ber oerfd)ibenften ®raSarten, toie fie 
geraoe ber jebeSmaltge Aufenthaltsort beS Vogels Bietet, größere unb Heinere Mengen 
^ßflanjentoolle unb einzelne feine Sur^eln finb bie Stoffe, aus benen eS errichtet toirb; neBen 
ben gäben fommen, um eS ju umftriden, aud) Spinngetoebe unb 9fcmpengefpinnfte yax 
Vertoenbung. £)aS ^eft beS @c^neiberoogelS entf priest ber oorfte^enben, oon beruft ein 
gegeBenen ©c^ilberung; ein oon i^m gefunbeneS 9Zeft beS 9MteroogelS toar in a^nüc^er 
Seife, toie Befc^rieBen, an baS ^latt eines ©traucfyeS Befeftigt, boc^ fyattt ber Vogel bie 
SRänber beS Blattes in biefem galle einanber toenig genähert, unb biente baSfelBe eigene 
lid) nur jut An^eftung beS 9teftnafcfeS, beffen Wintere Sanb eS Bilbete. S)ie Sanbung 
Beftanb aus ber feinen Solle beS ^apofBaunteS unb einzelnen toeicBen, feibenartigen $Rau= 
pengefpinnften. Um biefen garten ©toffen me^r §alt unb geftigfeit p geBen, ^atte ber 
Vogel baS iBlatt eines Benac^Barten ©trautes in ber Seife mit jum ^eftBau oertoenbet, 
bafS er an ber 23ilbung ber oorberen ^efttoanb teilnehmen muffte, ©tc brei Bis oter ©er 
beS 9^äteroogelS finb auf glänjenbtoeißem (^runbe mit üeinen Bräunlicfyroten gleden bid^t 
gefprenfelt, bie beS ©dmeiberoogels gan§ ä^nlid; gefärbt unb gewidmet, bie beS SajufängerS 
auf feBr hellgrünem ®runbe mit üeinen roftBraunen gleden unb fünften Bebedt, toetebe 
jeboc^ toenig beutlic^ finb unb bem @i ein umtoölfteS 5lnfe^en geBen ; bie ©er ber ^ßttpttta 
enblic^) geigen auf rötlicfytüeigem ®runbe jal;lreid;e bunfelrote gleden, toetcfye am bideren 
(^nbe meift fran^artig pfammentreten. 



6taffetf<Wtt#. 191 

£)te Sprung alter ©ufdpnger befielt fcortoaftenb auS Kerbtieren, mijglic^ermeife and) 
aus einzelnen bereit unb grudjtteiten, @tc fucfyen fcon ben blättern tote fcom ®runbe 
auf, nehmen bie in ber SRinbe fcerftedten, laufen unt bergteicfyen untrer unb verfolgen aucfy 
n?ol ba$ eine unb ba3 anbete Kerbtier fliegenb. £)emgemäg §at man fie in ber (befangen* 
fcfyaft ju berforgen, am beften n>ot in berfelben Seife toie unfere ßaub* unb ©cfyitffäwjer. 
Über ü)r betragen im Käfige finbe icfy feine Angabe; gehalten aber werben fie, namentlich 
bie in 3nbien unb §tyina fcorfommenbert Sitten, unb $toar ebenfotool t^re^ fcfymuden äußeren 
unb anmutigen ^Betragens toie iljreS ®efange3 falber. 



5toffelfd)tt>im?t 



3u berfelben (Gruppe tüte bie Sßufcfyfänger getreu aucfy bie ©taffeljc^toänje ober $ra$t* 
fanget, in Sluftralien tyeimifcfye SSöget, bereu ten&eicfyen im allgemeinen mit benen ber 
23u(dpnger übereinftimmen , nur bajS ber ©cfynabel $ierlid)er, fürjer, me^r gerabe, bem 
unferer Saubfänger cu)nlid)er, ber glügel, in toetdjem bie feierte unb fünfte ©dringe bie 
anberen überragen, feiger unb baS ®efieber ber üMnndjien toärenb ber ^arung^eit ein 
außerorbentticfy präi^tigeS ift 

842. £er ^radjtfchtfler, Malurus (Mot., Sylv.) cyaneus, Gml. — 3Sergt.: ©outb, Handb. B: 
of Austr. I., 317. — ®röße be§ &mbfänger§; Ober = unb §iutertopf, SBatfen, Ofyrgegenb unb ein breitet 
fyatbmonbförmigeS @d)t(b über bte obere 9flantelgegenb pradjtooü' fyeuuttramarinbtau, ^ügelftrtc^ unb ©cfytäfe, 
tinn, tefyle, tropf, (Schultern, Wintere äftantelgegenb , SBürjet unb obere ©(^»anjbecfen fammetfdjtoarä, 
te|le unb tropf mit tiefblauem (Steine, Unterteile toeißticfy, (Seiten gart fabtbräuntidj t>ertoafd)en, ba§ 
©djrnarä ber tefyte nacfy unten burcfy gartet 3Stau begrenzt ; ©dringen braun , außen febr fd)mat bräunlich 
toeiß gefäumt, ^tügetbecfen außen mit blauem ©djeine; ©d&tDattjfebent bunlelinbtgobtau mit fdjtoärstidjem 
©d^eineunb fcfymalem toeißem (Snbfaume. $ri§ fdjtoarjbraun, ©cfynabel fdjmarg, $üße §ettfat)t. — 2öeibd)en, 
äftänndjen im äßinterlletbe unb junger SSogel: Oberfeite braun, Unterfette bräwrticfjtoetfj, Bügel 
unb Umgebung be3 9tuge§ rötticfybraun; ©c^nabel rötlicfy. 

(Sine ber fjäufigften unb am beften bekannten Strien ber fübtidjen unb toeftticfyen Seile 2tuftralien§. 

843. $er Staffel^ttJttttS, M. longicaudus, Gould. — %. ».: ©outb, Handb. B. of Austr. I, 

320. — (Größer at$ ber ^radjtfänger, bie SBeine fyöfyer, ber ©djtoanj anfeljnttdj länger ; bie Färbung jenem 
gleid?. 

Vertritt ben ^racfytfcmger in SBanbtemen3tanb unb auf ben $nfeln ber SSaf^ftraße. 

844. 2)er S(^ttJar5ttacC en^ttnger, M. melanonotus, (xould. — SBergt.: ®oulb, Handb. I, 322.— 

®röße be§ ^radjtfänger§ ; pradjtoott gtänäenbuttramarmblau, bie oertängerten, breiten ^ebern auf SBacfen 
unb auf Ofjrgegenb gart türli§blau, Bügel, ©cbtäfeftricb , breitet 9Menbanb, fdjmate tropfquerbinbe unb 
SBürgel fammetfdjtoarj, 3Sau$mitte unb Slftergegenb ioeißtid? ; ©dringen unb ©ecffebera otiöenbraun, außen 
fd)mat merblau gefäumt; @d^n»an§febern mattinbigoblau mit bunlleren Ouerlinien unb tueißem ©nbranbe. 
^ri§ f^toargbraun, ©c^nabel fd^toar^, grüße fyornbraun. — Söeibc^en, Tianndjtn im SinterHetbe unb 
junger SSogel: Oberfeite olioenfa^lbraun, Unterfeite bräunlidjtoeiß ; @c^n)ingen außen fc^mu^tgbläuti^ 
gefäumt, ©c^toanj büfter merblau mit ioeißen ©nbfäumen, Bügel unb formaler Slugenring rötlid), (Schnabel 
braunrbtlid§. 

2)ic §etmat biefer prac^tooffen Strt ift ©übauftralten. 

845. , 2)er ^euermantelfänger, M. melanocephalus, Tig. & Horsf., (Brownii). — SSergt: @oulb, 
Handb. I, 333. — ©längenbfammetfdjtoars, kantet, ^interrücfen unb SBürjel feuerrot; ©c^toingen braun, 
2)etffebern berfelben unb @dö»anj fdj»ar&. ^riS ttefbraun, «Schnabel f^n»arg, güße bräunlid^. — SBeibc^en 
oberfeit§ braun, unterfeit§ geller. 

Über ben größten Seil @übauftralien§ oerbreitet. 

846. $er S^arlac^wattte^ftttöer, M. cruentatus, Gould. — St. SS.: @oulb, Handb. I, 334. — 
£em ^euermantelfänger fet)r äfyntidj, aber bebeutenb i (einer, ber ©dfytoanä !ür^er; Hantel unb Gurgel fd^ön 
fd^arlac^rot. 

©tamrnt au§ ^orbtoeftauftralien. 



192 



(Steuert. 



Über bie SebenStoeife ber ^ßracbtfänger, meldte mit oottftem Sftecbte $u bett größten 
Sieblhtgen ber 2lnfibler 5luftralienS acuten, ^at ®oulb Berietet. ' ©tc betoo^nen Dörings* 
toctfc bünn mit iöufcfytoerf beftanbene Seile beS SanbeS, namentlich Uferfäume toon glüffen 
nnb ©d?lud?ten, bereinigen fid£> toärenb beS 2BhtterS in -flehte SruppS oon fecfys Bio acf>t 
Etüden nnb burcfyftreifen eifrig baS gemähte (Gebiet, fd)Iü^fenb nnb rennenb, ober richtiger 
in ununterbrochener golge anwerft fdmett me^r tyüpfenb als fliegenb, ba bie furzen nnb ge* 
runbeten ©dringen ilmen einen längeren ging oerfagen, tragen baBei bcn ©ctytoans erhoben 
nnb nehmen ftd) ungemein fed aus. 3 ur genannten ^a^reö^eit ähneln bie s Jftännd)en ben 
2Beibd)en fo oottftänbig, bafö man fie jm ®efteber faum nocfy nnb eigentlich nnr an bem 
pi allen %t\ttn bnnflen ©clmabel nnterfc^eiben faum 9JHt Slnnä^emng beS griu)ial)reS 
teilen ftäj bie ®efett|dj>aften in ^are, nnb bie TOnnc^en legen t§r "ißracfytfleib an. ©leid^ 
zeitig oeränbert fiel) it)r SÖefcn: fie geigen fiefy freier, als acuten fie mit u)rer ©cbön^eit 
prunfen, nnb laffen. fleißig i^ten lebenbigen, in einem fortge^enben , einigermaßen an ben 
unfereS gaunfönigS erinnernben ®cfang oeme1)menr Särenb beS Sintert !ann es !anm 
einen $ogel geben, toelcfyer ja^mer nnb menfd)enfreunblid)er toäre als bie ^rac^tfänger, 
Ungefd^eut fommen fie in bie (Härten nnb §eden Bis nnmittelBar an bie §äufer ber fc 
fibter tjerein, machen ftcfy auf nnb in biefen felBft ju fcfyaffen, f deinen ben 3#enfd)ert über* 
fyaupt e^er aufjufuc^en als in fliegen. ©obalb fie aBer u)x ^rac^tlleib angelegt l)aben, 
werben bie Wlänndjen, fo gern fie frei ftcfy geigen, oorfid)tiger , als Brächte baS iöetoufftfein. 
i^rer ©d)önf)eit aueb baS (§>epn)l größerer ®efa$r mit ficB. £)emungeacfytet legen fie häufig 
ifyr IteineS Sfteft auf ben BeleBteften ^lä^en ber Dörfer nnb felBft ber &tätt an. 3m 
^flan^engarten $u ©ibnefy toerben alljährlich mehrere Brütenbe ^3rad)tfänger beobachtet, nnb 
ebenfo fa§ ®oulb ein 'Par fein Sfteft nnmittelBar neben ber Sure eines öffentlichen ®e* 
BänbeS errichten, £)ie £3rut$eit toärt oom ©eptember Bis jum Januar; benn eS folgen 
jtoet, toenn nid)t brei Ernten auf ehtanber, ba bie jungen ber erften faum fetbftänbig finb, 
toenn baS Seibeben oon neuem ju legen beginnt. £)aS überbedte nnb mit einem flehten 
fettltdjen (Eingänge oerfe^ene 9foft toirb regelmäßig in einem niebrigen 33ufd)e ober 
®raSbüfcl)el auS ®raSfyalmen erbaut nnb innen mit gebern ober §aren auSgepolftert. £)ie 
oier ©er geigen auf $art fleifcfytoeißem ®runbe rötlid)braune gleden unb fünfte, toetdjje am 
bideren (Snbe oft fran^attig pfammentreten. 

§infic^tticl; ber ^Jca^rung unter[d)eiben fiefy bie Sßrad)tfänger nicfyt oon ben 23ertoanbten, 
oerlangen alfo aud) im Käfige biefelbe Pflege toie biefe. Sären unfere §änbler geübter 
in 33el;anblung harter Seidjfreffer, toir ioürben biefe unoergleic^lic^ fd)önen SSögel fc^on 
längft auf. unferen Warften fe^en , toärenb toir uns gegenwärtig mit ber §offnung be^ 
gnügen muffen, fie früher ober fpäter lebenb ju erhalten. 



3tel^ett. 



^)er alten Seit gebort eine unter ftc^ fc^r übereinftimmenbe 33ogelgru^e an, bereu 
Urbilb, unfere ißac^ftcl^e, ^ebermann befannt fein bürfte. ton^eic^en finb: fc^lanfgebauter 
Seib , bünner, geraber, ^friemenförmiger, auf ber girfte fantiger, oor ber ©bi^e beS Dber^ 
fieferS feiert auSgefdmittcner ©c^nabet, fc^lanfe, jiemlic^ ^e güße, lange, pgefm^te glügel, 
unter bereu ©ebtoingen bie britte bie längfte $u fein pflegt, langer, fc^malfebriger, enttoeber 
gerabe abgefd)nittener ober gegabelter ©d)ioan§ unb toeic^eS, lodereS, nacl) bem ®efcl>led)te 
meift oerfc^ibeneS ©efieber. 

847. 2)ie33ad)ftel&e, $an%-, ©tein-, SBaffcr-, Ouctf- imb Segeftel^c, Stppfter^e, Sebe- unb Sebel= 
(c^wanj, <Stift§ * unb Älofierfräulcin , Sftfcrmäwnd^en u. f. »., Motacilla alba, L., (septentrionalis, 



ü 



Itefeeit. 193 

brachyrhynchos , fasciata, cervicalis, cinerea, gularis, dukhunensis). — SBergl: $infd) unb §art= 
taub-, SS. Oflafr.. 259. — ®röße befannt; ©fetter, £interfopf, 9?aden, §interfyafö , Ätmt, Äeflte, ^ropf- 
unb £>at3feiten fdjwarj, ©tirn imb SBorberfopf, ©dtfäfe, topffeiten, Obrgegenb unb ein breiter ©tretfen an 
ben £>aföfeiten fyerab weiß, übrige Unterteile weiß, feittiefy afcfygrau, kantet nnb übrige Oberfeite afdjgrau, 
obere ©cfywansbeden fdjtoarj, feitttdj gran gefäumt; ©dringen fdjwarj, außen fcfymat grauweiß gefäumt, 
2lrmfdfywingen breit weiß geranbet, größte 2)edfebern nnb bie ber Strmfcfywingen mit weitem (Snbranbe, 
woburdj jwei weiße gtügelqtterbinben entfielen: ©djwanjfebern fdjwarj, bie beiben äußerften weiß, innen 
fdjwarj geranbet. $ri§ tief braun, ©d^nabet unb $üße fdjwarj. — 2öeibd)en gleich gefärbt, bie beiben 
$tügetquerbinben aber grantig oerwafdjen, bie meinen Gebern be§ p Sorberfopfe§ mit fcfywarjen ©pi£en= 
fteden. — junger Söget anf ©trat, Oberfopf nnb ber übrigen Oberfeite bräuntiebgrau, ©d)täfenftrid), 
tinn unb Oberfefjte fd)mu£igweiß , .topffeiten graulid) , tropffd)ilb graufdjwär$tcij. — 2)a3 ^erbfiKeib ber 
alten Söget unterfd)eibet ftdj oom ©ommerKeibe baburdj, baf§ aud) tinu unb tef)te weiß finb, unb ber 
topf oon einem großen, Ijatbmonbförmigen , fd) warben ©d^iXbc bebest toirb. . 

2)ie Sad^jictjc bewohnt ganj Europa, ©übeuropa jebod) nur einzeln, außerbem 3Beft= unb äftittetaften, 
nad) Sföorbett fyn bi§ Sapptanb, $§tanb unb ©röntanb nad) ©üben inn bi§ $nnerafrifa oorbringenb. 

848. $ie ^raucrftelse, M. lugutois, Yieill., (Yarelfii, Algira). — Sergt: ©outb, B. ofEur. 
%. 141. — 2)er Sadjfietje fer)r äfyrfid); beim 9ftännd)en im grüttfingSKeibe nicfyt bloß Oberfopf unb ^aden, 
fonbern aud? SDfamtet, bürget unb ©futtern fdjwarj. äftänn^en im SinterKeibe unb $unge nicfyt oon ber 
gewöhnlichen $orm gu unterfdjeiben. 

$inbet ftd) oorjugSweif e in (Sngtanb , lommt jebod) and) in ©lanbinaoien, SDeutfcfytanb, granfreid) unb 
©arbinien oor unb fd)eint nur afö örtliche Ibart betrautet werben ju bürfen. 

849. $ie SJtonttenftelse, M. lug-ens, Temm., (japonica). — Sergt: Semmind unb ©d) leg et, 
Faun, jap., ©. 60. — (Sröße ber Sadfyftelge; ©tirn unS §tnterfopf, Slugenftreifen bis auf bie ©dfytäfe unb 
ttmt weiß, ©Reitet, iBorberfopf, tropf = unb £alSfeiten, tefyte, topf unb Oberfeite tieffätoarj, Unterfeite 
oom tropfe an weiß; ©dringen weiß, im ©pt^enbrittet fc^war^, Ufytt Slrmfcfywmgen febwarj mit weißen 
Slußenfäumen, @d)Wingen= unb ^tügetbeden weiß, bie Kernen SDedfebern am Unterarme fdjwarj; ©diwana- 
febern fdjwar^bie beiben äußeren weiß, innen fdjmat fdjwarg gefäumt $ri§ tiefbraun, ©dmabet unb 
Pße febwarj. 

S3ewo^nt Oftafien, namenttid^) $apan unb im hinter bie tüften QXfamß, 

850. J)ie ^eljenftelse , M. vidua, Sundev., (Lichtensteinii, longicauda, leucomelaena, Aguimp, 
Vaillantii). — Sergt.: ^infd) unb ^arttaub, SS. Oftafr. 273. — @twa§ Keiner at§ bie ^fte^e ; 
Oberfeite unb ein breitet Ä'ropffct)itb fd^warj, ein breiter ©treifen über Bügel unb 5tuge bis auf bie ©cfytäfe, 
^inn, te^te, §at§feiten unb Unterteile weiß ; ©Zwingen fdjwarj, an berSurgel weiß, welche Färbung auf 
ben ^anbfe^wingen aU fd)mater weißer ©pieget ^eroortritt, Wintere 5lrmfc^wingen außen breit weiß geranbet, 
2)ecf febern fc^warj, bie ber 5lrmfd)Wingen unb ber größten Sfteif^e weiß, einen großen weißen $tecf bitbenb; 
©d)wanäfebern fd^war^, bie beiben mittetften außen feftmat weiß gefäumt, bie beiben äußerften rein weiß. 
$ri§ bunletbraun, ®d)mM unb ^üße .fd^warj. — 3fm §erb(tlleibe finb bie törperfeiten grau, pweiten 
fdiwarg (M. Vaillantii). , . * 

Seit über Stfrüa, oon ©gttpten bi§ gum ^ap verbreitet, and) in ^aleftina. • 

851. $Die ta^teljc, M. capensis, L. — ^ergt.: $infd? unb ^artlaub, Söget OftafrtM, 
266. — Unbebeuteub Keiner at§ bie ^3ad^fte%e ; ©tirn unb SSorberlopf, ^ropf= unb ^aBfeiten fowie bie 
gange Unterfeite reinweiß, auf bem tropfe ein fyätbmonbförmigeS fdjwargeS ©d)itb, förperfeiten grau= 
oerwafd^en, ^interbpf, Dfcufen, bürget unb obere ©c^wanäbeden tteffdjwarj, übrige Oberfeite fcpjars- 
grau; §anbfd)Wingen fc^war^braun, an ber Surje^älfte ber Stußenfa^ne unb axt ber ©pi£e f^mat, innen 
breit weiß geranbet-, Slrmf Zwingen außen unb innen an ber Surjet breit weiß gefäumt, §anbf Zwingen- 
beden fdjwgrs mit weißen Stußenfäumen, 5trmfd^wingenbeden außen unb am (Snbe breit weiß geranbet, 
größte 9feü)e ber oberen $tügeibeden weiß, ein großes gelb bitbenb, Keine oberen gtügetbeden fd>warj; 
©djwanjfebern fd^warj, außen fdömat weißlich gefäumt, bie beiben äußeren Gebern reinweiß. $ri§ tief* 
braun, ©d^nabet unb $üße ^ornfd^warj. 

ginbet fic^ in ganj ©übafrifa. 

852. 2)ie SJlamwlaftelje , 9)camuta ber §inboftaner, M. maderaspatensis, OmL, (variegata, pi- 
cata). — Sergt: ^erboh, B. of Ind. II, 217. — Stnfe^nti^ größer aB bie Sad)fte%e; Oberfeite, topf, 
£aB, tinn unb te^te tieffdiwarj, ein breiter Stugenftreifen oom ^afentoebe bi§ auf bie ©d)täfe weiß; 
Unterfeite unb Unterbruft weiß, ©eiten grauweiß, obere feittidje ©dOwan^bedfebem außen weiß gefäumt 
bie fdjwargen ©Zwingen ebenfo, bie beS 5trme§ breiter gefäumt unb and) an ber äönr^et ber ^nnenfabne 



I 



93 v e l) m , gefangene Söögel. II. 13 



^ 



194 Stefan- 

weiß, Slrmfdjnnngenbecfen unb größte obere ©ecffebern außen unb am (£nbe toeiß, ein große§ gelb bttbenb, 
(Sdjtoanäfebern fcfytoarj, bie beiben äußeren toeiß, innen fdjtoarj geranbet. $ri§ tiefbraun, (Sdmabet mtb 
$üße \ü))nax%. — Seibcfyen minber tieffdjtoarj. 
Über ganj $nbien nnb (Setton Derbreitet. 

£)ie tlnterftype ber €>$af [teilen (Budytes) umfafft Heinere $rten mit fürjerem 
©^toanje, längeren nnb fräftigeren gußümr^eln nnb verlängerten §inter^e^en nnb Nägeln. 

853. $)ie (2d)afftel5e, M. (Budytes,) flaya, L., (verna, chrysogastra, flaveola, neglecta, pygmeus, 
viridis, bistrigata, Beema, dubius, fulviventris , schisticeps , melanotis, fasciatus). — SSergl. : $infd) 
nnb §artlaub, £. Dftafr. 268. — Wttxfliti) Keiner al§ bie ^a^ftelge; Dberfopf, Bügel, Dfyrgegenb, 
•ftaclen nnb ^inter^afö afdjgrau, ein fcfymaler Stria? über ba§ Singe bi3 auf bie «Schläfe n>eiß, Oberfeite 
otioengrün, obere Scfymangbecten bunfler, $opf = nnb £>al3feiten nnb übrige Unterteile f cfymef elgetb , $um 
toeiß; Segnungen braunfdjtoarä , außen fa^ltoeiß gefäumt, le^te Strmf dringe breiter geranbet, größte obere 
2)ecffebern mit fafytoeißem (Snbe, tooburd) eine tjelte Onerbinbe entfielt; ©c^toanjfebern fcfytoars, bie beiben 
äußerften weiß, SBurjeX^älfte ber $tmenfaljne f^toarj geranbet $ri§ bunfelbraun, (Schnabel unb $üße 
fd)toar$. — SBeibc^en: Oberfopf unb Oberfette bräunticfyoliüen grün, ^ür^et beutlidj grün, ein breiter, »er* 
»afd^ener Slngenftreifen roftfarben, Unterfeite btafggetb, an ben topffetten: einige oertoafdjene bunlte $lede. 
junger Söget: Oberfette büfter branngrau mit oertoafdjenen getbgrauett geberenben, Ätmt unb bellte 
f<|mn|tg toeiß, übrige Unterteile fd)mu£ig rofigelb, topf bunfelbraun geftecft , ' eine Sfteifye ^lecfen oom 
äftunbunnfet !)erab ebenfo gefärbt. 

S)ie ©c^afjietge verbreitet fiel) über gan^ (Suropa, Slfien, Slfrila nnb ba§ norbtoeftticfye Slmerila, tritt 
aber in oerfcfytbenen formen auf, toeldje %nx Silbung mehrerer Unterarten SfafafS gegeben fabelt, ©tnjettte 
oon i^nen mögen af§ ftdnbige (Spielarten, anbere liberum bürften toot al§ Wirten angefe^en werben. 

3>ie teidjter gu unterfdjeibenben Spielarten begiebentlitf) Slrten finb folgenbe: 

853. a. $ie SSt^ftelje, M. (Bud.,) fcorealis, Sundev. — Sergt.: (Sunbeüall, Swensk. Fogl., 
<S. 45. — SCRtt bunltergraucm ©Zettel, welcher ptoeilen in§ (Scfyieferfdjmar^e jieljt, meift o^ne gellen 
Slugenftreifeu ober nur mit Slubeutung beäfelben. 

Gelaunt au§ ©lanbinaüien, -ftorbrufätanb , (Sibirien unb «Sübafrifa, toofelbft fie al§ SBinteroogel 
oorfommt. 

853. b. $ie ®rcntfOj)fftetse, M. (B.,) cinereocapilla, Savi, (Feldeggii, dalmatica). — SSergt.: 
SBonaparte, Faun, ital., £fl. 31. — äftit hellgrauem «Scheitet unb £intcr!jal3, olnte fetten 5lugenftreifen. 

$n (Sübofteuropa, -Korboftafrifa , (Sibirien nnb (£fnna. 

853. c. $te<gtfjttMr5föl)fftel5e, M. (B.) nigricapilla, Bp. (atricapilla, Kaleniczenki, paradoxus). — 
SSergt: Faun, ital., Z\l 31. — ©Reitet, §inter^at§ unb ^opffeiten mattfc^ioarg, meift mit gelbem ober 
weißlichem Slugenftreifen. 

5lu§ Sapptanb, ©übeuropa unb s ^alaftina. 

853. d. 2)ie ta^enftel^M^BOmelanocephala, Licht. — 23ergt.: ^Rüppell, Sftta§, X. 33. b. — 
Oberlopf, Äopffeiten nnb §inter^al§ foblf^warg. 

Setüo^nt Sübeuropa, ^orb= mtb äfttttelafrifa, ^erfien unb ^nbien. 

853. e. Sie $ett)ftcl5C, M. (B.)Eayi, Bp., (flaveola, campestris). — SSergt.: ©oulb, B. ofEur., 
Sfl. 145. — Ober = unb ^interlopf nebft D^rgegenb olioengrüngetb , 3lugenftreifen befonberS breit. 

§inbet fictj in ©ro^brtttanien, ©übenropa, 9^orb= unb Seftafrüa, S^bien, S^ina unb gormofa. 

854. Sie ©^orenftelje , M. (B.) citreola, Pall., (citrinella, schettobriuscha, calcarattis, citreo- 
loides). -- Sergt: Naumann, 35. SD. XIII, 377. - ®twa§ größer aU bie ©^afftel^e; $opf unb gange 
Unterfeite lebhaft citrongelb, ^aefen unb SSorberrücfen fcfytoarg, ä&m&fßti) in ba§ Sc^iefergrau ber übrigen 
Oberfeite übergefyenb, auf beut Etüden fd^wa^ gelbttd)grün angeflogen; obere @d^ioan§beclen braunfclinmrs, 
untere n?ei§; Segnungen buuletgraubrann, außen fc^mat »eißliel), Wintere 9(rmfd§n)ingen breit ivei^ ge= 
raubet, Slrmf^ioingenbecfen außen, größte obere 3)ecffebern am ©nbe breit n?eiß, einen großen meißen ^lügel= 
ftect bitbenb, untere ^tügelbecten weiß; mittelfte <S$n>anäfebern braunfcliioarä, bie beiben äußerften meiß mit 
breitem fc^ar^em ^nuenranbe. ^ri§ tief braun, Schnabel fc^töarj, ^üße blMxtytytoaxt. — Seib c^en auf 
ber Unterfeite lichter gelb, Scheitel unb §inter^at§ grünlich, übrige Oberfeite afdjgrau. 

Serbreitet fid) über ben größten Seil SlfienS nnb jie^t im hinter fübtic^, tourbe atS ^rrgaft zweimal 
auf §elgotanb erlegt. 

Inc^ bie näc^ftfotgenbe 2fot tft iöre^ langen &fymnit$ toegen jnm Vertreter ber 
Uttterfip|3e ber ®eHrg [teilen (Calobates) erhoben toorben. 



Steigen. 



195 



855. £ie tätttfkltf, hinter- unb grüt)ling§bacfyftetae, $rm)ting§fti$ertiug , $rlin, M. (Cal.) sul- 
furea, Bechst., (boarula, melanopes). — SSergl.: Naumann, SS. 2). III, 824. — (£twa§ Keiner aber 
öcr^Ätoiömäßtg langfdfywängiger at§ bie Sßadjftetse; topf unb Oberfette otioengrau, über ben bunfleren 
Bügeln ein roei^er Slugenftreifen , anf tinn nnb tefyle ein fdjwargeg ©cfyitb , begrenzt burd) einen breiten 
weißen SSartftreifen, ber nntere Slugenranb weiß gefäumt, Unterteile gelb, am lebtjafteften auf ben unteren 
©ebwangbeefen, am matteften auf ben ©eitert, ^Bürget otioeu=, obere ©d)Wanäbeden beutlicfyer gelb ; ©ansingen 
nnb beren £>ecffebern braunfdjwarg, £>anbfd)Wingen außen f$mat ottöenfa^t, bie be§ SlrmeS feljr breit gelbtiaV 
weiß geraubet; bie fedj§ mittleren ©cfywangfebern braunfcfywars mit oliüengriinfa^len Stußenf äumen , bie 
übrigen weiß, bie gtoettc imb britte mit fc^tt>arjer an ber Sßurgef weißgetb gefä'umter SfafjenfaUjne. $ri§ 
buulelbraun, ©d^nabel fdjwarj, f^üße fteifdjfarben. — Söeibdjen matter gefärbt, Äe^te mit reißen Gebern 
gemtfe^t. $m 2Binterlteibe bie tefyte auftatt fdjwarj getbticfyweiß, ber SRücfen bräunlich oerwafc^en. 

$om füblidjen ©d)Weben an verbreitet fid) bie ©ebirg§(telje über Europa mit feineu $nfelgebieteu, 
ftnbet fid) aber and) in ben (Gebirgen 2lfrifa3, namentlich in 2lbeffinien unb Seftafrifa. 

3n ben Gebirgen @übaften3 unb ber ©unbainfetn tritt neben ben eigentlichen (Stehen 
eine anbere ©ippfcfyaft, bie ber ©cfy tu albeu [teilen (Enicurus) auf. Sfyx @d;nabel tft 
ser^ättniSmäfig länger als bei unferen ©teilen unb auf beut girftenrücfen gerabe, bie giiße 
ftnb fyfyvc, bie Irmf dringen nic^t verlängert, unter ben §anbf Urningen bie vierte bis 
fechte bie längften ; ber @c^n)an§ tft fo tief* gegabelt , baf3 bie mittelften gebem faum ein 
drittel ber Sänge ber äußeren haften. 

856. $ie ®djto(tlÖettftel$e , Enicurus (M.) Leschenaulti, Vieill., (coronatus, speciosa). — 
Sergl.: Semmincf, PI. col. 113. — Von 2)roffelgröße aber bebeutenb f djlanler ; tieffammetfdjwarg, SSaucfy, 
Stfter, Sürjel, obere unb untere ©diwansbeefen weiß, bie etwa§ oertängerten Gebern be§ DberfopfeS, bie 
SButjeln ber 2trmfd)Wingen unb bie $rmfd)Wingenbecffebern, welche eine breite ^lügelquerbinbe bitben, ebeufo ; 
©diwangfebew fcfywarg mit weißen ©pi^ettfteden, bie beib'en äußerften weiß. $ri§ tief braun, ©dinabel 
fct)marä, $üße tjomgetbtid). — SSeibcfyen gteid) gefärbt. — 23ei jungen Vögeln bie fdjtoargen Seile 
ber Sitten unb Unterteilet raud)braun. 

2ebt an Verggewäffern %töa% unb ©umatra§. 

857. 2)ie £ropfenftel5C, E. maculatus, Yig., (fuliginosus). — Vergt: $erbon, B. of Ind. II, 
212. — Größer als bie ©djwatbenftetge; üjr fet)r ä^nlid) gefärbt, jebod) auf kantet unb ©djuttern mit 
weißen Stropfenflecfen gegiert, ^aefenfebern weiß mit formalen fcfywargen ©nbfäumen, Unterfeite oom tropfe 
an weiß. 

©efyört beut §imalat)a an unb finbet fid) nodj in §öfyen oon 4000 m - über bem Elftere. 

858. Sie ©dtfeierftelje, E. velatus, Temm. — SSergl.; PI. col. 160. - ®röße ber ©ebirg§fte%e; 
Oberfeite, tinn unb £>b erleide fd)War$, füttert) at§ , kantet unb obere Vruftfeiten mit fcfyieferfdjwarsem 
Anfluge, eine Ouerbiube über bie ©tirn öon einem Singe jum anberen, Unterteile, SBür^el, obere ©d)Wan^= 
beefen, Söur^el ber ^unenfaliue ber §trmfd)Wingen , bie beiben äußeren ©c^wanäfebern unb bie Surfet unb 
©nbfpi^eu ber übrigen weiß. ~$ri§ tiefbraun, ©djnabet fc^warj, ^üße gelblic^. — Sßeibc^en gleid) gefärbt. 
junger SS o gel auf kantet unb ©djuttem büfterfd)ieferfarben, Dber^ unb £>interfopf buulelbraun. 

2luf S^oa unb $orneo ^eimifd). 

^ieftge SJcitglieber ber gatnilie finb bie in ^eu^oltanb lebenben 2)roff elfteren 
(Grallina). $$x @d)naM ift fc^mac^, faft gerabe, auf ber girfte leicht gefielt^ feittiefy 
menig pfammengebrücft, ber gug lang, ftarf, lur^e^ig unb mit fräftigen, ftarl gebogenen 
Nägeln betoe^rt, in bem feigen glügel bie merte ©dc)tt)inge bie längfte, bie britte gteid? 
ber fünften , bie erfte mittellang , ber ©$n>ans mäßig lang , feiert au3gefctmitten , ba^ ©e= 
fieber reict? aber glatt anliegenb, uac^ ®efd)te$t unb 511ter iDenig i)erfd;iben. 

859. $)ie 2)roff elftere, Orallina (Gracula, Cracticus, Corvus) eyanoleuca, Lath., (picata, aus- 
tralis). — S5ergt: ®outb, B. of Aust., Sfl. 54. — ©twaS größer aB bie äftiftelbroffel; Dberfeite, timt, 
Äeb,te unb tropf tieffdiwarj mit fd)Wad)em (Stange; Unterfeite, Unterbruft, ^ür^el, obere ©djwangbeden, 
SBurjet^ätfte ber ©d)Wangfeberu unb ©pi^en berfelben weiß, ein fd^maler Slugenftreifen bi§ auf bie ©ebtäfe, 
Dtjrgegenb unb §al§feiten, Heinere unb mittlere obere gtügetbecfen, Slrmfdiwingenbeclfeberu unb Slußenfabne 
ber erften Slrmfdiwingen ebeufo. $ri3 ftro^getb , ©c^inabet getbtid), auf ber girfte bunller, ^üße fc^warg. — 
SBeibc^en auf SSorberlopf, Bügel unb am fa weiß. 

Verbreitet ftc| über ben größten Seil 5tuftratien§. 

13* 



196 ^tciscft. 

£)ie @tetjen finb ; SiebtingSoöget Don 3ebermann unb oerbienen im oottften %Jla$t 
unfere guneigung* unmutig in jeber 23etoegung, munter,, regfam, tebenbig, tebenStuftig, 
acfyt* nnb toacfyfam, mutig unb felbft muttoittig, machen fte überall ftdfy bemerftid), um fo 
ntetyr, als bie meiften oon ü)nen bie M^e beS üDtofd)en e^er auffudj>en als meiben unb 
einzelne gerabeju ju ben §auSoögeln gejault toerben muffen. 23et uns ju öanbe gugoöget, 
erfreuten fie fcfyon unmittelbar nacfy ber ©cfyneefcfymelje , regelmäßig bereite in ben erften 
£agen beS äftärj, unb oertoeiten oft Bio ju (Snbe £)ctoberS im SBatertanbe; bod? fommt es 
aud? bor, bafS ©ctg* nnb felbft 23ad?ftetjen Ijrier übertointem. £)ie (^c^affteljen treffen fpäter, 
meift erft in ber legten §ätfte beS April, bei uns ein unb jielj>en nocfy bis 9(ttitte ÜIMS bei uns 
burcfy, toeit ber §ofye Sorben, ben fte ebenfalls betootynen, i^nen früher bod) feine §erberge 
getoären toürbe ; fie festen and; beut entfprecfyenb früher jurücf als bie SSertoanbten. Unter 
biefen zaubert bie 23ergftetje fyöd)ftenS bis ©übeuropa; benn biejemgen, toetd)e man in ben 
Gebirgen AbeffinienS unb 2BeftafrifaS, bejiefyentlid) ©übafienS, ftlj)t, finb auf affige ©tanb^, 
nicfyt eingetoanberte ßugoöget £)ie 23ad)ftetje reift toeiter, nacfy eigenen ^Beobachtungen bis 
tief in baS innere AfrifaS, toofelbft bie ©cfyaffteljen i^re Sinter^erberge ju nehmen Pflegen. 
Aucfy bie £rauer* unb 5ftonnenftelje sagten ju ben S&anberbögeln, bie gelfen* unb 9ftamula* 
ftelje bagegen unb ebenfo bie @d)toalben= unb bie SRallenfteljen finb @tanb* ober l;ödjftenS 
©tricfyoöget öftere jiefyen fid? im hinter ettoaS me^r in bie £iefe J)inab, bem Saufe 
ber Getoäffer fotgenb, leitete richten ifyre ^Reifen tote fo oiele anbere aufträufle $ögel 
nadj> ben ^erfyältniffen ein, inbem fie fid) jeittoeitig ba anfibeln, too es geregnet lj>at 

Ungeachtet ber Übereinftimmuug ber einzelnen Arten ber @teljengru|>pe , toäblt ftcfy 
bod) }ebe oon i^nen einen beftimmten Aufenthaltsort Int toenigften gebunben an getoiffe 
Örtticfyfetten ift bie 23 äfftet je* @ie fudjt mit Vorliebe bie yi'äfyt beS Sttenfcfyen, ftnbet ftd) 
bem enttyred;enb nicfyt allein in jebem £)orfe ober £)örfd?en, fonbern auefy inmitten größerer 
(gtäte; allein gar niebt feiten fibelt fie ftd) auefy im 2öatbe an, ba too berfelbe einige 
bloßen §at ober ilj>r fonfttoie, beifpietStoeife inbem er fe^r bünn beftanben ift, bie äftöglid^ 
feit jum Seben bietet, unb nid;t minber begegnet man ityr inmitten toeiter getbfläcfyen, oorauS* 
gefegt, bafS ^ier Gelegenheit pxm Giften oor^anben ift 9^ur ben eigentlichen ©um|)f ober 
53rnd;e mit trübem Saffer meibet fie, im übrigen ftnbet fie fo äiemlid) alle Drtlid;feiten 
angenehm, ift ba^er anc^ in ber @benc tote im bittet* unb felbft im §od)gebirge allbe* 
fannt 3)ie <S Rafftet 3 e gehört auSfc^ließltd; ber (Sbene an unb befugt baS Gebirge nur 
toärenb ifyrer grü^ja^rS^ unb §erbftreife. 3fyre eigentlichen 2Bol;uorte finb @üm|3fe ober 
feuchte Siefen, tote ^iper fte lieben, ^ier unb ba auefy auSgebe^nte Salbfläc^en in toaffer^ 
reichen Gegenben, ^umal in ben 3ftarfd;>en. demgemäß fommt fte ioeit feltener als bie 
übrigen Arten in bie 9^ä^e betoo^nter Drtfd^aften, obftot auc^ fte ben OJ^enfc^en unb fein 
treiben eigentlich nic^t meibet 3m Gegenfa^e ju i^r nimmt bie 53ergftelje mit entfe^ibener 
Vorliebe im Gebirge Aufenthalt unb So^nung, Gelten begegnet man biefer siertidj>ften 
Art ber Gru^e, ioelc^e me^r als jebe anbere ben Tanten ©ac^ftel^e oerbient, an einem 
fleineren Getoäffer ber ®ene, mit (Sic^er^eit bagegen an jebem Sßafyt beS Mittel = unb 
Hochgebirges bis 1000 »■ über baS ^er hinauf. Söe^re unb 3Jiü^len, Safferfätte 
unb anbere (Stellen im Saufe ber Getoäffer, too eS raufet unb brauft, finb ü)re SieblingS* 
orte, unb toenn oberhalb einer Hftüfyte nod; ein ©ammclteid; liegt, toeld;er balb ooligefüllt, 
balb toiber ^alb entleert toirb, barf man mit aller Söeftimmu)eit barauf rennen, fte ^ier 
ju ftnben. S)te o^ne^in als Art jtoeifel^afte Trauer ftelje lebt ganj mfy Art ber 
©ac^ftelje, bie Tonnen ftel je fd^eint biefer ebenfalls oollftänbig jn gleid;en; bie getfen? 
ftelje bagegen fibelt ftd), i^rem tarnen entf^rec^enb, ^auptfäc^lic^ ba an, too ein Getoäffer 
jtoifcfyen gelstoänben ba^inläuft unb gelfeninfeln ober gelsblöde um|>ült , toirb ba^er nad? . 
eigenen ©eobad;tuugen am STtfie nur innerhalb beS ©tromfc^nellengebieteS gefunben. Die 



«Stehen. \ 9 7 

äßamulaftelje fcfylägt, laut 3er b Ott, ü)ren So^ttft^ tyau^tf äd;tid; an bett Ufern oon 
Xeicfyen unb glüffen auf unb (äfft fid; nur au3na^m3n>eife einmal entfernt 00m Saffer, 
oielleicfyt auf einem Benachbarten §>aufe fe^en, £)ie (Sporenftel^e betoofynt nad; SRabbe 
bie freien Ebenen £ran3baifalien3, juraal ©aurieS, unb fd)eint tnel)r nad; 2Irt ber $8a& 
ftel^e als ber @d)afftelje $u leben. (MirgSüögel im eigentlichen ©tnne be3 Sorten finb 
bie @d;toalBenftelsen, nad; $erfid;erung aller gorfd;er ber fübaftatifcfyen 23ogeltr>elt 
Bejeidmenbe Erf Meinungen be3 ®eBirge3. „Senn man", Bemerlt Serben, „an einen bie 
©trage freujenben Bergftrom gelangt unb namentlich toenn fyier beffen Saffer raufcfyenb 
l;eraBfättt, barf man fidler fein, einem ^are biefer $ögcl in Begegnen, fei e$, bafs baSfelBe 
fid; auf bem Sege um^ertreiBt, fei e3, baf3 e3 auf einem gelfen inmitten beg «Stromes 
ftfct. 2lufgefd;eud;t fliegt bie ©c^tüalBenftelje oielteid;t bem Salbe ju; niemals aBer bringt 
fie tief in benfelBen ein, fefyrt oielmefyr immer foBalb als möglich üriber $um ©trome prücf. 
Hn größeren glüffen fü)t man fie am liefigen Ufer ba^inlaufen, lieber aBer nod; auf gels* 
Blöden fid; Belegen," %$ beruft ein ähneln bie ©d;n)alBenftel^en ber Bad;ftel$e. <Sie tragen 
ben @d)tt>anä magerest, iotypen mit t$m aufwärts, Breiten ü)n fäd;erförmig aus unb fenlen 
i(;n hierauf langfam toiber nieber. Bei Erregung fträuBen fie bie topffebem. Sie nnfere 
©teilen, geftatten biefe liebenStoürbigen unb ^armlofen 23ögel bem äftenfcfyen oft bis auf wenige 
©dmtte fid; p nähern, unb laufen bann erft eilig eine ©trede gerabeauS ober fliegen nad; 
Irt ber Bad;ftel$e ein ©tüdd;en toeg, laffen fid; aBer oft eine große @trede toeit treiben. 
£)ie £)r off elftere enblid; oertrttt in 51uftralien nnfere Bacfyfteläe in mefyr als einer Be* 
^iefyung, treibt fid; toie biefe an ben Ufern ber glüffe, auf fcfylammigen teilen fte^enber 
®etoäffer ober in gelbern untrer, fommt ungefd;eut in bie M$e beS neuerricfyteten §aufeS 
ober felbft in bie 23eranba beSfelben fyerein, Befunbet tyier biefelBe BertrattenSfeligfeit nne 
bie Bacfyfteläett, gleist it;r üBerl;au£t in oielen 3% en iljjreS SefenS, fo fefyr fie ant>ererfeits 
fid; unterfd;eibet. 

3l(le eigentlichen Badjftel^en ^aBen in ityrem Sefen unb betragen, i(;ren Beilegungen, 
im ®efange unb felBft in ber 2lrt unb Seife u;reS 9ftftenS oiel gemeinfatneS. ©ie finb 
Bobenoögel, toelcfye iljre Eigenheiten l)au£tfäd;lid; laufenb Betätigen. 3§r ®ang ift ungemein 
^terltd; ; fie gelten fcfyritttoeife, Balt) langfamer Balb fdmetter, niden Bei jebem dritte mit bem 
$opfe unb Krisen fi^enb ttn'e laufenb mit bem @d)U)an^e auf unb nieber. £)ie am Saffer 
leBenben Wirten toaten Bis ju ben gerfengelenfen in baöfelBe ^inein, anbere galten fief) me^r 
auf bem £rodenen, unb bie @dj>afftelsen Betoegen fic^ im ®rafe unb 23inftdj>t ober ^oifd;en 
ben §almen ber gelbfrüc^te eBenfo gefc^idt toie bie 25ern>gnbten - auf bem öanbe ober im 
Saffer. 5111e 51rten ber gamilie, bie ^roffelftel^en i^ielleic^t aufgenommen, toiffen aBer 
aud; im (^e^toeige ber Bäume fid; ju Benehmen, fe^en fic^> gern ^eitiüeilig ^ier nieber unb 
laffen mciftenS oon ber §ö^e ^eraB i^ren (^efang ertönen, ober aBer U)ä^len Baum^ 
^toeige unb noeb lieBer 9^o^r ^u i^rer 9fotd;trul;e. !Der angerorbentlic^ leiste unb fdmetle 
ging ge^t in fe^r langen unb tiefen auf* unb aBfteigenben Bogen ba^in, Bilbet alfo eine 
(Schlangenlinie, förbert ungemein rafc^ unb ent^ie^t bie ©teilen ben meiften (^efa^ren, tcelc^e 
i^nen bro^en, ba er fid) eBenfo n)ie burd; ©c^nelligleit burc^ (geroanbt^ett, ja^e ^Beübungen 
unb 23ielfeitigleit auöjetc^net. (Sine ©tel^e nimmt fid) ba^er fliegenb eBenfo ^erlid; au^ 
toie lanfenb ober fifeenb* ©än^lic^ aBtoeic^enb oon unferen ©teilen fc^eint bie T)xc ff elftere 
fic^ p Belegen. -3^r ging gefegt nemlid), laut(^oulb, unter fd>toeren, flatternben glügel* 
fcfylägen in einer febnurgeraben öinie, berfc^iben oon bem jebe^ anberen auftralifcfyen SSogeB. 

ytufy in ©timme unb (^efang ähneln fi<^ bie ©teilen fe§r> ©er Sodton ber Bac^* 
ftel^e ift ein fyelteg „%nt" ober „^igit", toelc^eö Bei Erregung in '„3WfP" übergebt; auger* 
bem ternimmt man ein leifereö „Ontquiriri" feon i^r. ©er (^efang befielt ber §aupt* 
fac^e nad) au^ ben berfdn'ben betonten öodrufen unb einigen anberen nid;t gerabc n)ol!lingenben 



198 ©teilen. 

Sötten, toetc^e mit bert Sodrufen %vl (^tro^ert oerBunben unb ungemein fdmett vorgetragen 
werben. Ungeachtet ber geringen 3ttand)fattigfeit beS ganzen Ötebeö §at biefeS bod) ettoaS 
anfprecfyenbeS , toop freiließ Beiträgt, bafö ber Vogel eBenfotool ft^enb toie laufenb ober 
fliegenb p fingen pflegt. £)te Sodftimme ber Scfyaf ftelje ift ein angenehmer, pfeifenber unb 
gezogener £on, toetcfyer Balb tote „pfüip, pfüip", Balb tote „Bitip" ober „Hie" flingt, ber 
SawungSruf ein gebe^nteS „3^*^?", btx ®efcmg ein ber S3ad^fieljc im toefentlid)en äfynetn* 
beS Sieb. Seit Beffer als Beibe fingt bie Söergftelje. 3^re Sodftimme ift ber Beiber Ver= 
toanbten äljmlid), ber £on }ebod) feiner, ^ö^er unb toeniger gebogen, ba^er fcfyärfer unb 
fütjer tote „3Wr 3W °ker ftipftipftipftip", ber Saut ber 3ärtltcfyfett ein fanfteS, trillern* 
beS ;,3W/ t>er @efang ^toar einförmig aBer fanft unb anfprecfyenb. Von ben oertoanbten 
SIrten toirb BefonberS bie ^amnlaftel^e gerühmt: 3erbon oer fiebert, bafS fie einen außer* 
orbenttid) angenehmen ®efcmg tyaBe unb gerabe beSI)atB tyäuftg als täftgooget gehalten 
toerbe. 33er Sodton ber (Sc^toalBenfte^e ift nad? beruft ein ein Ba^ftet^enartigeS ,,&\to\t t 
jttott", ber 5tuSbrud beS 3°™eS ein rau^eS „9W, ber 2lngftruf am Sftefte ein fanft 
flötenbeS „Süüfyt", toetcfyem oft nod) ein Saftiges f M'd u angehängt toirb. ÜBer ben ®efang 
finbe id) feine Angabe. £)ie £)roff elftere läfft nadj> ®outb ein eigentümlich fd)rilieS, 
ftäglicfyeS pfeifen in oft toibert)olter gotge oerne^men. 

£)ie (Stellen finb munter unb regfam oom grauenben borgen an Bis %\xx bunlelnben 
yiatyt. Sfyren föuf oernimmt man früfy Balb nacB bem beS Sftotfcfytoän^enS, unb nod) fpät 
am IBenb $M man fie auf ben Sc^tafplä^en mit einanber ftd) unterhatten ober jemfett. 
Särenb beS ganzen £ageS finb fie faft ununterBrod)en in 23etoegung, burdmteffen laufenb. 
unb fliegenb ttyr ©eBiet, nehmen fyier unb bort Sprung auf, fechten einen Strang mit 
anberen iljjrer Wci aus, necten allerlei Vögel, toetcfye i^nen ins 2luge fallen, Verfölgen jeben 
StauBoogel, ber fid? fe^en läfft, toerben baburd? ju Sarnern für altes Meingeflügel unb 
tragen fe^r toefenttiefy jur 25eleBung ber ®egenb Bei. %)te$x als oiete anbere Vögel gefallen 
fie \id) in einem Seifet alter ü)nen möglichen Stellungen unb SBetoegungen, unb fetBft 
toenn fie füll fi|en, toippen fie toenigftenS mit bem Scfytoan^e. 23alb naefy ifyrer 5lnlunft 
im grüt?}afyre grenzt ftcfy jebeS ^ärcfyen fein 9^iftgeBiet aB, fämpft tyefttg mit ®teid?ftreBen* 
ben um ein SeiBcfyen ober um einen Mftpta^, mad)t fobann ber erforenen unb glüdticfy 
gefiederten (Gattin in äußerft anmutiger Seife ben §of, Balb laufenb, Balb im flatternben 
ginge bor ifyr fingenb, Balb fie mit geBreiteten, jtttemb Betoegten gtügetn umge^enb. Später 
Pft eS eifrig pm tiefte tragen. Se^tereS Befte^t enttoeber in ^ö^tungen am Ufer, in 
Sttauerlocfyern, jtotfe^en aufgelichtetem §ot^e unb an ä^ntic^en oerfteetten Orten, ober Bei 
ben @d)afftet^en im ®rafe, auf Seggenfufen, an (SftaBenränbem, unter (grbfe^otten :c, immer in 
einer Vertiefung beS SSobenS. iöefonbere ^unftfertigfeit toirb auf ben 23au beSfetBen nid;t 
oertoenbet. 23ei ben §i3^tenBrütern unter ben ^ad)ftet^en richtet fic^ ber 5lugenBau ^nmeift 
nac^ ber Örttid)lett, unb bie Sanbungen finb bann bider ober bünner, bitter ober toderer. 
£)ürre ^eiSc^en, ®raSftüdcl)en , Stro^alme, bürre Blätter, OJ^oS unb Sur^etn Bitben 
ben 3lußenBau, ,§are unb iöorfteu, Solle unb ^Pferbe^are bie innere SluSlleibung beS ^alB= 
lugeiförmigen, glatten Napfes. 3n einzelnen Heftern finbet man oietteid)t auc^ gebern unb 
anbere fonft jum S3au geeignete Stoffe, toie fie eBen ftd) Bieten. Ü)ie fünf Bis fieBen 
(Sier ber 53ad;ftet^e finb ^artfd;alig unb auf Btäutic^^ ober gelBticfytoeifiem ®rnnbe mit 
oiotettgrauen Unterfleden, grauen ober gelBBräuntic^en DBerfleden bic^t, am ftumpfen (£nbe 
oft Iran^artig gewidmet unb toerben l;auptfäc^lic^ oom SeiBcfyen Binnen brei^e^n ^agen 
auSgeBrütet; bie oier Bis fec^S @ier ber ^Bergftet^e, toeld;e eBenfallS in brei^n Bis oier^e^n 
3:agen gezeitigt toerben, geigen auf t;ettgetBlid;em ober ^eftBläulid^toeißem ®rnnbe me^r ober 
toeniger bid;te, getBBräunlid;e ober BraungelBtid^e gtedd;en unb ^ünftd)en, toetc^e auf ein*= 
feinen (Siem in einanber fließen unb bie ®runbfarBe faft oerbeden, auf anberen bagegen 



©tctjcn. 199 

gän^lid; fehlen; bie Scfyaffteläeneier enbltd; traben auf grauem, gelblid;em ober rötlichem 
®runbe toenig bunflere, bid)t aufgetragene gleden. Von ben erftgenannten beiben finbct 
mau fcfyon im Styrtt, bon beu @d;af flehen feiten bor @nbe OftaiS (gier; 25ad^ unb 23erg* 
fielen brüten aber aud; regelmäßig £toeimal im 3at)re, toärenb bie ©c^affteljeu uur eiue 
23rut machen. 33eibe ©ton trageu beu jungen gutter ju, lieben fie järtlid;, feiert ftd; 
nötigenfalls ifyretfyalber ©efafyren aus unb führen, unb leiten and; bie ausgeflogenen nod; 
fo lange, Bis fie felbftänbig geworben finb. £)ie iungen 23adj> = unb ^öergftel^en fcfytagen 
fid), toärenb bie Altern pm feiten Sttale brüten, in gtüge jufammen unb bereinigen fid) 
fpäter mit beu nacfygefommenen. ©cfc^totftcrn $u mel;r ober minber sattfreicben Xxupfö, 
meiere nun hrie bie ©d;affteljen nad; oollenbeter 23rut zeitweilig gemeinfd)aftlicfy untrer* 
fd)U)ärmen unb abenbS in ^tofyrteicben fiel) fammeln. gefylt eS an biefen Beliebten Schlaf* 
planen, fo gefdn'fyt es tool, bafS §unberte unb £aufenbe bon 23ad)ftelzen an einem £eicfye 
ftd) bereinigen, unb bann toärt baS Wärmen unb Streiten um ein fixeres ^ßlä^en Bis tief 
in bie Nactyt ©nblicfy !ommt ber §erbft tyeran, unb eines 21benbS ergebt fic^> bie gan^e 
®e|etifcbaft, um bem Süben zuzufliegen. £)aS 33rutgefcfyäft ber Sd)toalbenfielzen fcfyeint 
fiefy toentg bon bem ber Vertoanbten p unterfcfyeiben. 3 er bon erhielt bon ber tropfen* 
ftelze «überholt Neft unb ©er; erftereS Beftanb aus Ärmeln, ^ftanzenfafern unb einlas 
!>D?oS, teuere, brei ober bier an ber £afy, geigten auf grünlicfytoeißem @runbe wenige roft* 
Braune gleden. £)aS 9?eft ber Sd;toalbenftelze fte^t, laut beruft ein, ausnahmslos auf 
ber ©rbe, enttoeber in unmittelbarer %lafyt beS 2BafferS ober bod) nur in geringer ©ttfer* 
uung bon bemfelben, too möglich tu einer Vertiefung beS Kobens, toelcfye biefer entfprecfyenb 
ausgefüllt toirb. 3 una ^ft erbaut ber Vogel aus trodenem 9ttofe einen ^atbfugelförmigen 
Napf, fobann lleibet er beu ®runb mit trodenen unb, falls fold;e borfyanben, bis auf baS 
(Gerippe bertoeften blättern aus, toelcfye bie Unterlage für bie jtoei länglichen, rein= ober 
getblicfyioeißen mit zahlreichen lleinen licbt^ellBraunen gleden gezeichneten ©er Bilben. £)te 
Otiten geigen fid) fefyr Beforgt nm bie 23rut unb machen burd) flägticfyeS ®efd)rei auf bie 
Nätye beS NefteS aufmerffam. Seljr berfdn'ben bon bem alter Bisher genannten ©teilen ift 
baS iÖrutgefd)äft ber überhaupt am meiften abtoeicfyenben SRallenftelze. Sie baut fid) ein 
napfförmigeS Neft bon 12 bis 15 cra - £)urcfymeffer unb 7 bis 9 cm - §öl;e aus Schlamm 
unb trodenem ®rafe, Strolj unb äfynticfyen ^aftftoffen unb befefiigt baSfelbe meift auf 
einem toageredjrten , oft ben iBtiden bottfommen ausgefegten, aufteilen audj> über baS 
Saffer fyängenben 3^^9 e - ®fe in gorm unb ®rtff3e abn)eicBenben yivzx Bis oier ©er finb 
auf ^erltoeißem ober blafSBräunlid)em ®runbe me^r ober minber bicfyt, am ©übe fran^artig 
mit nufSBraunen, lic^troten unb graulichen gleden unb fünften ge^eic^net. 

^erbtierfreffer im ooltften (Sinne beS äBorteS, fcerfcfymäfyen bie ^ac^ftelzen ^flanslic^e 
^a^rung faft gän^lid), ftellen bafür aber ben alleroerfc^ibenften Werfen eifrig nac^, 3e 
nad)bem fie trodenes Sanb ober bie Ufer bon ©etoäffern betoo^nen, unterfd)eiben fie fic^ 
einigermaßen in ber 21uStoa^l i^rer S3eute, ob tool man fagen fann, bafS fie laum ein für 
fie geeignetes Kerbtier berfcfymätyen. §afte, glorftiegen, ©dmafen, Sauden, 6tec^^ unb 
anbere gliegen , . 23remf en , üeine Motten, ^äfereben unb ä^nlic^eS Meingetier bilben bie 
^a^rung ber ißacl)ftelje, bie meiften biefer £iere unb ä^nlic^e, toelc^e am Saffer too^nen, 
bie ber ^ßergftel^e, §eufd?reden, ©caben, üeine Nachtfalter, ^äu^c^en, 251attläufe, @^rtng= 
läfer unb anbere neben ben ertoälmten bie ber <Sd)afftet$e. Sie lefen oom 53oben, bom 
©rafe unb oon ben blättern ab, fuc^en aus bem Schlamme ^erauS , befreien baS Vu) oon 
ben Beläftigenben ©c^marol^ern unb fangen auefy mit merllid^em ®efd)id ftiegenbe Kerbtiere 
aus ber £uft toeg. 2^)er reiche ©ommer bietet ü?nen allerorten Nahrung in £ü(le unb 
gülle; im grü^linge unb §erbfte fuc^en fie bie fonnigen Stellen auf unb ertoerben fic^> auc^ 
fyier noc^ ^3eute genug. 3u ber Sinter^erberge treiben fie es genau jo tote am iBrutorte. 



200 ® te %*. 

$ur ein unvermuteter ^ad)wiuter bringt oft Bittere SUlct über fie nnb füfyrt ben Xob oon 
unjälj>ligen gerbet. Unter folgen Umftänben lommen fie bann oft Bio oor bie JpauStüren 
nnb fud)en ftd) fyier aus bem Küd)enabfatle nocl> ein nnb baS anbere 23röddj>en jufammem 
„23or meines Katers §aufe" fcfyreibt mir Liebe, „ftanb txn großer Sörunnentrog, burcfy 
weld;en jahraus jahrein ftareS Ouetlwaffer in reichlicher Sftenge ftrömte. £)ort ftellten fid) 
oiele 3a^re ^inburd) mit bem erften (Schnee regelmäßig ein ober jwei ^ßärcfyen SBergfteljen 
als Sintergäfte ein, ließen fid), o^ne bie geringfte Sd)eu p jetgen, oon meinem SSater mit 
flehten gteifd)ftüdc^en nnb frifd)em Käfe. füttern nnb Behielten and) wärenb ber größten 
Kälte ifyre 9ttunterfeit Bei. Wflan faty i^nen an, bafS fie gern nnter bem ißrunnentyäuScfyen 
anf bem trodenen nnb weniger falten §oljwerf fjerumfpajirten. Sie karteten gebnlbig, 
Bio bie 9ftagb Ibfatlwaffer aus ber Kücfye in bie ®offe fluttete, nnb unterfucfytert bann 
ben 3n1j>alt beSfelben anf baS genauefte. 2)abei beobachtete icfy, bafS fie in (Ermangelung 
oon gleifcf)* nnb gettftüdd)en oorjugSWetfe Karto ff elf d)aten fyeroorfucfyten. Saren (Schalen 
oon gefönten Kartoffeln troden herausgeworfen, was öfter ber tyungemben (Sperlinge nnb 
(Mbammer wegen gefd)al), bann tmgen bie 23ergfteljen bie Schalen erft in baS aus bem 
£roge aBriefelnbe Saffer nnb fugten nunmehr bie an^ängenben, na^aften, me^altigen 
35rödd)en abjutöfen." 3m Käfige laffen ficfy biefe (Steljen fcfywerer eingewöhnen als bie 
üBrigen, welche fid) ofjne Umftänbe in bie ®efangenfcfyaft fügen nnb Bei ^ad)tigattenfutter 
leidet nnb oortrefflicfy galten, oorauSgef t%t , bafS man baS gutter reicfylid) mit 21meifen* 
puppen befcfyidt, nnb es ben Vögeln au$ an Mehlwürmern nicfyt fehlen täfft. Öefetere 
freffen fie außerorbentltd) gern nnb in einer ju ifyrer ®röße fanm im $erl?ättniS fte^enben 
Stenge, gein gefyadteS gleifcfy nnb gnter Onarf erfe^en ü?nen übrigens anf längere $eit 
2lmeifenpuppen nnb Kerbtiere; jebod) tragen bie letzteren, wie ®irtanner fe^r richtig be* 
merft, wef entließ jur (Erreichung eines wirfliefy munteren nnb natürlich regen, alfo nicfyt 
allein füllen ©efangenlebenS Bei 3 to ^f^ en re S ejtt utt ^ fttöem Leben gefangener $ogel Befte^t 
aBer ein fo er^eBlid)er Unterfct)ib, bafS man alles tnn foHte, um erftereS möglich p machen. 
Darreichung oerfd>ibener Lederbiffen trägt ^ierju unzweifelhaft baS meifte Bei 

Sd)on 35ater 23ed;ftein erwähnt, bafS er Beftänbig eine iöacfyftelje unter feinen 
Stubenoögetn §aU. „Senn Ottönd), 231aufet)tdj>en, Lerd?e nnb §änfling pfeifen, „fagt er" 
fo ift eS, als wenn fie bie 511tftimme ba^u fange." TOt ^Rec^t Bemerft ber erfahrene 
gorfc^er, bafS ntc^t allein gärBung, ßterlic^feit nnb öeBenbigfeit, fonbern auefy ber ®efang 
feines Sßec^felS ^alBer, nnb toeil er baS gan^e 3a^r ^inburc^ ^örBar toirb, bie ißac^ftel^e 
empfehlen. 3c^ ^aBe ftetS bie Bei uns oorfommenben Wirten im glnggebauer gehalten nnb 
jätyle fie unbebingt p meinen Lieblingen. 3m Käfige nehmen fie ftcfy ebenfalls red?t gut 
aus, verlangen aber eine befonoere (Einrichtung beSfelben. !Der Stel^enbauer mufS niebrig, 
lang nnb tief fein nnb barf in ber ^itte nur ein einiges Spring^olj ^aben ; 75 cm - Länge, 
30 cm - ^iefe nnb" 25 cm - §ö^e bürften bie paffenbften Wio$t eines folgen Bauers fein; einige 
Steine, auf toelcfye bie Steljen ppfen fönnen, finb ifjmen ioiHfommen. Sperrt man fie in 
einen anberen 23aucr, fo lj>at man ju gewärtigen, bafS fie fid) i^re Sc^toanjfebern, welche 
außerorbentlic^ leicht abbreeben, oerftümmeln nnb babwefy nnfe^einbar werben; in einem 
iöauer oon ben angegebenen SJttaßen nnb ber oorgefc^riebenen (Einrichtung aber erhalten fie 
fieb Oortrefflic^. „£)ie ^öac^fteljen", fagt %uht fe^r rid;tig, „galten fic^ Weit leichter, als eS bei 
einem faft anSf cfytießtid>en Kerbtierfreffer ben Slnfc^ein §al . Sc^on oor bielen 3afyren f?atte 
tc^ bie S3eobad;tung gemalt, bafS unter all ben tobeSmatten nnb fterbenben 25ögeln, welche 
ber 9lad)winter überrafc^t ^atte, nnb welche mir in großer 51nja^l eingelifert würben, 
gerabe bie iöac^fteljen mit §ilfe auSgebrüdter 9[Re^lwürmer nnb eines Tropfens Rotwein 
noc^) am elften gerettet werben fonnten. (Ein TOnnc^en, welches fc^on bie Kraft jum 
gliegen nnb Laufen oerloren ^atte, würgte, nad)bem es burc^) ben Sein geftärft ein wenig 



©teilen. 



201 



gefd;lafen, mit Wfltyt feine pfammengebalfte §autftüdd;en , toa^rfdjeinlid; abgeftoßene 
(Schleimhäute beS Kropfes, l;erauS, unb genafj bann fo fdmell, bafs eS fcfyon nad) brei 
£agen ooHfommen gefunb toar. 3$ ^ielt baS Sterben über ^toei 3a^jre im Käfige nnb ße| 
eS bann frei 

„ Slugerorbentlid) $a$m nnb liebenStoürbig werben jung aufgewogene ©teilen. Sie 
laffen ftd) mit hemmet nnb yjlxtfy, Guar! nnb Slmeifenpuppen fetyr leidet erhalten, leidster 
als bie anbeten 33ern>anbten, nnb finb bann mit einem gutter pfrieben, toetd)eS in Guar! 
ober getyadtem gleite, gemifcfyt mit SemmelgrieS ober geriebner gefoebter Kartoffel, befielt, 
toenn fte nur fyier nnb ba einmal 9ftel)ltoürmer ober bergleid)en erhalten. @e^r nottoenbig 
ift u)nen aber täglich ein 23ab. Wlan gctoöljmt fte leidet baran, bafs fte jeittoeilig ifyren 
$äftg oerlaffen, nm ftd? einmal auSpfliegen, in ber Stube uml;erprennen nnb ein 23ab 
p nehmen, £)a fte babei anf bem gufjboben bleiben, befcfymu^en fte bie Stubengeräte ntcfyt, 
empfehlen ftd) batyer and) burd) il)re 9?einli$fett. £)ieS gilt für alle einfyeimifcfyen Wirten; 
benn felbft bie fonft ettoaS gütigen 33ergftclsen laffen ftd) als ^fteftoögel ebenfo leicht auf* 
Sieben toie bie 23ad)fteiäen, galten ftd) bann im Käfige aud) fcl)r gut, manfern leicht nnb 
erhalten biefelbe gärbung toie im greien, nur bafs baS ®elb ein bläff eres ift als t)ier. 

f ß<§ erhielt einft §tr>et Hefter toll faft flügger 23ad;ftelsen, toelcfye in ^oljüaftern geftanben 
Ratten nnb bei ber Slbfu^r ber lederen ^erftört toerben mufften. 511s id) nad? ettoa brei 
2Bocfyen bie gierten bis auf $toei hinaustrug, um Üjmen bie grei^eit p geben, toollten fte 
nid)t oon mir laffen. Sie flogen mir nad), festen ftcfy auf bie Schulter unb auf bie §anb, 
fingen oon l)ier aus nad) einer gliege ober nad) einem $äfer, toelcfyer über ben 28eg lief, unb 
!amen immer totber prüd p mir, bis id) enblicfy, bamit fte fid) oon mir trennen mufften, 
burd) ein gi$tenbidid)t frod). 3ene §tDet, toeld)e id) prüdbetyalten, toaren ein ^är^en. Sie 
^aben fic^> ^toar nid)t gebart, blieben aber bis p ü)rem £obe liebe unb anfängliche Stuben* 
genoffen. @tn liebliches Scfyaufpiel getoärten fte , toenn fte bei ifyren alltäglichen 21uSpgen, 
nac^bem bie fcom 33abe naffen gebern getrodnet unb georbnet toaren, nad? 3ftel)ln)ürmern 
lüftern auf bie §anb flogen unb bort tro^ ber SSetoegung beim ®e!)en ober Si^en, mit 
§ilfe beS ftrippenben Sd)tt>anseS auf il)ren Steigernden bie äierüd)ftcn $unftftüdcfyen aus* 
führten, um ftd) im ®leicfygeürid)te p erhalten. £)aS UBeibd)en lebte ad)t, baS 3Hännd>en 
neun 3al)re. 3d) bin überzeugt, bafs man ioenigftenS auf bem £anbc bie ©teilen pm (Sin* 
unb ausfliegen getoöljmen nnb bann aud) beranlaffen !ann, in ber @tube unter bem 6c^u^c 
beS 3ttenfd)en p niften; boc^ fyaU ify leiber noc^ feine batjrin ^ielenbe 33erfud)e gemacht." 

®ir tanner empftp, toomöglic^ bie alten SSögel am 3^efte ju fangen unb fie mit 
ben Zungen in ben $äfig p" bringen, toeil jene auc^) §ter i^ren (Hternpflicfyten o^ne ioeitereS 
ioillig genügen. , f @inb bie jungen fc^on jiemlic^ ^erangetoac^fen, fo braucht man nur ein 
Sftafenftüdcfyen in eine dät beS Käfigs ju legen, um bie 5llten ju oeranlaffen, bie ^inber* 
fd)ar bort unterzubringen unb förmlich auf biefer ©teöe p bannen." 

2BaS für bie iBa^ftel^en gilt, läfft ftd) oon atim übrigen beutfcfyen unb ebenfo oon 
ben auSlänbifcfyen Wirten fagen. Ü)ie ©ngetoö^nung ber einen unb anberen 51rt verlangt 
einige Sorgfalt; ^at man bie befangenen aber einmal an baS gutter gebraut, fo jeigen 
fte ftcb, balb in i^rer ganzen ?lnmut unb SiebenSioürbigleit , legen alle (2d;eu ab unb ent^ 
pden 3ebermann. @(^af* unb in nod) ^ö^erem ®rabe ißergfteljen gehören unbedingt p 
ben fc^önften unb sierlidtften ©tubengenoffen , toeld)e man ftd) überhaupt ertoä^len fann, 
nnb icfy ftnbe es gerabep unbegreifli^, bafs man biefe rei^enben 23ögel fo feiten ^ält. 3luf 
auSgefuc^ten DfyrenfcfymauS barf man freiließ nic^t rennen; ber ®efang ift aber immerhin 
befriebigenb , unb bie übrigen <5igenfd)aften erfe^en reid)lid; SSorpge, toeldje toeit beffere 
©änger oor ben ©teilen oorauS ^aben. greiltd^) gibt es in einem nid)t befonberS großen 
Käfige unter ben oerfc^ibenen ©tel^enarten bann unb ioann ©treit, unb namentlich bie ^3ac^= 



202 ©teilen. 

fielen föttncn e3 feiten unterlaffen, bie garten iBergftel^en &u uecten, saufen fte jutDeüen fogar 
rectyt tüd;ttg ; in einem größeren gluggebauer, in toelcfyem eine Art ber anbeten au3toeid)en 
fann, bemerft man jebodj baoon toenig ober nichts. SDftt Pipern aller Arten, «Stranbläufera, 
flehten Regenpfeifern unb anberen l)armIofen 23obenotfgeln bertragen \ty bte ©teljeit oor* 
trefflich „3n ber erften $eit it)re6 Aufenthaltes im gluggebauer", bemerft (SHrtanner 
fel}r richtig, „fürchten fte fiel) jroar in ber Regel oor anberen $erbtierfreffern, nnb man mufö 
bann naebfe^en, ob fie am gutternapfe ^u i^rem Rect)te fommen, it)nen and; lieber mehrere 
s JMpfe mit ^al)rung nnb ©etränf an oerfcfyibenen (Stellen oorfe^en; I)aben fte ftet) aber 
eingeioö^nt, fo Riffen fie fid) fd;on fetbft it)re (Stellung 51t toat)ren/ # ' 3$ t)alte bie ©teilen 
unter ben obengenannten 23obenbögeln nnb l)oc^fliegenben tobtierfreffem aller Arten, %ux 
greube jebeS finnigen 23ogelfreunbe3 ; berat bie fo gemij d)te nnb bod) verträgliche ®efellfd)aft 
feffelt 3ebermanm 

©erabe^u pradjtoolle 2Sögel muffen bie (Sd)toalbenfteljen fein, toeld)e fid) oorau3fid)tlid> 
ebenfo leidet galten Haffen tote it)re 2krtoanbten , nnb bafS bie £>roff elfteren t}öe^ft jierliet)e 
23ögel fütb, baoon Ijabe id) mid; im £onboner Tiergarten jur (genüge überzeugt. §ier t;at 
man für ein $ärct)en biefer Art einen großen, mit tiefem SBafferbeden oerfet)enen $äftg l)er= 
gerichtet, in toeld)em bie Lieblinge ber auftralifd)en Anfibler mit ©Soögeln, @umpf* nnb 
Safferläufern leben: ein entpdenber Anblid! 



Jtfjier* 



3n ®eftalt unb 2Befen, nicfyt aber and) in ber gärbung ben (Stellen »ertoanbt, bilben 
bie ^iper eine tool umgrenzte (Gruppe, bereu leunjei^en p fud)en finb in bem geftredten, 
geraben, pfriemenförmigen, oor ber ©ptfee laum bemerfbar eiugelerbten ©dmabel, ben t)oct> 
läufigen, bünnjet)igen gügen, ber großen, meift fporeuartig oerlängerten £)aumenfralle, ben 
Siemlicl) laugen, pgef^ten gtügeln, nuter bereu ©dringen bie britte unb oierte bie 
läugften finb, bem mäjSglangen, fcfymalfebrigen, fd>toad? auSgefdmtttenen ©cfytoanse, ben langen 
oberen <Sd)toansbedfebern unb bem berben, lerd;enartig gewidmeten ®efieber. 

860. £er Sßafferjrijjer, 2öaffer= p @umpf- unb äftorlercfye iL, Anthus (Alauda) aquaticus, Bechst., 

(spinoletta, montanus, orientalis, Coutellii, orientalis, testacea, Blackistoni). — 23ergL: Naumann, 
33. 2). III, 789. — (große be3 ©betfinfen; Dberfopf, 9?aden, ©cfyläfe unb Ojrgegettb braungrait, übrige 
Oberfette otioengraubraun, auf bem SSür^el lebhafter; ein ©treifen über $üget ux & ^ u 9 e bt§ S um $fta(fen, 
$orberbacfen, linn nnb bie Unterteile roftwetßlicf), £ef)ie, tropf, 23ruft = unb ^aföfetten jatt fCcifd&rot öer= 
foafrfiett , im grü^ja^re befonber§ lebhaft, 55aud^ unb (gcfjenfelfeiten it>ei^ mit oüöenbraunen ©d^aftfteden, 
untere ©tfjtoattjbecfett weiß; ©cbiütngen bunfetbraun, außen fa^braun geranbet, 2trmf(f)tt)tngen = unb 
größte ©berbeeffebern am ©übe fetter gefäumt, tooburt^ jtoci Ouerbinben entfielen; ©djmansfebern bräuntieb- 
fc^tt)arj, bte betben mittelen £>eEer unb außen fafyC gefäumt, äußerfte außen unb fdjtef am ©nbe ber 
^nnenfa^ne weiß, gtoeite innen mit toeißem @!pti2enfd)aftfteci ^rt§ bunletbrann, @c^nabet ^ornfd^toarg, 
Unterfc^nabet ^orngelb, ^üße fcfiwarj. — 2Betb$en ebenfo nur matter, bte 93orbertette minber lebhaft 
fletfc^rötric^ gefärbt. $m Sinterlteibe i(t bie Unterfeite roftgelbtt^weiß, auf Äc^tc ' ttnb Äro^f bunlet geffetft. 
SSewol^nt bie Gebirge Rittet * unb ©übeuropaS ; im hinter tleinafien, ^paläftina unb ^orbafrifa unb 
oerbrettet ftdj nad^ Often ^in bt§ e^ina. 

861. 2)cr ^trattb = Ober UferjritJev, A. (AI.) obscurus, Penn., (petrosa, rupestris, littoralis, 
immutabilis). — 33ergt: Naumann, 35. 2). XIII, 108. — ©röße unb aHgcmcmc fyärbung wie beim 
SBafferpiper; bie £>berfette jeboc^ buntter unb mit einem grünlid^otiüenbraunen Sone, bte SBorberf eite jninber 
lebhaft ftetfdirottid), ba§ Söeiß an ber ^nnenfabue ber beiben äußeren ©djwattafebern nie rein, fonbern (tet§ 
f(f)mut c ügbräunticf)Weiß getrübt. — SBttttcrflcib bi§ auf ba§ tc^terwä^tttc üKcrlntat mit bem be3 2öaffer- 
piper§ faft gän^lid? übereinftimmenb. 

3)er ©tranbpiper üertritt ben SBafferpiper im Sorben (Suropa§, !ommt auf bem SSinter^uge in ®eutfcf)= 
iattb unb s Dcitteteuropa oor, finbet fid) aber aud) in ^nbien. 



$iper. 



203 



862. $er SBrnWtjHjjer, A. (AI.) ludovicianus, Oml., (rubra, peimsylvaiiica, pipiens, rubens). — 
% 33.: Naumann, XIII, (9?ad)träge oon SBtaftuS) 111. ~ SDcm äßafferpiper fefyr äfynlidr, bie Ober- 
fette jebod) bunfetotioenbraun, unb baS iSSetß an ber gnnenfafyne ber äußerften ©d)toanafebew ftetS mel 
Wetter gegen bie Surfet ^in ausgebreitet, auf ber feiten ebenfalls ein größerer, über betbe ^afynen reidienber 
Qmbffed, ttnb aud) bie britte ©djtoangfeber mit toeißer ©pi£e; im (Sommer tefjte uub SBruft braun- 
rötlid), auf ber topfgegenb bunfet geftedt; im hinter bie Unterfette roftgetbrötticfy ber tropf bietet bunfet- 
gefledt, unb Dom »ubtoinfet ^erab ein aus bunften Rieden gebilbeter SBartftreifen. 

2)er 23raunpiper oertritt unferen Safferpiper in ben Vereinigten ©taten unb im Sorben StmeritaS 
bi§ gur 33e^ringSftraße hinauf, sie§t im SSinter bis äRejtfo £>htab unb fiat fid) als ^rrgaft toibetf)ott in (Sng- 
taub unb auf §elgotanb gegeigt. 

863. £>er Söief en^i|3er , Steht- taut-, ©rillen-, 3t»ttfd^- unb gipplerdie, Ziffer, Sfferling, psper- 
ling, tirer, ©reinoögetd)en, 3)iefter ober §iefter, A. (AI., Leimoniptera) pratensis, L., (sepiaria, tris- 
tis). — Vergl.: Naumann, V. 3). III, 774. — Sinfefyntid) Keiner als ber SBafferptper; Oberfeite otioen- 
gelbbraun, fcfytoad) otioengrün angeflogen mit bunfetbraunen oertoafcfyenen ©djaftfteden, SBürjel lebhafter unb 
me^r einfarbig, Stugenftreifen, Vaden unb Unterteile gart roftgetbtid), an ben leiten ettoaS bunfter unb 
fjier »ic auf topf unb Stuft mit breiten braunfditoarjen ©cfyaftftricfyen gegeic^net, ©trid) unter bem Singe 
unb Söartftretfen bis auf bie £alSfeiten braunfditoarg ; ©dringen unb ©teuerfebern bunfet otioenbraun, 
äugen olioengetbbräunticfy, am @nbe ber Slrmbeden tote bie größten ^lügetbedfebern fetter gefäumt, tooburd) 
gtoei unbeuttidje Ouerbinben entfteben; äußerfte @d)toangfeber außen toeiß mit trübem ©nbteite, innen in 
ber ©nbfyätfte fd^ief toeiß, jtoette $eber innen mit toeißem (Snbe. QriS tiefbraun, Schnabel f)owbraun, 
Unterf d)nabet fetter, fjfijje rötlid^ornfarben. — Söeibdjen nidjt oerfd)iben. 

33etoof)nt ©uropa bis nadj ^cortoegen unb ^Stanb hinauf fotoie baS toefttid)e Slften unb jteljt im 
Sinter in Stfrifa bis Slbeffinien ^inab. 

864. $er 9tötftfjldjettt)Ujer, A. (Mot.) cervinus, Pall., (rosaceus, rufosuperciliaris, rufogularis, 
ruficollis, japonicus, termophilus , montan ellus , Cecillii). — St. 23.: Naumann, 33. 2). (Wad&tr. oon 
SBlafiuS) XIII, 97. — 2)em Söiefenpiper in ber ®röße gleich unb fetyr ä^nlidr, Stugenftreifen, topf- 
unb £>alSfeiten, $inn, Äebje unb topf febön einfarbig roftffeifc^röttid) , bie bunften ©diaftfteden an 33aud)- 
unb ©dienfelfeiten fleiner, bie beiben ^tügetquerbinben fetter unb beutlicfyer als beim Stefenpiper. — %m 
hinter- unb ^ugenbf leibe fefylt baS $teifd)rot auf ßefyte unb topf, unb bann finb bie motteten- 
piper oon ben Siefenpipern faum gu untertreiben. 

3Me Verbreitung ber Strt ift eigentümlich. SBrutüoget im E>ot)ert Sorben ©uropaS bi§ Sapplanb unb 
ginnmarfen, in STfien bis f amfc|atta unb ebenfo im ^imalapa, ift ber föotfefyldienpiper aud) in ^orbafrila 
©tanboogel unb oerbreitet fid^ in ben ^iEänbern bis Ibeffinien, in Stfien bis @iam, ^apan unb auf bie 
WloWim. 

865. 2)er S3rtitmj3iper, Pp-, @pie|3-, @pi^-, ©arten-, S3aum-, §olg- unb S3ufd)Ierd)e, Sein-, 53rein-, 
(Stoppet- ober ©cfymatoogel, ©töpling, A. (AI., Mot, Pipastes, Denthronanthus) arooreus, Bechst., 
(trivialis, spipola). — SSergt: Naumann, 33. 3). III, 758. — ©ttoaS größer als ber Siefenptper, oon 
ifim burd) ben fanget beS grünltctiolioenfarbenen ©dieineS ber Oberfeite unb ben fürgeren, toeit ftärfer 
gelrümmten 9^agel ber ^interje^e feidjt ju unterfd)eiben ; Oberfeite olioettgelbbraun mit breiten bunlet- 
brauneu ©cbaftfteden, 53ür^el unb obere @d)toanäbeden einfarbig, Slugenbrauenftretfen , Kadett, Unterteile 
nebft unteren glügelbeden roftbräunlid), Bügel, Oberfe^e, ©ruft unb ©auc^mitte, Slftergegeub uub untere 
(gc^toangbeden toeiß, äußerfte fatoac^ roftgelblid) ange^aud)t, ^ropf- unb ©ruftfeiten mit fdjarf auSgefproc^enen 
fc^toarjen ©c^aftfteden, ein unterbrochener SSartftreifen oom HJJunbtoint'el ^erab ebenfo, 25attd)- unb @d)enlet- 
feiten mit einzelnen fdimalen unb bunlten ©d)aftftrid)en ; ©c^toingen unb ©djtoan^febern bunfelotioenbräuntid), 
fc^mal fahlbraun gefäumt, 2)eden ber Slrmfdjtoingen unb größte obere ^lügetbeden am (£nbe fa^ltoeißticb 
geranbet, tooburdj ^toei ^eöe Ouerbinben eittfte^en; äußerfte @d)toan§febern außen unb am (£nbe ber^nnen- 
fa^ne toeiß, ettoaS getrübt, bie jtoetten innen mit weißen ©pi^enfteden. ^riS tiefbraun, ©dmabel braun- 
fc^toärälic^, Unterfc^nabel ^eßer, güße fteifc^farben. — Seibc^en ettoaS trüber gefärbt. — 2)aS ^erbft- 
Iletb otel buntler als baS ^ri^lingSlteib. — ^unge SSögel oberfeitS lebhafter gefärbt mit größereu, 
fc^ärfer auSgefprodjenen ©c^aftfteden. 

f^inbet ftc^ in ganj Europa, bem toeftlidien Slfien unb ben §imalat)alänbern unb ge^t auf bem SBtnter- 
juge bis Slbeffinien unb auf bie äUolulfen. 

866. $er glittf^iper, A. (Pipastes) ag-ilis, Frankl., (maculatus, brevirostris). — St. SB.: ger- 
ben, B. of Ind. II, 228. — 2)em ©aumpiper fefjr äfynlid) aber ettoaS tleiner; bie Oberfeite mit olioen- 
grünbräunltc^em Slnftuge, oline beutttd)e bunfle ©djaftfleden auf kantet unb ©futtern, tropf - unb ©ruft- 



204 ® te ^en. 

feiten fiärt'er geftecft; bte £>anbfdjtoingen oon ber gtoeiten au fdjmat aber beutttd) otioengefb, bie - ©cfytoan^ 
febern Bretter roftotiüengetb gefäumt. 

Sertritt unferen 35aumpiper im größten Seite üott Mittel * unb ©übafteu, too er oon Slfgantftan bt£ 
gapan, fübtid) bi§ £ainan unb $ormofa oorfommt. 

867. $)tx VSuWptyn, A. Eaalteni, Temm., (leucophrys). — 2t. 33.: ftiitfd) u. |>arttaub, 
23ög. Oftafr. 274. — ®röße be§ 58aumpiper§, ©djnabet jebod) langer unb fräftiger; oom genannten in ber 
Färbung faft nur bitrdj bie breiteren bunften ©c^aftftecfen ber Oberfeite *mb ben langen reiften %hd auf 
ber $nnenfafme ber jwcttcti ©djtoan^feber unterfcfyiben. 

Über ©üb = unb Oftafrifa verbreitet. 

868. $er £riftytyer, A. Chii, Yieill. — SL 23.: feiwteb, Beiträge III, 631. — 2(§nUdb bem 
23aumpiper aber öicX Keiner; bie Oberfeite mit fd)ärfer auSgefprodjenen bunften ©djaftfteden , ba§ SBetß 
an ben beiben äußeren ©d)toan£febera oief tueiter gegen bie SBur^ef Ijinauffteigenb, bie Unterfeite einfarbig 
roftgetbfidjtoeiß, nur, auf bem tropfe mit fd)toadjen bunften ©d)aftftrid)cu. 

(Smter ber gemeinften *ßiper ©üboftamerifa§, nörbtidj bi§ -mm Stmagonenftrome oerbreitet. 

869. £er S3?ad)t)iJ)er , Sradjterdje , ©toppetüoget it., A. (AI., Agrodroma) campestris , Briss., 

(mosellana, rufescens, rufus). — SSergt.: Naumann, 93. SD. III, 745. — ®röße be§ Gsbetfinfen; Oberfeite 
fjcttofioenerbbraun , auf bem Oberfopfe mit oertoafcfyenen bunletbraunen ©djaftfteden, tüetd^e auf §inter= 
fialä unb Hantel faum nod} bemerkbar finb, Btyd, Slugenftreifen, (Schläfe unb bie gan^e Unterfeite roft= 
getbfid) toeiß, tropfe unb täng3 ber ©eiten eth>a§ lebhafter , ein 3Sartftreifen öom üDhmbnunfet bi§ unter bie 
Otjrgegenb fdjtoärgtid), ein jtocitcr bon ber SBurget be§ Unterfd)nabet§ fidj ^erab^ie^enber unbeutfid}, tropf 
mit einigen fdjmatett bunften ©djaftftridjeu gewidmet; ©d)tomgen bunfetotioenbraun, bie ber §anb fcfrmat, 
bie be§ 3lrme§ unb bereu SDedfebern breit roftgetbbräuntidj, bie größten oberen 2)e<f febern am @nbe ebenfo 
gefärbt, tooburd) eine fd)iefe, ^etteOuerbinbe entftebt; ©ditoan^febern fdjtoargbraun mit fdjmafot fahlbraunen 
Slußenfäumen, äußerfte geb'er an ber Slußenfa^ne unb innen faft bi3 ^ur £>ätfte herauf toeiß, jart if abetf 
getrübt, gtoeite $eber , außen unb innen im ©nbteife täng§ bem ©djafte ifabelftoeißtidj. $ri3 tiefbraun, 
©d)nabet fjornbraun, SBurjefljfftfte be§ Unterf$nabet3 fetter, $üße ^orngefb. — SBeibdjen gteid), nur 
ettoa§ btäffer gefärbt. — 3)a§ §erbftftetb bunffer af§ ba§ $rm)jafyr3fteib. — $unge Sog er überfein 
bunfter unb mit fetteren ^eberränbern aU bie alten, §al§feiten unb tropf mit gafylreidjen bunKen ©c^aft= 
fielen. 

ü&ftt 3lu§na^me üon ©roßbrittannien verbreitet fid) ber S3rad^piper über ben größten Seit, inäbefonbere 
ben ©üben @uropa§, nac^ Sorben ^in bi§ in ba§ füblidje ©d^toeben öort'ommenb, ftnbct ftcr) aber außerbem 
in 9^orbafri!a unb ^nbien unb n?anbert im SSinter bi§ jum SBeißen fjfttffe nad^ ©üben l^inab. 

870. 2>er ßerr^Cll^er, A. (AI.) ^ovae-Zealandiae, OmL, (littorea) — Sergt.: ^orfter, 
Descr. anim. 1844. @. 90. — ©röße be§ 53rad^piper§ ; Färbung biefem äfmlid), Oberfeite jeboc^ bunKer, 
bie Gebern roftgetbtiö^fa^t gefäumt, Unterfeite toeißtict), Äeljte unb tropf mit ja^trctien mattfö^toarsen 
fjtctfcn, üa% SBeiß auf ben beiben äußeren ©d)tt)an^febern toeiter au§gebe^nt unb reiner atö beim Sraö^piper. 

©er £erd)enpiper gehört ^eu=@eetanb an. 

871. £er SlöteHJt^er, A. (Cichlops, Corydalla) malayanus, Eyton, (euonyx, rufulus, Horsfieldi, 
ubiquitarius, fortipes). — 5t. 33.: $erbon, B. oflnd. II, 232. — ©röße be§ 33aumpiper§; in ber pr= 
bung bem 23rad)piper ä^ntic^, bie Oberfeite me^r roftbräuntic^ mit öertoafd^enen bunften ©c^aftfteöfen, 
bie Unterfeite roftgetbröttidE) , auf bem tropfe §al^treicr)e üermafd^ene bunlte ©c^aftfled^en. 

Über ben größten Seit $nbien§ oerbreitet, nörbtid^ bi§ 9?epat, fübltcr) bi§ %atia reiö^enb. 

872. $et <®poreit|)i|Jer, A. (Corydalla) Richardi, Yieill., (longipes, macronyx, infuscala). — 
Skrgt.: Naumann, 3S. 5D. (9ta^tr. oon StaftuS) XIII, 94. — 9flerffi<$ größer atS ber 33rad)piper unb 
fefyr au^gegeic^net burd^ ben taugen, faft geraben @poren ber §interge^e; Oberfeite bunletbraun mit roft= 
getbbräuntiö^en ^eberränbern, toeXcr)e am breiteten unb teb^aftefteu auf ©cf^uttern unb kantet finb, bürget 
unb obere ©d)man3be(fen metir einfarbig rofigetbbraun; Büget, breiter 2tugen= unb ©ctitäfenftricf) roftgetbtid)= 
toeiß, ©eiten unb untere ^tügetbedfen beuttic^ roftgetbtic^, Obrgegenb ebenfo aber braun geftetft; oom 
9Jiunbe Ijerab ein au§ bunften ©ubfleden gebitbeter 33artftreifen, tropfe unb §at§feiten mit bunften ©cfyaft* 
fteöfen, ©c^enfetfeiten mit einjetnen fd^maten bunften ©c^aftftrid^en; ©d^ioingen bunfetotioenbraun , bie ber 
§anb außen fefjr fc^mat, bie be§ 2lrme3 breit roftgetbbräuntid^ geranbet, ebenfo bie 2)etfen ber Strmfd^toingen, 
toetd^e, wie bie größten oberen ^fügetbeöfen, am (Snbe »eiße Räuber ^aben, tooburct) jiret fiette Ouerbinben 
gebitbet toerben; ©c^n>angfebern bunfetotioenbraun, außen fd)mat roftfal^t gefäumt, äußerfte geber toeiß, 
SSur^etfiätfte ber ^nnenfafyne bunfef getrübt, bie fofgenben ©döman^febern mit attmäfid^) äune^menber roft* 
getbtid^en 5lußenfante. ^ri§ tiefbraun, Oberfdjnabel fjornbraun, Unterfc^nabet fetter, pße fteifdjfarben. — 



$iper. 



205 



2Beibd>en gleid) gefärbt. — Qfititgc S5i3geX auf feer Oberfeite mit f dentaleren, fctyärfer ausgekrochenen, 
fetteren $eberränbern, auf Bern topfe mit ftärferer gledung. 

, Setoo^nt üorjugSwcifc ©übeuropa, fommt aber aud) in bot tüftenlänbem ber 9?orbfee unb in ©nglanb 
oor, oerbreitet ftd) außerbem weit über Slften, öftlid) bis (££)ina nnb füblid) bi§ gum äußerften ©üben 8nbien§ 
üorbringenb. 

873. £er (Stmfettjjtyer, A. (Coryd.) sinensis, Bp., (striolatus, rufescens). — Sßergt.: $erbon, 
B. of Ind. II, 233. — $m allgemein enen wie ber ©porenpiper, and) mit ebenfo langem 2)aumennagel, 
aber anfelinltd) fleiner, l>öd)ften§ fo groß wie ber SBracfypiper; bie Oberfeite weit lebhafter roftgelbbrauu 
al§ beim ©porenpiper, bie Unterfeite, namentlich auf teilte, topf unb ©eiten, beuttici) roftgelbbräunlid), 
tropf mit wenig jablreic^en bunllen Rieden. 

SBemofmt ben größten Seil $nbien§ unb Q^ina§. 

Wlit ben Pipern fönnen foir bie ü)nen oertoanbten ®roßfpornpiper (Macronyx) 
vereinigen. @ie bilben in getotffem @inne SDftttetglieber atmfctyen Pipern nnb tocfyen nnb 
fenn^eidmen ftd? bur$ i^re bebeutenbe ®rtfße, gebrungene ®eftalt, broffelartigen, ftarfen, 
auf ber gtrfte getoötbten, fettßdj pf ammengebrücf ten , »or ber @£%e beuttiefy gef erbten 
(Schnabel, nngentein große lj>od;läuftge, fe^r grofeeljnge, mit langen Nägeln beerte güße, 
beren ipinter^e aud) oljme ©poren an Sänge toenig fyinter ber gußtour^el prüdfte^t, 
fnrje glügel, nnter beren (Scfytoingen bie vierte nnb fünfte bie tängften nnb beren Arm* 
f fingen ebenfotang toie bie §anbfd)tt>ingen finb, fur$en, fanft gernnbeten @d)tt>ans nnb 
oberfeits lerd?enartigeS, unterfeits lebhaft gelb ober rot gefärbtes ®efieber. 

874. £er äßadjtytyer , Macronyx (AI., Anth.) capensis, L., (capitis bonae spei). — SSergl.: 
Seoaillant, Ois. d'Afr. £ft. 195. — ®röße be§ ©tare3; Oberfeite olioenfapraun, Obertopf mit öer= 
»afebenen, Kautel unb ©cfyultern mit beutlidien breiten olioenbraunen ©djaftfteden, $ügel unb ein «Streifen 
bil über§ Sluge orange, ein großes fjelb auf Sinn unb tefyle brennenb orangemenigrot, ringsum fd^toarj 
eingefafft, Unterfeite orange, topf unb ©eiten olioenerbbräunltdj , untere ©dJtoanj* unb ^lügelbeden »eiß, 
§anbranb unb bie. ©nbfäume ber Keinen g-lügelbeden am SBuge orange; ©dringen bunlelolioenbraun, bie 
erfte £>anbfdnmnge tt>eiß, bie übrigen außen formal orangebräunlicfy , Slrmfc^ioingen unb beren 3)edfebern 
breit falpräunlid? geranbet, alle innen breit toeiß; ©djnxutj bunlelerbbraun , mit 2lu§na^me ber beiben 
mittetften Gebern mit toeißem ©übe, toeld)c§ auf ber äußerften $eber am breiteften ift. $ri3 tiefbraun, 
©c^nabel bunfeltjombraun, $üße fteifdjbräunlicb. — Seibcfyen minber lebhaft, junger SSogel büfter 
gefärbt, bie orangefarbenen Seile nod) wenig au3gefprocfyen unb fd)mu£ig. 

S3etoo^nt bie Gsbenen ©übafrilaS. 

875. $er ®rof5ft)0ntjrijjer , M. (AI., Anth.) erocens, Vieill., (flavigaster, fiaviventris , flavi- 
collis, striolatus). — Sergl.: $infdj unb £>artlaub, 95. Oftafr. ©. 276. — ©röße be§ ©teilen piper§; 
Oberfeite umberbraun mit roftfafjlbraunen ^eberrä'nbetn, welche am beutltc^ften auf Hantel unb ©c^ultern 
t)eroortreten, ein ©tretfen über bie fyeHen Qtytl unb ba§ 2luge forote bie gan^e Unterfeite ^oc^citrongelb, 
ein l»albmonbförmige§ S3anb oom SKuubtr-infet f)erab über ben tropf fd^^arj, topfmüte unb hk erbbräun= 
liefen ©eiten mit buntlen ©c^aftftridt)en, untere ©c^wansbedfebern in ber äöurgelfyälfte fc^toarjbraun; ©Urningen 
tiefbraun, §anbfdjn>ingen außen fc^mal gelb, Strntfdjtmngen unb obere glügelbeden breiter fahlbraun ge= 
raubet, bie ©nbfäume ber flehten SDedfeberu am S3uge Ijodt)citrongelb ; ©c^toanäfebern umberbraun, bie 
brei äußeren außen fet)r fc^mal gelb, bie übrigen bräunlidt) gefäumt, bie üier äußeren mit breitem, weißem 
©übe. $ri§ braun, ©c^nabel buntelljornbraun, Unterfc^nabel geller, ^üße Ijornbräunlic^. — äöeibcfyen 
gleich gefärbt. 

SD^tt 2lu§naf)me be§ Sorbens faft über gang 5lfri!a oerbreitet. 



X)ie tyxptx erinnern in ityrent äBefen nnb betragen ebenfo an bie «Stehen tote an bie 
£erdj>en, meinen oon beiben aber bnr^> beftimmte ©gentümticfyfeiten merlli^ ab. @ie bilben 
eine tool nmgren^te ®rn^e unb ^aben anßerorbentlic^) oiel gemeinf c^aftlic^e^ , fo oerfcfyiben 
anc^ bie Aufenthaltsorte finb, loelc^e fie betoo^nen, unb fo beftimntt fid? einzelne Arten »on 
einanber unterfd^eiben. 33on ber §% beö (^ebirgeö Bio pm a^ereSftranbe ^inab leben 
fie überall, bie einen als ecfyte (^ebirgSDögel noefy unmittelbar unter ber ©dmeegren^e, bie 
anberen als getbi)ögel auf trodenen, bürren, n>üften^aften @treden, toiber anbere ntinbeftenS 
größtenteils im ^urn^fe, 9J?orafte ober auf f endeten Siefeu, anbere enbli^ §tx>t[c^en gelfen 



206 &wm- 

am äteeSgeftabe. 3n ber Siegel [fliegt eine Art bie anbete au$; toärenb be3 3 u S e ^ 
aber lommen ^exfc^tbene $tyer anf benfetBen Öttlicfyfeiten oot, obgleich jebet aucfy bann 
nod) ben Bewegten (Mänben »treu Bleibt, 3Me [üblichen Sitten [feinen ©tanb* 
ober ©ttkfyoögel ju fein, nnfete nötbticfyen jie^en fämtlid); nnt einzelne oon itjmen aBet 
butd;toanbetn toette ©treden nnb oertoeiten ben größten £ett be3 3at>re3 in ber Sinter* 
l^erBerge, bic üBrigen neunten fold;e fcfyon im ©üben unfereS $atertanbe3, $Jdjftcn8 Bio 
s J2orbafrifa nnb Be^entlid) ©übcfyiua nnb Snbien reifenb, üertaffen bte £3rutgegenb fpät 
nnb M;ren fe^r früfoeitig prüd. £)a3 auftreten atlet $ipet ift ein t;öd)ft anfytecfyenbeS, 
jebe einzelne 23etoegung eBenfo Betyenb aU anmutig, bie Öodftimme fetyr üBeteinftimmenb, 
ber ®efang bei einzeln fogar recfyt gut, fein Sunber batyer, bafS ber SD^enfc^ fo äiemtid) 
alter Orten biefen Vögeln toolgefinnt ift nnb and; bie meiften oon itynen getn im Käfige 
l)ait nnb pflegt 

Unfet Safferpiper ift ein echter (SteBirgSboget nnb in ben Ebenen eigentlich nnt 
ein anf bem 3 u 3 e M einfteltenber ®aft (Siner bet fyäuftgften Afyenoögel, toelcfyem man 
anf ben fytytx gelegenen Seiben, anf ben ton toaffetfiu)tenben Üftnnfaten butefeogenen 
§atben nnb anbeten nnt bütftig mit ^flan^en Betoacfyfenen 23etgget)ängen fotoie an 2lfy* 
feen antrifft r fibett er fid; im 9JftttetgeBitge an folgen ©teilen als SÖtutooget an, 
toetcfye baS ($eptctge jener Atpenttiften tragen» demgemäß lebt er in £)cutfd;tanb eigene 
tid; nnr anf bem 9ftefengeBirge nnb bem ©d;n)arstoalbe , $ter toie ba in einem §öl;engürtet 
oon taufenb üXMern auftoättS; loo er aber auftritt, finbet er fid; regelmäßig ^treid;. Auf 
bem 3uge toäp er fic^> ftetS äfjnticfye Drttic^feiten ju jeittoeitigem Aufenthalte, im -ättittel* 
gebirge fcfynettftießenbe iBäcbe nnb ftarle Quelltoaffet, tcicfylid; oon Saffetläufen bureb^ogene 
Siefen u. f. to., meibet aber ben eigentlichen ©umpf eBenfo tüte baS gelb. Auf feine 
Sintetteife begibt er ftd) nicfyt oot ßnbe OtoBetS, oft etft im ^obembet, jte^t Bis Spanien, 
©atbinien nnb ^otbaftüa, oertoeitt fyier toärenb beS Sintert nnb ftettt fid; mit ber ©ebnee* 
fd^mel^e auf feinen 2Bo^nfi|en toiber ein. ©n^etne herbringen ben Sinter aud; toot Bei 
uns ju &anbe. Oft finbet er in feinen §öt)en nod; fo rauhes Setter oor, bafS er ftd; 
genötigt filjjt, einfttoeiten ettoaS in bie £iefe ^erabjurücfen ; fobalb aber bie griiI;lingSftürme 
einigermaßen fid; legen, fteigt er toiber empor unb fud;t fic^ nun an ben Saffertäufen feine 
9£al)rung, faft nad; Art ber ©teilen oon einem Steine jum anberen laufenb, fetd;teS Saffer 
burd).i)atenb, fo ivett t$m bie §ö^e feiner gußtour^etn erlaubt, unb bann unb toann einem 
leeren steine ^ufliegenb, um fcon biefem ^etab fein Sieb aorptragen. §utttg, getoanbt, 
liftig unb fc^eu toie alle ^et, fd;eint et in beftänbiget Unruhe unb ixUxaii unb nitgenbS 
§n fein, ttägt beSljjatb ioie butd; feine Stimme auc^ toefentlid; jut Belebung be3 ®ebitge^ 
bei 3m ginge untetf Reibet et ftd; ioenig bon feinen S5erö>anbten , ergebt fid) fetten ^oc^ 
nnb (tretet untet siemtiefy lebhaften ©c^toingenbejDegungen in «Schlangenlinien faft abfap^ 
toeife ba^in, bem 9J£enfd)en meift ängfttic^ au^toeic^enb, mit anbeten Vögeln bagegen getn' 
tyabetnb obet fid; nedenb. SDer ilmt innig oettoanbte ©ttaitb* obet Ufetpipet lebt 
toie et üorjugötüetfe auf gdfeu, abet nid;t allein auf bet §ö^e beö ®ebitge^, fonbetn, 
feinem tarnen ent|>ted;enb, aucl) unmittelbat am Sttete, iüobei fteitid; ju etn)ä^nen ift, bafö 
baö alpine (^eptäge bet ^oc^notbifd;en Öanbfc^aften meift Bis pm ©ee|>tege( t;etaB fid; 
Bemetltid) mac^t. -3m üBtigen gleicht bie ÖeBen^toeife unfereö 23ogetö bet feines SBertoanbten 
fo, bafS man Bis jefet einen toefenttic^en Untetfd;ib noc^> nic^t lennen getetnt $at. ©eine 
Sintetteife ttitt et ju betfetBen &it an toie bet Saffetpipet, ^ätt fidt) jebod) in bet §et* 
Betge eBenfallS oot^ugStoeife am (S»eftabe beS 9^eteS auf. Aucfy bet S3tannpipet fd)eint, 
nacb, ben 5lngaBen bet ametilanifd^en gotfd;et jn ntteiten, ein ecktet Saffetpipet ju fein 
unb fid) ^öcl)ftenS batin oon bet beutfe^en 2ltt ju untetfd)eiben , bafö et, toie (Soopet 
^etoot^eBt, im Sinter nic^t feiten in baS innere ber <&tätt ^ineinlommt. 









$ipet 207 

QRn burd?auS oerfdn'beueS &eben fütyrt ber Siefenpiper, für unS baS Urbilb ber 
(Gruppe, einer ber t;äuftgften 23ögel unfereS $atertanbeS unb {ebenfalls ber gemeinfte aller 
Bei uns oorfommenben ^iper. Unmittelbar nad) feiner 2Munft, im ^ärj ober fpäteftenS 
anfangt 2tprit, Be^ie^t er feine Brutorte, ©ümpfe unb Ottoräfte ober fumpfäfmticfye Siefen, 
ocrtoeilt auf irrten toärenb beS ganzen ©ommerS, als falber ©umpfoogel, toetcfyer oft 
mit ©umpffdmepfen ein unb baSfetbe ®ebiet betooljmt, ftcfy beneljmtenb , fliegt bann einzeln 
ober gefetlfcfyaftstoeife auf troctnere liefen unb felbft gelber/ finbet fiel) nad; 2lrt ber 
(geraffteren, mit Denen er überhaupt oiel ätjmticfyfeit tyat, fogar bei Sterben ein ober 
gefeilt ftcfy p ben getblercfyen, toirb mit einem Sorte ein oollftänbiger gelbooget, fammelt 
fid) immer metyr unb mefyr p größeren ©d)aren unb tritt enblid? feine Sinterreife an, 
toel$e iljm ettoa ebenfo toeit füfyrt toie ben Safferpiper unb feine $ertoanbten , obtool ein* 
Seine befonberS reifeluftige auefy auf '^gelegenen fumpftgen ©teilen SlbefftnienS gefnnben 
toerben, ®teid) ben weiften feiner 23ertoanbten meibet er toie in ber §eimat fo in ber grembe 
ben Salb, fefct fid? aud) Jj)ier nur auSna^mStoeife einmal auf ein^elfte^enbe Bäume, treibt 
fiel) oielmetyr immer unten auf bem Boben umfyer, faft mit ber gierlicfyfeit einer $inp 
ftel&e fiefy betoegenb, ^urtig burefy baS ®raS fdppfenb unb mit trippetnbem ®ange ah* 
fa^Stoeife auf trodnerem Boben batjnn rennenb, überrafd^t fofort in* fdn'efer 9ftd)tung unter 
Slu^ftogen feiner Öocfftimme bis p einer gegriffen Spofye auffteigenb, hierauf in fanften 
Bogenlinien, jebocfy unficfyer, piettb unb tyüpfenb, in gleicher §ö^e toegftiegenb unb bann 
toiber jäpngS pm Boben ^erabfinlenb. Dbtool gefelüger als oiele feiner $ertoanbten, 
lann auefy er baS Seelen unb §abern mit aubereu 3Sögeln tttc^t laffen, gerät felbft auger 
ber Brutzeit ptoeiten mit ©eineSgteid)en in ©treit, fo innig fonft ber 3ufammeni)ang einer 
größeren ®efettfd)aft p fein pflegt Der bem Siefenpiper innig oertoanbte 9?otf eichen* 
piper fü^rt toefentlicfy biefelbe &ebenStoeife toie jener, betoo^nt aud) fo siemltd? biefelben 
Örttidj>Mten, befugt jebod), nad) §euglin, ebenfo Brad)f eiber, Siefen, $ü)toeiben, unb felbft 
pftansentereS £anb, beifpietstoeife bie £)ünen beS 9ttereSftranbeS, Belegungen unb Sefen 
unterfertigen ü)n ntc^t erficfytlid) oon bem oorigen; toenigftenS ftnb unfere Beobachtungen 
noefy nicfyt fo toeit gebieten, um ettoanige Unterfdn'be feft p ftellen, 

£)aS gerabe (Gegenteil mufS oom Baumpiper gefagt toerben. ©einem tarnen ent= 
fprecfyenb bepl)t er unmittelbar naefy feiner Munft, @nbe Maxi ober anfangs 2tyril, Sal^ 
bungen, namentlich folc^e, toelc^e oiel Unter^olj unb 231öjsen ^aben, bie im (Gebirge benen 
ber (£bene oor^ie^eub, obgleich er aud) ^ier nic^t fep, feuchte ^egenben, ^öc^ftenö mit Wu^ 
nannte ber Salbungen beS Hochgebirges, aber meibenb* dx trifft ba^er aud? nur mit bem 
Bruc^= unb Safferptyer, nic^t aber mit bem Siefenpiper pfammen. Ibtoeic^enb oon bis 
jefct ertoä^nten SSertoaubten bäumt er oiel unb ^toar ebenfotool auf nieberen Bäumen toie 
auf ©träucfyew, toenbet fic^ auc^ regelmäßig bei $efaJj>r ben Bäumen p. 3n feinen Be^ 
toegungeu ähnelt er bem Safferpiper, ift jebod; minber unruhig unb gelaffener als biefer, 
ge^t toeniger fc^nell unb mel^r bebäc^tig, fliegt ä^nlic^ toie ber Siefenpiper pclenb unb 
unfic^er, toie. Naumann fagt, gleic^fam in großen, fc^nellen ©prüngen burc^ bie 8uft 
l)ü>fenb, obtool auc^ er im ©tanbe ift, größere ©treclen mit Seic^tigfeit p burc^meffen. 
luf Baumäften läuft er mel;r ber Sänge naety, als er oon einem 3 toe ^ e 5 U ^ näc^ften 
^ütoft, unb toenn es ifym barum p tun ift, oon einem 51fte auf einen aubereu p fommen, 
fliegt er lieber, als bafS er fiefy p toeiteren ©prüngen entfließt 21m Brutola^e too^nt 
ein ^ßärcfyen meift bic^t neben bem aubereu, unb eS fityt fe^r Imbfd) aus, ein ^ännc^en um 
baS anbere fingenb emporfteigen unb mit gebreiteten glügeln langfam toiber nad; unten, 
meift einem tieferen Bufd)e p fcfytoeben p fel;en. 9?acl) oollenbetem Brutgefc^äfte befugt 
auc^ er gelber unb Siefen, jebocB mögticfyft folc^e, toelc^e in ber 9täf>e oon Salbungen 
liegen. ü)er glinltoitoer fd;eint i^n uac^ ben Angaben 3erbonS pmlic^) oollftänbig 



208 * ^ te feett. 

p oertreten unb im öffentlichen metyr ober weniger biefelbe Öeben6tt>etfe p fügten, toobet 
freiließ bemerlt werben mufs, bafS bie inbifcfyen gorfdj>er ityn nur in feiner Sintertyerberge, 
nicfyt aber am iörutpla^e beobachten formten. Übet 25ufct)* unb £riftpiper finb bie 
Angaben nod) fo bürftig, bafS toir pr gett ntd^t fagen lönnen, ob unb inwiefern fie fiel) 
oon einem unferen beutfd)en Wirten nnterf Reiben; bie wenigen mir befemnten Mitteilungen 
bieten nur altgemeines. 

©er 23rad))Hper erfct)eint (£nbe Aprils ober anfangt üDM am iöruttota^e unb oer* 
läfft biefen fd)on im «September toiber. §ier tote in ber Sintert)erberge toät)tt er fid) pm 
Aufenthalte auSfcfytiepci) trodene gelber, oerbtent alfo feinen tarnen ebenfalls mit SRecfyt. 
^atbroüfte ®egenben, toeite 25ract)en, Serben, ber OftittagSfonne ausgefegte, laum ober bod; 
nur fer)r bünn beftanbenc ($et;änge, große, freie ©daläge in Salbungen unb äbnttd)e Ort* 
ltd)leiten bilben feinen Aufenthalt; benn er liebt, toie Naumann fd)reibt, „unfrud;tbaren, 
yiim ®etretbebau untauglichen iöoben unb t)afft bagegen alles fruchtbare &mb, fo bafS er 
felbft auf feinen Reifen, toenn er gelungen ift, in fruchtbaren gelbern fiel) nieberplaffen, 
allemal r)ier bie bürrften ©teilen auffucfyt." Sie bie meifteu ©attungSoerroanbten ein SBo* 
benoogel, entfdjliefjt. er fid) nur feiten p bäumen unb toät}tt aud) bann-meift bie ©pi^en 
niebriger S3üfd^c p zeitweiligem 9tut)efi£e, t)ält feine ^act)trul)e aber immer auf bem 23oben. 
3n feinem Sefen, (Gebaren unb iöetoegungen ähnelt er met)r einer 8erct)e als einer 23ad^ 
ftelje, läuft außerorbentlid; fcfynetl, trägt fiel) babei roagered)t unb belegt ben ©d)roanz lang* 
f am auf unb ab , erfteigt bann unb roann eine ©d)olfe ober • fonftigen roenig erhabenen 
®egenftanb, bleibt t)ier einen Augenblid fitzen unb läuft hierauf toeiter, immer unruhig 
unb rafttoS fein oerfyättniSmäßig großes (Gebiet burd)ftreifenb. ©ein ging gefd)it)t in einem 
auf* unb abfteigenben 23ogen unb bebeutenb fctynelter als ber ber oertoanbten beutfdjen 
Arten, bereu gtugfünfte baS 9ftännd)en am 33rutorte übrigens ebenfalls ausführt 
8erd?en=, SRötel* unb ©treifenpiper f feinen in ber ÖebenSroeife bem 25rad;ptyer p 
ähneln, unb aud) ber ©porenpiper r)at oieleS mit biefem gemein, meibet jebod) nid)t 
toie er fumpfige unb feuchte ®egenben, t)ält fiel) oielmer)r mit Vorliebe auf fruchtbaren unb 
toenigftenS im Sinter felbft auf naffen gelbern, beifyietSroeife ben überfct)toemmten SReiS* 
f eibern, auf. Ausführlicheres über fein Seben oermag id) nid;t p fagen, ba ber 25ogel ; 
obgleid; er fd)on öfter in Europa erlegt unb gefangen rourbe, noer) leinen feinen unb oer* 
läfflid)en 23eobad;ter gefunben t)at. # 

Sie in it)rer (^eftalt fd)einen bie (^roßfporenpiper aud; in it)rem Sefen eine 
SJftttelftetlung p>ifd)en ^ßi^ern unb Serben einzunehmen, obgleich fie erfteren in oiel leerem 
<$rabe als lederen ähneln. 33on bem am $ap häufigen Sad)tyiper fagt Safyarb, bafS 
Salbungen bie einigen Örtlicfyfeiten finb, in benen man it)n nid)t ftnbe. 3n feineu ©itten 
erinnert er an bie 8erd)e, nur bafS er nict)t fingenb auffteigt unb ebenfotoenig in größere 
©d)toärme fiel) pfammenfd)fägt. Anftatt einen (Srbltot), toeld)en es am ®ap laum gibt, p 
erfteigen, toä^lt er ju feiner Sarte meift einen ^ermiten^aufen ober aud) einen nieberen 
23uf$. ®etoö^nlic^ ftnbet er fic^ ^artoetfe in treuer ®enoffenfcl>aft mit feinent hatten, unb 
toenn ber eine unter Ausflogen eines eigentümlich miauenben ©freies auffliegt, folgt ber 
anbere u?m fidler nac^. ©en (^ro^fporen^er beobachtete §euglin anfangs Wäx% auf 
ben 3nfeln beS fogenannten ^RelfeeS im Oueltengebiete beS ®asellenfluffeS. SSier bis fünf 
^are Ratten \iä) bort eingeteilt, gelten fid; auf Sichtungen, enttoeber auf bürren Gipfeln 
^ö^erer 23üfd)e ober auf ber @rbe auf, fyier fotool trodnere ©teilen als aud) bie 9?ä^e beS 
©umpfeS, iebo($ nid^t ^ö^ereS (^raS unb ®cftrü$> betoo^nenb. 3 ua?e ^ en ^ e f en f* e an ^) 
tool einige ©dritte toeit in feistes Saffer. 3n ben 33ormittagSftunben fingen bie ^ännc^en 
recfyt fleißig, bäumen babei auf einem bürren Afte ober fteigen tercfyenartig in bie Süfte, um 
fidj> mit toeit ausgebreiteten glügeln unb ©c^toanje in fc^räger 9?id;tung trillernb toiber 



p>et 



209 



nteberzulaffen. § engl in tyält ben ©roftfporenptyer für einen 3^8* ober boäj> Sanberoogel, 
o^ne übrigens ®rünbe für biefe 2lnfxcfyt anzugeben. 

s ^tc^)t alle, aber boct) oiete ^t^er tragen toärenb ber SSrutjeit einen anfpreci)enben, ein* 
jetne fogar einen fet)r t)übfd)en ®efang oor. Obenan fte^t in biefer §infici)t toat)rfct)eitttict) 
ber 23aumtotyer, beffen angenehmes Sieb man immer gern vernimmt. £)er Sodton Hingt 
ranker unb tiefer, auct) ftärfer nnb met)r gebebt als ber beS SiefenviperS, ber Saut ber 
3ärttict)feit ift ein furjeS „<Sty, ft>, fty"; ber ®efang zeichnet ftct) burct) gütle nnb ftar* 
t)eit beS £oneS, Ibtoedjfetung nnb $?and?faltigfeit ber Seife aus. „(§x Befielt", fagt 
Naumann, „aus vielen fdjönen, trtlterartigen , laut pfeifenben, fet^r fct)nelt auf einanber 
folgenben ©trogen, ioelci)e fiel) p einem lieblichen (Jansen geftalten nnb getoöt)nlid) mit 
einem fanft erfterbenben „3ia, ata, zia" fdjftefjen." Naumann bemerft ferner fet)r richtig, 
bafS er bem- ©cfylage beS Kanarienvogels augerorbentlict) ähnele, aber auct) an ben beS 
3aunfä)lüvferS erinnere nnb toeit vernehmbar fei. (Sbenfo oft, als ber anmutige $oget auf 
einem 3^ e ^S e ftfeenb fein Sieb vorträgt, fingt er im gluge, inbem er beim beginn beS 
®efangeS vom Sivfet in fcfyiefer 9ftct)tung auftoärtS fteigt, in einer gegriffen §öt)e angefom* 
men, einen lugenbtid innehält unb bann in fanftfcfytüebgtbem ginge immer fingenb toiber 
nact) unten fct)toebt, erft auf einem anberen 2Btyfel fein Sieb beenbigenb. lud) unter ben 
Söaumpivern gibt eS erflärtid)er Söetfe treffliche SDtofter unb ©turntet, unb ber 2öert be$ 
®efangeS fcfytoanft bat)er bebeutenb. 3e öfter einige langgezogene ©trogen beS ®efangeS 
toiber^olt unb je mefyr fie verlängert toerben, um fo toertvotter toirb ber $ogel in ben lugen 
beS Kenners unb SiebfyaberS. Inf ben Söaumpiper folgt als @änger ber 2öiefenpiver, 
bocr) ift beffen ®efang in ber pfleget nid)t fo Hang voll, ber £on lauter, feiner unb zifd)en* 
ber, baS ®anze weniger abtoecfyfelnb. $erfd)ibene pfammengefe^te ©trogen, bereu £öne 
fet)r oft toibert)ott toerben, bilben ein Sieb, toelct)eS Naumann mit ben ©üben; „SBitge* 
toitgetoitgeroitge , toitgetoitgetoitgetoitgetoitge , jt(fjt(f jt^t^idjtdjtcf , iüdjüdiüdjüdj[üdjüdtud, 
tirrrrrrrrrrrr" toiberpgeben verfucfyt. £)oct) gibt eS auct) Sßßief enptyer , toelct)e int ®efange 
fict) auszeichnen, ©inen von biefen erhielt mein 33ater unb betrachtete it)n als eigene 
2lbart. „23efonberS fct)ön", fagt er, „toar fein ®efang, ben er jeboct) nict)t allzu oft unb 
am liebften, toenn er von 9tiemanb gefet)en tourbe, t)ören lieg, tiefer ®efang t)at ät)ntict> 
feit mit bem beS 23aumt>t>erS, ift jeboct) oiel fcfyöner, bie 2^öne finb ooller, runber, fanfter 
unb angenehmer. 3)en @d)lag beö 53aum^i^erö trägt er nicfyt toie biefer einmal, fonbern, 
toenn er rect)t aufgelegt ift, brei bis oier Wlal nad? einanber oor, tooburc^) er fic^> oon bem 
Siefen^i^er gar fe^r unterfcfyeibet. 3)ieS gibt bem ganzen ®efange eine Sänge unb 'änmnt, 
toeldje bei toenig ocrtoanbten (befangen gefunben toirb unb ben SSogel bem Sieb^aber fe^r 
em^fi^lt.' 1 ©aS Sieb beS ^otlelc^en^erS ^abe id^ ftetS mit großem Vergnügen gehört, bin 
aber je£t nic^t me^r im ftanbe, anzugeben, ob unb in toiefern eS oon bem beS Siefen^ 
|)itoerS ftc^ unterfc^eibet. £)en ®efang beS Saffer|)i|3erS vergleicht unfer Mitarbeiter 1. oon 
§o meiner mit bem beS iöaum^itoerS. , f ^aS luffteigen toie bie Irt beS ©ingenS ift ganj 
fo tüte beim 23aum{nper, auc^ bie ®efänge gleichen fic^ fe^r; bocfy ift beim Saffer^i^er ber 
®ang fd)neHer unb ber Son feiner, härter unb fräftiger oorgeftogen, toeS^alb baS @anft= 
unb tlangreic^e beS 59aum^crgefangeS nic^t erreicht toirb. gribericf bezeichnet baS 
Sieb beS 2öafferptyer3 als -angenehm, rein, ^ell unb llar unb bemerft, bafS es aus oier oer* 
fc^ibenen allmä^lid) in einanber überge^enben «Stro^^en befte^e unb ettoa laute: @ü§, gü§, 
güfj, güfe toitt, toitt, toitt, totd, toid, toid, gif, gif, gif, — toieb, toieb, toieb, toieb, — fittr, 
fittr, fittr, fittr, — firrrrrrrrrrrrfi, yimp, zimv, imp." T)er ißra^toiver fte^t hinter allen 
genannten toeit jurüd, ba er eigentlich nur bie ©üben : „biblin" ober „!ritlin /; in toiber^olter 
golge ^ören läfft unb mit einem „3üirr" enbtgt, baS ©an^e aber laum als ®efang gelten 
faun. Über bie (Stimmfä^igleit ber übrigen eckten ^3i^er finb toir nod; nic^t unterrid^tet ; 



JBre^m, gefangene S3öa.el. II. 



14 



210 ^tctjert. 

bagegen wiffen wir fcon ben Großfporenptyern, baf6 fie fämtlid; einen angenehmen Ge= 
fang §ören laffen; §englin be^eidmet t$n als lant nnb lebhaft, pfeifenb, ftötenb, metyt 
broffet* als lercfyenartig. 

£)te norbifcfyen Sitten ber Gru^e mit 2lu8na$me beS SiefenptyerS niften nur einmal 
im 3al;re, wärenb ber ernannte p>ei Ernten p machen pflegt £)aS Sfteft ftetyt anf einer 
mögticfyft geeigneten ©teile beS 2lufentl;attSorteS nnb ift Je nad; ber Drtticfyfeit me^r ober 
minber oerfd;iben, im allgemeinen aber nicfyt befonberS fünfttid; gebaut. 9te ber 33aum* 
piper legt eS bann nnb wann im ®ebüfd;e an, alle übrigen errieten eS anf bem 23oben in 
einer anfgefnnbenen Vertiefung ^rotfd^en bedenben Grashalmen, hinter einer (£rbfd)otle u. f. w. 
Sür^et^en mand;erlet 2lrt, GraSt;alme, 9ttoS nnb älmucfye (Stoffe bilben bie Umwanbung, 
feine Grashalme nnb meift and; §are bie innere SluSfteibung. £>aS (Belege befielt aus 
fünf bis fecfyS @iern, welche im ganzen feljjr mit einanber übereinftimmen , nemüd; auf 
weißlichem, ticfytgelbbräunticfyem, ftctyt* ober bunfetgrünem Grunbe bicfyt mit größeren nnb 
Heineren gteden o,on branner, granlid)er nnb bunfetgrüner gärbung, am bieten @nbe p* 
weiten fran^artig, gewidmet ftnb. £)em 2£eibcfyen faßt beim brüten wa^rfd)einlicfy bie §aupt= 
arbeit p, nnb baS Sftänndjen töft eS nur auf fur^e $tit aü ; üe ^ e Altern aber lieben 
@ier nnb 33rut außerorbenttid; , fe^en fid; am Sftefte rüdfid;tStoS Gefahren aus, wenben 
aud; oerfetnbene fünfte an, um ben geinb oon bemfetben abptoden. $ftad) etwa oier§el)n* 
tägiger 23ebrütung ent(d;tüpfen bie Zungen ben ©ein, nad; Verlauf oon einem gleiten &iU 
räume oerlaffen fie, oft noefy ntdjt oottftänbig auSgefibert, baS ^fteft nnb bergen fid; bis pm 
völligen gtüggewerben pifcfyen Gräfew nnb £atmen, ftreifen bann nod; geraume 3ett unter 
gü^rung ü;rer Altern untrer unb mad;en fid; enbtid; gemeinfcfyafttid; mit biefen auf bie 
Sinterreife, ober aber fd;tagen fiel), wenn bie Ottern pr ernten 25rut fd;retten, mit an* 
bereu Zungen in gfüge pfammen unb fcfyaren fid; erft mit ben nacfygefommenen Gefd;wiftem. 

terbtierfreffer im eigentlichen ©inne beS SorteS, nehmen bie ^iper wot aud; Heine 
2Beid;tiere, aber nur auSnal;mSweife feine ©ämereien p fid). §eufd;reden, gliegen, §afte, 
Sauden, täfer unb anberen ßaroen, Raupen, puppen, ©ginnen unb enblid; f leine , nalte 
unb fdjatentragenbe ©dmeden bilben i^re $ftat)rung. 3m 3unnt er gewönnen fie fid; batb 
an ein gut pbereiteteS ^acfytigattenfutter unb Ratten fid; bei biefem oortrefftid;. 

„söaumpiper/' fc^reibt Siebe, „gehören p ben beoorpgten Lieblingen unter meinen 
gefangenen Vögeln. 3n ber @tube aufgewogen werben fie fo augergetoö^ntic^ ja^m, bafS 
fie fid) ausnahmslos o^ne bie geringfte @cfyeu mit ber §anb aufnehmen laffen. SDfam 
lann fie ba^er in Heineren täfigen Ratten unb täglich eine ©tunbe im 3^»t^ W an & 
fliegen laffen, o^ne bafS man irgenb eine iÖefd}n)erbe l)at, wenn man fie wiber in ü)r 
^äuSc^en fperren will. £)iefe (5igenfcl)aft ift jebem Vogetmirte wittfommen, bem nur Heinere 
^äumticl)teiten jur Verfügung fielen, ^at jeboc^ and; i^re 9lad)tette. ©enn gerabe in gotge 
i^rer 3^m^eit laufen fie me^r als irgenb ein anberer Vogel ®efa1)r, tot getreten p werben. 
©ie unterfcl)eiben fid; t;ierin fe^r oon i^ren nal;en Verwanbten, ben 33ad)ftelsen, welche fid; 
mit bewunbrungSwürbiger ®ewanbu)eit unb ©ic^er^eit jwifc^en ben güßen ber ©tuben^ 
bewo^ner bewegen. £)ie 53anm^i^er jeic^nen fid; ferner baburd; aus, bafS fie mit leicfyt 
p befc^affeuber> s Tca^rung, mit bem gewöljmtid;en gutter ber Cerc^en unb gtüeoöget, fic^ 
begnügen unb babei außerorbenttid; fc^mud Ratten, pmat wenn if;nen bei Gelegenheit 
i^reS ä tägtid;en .©pa^ierftugeS ein ^Jla^f mit ^Baffer auf ben gußboben ber ©tube 
gefegt wirb, ©ie baben ebenfo gern wie bie 9?otfeI;ld;en , tun bieS aber im ®egenfa^e 
p lederen lieber früf> als abenbS unb febaffen fiefy @rfa^ für baS ^aubab, welches 
nad; meinen wiber^otten Beobachtungen it>re freitebenben ®enoffen auf unferen §ol$fd;lägett 
an jebem fonnigen 9)?orgen p nehmen Pflegen. X)nrc^) i^r Gebaren in ber ©tube ge^ 
Wären fie großes Vergnügen. 23alb T;eben fie äußerft bebäc^tig langfam bie großen güße 



$tper. @d)töpfer. 211 

|u toürbeootf^fomifcfyem Spaziergange unb toippen babei in feierlichem (Si^orattafte mit bem 
fd;tanfen ©d^cm^e, balb jagen fie, äljmlicfy toie ifyre Vettern, bie Bacfyftetwen, eilig trippetnb 
in geraben Linien über bem gußboben tyin, balb burcbmeffen fie in sterltc^em ginge ben 
Stubenraum, nm fic^> anf furje £>tit au f ivgenb einem fyotyen ®egenftanbe nteberplaffen, 
toobei ü)re 2öaij)t fyäufig anf baS §aupt be,3 §erw ber (Schöpfung fällt. 3 U aliebem fommt 
u)x lieblicher @d)tag, toetd^er jcben stoifcfyen ben Scfytoarstoätbern geborenen £üringer an* 
heimelt nnb entjücft Dbgteicfy in ber Stube aufgewogen, fingen fie bod) genan fo tote bie 
im greien ertoacfyfenen, nnb e$ ift mir fein $ogel mit pfammcngcfe^tcm nnb fünftticfyem 
(Silage befannt, toetcfyer jung aufgewogen fo oottftänbig ben ®efang ber Sitten fid) aneignet 
tüte bie Baumpiper, aud? toenn biefe frü§ an$ bem tiefte gehoben ioerben nnb niemals äl?n* 
tidje £öne, tote folcfye ben Schlag ber eilten wufammenfe^en, fonft gehört ^aben. £)iefe an* 
mutigen £ierd?en wiegen ficfy leicht auf; nur mufS man fid? forgfältig pten, i^nen mctjr 
als einen Riffen auf einmal ju geben, bamit fie fpäter nid)t unterteibSfranf toerben; and) 
bürfen fie im §erbfte uid)t ju gute unb ya reid?tid)e ^afyrung belommen, toeit fie pmt 
getttoerben geneigt ftnb. 3m übrigen aber laffen fie ftd) mit 2ttofmfamen nnb §irfe mit 
Ouarf unb üJftöfyre unb ein toenig gleifcfy in SemmetgrieS leid)t erhalten. (Sinen be= 
faß i$ in ootter ©efunb^eit ad)t 3al)re lang. Leiber fyabe icfy nod) lein gutes ^ar inx 
3üd)tung gehabt; nacfy meinen Beobachtungen an einem ®efcfytoifterpare ^toeifle id? aber 
burcfyauS nicl>t, bafS fie in ber (Stube leidet inx gortpflan^ung f breiten; benu jenes parte 
fidj, baute ein Sfteft unb braute es §u (£icrn, toelcfye eS jebocfy nicfyt bebrütete. 

„Safferpiper oert;atten ftdj> in ber @efangenfdj)aft ganj äljmlidj) toie bie Baumpiper, 
galten fid) fogar nod) beffer als biefe, ba fie oiel toeniger Anlage ^um geifüoerben lj>aben» 
(So fetyr aber ifyr Betragen bem ber Baumpiper entfpricfyt, fo finb u)re Belegungen bod) 
ntd?t fo §terttd>, toie benn and) bie Umriffe ifyreS Körpers, obgleich fie fid) burcfy (&t'ättt beS 
®eftberS auszeichnen, ettoaS plumper erflehten. 3m ®egenfa£e in ben Baumpipern baben 
bie Safferpiper fid) fetyr fetten; bafür aber toaten fie außerorbenttid) gern in feistem Saffer 
^erum, falls bieS gefcfyetyen laun, o^ne baß fie ficfy bie gebem benenn. Sttan mufS u)nen 
ba^er ein großes ftacfyeS ®efäß mit Saffer inx Verfügung ftellen; fie benu^en biefeS fo 
fleißig, bafs e3 in lur^er &xt gelert unb burcfy eine Sage Sanb erfe^t ift &k 5lmeifen= 
puppen mufS man i^nen toenigftenS teittoeife in baS $5affergefä§ toerfen, benn fie lefen bann 
mit augenfd^einticfyem Belagen aus bem Saffer auf." 

^ßiper beteben ben Boben eines größeren gtuggebauers beinahe in ebenfo anfprecbenber 
Seife toie bie i^nen oertoanbten (Stellen. 3^re fc^mucle Gattung, ber rafctye Sauf, i^re 
®enügfam!eit unb $erträglicfyfeit mit anberen Vögeln empfü)tt fie in befonberem ®rabe, 
unb aucfy ber ®efang fommt gelegentlich jur Rettung; ®rünbe genug, fie ben liebend 
toürbigften Stubenoögetn beijuwä^ten. 



34)lit|)fer. 



Europa beherbergt nur eine einige 5lrt ber fe^r arteureid;en , namentlich in 5lmerifa 
ja^trei^ vertretenen Schlüpf erfamitie; aber and) biefeS eine $tttglieb genügt, um bie 3luf^ 
merffamfeit alter öieb^aber auf bie ®efamtf)eit in richten. ®ie Sd;lüpfer fenn^eidmen 
fic^ im allgemeinen bur^ länglichen, bünnen, pfriemenförmigen , feittic^ ftarf ^fammenge^ 
brüdten, auf bem Druden fantigen unb ettoaS gebogenen Schnabel, flehte, freie, aber oer= 
fc^ibenartig gebitbete ^afentöc^er, mittelmäßige, ooru mit großen Scfyitbew getäfelte güße, 
furje, abgerunbete, fe^r getoötbte glüget, feilförmigen, jugerunbeten unb me^r ober minber 

14* 



212 



©cppfet 



furgen «Scfytoang unb ein reicbeS büfter gefärbtes, meift aber anfyrecfyenb gegeidjmeteS 
®efteber. 

53et ben gaunfönigen (Troglodytes) erreicht ber ©dntabet niemals Kopflänge, ift 
ber furge @dj)toang gerimbet unb ber glügel länger ober ebenfo lang als berfelbe, init^m 
bie erfte (Scfynringe nnr l)atb fo (ang als bie gtoeite, biefe nod; bemerkbar oerfürgt, bie britte 
aber gteid?tang mit ber vierten nnb fünften. 

876. £er 3aimfönig, 3aunfcfytüpfer, 3aunfcpefer, 3aunfcfynerg, 3aunfd)nurg, 3aunfänger, ©$nee=, 
2)orn=, £annen=, Reffet =, ©d)lüpf= unb ©dmppenlönig k., Troglodytes (Mot., Sylv.) parvulus, Koch, 
(troglodytes, vulgaris, europaeus, fumigatus). — SSergl.: Naumann, 9S. 2). III, 725. — ®röße be= 
fannt; buntetbraun, Unterfeite ettoaS fetter, 33ruft unb SBaucfymitte bräuntid)tr>eiß, ein oerlofdfyener ©djtäfen* 
ftrid^ far)tbräurtticf), Unterteile mit oertofcfyenen bunlten Ouertinien, meiere am beuttidjften auf ben (Seiten 
unb unteren ©djtoangbedeu fyeroortreten , Keltere mit feinen meinen ©pi^enflecfen; glügel, ©djtoang, untere 
nnb obere ©d)tr>angbecfen bunlter unb mefyr roft6raun at§ ber 9ftücfen, ©djmangfebern mit ettoa neun braun= 
fc^toargen Ouerbinben, auf ber 2tußenfal>ne ber ©Urningen fed)§ fotd)e Ouertinien, ftetcfye auf ben §anb^ 
f dringen mit fedj§ feueren, roftfafyten abtoedjfetn, mittlere obere SDedfebern mit Keinen weisen, bunlelge= 
fäumten ©pi^enflecfen, tooburd) eine Ouerbinbe entftefyt. $ri§ tiefbraun, ©djnabel unb $üße bunlelbraun. — 
2B ei beben ettt>a§ Keiner aber gleich gefärbt. 

3)te burd) bebeutenbere ©röße, namentlich bie kräftigeren $üße au^gegeicfynete $orm ber gärüifetn 
(Tr. borealis, Fischer), ift aty eigene WA miber aufgegeben toorben; eine anbere SCxt bagegen fdjeint ber 
3aunlömg be3 £>imatatia (Tr. nepalensis , Hodgs.) mit beuttidfyer unb [tarier entnncfelter bunlter Ouer= 
geidmung ber Unterfeite gu fein. 

Unfer 3auntönig verbreitet fidj über gang Europa bi§ in ben arltifdjen $rei§, ebenfo über ba§ ge= 
mäßigte Elften, öfttid» bi§ ^apan fübtid} bi§ Meinafien unb ^atäftina. 

877. $>er SBinte^aunföntg, Tr. hyemalis, Yieill. — 2t. 23.: 23airb, B. of N. Am. 369. — 
©eljr äfmttd) itm 3auntönige, aber ettoa§ größer unb ber längere ©djtoang mit eXf bunllen Ouertinien; 
tinn unb $efyte fetter mefyr bräunticfyoeiß. 

Setoofynt ben größten Seit ^orbamerila§. 

878. $et |>au^aurtföniö , Tr. (S.) aedon, Yieill., (domestica, fulvus). — 21. 25.: SBairb, B. 
of N. Am. 367. — $aft gang- »ic ber Bintergaunlönig, jebod) matter gefärbt, ber bettroftbraune ©djtoang 
länger unb mit gtoötf bunlten Oiterlinien;' tefyte, SSruft unb SBaudmtitte einfarbig meiß, untere ©ebtoang- 
beefen toeiß mit breiten fdjtoargbraunen Ouerbinben. $üße getbfaljt rote ber Unterfcfynabet. 

Sebt in ben tr>efttid)eu bereinigten ©taten bi§ gum äftiffouri. 

879. £er $>OVf5ttUttftmi8, Tr. (M., S.) furvus, Gml. — SScrgt: @matnfon, Orn. Draw., 
£f(. 13. — (StmaS größer als ber ^aunlönig ; Oberfeite roftbräuntic^ mit febr unbeutüc^en bunlkren Ouer= 
Urnen, bürget unb obere @$mangbecfen lebhafter roftbraun at§ ber ©djwang, teuere mit 14 — 15 fc^maten, 
fdjtüärgticfyen Ouertinien; ©d)toingen außen mit 7 — 8 bunlten Ouerbinben, Büget, 2tugenring, $opf= unb 
§at§feiten nebft ben Unterteilen ^eltroftröttict) , tet>te, 5Sruft= unb SBaucfymitte fetter, «Seiten bunKer, untere 
©cfyoangbecfen nod) lebhafter roftröttict) mit unbeuttidjen, meniger bunlten Ouerbinben. ^ri§ bunMbraun, 
©c^nabet unb ^üße i^ornbraun. 

£>ie 2lrt verbreitet ftc£> ioeit über ©übamerifc oou Oftbrafitien bi§ 9ceu=®ranaba unb ©cuabor. 

880. <£tt $eäcn5aunföttig, Tr. solstitialis, Sclat. — üßergt: Exot. Ornith. Sft. 23. — $aum 
fo groß toie ber ^aunlönig; Oberfeite fct)ön roftbraun, auf Mcfen ttnb bürget mit unbeuttt^en, auf ber 
2tußenfa^ne ber ©dringen unb ©c^toangfebern mit beutXtd^en breiten bunlten Ouerbinben, fcon benen im 
©etymange ac^t fielen, 2lrmfc^toingen = unb größte obere ^tügetberfen mit garten reißen ©pi^en, tooburc^ 
gtoei ^etXe gtügetquerbinben entfielen, 2lugen= unb ©cfytäfenftricfy , teuerer unterfeitS burefy eine oertof ebene 
bunlte Sinie begrengt, Äopf= unb ^at^fetten unb Unterteile lebhaft gimmetrot, SBaudjmitte geller, Saucl^ unb 
©dienletfeiten nebft unteren ©djmangbecten roftbraun, breit bunlet quergebänbert. ©cfynabet unb ^üße bunletbraun. 

8etoo^nt ßcuabor unb ä)cittetamerila. 

53et ben <ßf ö tt er fc^lü^f er n (Thryothorus) ift ber ©c^nabel lang, bünn, fanftge^ 
bogen, ba$ ^afentoc^) eine Inrge, eiförmige, Den einem ersten §antranbe nacb oben nm* 
gebene Öffnung, ber glüget lurg nnb ftumpf, bie oierte ©cfyttnnge bie längfte, bie erfte gu 
gtoei brittel ber gtoeiten, ebenfalls mit hinter ber britten gurüctfte^enben, . üerftirgt, bev 
@d;toang fnrg, toeic^, feittiefy ftufig. 



üpfer. 213 

881. £er SJlauciid)lU)Jfer , Thryothorus (Trogl., Salpinctes, Certhia, Chaterpes) mexicanus, 
Sw., (albicollis, murarius, albifrons, guttulatus). — $ergl.: Sßatrb, B. of N. Am. 356. — Ungefähr 
ebenfo groß wie baZ Mtferdjen; Oberlopf unb §interljafö bunlelroftgraubraun , übrige Oberfeite lebhaft 
roftbrautt, bürget, Scfywang unb Utttcrfcitc ^eflrojrrot, alte biefe Seite gemutet mit Keinen, runben, meinen 
nnb bunllen Rieden, oon benen bie festeren auf bem Mden Ouerbinben bitben, ein unbeutticfyer 2lugen= 
(treifen »eifj, Emu, fe^te unb Oberbruft reinweiß; Sc^wanafebern roftrot mit fedj§ fci§ aßt fdiwarjen Ouer= 
btnben. $rt§ bunleibraun, «S^nabel bunlelfyornfarben , Pße bleigrau. — 2öeibcfyen nidjt üerfcfyiben. 

(Stammt au§ Kalifornien unb ättejifo. 

882. $er $eljettftf)lityfer, Thr. (Trogl., Salp., Myiothera) ohsoletus, Say. — SBergl: Slububon, 
Ornith. Biogr. IV, 360 .— ®röße be§ äftauerfd)lüpfer§ ; Oberfeite fafyterbbraun mit üerwafcfyenen bunllen, 
Flügel unb ©djultern mit einzelnen weißltdjen <|3unltfteden , ein fdnnater oerwafd)ener Slugenbrauenftreifen 
roftfat)!, Kopf* unb £>at§feiten nebft Unterteilen weifttidj mit f Ornaten bunllen Sd)aftftrid)en , Scbentetfeiten 
unb 23aucfy roftröttid), untere ©cfywangbeden weißlid) mit breiten f^toargen Onerbinben, Sür^el roftrot, 
bunlel punltirt; Schwingen unb ^lügelbeden mit oerlofdjenen breiten, ©djwanäfebern erbbraun mit neun f dentalen 
bunllen Ouerbinben, oor bem roftrötlicfyen ©nbranbe mit breiter febwar^er Ouerbinbe, äußerfte $eber roft* 
rötlich, in ber ©nbljälfte mit jtoet breiten Ouerbinben, in ber SBur^elljälfte bunlel getrübt. $ri§ bunlel* 
braun, ©djnabel Ijornbraun, §üße \<§to&x$l\ß — 2öeibd)en matter gefärbt, Unterfeite mit bunllen tymiit* 
fterfen. 

^öetoo^nt ba§ $elfengebirge, ©üblalifornien unb Sftejiilo. 

■ 

883. £>er ^potterfdjfttyfet, Thr. (Trogl., Telmatodytes, Thryomanes) Bewickii, Aud. — 23ergl.: 
SBairb, B. N. Am. 363. — fflwfflß größer als unfer Baunlönig ; Oberfeite bunleibraun, bürget lebhafter, 
ein fdimaler bi§ gunt 9?aden reicfyenber roftgelblidjer Slugenftreifen unterfeit§ auf Bügeln unb @d)läfen fcon 
einem bunllen ©triebe begrenzt, Kopffeiten unb Unterteile weift, auf Kropf unb (Seiten graubräunlidj oer* 
wafd?en, Ofyrgegenb mit fcfymalen braunen «Seitenfäumen, untere (Sdjwan^beden , ©dringen außen unb 
bie graubraunen beiben mittelften ©cfywansfebern fcfywar^ in bie Ouere gebänbert, bie übrigen mattfdjwarj 
mit raucfygrauem ©nbranbe, bie äußerften außen mit brei weißlichen Ouerfteden. $ri§ bunleibraun ; «Sdjnabel 
bunt'elljorafarbett, Unterfcfynabel an ber SBur^el fafyl; $üße bräunlid). 

Über faji ganj Sftorbamerila bi§ Kalifornien, füblidj bi§ Sftejifo verbreitet. . ' 

884. $er äMPautf)ftf)lül)fer, Thr. (Trogl.) leucog-aster, Gould. — % 23.: ®oulb, Proc. Z. 
S. of London, 1836, @. 89. — (Sröße unb allgemeine Färbung wie bei bem ©pötterfcfylüpfer, bie Unterfeite 
aber einfarbig bunlelerbbraun, o^ne Ouerbänber auf ben ©djwhtgen, ber Singen = unb @d?täfenftridj toeiß. 

©tammt au§ äftejifo. 

885. %tx ßattöj^naöcl^lü^fcr, Thr. (Trogl., Campylorhynchus) longirostris, Yieill., (strio- 
latus). — SScrgt. : ^eutoieb, SBeitr. III, 748. — ®rö^e ber ®artengra3müde; @d^nabet me^r aU fopfc 
lang, gerabe unb meff erförmig; Oberfeite be§ Köpfet bunleibraun, übrige Oberteile lebhaft gimmetroftbraun, 
am leb^afteften auf S3ür^el unb oberen (Sdjmangbeden , breiter Bügel ? unb Slugenbrauenftreifen bi§ auf bie 
Schläfe »ciß, begrenzt unterfeit§ öon einem bunllen ©triebe, Äopffeiten unb Äe^tc weift, erftere bunlel 
geftrid^elt, §al§feiten unb Unterteile roftgimmetfarben, tro^f fetter, in§ ^Roftgelblic^e, ©djenlel unb untere 
©d^toanäbedett bunller, in§ ^immetrote gieb,enb; ©Zwingen unb ^lügelbeden mit fd^toar^en Ouerlinien, innen 
braun mit roftfafylen (Säumen, @^toan^ mit adjt breiten f^war^en Ouerbinben. $ri3? ©c^nabel bunlel 
l)ornbraun, ©c^neibenranb unb Unterfcfynabel Reifer, fjüfte bunleibraun. 

SBeioofynt @übo(tbrafilien. 

886. ^er ^atoUtta^lÜ^fer, Thr. (S., Trogl., Certh.) ludovicianus , Lath., (arundinaceus, 
littoralis, louisianae). — SSergt: Sßatrb, B. of N. Am., @. 361. — Slnnä^ernb fo gro^ wie ber @tig^ 
li^; Oberfeite roftrotbraun, SBürgelfebern bunfler unb mit oerbedten meinen ©diaftfleden, Oberlopf bunlel= 
braun , B^gel unb breiter Streifen über ba§ Singe bi§ pm 9^aden roftgelblid^wei^ , oberfeit3 begrenzt üon 
einer unbeutlidjen fct>toär^Xtc^en Strtte , unterfeitö auf ben @djläfen öon einem breiten roftbraunen Streifen, 
Kinn, Kelile unb Kopffeiten Weift \ übrige Unterteile roftgelb, untere <Sd)toanjbeden mit breiten fd^warjcit 
Ouerbinben; ©Zwingen unb ©c^toan&febera mit oerlofd^enen bunllen Ouerlinien, äuf3erfte Schwingen unb 
Sdiroanjfebern au^en mit roftgelb weißen Ouerlinien, mittlere unb obere ^lügelbeden mit fdimalen fa|t- 
weißen Sdjaftftrid^en. 3rt§ tiefbraun, ©c^nabel ^ombräunlic^ , Unterfc^nabel unb Pfte I)ornfabX — 
Setbdien nid^t öerfc^iben. 

2ebt in ben öftlic^en unb füblidjen bereinigten ©taten. 

887. %tx föötelWtftyfev, Thi*. (Pheugopedius) rutilans, Vieill. — SSergt: ©wainfon, Orn. 
Draw. .£ft. 15. — ®röße ber ®artengra§müde ; Oberfeite olioenerbbraun, Ober- unb §>interlopf in§ 9loft- 



214 ©cfylüpfer. 

rötlicfybraune, Bügel, fopffeiteu, O^rgegenb, ©dfyläfe, Äintt unb Oberteile fdjmarä unb weiß quergebänbert, 
übrige Unterteile jimmetrojlfar&en, am lebfyafteften auf $efyle unb tepf, Unterfetten roftbräunlicr) , 23ruft= 
unb 23aud)mitte weiß, untere ©cbwanäbeden roftweißlicfy , breit bunlel quergebänbert; (©Zwingen oltt>en= 
braun, außen roftfat)X, innen weißlid) geranbet, ©djwan;* ^ellbräunlid)grau , innen fetter in§ 2Beißlid)e mit 
fieben breiten bunten Ouerbinben. $ri§ braun, ©djnabel bunlelfyombraun mit fetten ©dineibenränbern, 
f^üße bräuntic^. 

Seraoljttt -ftorbbrafilien , ®iana, Srinibab unb Sabago. 

888. £>er ßöratoaftfjtftyfer, Thr. (Turdus, Pheug.) Coraya, Gml. — SScrgt: 33uffon, PL enl. 
701. — ®röße ber ®artengra§müde ; Dberlopf, §intetfjal§ unb £al§feiten mattbunlelbraun, Kautel, dürfen, 
©dmltern, SSrufi unb 2lußenfäume ber Hinteren Strmfdiwiugen lebhaft roftbraun, fdmtaler gügelftreifeu unb 
©d)läfenftrid) fototc bie ©cfyäfte ber bunlelbraunen O^rfebern weiß, Unterbaden ebenfo, unterfeit§ t>on 
einem f^tr-ar^en Sartftreifen eingefafft, Unterteile weiß, ©eiten bräunlid), obere unb untere ©djwanäbeden 
roftbräunlidj mit unbeutlitifyen bunllen Ouerbinben; ©Zwingen bunlelbraun, außen fdjmal roftfafyl gefäumt, 
©djwansfebem mattbunlelbraun mit fieben breiten fd)waräbraunen Ouerbinben. $ri§ ? ©d)nabel bunlelbraun 
mit fetter ©pi^e, $üße braungrau. 

(Stammt au§ ©tana unb ©abernte. 

889. $er$artftf)lityfer, Thr. mystacalis, Sclat. — SSergl.: Proc. Z. S. 1860, ©. 64. — ©e§r 
äfynlid) ber üor^erge^enben 2trt, aber bebeutenb Keiner, bie $orberbaden fdjwar^ mit ben SBartftreifen oer* 
ftießenb, mir Äimt unb ^le weiß, bie übrigen Unterteile roftbräunlicfygrau mitbeutlidj roftbraunen ©eiten. 

SBewofmt SSrafilten unb (geuabor. 

890. $er $ud}3fdjlÜJ)fer, Thr. (Myiothera, Pheug., Sphenura) melanos, Yieill., (Coraya, ge- 
nibarbis). — SSergl.: Sfteuwieb, 35eitr. III, 754. — ®röße ber ®artengra§müde; Oberlopf unb §inter= 
§al§ roftbräunlidj, §al§feiten mefyr in§ ®raue, übrige Oberteile fcpn gimmetroftrot , ein fcfymaler ©treifen 
Dom Sftafenlod^e über ba§ Stuge bi§ auf bie ©djläfe weiß, unterfeitS begrenzt oon einem bunllen ©tretfett, 
Ofjrgegenb weißlid), bunlel geftrtdjelt, 23aden weiß, unterfeit§ begrenzt oon einem formalen fdjwargen 33art= 
[treifen, $inn unb $ef)le weißlid?, übrige Unterteile roftgelblid) , 2Beid)en unb untere ©d)wanäbeden bunller, 
le^tere mit unbeutlidien bunllen Ouerbinben; ©dringen olioenbraun, außen fcfyb'n jtmmetroftrot gefäumt; 
©djwanj roftrötlid) mit adjt f cfymalen bunllen Ouerbinben. $ri§ gelbbraun ; ©$nabel bunleUjornfarben, an_ 
ben ©djneibenränbern geller; $üße bleifarben. 

SSemor)ttt 33rafilien nörblid? bi§ $ara. 

£)te in ben ®leid)erlanbem @übamerila6 lebenben ©ingfcfylüpfer (Cyphorhinus) 
lenn^eidmen ft$ burc^ Ij>otj>en, feitlid) ftarf $nfammengebrüd;ten, toenig gebogenen @d)nabel, 
meieret über ber 9ßaf engmbe eine *äxt ton §)öder nnb üeine , runbe , offene , t)on einem 
Antigen @anme nmgebene ^afenlöd)er ^et.gt r §iemüc^ berbe, langje^ige, mit verhältnismäßig 
ftarlen Mxattm betoe^rte güße, !nr§e r ftarf abgemnbete glügel nnb mäßig langen, breit* 
febrigen, fettftdj) ftar! finfig terfür^ten @^toan^ 

891. J)er ^tageolett)OgC(, Cyphorhinus, (Turdus, Tryoth., Platyurus) musicus, Bodd., (cantans, 
arada, carinatus, rubecula) — 35ergl.: ©toatnf on, Ornith. Draw. Z\i. 14. — ©röße be§^otle^en§; ©tirn 
unb Oberlopf bi§ jur ©c^eitelmitte büfter bunlel =, Bügel, ^opffeiten, ^inn unb teljle lifyt gimmetroftrot, ein 
breiter oertüafd^ener ©c^läfenftri^ rofttoeißlic^, §inter^aB unb §al§feiten f^toar^ mit großen rofttoeißlid^en 
£ropfenf(eclen, Oberfeite fd^ön braun, auf beut ^ür^el unb ben oberen ©dimanjbed'en m§ ^loftbraune gie^enb ; 
Unterfeite braun, 93ruft= unb 53auc^mitte rofttoeißlid) , untere ©d^manäbetfen mit üertoafdfjenen roftgelblic^en 
Ouerbinben; ©c^tfingen olioenbraun, außen breit roftbraun unb fcr)tt)arg quergebänbert, ©djtmngenbecfett 
ebenfalls mit \<§tüax%tn Ouerbinben ; ©^manjfebern braun, nur fefjr unbeutlid) in bie Ouere gebänbert. ^ri§ 
bunlelbraun, ^d-jnaUl bunlel^ornbraun, Unterliefer am ^innranbe IjeEtoeißlic^, ^üße hellbraun. 

S)er ^lageoletoogel, meldjer jiemlid) unbeftritten al§ ber befte ©änger ©übamerilaS angefeuert wirb, 
verbreitet ftd^ über ^orbbraftlien unb ©iana. 

892. £er ©möf^lüpfer, C. (Turd., Heterocnemis, Myrmothera) Bamhla, Bodd., (troglodytes). — 
SSergl.: Seffon, Descr. mamm. & ois. ©. 301. — 2lnfel)nli^ größer aB ber ^lageoletoogel; Oberfeite 
roftbrann, jebe geber fein bunller gefäumt ; Unterteile afdjgrau mit fefyr feinen braunen Ouerlinien, Unter^ 
baud), Seiten unb untere ©^wan^beden lebhaft roftrot, fd)toar5_geftri(^elt; ©d)»ingen unb glügelbeden 
fd)it)ar§, erftere roftfarben gefäumt, le^tere mit einer weißen CängSbinbe, weldje fid) faft bi§ pr ^Rüdenmitte 
giet^t. ^ri§? Oberfd)nabel fd)wärslid), Unterfdinabel ^orngelblic^, güße bräunlich. 

Sewo^nt ©atienne. 



• . ©cppfer. 215 

893. 35er 5Eßetfefct»icf|ettfc^lÜ|JfcV, C. (Heteroc, Scytalopus) prostheleucus , Sclat. — $ er gl. : 
Proc. Z. S. 1856, @. 290. — @t»a§ größer at§ ber Baurtföttig mit fdjt turpem ©djttättjdjen ; Oberfeite 
fd)ön bmtfefbraun , SBürget unb obere @d)rüan-$becfett ins» Rotbraune, B^gel unb Stugenftreifen bis auf bie 
@d)täfe toeij3, auf testeten oberfeits fdjmaf, unterfeitS breit fdjroara eingefafft, Orjrgegenb toeifj, fc^toarj ge= 
ftridjeft-, §a!3feiten fd)U?ar^ mit meinen £ropfenf(ecfen , $orberbacfeu begreift üon einem fd)maten fcfyroargen 
^artftrtdt) , tinn, Äeftfe unb 9Kitte- ber Unterfeite toeiß, ÄrDpf = unb Söruftfeiten grau, topf mitte grau ge= 
trübt, Saud) unb ©djenfetfeiten foioie bie unteren ©^töanjbecfen fdjön roftbraun, Gebern be§ (Sdfütgefö mit 
reißen ©pt^en; ©dringen buufetbraun, aufjen mit breiten roftbraunen unb fcfyfoarjen Ouerbinben; ©djman^ 
febern ebenfo, bie Ouerbinben jebod) formaler. $ri3 braun, ©d&nabet £iratf djn>arj , ^üße bräunüd). 

2ebt in ©übmejifo unb ©itatemala. 

894. $er 9lo töruftf d) lüpf er, C. thoracicus, Tschudi. — SSergl. : Faun. per. ©. 1848. — Größer 
aU ba3 SftotWjlcfyen; bunfeloiiüenbraun; ©crjmingen unb ©crjtüanäfebem nod) bunfler, $opf= unb §al3feiten wie 
bie Unterteile bis gum Saudje bunle^immetroftrot, untere ©djmanäbetfen mit formalen gimmetf arbeiten 
©pi£en, Bügel, SJJunbtoinM unb Äinn bräunlid). ©djnabel fyomfarben, grüße bunletbraun. 

93en>ormt $eru. 

Unfer gauttf$lftpfet vereinigt in fiefy, toenn auef) nicfyt alle, fo bod) bie IjjerDorragenbften 
iigenf^aften fetner gefamten ©ippfcfyaft unb barf beStyatB mit gug nnb SKecfyt Don uns als 
baS UrBitb ber gamitie, toetcfyer er feinen tarnen öerltty, angefe^en derben. ABh>eid)enb 
Don mehreren Sitten ift er ein ©tanbDogel, toetdjer ben einmal ertt>ät)lten Aufenthaltsort 
nur auSnafymStoeife Dertäfft 3toar Bemevlt man auf einer unb berfetBen ©teile in bem 
einen 3atjre metyr 3ciunfönige als in bem anberen, lann aber boc^ nur in fefyr Befcfyränftem 
©inne Don Säubern, ^öcfyftenS Don ©treiben reben. ©cfyattige Sätber mit Dtetem Untere 
§ol$e, in benen eS an ©cfytucfyten unb Sßätytn nicfyt fefytt, ®eBüfd)e, @ett>äffer Derfdjnbenfter 
Art in ber (SBene tote im Gebirge, Bitben feine 2icBtingSaufentt)attSorte ; §eden unb Bufd)* 
reiche (gärten, gleichet oB fte an baS greie grenzen ober in ber pttte ber Dörfer unb 
fetBft ©täte gelegen finb, toerben eBenfatlS gern Don ifym Beiuo^nt %lux größere freie 
gelbfläd;en meibet er ängfttid/; im üBrigen genügt ü)m fcfyon ein fteineS Bufcf^ ober ^aun* 
reifes (bebtet ju feinem Aufenthalte, fo gern er biefen aud) auszubeuten pflegt Sie faft 
alle feine 33eru)anbte Derfteigt er fiefy feiten Bio in bie fronen Iberer 33äume, §ält fidj 
Dielme^r faft auSfd;tieJ3tid) bid)t üBer bem iöoben auf, mit mäufeartiger ©euoanbt^eit baS 
bic^tefte ©e^meige, alte 3n)ifc^enräume, ©palten, ^en unb Ööc^er burd)friec^enb, Batb auf 
AugenBlide frei fify jeigenb unb toärenb ber ®efaug6jeit fein &eb ^um Beften geBenb, Batb 
tt>iber auf geraume $txt ben 23tiden ftd) ent^ie^enb. ©treng genommen muf3 man feine 
^eBenStceife eine Derftedte nennen; gtetc^tool roeig er fiefy bem BeoBad;tenben Auge fe^r Batb 
Bemerütc^ p machen: feine 3Jhmterfett unb etotg fro^e Saune, feine ®tetd)gittig!eit gegen 
bie UnBttbeu beö Setter^, feine anfd^etnenbe IMfyeit ober richtiger 3wtunti^!ett \§vx toot* 
toollenben (^ef^öpfen gegenüBer unb fein reid;e3, angenehmes Sieb ober toenigftenS ber 
fd)narrenbe Öodton Derraten i^n auc^ bem, teet^er fonft nid>t auf i^n a^ten tDÜrbe. 
§üpfenben langes eilt er mit ber ©cfynetiigMt einer SJlauS in gebudter ©tettung auf bem 
^obeu bafyin, ungemein ^urtig unb geraubt friert er burc^ enge ^en unb Ööcfyer ober 
burt^ fc^etnBar unburcfybringlicfye D^eiftc^^aufen, fc^nurrenb unb siemtic^ fcfytoerfätiig fliegt er 
in geraber Stute bid>t üBer bem ^3oben meg bem näc^ften 53ufd^e ju, Itettert fpringenb Bis 
p bem Sipfet empor, fielet fein ©tumpffc^tDän^en, fingt ein toenig, Derfd)U)inbet n;iber 
unb treibt es hierauf U)ie Dorbem- Augerorbentlic^ neugierig, entgeht fo tetcfyt nid^ts feiner 
Aufmerff amfeit : er Befü)t, unterfu^t unb prüft alles Dor^anbene, entbedt bat;er aud; meift 
rechtzeitig, eine bro^enbe ®efafyr unb lünbet bem üBrigen ®epget burc^ feine SarnungS^ 
rufe baS (Srfcfyeinen eines D^auBttereS ober ^auBDogetS, tDetc^er le^tere feine muntere ted^eit 
augenBtidtic^ in gren^entofe gurd^t p Dertoaubetn pflegt, ©eine Sodftimme ift ein Der= 
fc^iben tönenbeS „3^ers" ober „3errr", ber SarnungSruf ein oft totber^olteS „3edjed' ; . 
X)er reid^attige unb t;öc^ft angenehme ^efang zeichnet fid; aus burcl) erftauutic^e ©tärfe 



216 ®<§iüp\tx. 

beS goneS. dt ift, tote Naumann fagt, jufatttmengefefct aus bieten anmutigen, abtoecfy* 
fefrtben, Ijjelfyfeifenben Sonett, toelcfye fid) in ber Wxttt ber md^t eben furzen Gelobte jn 
einem vortreffltd)en, gegen baS (£nbe im £one finfenben Triller geftalten, nnb ^at Sfynlicfyfeit 
mit bem ®efcmge beS iöaum|)tyerS , nod) metyr aber mit bem beS Kanarienvogels- „£)aS 
$ögeld)en ift ein fo fleißiger ©änger, bafö es ntdjt allein im grüfyjatyre nnb (Sommer, 
fonbern and) im Sinter bei freunbticfyen ©onnenbliden, toenngleid) nod) fo l)ol>er ©d)nee 
liegt nnb bie ftrengfte Kälte tyerrfdjt, fein Siebten trillert 9to von Slngnft bis November 
läfft er ftdj fetyr feiten einmal lj>ören, im Januar nnb gebruar fingt er bagegen fd)on fefyr 
fleißig, am meiften aber von ($nbe Sftärs bis ju Anfang beS 9ttai nnb bann am lanteften. 
SBorjüaJftdj fcfyön fingt er in ben äftorgenftunben bis gegen Mittag, fteigt babei getoöfynlid? 
anf ein freies $MSd)en aus feinem ganne tyerauS ober fcfytoingt ftd> fogar anf einen unbe* 
lanbten S^eig eines SöaumeS nnb bewirft baburcfy, bafS ber ftarle ®efang nocfy weiter 
erfd;altt 23ei bem leiferen fingen im Sinter oeränbert er. feine ®ebärben meiftenS nnr toenig 
nnb ppft babei immer fort; in ber ißegattungSseit aber toiberl^olt er fein £iebd;en ntc^t 
allein mehrmals von berfelben ©teile fyerab, fonbern bleibt fid) babei aud) mächtig auf, läfft 
glügel nnb ©d)ioans nacfyläfftg herabhängen nnb gittert bamit toie mit bem aufgezerrten, 
ettoaS in bie §i% gerichteten ©dmabel in gleichmäßigen mit bem Ibftoßen ber £öne über* 
einftimmenben Endungen, fo bafS babei faft ber gan^e Körper $u arbeiten fcfyeint" 

3n (Snbe beS Wdx^ beginnt baS ^ärc^en^mit bem 23aue feines erften Heftes ; in ber 
feiten §älfte beS 2tyrit finbet man in i^m jum erften Walt (Sier ; in günftigen Sommern 
folgt bann @nbe 3uniS eine jtpette 23rut £)aS 3?eft ift außerorbenttid; oerfcfyiben, toeil 
feine ®eftalt nnb teifibetfe aueb bie ^um Aufbau vertoenbeten Stoffe ftetS metyr ober weniger 
na$ bem ©tanborte fidj> richten. Über lederen läfft fid) im allgemeinen fanm ettoäS fagen, 
ba ber 3annfönig jeben u)m einigermaßen pfagenben Ort benufet ©o finbet man baS 
itefi im ®ebüfd), in 3äutten nnb £)idid)ten in einiger §i% über bem 33oben, in 23aum* 
ftämmen, jrotfe^en ^ßaumtDur^eln, unter übergangenen glufS*, $8afy nnb £eidmfem, unter 
Brüden, in 9ttoS*, ©dn'lf* nnb ©trol^ütten, in $Ffauerlöd)em , unter ben 2lußenfparren 
von (Ställen nnb anberen ®ebäuben u. f. to. SBalb fyängt eS metyr, als es rutj>t, balb fteljjt 
eS auf einem me^r ober minber ^o^en llnterfa^e, balb enblicfy ift es ungemein fauber nnb 
^ierlid) gebaut 511S ^Regel barf gelten, bafS eS faft fugelrunb ober beuteiförmig ift, ein 
kleines ©ngangSlod? befifet nnb äußerlich aus SttoS, garten, bürrert Geifern, §almen nnb 
trodnem Saube befielt, innen bagegen mit §aren, SoEe nnb gebern tväfy ausgefüttert 
toirb. (Grünes 3)loS enthalten bie meiften Hefter; immer aber toirb Don ben Vögeln bie 
Umgebung auf baS forgfältigfte berüdfic^tigt nnb öortoigenb berjenige ©toff üermenbet, 
toel^er mit ber näcfyften Umgebung mögli^ft übereinftimmt 9?id)t aUe Hefter bienen ^ur 
23rut; biele finb nur ©c^lafftätten für bie alten $ögel, in benen fie, pmal im Sinter, 
regelmäßig bie ^ai^t ju »erbringen Pflegen. £)ie fec^S bis ac^t verhältnismäßig großen, 
auf toeißem, glan^lofem ©runbe mefyr ober minber bi^t mit flehten, fleif erröten gleden 
nnb fünften ge&eid)neten @ier toerben abtoec^felnb oon beiben Altern binnen breije^n Üagen 
erbrütet, nnb bie 3ungen mit ebenfo großer @orgfamfeit aufgefüttert nnb großgezogen als 
nac^ bem ausfliegen geführt nnb unterrit^tet 

%c^ ben Sdnlberungen ber amerifanif^en gorfc^er ju urteilen, fd)eint ber Sinter^ 
jaunlönig baS treue ©piegelbitb feines euro^äifd^en $ertoanbten p fein, unterfd;eibet ftc^ 
von i^>m aber toefentli^ baburd), bafS er regelmäßig toanbert 3n ben nörblicfyen ©taten 
s J^orbamerifaS etnl;eimifd;, erfcfyeint er im Sinter in Öouifiana, gloriba nnb anberen ©üb* 
ftaten, üerfc^toinbet aber bereits im Januar toiber von ^ier, um feinen 25rutplä^en fid^ 
pptoenben. 53en)egungen nnb @igenf haften ftimmen mit benen beS 3 a unfönigS üb er ein, 
nnb auefy ber ®efang fd)eint ftd) fanm ju unterfd^eiben. Ü)aö 5)kft beftefyt ebenfalls bor=* 






@d)tityfer. 217 

ioigenb aus OftoS unb ift innen mit §aren nnb gebern bid)t ausgefüttert; bie (gier geigen 
auf blafSrötlicfyem ®runbe rütlid)braune fünfte, pmal gegen baS biefere (£nbe fyitt. Sfadj 
ber ^auS^aun fönig ähnelt unferer europäifcfyen 2Irt, obtool er tteöet^t uod) metyr als 
biefe bie 9?c$e ber ättettf^en auffucfyt unb ftc| beSljalb mit Vorliebe in (Härten unb ©e* 
fyöften anfibelt. Seine 3utunlt($fett mutet im allerbesten ®rabe an. 3n ^enffyltanien 
tyatte ein ^ärc^en ein 9?eft in ber Sanb eines 3immerS errichtet, in meinem 2lu b üb on 
p arbeiten pflegte, unb trug in näcfyfter TOfye feinet ®aftfreunbeS fein Siebten tor, flog 
ungefc^eut burd; baS geöffnete genfter aus unb ein, nafym o^ne iBebenfen bie ifym ton 
unferem gorfcfyer pgetoorfenen gliegen unb Rinnen ioeg unb mürbe ton £ag p £ag 
me^r tertrauenStotl. £)ieS aber änberte fiefy, als 51 üb üben baS 9)?ännd)en, um es |p 
malen, gefangen unb einige &\t eingeferfert fyatte. * gortan näherte es fiefy bem genfter 
nur mit größter $orficfyt unb befunbete niemals ttriber biefelbe $ertraulid>feit ttie früher. 
3ur Unterftü^ung beS allgemein beliebten Vogels fyängt man Heine Säften an ben 2lußen* 
ifänben ber §äuf er ober an 33aumftämmen auf ; bie ^auS^aunfönige benu^en bief elben aud; 
ebenfo gern toie anbere u)nen irgenbtoie geeignete Stellen pr Unterlage iljjreS Heftes, in 
toelcfyem man jtocimal im Safyxt fünf ober fed)S flehte, mäßig blafSrötlidj>e (gier firtbet. £)ie 
3ungen toerben ton beiben Altern groß gebogen unb ebenfo toie bie unfereS 3aunfönigS 
nacl) bem ausfliegen geraume 3ett geführt unb unterrichtet. 

2ÖaS ber §auS$aunfönig im Sorben tft t>er £)orfsaunfönig im ©üben 2lmerifaS. 
„£)iefer angenehme Shtgtogel", fagt ber ^rinj ton Sieb, „erfey ben So^nungen ber 
23raftlianer unferen (Sperling; benn er ift §auSooget ober ber einige in ben ®ebihtben 
torforftmenbe gefieberte Söetooljmer. Sie in ®eftalt unb gärbung gleicht er auefy in feinen 
«Sitten unferem gaunfönig fel)r, ift J)öcfyft lebhaft, beftänbig in 35etoegung, richtet ben Sd)toans 
auf unb fcfyuellt bamit, trägt ben Körper niebrig, friedet §tn unb tyer burd) Rannt, flehte 
Oeffnungen, unter bie Ü5äc^er u. f. ü>., Ijält ftd) an ben ©arten^äunen nnb dauern auf, 
lebt getoöljnlid) partoeife, §at eine ettoaS fcfyma^enbe, an bie unferer ®raSmücte erinnernbe 
goetftimme unb läfft auf einem 3 au ^ e / ®ft$e ober §ede fi^enb feinen lauten, angenehmen, 
belebten, x fetyr abtoecfyfelnben ®efang oerne^men, toelcfyer n)n p einem ber beften brafiliani* 
fd)en Sänger ergebt. Selbft in Stäten, j. 23. in 9tto be Janeiro, (SaratetlaS, Ijörte id; 
nicfyt feiten feinen ®efang ton einem ©arten^aune ober £>ad)e fyerabfdjatten. (SS finb bafyer 
biefe nieblid)en $ögel ton ben SBetoo^nem geliebt unb febehten aud) bie ®efettfcfyaft beS 
$tafd;en p fud;en. Sein 9?eft erbaut ber £)orftaunfönig meiftenS unter bie £)äd)er ober 
in dauern uub prifcfyen bie getoötynlicb aus ®ofoSpfäf)len befte^enben ^änm. S$on im 
Sftonat 3uli fa^ id) il;n gebern, §alme unb bergleic^en pfammentragen p feinem 9?efte, 
meines er in bem auSgefaulten ^3almenftamme einer §ofumjäunung erbaute, ©n anbereS 
^Jleft fanb idj im ä^onat ^tuguft in einer §ö^lung ^^ter halfen in einem Spaufe. 1)aS 
9^eft fetbft ift flein, fd;led;t gebaut, oben offen unb ir>enig tief, aus §atmen pfammenge^ 
fe^t unb ftarl mit gebern burcfyttnrft. !Die oier (Sier, meiere fic^ in ü)m befanben, toaren 
auf ftar! fleifd)farbenem ober rofenrotem ®runbe bunfetrot^ fein gefprenfelt unb getüpfelt. yy 

Über bie Spötterfcfytüpfer berieten bie amerüanifc^en gorfdjer me^r ober minber 
ausführlich. 3n ber ßebenSioeife unb pmal im betragen unb in ben 23eit>egungen fc^eineh 
biefe 3Söget ttenig ton ben 3aun!önigen fic^> p unterfd;eiben. Sie finb tielleic^t me^r 
Satbtöget als le^tere, obitol fie üne biefe bie terfc^ibenften Örttid;!eiten betootmen unb 
unter Umftänben ebenfalls in unmittelbarer TO^e ber So^nungen, ja teittoeife in i^>nen 
fic^ anfibeln. Dfagfam tom borgen bis pm 5lbenb, getoanbt unb l;urtig im Saufen unb 
£urd)fdtfü>fen bieten Strand^ erfs, aber fc^lec^te gtieger, treiben fie fiefy gern nac^ 5lrt 
ber 3^nlönige um^er, laffen fic^ ebenfo oft ttie biefe fe^en, um gleid) barauf ben 5lngen 
tt)iber p terfdjitoinben, unb finb ebenfo unermüblicfye Sänger n)ie i^re 33ertoanbten. 3fyren 



218 ©dptfer. 

tarnen @pötterfd)tü>fer fügten fie mit oolfem 3?edj>te, bertn mehrere Wirten oon irrten tragen 
einen ®efang bor, melier au3 ben oerfcfyibenartigften <§txö$m nnb Sauten bev umtooljmenben 
hänget pfammengefe|t nnb gemifcfyt p fein fdjemt Wut t all f Gilbert ben ®efang beö 
KarolinafcfytüpferS als überaus toec^feX^olt nnb fütyrt eine pmticfye 2lnpl){ oon Vögeln an, 
beten Xöne nnb (Strogen im Siebe be3 gebauten @d;tüpfer3 miberftingen; £00 per fagt 
ungefaßt baSfetbe oon ber in Kalifornien ootlommenben $rt, bem eigentlichen ©Rottet* 
fd)tü£fer, bemerft aber, bafö ber SBoget feiner Meinung na<$ nicfyt gerabe Sßrucfyftüde aus 
ben Siebern anberer länger vortrage, fonbern felbft einen außerorbenttid; teilen nnb oer* 
fd;ibenartigen ©efatig fyaht, nnb bafS man, ^ierburd) getäufd)t, an anbete $öget etinnett p 
werben glaube. „Dft", bemerft er, „l;abe icfy öergeMtdj nad) irgenb einem nenen $oget 
gefucfyt, welchen tcfy glaubte fingen p*lj)ören, nnb wenn id) mid; muffelig burdj) 33ufd) nnb 
£)idicfyt gebrängt §<xttt, fanb icfy pte^t, baß ber ©änger lein anberer mar als biefer 
(Spötterfdppfer." 2lud) bie laute ©timme alter übrigen 5lrten ber (Bxnppz wirb gerühmt, 
in ber 9?egel aber hinzugefügt, bafS e3 fe^r ferner fei, bie 23öget p beobachten, weit fie 
fi<$ regelmäßig im bicfyteften ®ebüfd) p Derbergen pflegen nnb in ben meiften gälten and) 
bem geübteften 2luge triebt oorfommen. £)er ^eftbau fcfyeint infofern oon bem ber 
3aun!önige abpweidjen, als mehrere Wirten oben offene Hefter bauen nnb biefe meift 
et)®a$ über bem 23oben im @ebüfd)e anlegen* £)ie (gier finb auf weißlichem ober 
btafsfteifcfyfarbenem ®runbe mefyr ober weniger bicfyt mit größeren ober Heineren, gelben 
ober rotbraunen fünften nnb Jh%l$en gejä^ttet. 

Satyrljjaft entpdenbe ©änger f feinen bie @ingfd;tü>fer ober gtageotetoöget p fein; 
WenigftenS ftimmen alle 9?eifenbe in bem unbefd^ränfteften greife itjreS Siebet überein. 
„Wlan bleibt taufd)enb nnb gteicfyfam feftgebannt fielen/' fagt ^öppig, „wenn bie f länge 
be3 gtageotetoogets, meiere nur mit bem (Schlage Heiner ®ta3gtoden p Dergleichen finb, 
oielf ad? oertönt, allein mit ber ricfytigften Beobachtung ber 3roif$enpaufen, * n e ^ ne re S e ^ 
mäßige Seife oereint, aus ben SBaumwtyfetn teife ^erabtenen. (£8 liegt ettoaS unbefcfyrciblicfy 
fanfteS, man möchte fagen überirbifd)e3 in biefem ©todenfpiete , beffen 9^et§ burd? baS öbe 
Zweigen beS weiten SatbcS nnb bie Unficfytbarfeit be3 ©ängerS er^t wirb. Um feinen 
$rei3 möchte man ben enbticfy bemerken länger töten. 3n Sima fpricfyt man oon itym 
aU bem merfwürbigften SBewofyner ber unbelannten Sätber im Dften, nnb bie ätteften 
23efcbreiber biefer ®egenb ermähnen t§tt mit 23ewunberung. ; ' ®an$ ä^ntid; hxMt fid? 
(Sc^omburgl auS: „liefen ^ertid^en nnb oielfad) gepriefenen länger fanb id) am fyäu* 
figften in ben bieten Küftenmatbungen. £)er niebticfye $oget beginnt fein ftangoolle^ Zieh 
unmittelbar oor ^age^anbruc^, fc^eint aber ttärenb beö Z%t$ uotttommen ju fc^toeigen, ba 
td^ um biefe 3 ß it feine Stimme nie gehört ^abe. Severe mac^t einen iounberbaren (5tn^ 
brud, ba man in ityr bie 2:öne einer ^ta^armonita p ^ören glaubt, toelcb/e in ootttommen 
taftmäßigem ®ange p einer eigentümlichen Seife vereinigt toaren. £)ie gtodenreinen ^öne 
^aben tttotö fo tief einfdmteicfyetnbeS, jart melobifc^eö, baf3 ic$ anfangt mirftid; nid;t muffte, 
mem ic^ fie pfc^reiben fottte. (Srftaunt nnb frrac^to^ taufc^te id? bem länger, biö mir ein 
garbiger fagte, baf3 bieö ber gtageotetooget fei." 2&att$ ermähnt be3 ^ängerö ebenfalls. 
„§äufig /; , fagt er, „^örte ic^ ^ier in ber s ftad)barfd)aft oon (Sga am oberen Slma^onenftrome 
ben @ingfc^lü))fer, unbeftritten ben merftoürbigften länger ber Diepgen Salbungen. Senn 
feine abfonberti^en ^öne pm erften ^ate in baö 0)r fallen, fann ma^n fid; beS Sinbrudö 
nic^t erme^ren, bafö fie oon einer menfc^lid;en ©timme ^eroorgebrad;t mürben; irgenb ein 
gefangeöfunbiger Knabe mufS, fo glaubt man, beim ©ammetn oon grüd;ten im £>idid?te 
W fetbft burd? fingen einiger wenigen £öne oergnügen. Sediere werben balb flötenartiger 
nnb ermatten einen ftagenben 2lu3brud, bann wiberum erfreuten fie wie bie eine^ gtageotetS, 
nnb man meint, baf^ irgenbwer biefeö ^ontoerfseug Rieten muffe, fo fe^r man fic^ au^ 






@W>fer. 219 

ber Unmöglid;feit bewuf ft ift. £rp^ aller 2ld;tfamfeit gelingt es nur feiten, ben (Sänger 
p erbliden, beffen Saute unmittelbar neben bem £örer aus bem £)idicfyte I^erüberftingen. 
£)aS Enbe beS ®efaugeS tft überrafcfyenb. £)ie (Strome beginnt mit wenigen leifen unb 
ftangoolten £önen, welche aufeinanber folgen wie bie einer 2lric; man laufet in ber Er* 
Wartung, ledere obltenben p t)ören: plöfcttcfy aber wirb ber ®efang abgebrochen unb \\mx 
mit einigen Sauten, welche an bie unangenehmen einer oerftimmteu £)retj>orgel erinnern. 
£)er gtageotetooget ift ber einige länger, beffen Sieb auf bie Eingeborenen einen gewiffen 
Einbrud macfyt ; benn ntc^t feiten ^ie^en fie, wenn fie baS 33ot tu bem Ratten ber gtufS* 
ufer baljmttreiben, i^re 9?uber ein, um ben gefyeimnisootten £önen p lauften/' Über baS 
23rutgefd)äft festen ade 9^ac^rid;ten, unb wir wiffen nur nocfy burd) (Sd)omburgf, bafS 
bie Sütgfcfylüpfer gefettig leben, wärenb beS £ageS niebrig über bem 23oben ton Strand? 
p (Strand) tyityfen, aucfy oiel auf bem SBoben fetbft ficfy untertreiben, Kerbtieren nachjagen 
unb nebenbei Söeren oer^ren. 

2lußer ben oerfcfyibenartigften Kerbtieren, bereu Saroen unb Eiern fcfyeinen bie (Schlüpfer 
oorpgSweife ton ©ginnen fidj p nähren, Senig befähigt, ftiegenbe Kerfe p fangen, 
fudjen fie Blätter unb tfte, Dftnbe unb 23orfe ber 23äume, 9ft|en unb «Statten ber 
(Steine unb beS 23obenS, 9tei$$oI$aufen, ©oljftöfje, 3 aune unb §^c!en unb ebenfo bie 
£)äd)er unb 23oben ber ®ebäube nad) ^atyrung ab r burcfyfriecben {eben Stnfel unb jebeS 
Socfy, welches t^ren fteinen Seib aufnehmen lanu, unb ftnben beSljjalb fetbft wärenb beS tyär* 
teften Setters in ber SReget nocfy immer geuügenbc 9?at)rung. 3m §erbfte oer^ren fie 
aud) einzelne 23eren; e$ bitben biefe jebocfy immer nur eine gufoft unb Sederei p bem 
gewöhnlichen gutier. 

Vielleicht tft gerabe bie Vietfeitigfeit ber ^rungSftoffe, welche fie im greien finben 
unb genießen, bie Urfacfye, bafS fi$ bie (Schlüpfer im Käfig auffatlenb fcfywierig eingewöhnen 
unb galten taffen. „£)er 3aunfönig" fagt unfer Mitarbeiter Siebe, „tft lein Vogel für 
ben 33auer; benn fefyr oiete getjen p gvunbe, etye fid? einer ber ®efangenfd?aft anbequemt, 
unb biefer lebt feiten über ein 3at?r. ES tft ba^er oon jebem Verfuge in biefer iftidjtuna, 
abpraten. Seicht hingegen gewinnt ftcfy biefeS niebtid)e ®efd)o>f in einem ®ewäd?Sl)aufe 
ein unb wirb l;ter, wo er ebenfo wie ber gitiS unb anbere prte Kerbtierfreffer burd) 
Vertilgung ber iölatttäufe unb fonftigen Ungeziefers fid) außerorbenttid) nüfeticfy macfyt, fdmelt 
gegen feinen Pfleger ptuntid; unb oergnügt biefen burd; fein munteres unb gewanbteS 
Sefen. Särenb ber wärmeren &xt, wenn bie ^üren ber ®artenfyäufer offen fte^en, ftatten 
in ber s Jlä^e too^uenbe 3aun!önige gern in lederen einen iöefuc^ ab unb feieren, toenn fie 
bafelbft mit frifd?en 2lmeifen|)u^|)en gefüttert würben, batb tägttd) jur regelmäßigen (Stunbe 
ein. 5luc^ in einer (Stube, weld)e reic^tic^ mit 3tmmer^flan^en auSgeftattet ift unb fonft 
Diele flehte Verftede bietet, gewönnen gauttKntge M gehöriger Vorfielt fic^ ntc^t fo fc^Wer 
ein; man mufS babei aber forgfältig beachten, ob ber frifd>gefangene 23ogel fic^ nic^t p 
fe^r abgeflattert ^at, ober ob er beim gangen nicfyt p lange $tit feftge^atten worben war; 
benn in biefem gälte mag man i^n fofort freitaffen, falls man bem Verfuge feinen trau* 
rigeu Erfolg wünfd/t £)aS befte ift, wenn man ü)m einen SDtofenfaften )kltt unb auf 
biefen beftänbig 5lc^t gibt. Er ft^t uac^ bem gufta^^en eine 3eit lang ganj füll in einer 
(Edt beS KaftenS unb tafft fic^ rul^ig in baS gimmer unb baS genfter tragen, wo man ben 
©edel öffnet £)ie Schwingen barf mau i^m nid)t binben ; benn einmal ift eS unnötig, ba 
er nicfyt fyart gegen bie (Scheiben ftößt unb fd^nett bie Sage ber £)inge begriffen ^at, unb 
bann ift er p empftnblic^ gegen einen berartigen Swang. Mittels fleiner ^e^twürmer 
gewöhnt mau i^n batb an feines mit fielen 2lmeifen}>uppen gemixtes gimmerfutter, ein* 
fac^ beSfyalb, weit er Wärenb beS Sinters ja auc^ atter^anb ^3ü^c^en auffucfyt. 9^ac^ 
meinen Erfahrungen jtc^t er recfyt gut unb tangfam gebörrte puppen ben geweichten tor» 



220 mmm : 

<SoBalb man merft, bafS ein frifd?gefangener baS SRüdengefieber fträuBt, ober bafS er fd>on 
wenige ©tunben nadj) bem (Sinfangen bie ©cfyeu oor bem Ottenfcfyen oerliert, laffe man i^n 
fcfyleunigft ins greie; Bleibt er am erften nnb fetten £age fdtfanf nnb fcfyeu, fo tyat man 
gewonnenes (Spiel, nnb bann wirb ber 23ogel oom britten £age ab fettet! ja^m ober 
richtiger gefagt furchtlos. 3d) fyaBe fo ge^mten gaunlßmgen in meiner ©tubirftuBe $ier* 
telftunben lang pfe^en lönnen, wie fte mit unglauBlicfyer ®ewanbtl)eit Ijrinter ben 23üd)em 
nnb Blumentöpfen um^>erfd;lüpften nnb u)r Heines üörpercfyen ^wifd)en ben träten ber 
größeren Vogelbauer I)inburcfyfd)oBen, nm nad)$ufel?en, oB im gutternapfe ber ©tuBengenoffen 
ettoa ein feinerer Riffen ligt als im eigenen. ÜDtefc 53cfuc^c ber Käfige größerer ©tuBen* 
oögel Ij>aBen im anfange etwas l;öd)ft fomifcfyeS, benn bte Snfaffen finb üBer ben iBefud), 
melier fo otyne weiteres burd) bie 2öanb ^ineinfra^irt , §öä$ oerbu^t nnb Bilben- einen 
trefflichen ®egenfa^ ju bem mnnteren 2Bid?te, welcher mit nnBelümmerter £)reiftigleit bte 
Dläpfe unterfucfyt nnb fyurtig wiber fyinauSfcfylüpft, um feine £ätigfeit bem näd;ften Bauer 
p wibmen. 2lm brolligften geBerbet ftcfy ber Vogel, wenn er eine paffcnbe Babeoorricfytung 
ftnbet. ^ßaffenb ift u)m aBer nid;t ein einfacher 9?apf, wie man i^n anberen Vögeln fcor* 
feijt, fonbern ein tiefes £rinlglaS, eine ®laSfugel, ein 3tmmeraquarium, in weld;em er oon 
einem tftcfyen ober <StäBd)en ^inaB tnS tiefe 2Baffer ftetgen fann. £)er Heine unterste 
Burfcfye llettert tyier rüdwärts in baS Gaffer hinein, Bis eS ü)m an ben §alS reicht, tut 
einige glügelfcfyläge nnb llettert rafcfy wiber heraus, nm ftd; aBpfcfyütteln nnb umpfetyen. 
£)ieS wiber^olt er ^Wei< Bis breimal, nnb bann fuc^t er ein wärmeres ^lä^en nnb fingt, 
nad/bem er ftd) grünbltcfy gepult ^at, fein fröpcfyeS Sieb, ©ogar in bem gatle, bafS baS 
©täBdjen nur lofe am üftmbe beS tiefen ®lafeS lefynt nnb ein wenig ins Collen lommt, 
foBalb ber füfyne 3^ e ^Ö ^ Betritt, jtetyt biefer ein berartigeS 23ab mit §inbewiffen einem 
Bequemeren im baneBenfte^cnben 9?apfe oor. ÜBrigenS mufS ber 9?aturforfd)er bor il)m 
aUe ®läfer forgfältig Bebeden, welche für einge^enbe BeoBacfytung Beftimmte Safferlerfc 
enthalten; benn ber 3^ttfönig ftfcfyt ledere fe^r gefcfyidt fyerauS nnb taucht baBei feinen 
$opf oft üBer einen JjwlBen 3ott tief in baS SBaffer. Incl) junge SBmt oon Safferfc^neden 
oerfc^mä^t er nicfyt, Betätigt alfo entfc^iben eine getoiffe 25ern)anbtfd)aft mit ben Saffer^ 
fcf)mä^ern. /; 

S)af6 ber 3aunlönig auc^ im Käfige ftd> eingewöhnen läfft, unterliegt nad; eigenen unb 
Slnberer 23eoBacfytungen feinem 3 toe ^ 3ti) ^aBe Bei tfym eBen fo gut wie Bei anberen 
garten ©ängern baS wiber^olt BefcljrieBene 33erfa^ren in 3lnwenbung geBrac^t, b. §. i^n oon 
Anfang an in (^efellfc^aft anberer ^Beic^freffer gefegt unb gute Erfolge gewonnen. Rubere 
ÖieB^aBer famen aud) o^ne §ilfe ber gefiberten ®eneffen pm 3^^ e - Sviberic^ erwähnt, 
bafs er oielfac^e SSerfuc^e gemalt unb oiele 3^unlönige baBei oerloren, einige aBer aucfy 
glüdlic^ burc^geBrac^t unb einen berfelBen gegen oier 3a^re lang gehalten ^aBe. Um fte 
einzugewöhnen, richtete er baS 3wtmer nnb ben iBaner BefonberS fyer, inbem er in ber 
9?äl?e ber 3tmmerbede aus ftar! oerwad)fenen §eden nnb ^eBüfc^en entnommenes <Straud;* 
Werl fo pfammennagelte , bafS es einen wirllic^en 3 aun Btlbetc, bajtötf^öi ^Rö^ren oon 
^a^^bedel als @rfa^ ber ^äufelöc^er unb Heine ^äftd^en mit ©d)lu^flö^ern an ©teile 
ber fonftigen @d;lu|>fwinlel, in ber Wlitte beS 3^ u ^^^ a ^^ auf einem freiem Raunte ein 
Heines gutterBrett anBracf)te, auc^ ^o^le ^ürBiffe auffing, in benen ber SSogel Balb aus* 
unb einfc^lütofte. 511s gutter würben anfänglich getrodnete 51meifeneier nnb Heine tyalBer* 
wacl)fene 3^e^lwürmer gereicht, neBenBei aBer ©mnnen unb gleifd? ^erBeigefc^afft, fooiel 
bieS möglich war. £)aS lünftlic^e gutter Beftanb anfangs aus ^ad)tigallenfutter, f^äter aus 
einem ®emifcfy oon (gierBrot, weiden geigen, gerieBemm Hühnereiern nnb §erj. 9?ad)bem 
ber 3^nnlönig einmal bie geigen gcfoftet ^atte, fud)te er biefe immer perft ^rauS; bann 
lam baS ®elBe beS gerieBenen (£ieS unb ple^t baS gleifc^) an bie 9?eil;e. ^e^lwürmer 



\ 



^djutyfer. 221 

unb ^metfeneter Blieben fortbauernb bie ÖieblingSffceife. £)ie ®äftd>en imb Wfy(tn würben 
oielfacfy befugt, unb itynen fdjteibt gtibetid) pm Seil bie lange (Spaltung feinet Vogels 
p. @o pttaulicfy biefet gegen feinen Pfleger toat, fo ängftlicfy gebärbete er fi$ beim 2ln= 
blicf eines gtemben ober eines §uubeS; mit fürchterlichem &wwxx*<&t\$xtx eilte er fofort 
in feine Stfötyre, fa§ aber bod; oon 3eit p Seit neugierig aus feinem ©dtfupftoinfel ^et* 
oot unb fam enblid) totber ^erauS. SLIö länger mar er unermüblid) ; benn außer ber 
ülttaufer&eit lieg er fein Sieb im Sommer unb Sinter mit gleichem (gif er ertönen. 3aun* 
fönige, toeldfye ®outcfy tyielt, toaten hti gutem gutter, toelcfyeS mit fein gemahlenem §anf 
oetmifcfyt mürbe, unb täglicfy p>ei bis oiet äfte^ltoürmetn munter unb tool, fangen fleißig, 
im Sinter jeboeb meift nur in ben gtüfyftunben, erjcfyredten aber oft alle übrigen Stuben* 
genoffen burefy 2luSftoßen ü)reS SodtoneS, toelcfyer leitete, toie fie eS oon ber greityeit ^er 
getoofynt fein motten, glauben p machen fc^ien, bafS ein Dtouboogel ober fonftigeS Raubtier 
in ber Sftäfye fei. 

Oftinber fcfytoierig als bie alten $ögel getoöfynen fiel) bie jung bem tiefte entnommenen 
3aun!önige an ©cfangenfcfyaft unb ©tubenfutter. „3dj> befi^e jefct", f treibt mir (SHjitfi, 
„ein 3aunfönigüärcfyen , überbliebene einer gamilie oon oier ^eftlingen, toelcfye mir gebraut 
unb mit $?el>ltoürmew aufgefüttert toutben. £)a bie ^Sögelc^en, als fie in meinen Söefifc 
famen, pmlid) ertoacfyfen toaren, motten fie nid)t metyr fperren; icfy [topfte fie batyer mit* 
tetS einer febel, toelcfye id) famt angedienten Sftefyltoürmern butefy ben ©dmabeltoinfel in 
ben ftkcfyen fd)ob. ®leidj am erften Sage trotte id; oon ü)nen baS befannte „Settjetr'', 
fonft nur "baS tteifcfyen Junger SBögel. %la<$ ettoa ac^t Sagen bequemten fie fidj> p fpetren 
unb erhielten oon nun an meift 5lmeifentouptoen. (Später befamen fie ein großes, mit ®a^e 
umgebenes ®ebauer, toeld;eS fic^> fetyr betoärte; benn feiner ber 3 a mtfbmg, e oerfucfyte ben 
topf jtMf^en baS Ritter p preffen, unb id; fonnte nad) belieben ben täfig mit großen 
unb Keinen gliegen beoölfern. ©elenoergnügt taumelten fidj nun bie oier ^rinjen in u)rer 
So^nung unu)et, toelcfye butd) ®räfer unb oier SMuf erbeten naefy gtibetid)S Angabe 
befonbetS ^ergerid)tet mar. £)aS 2Öageftüdd)en , bie SMufefaften p unterfucfyen, tourbe 
oon bem mutigften ber 33ürfcfycfycn unternommen, unb bie anbeten folgten naefy unb naefy 
feinem 23eifpiele. 3n ben Saffewapf fprangen fie, als fie i§n baS erfte 9JM fallen, ofyne 
oiel p jögem, ttanfen auefy fofott, obgleich fie p biefer &it nodj nicfyt felbftänbig fraßen. 
511S ber eine mit naffem ®eftbet unten im @anbe um^etfprang , bemerfte er, bafs er ba= 
burd) raf(^ fein ©efiber trodne unb oerfu^r feitbem immer fo. 9?ad) wenigen Sagen 
fraßen meine 3^unfönige allein, unb nun glaubte icl) fie aller ®efa^r enthoben p fe^en, 
toar and) nid;t toenig ftol^ barauf, tro^ beS Stopfens fie alle glüdtid^ burcljgebrac^t p 
^aben ; aber nac^ toenigen Sagen gingen mir bie 2lmeifenpuppen aus, unb fo toar 16} toiber 
in bie unangenehme ^ottoenbigfeit oerfe^t, mit 9}?e^ltoürmern p a|en. Seiber ließ ic^ 
mi^ oerleiten, oerborbene 5lmeifen|)u^^en oorpfel^en, unb fc^on am näd^ften borgen fanb 
icfy ein SSögelc^en tot im üäftg liegen; xin anbereS ^odte nachmittags regungslos, matt 
unb frafttoS auf bem 23oben. Um nun einen $erfud) p feiner Rettung p machen, na^m 
id; eS längere 3^il ^ n tft §anb, iDärmte es ^ier unb brachte eS barauf in baS alte 9?eft 
jurüd, to*eld)eS ic^ pbedte, ftopfte eS alle ^tunben unb t^atte bie greube, eS toiber fidj 
erholen p fe^en. Wod) einen $ogel oerlor tc^, ol;ne bafS idj> ben @runb anpgeben toüffte ; 
baS übrig gebliebene ^ßärd)en aber erfreut fic^> ber beften ®efunbfyeit,* unb baS ^ännc^en 
fingt bereits fe^r fleißig, oft and) fd;on mit lautem Sone. <2obalb ic^ beiben SSögeln ettoaS 
neues in ben $äfig ftelle, folgt perft ein großes 3e^gefd;>rei, balb barauf eine genaue 
Unterfuc^ung beS ©egenftanbeS; boc^ finb beibe babei ftetS in folc^er Aufregung, bafS fie 
am ganzen Seibe gittern. .Oft jagt baS ^ännd^en baS 2Beibd;en im freien D^aume untrer 
unb burc^> alle §ö^lungen unb 33erftede, unb srt)ar mit fold;er @d;nelligfeit, bafS man 



222 2Safferfd)ir>%r. 

toitflicfy geflügelte aßäufe in fe^en oermetnt ©tüne 531attläufe lefen fie mit Söegtetbe oon 
ben ^flan^en ah." 

Unfer äwpjiig tmrb üer^ältniSmäßig feiten gefangen nnb ftefyt be$$atb immer ^iem* 
ticfy \)$&i im greife, gut einen an ba3 gntter gefoötynten barf man otyne 53eben!en oier 
H$ fedj$ SJftarf $a$Ien. £)ie amerifanifcfyen Wirten r über beten ®efangenleben leibet nocfy 
anSfüfytlid^ere ^öeric^te mangeln, derben nn3 bis je^t nod? nicfyt tebenbig gebraut 



Waffttftyßtyitt. 



(Sine eigentümliche nntet fid) fe^r übeteinftimmenbe ®tu$>e fcon (Singvögeln betool^nt 
in ungefähr einem £)n£enb Sitten bie ®ebitg3bäd)e von (Snropa, 2lfien, S^orb* nnb ©üb* 
amettfa. £)te Safferfd^toä^er fenn^eidjmen fiel) bnrcfy gebrnngenen Öeib, fcfynxicfyen, fcfymaten, 
feitlid) pfammen* nnb eingebrüctten, oben ettoaS anfn>ärt§ gebogenen, ootn jd)mal an3tan= 
fenben (Schnabel, jiemlid; ^o^e, Iräftige güfje mit mittellangen g>ti)m nnb ftar! gefrümmten 
Nägeln, fe^r furje glügel, nnter beren ©ebnungen bie §tt>ette bie längfte ift, furzen, breiten 
an3 faft gteiefylangen, abgernnbeten gebern befteljjenben ©c^toanj nnb eine nngetoöfynticfy 
biegte 23eftbetnng- 

895. $er SöafferjtfittJäßer, Safferftar, Safferbroffel, Söaffcr- f 33adH @trom» unb ©eeamfel, Sßaffer- 
merle, äöafferfänger u. f. »., Cinclus aquatieus, ßechst. — 51. 8.: Naumann, 35. 3). III, 925. — 
(Sröße be§ ©tare3; $opf, £>inter^a(3 mit §al§feiten bunfelbraun , übrige Dberfeite, fjfttget unb ©d)toans 
bunMfdjiefergrau, bie Gebern mit fd&warjbramten ©nbfemmen, Söacten, $inn, tefyte unb tropf toeiß, SBrnft 
bunfetfaftanienbraun, SBaud) fdjttärglidj, übrige Unterteile fefnefergrau, untere ©djtoangbecfen mit roftbräunlidjen 
©nbfäumen. grtS Ütfjtbraun, @d)nabel fdjtoarj, $üfje btä'ulicbgrau — 2öeibd)en nidjt üerfcfytben. 

SBetoofynt bie ®ebirg§getoäffer 2)eutfd)lanb§. 

896. $et 2ltyett= ober SßctPal3f<fjtt>cii5Ct, C. (Hydrobata) alMcollis, Tieill., (rufiventris, me- 
ridionalis, rufipectoralis, rupestris). — 91. SB.: ©atüin, Ibis, 1867, @. 114. — ©röfje unb allgemeine 
Färbung wie bei bem Safferfdjmäijer, bie Unterfeite jebocfy geller mit mef)r braunen $eberränbern, ber 
SBaud) bebeutenb gelter, bie leiten braun. 

®er 9Upenfcbtt>ä£er bewohnt bie 9Upen ber &<§toti$ t bie Hochgebirge «Spaniens unb ben Libanon, oer* 
breitet ftd] aber tpa^rf^einlic^ über ganj ©übeuropa. 

897. $er ©tf)ttmr$bttUtf)ftfjttiäi5Cr, C. melanogaster, Brehm, (septentrionalis , peregrinus). — 
31. 55.: Srefym, Se^rbud) ber $ögel @uropa§, I, @. 289. — Sie ber 2öafferfd>toä£er , topf unb |>al§ 
jebod) bunfler, Mittelbauer beutlid) fdjtoarj unb ber @#mang nur y&p\^ r nidjt jtoölffcbrig. 

Setooljnt ©lanbinaoien unb Meinafien, fommt jufeittig nadj 2)eutf erlaub unb ©nglanb unb nnrb wie 
ber llpenwafferfc^wä^er oon oieten SBogelfunbigen nur als (Spielart be§ in 2)eutfc^lanb ^eimifc^eu $oget3 
angefe^en. 

898. J)et S3taumt)affet^tt)äl5et, C. (Sturnus) Pallasi, Temm., (cinclus). — 91.53.: £ entminet 
unb ©erleget, Faun, jap., @. 68. — ©tn>a§ größer afö bie einfieimifc^e Strt; tiefbunMbraun , Hantel 
unb ©c^ultem mit unbeutlicfjen bunKeren (Snbfäumen, Flügel unb ©c^toanj braunfebtoar^. ^ri§ bun!el= 
braun, Schnabel ^ornbraun, §ü^e gelbbraun. — Seibd^en nid)t üerfc^iben. — junger $ogel unterfeitS 
fc^mu^ig bräunli^wei^, SSaud) bunller gefledt. 

Vertritt im öjtftc^en Stften üom SBaifalfee bi§ tamtfc^atla unb in $apaxi ben 2Bafferfc^wäl?er, fott 
jebod) fc^on auf ^etgolanb oorgefommen fein. 

899. $)n 9lambongj^tuft^er, 9?ambong ber %tibxix, C. (Hydr.) asiaticus, Sws., (tenuirostris, 
maculatus). — % %.\ ^erbon, B. of Ind. I, ©. 506. — S)em ^raumoafferfc^wä^er fe^r tifyxxXxfy, aber 
fetter, ber Schnabel jierlic^er unb fcfytanfer. 

^?ebt auf bem §imala^a unb verbreitet fid) bi§ in bie djincftfdje Satarei. 

900. 2)et (Srauf(^tUÖi5Ct, C. (Hydr.) mexicanus, Swsn., (americana, unicolor, Mortoni, Town- 

senM). — 2t. 33.: SBairb, B. of N. Am. 229. — (Sröße be§ SBaff erfc^ioä^erS ; einfarbig bunlelfc^iefergran, 



S&afferfc^atjer. 223 

$opf unb 9?acfen braun angeflogen. $rt& braun, @$nabel fyornbraun, Surfet be§ UnterfdjnabeB ge(blitf), 
fPfje ffeifdtfarben. — Seibtfjen nidjt üerfd^iben. — junger $ogel auf Äiwi unb Äefjtc mit toetfjftdjen 
geberfpi^en, größte S)edfebern unb ©dringen mit fcfymaten rcetftfttfien (Snbfä'umen. 
ginbet fitfj im Seften ämerifaS von äftejifo &i§ SttaSfa. 

2llle Safferfdjjroä^er leben fetyr übereinftimmenb an raufcfyenben, im Sinter nid)t p* 
frierenben ®ebirg3bäd;en mit fteinigem ®runbe nnb fettem, reinem SßJaffer. 3)ementfprecr/enb 
begegnet man ir)nen nnr feiten einmal in ber (Ebene, toärenb fie im (Gebirge h\$ p ben 
(SHetfdj>em emporfteigen, 23efonber3 häufig treten fie im Mittelgebirge auf. Überalt unb 
immer aber fi$t man fie einzeln, &ejte$entHcfy partoeife; benn fie $ä§len p ben ungef elligen 
Vögeln, grenzen ftd) ein iveiteS ®ebiet längs be3 von iljmen betreuten glüf3d)en3 ab unb 
bnlben innerhalb beweiben fein jrDette^ ^ar, vertreiben au3 ifym felbft bie eigenen jungen. 
SieblingSplä^e Don i^nen finb alle «Stellen, über ttelcfye ba3 Saffer raufcfyenb ba^inftür^t; 
batyer lieben fie im Hochgebirge bie 9ßä$e von Safferfällen unb Stromfdjmelten, im %Jl\U 
telgebirge Sel;re unb Mühlen, namentlich toenn ber 23ad) p beiben Seiten mit bidjjtem 
®ebüfd) eingefafft ift ober von Kälbern umgeben loirb. 9?eine$, flareS Gaffer gehört p 
ifyren 8eben3bebingungen, unb fie meiben aus biefem ©runbe alle, übrigens i^ren 5lnfor= 
berungen vollftänbig entfprecfyenben trüben ®etoäffer. Heine einige 3lrt verläfft ben einmal 
getollten Aufenthaltsort im Sinter; tcol aber preisen einzelne Stüde, roa^rfcfyeinlicfy bie 
von ben eilten vertriebenen Zungen, auf rt>ett^in bnrcl) baS 8anb unb erfreuten babei auf 
furje 3 e ^ an ®en>äffew, roelcfye fie fonft meiben. 

Unter allen Singvögeln fielen bie Safferfcr/toä^er in ber Hunft p fcfyurimmen unb 
p tauchen einzig ba. Gunter, getoanbt, regfam unb rote bie Sftunfönige aucfy bei ber ^är= 
teften Witterung ftetS gut gelaunt, burcfyfliegen fie bei Sage mehrmals ifyr Gebiet, in ber 
SRegel von unten nad) oben langfam oorge^enb, von oben nad) unten bagegen größere 
Streden t>urd)meffenb, 2lu3 bem Saffer f/ervorragenbe Steine, ^fär/le unb ^aumtvur^eln 
am Uferranbe bilben ir)re Sarten, von benen aus fie tt)ve gifcfyerei betreiben. 23ei biefer 
vereinigen fie bie gertigleiten ber verjcr/ibenften Saffervögel. 9cacfy 5lrt ber ^acbfteljen 
fcfyreiten fie in baS Saffer, rotten babei mit bem furzen Stumpffd^toän^en, laufen aber 
regelmäßig bem Saffer entgegen unb fümmern ftcfy burcfyauS nid;t barum, ob baSfelbe tiefer 
unb tiefer ttrirb unb i^r ®efiber metyr- unb metyr umfliegt; benn faft ebenfo getoanbt roie 
im feilten Saffer laufen fie auf bem ®runbe tieferer £ümpel umr)er, unb ntcr)t minber 
be^enb als fie ge^en burd)fd)nrimmen fie, bie furzen glügel als SRuber gebraud)enb, l^ere 
unb tiefere Safferfd)id)ten. $on i^rem ersten Sifee aus ftür^en fie ficfy oft in jär/em 
Sprunge roie ein gtofcr) in ba^ Saffer unb rubern unb laufen ^ier über bem ®runbe ein 
gnteö Stüc! ba^in, im Sinter oft viele ülfteter toeit unter einer @i3bed:e toeg ber näc^ften 
offenen Stelle p, an toelc^er fie bann roiber auftauchen unb ba3 ®efiber abfc^ütteln, um 
nac^ fur^er $ät von neuem il;rer giftetet nac^pge^en. 3^r glug gef^t ))feilfc^nelt 
mit ungemein hurtiger glügelbetoegung, in ber 9tegel in einer graben Öinie bic^t über bem 
Saffer ba^in, fallö fie nic^t irgenb ein fie ftötenbe^ ober beängftigenbeS Sefen veranlafft, 
fic^> ^ö^er p ergeben ober au^biegenb eine Strede über 8anb prüclplegen. S)ie £oct* 
ftimme unferer Hrt ift ein fcfyarfeS „gerrjerr", ber (^efang be3 ^ännd;en^ laut unb fe^r 
roecfyfelvolt, aber fc^toa^enb, toeil bie gellen uub lauten £tfne unb Strogen burc^ viele 
fc^narrenbe unb fd;naljenbe verbunben toerben. 53ei ftrenger Sinterfälte vernimmt man 
biefen an unb für ficfy fe^r frö^lic^en ©efang ftet^ mit erneutem Vergnügen, tüte über* 
fyaupt ber Safferic^toä^er p benjenigen Vögeln gehört, ivelc^e ben finnigen 25eobad;ter auf^ 
^>öc^fte erfreuen. 

Unfer Safferfc^toä^er brütet in ber ^egel jtoeimal im 3a^re, ba^ erfte Wlal im 
5l^rtl, ba^ p>eite Mal im 3uni ober 3uli. üDa^ 9left fte^t immer bicfyt am Saffer unter 



224 . &ctfferf<$tt>%t. 

Brüden, in Uferl)ö§len, in 9Jtauerlödj>ern," aufteilen felbft in ben Räufeln fcon SM^lrä* 
bem, meiere eine £t\t lang ftitl geftanben l^aben, füllt ben Sftaum, in toeldj>em eS erbaut 
toorben, in ber 9?egel üollftänbig aus, toirb nötigenfalls oben überbaut nnb enthält bann 
einen engen (Eingang, £)ünne Reifer, ®raSftengel, ®raStourseln, <Strol;l)alme nnb ®raS* 
blattet, toelcfye toder über einanber gefettet derben, bilben ben lußenbau, toeicfyeS fflltö, 
forgfättig auSgetefeneS Sbtattmtxl nnb §alme bie innere 2tuSfleibung beS ^albfttgetförmigen 
Napfes. 3 u ^ e ^ en töttfe nur V3affermoS jum 2lußenbau oertoenbet nnb bieg bie innere 
2luSfteibung burd> ©trofy nnb ©raS^atme ^ergefteHt $u cen fünftticfyen Tanten yxfyt eS 
nicfyt, pflegt im (Gegenteile in ber pfleget jiemli^ tiebertiefy wufammengefcfyicfytet ju fein, £)ie 
brei btö fecfyS (gier beS (MegeS finb mel;r ober weniger länglicty nnb gtänwenbtoeiß. 33eibe 
(Gefriedeter toecbfeln im brüten ah, zeitigen bie £3rut innerhalb bieten Bio fünften £agen 
nnb fi^en toärenbbem fo feft auf bem 9cefte, bafS man fie, namentlich bie 2Beibd)en, ju* 
weiten mit §änben greifen fann, 2tucfy ber Zungen nehmen fiefy bie eilten mit oottfter 
§ingebung an, fo lange jene i^rer £)itfe bebürfen, wogegen mit bem ©etbftänbigtoerben ber 
^acfyfommen bie Ungefettigfeit ber Vögel aud) biefen gegenüber ft$ geltenb mad;t ©tört 
man bie Zungen, fo fluten fie, tote gfcfyufi beobachtete, fofort ins Saffer, tanken unter 
unb fdnoimmen gefcfyidt unter ber Oberfläche fort, bis fie eins ber ausgehöhlten Ufer 
erreichen unb §ter fiefy verbergen, Xfdjuft fing, um baS ©^'totmmen in beobachten, brei 
3unge ein unb lieg fie toiber ins Gaffer; fie tauften fogleicfy unter, machten brei bis fecf)S 
Stöße unb erreichten bann gen>öl;nlicfy baS Ufer, Särenb beS UnteriimfferfcfytoimmenS Ratten 
fie ben §alS toeit oorgeftredt, bie güße an ben Seib gebogen unb toufften bie ^albgetoac^fenen 
gtügel fcfyon ganj oortreffticfy als SRuber jii gebrauchen, 

£)te %I?rung befielt in allerlei an unb im Saffer, lebenben Kerbtieren, bereu Sargen 
unb puppen, ebenfo in oerfcfyibenen Sütmcfyen unb toenigftenS weittoeitig auefy in fteinen 
gifcfyen, £)te Saffetf^toä^er lefen i^re 23eute bom Uferranbe ab unb bom (Grunbe auf, 
fangen altes auf ber Oberfläche beS SafferS fcfytirimmenbe, ^erangetriebene Kleingetier toeg 
unb Verfölgen baSjetbe ttafyrfd) einlief auefy toärenb it;reS Sd)tt)immenS unb £aucfyenS, £)urd? 
ifyren gifcfyfang !önnen fie an einzelnen 23äcfyen einigermaßen fcfyäbtict) werben, fcfytoerlicfy aber, 
wie bon SJHSgünftigen behauptet worben ift, eine gorellen^uc^t unmöglich machen. „£ro£ 
beS nun aufgebedten gifd;biebftaij)lS y/ , fagt (Girtanner, „möchte id) bennod) fefyr bor ber 
Verfolgung biefeS .rei^enben £iercfyen3 toarnen, benn fe^r nja^rfc^einlic^ macfyt eS fid; beffen 
nur im ftarren Sinter fc^ulbig; ben größten £eil beS 3a^reS erhält eS fic^ fic^erlic^ unb 
n)ol noefy lieber unb bequemer oon einer Un^a^l oon Safferferfen, Unfer ^cfytoä^er ift 
entfe^iben einer unferer lörperlid) unb jugleicl) geiftig regfamften Vögel unb oerbient getoifS 
unfere Siebe." 

@dj>on Vater ^Bec^flein ermähnt, bafS man ben Safferfc^toä^er mit §ilfe oon glie^= 
gen, Slmeifenpuppen unb fonftigen Öederbiffen an ^ac^tigatlenfutter geftöljmen unb bann 
geraume £dt in @efangenfd)aft galten lann. X)aS ift richtig; eS gelingt jeboc^ eine fold)e 
©ngetoö^nung alt eingefangener Vögel nur in SluSna^mefätten, ^)ie meiften oerfc^mä^en im 
^3auer Kerbtierna^rung unb laffen fiefy and; burd) ©topfen nic^t ba^>in bringen, fpäter felbft 
&u freffen, SlnberS oer^ätt eS ftc^ mit jung aufgewogenen Vögeln, 23ei unferem fflixtax* 
beiter ®irt anner fa^ ic^ p meiner großen greube eine ©efetlfc^aft iung aufgefütterter 
Safferfc^toä^er im beften Solfein unb. erfuhr, bafS bereu (5in^ unb 3lngetoö^nung and) 
nid)t me^r SMu)e oerurfac^e als bie anberer laxkx Seic^freffer, ©irtanner ^)ielt 
jung aufgewogene Safferfcl)tr'ä^er mehrere 3a^re lang im Käfige, fyaxxt aud; bie ®üte, mir 
jtüeimal folc^e Vögel ya fenben, „Von einer Sßxut i?on fünf ©tüden", fagt mein üere^rter 
greunb, „gingen mir tro^ großer «Sorgfalt bennoefy brei, obtoot bereits ausgelaufene, 
o^ne nachweisbare Urfac^e ein; bie übrigbleibenben bagegen ließen fid; mit Imeifcnpu^pen 



SßaiMd&toäfeet. 225 

tetd;t erjte^ert unb tradier o^me bie geringfte @^toterig!eit au baS fünftltd?e gutter 
genauem §alb ausgelaufen finb fie fo siemlicfy bie nieblidtften 23ögel, toetd;e mir bis 
je|t $u Gefixt famen, unb babei außerorbentlicfy jutraulid). 3tt>et SBcifferf cfytoä^er \ tvddje 
td) frifd^gefangen um 9tajatyr erfoarb, gelten ein ootleS falbes 3afyr bei mit aus, 
toaS tool ber erfte berartige galt fein bürfte, gingen aber teiber, foat;rfcfyeinltd? in golge ju 
fetyr geteilter 5Iufmerlfamleit auf meine einzelnen Pfleglinge, bei guter SeibcSbefd;affenfyett 
ju grunbe. £)a aud) meine früheren (HngetoöljmungSoerfucfye bei alt gefangenen äßaffer* 
amfetn toie biejenigen auberer Beobachter bei ätte^ttoürmern unb Stmeifenpu^en ftetS 
gefd;eitert toaren, oerfucfyte t<$ eS bieSmal mit fteinen lebenbeu giften, um fo me§r, als 
fie tyier §u Öanbe beS gifd^ unb Said)raubS ftar! be$id)tigt werben, erreichte auefy meinen 
3toed oollfommen. 3n ber erften &\t bebienten fie fiefy ber giften auSfcfytiepd;, fobalb 
aber grüfylingStoitterung eintrat, ' sogen fie s J?act)tigattenfutter oor unb mieben bie gifd?* 
na^rung nun balb ooltftänbig. 3d> tyabe bei biefer Gelegenheit ben fonft fo anmutigen 
$oget als gefährlicheren gifcfyräuber lenuen gelernt als ben ©Soogel, inbem miefy oietfacfye 
Beobachtungen an meinen Gefangenen lehrten, bafö ber SBafferfcfytoäfcer bem erften u)m p 
Geficfyt fommenben gifd^en ins Saffer nacfytaucfyt, bie Beute nad; einigen Sprüngen auf 
bem Grunbe i)afd)t, bann biefelbe ans Ufer toirft unb nun erft felbft ^u ifyrer näheren 
Befestigung nacfyfpringt. ©teilt fiefy ber gifefy als ju grog fyerauS, fo läfft er itm einfad) 
liegen unb oerberben, taucht aufs neue unb toäfylt fiefy einen feiten. 3ft ifym biefer munb* 
geregt, fo fafft er ü)n quer um bie Ü0ätte, jerfctylägt u)n an ben «Steinen in Stüde unb 
fcfylingt bieje hinunter, um biefelbe 3agbtoeife fd)netl genug ju loibertyoten. 3cfy regnete 
immer einen täglid?en Bebarf oon ^Dan^ig bis breiig Stüd fingerlanger gifct)d;en auf 
einen meiner 2Bafferfd>to%r. Beibe Wlännfytn mufften jebocfy ftetS forgfättig getrennt 
gehalten werben, ba fie jeben 2lugenbtid beS 3ufammenfeinS benu^ten, um fid), oor 3°* n 
taut fingenb, aufeinanber ju frühen unb fiefy mit Sdmäbetn, gügen unb glügetn in fyadm, 
in treten unb in fd;lagen. §ierburd> oerlor id) ein britteS Stüd, luetcfyeS icl; für ein 
Seibcfyen gehalten unb in einem ber Sttänncfyen gebrad;t fyatte, in fet?r fur^er 3 e *t. 

„£)er Gefang fpiett bei ber Safferamfel eine gan^ eigentümlich t;eroörragenbe s J?otte; 
fie fingt nemtid) ju allem, loaS fie tut s )?ad?tS bei ooltftänbiger ginfterniS fingt fie oft leife 
tote träumenb einzelne Seile ifyreS ÖiebeS ah f babenb fingt fie unb'f^gt beim greffen, 
fingenb getyt fie mutig in ben üampf auf ^eben unb £ob mit ihresgleichen, beim fn&n 
mufS ebenfalls ettoaS gefuugen toerben, unb enblid; fd;lie^t fie fogar ü)r fangreic^eS Seben 
nod; fingenb. 5tber }e nad; ber Urf ad;e beS GefangeS ift aud; ber ^luSbrud beSfelben ein 
gan^ oerfc^ibener. £)er burc^> einige fc^arf betonte, l;erauSforbernbe Öodtöne eingeleitete unb 
mit geöffnetem ©dmabet ^eroorgeftogene @c^)tad)tgefang feun^eidmet beuttiefy genug i^rc 
beben!tid;e GemütSoerfaffung ; freunbtid) unb lebhaft tönt baS Sieb, toetcbeS fie be^aglid) 
auf einem bemoften Steine im Bad^bette' ftel;enb, bie fdmeeioeijse Bruft ber Sonne pge= 
!e^rt, ^ören lä^t; ein ^taubem ift baS Siebten beim ?u^en; aber toe^mütig unb rü^renb 
ergreift ber mit fc^toinbenben Gräften unb mangelhaftem Sltem taugfam ^eroorquelleube 
Sterbegefang." 

Steine burd; Gir tanner erhaltenen 2Bafferfdrto%r maren allerliebft ja^m unb in* 
traulich, fragen o^ne Umftänbe unb fcfyienen and; bei gutem, reidjtid; mit ^et;ttoürmern 
. befdüdtem s ^acfytigattenfutter fic^ fe^r tool ^u befinben, ftarben aber bod; nac^ Verlauf einiger 
Monate, o^ne bafS icfy bie Urfac^e ju ergrünben oermod)t fyätte. Ungead;tet ic^ eS ben 
Gefangenen nid>t an Saffer festen, oietmet;r für fie ein ^o^eS Babebeden mit ab* unb 
Sutaufenbem Saffer l;erric^)ten lieg, belamen fie gugfranl^eiten unb litten erfid;tlic^ an biefen, 
toetd^e oielleid^t bie Urfacfye t^reS SobeS getoefen fein mögen. Tiad) meinen Erfahrungen 
alfo mufS ic^ bie Safferfc^toät?er ^u ben garten unb hinfälligen ^ßeid;freffern ^ä^leu. 

JBrcfym, öefangene iüögcl. II. - 15 



226 *'ttaä. 



JJtttos. 



3n «Sübinbten, auf bert ©unbattif ein f ^Muffen unb ^tltypinert, in üfteu^ottcmb unb 
Seftafrifa leben bie ^ßtttaö , pract/tootl gefärbte, Ijjocr/beinige unb lurjf^tüänjtgc , broffel* 
artige $ögel, bereu ^ennjctc^en folgenbe ftrtb: £>er fe^r fräftige, feittid) ^ufammengebrüclte 
(Schnabel tft mäßig lang, an ber &ptyt leicht ^alig ^abgebogen, »or berfelben au^geferbt, 
auf ber girfte gefielt unb fanft gebogen, ber guß l?ocr/läuftg, bte üMttet^e lang, ber gtü* 
gel furj unb ftarf gerunbet, in ifym enttoeber bie ^toeite unb britte ober bte britte unb 
inerte ober bie fünfte, fechte unb fiebentc (gelinge unter fxcfy gleich lang unb bie längften, 
ber @cr/toans fe^r furj unb faft gerabe abgejcr/nitten. 

901. $>te (Soltiörauen^ttta, ^aöf ber Saoanen, Pitta, (Twdus, Myiothera) cyanura, Gml., 

(guianus, afrinis). — SSergl: (Slliot, Mon. Pitt. £ft. 29. — ®rßße ber Badjolberbroffel; Oberfeite unb 
untere 2lrmf dringen fcfyön t'affebraun, Dberfopf, £opf = unb §al3feiten fd^warj, ein breiter (Streifen Dom 
9?afenlod)e über ba§ 2luge bt§ in ben 9eaden golbgelb, $inn unb $efyle weiß, an ben £>al§feiten in§ (BeX6e, 
bie Äefyle unterfeit§ begrenzt oon einem tiefblauem ©cfyilbe, toeldjeg oberfeit§ fcfymal fdjtoarj umranbet i% 
gan^e Unterfeite fdjmal fc^roar^ unb gelb quergebänbert, bie fd)tt>arjen Ouerbinben mit tiefblauem (Steine; 
@d)tt>ingen fd)tt>argbraun, bie be§ §anbteil3 außen weiß gefäumt, glügelbeden fdjtoarj, am ©nbe roeiß gefäumt, 
tooburd) eine Ouerbinbe entfielt; @djn>anjfebern , obere unb untere ©cfytoanäbeden ttefultramarin. $rt§ 
tiefbraun, ©djnabel fdjtoarj, $üße braun. — Seibcfren: Dberlopf braun, Sötgen- unb ©djläfenftrid) roft= 
gelbbraun, Äeljte unb §al§feiten roftfafyl oerwafdjen, Unterteile fdjwarj unb roftbräunlidjtüeiß quergebänbert. 
SSewoljnt $ aüa unb ©umatra. 

902. $)ie Surufftigetyritttt , P. (T., Myioth., Brachyurus, Coloburis) cyanoptera, Temm., (ma- 
laccensis, moluccensis, braehyura). — SSergt: Semmind, PL col. ©. 218. — (Stfc>a§ größer al§ bie 
Sacfyolberbroffel; Stattet, SHüden, ©djultern unb Wintere Strmf Urningen bunlelgrün, Dberfopf lid)tbraun mit 
fdjtoarjem SOütteXftretfen, Äopffeiten, ©d)läfe, Sftaden unb §interf)al3 fdjmarj, f inn unb $efyle heißliefe, übrige 
Unterteile fdjön roftgelbbrauu, 53audnnttte, Slftergegenb unb untere ©djwanjbeden fieEfc^arlac^rot ; §anb= 
fcfytoingen tr>eiß mit fdjtoarger SShtrjel unb ©pü|e, totfdjtomgen fc^tüarg mit blaugrünem (Snbranbe, 
@d)ttnngenbeden unb (Sdflfiget fc^tr>ar§, obere $lügel= unb @d)tt>ansbeden glängenb kobaltblau; ©djtoan;^ 
febern f^toar^ mit grünblauem ©nbranbe. $rt§ tiefbravm, ©dinabel Ijornbraun, $üße fyorngelb. — 
2ö ei bellen ntd)t oerfcfyiben. 

93en>otmt Zsatia, Sumatra, SSoweo, äftalaffa, ©iam unb ben ©üben (£f)ina§. 

903. $)ie 9furanglritta, «Jhtrang ober 9Zeunfarbenoogel ber ^inboftaner, P. (T., Myioth., Brach., 
Colob., Corvus, Citta) bengalensis , Gml., (brachyurus, abdominalis, triostegus, multicolor, coro- 
natus). — '»ergt'j ^erbon, B. oflnd.I, 503. — (große ber Sßac^olberbroffel; Hantel, Mtfen, ©tfiultern 
vtnb bie größte SRei^e ber Oberbedfebern apfelgrün, Slrmfdjmingenbecfen unb beren ©nbranb mefjr bläulid)^ 
grün, Dberlopf hellbraun mit breitem f^toargem 9Jlittelftreifen , Bügel, Äopf* unb §al§feiten nebft 9^ac!en 
f ctjiDarg , eine fc^male ?inie oom Hinteren Slugenranbe über bte ©dpfe ir-eiß, tinn, ^eble unb Unterbaden 
ebenfo, übrige Unterteile gart gelbbräunlid) , ©teiß unb untere ©efitoangbeefen fyettfdjarladjrot ; ©Zwingen 
unb ©cl>wanäfebern fdjtoarj, erftere mit toeißer Ouerbinbe unb geller , an ben Strmftfinnngen toeißer ©pi^e, 
Heine obere ^lügelbetfen am Suge unb ©^toangbeden glängenb bert)ttblau; ©(^toanafebern mit breitem grün= 
blauem (£nbe. ^ri§ braun, ©cfynabel ^ornbraun, güße liorngelblid^. — Söeibd^en im ganjen gletd^ gefärbt, 
nur ba§ ^Rot ber itnteren ©^toan^beden bläffer. 

Born unteren §imalat)agürtel über ben größten Seit ftnbienS unb ©eilon§ oerbreitet. 

904. J)ie ^ult^itttt, *JMt ber ^etoo^ner ber ©olbfüfte, P. (Brach.) an^olensis, Yieill., (Pulih). — 

SSergl.t ^artlaub, Orn. m 21fr. ©. 74. — @ttoa§ Heiner als bie Sad)olberbroffel; Oberfette büfter- 
otioengrün, untere Slrmf^»ingen unb S)edfebern nod) bunller, mittlere 2)edfebern unb Heine SSugbeden 
mit glängenb bertiEblauem (Snbe, obere ©djwangbeden ebenfo aber lebhafter, Oberlopf, 9^aden, Bügel, 0^r= 
gegenb unb §al§feiten fc^toars, ein breitet ^äng^banb öom ^afenlod^e über "tia% Sluge hi§ in ben «Raden 
braun, fjinterfeitS geller, roftgeXbttct), ^inn, Oberfetyle unb Unterbaden weiß, gart rofa oermafer/ett, Unterfeite 
otioenbraungelb, Band), Slfter unb untere ©d&toanjbeden fct)ön ! arminrot; ©Urningen unb ©teuerfebern 
fd)n»ar3, D ^ mittleren |>anbf dringen mit weißer Ouerbinbe. ^ri§ bunlelbraun, ©d^nabel bornbraun, 
^üße beHfa^t. - Beibd^en gleich gefärbt. 

»etoo^nt bte SBeftfüfte 2lfrt!a§ oon ber ©olblüftc bi§ Slngola. 



Pttas. 227 

905. $te ßftrtttt>itta , P. (Brach., Colob.) strepitans, Temm., (simillima , Krefti). — SScrgt: 
®outb, B. of Austr. IV, £ft. 1. — faum Keiner als bie 9Kiftetbroff et ; Ober- uub £interfopf fdjim ito? 
ftanienbraun mit fdjtoarjem äftittelftreif cit , SRatfett, ©dpfe, Dljrgegenb, Äinn unb ein fpifcnrinftigeS '$$U 
fdjtfb fcfytoarg, §aföfeiten unb Unterteile fdfyön roftgetb, SSattdjmitte tteffd&toarj, @teiß unb untere Sdjtoan^ 
beden fdjartadjrot, Oberfeite unb bie tußenfafyne ber 2lrmf dringen bunfelgrün , Heine 3)ed febern am 93uge 
unb tängfte obere ©cfywanjbetfen bertiltbtau; ©dringen fä]tm%, am ßnbe bräunlich, oierte unb fed^fie mit 
fdfymater meiner Ouerbinbe; ©d^toan^ fdjwarj, (Snbbrittet ber Gebern büftergrüu, $rt3 bunfetbraun, 
©dfynabet fcfytoarg, $üße fleifdjfarben. — Setbdjen nid)t üerfcfyibeu. 

8e6t in Sluftralien. 

906. $)ie ^ajMjettJritttt , P. (Brach.) cucullata, Hartl., (nigricollis , rhodogaster). — $ergt.: 
(SUtot, Mon. Pitt., %ft. 28. — gfaji fo groß wie bie 2öad)oXbcrbroffcX ; bunfelgrün, unterfeit§ 
fetter, auf bem Mden mit otiöenbraunem Anfluge, Ober- imb £>interfopf fdjön taftautenbraun , 9eaden, 
@d)läfe, topffeiten, $inn unb Oberfefyte famtnetfdjtoarj, SSaudfymitte, @teiß unb untere ©^»anjbecfcn purpur= 
rofarot, tteine ^tügetbeden am 23uge, Surfet uub obere ©djtoanjbetfett gtänjctib berüttblau; @d)toingen 
fct)roar^ , am ©nbe fetter, §anbfd)toingen in ber äJtttte breit u>eiß, 5trmfct)roingen außen grünblau geranbet; 
@$ir>anä fc^trarj mit büfterbtauem ©nbranbe. $ä§ braun, ©djuabet fdjirarä, $üße fleifcfcfarben. — 
Sßeibcr/en gleid) gefärbt. 

Verbreitet fid) oom §imatat»a an bis» auf bie §albinfet SDMaffa fjerab. 

907. £)te SBfaMtatfettJritttt, P. (Brach., Hydrornis, Heleornis) nepalensis, Hodgs., (nuchalis). — 
SBergt.: ^erbon, B. of Ind. I, 502. — (größer att bie äftiftelbroffet; ©djeitel olioenroftbraun, ©cPfe 
fjeXter unb roie bie §at3feiten unb bie Unterteile otioengetbbraun, $inn unb 35aud)mitte toeißttd), ein ©trieb 
hinter ber O^rgegenb unb einzelne Duerftridje auf $et)le bunfet, £>intertopf unb Suaden grünblau, übrige 
Oberteile btäuticfygrün mit roftfafyt oertoaf dienen $eberfäumen; ©dringen unb 2)edfebern bunfetbraun, 
aitßen roftgelbbraun gefäumt. griS fyeEbraun, ©djnabet bunlet mit fetter Surjet, §üße fleifdjbräuntidj. 
SBeibc^en matter gefärbt. 

£ebt im füböfttidjen §imatat)a, in 9cepat, Slralan unb 5lffam. 

908. £ie ÜÜefettjHtttt , P. (Brach., Leucopitta) maxima, Forster. — Vergt.: @ Riegel, Vog, 
van Nederl. Indie, @. 30. — ©roßte 2lrt, faft ebenfo groß tüte ber -ftuf^e^er; Oberfeite, $inn, Ober- 
teile unb §al§feiten gtättjenb fammetfd)toarj , Unterteile weiß, oon ber ^ruftmitte an mit breiten ttef= 
f djartacfyroten ätfittetftretfen , ©teißgegenb unb untere ©djtoangbeden ebenfo, Heine unb mittlere ^tügetbeden 
prächtig berrjltbtau, leiten nüe bie Slnßenfäume ber Hinteren 2trmfd)tt>ingen feegrün; ©dringen unb 
©djtoansfebera fc^töatj, bie britte bi3 fiebente ©c^roinge mit breiter weißer Ouerbiube. ^ri§ braun, <Bd)nabd 
fd)toarj, ^üße fletfc^farben. — 3öeibd)en gteid? gefärbt. 

®ie §eimat biefer Slrt befd)rän!t füdp auf bie SMuffeninfet §atmal^era ober ©itoto. 

ÜBer bie ßebenStoeife ber Sßtttaö ^aben \mx me^rfa^e TOttetlungen erhalten , au3 
benen ^et^ot^uge^en fc^eint, bafö fidj bie i^erf^ibenen bitten in intern treiben unb Sefen 
fc^t ähneln, <Ste betpo^nen Salbungen mit btcfytem Unter^otje unb fügten ^ier ein äiemlicfy 
öerftecfteö Seben, fo bafä man fie toot fotttoärenb faß, aber nur feiten ^u fe^en belommt. 
Ü)ie meiften Wirten fcfyeinen trodene (B eräuge p befcorpgen, einzelne bagegen werben mit 
Vorliebe an ben Ufern ton glüffen unb S3äc^en gefunben. 3^re furzen, f^toac^en «S^toingen 
ermöglid^en i^nen nur einen unftd;eren unb furzen ging, toärenb bie ^o^en 53eine fic ju 
Saufoögeln ftem^eln. 93^it großen ©^rüngen burd^eilen fie i^r (Gebiet, bann unb toann 
nad) 5lrt ber 8teinrötet auf einem ^eroorragenben fünfte, namentlj^ "auf einem ©teine 
erfcfyeinenb, um oon t;ier au6 Umfcfyau ju galten, ben &<§)®ani naefy Jebem (Sprunge auf^= 
toärt^ totypenb unb beim Umfd^auen ftc^ ^o^> aufr : 4tenb. ^egen 5lbenb nähern fie fid; 
Räumen unb fliegen, oon 2lft p 5lft toeiter gefyenb, bi^ p einer getoiffen §)öl)e em|3or r um 
t;ier eine Sftacbttyerberge p fu^en; augerbem ergeben fie fiefy nur au^na^m^toeife einmal 
über ben 23oben, 3^>re gtugtoerljeuge finb auefy fo fd^toacb, baf^ jeber Sinb i^ren glug 
in $o$em ®rabe beeinträchtigt, unb fie oon ftärleren Stürmen oft siemlic^ toeit oerfc^lagen 
toerben. ®teic^tool ftreic^en unb toanbern einzelne Irten: fo erfcfyeint 5. $3. bie 91urang^ 
pitta regelmäßig mit ben «Scbne^fen auf (Eeilon, unb tfvax nac^ allgemeiner Slnna^me ber 
^3eobacbter oon 3nbien ^er lommenb, muf^ alfo babei notgebrungeu bie ^alf^ftraße über^ 

15* 



228 ^ tta§ - 

fe^en. Sie fefyr länger Wel^enbe heftige Sinbe bie ^ßittaS behelligen unb oerwirren, erfi^t 
man barauS, bafS fic wärenb eines «Sturmes oft in gmtten unb Käufern aufluvt fucfyen. 
3erbon erhielt mehrere 9?urangpittaS, meiere im tranlen^aufe oon OftabraS gefangen 
korben waren, obgleich biefelben Bögel fonft fdj>ett bor bem 3ftenfcfyen fliegen unb Beim 
geringften ®eräuf$e in baS bicfytefte ®ebüfdj fid) zurüdzie^en. 9?ur fo lange bie pttaS 
3unge führen, trifft man fie in fleinen ®efellfd>aften an, außerbem leben fie ftetS parweifc 
ober einzeln, ungefetlig felbft Bereinigungen mit anberen Bögein meibenb. ®egen bie 23rut* 
jett Ijrin bernimmt man öfter als fonft ityre tautfcfyallenben eigentümlichen öodrufe, bon einer 
2lrt, ber $uli, aber auefy einen ©efang, welcher bei ben Eingeborenen beS £innegebieteS in 
folgern SRufe fte^t, bafS fie eine bicfyterifd? berebte ^erfönlic^feit mit bem tarnen ^uli ju 
efyren fucfyen. Xl)omfon, welcher biefe Angabe mad)t, bemerft, bafS ber ®efang biefeS 
BogelS wirflid) anwerft lieblich fei. Ein Irrtum ber Eingeborenen wie beS genannten gor* 
fcfyerS ift freiließ nicfyt auSgef cfyloff en , ba bei ber berftedten 8ebenSweife aller ^ittaS auefy 
wol ein anberer Sänger ber $uli §u ü)rem 9?ufe ber^olfen ^aben fann. £)ie Hefter ber 
Irten, welche man genauer beobachten fonnte, ftanben ftets auf i>m 23oben unb zwar ziem* 
ücfy gut berftedt, neben einer Erbfd^otle ober §toifcl)en t)erborfproffenben 23obentrieben größerer 
Zäunte, waren lunftloS aus feinen Geifern unb §almen pfammengefügt unb enthielten 
zwei bis bier, enttoeber reiuweiße ober auf lichtem ®runbe mit rötlichen unb bräunlichen 
gteden gezeichnete Eier. 

So oiel mir befannt, ift bis \t%t noefy feine einige 21rt ber überaus pracfytbollen Böge! 
lebenb naefy Europa gebracht worben, waS um fo me^r Sunber nehmen mufS, als bie 
^ßittaS feineSwegS fd>wierig einzugewöfynenbe ober ju er^altenbe täfigböget finb. 31j>re 9ial^ 
rung im greien fd^eint allerbingS borzugSweife auS s 2Imeifen unb Termiten in befielen; 
bod> freffen fie auefy anbere Kerbtiere ber berfcfyibenften 51rt: §eufcfyrcden, $äfer unb bergl. 
unb ebenfo walj)rfd)einlicfy Sürmer unb fleine Sdmeden. beruft ein ftellte am tiefte beS 
©olbbrauenpittaS Schlingen unb fing beibe Wl<xl bie 9ttännd)en, ^ielt fie aud) o^ne Scfywie* 
rigleiten geraume 3eit im Käfige. „3n ben erften £agen", fagt er, „toaren fie jtoar etwas 
fcfyeu, gewöhnten fiefy jebocfy balb ein unb würben fcfyon nad) Berlauf ber erften 2Bod)e fo 
Zafym, bafS fie baS gutter aus ber §anb nahmen. 2lm liebften fragen fie fleine §eu* 
febreden, Slmeifenpu^en, Termiten unb bergl. Erftere fugten fie burefy 51uffto^en auf ben 
23oben ^unäd;ft oon ben härteren güfeen unb glügelbeden yn befreien, beerten leitete 
jeboct) nacfyträglid) ebenfalls. £)ie $erfe felbft breiten fie fo lange im Schnabel fyerum, 
bis fie fo in liegen famen, bafS fie mit bem $opfe oorauS oerfc^ludt werben fonnten. 
Über £ageS l;ielten fie fic^ auSfd;lieJ3lid? auf bem 53oben i^reS $äftgS auf unb machten oon 
ben Si^ftangen felbft bei 91ac^t nur feiten unb auSna^mStoeife ®ebrauc^. 3cfy glaube, bafS 
eS nic^t fcfytoer fallen würbe, ^ßittaS an ein Itniberfatfutter ju gewönnen unb nad) Europa 
überzubringen, wo fie bie größte £ierbe De r Tiergärten fein würben/' 

£>ie übrigen ^eobac^ter, welche über bie ©efangenfe^aft ber ^ßittaS berichten, ftimmen 
oollftänbig mit berufte in "überein, inbem fie bemerfen, bafS bie Haltung ber ^rac^tbögel 
burc^auS feine Scfywierigfeit oerurfad)e. 3^ie 9^ic^tigfeit biefer Angabe ergibt